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Wohl bekomm´s September 8, 2014, 7:04

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Wie gut, daß es MEMRI gibt – die dort gezeigten und untertitelten Reden kennt im Westen sonst kein Mensch. Warum die westlichen Medien ihren Hörern, Lesern und Zuschauern die Begegnung mit diesen ungefilterten Realitäten vorenthalten, frag ich hier im Blog ja schon seit langem.

Ich bin ziemlich sicher, daß Ismail Haniyas offene Worte auf anderem Weg nicht zu Euch finden werden, drum sie Euch hier an.

Der MEMRI-Kanal bei Youtube hat den Clip leider noch nicht, darum kann ich die Ansprache nicht „einbetten“. Aber hier ist der Wortlaut:

Ismail Haniya: In this war, we won the media war as well. This war was a military victory, which was achieved even before the end of the war. This war was a victory on the military front, on the political front, on the media front, and on the moral front. We waged a war in the realm of moral values as well.

Therefore, the Palestinian people has won the war on the military front, the political front, and the media front. Our narrative has gained the upper hand in the media and was the more credible. Our image in the media was the more effective.

The media analysis and the men of the [Palestinian] media everywhere constituted the river from which the global media quenched its thirst for information about what was happening on the ground.

Even Zionist society itself no longer believed the narrative of its leaders and of the Israeli army. They got their news from the committed Palestinian media of the resistance.

Er redet viel Unfug, wenn der Tag lang ist. Die Hamas ist alles andere als strahlender Sieger in dieser Auseinandersetzung geblieben, und daß sie weiterhin auf Tunnel– und Raketenbau setzen, sagt einem alles über diese Terroristen, was man wissen muß. Aber eines stimmt: den Medienkrieg hat die Hamas gewonnen. Ahnungslose Zeitungsleser haben über Monate hinweg Nachrichten konsumiert, die keineswegs objektiv oder gar wahr sind, sondern Produkte der palästinensischen Propagandamaschinerie. Verdrehte Fakten, erlogene Zahlen, gestellte Bilder (immer hübsch intaktes Spielzeug auf Trümmern dekoriert), falsche Vergleiche und unterschlagener Kontext – so sieht die Mischung aus, die aus palästinensischen Quellen sprudelt.

Ja, die internationalen Medien haben ihren Durst an diesen zweifelhaften Quellen gelöscht. Und Ihr habt es alle morgens beim Frühstück per Tageszeitung, tagsüber auf Nachrichtseiten im Internet und abends in den Nachrichtensendungen serviert bekommen, dieses Gebräu.

Da kann man nur sagen: wohl bekomm´s.

Unverständlich September 6, 2014, 18:27

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Ich verstehe die Aufregung um die Scharia-Polizei in Wuppertal überhaupt nicht. Scharia ist doch was Schönes!

Die Briten machen´s vor. Dort ist die Scharia schon teilweise ins Rechtssystem integriert, meint der Erzbischof von Canterbury, zweitwichtigster Mann der anglikanischen Kirche.

[…] in the interview, rather than proposing a parallel system of law, he [der Erzbischof] observed that „as a matter of fact certain provisions of sharia are already recognised in our society and under our law“ . When the question was put to him that: „the application of sharia in certain circumstances – if we want to achieve this cohesion and take seriously peoples‘ religion – seems unavoidable?“, he indicated his assent.

Damit mir keiner vorwerfen kann, Rowan Williams außer Kontext zu zitieren – die Zitate sind von seiner Web-Seite:

The Archbishop opened his lecture by noting importantly that the very term sharia is not only misunderstood, but is the focus of much fear and anxiety deriving from its ‚primitivist‘ application in some contexts. As such he said that sharia is a method of law rather than a single complete and final system ready to be applied wholesale to every situation, and noted that there was room, even within Islamic states which apply sharia, for some level of ‚dual identity‘, where the state is not in fact religiously homogenous.

Bitte sehr. Sharia und Aufklärung müssen immer hübsch äquidistant kritisch dekonstruiert werden, sie sind für den Erzbischof von Canterbury gleichwertig. Denn fair muß sein.

He concludes his lecture with the comment:

„if we are to think intelligently about the relations between Islam and British law, we need a fair amount of ‚deconstruction‘ of crude oppositions and mythologies, whether of the nature of sharia or the nature of the Enlightenment“

Wer was anderes sagt, kann nur kompletter Ignorant oder aber Rassist sein.

Und das wollen wir doch alle nicht.

 

Update:

Ebenfalls angetan von der Idee: die Achse.

“Scharia-Polizei” gegen Drogen, Alkohol, Prostitution, unsittliches Verhalten, Glücksspiel, Schmutz und Schund – die Empörung ist groß in Wuppertal. Aber warum eigentlich? Die Vogel, Lau & Co. reizen ihre Religionsfreiheit gerade so aus, wie das islamische Gesetz es befiehlt und wie Art. 4 Grundgesetz es erlaubt. Am Ende profitieren wir doch alle: Weniger Kriminalität, weniger Aggressivität, weniger sichtbares Elend, und nicht zuletzt weniger Überstunden für die reguläre Polizei. Das gestresste soziale Leben auf unseren Straßen und Plätzen könnte sich regenerieren. “Scharia-Polizei”, das ist gelebte Willkommenskultur, gerade auch für die vielen Muslime, die uns derzeit aus dem “Furchtbaren Halbmond” (sic!) erreichen!

 

Ein Brief September 5, 2014, 6:49

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Vor zwei Wochen traf eine Mörsergranate aus dem Gazastreifen ein Haus in einem Kibbuz. Eine Familie mit drei kleinen Kindern wohnte in diesem Haus. Der Älteste, ein vierjähriger Junge, spielte im Wohnzimmer in seinem Spielzelt, das die Eltern im Haus aufgebaut hatten, weil es draußen viel zu gefährlich war. Obwohl er gewöhnt war, bei Alarm schnell in den Schutzraum zu laufen, blieb ihm keine Zeit. Vor den Augen seiner kleinen Geschwister und Eltern starb er.

Das Geschoß, das ihn tötete, wurde aus einer Schule abgefeuert, in der unter Schutz der UNRWA flüchtende Zivilisten Zuflucht gefunden hatten. Eine Grundschule für Jungen. Die israelische Armee hatte diese Schule verschont, um die Zivilisten nicht zu gefährden, und diese Tatsache nutzten die Terroristen, um von dort aus Israel anzugreifen.

Eine halbe Stunde nach Daniels Tod rief Ban Ki Moon Netanyahu an, um ihm zu verkünden, daß er gerade einen Untersuchungsausschuß zusammenstellt, um israelische Kriegsverbrechen zu untersuchen.

Daniels Eltern haben nun einen Brief an Moon geschrieben, mit der Forderung, die Untersuchung auch auf die Hamas auszudehnen. Ausdrücklich betonen sie, daß auch das palästinensische Volk unter dem Terror der Hamas leidet (und nicht wenige Geschosse landen im Gazastreifen selbst).

Wer die palästinensischen  Zivilisten auf dem Gewissen hat, ist eine skrupellose Führung, die sie bewußt in Gefahr bringt. Das ist für sie ein win-win: klappt das Patent mit den menschlichen Schutzschilden, wie beim Shifa-Krankenhaus, dann sind die dort versteckten „wichtigen Männer“ geschützt. Klappt es nicht, nun, dann wird die Welt mithilfe der Opferzahlen davon überzeugt, daß Israel blindwütig zuschlägt, gezielt Kinder anvisiert und einen Völkermord begeht. (Dabei werden auch ungeniert Kämpfer in Zivilisten umgefälscht, im sicheren Wissen, daß kein westlicher Journalist das nachrecherchiert, sondern nur ein paar Blogger, die man als Spinner abtun kann.)

