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Wie war Abu Mazen? September 27, 2012, 22:23

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Hab ihn nicht gesehen, auch Ahmedinijad nicht, war ja Yom Kippur und wir haben einen sehr ruhigen Tag gehabt. Khaled Abu Toameh war nicht sehr begeistert.

Abendruhe September 27, 2012, 21:37

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Während ich meinen geplagten Sohn mit Fußbad und Schokolade verwöhne, suchen wir im Fernsehen nach was anderem als Bibis Schaubild. Wir finden auf dem Musiksender eine Sendung über Ethnix, stellen auf laut und freuen uns.

Tutim. Komm, wir kaufen einfach nur Erdbeeren, keine Kriegsmaschinen mehr.

Der Tag, an dem ich in Teheran das Äquivalent dazu höre, wird ein glücklicher Tag. Realis? Potentialis? Irrealis? Egal.

Hören wir noch ein bißchen Musik.

Ich hab sie alle drei hier – Primus ist ja leider weit weg.

Weil das Leben schön ist.

Grüße von Secundus September 24, 2012, 20:05

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Cookie Levanna

Schön, wenn der Junge zuhause ist. Wenn Tertia das nächste Mal hier ist, bitte ich sie auch um Musiktipps. Sie hört auch schöne Musik.

Meine Leser sind gut informiert😀

Und jetzt ein Tip von mir persönlich.

Und das hier sind „alle schicken Jungs sind bei mir“ (kol ha chatichim etzli), und guckt Euch die schicken Jungs gut an! Die waren meine Kindergartenkinder, als ich Volunteer im Kibbuz war. Ich habe sie geduscht und mit ihnen gespielt, und wie niedlich waren sie! Ich freue mich, daß sie jetzt Erfolg haben. (Das Lied heißt Bad Hair Day – ich seh ja normalerweise nicht so doof aus…)

Einerseits, andererseits September 24, 2012, 19:07

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Einerseits, das sage ich, wird ja niemand so mißverstanden wie der arme, harmlose Ahmedinijad. Schon wieder behaupten  böse Menschen, daß er Israel vernichten möchte! Das stimmt aber doch gar nicht. Alles gemeine Lügen und Übersetzungsfehler! Er möchte uns nur von der Landkarte tilgen, ausradieren, sonst nichts. Mit einem hübschen, weichen Radiergummi. Vielleicht sogar mit Erdbeerduft, wie ich als Kind einen hatte. Ach, wie niedlich war mein Radiergummi! Ich habe nie damit radiert, dafür war er viel zu schade. Ganz bestimmt geht es Ahmedinijad ähnlich.

Andererseits, und das sagt Y., muß man sich überhaupt keine Sorgen machen. Wie sollen die Iraner uns von der Landkarte löschen, wenn wir auf ihren Landkarten nicht mal existieren? Die würden uns doch gar nicht finden.

Also überhaupt kein Grund zur Sorge.

(Interessant: bei der Suche nach dieser schönen Karte bin ich auf Berichte gestoßen, daß sowohl BMW als auch Mercedes beim eifrigen Buhlen um Kunden auf ihren Karten Israel einfach unterschlagen haben… Na ja, ist schon ein paar Jahre her, und überhaupt…. solche Lappalien….)

Kleine Warnung September 24, 2012, 9:15

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für Israel-Boykotteure. Die Serie Homeland, weithin gelobt und mit Preisen bedacht, kommt aus Israel. Sie heißt im Original Chatufim.

Ich habe weder Chatufim noch Homeland gesehen, kann also nicht mitreden. Jedoch finde ich, wenn ehrlich besorgte Deutsche mit Achtsamkeit israelische Apfelsinen und Gesichtscremes boykottieren, dann soll man sie nicht in die Falle tappen lassen. Also nur nicht Homeland gucken!

 

Tilman lesen, hören, sehen September 22, 2012, 16:33

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Einfach mal durchlesen. Tilman Tarach in Rostock.

Unter Berufung auf die „besondere deutsche Verantwortung für Israel“ sei „noch selten etwas Vernünftiges gesagt worden. Haben Sie schon mal einen dieser deutschen besonders Verantwortlichen davon reden hören, gerade wir als Deutsche dürften zum palästinensischen Judenhass nicht mehr länger schweigen? Es wäre geradezu erfrischend zu hören, man sei doch nur Palästinakritiker, habe aber nichts gegen Muslime, und gerade als Deutscher müsse man schließlich die palästinensische und insgesamt arabische Politik doch wohl noch kritisieren dürfen, ohne deswegen gleich in die philosemitische Ecke gestellt zu werden.“

Und wenn er bei Euch in die Gegend kommt – hingehen. Auch wenn man seine Ansichten nicht teilt. Ich glaube, er ist souverän genug, um kritische Fragen sachlich und kompetent zu beantworten. Seine Termine findet man immer auf seinem Blog.

Danke an den Leser, der mir den Link zugeschickt hat. Ich habe Tilmans Buch schon öfter verschenkt und vermutlich auf mehrere Hühneraugen damit getreten…. aber den Schmerz nennen Homöopathen wohl die Erstverschlimmerung😀

Mein ganz persönliches Hühnchen September 22, 2012, 9:35

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möchte ich hier rupfen.

Das war im Sommer 2006:

Im Nahen Osten sterben im Konflikt zwischen Israel und Libanon/Hisbollah jeden Tag auf beiden Seiten Soldaten und unschuldige Zivilisten, darunter viele Kinder. Zerstörungen durch Feuerwaffen und Raketen erschweren das Überleben. Unzählige Menschen sind auf der Flucht oder verstecken sich voller Angst in Bunkern.

Angesichts dieser Schrecken des Krieges rufen amnesty international, Gesellschaft gegen das Vergessen und für Toleranz, Pax Christi und terres des hommes sowie engagierte Einzelpersonen in Jülich für Montag, den 7. August, um 18 Uhr auf dem Kirchplatz vor der Propsteikirche zu einer Mahnwache als Protest gegen den Krieg, für einen Waffenstillstand und eine Solidarität mit den Opfern auf beiden Seiten des Konfliktes auf.

Auch weltweit hat amnesty international zu Mahnwachen am Montag aufgerufen.

Auch wenn die Formulierung so klingt, als wäre die Mahnwache für „Opfer auf beiden Seiten“ gemeint, war die Stoßrichtung klar. Einer der Veranstalter war ein Verein gegen die israelische „Mauer“, und eine Frau gab meiner Mutter gegenüber am Telefon zu, daß die Empörung über die israelische Aggression so groß war…

Und was kann man in Richtung Frieden in Deutschland dieser Tage tun? Jede Menge.

