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Immer wieder die alte Schote von den Semiten April 15, 2017, 22:13

Posted by Lila in Presseschau.
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Sobald irgendwo medial Antisemitismus, besonders von Migranten, beklagt wird, kommt sofort die relativierende Äußerung: Araber können gar keine Antisemiten sein, weil sie ja selbst Semiten seien! (Zum Beispiel in den Kommentaren hier, die auch ansonsten eine Blütenlese der Relativierung, ja Rechtfertigung des Antisemitismus bieten).

Also nochmal zum Mitschreiben: es gibt keine Semiten. Es gibt semitische Sprachen, aber es gibt keine Semiten, das ist kein Volk und kein Stamm. Arabisch und Hebräisch sind semitische Sprachen. Es gibt eine falsche Konstruktion, die aus den semitischen Sprachen Rassen ableitet – aber es gibt auch keine Menschenrassen, wir sind alle homo sapiens (auch wenn man´s bei manchen kaum glauben mag). Solche verallgemeinernden Metaphern sind typisch für Pseudo-Wissenschaften des 19. Jahrhunderts, der Zeit, in der der moderne Rassismus und Antisemitismus entstanden.

Antisemitismus ist ein politischer Kampfbegriff dieser Zeit, der sich explizit gegen die Juden richtet. Araber waren den Antisemiten egal, weil es keine in Europa gab und man sich an den Juden abarbeitete. Es gab antisemitische Vereine und antisemitische Parteien. Die Voraussetzung für den modernen Antisemitismus war der jahrhundertelange Anti-Judaismus der Kirchen, aber Antisemitismus geht weit über ihn hinaus. Der Anti-Judaist haßt Juden als Christusmörder und glaubt, daß das Christentum das Judentum heilsgeschichtlich abgelöst hat (bedient sich aber ohne weiteres am Fundus der Motive, Gebete, Rituale, Glaubenssätze und moralischen Gebote des Judentums), aber für ihn kann „der Jude“ prinzipiell gerettet und erlöst werden – indem er sich taufen läßt. Peinlich-penetrante Appelle Lavaters an Moses Mendelsohn sind ein Zeugnis für diesen automatischen Antijudaismus.

Doch für den Antisemiten ist klar, daß „der Jude“ nicht gerettet werden kann, denn aus einer „Rasse“, in die man hineingeboren ist, kann man sich nicht herauskonvertieren. Also hat der Antisemitismus gar nicht die Möglichkeit, Juden in irgendeiner Weise in die Welt zu integrieren. Logischerweise geht der Antisemitismus in drei Schritten vor sich: Juden müssen von Nichtjuden unterschieden und anders behandelt werden – sie müssen entfernt und weggeschickt werden – und sie müssen vernichtet werden.

Antisemitismus ist immer Haß bis zur Vernichtung, er kann gar nicht anders. Das sitzt in der Entstehungsgeschichte dieser Ideologie von Anfang an mit drin. Deswegen benutze ich das Wort auch nicht leichtfertig, ich spreche, wenn es um „leichtere Verlaufsformen“ geht, eher von antisemitischem Ressentiment oder antijüdischen Vorurteilen. Und schon das sind heftige Vorwürfe. Denn immer steckt dahinter, daß Juden anders sind, von Anfang an und unausweichlich der Feind.

Und das ist die Bedeutung des Worts Antisemitismus. (Der Wikipedia-Eintrag zum Thema, den ich mir gerade angeguckt habe, bietet recht viele Quellen, an denen man nachvollziehen kann, daß er mit anderen gesellschaftlichen Vorurteilen nicht fair verglichen werden kann – auch wer alle Schotten für Geizkrägen, alle Frauen für dumme Puten und alle Bayern für Hinterwäldler hält, geht nicht so weit, diese Gruppen als Rassen mit Stumpf und Stiel ausrotten zu wollen.)

Dieses Wort gewissermaßen auseinanderzufriemeln, als gäbe es Semitismus tatsächlich, diesen dann auf Araber anzuwenden und sie somit in einem Salto mortale der Logik von jeglichem Antisemitismus freizusprechen, ist eigentlich ein Akt des Rassismus. Denn er setzt voraus, daß der Rassismus real ist, daß Araber und Juden Semiten sind, unentrinnbar, und daß dieser Semitismus sie bestimmt.

Diese Dinge sollte man eigentlich in der Schule lernen. Semitismus ist ein Phantasieprodukt, Antisemitismus eine davon abgeleitete Ideologie des Hasses und des Vernichtungswillens. Daß es nicht bei der Ideologie geblieben ist, sondern daß Millionen mit diesem Haß emotions- und empathielos in den grausamen Tod getrieben wurden, sollte jedem bekannt sein.