Daß die UN damit kollaboriert, kann keinen überraschen, der verfolgt, wie diese Organisation Israel über Jahrzehnte hinweg behandelt. (Mehr zur UNRWA hier, zu tendenziösen Berichten hier.)

Den Ausschuß wird ein Mann leiten, der jetzt schon weiß, was das Ergebnis sein wird.

Der Tambal wurde neulich im israelischen Fernsehen interviewt und gab dort u.a. zum besten, daß er Netanyahu gern vor Gericht sehen würde, allein schon wegen der im Goldstone-Report aufgezählten Gräuel. Kleiner Haken: damals war Olmert israelischer PM und nicht Netanyahu (hinterher herrschte im Studio leichte Heiterkeit).

Wunderbar, nicht wahr? Nur Israel wird untersucht, niemand sonst. Das Untersuchungsergebnis steht fest, Netanyahu muß vor Gericht für Dinge, die er gar nicht zu verantworten hat, und die UNRWA bleibt weiterhin die einzige UN-Flüchtlingsorganisation für eine spezifische Gruppe Flüchtlinge mit besonderen Privilegien.

Und Daniels Eltern haben keine Antwort erhalten.

Danke September 4, 2014, 21:22

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Ich hab ihre Sendung nicht gesehen, die hier in Israel populär ist.

Joan Rivers wird sich damit außerhalb von Israel nicht viele Freunde gemacht haben, gerade deswegen hat ihre leidenschaftliche Parteinahme hier viele berührt.

In Kürze September 3, 2014, 16:15

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Leider leider hab ich viel zu viel Kram um die Ohren – an alle Korrespondenten: ich bitte SEHR um Verzeihung und Nachsicht, demnächst mehr von mir.

Jedoch eine kleine Fußnote zur Enthauptung von Steven Sotloff: ich hatte von Anfang an das Gefühl, daß er vermutlich jüdisch ist – weiß nicht wieso, der Name und auch der Name seiner Mutter (Shirley), und so war es tatsächlich. Er hat sogar eine Zeitlang in Israel studiert. Ist das ein wichtiges Detail oder nicht? Ich weiß es nicht. Aber es ist eine Gnade, daß seine Mörder das nicht wußten. So schlimm sein Ende war – hätten sie gewußt, daß er nicht nur Amerikaner ist, sondern auch Jude, wer weiß, was sie sich für ihn ausgedacht hätten.

Man hat keine Worte für dieses Böse, es liegt jenseits jeder Vorstellungskraft. Und die von der Kamera aufgezeichneten Enthauptungen zeigen ja nur die wenigen Opfer, die Namen und Gesicht für uns haben – Tausende namenloser Menschen sind umgebracht worden, keiner weiß es, keiner fühlt, was sie gelitten haben. Es ist so bedrückend, wie nehmen wir uns eigentlich heraus, normal zu leben?

Optimismus? August 31, 2014, 11:01

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in Bezug auf die PA-Gebiete? Eher nicht.

Zwei Anschlags-Versuche schlugen heute fehl:

An der Tapuach-Kreuzung in Samaria explodierte eine Bombe.

In der Nähe von Kdumim wurden zwei Rohrbomben entdeckt.

Beides in den umstrittenen Gebieten – der Westbank – Samaria-Judäa, wie Ihr es auch nennen wollt.

Fazit: auch dort sind Terroristen unterwegs und pausenlos dabei, jüdische Israelis anzugreifen. Habe ich erwähnt, daß in der letzten Woche wieder Menschen durch Steinwürfe auf Autos bzw dadurch verursachte Unfälle verletzt wurden, darunter auch ein Baby? Adele Biton, die vor anderthalb Jahren durch einen Steinwurf schwer verletzt wurde, ist endlich wieder zuhause – aber mit ihrer schweren Hirnverletzung ist sie ein Pflegefall und wird nicht mehr normal leben. Sie ist jetzt vier Jahre alt.

Mit dieser Realität leben wir jeden Tag.

Falls Ihr zu der Sorte Leute gehört, denen der Unterschied zwischen Aktion und Reaktion nicht ganz klar ist und die glauben, daß der Terror gegen Israelis eine gerechtfertigte Reaktion auf irgendwas ist – spart Euch Eure Kommentare. Ohne Aggression, Terror, Gewalt und Krieg gegen Israel hätte es weder Schutzzaun noch Checkpoints gegeben, ja nicht mal die „Besatzung“.

Und wie verlogen die Kritik an Israels defensiven Maßnahmen ist, wenn sie von Leuten kommt, die selbst hinter einer brutalen Mauer leben – das muß ich wohl nicht noch einmal erwähnen. Wohlgemerkt: der israelische Schutzzaun schützt vor mörderischem Terror. Der europäische Schutzwall dagegen nur vor der Zumutung, Armut, Elend und Leid vor der eigenen Haustür zu haben.

Es vergeht kaum ein Tag ohne Gewaltakte von Palästinensern gegen israelische Juden. Meist sind es nur Anschlagsversuche – und wir wissen, daß nur ein Bruchteil davon überhaupt in den Medien auftaucht (in unseren – in Euren selbstverständlich nicht, dafür sind die Geschichten nicht groß genug und ins Narrativ passen sie überhaupt nicht). Oft genug fallen ihm aber auch Menschen zum Opfer – so wie die fürs Leben gezeichnete Adele Biton oder aber der kleine Yonatan Palmer und sein Vater, die durch Steinwürfe ums Leben kamen.

Nein, ich bin nicht optimistisch. Ich höre Tzippi Livni und möchte ihr gern zustimmen – theoretisch kann ich das alles nachvollziehen, was sie sagt. Wir müssen reden, mit den Palästinensern verhandeln, eine solide Basis schaffen für eine Friedensregelung, es klingt alles so schön und vielversprechend und vernünftig, ja, so vernünftig. Ich möchte gern glauben, daß auf der anderen Seite des Tischs vernünftige Leute sitzen, und bestimmt gibt es auch solche, denen man Territorien überlassen kann. Die gern wirtschaftliche Entwicklung wollen, Zusammenarbeit mit Israel, Kooperation in Forschung und Bildung, ja, ich weiß, daß es sie gibt. Ich kenne sogar ein paar.

Aber wie viele sind es? und wie viele stehen ihnen gegenüber, die lieber auf Zwillen, Molotov-Cocktails, Raketen setzen?

Und wenn es zum Showdown kommt zwischen den einen und den anderen – wer wird gewinnen?

Wer kann uns guten Gewissens raten, doch Mut zum Risiko zu haben? Lord Faquaad vielleicht.

 

 

 

Kleiner Tip August 30, 2014, 22:11

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Nein nein, mir war gleich klar, daß der Artikel trotz seiner vielversprechenden Überschrift keine wirklichen Informationen bringen würde, die die Leser verwirren könnte.

Wie viele Zivilisten sind im Gaza-Konflikt umgekommen? Die Uno zählt deutlich mehr zivile Todesopfer als die israelische Regierung. Eine Spurensuche.

Je nach Fokus lassen sich auch neutrale Zahlen rasch instrumentalisieren. Das ist grundsätzlich gefährlich, ganz besonders aber in Kriegszeiten, wenn Konfliktparteien Statistiken für ihre Ziele einsetzen. Anscheinend versucht das nun die israelische Seite, mit Kritik an der Opferstatistik der Vereinten Nationen.

