jump to navigation

Melanie Phillips Mai 6, 2017, 18:52

Posted by Lila in Presseschau.
Tags: ,
trackback

erklärt den Nahostkonflikt. Wer die Fakten nicht kennt, die sie aufzählt, hat nicht genügend Informationen, um sich eine Meinung zu bilden. Wer es nicht glaubt, sollte ein paar Bücher lesen und sich besser informieren.

Erschreckend, daß sie in Berkley nur eine kleine Gruppe von Studenten treffen konnte – sie würde niedergebrüllt werden, wollte sie in größerem Rahmen einen Vortrag halten. Anti-israelische Veranstaltungen hingegen finden regelmäßig fest – das ist eben heute Mainstream-Meinung (auch wenn auf Lügen gestützt).

Ähnlich erschreckend, daß in Deutschland und Frankreich eine Doku über Antisemitismus nicht ausgestrahlt werden darf, aus äußerst dünnen Gründen. Alex Feuerherdt und Götz Aly sagen dazu, was zu sagen ist. Auf Arte laufen selbstverständlich regelmäßig Propagandawerke gegen Israel, ebenfalls auf Lügen gestützt.

Die Ansicht, daß man Israel mahnen, gängeln und „mit klaren Worten“ zurechtweisen muß, ist so sehr Einheitsmeinung geworden, daß sie unhinterfragt fast jede mediale Erwähnung des Landes schmückt. Wie wäre es mal mit der Eigen-Mahnung, die dahinterstehenen Faktoide (Israel verstößt gegen das Völkerrecht, Siedlungen sind Friedenshindernis, Deutschland ist eine moralische Großmacht…) kritisch zu hinterfragen? Wie wäre es mal mit kritischer Distanz zum „Pragmatiker“ Haniya, dessen Karriere als Terrorist nicht einmal erwähnt wird? Ja, das Wort „Terror“ wird nicht einmal erwähnt.

Kurz, die Welt ist durchgedreht. Lügen gelten als Wahrheit, die Wahrheit darf man nicht sagen, Floskeln werden wiederholt, bis alle sie glauben und nachplappern. Es ist zum Verzweifeln.

 

Kommentare»

1. Hein - Mai 6, 2017, 19:15

Ich werde diesen Kommentar auf Facebook posten. Ja, es ist zum Verzweifeln. Morgens geht es schon los im DLF. Dressler wird interviewt zur Reise von Steinmeier und Gabriel nach Israel. Tendenz? Tendentiös!

2. FrankSamuel - Mai 6, 2017, 20:27
3. heplev - Mai 6, 2017, 21:36

„Floskeln werden wiederholt, bis alle sie glauben und nachplappern.“
Das ist wohl die treffendste Zusammenfassung der westlichen Sicht auf den Nahen Osten, die man geben kann.

4. nussknacker56 - Mai 6, 2017, 22:56

Ja, es ist zum Verzweifeln.

Vor allem deshalb, weil man in einer grenzenlosen Naivität die Hoffnung hatte, dass nach der Hochzeit des mörderischen Antisemitismus im Dritten Reich sich ähnliches nie mehr wiederholen wird. Das wird es gewiss auch nicht. Doch die Hoffnung, dass endlich eine Flamme von emotionaler Intelligenz nachhaltig dafür sorgt, dass nie wieder eine solche Niederträchtigkeit und Abgründigkeit des menschlichen Geistes sich breit macht, ist pure Illusion.

Der Antisemitismus ist wieder in einer Hochphase. Seit 1967, als sich die Israelis gegen die Vernichtungswünsche ihrer Nachbarn zur Wehr setzten, den Krieg gewannen und – gemessen am Ziel ihrer Feinde – nur wenige Opfer betrauert werden mussten, da machte sich in Deutschland (und in Europa) der Hass auf die Juden, umetikettiert als Israelkritik, wieder auf seinen Siegeszug.

