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Gut, gut November 30, 2008, 10:04

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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So haben wir es hinter uns gebracht. Primus war nervoes. Trotz Kibbuzerziehung ist er doch noch ein bisschen kindlich. “Wie sollen wir nur wissen, wo wir hinmuessen?” Es war aber kein Problem. In Haifa, im grossen, neuen Bahnhof und Busbahnhof direkt am Meer, waren Schilder und Soldaten ueberall. Ausserdem haette man nur den Stroemen von Maedchen mit Pferdeschwanz und Jungens mit kurzgeschorenem Haar folgen muessen, die allesamt muede, aufgeregt und von grimmig-besorgten Eltern begleitet in eine Richtung stroemten. Eine Treppe rauf, in eine Art Saal mit Stuehlen, Rednerpult und Schalter zum Registrieren.

 

Primus steuert gleich auf die Stuehle zu, aber wir schubsen ihn zum Registrieren. Er sagt seinen Namen, zeigt seinen zav gius vor (wie heisst sowas auf Deutsch? also der Brief, der ihn am 30.11.2008, 7:30 einzieht?) und dann setzen wir uns hin. Um uns herum spiegelbildlich aehnliche Familien. Primus kennt nur einen, aus seiner Stufe. Rauhe Begruessung. Dann erklaert er mir, “der Ben Moshe hat seine Mutter zuhause gelassen, die ist immer so emotional. Du machst mir doch keine Schande…?” Und ich: “iiiich? wann haette ich dir je Schande gemacht?” Gegrinst.

 

Wir fragen ihn: “na, was hat dir denn gestern der Opa so lange erzaehlt, als ihr allein in seinem Arbeitszimmer wart?” “Och, der hat mir nur gesagt, ich soll es nur so machen wie er, und dass er und sein Freund Meni die besten Soldaten der Einheit waren und wenn ich Fragen habe, soll ich mich an ihn wenden” Y. guckt grimmig. “So, das hat er dir gesagt? Also, wenn du Fragen hast, wendest du dich am besten an mich”. Primus sagt nichts, aber ich weiss genau, an wen er sich wendet, wenn er Fragen hat. An seinen Freund Robi, der seit einem Monat Soldat ist. In Primus’ Augen die Quelle von ueberlegener Weisheit und Einsicht.

 

Hinter uns hoere ich zwei reden, “und wo sollst du hin?” “nun-mem”, und ich gucke mir sie ein bisschen genauer an. Auch Mutters Herzblatt soll zum nun-mem, neged-matossim, gegen-Flugzeuge. So so. Na ja, die sehen ja ganz manierlich aus. Kann natuerlich auch taeuschen.

 

Ein junger Soldat geht nach vorne, ergreift das Mikrophon, aber meint nur kurz, “guten Morgen, viel Erfolg. Wir fahren gleich mit Bussen in die Basis Madhim, da bekommt ihr eure Ausruestung, Hundemarke und alles andere. Die Busse fahren unten ab. Ich verlese die Namen.” Und er verliest die Namen. Primus’ Name kommt schon als dritter, ich habe also Zeit, mir die anderen Namen zu merken. Sergei, Leonid, Machmud, Achmed sind auch dabei, nicht nur Oren, Tali und Yuval. Ja, Maedchen auch, das ist ein gutes Zeichen, mein Sohn hat Maedchen gern.

 

Wir schieben uns wieder die Treppe runter, sehr unpraktisch, ich optimiere in Gedanken die organisatorische Seite der ganzen Angelegenheit. Unten weint eine vielleicht alleinstehende, offenbar russische Frau meines Alters am Hals ihres kraeftigen, leicht verlegenen Sohns. Ich erinnere mich mit leichtem Grausen daran, wie viele Leute mir gesagt haben, “und wenn er in den Autobus steigt, wirst du weinen! dann weinen alle!” Primus erinnert sich offenbar auch daran und knurrt: “ihr koennt jetzt gehen, ich finde den Weg in den Bus schon allein”. Wir nehmen ihn in den Arm, gehen weg, winken.