Warte mal – Vereinte Nationen. Das sind doch die, deren Vertreter im Gaazstreifen, die UNRWA, zugelassen hat, daß aus ihren Schulen Raketen abgefeuert wurden? daß Raketen dort gelagert wurden? Das Personal der UNRWA besteht fast nur aus Palästinensern, von denen vermutlich nicht wenige Sympathien für die Hamas haben – das sollte man doch mal untersuchen, oder?

Und warum ist es gefährlich, Statistiken kritisch zu untersuchen, die von einer Konfliktpartei geliefert werden? Denn die Opferzahlen, die im Moment kursieren, kommen eben NICHT von objektiven Quellen.

Beinahe täglich veröffentlicht die Uno-Behörde für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha) Berichte über das bislang bekannte Ausmaß des Gaza-Konflikts. Für diese Berichte nutzt die Uno diverse Quellen. Dazu gehören auch Organisationen, die im Gaza-Streifen arbeiten.

Welche?

Im Artikel geht es

um die Einordnung der Todesopfer: Wie viele von ihnen waren Soldaten, wie viele Terroristen, wie viele Zivilisten? Die Uno weist neben den unmittelbar am Konflikt beteiligten Personen auch die Zivilisten gesondert aus. Sie machen demnach auf palästinensischer Seite fast 70 Prozent der Todesopfer aus, auf israelischer lediglich 6 Prozent.

Und da das „Palästinenser sind grundsätzlich Opfer, Israel grundsätzlich Aggressor“-Narrativ durch diese Zahlen gestützt scheint, wird jeder Versuch, die Zahlen und Namen gründlicher zu aufzuschlüsseln als von den Palästinensern selbst, als Manipulation von vornherein abgeschmettert.

Für das israelische Militär ist dieses Missverhältnis natürlich heikel. Und so verwundert es kaum, dass die offiziellen Angaben dieser Konfliktpartei von der Uno-Statistik abweichen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahusprach in dieser Woche von etwa tausend Terroristen, welche bei Angriffen der Israelis auf Seiten der Palästinenser ums Leben gekommen seien. Dann läge der Anteil ziviler Todesopfer bei etwa 52 Prozent.

Wie passt das zu den Zahlen der Uno? Israelische Kritiker halten die Ocha-Berichte schlicht für unglaubwürdig. Sie basierten auf systematisch verzerrten Daten, gerade Menschenrechtsorganisationen im Gaza-Streifen seien keine vertrauenswürdige Quelle. Allerdings präsentierten die Israelis auch keine Details, die ihre eigenen Zahlen hinreichend hätten belegen können.

Nun, ich hatte immer gedacht, daß Journalisten recherchieren können. Daß sie das irgendwie lernen oder so. War wohl ein bißchen naiv.

Es ist jedenfalls für einen gewissenhaften Journalisten kein Problem, sich die Listen zu beschaffen und selbst einfach mal nachzulesen, die Namen zu vergleichen, Alter und Geschlecht aufzuschlüsseln.

Oder man könnte einfach mal objektiv berichten, wie israelische Quellen die Opferlisten auswerten. Da gibt´s sogar fertige Artikel drüber, nebst Link zu den orginalen Listen.

The ITIC’s analyses so far show that 46% of Gazans killed by the IDF in Operation Protective Edge were combatants. This percentage has held steady throughout the four analyses. This is very close to the one to one civilian to combatant ratio Israel managed during Operation Cast Lead, the lowest such ratio in the history of asymmetric warfare. It is likely that “a great many armed militants killed during the fighting in the Gaza City suburb of Shejaiya between July 19-August 1 remain buried under rubble, and therefore do not appear on any casualty lists.”

The first, second, third and fourth casualty reports are available at the ITIC website.

Die Mühe sollte man sich schon machen, nicht wahr? Denn die originalen Opferlisten liegen vor.

Man könnte auch die lilienweißen Journalistenhändchen beschmutzen und mal bei Bloggern nachlesen, was die dazu sagen. Elder of Zion belegt seine Recherchen, und er stellt regelmäßig den „Zivilisten des Tages“ vor – also Todesopfer aus dem Gazastreifen, die von den Palästinensern als Zivilisten ausgegeben werden, aber leicht nachprüfbarerweise keine waren.

Auch Zivilisten als Schutzschilde für Terroristen sind relativ leicht erkennbar. Wenn eine ganze Familie stirbt und ein Hamas-Aktivist, der nicht zu dieser Familie gehört – dann kann man wohl zumindest die Hypothese aufstellen, daß die Anwesenheit des Kombattanten die Zivilisten gefährdet hat. Elder of Zions Erklärungen kann man vielleicht bestreiten, aber zur Kenntnis nehmen sollte man sie schon, wenn man einen Artikel über das Thema schreibt, oder?

Man kann aber auch einfach davon ausgehen, daß die Palästinenser immer die Wahrheit sagen (ist ja noch nie vorgekommen, daß sie beim Lügen ertappt wurden – ich erinnere an den Stromausfall, an den Staudamm, an die erotisierenden Kaugummis…) und daß die Israelis immer lügen.

Dann spart man sich die Mühe und kommt gleich zu einem dummdreisten Ergebnis:

In einem solchen Konflikt kann es keine wirklich objektive Quelle für aktuelle Daten geben. Erst weitere Angaben der Israelis werden zeigen können, wie berechtigt ihre Kritik an der Uno-Statistik ist. Für diesen Moment wirkt sie vor allem strategisch.

Da Christina Elmer die vorliegenden „weiteren Angaben“ tunlichst ignoriert, kann man davon ausgehen, daß hier ein weiterer Artikel der Endlos-Serie „wir malen Israel schwarz“ vorliegt.

UNDOF-Soldaten August 30, 2014, 21:40

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wissen, wo sie sicher aufgehoben sind. Beim größten Übeltäter der Region, bei dem Staat, den die Organisation, die sie entsandt hat, geradezu obsessiv unters Mikroskop nimmt, bei dem Staat, der Resolution nach Resolution, Verurteilung nach Verurteilung, Mahnung nach Mahnung kassiert hat.

The Al-Jazeera network reported Saturday that members of the UN Disengagement Observer Force stationed in Daraa in southern Syria are abandoning their posts and fleeing to the Israeli side of the Golan Heights. 

Die UNDOF-Soldaten, die noch in der Gegend geblieben sind, werden aber auch demnächst nach Hause gebracht. Eine Truppe von Blauhelmen, die den Frieden gewährleisten soll, aber es doch nicht kann. Man kann es ihnen nicht vorwerfen, ihr Mandat steht in keinem Verhältnis zu den Mitteln, die sie zur Hand haben.

Ja ja, es ist doch gut, daß wir uns auf internationale Organe verlassen können, nicht wahr? Abu Mazen übt schon großen Druck aus, er will endlich seinen Staat, und die ganze internationale Gemeinschaft wird ihm hinterherblöken. Israel hat Sorgen, daß in Ramallah, Jenin und Kalkiliya ähnliche Waffenschmieden entstehen wie im Gazastreifen, ähnliche Abschußrampen, ähnliche Tunnelprojekte? Ma pitom! Das kann nicht passieren. Internationale Beobachter werden zur Stelle sein und das ebenso effektiv verhindern wie die Wiederbewaffnung der Hisbollah und die Übernahme der Golanhöhen durch die Terroristen des IS.

Nicht wahr? Ha ha.