Tatkräftig daran mitgewirkt haben nicht etwa rechtsradikale Blätter sondern es sind gerade linksliberale Medien wie Spiegel, Stern, SZ, FR, ZEIT und Verlagshäuser wie DuMont in Köln, die medienseits maßgeblich den Boden bereitet haben. Natürlich kommen noch Parteien wie Die Linke, große Teile von SPD und Grüne dazu, CDU/CSU sind mit dabei. Die Kirchen dürfen in diesen Kreisen ebenfalls nicht fehlen. Auch hier sind es wieder linksstehende Personen und Gruppen, die diesen Sieg der Irrationalität maßgeblich vorantreiben. Die sich skrupellos mit arabischen Judenhassern solidarisieren, ihre Kriege und Anschläge alimentieren und deren Versuche, in die Fußstapfen der Nazis zu treten, als „Widerstand“ verbrämen.

Diese Sich-Solidarisieren mit Mördern, Terroristen, korrupten Politikern und Hetzern aller Schattierungen ist es, was mir immer wieder den Atem raubt, mich innerlich vor Ekel schütteln lässt, wenn genau dieselben guten Menschen irgendwas erzählen vom notwendigen „Kampf gegen rechts“, gegen Unterdrückung, gegen Rassismus und sich dabei nie(!) ihrer eigenen tiefen Verstricktheit in ebendiese Abgründe stellen.

Genug für heute. Tut mir leid, wenn ich jetzt noch Öl ins Feuer gegossen habe. Es kommen auch wieder andere Zeiten – versprochen.

5. A.mOr - Mai 7, 2017, 1:18

Die historischen Fakten gehören unbedingt auf den Tisch, und wie Melanie Phillips es ganz richtig sagt: das Land Israel ist in rund 3300 Jahren die Heimat nur für ein einziges Volk der Welt gewesen, und ist es heute noch: das jüdische Volk.
Fakt.

6. David - Mai 7, 2017, 8:06

Es ist perfide, wie hier in Deutschland Politik und Staatsmedien mit der Thematik Israel umgehen. Das, was schon seit Jahrzehnten vorgelogen wird, ist heute sozusagen Mainstream geworden, meist unwidersprochen. Es ist praktisch unmöglich, mit jemandem über Israel zu sprechen. Auch die Palästinenser haben ganze Arbeit geleistet. So gehen die Lügen beim Besuch von Abbas bei Trump zur Erziehung der Kinder gehen unwidersprochen durch. In Deutschland ist das Wissen um das Thema Palästina von Narrativen und nicht existierenden Fakten geprägt.

Und die Politik hetzt, wie Gabriel, der jetzt ja noch einmal nachlegte. Gerade der famose Herr Gabriel!

Dieser Blog ist daher so etwas wie ein Wahrheits-Leuchtfeuer.

7. Henny Jahn - Mai 7, 2017, 14:19

„Es ist zum Verzweifeln“. Ja, das ist es. Aber ich glaube fest dran, dass steter Tropfen den Stein höhlt. Wer mal nachts eine Mücke im Schlafzimmer hatte der weiß, wie sehr so ein geringes Etwas nerven kann. Wir müssen die Mücke im Schlafzimmer der israelisierten Antisemiten sein.

8. Paul - Mai 7, 2017, 16:04

Liebe Lila,
Du hast Recht, es ist zum verzweifeln.
Trotzdem werde ich nicht verzweifeln und bei meinen Streifzügen durch die Bloggerwelt den Judenhass bekämpfen, wo auch immer er auftritt.
Es gibt sie noch, die Schar der Wahrheitsverbreiter. Solange es die gibt, gibt es auch keinen Grund zur Verzweiflung.

Herzlich, Paul

9. G. - Mai 8, 2017, 9:29

Liebe @lila, wenn ich die mit weitem Abstand wortgewaltigste deutschsprachige Bloggerin von Verzweiflung schreiben sehe und damit zwangsläufig die Tendenz zu resignativer Haltung und letztendlich Aufgabe assoziiere, dann ist mir keinesfalls danach, Dir zustimmend auf die Schulter zu klopfen.

