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Eine Antwort auf die tränenreichen Klagen August 22, 2019, 3:12

Posted by Lila in Presseschau.
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der demokratischen US-Kongressabgeordneten Rashida Tlaib, die zwar die Erlaubnis erhielt, ihre Großmutter zu besuchen, aber dann doch davon Abstand nahm. Dann hätte sie ja unter Umständen zur Kenntnis nehmen müssen, daß ihre Großmutter in einem wohlhabenden kleinen Ort ungestört lebt, daß es inzwischen deutlich weniger Checkpoints gibt, und daß es auch keine Apartheid dort gibt, außer natürlich gegen Juden, die diverse Straßen nicht benutzen dürfen.

Nein, Tlaib hat es vorgezogen, vor laufenden Kameras eine dramatische Klage abzuziehen. Darauf hat Shoshana Bryen ihr ein paar Wahrheiten in Erinnerung gerufen. (Nicht als würde ich erwarten, daß Tlaib das wirklich liest!)

Is it insensitive to point out that international Arab wars in 1948, 1956, 1967, 1973, 1982, terror wars (so-called intifadas) in 1989 and 2001, and rocket wars in 2006, 2009, and 2014 have all been started by Arab states or Palestinian leaders against the state of Israel with the intention of destroying it?

It really is harsh to point out that after Israel acquired the West Bank territory and, in the course, defending itself from the king’s weak-mindedness, Palestinian workers were permitted to travel to and work in Israel — and still are. Some 100,000 – 110,000 Palestinians currently work in Israel and another 30,000 work in West Bank communities. Is it callous to note that those checkpoints were the result of Palestinian terrorism that ended any hope of free or casual passage?

Ich persönlich hätte es ja klüger gefunden, sowohl Ilhan Omar als auch Rashida Tlaib einfach einreisen zu lassen, statt wie andere Staaten auch von dem Recht Gebrauch zu machen, Agitatoren dieser Art auszuschließen. (Die Liste der Organisationen, mit denen die beiden sich treffen wollten, spricht Bände). So haben sie die Gelegenheit, sich zu Märtyrerinnen hochzustilisieren.

Was irgendeinen amerikanischen Wähler bewegen könnte, einer dieser beiden Figuren die Stimme zu geben, wo sie doch (ganz ähnlich wie arabische Abgeordnete in der Knesset, oh nein, Hanin Zouabi!) wesentlich besorgter um das Schicksal der Palästinenser sind als um das ihrer Wähler – ich verstehe es nicht. Im Zeitalter Trump polarisieren sich wohl auch die amerikanischen Wähler, und muslimische Frauen mit Migrationshintergrund bringen wohl gerade wie beim Scrabble volle Punktzahl. Doch so lobenswert ich es finde, daß Vertreterinnen ansonsten marginalisierter Gruppen politisches Mitspracherecht haben, so unheimlich ist mir, wofür sie es dann in Anspruch nehmen.

Daß sie dann gleichzeitig Juden vorwerfen, sie wären nicht richtig loyal, weil doppelt loyal, das ist dann wohl der Gipfel des unreflektierten Widersinns.

Ihr angekündigter Besuch hier war eine Falle, und wir sind prompt reingetappt. Obwohl das vermutlich ein Fall ist, in dem jede Entscheidung falsch gewesen wäre.

Eigentlich wollte ich dieses überflüssige Drama gar nicht erwähnen, aber ich habe den Link zu Bryens Text bei Twitter gefunden und dann war es schon geschehen!

Und wenn ich schon mal dabei bin, kann ich auch gleich einen Artikel über das Dorf verlinken, in dem Tlaibs Großmutter ein nicht ganz so elendes Dasein führt, wie ihre Enkelin uns glauben machen will.

In fact, even the World Bank said in 2014 that the village is one of the richest in the region. The poverty rate in the village stood at 7.4 % in 2014, compared to the overall rate of 21% in the Palestinian Authority.

Bigman führt dann weiter aus, was das bedeutet, Wohlstand: alle Häuser sind in Privateigentum, Familien wie die Tlaibs fahren teure Autos, alle Häuser haben Satellitenschüsseln und die meisten mehr als 4 oder 5 Schlafzimmer, sind also geräumig.

Wie im Fall von Imshins Videos aus dem Gazastreifen ist das eine Seite der Medaille. Armut existiert bestimmt auch, wenn auch nicht so kraß wie oft dargestellt (und im Vergleich mit anderen arabischen Ländern geht es der PA blendend). Aber wie dramatisch das Bedürfnis danach ist, sich die Dornenkrone des Leids aufzusetzen, zeigt dieser Clip von Corey Gil-Shuster. (Springt gleich auf 4.00 vor, Coreys Einleitung ist viel zu lang! Aber er ist eben kein Profi.)

Im Rahmen seines Ask-Projekts befragt er Leute auf der Straße. Dabei stellt er Fragen, die ihm seine Zuschauer übermittelt haben. „Wie sehr leidest du unter der Besatzung?“ lautet die Frage diesmal. Alle leiden ganz fürchterlich. Aber wie sich das konkret ausdrückt, das Leiden, das weiß keiner überzeugend zu sagen. Und wohlgenährte Menschen in Kegelbahnen oder Einkaufszentren können nun mal nicht überzeugend genug die Opferpose einnehmen. Daß sie das nicht merken, zeigt auch, für wie blöd sie Ausländer halten, die ihnen solche Fragen stellen. Sie gehen davon aus, daß ein Westler diese Märtyrerpose einfach schluckt. Wie es die meisten ja auch tun. QED im Fall Tlaib, die tatsächlich von manchen ernstgenommen wird.

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