(Ebenfalls zum Thema: David Bogner)

 

Eine interessante Einschätzung August 29, 2014, 10:01

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Abu Mazen hat gestern in einem Fernsehinterview ein paar ganz interessante Sachen gesagt.

During the interview, Abbas admitted that there was no difference between the Egyptian initiative introduced at the beginning of the operation and the proposal accepted at its end, 50 days later.

He said the Palestinian Authority requested the Egyptian initiative, which centered on an end to the killing of civilians, according to Abbas, and the reimplementation of the understandings reached in Pillar of Defense.

Abbas hinted that the entity responsible for the suffering of the Palestinians was Hamas, whose stubbornness did not benefit the process.

Aha. Die ganzen Toten könnten noch leben, hätte Hamas schon Anfang Juli die ägyptische Initiative angenommen (wie Israel es getan hat). Israel mußte erst zu massiver Gewalt gegen Terrorziele greifen, bis die Hamas zustimmte. Nicht etwa die Hamas hat Israel irgendwelche Bedingungen diktiert – keine „weitreichenden Zugeständnisse“. Im Gegenteil. Aus israelischer Perspektive war die ganze Eskalation überflüssig wie ein Kropf. Hätte die Hamas das Feuer eingestellt, wäre es gar nicht dazu gekommen.

Erst nachdem Israel in den letzten drei, vier Tagen den Druck deutlich erhöht hat, hat die Hamas die Initiative angenommen, die sie vorher ein ums andere Mal abgelehnt hatten.

Sprich: die Hamas allein ist dafür verantwortlich, daß Gaza in Trümmern liegt und unter den Trümmern viele Tote.

Abu Mazen weiß es, er spricht es auch aus. Im Gazastreifen wissen es vielleicht auch ein paar Menschen – trotzdem sind noch fast 90% der Menschen dort davon überzeugt, daß man Israel trotzdem bombardieren sollte.

The survey, which was conducted last week by the Palestinian Center for Public Opinion, found that 60.3 percent „strongly“ supported the rocket fire on Israel, while another 28.6 percent said that they supported it. Just 1.4 percent said that they were opposed to the attacks, and only 1 percent expressed strong opposition. Another 1.7 percent said that they did not know how they felt about the strikes.

Doch zurück zu Abu Mazen.

Er deutete ziemlich deutlich an, daß er von der Hamas belogen wurde.

Abbas also addressed the kidnap and murder of the three Israeli teens in the West Bank, emphasizing that the Palestinian Authority had no information about the abductors, though Israel has announced that Hamas was behind the affair.

Abbas added that he asked Khaled Mashal if Hamas was responsible and was answered negatively. He said he was surprised when, a few days later, senior Hamas official Salah al-Arouri admitted that Hamas was responsible for the attack – especially after Mashal officially announced that Hamas had no part in the abduction.

Keine guten Bündnispartner, Abu Mazen! Bibi hat das schon im April gesagt, jeder wußte es – ob Abu Mazen inzwischen eingesehen hat, daß es keine gute Idee war? Kaum hatte er die Hamas ins Boot geholt, da ging der Streß schon los.

The Palestinian leader objected to Hamas‘ declaration that it would decide whether there was war or calm because, according to the Palestinian unity accords, that decision can only be taken by the PA.

Abbas said that if that condition was not followed there was no utility in the reconciliation effort. „One side must not be able to declare war. That’s not unity; it is not reconciliation.“

Nein, es ging der Hamas auch weder um Einheit noch um Versöhnung zwischen Hamas und Fatach – es ging ihr allein darum, mehr Macht zu bekommen und auch in der Westbank mehr Einfluß zu bekommen. Auf wessen Kosten? Das wird Abu Mazen wohl am besten wissen.

The Palestinian leader then condemned the public killings of alleged Israeli collaborators in Gaza, calling the murders a crime.

Das ist wohl wahr. Ich nehme an, die Fatach weiß mehr über die Opfer dieser öffentlichen Exekutionen.

Keiner kann mir erzählen, daß Abu Mazen überrascht ist. Er wußte doch, wofür die Hamas steht. Jetzt möchte er den Gazastreifen wieder übernehmen. Uns soll es recht sein.

Aber ein richtig vertrauenswürdiger Partner ist Abu Mazen nicht. Den fliegenden Wechsel zu „Partnern“ wie der Hamas kann er jederzeit wieder unternehmen. Und die hat ja gestern offen genug gesagt, wo ihre Prioritäten liegen. Widerstand und ganz Jerusalem. Sprich: Terror und Vernichtung Israels.

Salamitaktik August 28, 2014, 20:17

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Seit Jahren herrscht in Israel der Verdacht, daß es sich bei allem Gerede vom bieß broßeß,bei allen deklarativen Forderungen nach Zweistaatenlösung oder sonstigen Zugeständnissen im Namen des Friedens nur um eine dürftige Maske handelt, und daß große Teile der palästinensischen Gesellschaft eine ganz andere Absicht haben. Nämlich die Salamitaktik, mit der Israel Stück für Stück zersäbelt werden soll.

Nun, das ist natürlich vollkommen abwegig, nicht wahr. Sie wollen doch alle eigentlich nur Frieden, so wie Ihr und ich und meine Freunde, nicht wahr? Es kann doch gar nicht anders sein.

Nach der letzten Eskalation bekennt die Hamas Farbe. Khaled Mashal heute in Qatar:

This is not the end. This was not the last campaign to liberate Palestine – it was an important stop on the road to victory.

We know that Israel is strong and is aided by the international community. We will not restrict our dreams or make compromises to our demands.

Israel committed another holocaust after Hitler’s Holocaust, destroying schools and hospitals.

The resistance is holy, and its weapons are holy. There is not diplomacy without weaponry.

Und vor ein paar Tagen in Gaza:

Alles klar? Keine Kompromisse, kein Ende der Gewalt, kein Stopp auf dem Weg zum Endsieg. Was Khaybar, Khaybar bedeutet, wissen meine Leser ja.

Wer macht sich noch Illusionen über Ziele und Mittel der Hamas? Ach wirklich – der Chefredakteur Eurer Tageszeitung? Die Redakteure der Tagesschau, die ich Euch diese Reden vorenthalten? Tja, was soll ich da sagen. Informiert Euch doch einfach bei Mashal und seinen Sprechern selbst und verlaßt Euch nicht mehr auf die Filter des professionellen Journalismus.

 

Gerade in den Nachrichten gehört August 28, 2014, 18:25

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Die Mörder von Sraya Ofer sind heute zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten ihn mit einer Axt brutal erschlagen, aus Haß. Ofers Witwe schaffte es, verletzt zu entkommen.

Das Urteil nahmen die Mörder mit Hamas-Hamas-Gebrüll auf, ihre Angehörigen nahmen es gelassen. Beim nächsten Gefangenen-Deal, meinten sie, kriegen sie die Helden wieder.

Dann wird wieder der beliebte internationale Druck auf Israel ausgeübt werden, um solche Leute freizupressen.

Mal ein bißchen Druck auf die Palästinenser auszuüben, damit sie nicht mehr aus purem Haß jüdische Israelis ermorden, wäre mal ein ganz neuer, frischer Ansatz.

Am Grenzzaun zum Gazastreifen August 28, 2014, 15:18

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randalieren Palästinenser und werfen Steine. Die israelische Armee feuert Warnschüsse.  Es ist der erste Zwischenfall seit der Waffenruhe.

Eigentlich ist es Sache der Hamas, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Wie absurd das klingt, nicht wahr?