Freitag, 21.09.2012 – 22.09.2012 Essen: Tagung „Israel und Palästina – der schwierige Weg zu Gerechtigkeit und Frieden 

Samstag, 22.09.2012 Berlin: Gespräch „Breaking the Silence“ – Diskussion begleitend zur Ausstellung im Willy Brandt Forum der SPD Zentrale Berlin

Montag, 24.09.2012 Frankfurt: Buchvorstellung und Diskussion „Breaking the Silence: Israelische Soldaten berichten von ihrem Einsatz in den besetzten Gebieten“

Freitag, 28.09.2012 Kassel: Film „Wir weigern uns Feinde zu sein – Deutsche Jugendliche am Krisenort Nahost“ 

Freitag, 28.09.2012 München: Mahnwache „Für gerechten Frieden im Nahen Osten: Ende der Besatzung – Stop the Occupation“

und so weiter und so weiter. Näheres kann man hier finden.

Was fällt daran auf? Die Opfer, über die man wohlig-selbstgerechte Empathie ergießt, sind die Palästinenser. Und die Täter? Israel. Israel. Israel. Andere Täter scheint es nicht zu geben.

Aber was passiert so in der Welt, wenn man den Kopf mal aus der Anti-Israel-Blase steckt? Och, nicht viel. Immer dasselbe.

400 Palästinenser sind bisher in Syrien ums Leben gekommen

10 Palästinenser in einem Flüchtlingslager in Damaskus ermordet

Die syrische Armee greift das Flüchtlinglager Yarmouk an, Zivilisten kommen ums Leben – und wo sind die international Friedensbewegten und Solidarischen? Die haben gerade keine Zeit. Sie müssen in Essen, München oder Berlin gegen Israel demonstrieren, diskutieren und Zeichen setzen.

Ganz schön zynisch, was? Es ist ihnen nämlich eigentlich scheißegal, ob irgendein palästinensischer Zivilist in Yarmouk lebt oder stirbt. Erst wenn man irgendwie Israel dafür verantwortlich machen kann, treibt es die braven Menschen auf die Straße mit ihren bemalten Bettlaken und ihrer gerechten Empörung.

In Jülich jedenfalls wurden bisher noch keine Mahnwachen für die armen Zivilisten, Palästinenser oder Syrer, gesichtet, die im Syrien-Konflikt ums Leben gekommen sind. Aber wenn sich Israel mal gegen den Beschuß und Terror aus dem Süden wehren sollte – dann kann man die alten Plakate ja ganz schnell wieder hervorkramen.

Mahnwache in Jülich 2006 – betroffene Gesichter beim Gedenken an die Opfer der brutalen Zionisten.

Und es ist so selbstverständlich, daß es mir nicht mal eingefallen ist: während der Terrorserien hat es selbstverständlich nie eine Mahnwache für israelische Opfer gegeben, auch für seit Jahr und Tag unter Beschuß lebende Israelis im Süden oder auch Norden nicht. (Da die Seite von AI Jülich seit drei Jahren nicht mehr erneuert wurde, wundert es nicht, daß es dort keinerlei Informationen über Syrien gibt.)

Mit gewisser Spannung September 21, 2012, 15:24

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warten wir auf weitere Nachrichten. Heute mittag gab es wieder mal Ärger im Sinai – diesmal in Richtung Israel. An einem Teil der Grenze, der noch nicht gänzlich durch einen Zaun gesichert ist, versuchten drei bewaffnete Terroristen auf israelisches Gebiet einzudringen. Eine Einheit von Caracal war dort stationiert – eine gemischte kämpfende Einheit, Männer und Frauen. Die Terroristen wurden erschossen, hatten aber vorher noch Gelegenheit, einen Sprengsatz hochgehen zu lassen.

In den Nachrichten bei Ynet fehlt ein wichtiger Satz: „keine israelischen Verwundeten“. Sofort beginnen die Gerüchte und Vermutungen. Wir wissen, daß keine Einzelheiten herausgegeben werden, bevor nicht Angehörige informiert sind. Wir wissen auch, daß vieles überhaupt niemals veröffentlicht wird.

Jetzt warten wir eben, bis weitere Nachrichten freigegeben werden. Nur ein mieses Gefühl, eine Art dumpfer Erwartung, oder Warten auf Entwarnung.

Ich habe leider sehr häufig so ein dumpfes Gefühl, daß demnächst was passiert, schiefgeht, daß was in der Luft hängt. Es ist entweder mein pessimistischer Charakter oder Ängste des zunehmenden Alters oder eingekratzte Wege meiner Nervenbahnen, weil einfach immer wieder was passiert. Man wappnet sich.

Nein, ich hab niemanden bei Caracal, aber andere Leute haben jemanden bei Caracal. Und ich finde es unendlich deprimierend, daß die Angriffe auf Israel nie aufhören. Israel hat den Sinai an Ägypten zurückgegeben. Israel hat den Gazastreifen geräumt. Es besteht kein vernünftiger Grund für diese Angriffe und Grenzverletzungen. Damit kann auch nichts erreicht werden. Es ist einfach nur brutal, destruktiv, sinnlos.

Hoffen wir, die Gerüchte sind grundlos.

Tagesschau:

Berichte über den Tod eines israelischen Soldaten wurden bislang nicht bestätigt.

Das Bild in der Tagesschau ist in Israel nicht freigegeben. Bislang.

Und da ist die Nachricht. Jetzt warten wir auf den Namen.

Woran erkennt man, September 20, 2012, 23:51

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daß ein arabischer Knesset-Abgeordneter lügt? Er bewegt die Lippen.

„The UN has to step in and do something, before this turns into the war of Gog and Magog,“ MK Talab El-Sana (United Arab List-Ta’al) warned Thursday.

The film, he said, „Is sacrilege and an abomination. It dealt a massive blow to the very soul of over a billion Muslims worldwide. This was nothing but a despicable flick intended to ignite hatred and even more Islamophobia in the West.“

El-Sana, Spaßvogel. Ohne die gewaltsamen Reaktionen der Moslems hätte kein Hähnchen nach dem Machwerk gekräht. Um „Islamophobia“ zu schüren, reicht es vollkommen aus, Bilder randalierender und mordlustiger Moslems zu sehen. Bessere Arbeit als die kann kein Film leisten.

The film’s creator, El-Sana added, „Is playing with fire. He isn’t aware of the significance of Prophet Mohammad in the Muslim identity.“

El-Sana, nichts kapiert. Die Macher des Films wußten schon, wie wichtig der Prophet ist – sonst hätten sie sich ein anderes Thema gesucht.

The Arab MK further blasted „Zionist elements“ for encouraging Islamophobia and antagonism towards Islam, to serve political interests.

„The West is responsible for demonizing Muslims and Islam,“ he stated.