 

Keine Traenen, keine Aufregung. Jetzt ist er unterwegs in den Sueden, Madhim ist im Negev, sagt Y. Er bringt mich zur Uni, wir trinken einen Kaffee im schoensten Cafe der Uni, mit Blick ueber die Kueste, bis Hadera und Netanya. Die Luft ist klar, man sieht weit, es ist sonnig. “Da unten faehrt er nun, dein Junge”, sagt Y.

 

Wir erinnern uns, wie er geboren wurde. Wie uns die Hebamme vom Krankenhaus vorher vorgeschwaermt hat, wie wichtig ihnen die Beziehung von Mutter und Kind ist, und wie wir jederzeit Zugang zum Saeuglingszimmer haben werden. Oh ja, und wie ich am Morgen nach der Geburt morgens vor ebendiesem Zimmer stand und die Schwester mich nicht reinliess, Visite oder sowas Laecherliches. Und wie ich ein freundliches Gespraech mit ihr anfing, weil man mit Freundlichkeit immer mehr erreicht als mit Renitenz, und sich herausstellte, dass sie mit einer Krankenschwester aus unserem Kibbuz gelernt hat, was mir sofort die Tuer oeffnete. Wie ich mir Primus’ Waegelchen schnappte und aus dem Saeuglingszimmer rollte, mein kostbares Baby aus den Klauen der Schwester gerettet.

 

Y. erinnert sich nicht an solche Kleinigkeiten, ich schon. Ich habe ihn ins Babyhaus abgegeben, den Kindergarten, die Schule, er hat Abi gemacht, den Fuehrerschein, er hat eine eigene kleine Wohnung und ist einen halben Kopf groesser als sein Vater. Sehr viel weiter kann ich ihn nicht begleiten oder aus irgendwelchen Klauen reissen, so gern ich es auch wuerde.  Ich werde meinen Sorgetrieb ab jetzt in Paeckchen und Zuhoeren abreagieren muessen. Und in Albtraeumen. Und Blogeintraegen.

 

(Der Computer im kleinen Buero an der Uni hat keine Umlaute. Sorry.)

Wehweh November 29, 2008, 23:19

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am Daumen. Wir waren nämlich Bowling spielen, auf Wunsch der Kinder. Ich habe gute 30 Jahre nicht mehr auf einer Kegelbahn gestanden, hab mich trotzdem gut geschlagen. Danach waren wir fein essen, richtig lecker, und schließlich bei meinem Schwiegervater. Und schon ist das Wochenende wieder vorbei.

Verflixt, mein rechtes Handgelenk tut so schon weh, vom vielen Computern. Und dank meiner Heldentaten auf der Kegelbahn ist mein ganzer rechter Arm lahm. Immerhin habe ich mir bei meinen Söhnen Respekt erworben,  das ist auch was wert.

Mein Programm November 28, 2008, 8:43

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für die nächste Woche.

Sonntag: Primus wird eingezogen. Kurs über Visual Culture, Thema: optische Illusionen.

Montag: Y. wird aus der Armee entlassen. Abends: Vortrag über zeitgenössische israelische Kunst.

Dienstag: Secundus wird gemustert. Vormittags Vortrag über Berlin in der Gründerzeit (Kunst, Architektur, Stadtplanung, Design). Abends Vortrag über weibliche Stereotypen und ihre Kritik in der Kunst.

Mittwoch: Armee läßt uns in Ruhe. Deadline für ein Konzept für ein Lehrbuch. Einführungsstunde in einem Kunstkurs für Frühpädagogen, Kindergärtnerinnen und Erzieher (ja ja, ich hab letztes Jahr geschworen, ich mach das nie wieder, aber ich habe mich für drei Beiträge plattschlagen lassen).

Donnerstag: Vortrag über die amerikanische Revolution in der Kunst.