Frechheit August 27, 2014, 17:10

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golanhoehen

Manchmal möchte selbst ein friedfertiger Mensch wie ich einfach nur reinschlagen. Reicht es nicht, daß der SPon sich mit Rania Salloum ein williges Propaganda-Instrument der Hamas an Bord geholt hat, die in ihren Artikeln so kontextlos klagt und barmt, daß sie vermutlich von der Hamas dafür mit einem Orden geehrt wird?

Sind die wirklich so blöd in der Redaktion?

Aus Syrien kommender Beschuß hat einen israelischen Offizier verwundet. DARAUFHIN hat die Armee zurückgeschossen.

Wirklich, der SPon ist unter aller Kritik. Absolut unter aller Kritik. Schade, daß er so viel gelesen wird, daß ich ihn nicht ignorieren kann – wenn ich mir überlege, daß so viele Menschen glauben, was dort geschrieben wird, dann wird mir bange.

Sie sind anscheinend einfach nicht imstande, irgendeine Nachricht, in der Israel vorkommt, anders zu formulieren als im Raster „Israel DROHT“, „Israel GREIFT AN“, kurz: „Israel ist TÄTER und alle andern OPFER“. Daß man im Artikel die richtige Reihenfolge erzählt, macht keinen Unterschied. Der Überschriftenknecht weiß, wie man es abzuheften hat: im dicken Ordner „israelische Aggressionen“. So daß der Leser schon beim Überfliegen weiß, wer da unten mal wieder Unruhe stiftet.

Wie gefährlich es für uns sein kann, daß Kuneitra jetzt in den Händen radikaler Islamisten ist, scheint nicht zu kümmern.

Lesen!!! August 27, 2014, 16:57

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Ruth hat einen sehr wichtigen Text übersetzt und auf ihrem Blog veröffentlicht. Je mehr Leute ihn lesen, desto besser. Ich habe heute früh schon bei Yourish Auszüge gelesen und mir gewünscht, ich könnte ihn übersetzen. Hier ist der englische Originaltext.

Die Bedeutung dieses Sommerkriegs liegt meiner Meinung nach nicht im Krieg selber. Sie liegt vielmehr darin, wie dieser Krieg im Ausland beschrieben und wie auf ihn reagiert wurde, und wie dadurch alte, verquere Denkmuster wieder auflebten und von den Rändern in die Mitte des westlichen Diskurses wanderten – nämlich eine feindselige Obsession mit Juden.

Den Schlüssel für das Verständnis dieses Wiederauflebens kann nicht bei den Verantwortlichen der Jihad-Webseiten gefunden werden, auch nicht bei den Verschwörungstheoretikern im Untergrund oder radikalen Aktivisten. Er wird zuerst bei den gebildeten und respektierten Leuten gefunden, die die international Nachrichtenindustrie bevölkern; anständige Leute, viele von ihnen, und einige meiner früheren Kollegen.

Die globale Manie um israelische Aktionen wird inzwischen für selbstverständlich gehalten, dabei ist sie das Resultat von Entscheidungen, die einzelne Menschen in verantwortlicher Postionen getroffen haben – in diesem Fall Journalisten und Editoren. Die Welt reagiert nicht auf das Geschehen in diesem Land, sondern auf die Beschreibung dieses Geschehens durch Nachrichtenagenturen. Die eigentümliche Natur dieser Reaktion kann man nur verstehen, wenn man sich die Praxis des Journalismus ansieht und im Besondern die ernsten Produktionsfehler, wie sie hier in Israel in diesen Beruf, meinem Beruf, auftreten.

In diesem Essay will ich versuchen, ein paar Werkzeuge zu liefern, um den Zusammenhang der Nachrichten aus Israel herzustellen. Ich habe diese Werkzeuge als Insider erworben: Von 2006 bis Ende 2011 war ich Reporter und Editor im Jerusalembüro der Associated Press, eine der beiden weltweit grössten Nachrichtenagenturen. Ich lebe seit 1995 in Israel und berichte von hier seit 1997.

Dieser Essay ist keine erschöpfenden Übersicht aller Sünden der internationalen Medien, eine konservative Polemik oder eine Verteidigung israelischer Politik. (Ich glaube an die Bedeutung der “mainstream” Medien, bin liberal [links, RB] und stehe der Politik meines Landes vielfach kritisch gegenüber.) Notwendigerweise muss ich manchmal verallgemeinern. Ich werde zunächst die zentralen Themen der Israelstory in den internationalen Medien skizzieren – eine Story, zu der es überraschend wenig Variationen bei den verschiedenen Medienabnehmern gibt und die ein konstruiertes Narrativ darstellt, das, wie schon das Wort “Story” andeutet, zum grössten Teil fiktiv ist. Dann werde ich den historischen Kontext, wie sich die Diskussion zu Israel entwickelt hat, anreissen und erklären, warum das meiner Meinung nach auch Leuten Sorgen machen sollten, die sich nicht mit jüdischen Angelegenheiten befassen. Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen.

Seht Ihr wohl? Hochinteressant. Lest den Text selbst zu Ende.

Und dann lest noch mal Claudio Casulas „So wird man Nahostokorrespondent“.

Und dann sagt mir, daß der nicht-israelische Nachrichtenkonsument umfassend, objektiv und ehrlich informiert wird und jede Art von Färbung, Unterton oder Tendenz allein in meiner Einbildung existiert. Das könnt Ihr nicht? Oh, ein paar können es bestimmt🙂

Waffenruhe? August 26, 2014, 21:44

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Seit dem Nachmittag habe ich Posten vorm Fernseher bezogen und mir Ansichten zum Waffenstillstand angehört (hatte die Augen auf dem Schal, den ich gerade häkle). Ein bißchen Zeitungen gelesen habe ich auch. Die Einschätzungen sind unterschiedlich. Sehr viele Israelis, auch in der Regierung, sind unzufrieden. Sie hätten lieber eine Bodenoffensive II gesehen, mit dem Ziel, die Hamas zu zerschlagen, abzusetzen, den Gazastreifen wieder zu übernehmen.

Meine eigene Meinung ist unmaßgeblich und noch nicht abgeschlossen. So wie das Urteil über Libanon II erst jetzt möglich ist, nachdem sich gezeigt hat, daß die Hisbollah jedes Interesse an einer weiteren Runde mit Israel auf Jahre hinaus verloren hat (wer uns beschießt, das sind palästinensische Splittergruppen), so wird es uns auch mit Zuk Eytan gehen. Libanon II hat Ruhe an der Nordgrenze gebracht, und wenn nach 14 langen Jahren des stetigen Beschusses auf den Süden jetzt ähnliche Ruhe dort einkehrt, dann war Zuk Eytan ein Erfolg.

Die „Zugeständnisse“ Israels sind keine, denn humanitäre Hilfe über die Grenze hat Israel ohnehin schon die ganze Zeit geleistet.

Die Bedingungen für den Waffenstillstand lagen schon seit Wochen auf dem Tisch. Wer sich dagegen gesträubt hat, sie anzunehmen, war Khaled Mashaal, der Hamas-Strippenzieher, der im fernen Qatar anordnet, daß Gaza weiteren israelischen Beschuß aushalten muß. Der meist sehr gut informierte Ehud Yaari jedenfalls erklärte detailgenau, wo der Riß zwischen Hamas-Qatar und Hamas-Gaza verläuft, und daß ein weiterer Riß Hamas-Gaza und einfache Leute-Gaza trennt. Die einfachen Leute hatten schon lange die Nase voll, Hamas-Gaza hätte ebenfalls schon vor einiger Zeit gern einem Waffenstillstand zugestimmt, doch Hamas-Qatar drang auf eine Fortführung. Und das, laut Yaari, auf Druck der Qataris.