Klar, die bösen Zionisten haben den Film bestimmt aus ihrem Spezial-Fonds für Propaganda finanziert. Und wieder mal kann er sich nicht vorstellen, daß keiner die Moslems dämonisieren könnte, wenn sie nicht so dämonisch entfesselt reagierten. Ein solcher Film über die Amish oder Bahai hätte niemandem zu Amish-phobia oder Bahaiophobia getrieben,

MK Ahmad Tibi (United Arab List-Ta’al) stressed that „The reaction over the film cannot be brutal or violent. Nothing justifies murder. The rules of Islam are very clear and they forbid the kind of violent outburst like we saw in Benghazi.

„Violent behavior only serves the interests of the creators of this heinous film. A moderate response or ignoring it completely is the only worthy response,“ he said.

Achmed – wo er recht hat, hat er recht. Sollte er mir etwa meine schöne Theorie kaputtmachen? Aber nein, er hat ja noch nicht zu Ende gesprochen.

However, Tibi blamed Israel for „Fostering intolerance for religious values and allowing the burning of mosques.“

Hat er wohl schon wieder vergessen, daß es nach den Brandanschlägen gegen Moscheen eine allgemeine Verdammung dieser Vorfälle gab, daß Präsident Peres persönlich hinfuhr, um seine Solidarität mit den moslemischen Bürgern auszudrücken, und daß Schuldige zur Rechenschaft gezogen werden? Hingegen kann ich mich nicht erinnern, daß nach der Schändung des Josefsgrabs oder der Verwüstungen der Synagogen im Gazastreifen irgendein arabischer Politiker das verurteilt hätte.

Die Existenz des Waqf und die religiöse Freiheit aller Religionen in Israel ist an ihm wohl spurlos vorübergegangen. Warum haben die Bahai in Israel ihr Zentrum?

Sheikh Kamal Khatib, deputy of the Northern Islamic Movement added: „We cannot demand that the Israeli government punish the Israeli filmmakers, because the government itself is responsible for the desecration of mosques and for passing racists laws.

Immer derselbe verlogene Mist. Den rassistischen Gesetzen hat der Gute wohl seine politische Karriere zu verdanken?

„It is very regrettable that millions of dollars were given in the United States to the production of a film that offends Prophet Mohammad, especially when (the US) says it wants peace with the Muslim nation. This movie proves it’s a lie.“

Millionen von Dollar, bestimmt aus Obamas Portokasse, sind in diesen oscar-reifen Film geflossen, der natürlich an allen amerikanischen Schulen zum Lehrplan gehört. Ist ein Regierungsprojekt, nicht wahr? Daß arme Pakistanis auf der Straße nicht wissen, wie in Demokratien Meinungsfreiheit funktioniert, sei ihnen nachgesehen. Aber ein israelischer Politiker, der dieselbe täglich selbst in Anspruch nimmt?

The senior cleric added that „It is an absolute disgrace that Jews, Israelis and Christians participated in this film… We had defeated and will be victorious over anyone who attempts to offend the Prophet.“

Israelis haben in dem Film mitgewirkt? Bar Rafaeli, Ayelet Zorer und Lior Ashkenazi? Und ich hab wieder nichts davon mitgekriegt.

High Arab Monitoring Committee Chairman Mohammad Zeidan leveled harsh criticism at the film as well, saying „Its only purpose is to spread corruption and incite more tension in the United States, Israel and other countries. It aimed to spark religious riots and it did.“

Ja, wie wäre es denn mal, auf eine Provokation NICHT anzuspringen? Muß man denn wie der Pavlosche Hund mit Tollwut sofort loslegen? Und garantiert haben die Macher des Films sofort an Israel gedacht.

„The United States has to prevent the screening of films that offend Muslins and Christians. If it greenlights such things it is done intentionally and in collaboration with the Israeli Mossad.

Ja ja, der Mossad, der ist ja alles gewesen, der hat Kennedy ermorden lassen, Marilyn Monroe auch, das WTC gesprengt und Wildschweine und Haie abgerichtet…

Ich sage es – die lügen, wenn sie den Mund aufmachen. Und das zu jedem Thema. Sie sitzen in der Knesset, gewählte Volksvertreter des Staats Israel, und lügen sich selbst und der Welt die Hucke voll. Pfui Teufel.

Fairerweise muß ich nun wohl auch die letzten Worte zitieren:

„It’s important that we respond to such incidents but it has to be a civilized reaction and a non-violent one.“

Und ich würde hinzufügen: vor allem ehrlich zu reagieren würde gar nicht schaden.

PS: Ebenfalls der Fairneß halber möchte ich hinzufügen, daß ich es für richtig halte, sich an ein Gericht zu wenden, wie El Sana und Kollegen es getan haben. Wohl gemerkt die Begründung für ihren Antrag, den Film für israelische Nutzer von Youtube zu sperren:

The Arab leaders said in the petition that the movie, which ridicules the Prophet Mohammed, is racist and disrespectful of Muslim beliefs, and therefore is in violation of Israeli laws.

Ganz recht. Sie kennen die israelischen Gesetze also durchaus. Trotzdem behaupten sie der Presse gegenüber genau das Gegenteil. Wenn das nicht lügnerisch und doppelzüngig ist, weiß ich nicht, was sonst.

Sie haben einen Ausbruch der Gewalt drohend heraufbeschworen, jedoch nicht dazu aufgerufen. Hoffen wir, daß es nicht zu Szenen wie in anderen Ländern kommt. Wir haben schon so genug Ärger.

Meinungsfreiheit und ihre Grenzen September 18, 2012, 19:30

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Es sagt sich leicht, daß die Moslems einen Film wie Innocence of the Muslims aushalten müssen. Ich habe den Film nicht gesehen, nur ein paar Ausschnitte, ich würde auch nicht mehr davon sehen wollen. Es sagt sich leicht, daß im Namen der Meinungsfreiheit alles gezeigt, gesagt, vorgeführt werden darf.

Wenn ich konsequent bin, dann muß ich sagen: okay, dann muß auch das Tal der Wölfe ins deutsche Kino kommen. Ein anti-israelischer, anti-jüdischer Hetzfilm, der zweifellos besser gemacht ist als der kleine Streifen gegen Mohammed, und der ein Riesenhit im arabischen Satellitenfernsehen ist. Bestimmt wird er gerade irgendwo gesendet, und während ich das schreibe, sehen auch in Deutschland Menschen diese Serie, steigern sich in eine Raserei gegen Israel, halten das für bare Münze, für Wahrheit.