Anstelle dessen die scharfe Nadel hervorzuholen, damit eine ganze zeitlang erbarmungslos zu piesacken, die Lebensgeister wieder aufzuwecken, erscheint mir angemessener.

Zum Verzweifeln taugt die Jahrhunderte erfassende Bilanz jüdischer Öffentlichkeitsarbeit. Als solche allenfalls für Autisten als Referenz erstrebenswert. (Erzählt man sich zumindest gegenseitig etwas.) Selbst das Volk der Buschmänner dürfte diesbezüglich freundlich dankend abwinken. Mir zumindest ist kein Wort geläufig, das diesen desaströsen Gesamteindruck in seinem vollen Ausmass zu beschreiben vermag.

Anstelle also am Fortbestand der Wüstung Rungholt zweifeln zu müssen, wäre ein Medium oder Format mit erheblich höherer Reichweite wünschenswert. Leider kein Wunschkonzert. Und das Ausmass der bestehenden Möglichkeit Dir mit derartiger Beschäftigung gleich auf welchem Niveau Dein Leben zu vergällen, vermagst letztendlich nur Du zu beurteilen. Danke für Dein Worte und eine möglichst angenehme Zeit!

10. Ludwig - Mai 9, 2017, 15:39

Hallo Lila,

Ich bin unschlüssig, ob es gut ist, wenn ich mich auf Deinem Blog zu Wort melde, weil ich ahne, wie viel schmerzhafte Wut Leute wie ich in Dir ausgelöst haben. Daher versuche ich es mit einem knappem Blick auf die letzen Jahre und in die Zukunft.

In Deutschland hat mit Flüchtlingskrise, Brexit und Trump-Wahl ein Kulturkampf zwischen staatstragender Mitte und Rechtspopulisten begonnen. In Israel sitzen seit 2009 etliche Rechtspopulisten in der Regierung und gestalten das Bild Israels in der westlichen Welt.

Durch diese gegenläufigen Entwicklungen hat sich in den letzten Jahren der Raum für Dialog verkleinert und die Reibungsflächen sind größer geworden. Insgesamt wird der Ton zwischen Deutschland und Israel dadurch rauer, Streit führt zur Sprachlosigkeit oder eskaliert zu diplomatischen Sanktionen, wie kürzlich.

Dabei sind die Versuche Israels den Dauerkrieg zwischen Juden und Palästinensern zu „erklären“ oder deutsche Versuche diesen Krieg zu deeskalieren nur ein Teilaspekt, letztlich ist das „Euer“ Krieg und damit „Eure“ Sache.

Der zweite, aktuell wichtigere Aspekt sind die Gemeinsamkeiten zwischen der israelischen Rechten und der Rechten in Europa. Melanie Philipps ist ein gutes Beispiel dafür. Neben ihrem Pro-Israel-Aktivismus ist sie eine Stichwortgeberin des europafeindlichen, fremdenfeindlichen Rechtspopulismus, also einer politischen Bewegung, die auf komplexe Herausforderungen schlichte und wütende Antworten wie den Brexit gibt.

Dieser Kulturkampf zwischen Zentristen und Populisten in Europa wird uns noch Jahre begleiten und polarisieren, weil er vielschichtig ist und strukturelle Ursachen hat. Je dezidierter sich dabei die Pro-Israel-Bewegung in Deutschland als Teil einer „Populistischen Internationale“ in der westlichen Welt positioniert, desto größer wird das Konfliktpotential zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel und desto kleiner wird der Raum für einen Dialog zwischen beiden Gesellschaften.

Lila, so sieht das Dilemma in dem wir leben für mich aus. Wir können es gestalten, von ihm gestaltet werden oder einfach zuschauen und erstaunen oder erschrecken, wie sich die Welt entwickelt. Aber bekanntlich liegt die Wahrheit im Auge des Betrachters, was von Berlin aus gesehen „wahr“ ist, mag aus Galiläa betrachtet „falsch“ wirken.