Hamas-Gaza hat sich gegen Hamas-Qatar durchgesetzt. Die albernen Versuche, jetzt Siegestaumel zu inszenieren, können nicht beeindrucken – in den Trümmern stehen traumatisierte Menschen, während hysterische Politiker ins Mikrophon was von entessar und jihad kreischen. Dazu ballern sie besinnungslos in die Luft. Falls jemand dadurch ums Leben kommt – kein Problem, wird Israel auf die Rechnung gesetzt. (Angeblich schon zwei Tote bei den Siegesfeiern…)

 

Selbst wenn es ein Sieg wäre, wäre er zu teuer erkauft – und es ist keiner, sondern, wie ich hoffe, der Nagel im Sarg der Hamas. Sie hat keine Freunde mehr, keine Unterstützer. Die Ägypter kommen der Hamas kein bißchen entgegen (Grenzübergang Rafah soll geöffnet werden…) und aus der arabischen Welt schlägt ihnen ebenfalls wenig Sympathie entgegen. Iran, Türkei, Qatar – keine guten Bundesgenossen, fürchte ich. Der Westen, auch Israel, möchte Abu Mazen gestärkt sehen, und die Alleinregierung der Hamas im Gazastreifen könnte bald schon Geschichte sein. Sie hat Schlüsselfiguren und Infrastruktur eingebüßt, und sie wird der Bevölkerung nur schwer klarmachen können, daß der Bruch von elf (!) Waffenruhen wirklich zu ihrem Besten war.

Die Frage bleibt natürlich, selbst wenn die Hamas ihren Rückhalt verliert und ihre Macht – wer tritt an ihre Stelle? In der islamischen Welt gibt es viele Strömungen, und was im Moment aufsteigt, sieht aus wie die Hamas auf Steroiden. Starken Steroiden. Ich kann die Zukunft des Gazastreifens nicht optimistisch sehen.

Außerdem fragen sich alle: was passiert, wenn die nächste Rakete aus dem Gazastreifen kommt? Egal, ob von der Hamas oder einer unautorisierten Splittergruppe abgeschossen – was tun wir? Und was ist mit den Tunneln?

In den Verhandlungen nächsten Monat wird es hart auf hart gehen. Abu Mazen beabsichtigt, als good cop seine Rolle so gut zu spielen, daß internationale Daumenschrauben an Israel gelegt werden. Er möchte eine Räumung der umstrittenen Gebiete – zurück auf die Waffenstillstandslinien von 1949. Das wird nach dem schlagenden Beweis an allen Fronten, was mit Gebieten passiert, die Israel räumt, nicht mehr geschehen. Nicht in unserer Generation, so gern viele Israelis diesen Mühlstein um den Hals auch los wären. Aber wir sind in den letzten Monaten zuverlässig aus allen Gebieten beschossen worden, die wir geräumt haben, aus dem Sinai, dem Südlibanon, dem Gazastreifen und als Zugabe auch noch aus den Golanhöhen – und was von dort gekommen wäre, wenn dieser kleine Teil der Golanhöhen nicht in israelischer Hand wäre, mag man sich kaum ausmalen.

Den Nagel im Sarg dieser Ambitionen war wohl der Beschuß auf Lod und die Schließung des Flughafens. Keiner kann Israel zumuten, seinen einzigen Ein- und Ausgang zur Welt auf Gedeih und Verderb seinen bitteren Feinden auszuliefern. Das heißt – versuchen werden sie es natürlich wieder, die Schweden, Russen, Franzosen und andere Helden, die selbst keine Sekunde bereit wären, jahrzehntelangen Beschuß auszuhalten, wie ihn die Bewohner des Hula-Tals oder des Negevs ausgehalten haben.

Da wird Abu Mazen (der ja selbst nicht allzuviel Rückhalt hat) einsehen müssen, daß er sich verkalkuliert hat. Der Bund mit der Hamas war ein schwerer Fehler, und ich weiß nicht, wie einem solchen Fuchs wie Abu Mazen so ein Fehler unterlaufen konnte. Wer weiß, was für Druckmittel im April eingesetzt wurden. Und ich vermute, daß die Menschen neulich mit den Säcken auf dem Kopf, die vor Moscheen kniend erschossen wurden, zur Fatach gehörten. Viel böses Blut ist zwischen Hamas und Fatach, und die Fatach wird die Hamas nicht retten.

Die Siegesrede jedenfalls kulminierte in dem Ruf: unser Weg ist der Jihad! Ob sowas bei Euch gesendet wird, weiß ich nicht, aber wir haben es live gesehen und waren nicht überrascht. Die Hamas und ein Teil der palästinensischen Bevölkerung ist nach wie vor auf dem Weg des Jihad. Von Frieden war keine Rede, von gütlichem Abkommen. Keine Zukunftsperspektive. Auch Abu Mazen hat keine zu bieten, außer der Durchsetzung der seit Jahrzehnten wiederholten Maximalforderungen, hinter denen sich die Absicht verbirgt, den jüdischen Staat zu ersetzen.

Netanyahu jedenfalls hat seine Linie durchgesetzt, auch wenn er im Moment höchst unpopulär ist und über einige Entscheidungen noch lange diskutiert werden wird. Er hat auf die Luftwaffe gesetzt und nach dem Bruch des letzten Waffenstillstands den Druck deutlich erhöht. Das war selbst für Laien wie mich erkennbar. Die Armee hat noch aggressiver Ziele angegriffen, die als Kommandozentralen, Abschußgebiete oder Symbole der Macht der Hamas dienten, darunter auch Hochhäuser mit Einkaufszentren. Außerdem wurden schwerere Bomben eingesetzt, die mehr Schaden anrichten, auch in der Umgebung, und die tief in den Boden eindringen. Und es wurden gezielt Kommandeure der Hamas angegriffen. (Die Einschätzung hier lautet, daß Deif wahrscheinlich entweder tot oder schwer verletzt ist, und daß wir vielleicht nie die Wahrheit erfahren werden – ohne Informanten bloßzustellen, kann auch die Armee nicht mehr dazu sagen.)

Diese drei Elemente: die erhöhte Aggressivität, die schwereren Waffen und die gezielten Tötungen, haben letztendlich die Hamas im Gazastreifen davon überzeugt, daß die Bevölkerung das nicht länger aushalten kann und eine Waffenruhe dringend notwendig ist. Das ist die Einschätzung der Armee, naturgemäß, und das ist auch Netanyahus Kalkül gewesen. Die Hamas hätte eine Bodenoffensive II begrüßt und hat Israel geradezu eingeladen. Das hätte sehr hohe Verlustzahlen bedeutet – der Weg hätte durch ein Netz von Sprengfallen geführt. Die Hamas hat Gaza sorgfältig präpariert.

(Gestern war ich im Kibbuz und traf dort eine frühere Nachbarin, deren Enkel mit Secundus befreundet ist – er war dort, er ist bei der Einheit Yahalom, und das wenige, was mir die Oma erzählen konnte, hat mir gereicht – der Kampf gegen die Tunnel kann auch geführt werden, ohne Hunderte von Soldaten in Kankras Höhle zu schicken.)

Wie viele zivile Opfer der Einsatz der Luftwaffe wirklich gefordert hat, wird noch untersucht werden müssen. Jedes zivile Opfer ist eines zuviel, und wäre die Hamas keine Terror-Organisation, täte es mir auch um die nicht-zivilen Opfer leid. Aber leider hat der Kampf gegen den Terror einen schrecklichen Preis, den auch Unbeteiligte zahlen.