Nicht alles muß gezeigt werden. Aber der Grund für ein Verbot darf nicht sein: weil sonst Juden, Moslems, Frauen, Männer, Jugendliche oder andere unterdrückte Minderheiten randalieren. Das ist kein guter Grund. Was Hetze ist, unwahr, verzerrt – dem muß man keine Bühne bieten.   Oder wenn man es tut, so wie zB dem Film Jenin, Jenin, der ebenfalls glatte Lügen erzählt, dann sollte man es mit Richtigstellungen begleiten, damit der interessierte Zuschauer begreift, wie Propaganda funktioniert, wie man einen Mythos kreiiert, ein Massaker, wo gar keines war.

Und dann kann man in eine Diskussion einsteigen, zehn Jahre nach der Operation Schutzschild, die ein Wendepunkt im Kampf gegen den Terror war (ja, tatsächlich, es gibt ihn, den Terror, und manche möchten ihn sogar bekämpfen, das ist nicht nur Propaganda, bei uns sind tatsächlich über Jahre fast täglich Busse explodiert), und über die Entscheidungen, die damals gefallen sind.

Das kann man machen, und es ist auch notwendig, sich damit auseinanderzusetzen. Aber einfach so eine tendenziöse Ansammlung von Lügen senden, unter dem Deckmäntelchen Doku? Damit Leute sich mit Popcorn hinsetzen und hinterher glauben, sie hätten ein Abbild der Wirklichkeit gesehen?

Ich weiß nicht, wie viel an dem Film über die Moslems dran ist. Eine objektive, um Wahrheit bemühte Darstellung ist es wohl nicht, eher eine Provokation. Als dokumentarisch wertvoller Historienfilm wird er ja auch nicht vermarktet.  Der Film hat schon viel Wirbel gemacht, deswegen würde ich ihn nicht wegschließen, das geht ja heutzutage sowieso nicht. Ich würde ihn zeigen, aber wie Jenin Jenin bei uns gezeigt wurde – mit anschließender Diskussion, mit Richtigstellungen, wo richtiggestellt werden muß, und mit Informationen über Fakten. Wie bei jedem historischen Thema ist es auch eine Frage des Blickwinkels – ein Film über Luther, der von der katholischen Kirche finanziert würde, wäre wohl kaum ein so herzergreifendes Spektakulum wie der mit Joseph Fiennes, dem edlen Gequälten. Bei religiösen Themen sollte man das immer besonders berücksichtigen. Ich sehe da Spielraum. Den müssen beide Seiten aushalten.

Es bringt nichts Gutes, Menschen zu verletzen – das ist kein erstrebenswertes Ziel für einen Film. Unterhalten, aufklären, Kunst machen, eine Geschichte erzählen, Bilder erfassen, mit Licht spielen, mit Musik – das machen Filme. Aber andere Religionen, Wertsysteme, Völker als Selbstzweck kränken? Finde ich persönlich ebensowenig angebracht wie in einem Gespräch mit Absicht zu kränken. Auch wenn man dann mit Häme wartet, wie der andere hochgeht und sich mit seiner Reaktion blamiert und selbst zu Fall bringt wie dereinst Zidane.

Was ist unser Ziel? Ich stimme Herzinger zu, daß der Islamismus nach Weltherrschaft strebt – er kann gar nicht anders als nicht-säkulare, missionarische Religion. Auch das Christentum strebt seinem Wesen nach nach der Weltherrschaft, aber Säkularisierung durch Aufklärung und Siegesezug der Naturwissenschaften haben ihm seit der Renaissance zunehmend das Wasser abgegraben.

Man kann darüber streiten, ob es nun der Islam an sich ist oder sein politischer Ausdruck, Islamismus eben, der nach Weltherrschaft strebt. Ich persönlich neige aus Fairness Moslems gegenüber dazu, eben nicht den ganzen Islam als politisch gefährlich zu brandmarken, sondern anzuerkennen, daß es auch im Islam Strömungen und Individuen gibt, die nicht nach Weltherrschaft, sondern Koexistenz streben, mit allen Werten, die dazu gehören – gleiches Recht für alle, kritisches Denken, Individualismus. Ich halte es für falsch, Moslems einen Dualismus aufzuzwängen, „wer nicht für den Westen ist, ist dagegen, wer Moslem ist, ist schon Islamist und kann nicht zum Westen gehören“. Es muß in unserer Welt möglich sein, Moslem zu sein UND Demokrat. Wenn jemand diese Tür zuschlägt, dann sollten nicht wir das sein, der Westen, die Demokratien.

Aber wie treten wir dann dem Islamismus entgegen? Wir müssen ihm entgegentreten. Wir müssen Profil zeigen. Wir können verlangen, daß Reaktionen auch auf einen ärgerlichen Film zivilisiert verlaufen. Wir können nicht jeder Forderung nachgeben. Wir können nicht einknicken. Ich habe nicht das geringste Verständnis für Menschen, die wegen einer Kränkung ihres religiösen Gefühls randalieren und massakrieren. Die westliche Welt kann stolz auf ihre Errungenschaften sein, und zu denen gehört der Rechtsweg. Wenn der Papst sich von geschmacklosen Karikaturen gekränkt fühlt, ruft er nicht zu Randale auf, sondern geht den Rechtsweg. Was spricht dagegen, daß Moslems es ebenso halten? Und wir müssen umißverständlich klarmachen, daß wir nicht auf Augenhöhe mit Menschen umgehen können, die sich an diese Spielregeln nicht halten. Und wenn hundertmal Zidanes Schwester beleidigt wurde – er hat trotzdem die Rote Karte zu Recht gesehen.

Es wird Zeit, den Randalierern und Hetzern deutlich die Rote Karte zu zeigen. Solange es nicht möglich ist, auf gewaltfreiem Weg gegen Kränkungen zu protestieren, solange Salman Rushdie oder Knut Westergaard bedroht werden, solange die islamische Welt prompt, blind und massenhaft in rauschhafte Zustände der Gewalt verfällt, sobald ein religiöser Führer den Pfeifton gibt – so lange haben wir die Pflicht, auf unseren Werten deutlichst zu bestehen. Sie sind nicht selbstverständlich. Nicht jeder will so wie ich und du, was alle wollen – Frieden, Demokratie und Toleranz. Nein, es gibt viele Leute, denen sind Kampf, Diktatur und die Verfolgung Andersdenkender lieber. Und diese Menschen sind nicht meine Freunde, denen ich mit Nachgeben einen Gefallen tue. Diese Illusion ist tödlich.