Die naive Pose der Antisemitismusleugner ist verlogen und ich habe die Nase voll davon, daß in einem Land, das verdammt nochmal diese einfachen historischen Tatsachen kennen und lehren sollte, immer wieder dieses dümmliche Pseudo-Argument kommt.

Man mag diskutieren, ob es fair ist, den aus dem Koran erwachsenen Judenhaß (Chaibar, Chaibar…) als Antisemitismus zu bezeichnen, da dieser, s.o., ein spezifisch westliches Konstrukt ist. Es gibt allerdings viele Querverbindungen, und einige der ätzendsten antisemitischen Thesen hat der Westen den Araber frei Haus geliefert – die Protokolle der Weisen von Zion, Hitlers Mein Kampf, sie alle erfreuen sich großer Beliebtheit in der arabischen Welt. Und auch Mohammeds Haß auf die Juden fand Ausdruck im Aufruf, die Juden alle zu vernichten. Die Bilder von Hitler und dem Mufti kennen wir ja alle.

Für Juden ist das Endergebnis also gleich.

Aber ich hoffe, irgendwann spricht sich mal rum, daß dieses Wortspiel von den Arabern als Semiten, die darum per se unmöglich Antisemiten sein könnten, einfach dumm, geschichtsvergessen und unmöglich ist. Man höre und staune – es ist sogar möglich, JUDE und Antisemit zu sein. Von Otto Weininger bis Ilan Pappe ist die Liste der Juden, die mit ihrem Judentum hadern und dem Antisemitismus dadurch zuvorkommen, daß sie ihn aufsaugen und sich zu eigen machen, lang und trübselig (Tuvia Tannenbaum hat wohl einige Prachtexemplare getroffen).

Also, Schluß damit. Laßt diesen Dummschwatz nicht mehr durchgehen, niemandem, bitte.

Kommentare»

1. anti3anti - April 16, 2017, 0:14

Wenn es keine Semiten gäbe, gäbe es auch keine Antisemiten! Da Antisemiten Juden hassen und unabhängig davon Araber und Muslime lieben, sind nur Juden Semiten!
Da Juden Kanaaniter sind, sind sie eigentlich Hamiten. Polnische Juden sind Arier, wie die Juden aus Persien, insbesondere wenn sie Polnisch oder Persich sprechen (Sprachfamilie!)

2. Myriade - April 16, 2017, 0:19

Also, ich hab schon viel Antisemitisches gehört, aber die kuriose Idee, dass Araber nicht antisemitisch sein könnten, weil sie selbst „Semiten“ wären, ist mir noch nicht untergekommen.

3. G. - April 16, 2017, 2:40

Also diesen Beitrag finde ich verwirrend. Du sagst all die Pogrome, die historisch belegt vor dem 19. Jahrhundert hierzulande sich ereigneten wären keine gewesen, weil das Wort Antisemitismus historisch in dieser Zeit noch nicht belegt wäre? Oder wären nicht antisemitisch?

Ja … was denn dann? Pogrome mit Enteignung, Vertreibung, Totschlag, jahrhundertelang zuvor? Was war das denn? Und diese Abstufungen von Antisemitismus, die Du da bringst. Soll man die Antisemiten jetzt mit der Goldwaage wiegen? Und nach Gewicht beurteilen? Wie lautet Dein Mass?

Überhaupt hat bis zum heutigen Tag noch niemand ein Werk von wissenschaftlich umfassenden Anspruch auch nur über den Deutschen Antisemitismus erstellt. Und wenn, sollte sich tatsächlich irgendjemand irgendwann ehrenwerter weise für diese Sisyphusarbeit finden, beginne er doch bitte, bitte nicht im 19. Jahrhundert! Begriff und Gegenstand scheinen wissenschaftlich augenscheinlich noch eher unzureichend definiert.

Was soll jetzt überhaupt geschehen? Sollen sich die Faschisten hierzulande der Araber annehmen? Was wird daraus besser? Willst Du mit Ihnen diskutieren? Oder nur mit den linken Antisemiten? Was soll das bringen? Was regt Dich eigentlich so auf?

Ich … trauere um den Haushaltsblog! Hier angekündigt, hat er nie eine Chance erhalten. Und ich hatte mir so Anregungen für das Bügeln erhofft. Gedanken, Erinnerungen, Erzählungen, Gefühle, die man beim Bügeln reflektieren kann. Mir scheint das bisher völlig stumpfsinnig. Das Bügeln. Schade. Dir noch schöne Tage!