Viele Grüße

Ludwig

11. P. Bereit - Mai 9, 2017, 22:08

Man glaubt seinen Sinnen nicht zu trauen, wenn man hier liest, dass der Judenhass in Deutschland quasi auf eine neuen Siegeszug ist. Das ist so unsinnig, dass sich einem buchstäblich die Haare sträuben. Wer kommt auf solche Ideen und weshalb?
Nicht einmal Vertreter der NPD würden sich heute ernsthaft antisemitisch äußern, weil sie längst andere wirkliche und vermeintliche Feinde gefunden haben. Die Juden sind ihnen längst egal oder sie fühlen sich rechten Tendenzen in Israel sogar verbunden.
Der Antisemitismus in Deutschland ist nicht ausgestorben, so wenig wie Alkoholismus oder der Drogenkonsum. Doch nichts von diesen Erscheinungen dominiert die Gesellschaft. Nirgendwo. Ich wandele schon eine Weile in Deutschland. Noch nie, ich betone, noch nie, bin ich irgendwo Zeuge einer antisemitischen Auschreitung geworden. Das muss nicht signifikant sein, aber auffällig ist es dennoch. Ich weiß aber auch, was Araber in Berlin auf Demonstrationen riefen. Juden ins Gas. Das ist schrecklich. Doch ist Deutschland deshalb tendenziös antisemitisch? Ist Israel menschenverachten, nur weil in Hebron genau diese Losung an Häuser gesprüht wurde, im Bezug auf die Araber?
In Berlin leben Tausende Israelis. Zufrieden und wohlbehalten. Weshal sind sie hier? Weil sie den angeblich permanenten Aintisemitismus am eigenen Leibe spüren und erleben wollen? Wohl kaum. Sie wollen in erster Linie sicherer und entspannter leben. So die nahezu einhellige Aussage.
Deutschland und seine Bürger sind nicht antisemitisch. Sie haben überhaupt keine Veranlassung sich jeden Tag mit Israel und den Juden zu beschäftigen. Es gibt tatsächlich Wichtigeres für die Deutschen. Das ist nicht böse gemeint. Das ist die Realität. Ihr seid nicht so wichtig oder bedeutend wie ihr gaubt. Die Deutschen lassen sich jedoch von niemandem vorschreiben, was sie denken und sagen dürfen. Ihr seid nicht fern jeder Kritik und auch nicht das Schlaraffenland für eure Bürger. Meine Liebe zu Israel kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei euch längst nicht alles in Ordnung ist. Wie auch. Solange Israel eine Besatzungsmacht ist wird sich die Liebe der Besetzten in Grenzen halten und auch die der Kritiker.
Es hat wenig Sinn, berechtigter Kritik mit dem Totschlagsargument Antisemitismus zu begegnen.
Deutschland tut eine Menge für Israel. Davon habe ich hier bisher wenig gelesen.

12. Lila - Mai 10, 2017, 8:34

Ludwig, schmerzhafte Wut? Nein, Du unter- oder überschätzt mich.

Kannst Du nachweisen, wo Melanie Phillips historische Tatsachen falsch darstellt oder interpretiert? Darum geht es mir hier nämlich. Oder hast Du ihr gar nicht zugehört?

Ähnlich, aber in Vortragsform: http://melaniephillips.com/people-know-arab-israel-impasse-often-dont/

Setz Dich mit den Tatsachen einfach mal auseinander. Wenn Du Fehler in Phillips´ Darstellung gefunden hast, kannst Du sie gern hier richtigstellen.

P., ich freue mich, daß Deine persönliche Umwelt frei von Antisemitismus ist. Ist es möglich, daß es ihn anderswo doch gibt? Oder verprügeln und beschimpfen sich Juden selbst, um ins Fernsehen zu kommen?

Woher kommt der ständige Strom anti-israelischer Berichterstattung? Woher der Unwille, die Arte-Doku auszustrahlen?

Komisch, wo Du es doch selbst nicht erlebst, daß es sowas geben soll….