Es wäre auch, das nur am Rande, wirklich herzwärmend, wenn sich im Westen langsam mal die Einsicht durchsetzte, daß vieles von den „spontanen Protesten“ gegen Israel genauso herleiten läßt wie die spontane Empörung gegen Lappalien wie ein Filmchen auf Youtube. Die lächerliche Hörigkeit, mit der viele Europäer immer noch glauben, daß die Intifada II als spontane Reaktion auf einen Besuch Sharons auf dem Tempelberg ausgebrochen ist, hat mich schon oft zur Verzweiflung gebracht. Nicht, als ob die Palästinenser keinen Grund hätten, sich über Israel zu beschweren. Je länger Israel ziemlich allein und ziemlich verzweifelt gegen palästinensischen Terror kämpfen muß, desto härter werden israelische Rekationen. Aber eine erfundene Provokation dient genauso gut wie eine echte Kränkung zu einer Entfesselung des Zorns.

Die grenzenlose, berauschte, irrationale, unaufhaltsame Wut, mit der Palästinenser gegen Israel wüten, israelische Reservisten buchstäblich in Stücke reißen, auf  Babies schießen und den Mord von Schulkindern mit Lululu-Rufen und Süßigkeiten feiern – sie speisen sich aus denselben irrationalen und ja, barbarischen Untiefen, aus denen sich auch der Zorn auf vermeintliche Kränkungen wie Karikaturen oder vollkommen unwichtige Filmchen speisen. Es ist alles nur ein Vorwand, um das Ausmaß der eigenen Aggression zu zeigen und sich wiederum daran zu berauschen.

Daß viele Europäer aus der Größe der Wut schließen, daß auch der Anlaß ein riesiger war, ist eine optische Illusion, die man nach diesen vielen Lappalien wie Filmchen und Karikaturen wohl zu Grabe tragen kann. Keine Proportion zwischen Anlaß und Zornesausbruch. Das können wir bei dieser Gelegenheit lernen und sollten es lernen.

Wir sind, wie mein Mann schon vor fast 25 Jahren bemerkte, nur die erste Bastion, die diese Aggression zu spüren bekommt. Heute spürt man sie auch in Europa. Die Europäer wollen nicht wie Israel reagieren – mit Härte. Auch Obama will das nicht. Seine Kairoer Rede war ein schönes, eloquentes, idealistisches Beispiel dafür, wie man sich selbst enteiert (tschuldigung, das Wort hab ich von meinem Bruder gelernt und hab keine Ahnung, was es bedeutet!), in der Hoffnung, den anderen zu entwaffnen – während der darin nur ein verächtliches Zeichen der Schwäche sieht. Und wer sich einmal selbst geschwächt hat, der wird dafür bestraft. Internationale Beziehungen sind keine Ehe oder Liebesbeziehung, in der Schwäche liebenswert ist und Beschützerinstinkte wachruft.

Ich nehme an, Obama hat das inzwischen eingesehen. Vermutlich mit Bedauern. Das Bedauern teile ich. Es wäre schöner, wenn die Welt nicht so wäre. Es wäre viel schöner, wenn man das alles so lösen könnte wie der Papst mit der Titanic. Der eine provoziert, der andere reagiert maßvoll und gewaltfrei, alle halten sich an die Spielregeln. Der Tag, an dem die islamische Welt so reagiert, wird ein glücklicher Tag. Erleben werde ich ihn nicht mehr.

Bis dahin: wir bestehen auf den Spielregeln. Es sind die bitter erkämpften Errungenschaften der westlichen Welt, die wir nicht aufgeben. Keine Ausnahmen, keine Nachsicht, keine Extrawürste. Wer mit uns spielen möchte, wer mit in Gremien sitzen, Fußball-WMs ausrichten, Konferenzen leiten, politischen Einfluß ausüben möchte – der sollte dafür sorgen, daß seine Bevölkerung endlich vom 7. Jahrhundert ins 21. findet. Der Status als edle Wilde oder Madjnun der Welt ist kein ehrenvoller. Ich würde der islamischen Welt gönnen, daß sie ihn ablegt.

Es tut mir wieder einmal leid, daß ich mich nicht kurz fassen kann. Ich bewundere Menschen, die das können. Mir ist es leider nicht gegeben. Und: mir fehlt eine Blog-Kategorie „Grundsätzliches“:-)

PS: Jetzt erst gesehen: Uli Sahm zu einem verwandten Thema.

Eine Kleinigkeit September 18, 2012, 18:08

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Ich fahre in letzter Zeit ziemlich viel Bahn in Richtung Süden. Dabei fällt mir alles mögliche auf, unter anderem, daß die Bahn meistens knüppelvoll ist mit Soldaten, die auf ihren Taschen liegen und schlafen, in der Ecke hängen und schlafen, oder mit dem Kopf auf den Tischchen liegen und schlafen. Aber das sind nicht die einzigen Uniformierten, die den Zug bevölkern. Er ist immer voll mit riesigen Gruppen von Justizvollzugsbeamten. Mindestens so viele wie Soldaten – und mitten in der Woche sogar oft mehr.

Sie tragen in Israel eine blaue Uniform, und wo ich aussteige, da sehe ich tatsächlich nur Blau um mich herum. Und fast alle sind Araber. Ich weiß nicht mal, warum mir das auffällt – aber es sind weitaus mehr, als ich erwartet hätte. Da sie meist Namensschilder tragen, reicht ein Blick, um zu kontrollieren, ob ich mich nicht geirrt habe. Außerdem unterhalten sie sich auf Arabisch.

Der Israeli Prison Service (sherut batey sohar – kurz Shabass genannt) würde ohne arabische Mitarbeiter wohl zusammenbrechen. Viele davon haben, sowie ich das erkennen kann, hohe Ränge. Ich nehme an, es ist nur eine Frage der Zeit, wann zum ersten Mal ein Israeli mit Namen Mahmoud oder Mustafa den Shabass leitet. Ich wüßte zu gern, ob es im Gefängnisalltag eine Rolle spielt, ob Gefangener oder Bewacher Angehöriger der jüdischen Mehrheit oder einer der Minderheiten ist (drusisch, moslemisch, christlich…).

Jedenfalls gehen sehr viele israelische Araber jeden Tag mit einem magen david auf der Schulter zur Arbeit. Und ein wichtiger Teil der Sicherheit Israels liegt in den Händen arabischer Bürger. Das ist doch ermutigend.

Nur so am nach am denken… September 18, 2012, 17:58

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… wenn Mitt Romney gesagt hätte, Israel wäre nicht an Frieden interessiert. Dann hieße es wohl, ein mutiger Mann, der ausspricht, was niemand sonst zu sagen wagt. Aber er tippt die Palästinenser an? Öm Joddes welle! Er lästert, er wettert…

Nö, ich bin kein Romney-Fan. Auch kein Obama-Fan. Mir wäre vermutlich Jill Stein lieber, oder überhaupt jemand anders. Mir ist diese ganze amerikanische Art und Weise, einen Präsidenten nach seiner Eloquenz, dem Aussehen seiner Frau, der Wohlerzogenheit seiner Kinder und der Potenz seiner Brieftasche bzw seines Schnorr-Apparats zu wählen, sehr unheimlich und ich glaube nicht, daß mit diesem System die besten Leute nach oben kommen. Aalglatte Schwätzer, ja. Aber gute, intelligente, integre Leute?