4. Paul - April 16, 2017, 3:30

Liebe Lila,
für mich sind Antizionismus, Antisemitismus und Israelkritik (letzteres meistens, nicht immer) ganz einfach der Ausdruck von Judenhass. Ich unterscheide das nicht. Natürlich gibt es selbsthassende Juden, so wie es auch selbsthassende Deutsche gibt. Ich bin gerade dabei zu einem zu werden, wenn die Politik in Deutschland so weiter macht.

Herzlich, Paul

5. Lila - April 16, 2017, 6:55

Georg, was ärgert Dich wiederum so? Selbstverständlich gibt es Forschung zur Geschichte des Antisemitismus, sogar viel.

Ich bin nun einmal dafür, Begriffe halbwegs sauber zu benutzen. Wie viele andere Überbegriffe kann man auch das Wort Antisemitismus „rückwirkend“ benutzen, also Pogrome vor dem 19. Jahrhundert so bezeichnen, aber man sollte dann schon wissen, daß die Menschen damals selbst das Wort noch nicht kannten. Ich benutze darum lieber das Wort Judenhaß. Für die anti-jüdische Propaganda der Kirchen ist das Wort Antijudaismus präziser als Antisemitismus, da es nicht um Rasse (Semiten) geht, sondern um den Platz in der Heilsgeschichte.

Mich macht es einfach nervös, daß bei solchen Diskussionen wie über Antisemitismus immer dieselben Abwehrreflexe benutzt werden (wie ich sie gestern auch auf Twitter erlebt habe).

1. Aber es werden auch andere gemobbt, und das ist auch schlimm!
2. Aber die Juden führen einen Vernichtungskrieg gegen die armen Araber, da ist doch klar, daß die sich wehren!
3. Aber die Araber sind doch selbst Semiten!

Das sind die drei typischen Reaktionen, um sich mit Antisemitismus nicht auseinandersetzen zu können. Achte einfach mal drauf.

1. Einebnung in andere unerfreuliche Dinge – 2. antizionistisches Victim blaming – 3. Fortführung des rassistischen Diskurses und Übernahme seiner Grundannahmen ad absurdum.

Und so hält sich der Antisemitismus frisch, eingebettet in Selbstgerechtigkeit und Unfähigkeit zu reflektieren.

Haushaltsblogs gibt es viele, ich bin nicht sicher, daß ich viel Neues bringen könnte.

6. bobyleff - April 16, 2017, 10:31

Es gibt schon soooo viele Kommentare!
Von mir nur:
gegen das Wort RACE kämpfe ich schon seit vielen Jahren, vor allem bei meinen amerikanischen Freunden (und „Feinden“).

7. Ekkehard Schroeder - April 16, 2017, 11:34

Was man beim Antisemitismus nicht vergessen sollte ist die antimoderne Stoßrichtung. Das gottgewollte Ordnungen gestürzt wurden konnte zum einen nicht mit rechten Dingen zugehen und Juden wurden anschließend sogar Bürger. Die ganzen Verschwörungstheorien strotzen bekanntlich davor Juden für die Moderne verantwortlich zu machen.
Da trifft sich vieles, ggf. unbewusst.

Einst formulierte Martin Luther King
„Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages diese Nation erheben wird und die wahre Bedeutung ihrer Überzeugung ausleben wird: Wir halten diese Wahrheit für selbstverständlich: Alle Menschen sind gleich erschaffen.“

Dem postmodernen „Antirassismus“ geht es oft nicht wie King um die Gleichheit und Schutz von Individuen, sondern Kollektiven, Kulturen, Identitäten. Da ist es bekanntlich nicht weit das archaische Wert zuschätzen, perfider weise wenn es andere Betrifft.
Gelöst wird dies durch Sprachphilosophische Taschenspielertricks mit denen der Universalismus ausgehebelt wird: Die schwarze Frau kann das alles ganz anders sehen wie der weise Mann (siehe die Schülerin der achten Klasse und ihre Frage zur Hamas im Faz-Artikel).
Insofern muss man sich die Frage stellen ob die „Hilflosigkeit“ nicht trotz, sondern wegen des Labels „Antirassismus“ vorhanden ist.

