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Dan Shapiro Februar 15, 2017, 18:52

Posted by Lila in Presseschau, Uncategorized.
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war amerikanischer Botschafter unter Obama, also bis vor kurzem. Seit er nicht mehr offiziell sein muß, twittert er seine Meinung, die man nicht anders als fundiert nennen kann. Soeben hat er eine interessante Kette von Tweets zum Thema Zweistaatenlösung (2SS) losgelassen.

Nota bene: das von mir oft erwähnte, von deutschen Tagesschau-Gläubigen ebensooft bezweifelte oder übergangene Olmertsche Angebot – einer der Knackpunkte für einfache Leute wie mich.

Doch Shapiro weiß natürlich auch, wie es weiterging.

Nota bene, Tagesschau und andere Einäugige (no disrespect to real Einäugige of course) – nicht die USA und die Palästinenser waren es, die diese Lösung wollten, sondern die USA und Israel.

Ich persönlich glaube nicht, daß es sinnvoll wäre, die ganze Diskussion bei Adam und Eva wieder anzufangen. Eine Einstaatenlösung wirft unendlich viele neue Probleme auf – z.B. den Gazastreifen, die demographische Frage, innere Sicherheit… ein Faß ohne Boden.

Als Fernziel ist eine faire Zweistaatenlösung meiner unmaßgeblichen Meinung nach die beste Formel. Ich möchte, daß wir uns von den Palästinensern trennen, scheiden lassen, so daß sie uns nicht mehr verletzen können (wir sie natürlich auch nicht, aber daran hatten wir nie Interesse, wir schicken ja auch unsere Schulkinder nicht mit Messern, Araber abstechen). Und wie bereits gesagt – damit wir nach der Trennung ein neues, neutrales Verhältnis finden können. Zum Besten aller.

Ich möchte nicht noch meine Urenkel mit der Waffe durch Hebron trotten sehen. Allerdings befürworte ich auch keine ethnischen Reinigungen von Juden. Die Juden sind schon aus so vielen Orten vertrieben worden, warum auch aus ihrer ältesten Heimat, die so eng mit ihrer Überlieferung verknüpft ist? Sie sind von den Jordaniern daraus vertrieben worden nach 1948, und ich würde diese Vertreibung nicht wiederholt sehen wollen.

Aber ich würde für ein Modell Südholstein plädieren – so wie wir die Rechte der arabischen Mitbürger schützen, so sollte ein Staat Palästina die Rechte jüdischer Minderheiten garantieren.

Daß diese Selbstverständlichkeit von so vielen Deutschen, die sich als Demokraten empfinden, für unmöglich und unzumutbar erklärt wird, zeigt nur, wie gutgläubig sie sind – denn es gibt kein Argument dagegen außer einer heftigen Weigerung der Palästinenser. Und das reicht ja wohl nicht.

Ein nicht-demokratischer Staat Palästina sollte allerdings nicht errichtet werden, wir haben schon genügend Terrorstaaten, instabil und gefährlich. Aber ein demokratischer kann gar nicht anders als sowohl Minderheiten aufzunehmen und willkommen zu heißen als auch palästinensische Flüchtlinge aus anderen Ländern wie dem Libanon (was sie ja bisher verweigern). Ohne diese demokratische Offenheit für andere Religionen und Ethnien hat er keine Existenzberechtigung.

Aber wenn die Palästinenser es je schaffen werden, diesen demokratischen und offenen Staat auf die Beine zu stellen, der mit uns kooperiert und wirklich einen Schlußstrich zieht – dann wäre ich dafür, sie dabei zu unterstützen. Es spricht auch nichts dagegen, daß der andere Erbe des Palästina-Mandats der Briten, Jordanien, ein paar Quadratkilometer dazugibt, sie haben schließlich den bei weitem größten Brocken des Mandatsgebiets erhalten und haben Interesse daran, daß die Gegend stabil bleibt.

Niemand außer mir hat diese Idee je ins Spiel gebracht, und ich frage mich schon seit Jahr und Tag, warum eigentlich nicht? Jordanien und Israel sind die Erben des Mandats, das Palästinenserproblem ist unser gemeinsames, warum nicht es gemeinsam lösen?

Wenn Trump dazu Hilfestellung leistet, mit seiner Idee einer Nahost-Föderation, dann wäre ich positiv von ihm überrascht.

Und dann hätte Trump schon mal nicht umsonst gelebt.