Aber die einstimmige Empörung ringt mir doch ein Kopfschütteln ab.

Wo, liebe Empörer, ist denn auch nur ein einziger konkreter Beweis für ein Entgegenkommen der Palästinenser? Selbst meine linken Freunde, die linksten der Linken, sind desillusioniert und sehen widerwillig ein, daß die Palästinenser eben KEINE Zweistaatenlösung wollen. Nicht als ob Israels Regierung in den letzten Jahren besonders kompromißbereit gewesen wäre – Netanyahu hat wesentlich weniger Lust als Olmert, sich vorführen zu lassen. Und nachdem Olmerts und Livnis Angebote abgelehnt wurden – was hätte Bibi noch anbieten können?

Nein, ich bin auch kein Fan von denen, weder Bibi noch Olmert noch auch Livni finde ich vielversprechend, ich bin überhaupt vermutlich mißmutig und enttäuscht. Aber Israel hat schon ein paar Jahre lang, Jahrzehnte lang, versucht, den palästinensischen Mühlstein abzuwerfen. Oslo – die Rückkehr Arafats – die Autonomiebehörde – Räumung von Gebieten, Checkpoints, später die Räumung Gazas – mir fällt schon allerlei ein, was Israel konkret getan hat. Die Palästinenser? Die hab ich nur fordern, fordern, fordern gehört. Dies war nicht genug, jenes inakzeptabel, ein drittes nicht mal ein Anfang. Sie wollen alles oder nichts.

Verflixt noch mal, spinne ich? Hat es wirklich so viele konkrete Kompromißangebote der Palästinenser gegeben, so viele eingehaltene Versprechen, daß Romneys Ausspruch tatsächlich lächerlich ist? Haben sie den Terror unterbunden? die Propaganda gegen Israel eignestellt? Oh, unterschrieben haben sie schon, daß sie das tun werden. Aber hat der Terror aufgehört? Nur weil die Armee durchgegriffen hat und das noch immer tut – auf Kosten der seelischen Gesundheit unserer Soldaten, mal ganz brutal gesagt. Ansonsten würden hier die Bomben hochgehen wie eh und je, der Terror ist keineswegs weniger angriffslustig. Und die Propagandamaschine läuft lustig weiter.

Daß es Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet gibt, und auch mit Teilen des Sicherheitsapparats der Autonomiebehörde, sei ausdrücklich und dankbar anerkannt. Das ist so ziemlich das einzige, was einen überhaupt noch halbwegs heiter stimmen kann – daß es doch vernünftige Leute auf der anderen Seite gibt. Und wie gesagt – Bibis Politik des fröhlichen Siedlugnsbaus halte ich auch nicht für besonders vernünftig, weder, wenn man damit rechnet, alles räumen zu müssen, noch, wenn man davon ausgeht, alles  besetzt zu halten. Damit auch meine Kindeskinder noch in Uniform durch Hebron patrouillieren müssen, einerseits beschimpft von Siedlern, andererseits verflucht von Palästinensern. Und ich sehe in Netanyahus Politik nur mehr Streß für die, die in Jahren oder Jahrzehnten dann eben doch die Räumung durchziehen müssen.

Aber ich finde, es hat auf israelischer Seite über Jahre und Jahrzehnte hinweg eine wachsende Bereitschaft gegeben, eine Zweistaatenlösung friedlich und einverständlich umzusetzen – erst in den letzten Jahren ist dieser Bereitschaft die Luft ausgegangen, man richtet sich mehr oder weniger stöhnend in der Realität ein. Verwaltet, was man allein nicht verändern kann.

Und wenn man die Politik der Palästinenser ansieht, drängt sich doch geradezu auf, daß sie eine EINstaatenlösung wollen, nichts anderes.

Wer handfeste Beweise für anderes hat, her damit. Ein bißchen Aufheiterung täte mir gut.

Romney UNTERSTELLT den Palästinensern Friedensunwilligkeit? Was sagt er anderes, als die Palästinenser selbst immer wieder sagen?

Und wohlgemerkt – ich fange gar nicht erst an, Hamas-Zitate zum Thema zu suchen. Allein schon der „moderate“ Abu Mazen reicht mir.

Also, Romney mag ein Idiot sein, und die momentane israelische Regierung ist bestimmt deutlich weniger zu Zugeständnissen bereit als die vorige – aber wo bitte manifestiert sich der Friedenswille der Palästinenser?

Frohes Neues Jahr September 16, 2012, 11:48

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Ja, jetzt fangen die Rosh-haShana-Feiertage an, heute ist erev chag (der Vorabend des Festes – heute abend geht´s also los), und dann zwei Feiertage, dann die „Zwischenwoche“ (chol ha moed), dann wieder Feiertage… und eigentlich haben wir jetzt einen Monat lang einen Feiertag nach dem anderen. Sehr verwirrend. Das Leben wird auf die Zeit „nach den Feiertagen“ verschoben. Ich erinnere mich, bei Kishon davon gelesen zu haben, aber erst seit ich hier lebe, begreife ich, daß Kishon kein bißchen übertrieben hat. Arzttermin? Nach den Feiertagen. Eine Bestellung? Nach den Feiertagen. In Ruhe telefonieren? Nach den Feiertagen.

Tertia ist für ein paar Tage zu Haus, während Secundus heute schon in aller Frühe wieder zurück mußte nach Hebron. Er ist noch wortkarger geworden, seit er dort dient – bis Januar, ich weiß nicht, wie wir die Zeit rumkriegen. Danach wohl wieder auf den Golanhöhen, die ja ein Idyll sind, damit verglichen, trotz der latenten Gefahr aus Syrien.

Nun, die Mädchen haben Y. und mich heute früh mit einem großen Frühstück überrascht. Tertia hat „gebratenes Brot“ gemacht, lechem metugan, das ist sehr, sehr lecker.  In Deutschland kennt man ja Armen Ritter als süß servierte Möglichkeit, altbackenes Brot noch zu verwenden – meine Mutter zum Beispiel ekelt sich geradezu davor und würde es nie machen oder essen. Sie erinnert sich aus ihrer Kindheit an die vielen Möglichkeiten, olles Brot irgendwie weiterzuverwerten, und das gehört für sie in die Küche des 19. Jahrhunderts, wie Biersuppe und Brotsuppe.