Es ist schon verräterisch: der postmoderne „Antirassismus“ erklärt alles schlechte mit dem wirken des „weisen Mannes“ und seiner Aufklärung. Ungeachtet der Tatsache das viele historische Befreiungsbewegungen zB. auch den Marxismus und andere Ideen der Moderne aufgriffen um sie anti-kolonial zu nutzen.
Aber dieser „schädliche Einfluss des weisen Mannes“ ist ausgerechnet beim Antisemitismus wo er in der Tat Verwüstung anrichtete kein Thema.

Für Vielleser:
https://dieweltohneuns.wordpress.com/2016/03/02/der-postmoderne-systemabsturz-ueber-die-critical-whiteness-und-ihre-folgen/

8. Michael Jelnikar - April 16, 2017, 17:49

Dieser Text ist klasse; ich möchte aber etwas wichtiges ergänzen:

Dass die Juden als Christusmörder bezeichnet worden sind, und leider immer noch werden, rührt von der sog. Ersatztheologie her.
Diese wird aber Gott sei Dank nicht mehr mehrheitlich vertreten.

Heutige Christen tun gut dran die gemeinsamen Wurzeln mit dem Judentum hochzuhalten.

9. Jürgen - April 16, 2017, 18:16

Hey, nicht aufregen, das ist nix für Leute in unserme Alter… 😉 hattest du nicht neulich geschrieben, Trolle einfach zu ignorieren und rauszufeuern…
Es gibt eben leider viel zu viele Leute die so saudumm sind, dass man verweifeln könnte. Ich glaube nicht mal, dass die das alle böse meinen, vermutlich würden die meisten „Dummschwätzer“ es entrüstet von sich weisen, antisemitisch oder antijüdisch zu sein. Die meinen dann allerernstens, nur weil sie den „Mainstream“ nachplappern wäre der richtig. Zitat aus dem eigenen Bekanntenkreis: „schau mal Jürgen, wenn es nun aber alle anderen Leute anders sehn als du, könnte es nicht sein dass du dich da verrennst und die anderen Recht haben“ (im Zusammenhang problematische Tendenzen in muslimischen Communities).

In sofern hilft einfach nur (auch wenns nervt, Paul) immer wieder dagegen anargumentieren und manchmal hilft ja auch die Entwicklung der Sachlage; als ich vor 5 Jahren im Bekanntenkreis von muslimischen Terror sprach hat das was heute real ist (und das ist nur ein ganz kleiner Abklatsch dessen was in IL geschieht) keiner geglaubt, nun muss ich nicht mehr argumentieren, sondern kann mich diesbezüglich sozusagen selber zitieren….

Und man hat doch den Anschein, als würden es mittlerweile mehr Leute, die die Dinge so sehen, wie sie sind, auch wenns immer noch viel zu wenige sind (und die antimuslimische Rechte nicht der „Bündnispartner“ ist, den ich mir da wünsche….)

10. jim11111 - April 16, 2017, 18:50

Judenfeindschaft, Judenhass – hat seit dem sogenannten „Berliner Antisemitismusstreit“, „Die Juden sind unser Unglück“, Heinrich von Treitschke, eine Bezeichnung, einen Namen – „Antisemitismus!“, kreiert und postuliert von Wilhelm Marr, selbstverständlich wird dabei historisch weit zurück gegriffen, zT sehr weit und „hochwissenschaftlich“ auf zB Apion, Diodor, Tacitus!

Denke, bei der von Lila hier angesprochenen Phänomenologie aber wird sogenannter „Antizionismus“, die heutzutage häufigste Ausprägung von Judenhass, von Judenfeindschaft, definiert durch die Leugnung des Existenzrechts Israels, ganz deutlich sichtbar! Da man sich als „Antizionist“ mit dem Judenhass von Hisbollah und Hamas, mit israelhassenden Arabern, mit also manifestem Antisemitismus auf gleicher Ebene wiederfindet und solidarisiert, handelt es sich im Kern mit um nichts anderes als Abwehr.

11. AMC - April 16, 2017, 19:05

@Myriade: der prominenteste Vertreter der das verkündete, war Jürgen Möllemann. Später stürzte er sich mit einem Fallschirm vom Himmel, und ich bin überzeugt, dass Antisemtismus auch im Hintergrund eine Rolle spielte, denn:
(das ist meine persönliche Definition und muss von niemanden übernommen werden)
Antisemitismus: Lieber selbst zugrunde gehen, als dass Juden existieren.

12. G. - April 17, 2017, 1:02

„Der Platz in der Heilsgeschichte“. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ganz langsam. Ganz gewahr. Achtsam.