So, ich siedle gleich mit meinem Ingwer-Zitronen-Getränk auf die Couch über und lasse mich überraschen.

 

 

Kommentare»

1. Ekkehard Schroeder - Februar 15, 2017, 22:20

Hallo,
hätte nicht gedacht was von dir zu hören.

Prinzipiell gilt natürlich die frage: wieso sollten (zumindest pal. eliten http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/gaza-palaestinenser-sind-wuetend-auf-hamas-100.html)
ein interesse daran haben etwas zu ändern. Es geht ihnen doch gut: bemitleidet von aller welt, alimentiert von NGOs deren geschäft (!) es ist das elend der welt zu verwalten.
Und vielen verwechseln antirassismus mit einem kulturschutz der bis zur deckungsgleichheit mit dem ethnopluralismus der radikalen rechten reicht, solange es einen selbst nicht trifft.
(wer es wirklich eckelhaft haben will suche nach pinkwashing und homonationalismus)

Obamas ausenpolitik in nahost gilt vielen „nahost-solidarischen“ als „gescheitert.“
http://jungle-world.com/von-tunis-nach-teheran/3837/
https://www.nzz.ch/meinung/weltpolitik-unter-obama-die-fruehpensionierte-supermacht-ld.136177

In afghanistan droht der krieg verloren zu gehen. warlords drängen zurück an die macht. http://www.deutschlandfunk.de/afghanistan-vom-schlaechter-zum-politiker.1773.de.html?dram:article_id=369120

Trotz aller kritik wird im gegensatz hierzu bush zu gute gehalten das er eine demokratische utopie für den nahen osten pflegte:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/weltwirtschaftsforum-bush-rechnet-mit-arabiens-potentaten-ab/2960324.html

http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/frueherer-us-praesident-bush-ist-der-vater-des-arabischen-fruehlings/4564798-all.html

Es wäre sicher verkürzt bushs ausenpolitik mittels reiner humanität zu erklären.
-das wechselnde unterstützen von diktatoren hat und wird kein problem lösen,
-neoliberale wirtschaftspolitik fordert freie märkte und (zumindest in grenzen) bürgerliche rechte: das genaue gegenteil von korruption und vetternwirtschaft.
(-es ist aber auch verkürzt davon auszugehen das bush kapitalinteressen blind unterstützte: kapital liebt stabilität anstatt risiko.)

Das ändert nichts daran das bushs ausenpolitik mit dem irakkrieg seine eigenen ressorcen überforderte und „mision erfüllt“ nach zwei jahren von gnadenloser naivität zeugt.

2. Paul - Februar 16, 2017, 1:57

Ja, liebe Lila, dies könnte eine Lösung sein.
Sie ist aber nur mit Zustimmung der Plästinenser zu erreichen. Ohne äußeren internationalen Druck werden sie nicht bereit sein von ihrer Strategie abzugehen.
Bisher hat sich die wesentliche Weltöffentlichkeit darauf verständigt, die Palästinenser in ihrer Haltung zu unterstützen. Israel ist der Böse, die Plästinenser sind die Guten. Das ist das Ergebnis der jahrzehntelangen intensiven Propaganda der Palästinenser, der die Israelis nichts entgegen gesetzt haben.

Solange sich das nicht ändert bleiben die Palästinenser kompromisslos bei Ihrer Haltung.

Eine Kooperation Jordaniens würde daran, befürchte ich, nichts ändern.

Der Krieg ist aus Sicht der Muslims ein Religionskrieg und deshalb sind rationale Kompromisslösungen nicht möglich.

Tut mir leid, aber das ist mein gegenwärtiger Erkenntnisstand.

Herzlich, Paul

3. FrankSamuel - Februar 16, 2017, 2:42

Hallo!

[quote]
Niemand außer mir hat diese Idee je ins Spiel gebracht, und ich frage mich schon seit Jahr und Tag, warum eigentlich nicht? Jordanien und Israel sind die Erben des Mandats, das Palästinenserproblem ist unser gemeinsames, warum nicht es gemeinsam lösen?
[/quote]

Seit Jahr und Tag rede ich mir den Mund fusselig, dass dies die einzige realistische Lösung des Problems sein kann, die Teilung Palästinas in einen transjordanischen (arabischen) Staat und einen cisjordanischen (jüdischen) Staat.
Alles andere geht an der bisherigen Geschichte und der aktuellen Realität vorbei.
Der Zugang zu den heiligen Stätten wird garantiert.

FrankSamuel


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