Erst im Kindergarten im Kibbuz habe ich gelernt, daß man am Sonntag das  übriggebliebene, also keineswegs altbackene Shabatbrot dazu verwendet, und das Ganze salzig ißt – also mit Quark oder Hüttenkäse und Salat. Dem bekannten salat katzutz – also Gurke, Tomate, Paprika, Oliven alle klitzeklein geschnitten, dazu Zitronensaft, Olivenöl, Salz und ein bißchen Sumak.

Den Salat hat Quarta gemacht, eine riesige Schüssel voll. Und dann haben wir reingeschlagen.  Hmmm, war das lecker. Die Mädchen haben das so heimlich gemacht, daß wir gar nichts mitbekommen haben.

Wie man lechem metugan macht?  Eier und ein bißchen Milch verrühren, salzig würzen, Brotscheiben rein (am besten mit gutem Weißbrot), in der Pfanne ausbraten. Das ist alles. Den Salat und Quark oder Hüttenkäse dazu reichen, und schon hat man ein typisch israelisches Frühstück.

Danke, meine Mädchen, das war eine schöne kleine Runde heute früh.

Streßfaktoren September 10, 2012, 20:55

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So war das heute. Wie jeden Tag sitze ich bei der Arbeit, über den Computer gebeugt. Immer habe ich ein Fenster offen, wo ich Ynet breaking news kontrollieren kann – was ist los auf der Welt? Sobald ich das Wort Hebron lese, kriege ich einen kleinen unangenehmen Schock, denn Nachrichten aus Hebron sind nie angenehm.

Heute früh also lese ich:

Palestinians hurled firebombs at IDF forces stationed near the Hashoter Checkpoint in the Jewish settlement in Hebron. The soldiers returned fire and seriously wounded one of the Palestinians.

The injured Palestinian was treated at the scene by the soldiers and later evacuated to a hospital in Jerusalem.

Molotov-Cocktail auf einen Checkpoint geschleudert? Secundus schiebt keine Wache mehr an Checkpoints, aber er ist vermutlich beim medizinischen Team dabeigewesen. Wären Soldaten verwundet, würde das im Text angedeutet – bis die Familien informiert sind, geht keine Information raus, normalerweise. Ist der verwundete Palästinenser tödlich verletzt? In meinem Kopf gehen mehrere ungute Szenarien rund, aber ich greife schon nach dem Telefon.

Der Junge antwortet natürlich nicht. Hat nichts zu bedeuten, sage ich mir, er kann ja nicht immer antworten, gestern habe ich ihn gestört, als er gerade eine wichtige Kontrolle durch einen Sanitätsoffizier hatte. Ich atme tief durch und arbeite weiter.

Fünf, zehn Minuten später klingelt mein Telefon. Es ist Secundus. Ich verstehe ihn kaum, um ihn herum ist Lärm, aber er klingt okay. Ich frage ihn, was er über den Vorfall in Hebron weiß. „Och“, meint er, „das weißt du schon? Ja, da war ich dabei, da haben sie uns natürlich gerufen, und ich war der verantwortliche Sanitäter. Der Palästinenser ist nicht nicht tödlich verletzt, nein, wir haben uns um ihn gekümmert, und er hat einen Schuß ins Bein bekommen, und er wird wieder gesund werden.“  Keinem Soldaten ist was passiert.

Gut, sage ich, aber nicht viel mehr. Er muß weitermachen, ich auch.

Ein paar Minuten später ruft er mich noch mal an, und ich höre ihn durchs Telefon ein winziges bißchen grinsen. „Guck doch mal auf Walla, Mama, da siehst du mich.“

 

Da rechts, das ist er. Er organisiert gerade den Transport des verletzten Palästinensers ins Krankenhaus. Wie er es gelernt hat in seinem letzten Kurs als menahel irua, Einsatzleiter.  Ich zeige den Kollegen das Bild. Die gucken sich das an und einer meint, „tja, dein Sohn ist erwachsen, und er tut seine Arbeit“. Hm, ist wohl wahr. Wenn er schon in Hebron sein muß, dann ist mir schon am liebsten, er tut diese Art Arbeit.

Sie sind da… September 7, 2012, 10:49

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… meine Kinder, wenn auch Primus weit weg ist. Immerhin hört Secundus wieder Ethnix und Tertia sucht im ganzen Haus nach Lesestoff und es riecht gut nach den Maracujas aus Nachbars Garten, die die Mädchen pflücken dürfen und so gern essen… und auf jedem Bett sitzt eine zufriedene Katze: Mini bei ihrer geliebten Tertia, Luzifer bei Secundus (er sucht immer nach Primus, an dem er besonders hängt) und der pummelige Leo ist immer an Quartas Seite.

Ich hatte eine miese Woche, zu viel Arbeit, zu viel Schnupfen, Sorgen aller Arten, aber jetzt ist alles besser.

Ethnix September 1, 2012, 17:12

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Ethnix, hi lo tashuv (sie kommt nicht wieder)

Ethnix, yesh elohim (es gibt einen Gott)

Im Moment hört Secundus gerade ziemlich viel von dieser Band, da dachte ich, ich häng mich einfach mal dran. Dann hab ich das Gefühl, er ist zuhause, obwohl er erst hm, weiß auch nicht wann wiederkommt.

Dieses Lied paßt zum Thema – Mahar ani babayit, morgen bin ich zuhause, auf einem Ethnix-Konzert für Soldaten aufgenommen. „Morgen bin ich zuhause, es reicht mir, die Welt zu retten in einem Land des Streits…“ Das hätte durchaus in meine Sammlung israelischer Kriegslieder gepaßt, die allesamt davon handeln, daß der Frieden einem lieber wäre als Heldentum… und daß es zuhause doch am besten ist. Das sag ich ja auch immer.

Die Tanten September 1, 2012, 16:03

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Miznon le-chayalim be-ahava – Imbiß für Soldaten mit Liebe. Solche Kioske gibt es überall in Israel, an Bushaltestellen und Bahnhöfen, überall da, wo Soldaten und Soldatinnen Station machen. Die Soldaten nennen diese Kioske „ha dodot“, die Tanten, weil dort ältere Frauen als Freiwillige arbeiten. Bei den Tanten gibt es Milchshake, Getränke, Kuchen und Sandwiches umsonst, im Winter auch Suppe. Die Tanten leben von Spenden. Eine hebräische Beschreibung findet sich hier, Google Translate hilft beim Entziffern. Unten sind auch Bilder von zwei solcher Tanten.

Alle Soldaten freuen sich, wenn sie die Tanten sehen. Die Tanten sind auch nett zu den Soldaten, lernen schon bald ihre Namen kennen. Y. erinnert sich mit großer Rührung an eine besonders nette doda in Bet Lid, einer Kreuzung, an der er unzählige Male bei den Tanten einkehrte. Als der entsetzliche Anschlag 1995 stattfand, kam er extra zu mir auf die Arbeit, um mir davon zu erzählen – er war grau im Gesicht und wiederholte immer wieder, er hofft,  der doda ist nichts passiert. Sie ist davongekommen.