Dies also ist die Rechtfertigung der Römisch-Katholischen Kirche für Ihre gut 1600 Jahre zurückliegende Konstituierung des Antisemitismus (Simplifiziert erscheint es mir umso fassbarer!) per Konzil zum Zwecke der ebenso einzig möglichen Begründung ihres Alleinvertretungsanspruches. Weltweit mit Blut, Entrechtung und Unterdrückung umgesetzt. Persönlich unterschrieben in letzter Konsequenz bilanzierend mit den stetig wechselnden Gästen der Rattenlinie. „Der Platz in der Heilsgeschichte“!

Welcher Sophismus ist der ungleich absurdere? Der von Dir beklagte oder dieser hier? Und schau ich in den Spiegel, sehe ich keinen Anlass den Stab über den betreffenden Muslimen zu brechen. Nicht mal hundert Jahre. Wie einfach wäre es, die Kette der Weitergabe derartiger Vorurteile, Klischees, Stereotypen, Archetypen hierzulande zu unterbrechen? Wie simpel, wie leicht? Wie dahin gehaucht, wenn man denn wollte.

Aber es mangelt am Willen.

Per Curriculum vom Kindergarten bis zur weiterführenden Schule aufgeklärt, über Hintergründe, Rechtfertigungen und Profite jeweiliger Pogrome in vivo, es wäre so einfach diesbezüglich freie Menschen zu erziehen. In einer Gesellschaft staatlich finanzierter freier und gelenkter Bildung.

Es geschieht nicht. Und das keinewegs aufgrund zuwiderlaufender Interessen betroffener Institutionen oder irgendeiner diesbezüglich herbeiphantasierten Obrigkeit, nein, allein aufgrund eigenen Beharrungsvermögens, Phlegmas oder schlicht Trägheit. Ein jeder fasse sich an die eigene Nase.

Es ist unangenehm. Auch unreflektiert. Wird so auch nicht besser. Stolpersteine, Denkmale und „Briefe“ zeugen davon. Mögen sie nicht Stein gewordene Mahnmale eigenen Versagens werden. Doch zu alledem wollte ich gar nicht so viel schreiben.

Ärgerlich? Mir liegt an Deinem Blog. Er tut mir gut und ich profitiere von seiner Lektüre. Und ich sehe Dich wieder genau diese strittigen Themen ansteuern, die in absehbarer Zeit erneut zu einer längeren Pause führen werden.

Zum Haushaltsblog: Diese Bügeleisen mit Wassertank, die nutze ich schon seit längerer Zeit. Jetzt weiss ich auch warum da ungefähr nach einem Jahr immer dieser weisse Schleim rauslief, der die Wäsche versaute. Kalkseife! Aber … ich kann auf Weichspüler nicht verzichten. Unmöglich. Einerseits wäscht meine Frau, ich bügele, andererseits brauche (!) ich das Gefühl von Weichspüler auf der Haut. Nicht eine Kappe, reicht mir nicht, nein, zweieinhalb! Eigenes wasch ich also lieber selber. Und ich dachte immer, wenn die Kalkseife aus dem Eisen rausläuft, dann ist es verbraucht. Also ein neues.

Das mit dem auf den Bügel hängen und einsprühen muss und werde ich ausprobieren. Dauert Zeit bis ich mich an Neues wage aber wird werden. Auf den Geruch habe ich heute zu achten versucht aber leider derzeit Schnupfen. Hättest Du einmal Lust und Zeit – wäre auch ein Protokoll eines kompletten Gedankenstranges beim Bügeln allemal lesenswert! Danke für die Bügeltips!

13. Miriam Woelke - April 18, 2017, 18:40

Der Begriff SEMITEN bezieht sich wohl auf die Nachfahren einer der Soehne Noachs, der da SHEM hiess. Allerdings wuerde heute niemand „semitisches Volk“ sagen. Es heisst Juden und Araber, aber nicht die Semiten.

Juden sind keine Kanaaniter (Canaan), wie oben jemand in einem Kommentar behauptete. Canaan war einer der Soehne Hams (auch ein Sohn des Noach), wohingegen Juden von Shem abstammen.

Die Palaestinenser sehen sich als die Nachfahren der Kanaaniter, was historisch falsch ist. Aber naja. 🙂 Zuerst behaupteten sie, die Nachfahren der Philister zu sein, doch als das widerlegt wurde, kam halt eine neue behauptung auf.

14. Lila - April 18, 2017, 20:07

Semiten und Hamiten… warum gibt es keine Jephiten?

Ja, der Name kommt selbstverständlich vom biblischen Shem.


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