Ob es manchem im Gazastreifen, der sich an die Zeiten vor der Hamas erinnert, nicht leidtut, sie an die Macht gebracht zu haben? Sie dürfen es nicht sagen, nicht mal denken. Auch das tut mir leid. Wir können an all diesen Dingen nicht viel ändern. Vierzehn Jahre Beschuß – und keiner weiß, ob und wann es das wirklich gewesen ist. Und komplett sinnlos. Wie viele schöne, lebensverschönernde und lebenswichtige Dinge hätte man produzieren können, statt alle Ressourcen in Waffenbau, Tunnelbau, Propaganda zu investieren. Ein Jammer.

Also, wie es auf die Dauer weitergehen wird im Gazastreifen und mit dem Gazastreifen, weiß keiner. Wird daraus wieder ein attraktives Ziel für Touristen, mit Hotels am Strand und Fischrestaurants und Gewächshäusern voller Nelken und Erdbeeren? Oder wird ein Vorposten der Hölle daraus, schlimmer als heute, wo IS und unendlich viele Terror-Splittergruppen sich Machtkämpfe liefern und die Bevölkerung als Geiseln halten?

Jeder weiß, was ich den Bauern, Geschäftsleuten, Hausfrauen, Schulkindern und Fischern dort wünsche. Ich wünsche ihnen aber auch die Weisheit, selbst Schritte zu tun, um sich aus den Klauen der Terroristen zu befreien – physisch, aber auch mental.

Und wir? Unser Aktionsradius ist beschränkt. Vielleicht werden die vielen obsessiven Israel-Kritiker irgendwann mal einsehen, daß Israels Feinde eben keine friedliebenden, harmlosen, gutherzigen Gesellen mit etwas hitzigem Temperament sind, sondern verblendete, manipulative, gewaltverherrlichende Anhänger eines Todeskults, in deren Lexikon weder Kompromiss noch Selbstzweifel existieren. Sie haben einen Langzeit-Plan. Vielleicht tun uns die barbarischen Taten und Worte der IS-Terroristen ja den Gefallen, die fest geschlossenen Augen des europäischen Friedensträumers einen Spalt weit zu öffnen. Mit manchen Leuten ist nicht in Frieden zu leben, egal wie gern man möchte. Über Jahre hinweg hat Barak den Beschuß aus Gaza ignoriert, hat es geholfen? Nein.

Unser Kriegsziel war weder Tod noch Verderben der Feinde noch irgendeine Eroberung oder Bezwingung. Unser einziges Kriegsziel war: Ruhe und Frieden für die Bewohner der Gegend, die von Raketen aus dem Gazastreifen erreichbar ist. Ist das ein zu hohes Ziel?

Das wird sich zeigen.

(Sehr lesenswert – Ulrich Sahm bei Heplev, der immer ausgezeichnete Quellen bringt.)

Ergänzende Details August 24, 2014, 20:54

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Die Rakete gestern nacht, die aus dem Libanon, fiel in einem von Drusen bewohnten Ort. Glücklicherweise war die Familie, deren Haus getroffen wurde, nicht zuhause. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Heute nachmittag fielen  am Grenzübergang Erez wieder Mörsergranaten, diese Kurzstreckenwaffen, gegen die Iron Dome nichts ausrichtet, und der schon mehrere Israelis zum Opfer gefallen sind. Am Grenzübergang Erez warteten gerade Taxis auf palästinensische Kranke, die in israelischen Krankenhäusern behandelt werden. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter auch drei der Taxifahrer. Arabische Israelis.

Keiner kann sich sicher fühlen. Die Mörsergranaten fallen, wo sie fallen, oft ohne Vorwarnung. Auch der kleine Junge aus einem Kibbuz in der Nähe zum Gazastreifen ist von so einer Waffe getötet worden. Ja, ja, diese Feuerwerkskörper töten und verletzen. Außerdem versetzen sie Zivilisten über Jahre hinweg in Angst und Schrecken.

Ich habe den Eindruck, daß Netanyahu diesmal die Sache bis zu Ende durchfechten will und eigentlich auch nicht anders kann. Anders als vor fast zwei Jahren ist kein ägyptischer Vermittler daran interessiert, ein Abkommen zu zimmern – und nach der begrenzten Haltbarkeit des letzten wäre Israel dazu auch nicht mehr zu bewegen. So widerwillig Netanyahu sich in diese neue Runde begeben hat, so zäh zieht sich die Sache jetzt auch hin. Bei jeder Waffenruhe hatten wir eine winzige Hoffnung, daß irgendjemand bei der Hamas Vernunft annimmt, Mashaal anruft, der es sich in Qatar gutgehen läßt, und ihm verklickert, daß es so nicht weitergehen kann und sie das Feuer auf Israel einstellen. Aber das passiert natürlich nicht. So lebensmüde ist keiner. Und so geht es weiter.

Abu Mazen stellt eine politisch-diplomatische Initiative in Aussicht. Deutlicher kann er nicht zeigen, daß ihm die Linie, zu der Khaled Mashaal die Hamas drängt, nicht paßt. Auch die offene Kritik an den mörderischen Hinrichtungen paßt dazu. Das ist immerhin ermutigend – Ehud Yaari meint, es gab einen riesigen Krach, als die beiden in Qatar zusammentrafen. Yaari skizzierte auch eine der Ideen, die Abu Mazen zugeschrieben werden – eine Art internationales Mandat für den Gazastreifen. Mal gucken, ob die Idee Hand und Fuß hat.

Weder das eine noch das andere hat meiner bescheidenen Ansicht nach die prahlerisch hervorgebrachte Behauptung des Iran, eine israelische Tarnkappen-Drohne abgefangen zu haben (Ehud Yaari meinte dazu nur knapp, ihm sei  nichts von einer solchen Drohne bekannt, aber vielleicht sei  er ja nicht gut genug informiert). Immerhin haben die Iraner diesmal für ihre Geschichten kein armes Äffchen mißbraucht.

Mein Bullshitometer jedenfalls hat geschrillt, als ich diese Nachricht gehört habe. Daß deutsche Zeitungsleser das für bare Münze nehmen und vor Häme hyperventilieren, wundert mich kein bißchen. Es wird ja auch von der Tagesschau als Tatsache berichtet.

Gleichzeitig strunzen die Iraner mit ihren eigenen Wunderdrohnen. Na, wollen wir hoffen, für die Ehre der Iraner, daß es sich diesmal nicht um ein Modell aus dem Baukasten handelt… Aber gefallen hat mir der Kommentar der Iraner:

The Revolutionary Guards said of the drone incursion: „This wily act further exposed the Zionist regime’s adventurous temperament and added yet another black page to a record filled with crime and mischief.“

Abenteuerlustiges Temperament – das nehme ich doch glatt als Kompliment. Und falls sie wirklich so eine Wunderdrohne vom Himmel geholt haben… dann war es bestimmt nicht die einzige.

Sein bisher sinnfreistes Bild Juli 26, 2014, 21:11

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hat Alexander Gerst aus der ISS geschossen.

Ihr habt das anders mitgekriegt?

Derdeutsche Astronaut Alexander Gerstzeigtauf Twitter, wie der Gaza-Konflikt vom All betrachtet aussieht: Er teilte eine Satellitenaufnahme von Israel und dem Gaza-Streifen, auf dem einige helle Punkte zu sehen sind. Diese zeigen laut Gerst die Explosionen und Raketen über Israel und Gaza.