Auch meine Kinder stehen bei den Tanten in der Schlange und freuen sich über ein kühles Getränk, ein freundliches Wort und das Gefühl, nicht allein zu stehen. Es ist nicht einfach, israelischer Soldat zu sein, Buhmann der Welt, wenn man eigentlich lieber mit seinen Altersgenossen studieren, verreisen oder auf Konzerte gehen würde. Es ist nicht einfach, die körperliche und seelische Anstrengung drei bzw zwei Jahre lang durchzuhalten, nachdem man vorher mit viel Liebe, Freiheit und Geborgenheit großgezogen worden ist. Die israelische Gesellschaf ist ja sehr kind-zentriert.

Der Übergang vom Kind zum Soldaten ist abrupt. Die Tanten helfen dabei, diesen Übergang zu lindern und die Soldaten daran zu erinnern, daß sich jemand um sie kümmert, auch wenn es ja eigentlich die Soldaten sind, die uns beschützen. Bei den Tanten haben sie eine Anlaufstelle.

Wer Lust hat, vor den Feiertagen einen Soldaten etwas zu verwöhnen und selbst doda zu spielen, kann das hier tun.

Und noch ein Schild September 1, 2012, 15:32

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No tremp heißt eine Aktion, die Soldaten vom Trampen abhalten soll. Im Moment hängen diese Plakate in vielen Eisenbahnen in Israel.

Das Lachen über die Schreibung von tremp bleibt einem aber im Halse stecken. Leider ist es bittere Realität, daß Terrororganisationen mit dem Kidnappen von Soldaten drohen, und das Schicksal von Nachschon Wachsmann und auch von Gilad Shalit ist zu bekannt, um die Warnung als leere Drohung abzutun. Andererseits ist mir unbehaglich bei der Darstellung von Arabern als gesichtslose Angstkulisse. Im Zug fahren auch sehr viele Araber, besonders auf meiner Linie, zwischen Lod und Akko. Ob die diese Darstellung so toll finden?

Ich kann mir auch nicht vorstellen, was die Shalit, die ich ja in der Eisenbahn schon gesehen habe, beim Ansehen eines solchen Plakats empfinden. Bestimmt kriegen sie erstmal zuviel und alles kommt wieder hoch.

Eine sehr drastische Darstellung. Und mit Spellcheck wäre sie noch ein Stück eindrucksvoller.

Haustier mit fünf Buchstaben September 1, 2012, 8:52

Posted by Lila in Krabbeltiere, Uncategorized.
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Unser Schlafzimmer ist im oberen Stockwerk, über unseren Köpfen ist ein großes Fenster, dann eine leichte Schräge, dann eine gerade Decke. Die Decke ist eine abgehängte Gipsdecke, darüber ist das Ziegeldach. Der Zwischenraum ist nicht als Speicher zu gebrauchen, denn er ist niedrig, aber dort steht noch eine alte, jetzt nicht mehr benutzte zentrale Klimaanlage. Die Decke weist mehrere Lüftungsgitter auf, die zu dieser alten Angage gehören, und die wir eigentlich irgendwann mal schließen wollen. Ich nehme an, daß dieser Speicher Zufluchtsort für die fetten Spinnen ist, die unser häusliches Leben bereichern.

Ich höre schon seit Wochen Trippelschritte und kratzende Geräusche von der Decke über uns. Jedesmal, wenn ich meinem Mann, diesem Tonmeister feinsten Gehörs, davon berichte, sagt er: hm, nichts gehört, das bildest du dir vielleicht ein. Nachdem auch die Mädchen ihm berichteten, daß es da oben raschelt und kratzt, meinte er: das sind bestimmt Nachbars Tauben, die auf den Ziegeln sitzen, und weil die doch so nah an der Gipsdecke sind, hört sich das dann so an, als wäre es direkt über euch.

Vor ein paar Nächten wurde es aber richtig laut. Zu dem Scharren und Trippeln kam jetzt noch ein eindeutiges Quieken und Pfeifen. Ich weckte Y. und zeigte nur stumm auf die Decke. Er brummte was von Tauben und schlief wieder ein. Ich schlief in der Nacht nicht so gut, weil ich erwartete, daß mir durch die Lüftungklappe zu unseren Häupten jederzeit eine fette, graue Ratte entgegenkäme.

Nun, das geschah nicht, aber der nächtliche Spektakel hatte mir gereicht, und Y., obwohl nach wie vor nicht überzeugt, sah ein, daß der eheliche Frieden nur durch Entgegenkommen zu retten war. Er fuhr in Kfar Yasif vorbei, bei dem treuen Eisenwarenhändler, wo er sämtliche Werkzeuge, Trittleitern, Kabel, Bewässerungsschläuche und sonstigen Notwendigkeiten des Alltags einkauft. Ich wandte die Augen ab, als er eine Rattenfalle ins Haus trug und sie auf dem Speicher aufstellte. Dort waren keine Spuren von Rattenbefall zu sehen, weder Köttel noch angefressene Leitungen. Er lächelte nachsichtig und meinte, jetzt könnte ich ja beruhigt schlafen, denn obwohl er nicht daran glaubt, daß wir Ratten haben, die Falle steht auf jeden Fall.

Es dauerte keine 24 Stunden, da stand er mit verblüfftem Gesicht vor mir. In der Falle sprang eine hübsche, schlanke, braune Ratte aufgeregt hin und her. Quarta war entzückt von ihr und bettelte darum, sie als Haustier halten zu dürfen. Schließlich überzeugten wir sie, daß ein Haushalt mit drei Katzen kein Ort für eine freiheitsgewohnte Ratte ist, und sie fuhr mit Y. bis hinter Goren, um die Ratte im Naturpark auszusetzen.

Wir nehmen an, daß die Ratte nicht dauerhaft bei uns gelebt hat, sondern daß sie über den Ombu-Baum, der das Dach längst wieder berührt und überragt, hochgeklettert ist und sich unter den Ziegeln durchgequetscht hat. Seitdem ist jedenfalls Ruhe, sie hat weder Nest noch nähere Angehörige zurückgelassen. Und wenn sie wiederkommt? Dann geben wir ihr einen Namen und einen Futternapf, denn dann hat sie sich den Aufenthalt bei uns redlich verdient.

Als Zugabe: die zweite Ratte, die wir gerade gefangen haben.

Nicht so hübsch wie die erste, deswegen ein Stück entfernt von ihr ausgesetzt.

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