Kurz, jeden Tag ein anderes Lala, ein anderes Publikum. Da ich niemals dieselbe Stunde zweimal gebe, nimmt jede Vorbereitung Tage in Anspruch.  So geht das hier seit Wochen. Ich bin schon total durch den Wind, obwohl ich im September und Oktober vorgearbeitet habe. Außerdem trudeln die letzten Arbeiten von Studenten ein, die wollen alle Noten haben, und ein paar dringende Übersetzungs-Deadlines schnaufen in meinen verspannten Nacken.

Da ich Y. nur noch frühmorgens und spätabends sehe (sein beruflicher Stern ist endgültig aufgegangen, er hat in der neuen Firma riesige Erfolge und sehr viel Spaß, doch das ist ein Thema für ein andermal), hängt jetzt der ganze Haushalt an mir. Angeborene Faulheit und erworbener Perfektionismus liegen im Clinch mit erworbener Faulheit und angeborenem Perfektionismus. Kein leichtes Spiel.

Und ich kann mich trotzdem nicht beklagen. Ich mach es eigentlich gern.

Tertia fragt, November 27, 2008, 22:54

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und falls ich noch Leser habe, würden sie vielleicht bittebitte antworten?

Tertia nimmt gerade in der Schule deutsche Geschichte durch. Sie interessiert sich auf einmal sehr dafür, seit unserer Napoleon-Nachhilfestunde hat das Kind Spaß an Geschichte. Sie sind gerade in der Phase zwischen Märzrevolution und Reichsgründung angelangt. Nun fragt sie mich, und ich weiß es wirklich nicht, wie das denn heute eigentlich ist… und darum frage ich hier…

Was ist stärker, die Identität als Deutscher oder Bayer, Rheinländer, Franke, Ostfriese, was auch immer? Oder als Europäer, Weltbürger, Staatenloser, vaterlandsloser Geselle? Oder geht es auch ohne jede Zugehörigkeit zu einer ethnischen oder nationalen Gruppe? Als was würdet Ihr Euch bezeichnen? Was spielt dabei eine Rolle?

Nein, das sind keine Hausaufgaben. Sondern ganz einfach Neugierde.

(Ganz schön unverschämt, ich weiß. Wochenlang blogge ich nicht, und dann hoffe ich auf Auskünfte. Ich hab seit Monaten nicht mehr in meiner Zugriffszahlen geguckt, vielleicht sind die schon im negativen Bereich…)

Das kommt davon, November 18, 2008, 6:51

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wenn man eine Schrift ohne Vokale benutzt. Den Frühnachrichten entnehme ich soeben, daß die israelische Oper demnächst die Oper “Ssaluma” aufführen wird (scharfes S, Betonung auf lu).

Ssaluma? “Me-et Oscar Wilde”, fügt der Sprecher hinzu.

Ach du meine Güte. Ich wage nicht zu hoffen, daß ihn in der nächsten halben Stunde, bis zur nächsten Sendung, jemand korrigiert.

Fernsehen mit Friedenspartnern November 14, 2008, 9:23

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Dieses Interview wurde im ägyptischen Fernsehen gesendet – Ägypten, das Land, mit dem wir einen Friedensvertrag haben, und gemeinsame Interessen ebenfalls. Trotz Israels Rückgabe der Sinai-Halbinsel, trotz der pragmatischen Kooperation in manchen Bereichen ist der Haß gegen Israel unvermindert. So kann diese Rechtsanwältin zur Vergewaltigung von “zionistischen Mädchen” aufrufen. Dabei will man es nicht belassen, sondern die Zionisten sollen aus ganz Palästina verstoßen werden.

Ich weiß, ich weiß, es ist politisch inkorrekt, so ein Video zu senden. Denn jeder Deutsche weiß doch, daß die Palästinenser nur Frieden wollen, zwei Staaten nebeneinander, und daß die Besatzung ein willkürlicher Akt der Expansion war… und nur ein Teil der Strategie, sich langsam aber sicher den gesamten Nahen Osten unter den Nagel zu reißen.

