jump to navigation

Norden, Süden August 21, 2019, 8:02

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

 

O

 

 

Ich habe schon oft MEMRI-Clips verlinkt. MEMRI zeigt Material aus arabischen Fernsehsendern, das in westlichen Medien aus was auch immer für Gründen ignoriert wird. Vielleicht, weil sie keine Übersetzer haben?

Hier jedenfalls zwei Beispiele für die pausenlosen Drohungen, die aus allen Richtungen kommen. Yihiye Sinwar, Führer der Hamas:

Dieser „Marsch auf die Grenze“ geht seit anderthalb Jahren. Daß es sich dabei um friedliche Grenzproteste handelt, glauben wohl nur ausländische Journalisten.

Die Bewaffneten, die durch den Grenzzaun nach Israel eindringen, tun das sicher nicht, um ein Zigarettchen in einem Cafe in Sderot zu rauchen. Daß überhaupt so viele kräftige junge Männer lieber demonstrieren, mit Waffen rumlaufen und an der Grenze Drohungen brüllen, statt arbeiten zu gehen, sagt etwas über die Probleme im Gazastreifen aus.

(Falls Ihr mehr wissen wollt über die Lebensbedingungen im Gazastreifen sehen wollte, die nicht für alle so schlecht sind, wie viele glauben, empfehle ich Euch Imshin, die bei Twitter oft interessante Clips hochlädt – the Gaza you don’t see.)

Die Hamas will also Ashkelon erobern. Und im Norden träumen Hisbollah und der Libanon davon, Galiläa zu erobern.

Die Fiktion, daß Israel der aggressive, feindselige Faktor in einer Weltgegend guten Willens ist, kann man nicht aufrechterhalten, wenn man diese Worte hört. Es ist lächerlich, wenn Galiäa als „besetztes Gebiet“ bezeichnet wird, es zeigt aber auch, daß es eben nicht um 1967 geht (Folgen des Sechstagekriegs, Besatzung), sondern um 1948 (Existenz Israels). Wer Galiläa als besetzt ansieht, der will natürlich den Staat Israel zerschlagen. Eine Zweistaatenlösung ist das letzte, was die Terrororganisationen um uns herum wollen.

Das die Hisbollah in Deutschland nach wie vor nicht als Terrororganisation gilt, obwohl sie nachweislich Terroranschläge geplant und durchgeführt haben – daß die Hisbollah sich längst wieder an der Grenze zu Israel festgesetzt hat, obwohl sie nach 2006 dazu verpflichtet wurde, nördlich des Litani-Flusses zu bleiben – zeigt, daß außer uns niemand die Hisbollah als bedrohlich sehen will. Sonst würdet Ihr solche Bilder ja mal im Fernsehen sehen.

Oder einen Bericht über die „Motorrad-Parade“ in Aitaroun, wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt, Dort haben letzte Woche wohl eine Menge Männer mit Testosteronüberschuß Israel mit Invasion „über und unter der Erde“ gedroht.

Nur zur Verdeutlichung, wo Aitaroun ist:

Es ist nicht ganz in unserer Nähe, der rote Stecknadelkopf rechts oben. Wir wohnen am blauen Pünktchen mehr links, näher am Meer. Unser voriger Wohnort, näher an der Grenze, ist am gelben Zeichen erkennbar (da hatte ich ja die Grenze immer vor Augen – jetzt gucke ich in Richtung Süden und das fühlt sich gleich viel weiter weg an).

Sie können mit ihren gigantischen Mopeds natürlich die Grenze nicht durchbrechen, und Israel sucht die Tunnel und  zerstört sie.

Die Anwohner hier hören den Lärm der schweren Maschinen schon seit Jahren, und sind natürlich immer noch besorgt, daß die Armee vielleicht nicht alle gefunden hat. Denn der Plan hinter diesen Tunneln ist diabolisch: eine kleine Truppe nach Israel einschleusen, in einen Ort eindringen, dort Zivilisten entweder umbringen oder in den Libanon verschleppen. So wie es mit Gilad Shalit an der Grenze zum Gazastreifen geschah.

Israel ist einerseits ein starkes Land, hochgerüstet und fähig, in ein iranisches Geheimarchiv einzudringen und es leerzuräumen. Aber israelische Bürger, besonders die in Grenznähe (und die Grenze ist nirgendwo richtig weit weg in Israel) fühlen sich auch immer unter den feindseligen Augen von Terrororganisationen, die an den Grenzen drumherum machen, was sie wollen.

Wer mehr wissen möchte, als die offiziellen Medien berichten, der sollte regelmäßig MEMRI gucken. (Vorsicht, fürchterliche Musik mit dem Promo, nichts für Schreckhafte!) Ich empfehle MEMRI ja schon seit Jahren, weil sie nichts interpretieren oder rein-interpretieren, sondern einfach die Berichte, Interviews und Reden bringen und übersetzen, die am Westen unbeachtet vorbeischwimmen.

Auch in unseren Medien wird nicht jede Nasrallah-Rede rezipiert, aber die wichtigen schon. Klar, es ist natürlich, daß wir da ein bißchen aufmerksamer sind. Denn wenn Hamas und Hisbollah ihre Drohungen wahrmachen, dann haben wir sie demnächst im Vorgarten stehen.

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s