13. P. Bereit - Mai 10, 2017, 22:00

Woran erkennt man in Deutschland, dass jemand Jude ist?
Richtig. Man kann es nicht erkennen.
Um jemanden anzugreifen weil er Jude ist, also aus rein antisemitischen Gründen, müsste der Antisemit zunächst wissen, dass er einen Juden vor sich hat. Niemand, auch nicht der Jude, trägt seine Konfession vor sich her. Weshalb sollter er das auch tun? Wen interessiert das?
Dass im deutschen Fernsehen von verprügelten oder anderweitig geschädigten Juden berichtet wird, ist eine Rarität. Nicht weil man die Realität schönt, sondern weil Angriffe auf Juden so gut wie nicht vorkommen. Einige tatsächliche Geschehnisse, entpuppten sich oft als normale Straßenkriminalität, über die kein Medium berichten würde, hätte es sich bei dem Geschädigten nicht zufällig um einen Juden gehandelt, der zufällig zur falschen Zeit am völlig falschen Ort war.
Noch einmal. Es gibt antisemitische Straftaten, doch sie ragen aus keiner Statistik hervor. Ich denke an einen Berliner Rabbi, der vor Jahren Opfer einer solchen Attacke wurde. In einer Gegend, wo sich das Berliner Pack trifft.
Wenn eine deutsche Oma Opfer z.B. eines Raubes und hierbei fast zum Krüppel wird, geht kein Journalist vor die Hütte. Ich weiß wovon ich spreche. Wäre die Oma Jüdin, wäre hingegen der Teufel los.
Deutschland ist übersensibel wenn es um Juden und Israel geht. Wer anderes behauptet, sagt die Unwahrheit.
Wer Kritik an Israels Politik allerdings mit Antisemitismus gleichsetzt, der benutzt diesen Begriff bewusst und unredlich als Waffe.

14. P. Bereit - Mai 11, 2017, 6:30

Sorry wegen der Tipfehler.

15. A.mOr - Mai 12, 2017, 13:27

@Ludwig,

bei Dir finde ich „Deine Rechtslastigkeit“ bemerkenswert, (“…Kulturkampf zwischen staatstragender Mitte und Rechtspopulisten…“ (ff.) die Du als Problemzone in Deutschland und Israel vereint sehen willst. Folgendes, welches ganz definitiv nichts mit Israel zu tun hat (auch wenn die Leute in ihrem Haß gegen Juden vereint sind) wirst Du also als „links“ verorten?

Es handelt sich um eine „Palästinenser-Demonstration“ in Berlin vor ungefähr zwei/drei Wochen, das Verschüchtern von Juden auf der Straße gehört zum Programm, welches sich gezielt bei den Berliner Synagogen abspielt.
Der Mann im Vordergrund reckt seinen Arm vor, dort ist allerlei eintätowiert, unter anderem eine „88“, die den Neo-Nazi kennzeichnet.

Arafats Bild wird dort herumgetragen, Arafat-Tücher sind in dieser Aufnahme (auch beim 88-Vorzeigemann) symbolisch bedeutsame Accessoires. Und ein gewisser Frank-Walter hat neulich am Grab des Terroristenführers und Erfinders der Fantastinenser einen Kranz abgelegt, Kondolenz an „88“. (Wo liegt eigentlich das Grab von Hitler? Oder langt für’s erste das Grab des Mufti, um „den Deutschen“ nicht allzu deutlich die Richtung zu zeigen, die der Präsident eingeschlagen hat?)

Sigmar und Frank-Walter repräsentieren nicht nur alle Deutschen (ob jene wollen oder nicht), sondern auch die SPD (trotz ihrer Positionen im „Auftrag aller Deutschen“ wird immerhin von „Stimmenfang“ gemunkelt, etwas, daß sie sich in ihren derzeitigen Ämtern nicht erlauben sollten) und nun noch „88“ im Bund mit arabisch-islamistischen Terror.
Gilt das nun als „staatstragende Mitte“?