Es ist ja auch unverschämt von den Juden, daß sie einen Staat wollen, wie andere Völker auch. Wo sollen die armen Araber hin? Der ganze Nahe Osten ist ja praktisch von den Juden besetzt, die niemanden neben sich dulden wollen, die jede Religion außer ihrer eigenen verbieten und Minderheiten brutal verfolgen und diskriminieren. Und das alles nur als Vorstufen zur Weltherrschaft.

Und das Land, das in arabischen Staaten gehegt, gepflegt, gewässert und kultiviert wird, das wird im zionistischen Gebilde einfach nur vergewaltigt.

Was ist gemessen daran schon eine kleine Vergewaltigung zionistischer Mädchen ab und an?

(Ich sage ja, Nahostbloggen macht einfach keinen Spaß, die Zukunftsaussichten sind einfach zu düster.)

(Den Link verdanke ich Israel Matzav und Ruth.)

Vom Leben der Janeites November 13, 2008, 18:19

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Recht interessante Lektüre für Janeites: Jeanne Kiefer hat das Profil des durchschnittlichen Janeite erforscht.

Respondents were overwhelmingly female (96%), with a median age of 40. The survey population broke into three equal sectors: 33% aged 29 or younger, 35% aged 30-49 and 32% aged 50 or older.

One of the most intriguing survey results was the wide diversity of Janeite careers. Among the Austen enthusiasts were judges, lobbyists and U.S. Marines, private investigators, zoo keepers and puppeteers. Who knew?

Janeites tend to be well-educated – 81% over the age of 20 had a 4-year (or higher) college degree. Almost half had achieved a master’s (33%) or doctorate (12%). The standard was even higher for the oldest participants — 25% of those aged 80+ had doctorates. Interestingly, a large majority (71%) of respondents did not major in English/Literature.

Politically, Janeites were more likely to view themselves as liberal (55%) than conservative (25%), and on the topic of feminism, to have a favorable (67%) rather than unfavorable (11%) opinion.

Janeites tended to be well-traveled. More than half the respondents had visited these areas: 69% Western Europe, 68% England/Wales/Scotland, 65% extensively in US and 52% Canada. Many had also been to Mexico and the Caribbean. The least-visited area from the survey list was India (4%), followed by Russia (7%) and China (8%). Only 10% had been to Alaska. (Parenthetically, 47% of all respondents had visited Austen sites in England – including 40% of U.S. respondents and 53% of Canadians.)

And what’s on the iPod? It’s anyone’s guess – Janeites had wide-ranging musical tastes. The largest sector (29%) listened most frequently to classical music but almost as many preferred rock, with pop music in third place.

When it comes to four-legged companions, tabbies rule. Fifty-eight percent of respondents had pets, with cats edging out dogs (36% to 30%).

How about media? Hands down, Janeites adore their books. Eighty-six percent read at least two a month (33% read five or more). Survey respondents also tended to be knowledgeable about computers. Fifty-seven percent described themselves as technologically savvy (only 1% were clueless), and the Internet was the most common news resource (for 36% of the group, compared to 26% for TV, 22% newspaper, 14% radio).

Kurz, Janeites sind Leute, mit denen man gern einen Kibbuz gründen würde. Na ja, oder wenigstens mal einen Tee trinken.

missgreen



Katzenbloggen November 13, 2008, 14:04

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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macht eindeutig mehr Spaß als Nahostbloggen.

https://i2.wp.com/farm4.static.flickr.com/3213/3025678008_a34167a1c6.jpg

Leo, den wir als Kätzchen von der Straße aufgelesen haben, weil er so verschmust war, ist auch als erwachsener Kater sehr lieb. Er umpfotet einen richtig, wenn man ihn läßt. Ich habe ja neulich schon erwähnt, daß die Charakteristika der Bombaykatze eins zu eins auf ihn zutreffen. Ich habe im Laufe der Jahre viele Katzen gehabt, aber noch nie so einen extrem verschmusten Schmusekater.

Stolz November 11, 2008, 14:49

Posted by Lila in Land und Leute.
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Ich glaube, Rungholt ist so ziemlich der einzige Blog, der Barack Obamas Wahl mit keinem Wort bedacht hat. Ein etwas kümmerlicher Grund zum Stolz :-D … aber soweit kann sie gehen, die Unlust, die eigene Stimme dem Chor hinzuzufügen.