„Mein traurigstes Foto“, schreibt Gerst dazu.

Alle Welt veröffentlichte dieses Bild und die ach so trübselige Beschreibung.

Was sieht man denn eigentlich auf dem Bild?

Wenn man das Bild anguckt und Israel kennt, sieht man rechts zweifelsfrei die Bucht von Haifa. Ich habe mal ein bißchen gesucht, ob das noch jemandem außer meinem Mann aufgefallen ist (mir erst, nachdem er mich drauf aufmerksam machte). Und wurde fündig. Im Meer der Nachquatscher haben sich wohl ein paar Kluge die Mühe gemacht, den Bildausschnitt zu identifizieren.

Bitte sehr. Was da so schön blitzt und funkelt, das ist Tel Aviv bei Nacht und nicht der Gazastreifen.

Und wer immer noch glaubt, daß die weißen Punkte Raketen sind, dem zeigt die Seite mal Melbourne bei Nacht.

Tja, genau dasselbe Funkeln. Urbane Zentren sind viel zu hell erleuchtet – aber es sind nicht die bösen Israelis, die daran schuld sind (und auch die bösen Palästinenser sind es nicht).

Wie leichtgläubig sind die Menschen eigentlich???????? Die Kommentatoren brechen massenhaft in Tränen aus. Oh nein, wie schrecklich.

Jetzt fragt sich nur: hat Gerst selbst an den Quark geglaubt, den er verzapft hat, oder war es eine bewußte Täuschung, weil auch er das „Narrativ verinnerlicht“ hat?

 

 

160 tote palästinensische Kinder Juli 26, 2014, 20:37

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Wer weint um sie? Wer demonstriert für sie? Wer ist empört, verlangt Antworten, verlangt politische Konsequenzen für ihren elenden Tod?

Niemand weint für sie, niemand demonstriert für sie, niemand ist empört. Antworten und politische Konsequenzen werden nicht eingefordert.

Sie sind einfach nur tot. Sie nützen niemandem mehr. Sie sind kein politisches Kapital, mit dem man wuchern kann – es sei denn, man deklariert ihren Tod um und lastet ihn Israel an.

Denn sie sind beim Tunnelbau erstickt. Statt einer Kindheit mit Spiel und Lernen kennen sie nur die Fron unter Tage, als wären sie im London des frühen 19. Jahrhunderts geboren. Der Geldstrom, der in den Gazastreifen fließt, wird nicht etwa in gute Schulen gesteckt, sondern in das Tunnelsystem, das als Waffe gegen den Todfeind dienen soll. Gegen einen Todfeind, der diesen Kindern viel lieber helfen würde, als gegen das Ergebnis der Schufterei in den Krieg zu ziehen.

Wann kommt der Tag, an dem die palästinensischen Eltern ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen?

Und wann kommt der Tag, an dem auch die öffentliche Meinung in Europa und den USA kapiert, daß sie alle, alle Opfer der Hamas sind – die Tunnelgräber-Kinder, die Schmuggel-Kinder, die Kinder mit dem Bombengürtel und die menschlichen Schutzschilde, die für den Irrsinn der Eltern sterben.

Es ist leicht, von Israel zu fordern, daß die israelische Armee palästinensische Kinder schützen soll statt israelische. Aber wären nicht zuerst die Eltern dieser Kinder gefragt, ihren Kindern eine normale Kindheit zu ermöglichen, ohne Indoktrination und Haß und Todeskult und gefährlicher Schufterei im Dunkeln?

 

 

Ein Beispiel für sachliche und kompetente Berichterstattung: Gisela Dachs in der ZEIT.

Und ein Beispiel für sentimentale Identifikation mit den Tunnelbauern: National Geographic.

Vorbereitungen aufs Fest Juli 26, 2014, 10:39

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Y. erzählte mir gestern, daß bei den Verhören von Hamas-Leuten, die sich Israel ergeben haben, ein Plan entdeckt wurde, den man mit Fug und Recht teuflisch nennen kann: sie wollten zu Rosh HaShana, dem jüdischen Neujahrsfest, Hunderte Kämpfer durch Dutzende Tunnel schleusen und einen Massenangriff auf israelische Dörfer und Kibbuzim starten. Einen Teil der verhaßten Zionisten ermorden, einen Teil verschleppen.

Gil Yaron in der Welt:

Doch erst jetzt, eine Woche nach Beginn der Bodenoffensive, wird Israel sich der wahren Gefahr und des Ausmaßes der Tunneloperationen der Hamas bewusst: Verhöre in Gaza gefangen genommener Hamas-Aktivisten sollen einen tödlichen Plan aufgedeckt haben. Demnach planten die Islamisten zum jüdischen Neujahrsfest im September ein Massenattentat.

Hunderte Hamas-Kämpfer sollten gleichzeitig durch Tunnel ins Grenzgebiet rund um Gaza eindringen, dort sechs Ortschaften angreifen, so viele Menschen wie möglich töten und zahlreiche Zivilisten in den Landstrich verschleppen. Das teilten israelische Militärs der Webseite nrg.co.il mit.

Und wenn die ganze Welt von Israel forderte, gegen diese Tunnel nicht vorzugehen – das können wir uns nicht leisten. Diese Gefahr muß ausgeschaltet werden.

Davon gibt es offenbar mehr als erwartet. „Die Hamas hat Gaza in mehrere Abschnitte unterteilt“, erklärt der Ex-General im Gespräch mit der „Welt“. „Jeder Abschnitt wird von einem Brigadegeneral befehligt, der 400 bis 600 Kämpfer befehligt.“ Dafür erhalte er ein Budget, um seinen Bereich auf den Krieg vorzubereiten – Hinterhalte legen, Kommandobunker und Depots bauen. Doch am meisten wollten die Hamas-Kommandeure Angriffstunnel nach Israel: „Das bringt Prestige“, sagt der Offizier. Die würden jedoch nicht von Kämpfern gegraben: „Das ist ein Beruf, sogar ziemlich gut bezahlt.“ Ganze Familien lebten davon, Gaza für die Hamas zu untertunneln. Laut israelischen Schätzungen sollen die Islamisten dafür Hunderte Millionen US-Dollar ausgegeben haben.

Warum das nicht ein ähnlich großes Thema in internationalen Medien ist wie in den israelischen? Keine Ahnung…

Es ist auf jeden Fall eine echtere Bedrohung als das Risiko, daß ein Flugzeug beim Anflug auf Ben Gurion von einer Rakete getroffen wird. Die hysterischen Kommentatoren des ängstlichen SPon-Artikels jedenfalls scheinen nicht zu begreifen, daß aus dem Gazastreifen keine gezielten Anti-Aircraft-Missiles geschossen werden – die könnten aus der sog. Westbank kommen, aber die ist ja noch unter israelischer Kontrolle, wie gut! ach nein, wie gräßlich! Was aus dem Gazastreifen kommt, wird zu 90% von Iron Dome abgefangen und ist nicht speziell auf Flugzeuge ausgelegt wie die (ungenau gefeuerten) Strelas beim Angriff 2002 in Mombasa. Also wesentlich weniger Risiko als beim routinemäßigen Überfliegen vieler anderer gefährlicher Gegenden…

Das bisher Beste, Juli 26, 2014, 10:16

Posted by Lila in Bloggen, Presseschau.
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das ich bisher zu Protective Edge gelesen habe. Claudio auf Spirit of Entebbe.

 

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