(Und ich finde, ob nun von Berlin oder Jerusalem aus betrachtet, daß das sachlich beantwortet werden kann.
Übrigens genauso wie die Frage von Lila, was denn nun sachlich falsch sei an den Schilderungen von Melanie Phillips.
Wie soll es möglich sein, daß fundiert-sachliche Aussagen von ihr bei Dir solche Reflexe auslösen?
“Neben ihrem Pro-Israel-Aktivismus ist sie eine Stichwortgeberin des europafeindlichen, fremdenfeindlichen Rechtspopulismus, also einer politischen Bewegung, die auf komplexe Herausforderungen schlichte und wütende Antworten wie den Brexit gibt.“

Du hast sie Dir nicht einmal angehört und/oder gelesen (der gesprochene Text ist unter dem Video schriftlich abgebildet), stimmt’s?
Das ist doch ein Armutszeugnis bei Dir, daß Du damit auch Lila unterstellst, sie würde zB. „fremdenfeindlichen Rechtspopulismus“ befördern…
Denn das tust Du, auch wenn Du ohne Gegenprüfung gewußt haben willst, was Melanie Phillips zu sagen hat. Vielleicht erzeugst Du damit keine “schmerzhafte Wut“, aber ernst nehmen kann man Deine Position so auch nicht, es sei, sie wird durch Gewaltanwendung „bestärkt“. Es liegt immer nahe solches anzunehmen, wenn die eigentlich vertretene Position dem Verstand zuwiderläuft.

Nu, was ist „rechts“, was ist „links“ in diesen Zeiten der Beliebigkeit?
Vielleicht weiß das nur der Kopf eines Boxers ganz genau, indem er rechts, links austeilt, oder eben links, rechts einsteckt. Im Boxkampf gelten strenge Regeln, für Deutschland in Israel scheint das nicht (mehr) zu gelten?
Sigmar und Frank-Walter, ohne Ehre im Leib, und nach dem Laube klaubend, wo sie doch schon höchste Repräsentanten-Ämter innehaben.
Wo wollen sie noch hin?

Meine persönliche Meinung:
Frank-Walter und Sigmar haben die Ehre beschmutzt, daß sie in Yad Vashem Eintritt fanden.
Man muß Israel fragen, ob es noch Sinn macht, gegenüber solchen Figuren den Anstand zu wahren.

Aber, um es in Worten von @P. Bereit witzlos zu verkürzen, wie es gewissermaßen auch Frank-Walter und Sigmar zu sehen scheinen: „Macht erstmal das Grab vom Schindler schön, ihr Juden, bevor ihr die Klappe aufreißt!“
Oder was?

Nicht einmal minimal kommt man noch zusammen, nur leiblich rückt man sich bei weitem zu nah, und verbraucht das Zuviel an Platz, den solche „prasečí hlavy“ (wie man umgangssprachlich so schön unfein sagt) stets verbrauchen, und das gerade nur für eine Etiquette, die von deutscher Seite so schwer wiegt wie die Wasserstoff-Füllung der Hindenburg.

Ps/ „anerkennenswert“ ist sicher, daß Frank-Walter mit der Ehrung des Terroristenführers im Bunde mit der „88“ seine Nägel mit Köpfen macht: für ihn (und seine Klientel) sind diese Terroristen ein Staat in seiner Friedensvision zur „israelischen Judenfrage“.

16. Lila - Mai 12, 2017, 15:25

Zum Nachlesen:
https://www.taz.de/!5406125/

Woran erkennt man einen Juden?
Am Namen. Am Davidsstern um den Hals. An der Kipa. Daran, daß er kein Schweinefleisch ist oder den Kaffee nach dem Mittagessen schwarz trinkt. Daran, daß er Pessach feiert. Es gibt viele Möglichkeiten. Manche Juden verbergen lieber, daß sie Juden sind. Dann erkennt man sie nicht.

Und dann kannst Du fragen: nun, woran erkennt man schon einen Juden? An gar nichts. Also gibt es auch kein Problem.

Oder?

Und zu Melanie Phillips´ anderen Ansichten: ich bin durchaus intellektuell imstande, mir aus den Ansichten eines Menschen selbst die auszusuchen, die ich vernünftig und gut finde, und die, mit denen ich nicht übereinstimme.