Heute werden hier Bürgermeister gewählt, auch Y.s früherer Commander Nir Barkat. Vor fünf Jahren hat Y. am Wahltag mitgeholfen, aber diesmal kann er nicht und will auch nicht mehr so richtig. Vor lauter Wahlkampf vertritt Nir nun so viele Positionen gleichzeitig, daß einem etwas unbehaglich wird. Ein richtiger Politiker eben. Ich würde Jerusalem einen guten Bürgermeister gönnen und halte weder Meir Porush noch Gaydamak für angemessene Alternativen. Ich hoffe also, daß Nir es schafft, und daß er als Bürgermeister so gut ist, wie die Stadt es verdient hat, mit all ihren verschiedenen Einwohnern.

orush

Nachträglich zum Hochzeitstag November 9, 2008, 10:12

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Ich wollte das schon zum Hochzeitstag posten, aber irgendwie bin ich nicht aus den Füßen gekommen, deswegen heute.

Neulich habe ich eine Sammlung von Liedern zum Thema Regen zusammengestellt, heute zum Thema Liebe. Ahava. Aus unerfindlichen Gründen ein unheimlich beliebtes Wort. Eigentlich muß man sowas spät nachts posten, mit Kerzenschein undsoweiter, aber ich schieb es mal schnell dazwischen.

Daniel Simon, Ahava

Yossi Banai, Ahava bat essrim

Ivri Lider, Tamid ahava

Yudit Ravitz, Ahava yomyomit

Mashina, Le-hitraot neurim, shalom ahava

Nachwort November 9, 2008, 10:01

Posted by Lila in Land und Leute, Muzika israelit.
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Wer es bei meinem gestrigen Eintrag nicht erkannt hat: der erste Clip ist die Schlußszene des Films “Ha-Lehaka“, die Truppe, einem Film von Avi Nesher aus den 70er Jahren. Er erzählt die Geschichte von einer Unterhaltungstruppe der Armee, die kurz vor dem Sechstagekrieg von Basis zu Basis unterwegs ist und die Soldaten dort bei Laune hält. Die meisten Darsteller haben ihre Karriere wirklich bei einer dieser Truppen der Armee angefangen, und sie sind heute noch große Stars in Israel – der schlaksige Gidi Gov, Gali Atari mit dem dunklen Haar, der stets etwas zu charmante Sassi Keshet und der ruppige, fiese Tuvia Zafir.

Der Film ist für israelische 70er Jahre sehr modern – kein geschlossenes Narrativ, sondern schnell geschnittene Szenen, manche witzig, manche traurig, und das Ende ist offen. Jedes Jahr zum Unabhängigkeitstag wird er wieder gesendet, und oft auch zwischendurch. Obwohl wir den Film auf DVD haben, finden sich irgendwie alle vor dem Fernseher ein, wenn er wieder mal läuft.

Shir la-shalom ist wie gesagt das Schlußlied, und es ist auch das Lied, das Rabin schüchtern mitsang, bevor er erschossen wurde. Der Text des Lieds wurde nach seinem Tod blutbefleckt in seiner Tasche entdeckt.

Hier noch eine Szene aus dem Film.

Die Truppe singt das Lied “Ilu Zipporim“, während draußen geschossen wird. Die Soldaten im Unterstand, die zuerst gespottet haben (“jobnikim!”) hören gebannt zu. Die Truppe, die sonst so zerstritten ist und in die Egos heftig bullern, bietet ein Bild der Harmonie. Natürlich nur vorübergehend.

Wer die Gelegenheit hat, den Film zu sehen, sollte es wagen. Man legt sich dabei zumindest ein Sammelsurium schöner hebräischer Schimpfwörter zu: maniak! ya gamad-ben-gamad! idiotim! ben zona! dräck!

13 Jahre November 8, 2008, 22:12

Posted by Lila in Uncategorized.
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Gedenktag für Rabin. Der Platz ist voll.

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