Vielen Menschen scheint das heute abhanden gekommen zu sein, sie beziehen ihre Meinungen a gros. Wenn sie FÜR Rechte für Homosexuelle und Minderheiten sind, dann sind sie auch automatisch FÜR gewaltsamen Widerstand der Palästinenser gegen Israel und GEGEN Brexit.

Man kann gewissermaßen, wenn man EINE ihrer Meinungen kennt, alle anderen auch erkennen, als hätten sie alle gemeinsame DNA.

Ich weiß nicht, warum man nicht einfach sagen kann: ich stimme vielen sog. linken Positionen zu, finde jedoch unmöglich, wie die Linke den Terror verklärt oder wegerklärt und Israel dämonisiert. Und ich habe zwar mit sog. konservativen Positionen eine kleinere Schnittmenge, finde aber richtig, daß sie die an Israel gegebenen Zusagen auch einhalten wollen.

Ansosnten empfehle ich, Melanie Phillips einfach mal zuzuhören. Sonst sieht so ein Kommentar, der sich gar nicht auf ihre Worte bezieht, nämlich etwas blöd aus.

17. G. - Mai 12, 2017, 23:07

Ja, das wäre wünschenswert, wenn man Euch beiden endlich und letztlich zuhören würde, @lila und @A.mOr.

Vielleicht nicht für diese 4,8%, deren Hass durch ihre persönliche. lerngeschichtliche Entwicklung nachvollziehbar, ihre Liebe zum eigenen Leben bei weitem übersteigt. Denen bliebe nur schnibbeln, schneiden, schlucken um einen üblen Klinikjargon zu bemühen, ihr eigenes Wesen auszuleben.

Und zu eben diesem Prozentsatz gehören unser werter Aussenminister und Bundespräsident sicherlich nicht. Sie gehören zum Gros. Seit weit über tausend Jahren kirchlich agitiert, seit über 200 Jahren von den führenden Intellektuellen hierzulande bürgerlich verhetzt. Eine Konstante.

Man spürt es nicht mehr. Tut nicht mehr weh. Und erklärt mehr als hinlänglich die Ressentiments (was für ein feines Wort!) gegen alles (Verzeih mir @lila!) Semitische. Die Affinitäten unserer Medien, die diesen grundlegenden ihres Publikums, die Positionen der Gesellschaft.

Und ein jeder würde schwören, er wäre nicht judenfeindlich. Nein, judenfeindlich wären nur diese bedauernswerten 4,8%. Und natürlich die im 3. Reich. Die „Nazis“. Eben genau die, denen die Aufgabe gestellt, all diese Ressentiments auszuleben. Arme Schweine. Die wenigsten darunter Teil eben dieser 4,8%. Den Sündenbock abschlachten. Um selbst als solcher zu dienen. Derselben Gesellschaft. Anschliessend.

Will keiner hören. Taube Ohren. Alle Seiten.

Also kommt Israel in den Genuss unserer Liebe, unserer Staatsräson. Folgerichtig. Unschuldig. Eben so.

Und doch 😉 … bei alledem … zugegebenermassen anachronistisch … halte ich … erzkonservativ … eisern daran fest: Ein Linker kann nicht recht haben. Hat er es doch, ist er eigentlich ein verkappter Rechter!

18. jim11111 - Mai 13, 2017, 20:33

Ein Linker kann nicht recht haben. Hat er es doch, ist er eigentlich ein verkappter Rechter!

Tut mir leid, aber das ist, insbesondere im Kontext zum antijüdischen Ressentiment, zum Antisemitismus, einfach Blödsinn!

19. nussknacker56 - Mai 13, 2017, 21:28

@A.mOr
Bei der Datierung des Bildes mit dem deutschen/palästinensischen Faschisten ist Dir ein Fehler unterlaufen: Es stammt vom 17. Juli 2014 (Berlin, Fotograf: Boris Niehaus).

20. P. Bereit - Mai 13, 2017, 22:54

Dass der miese Typ mit der 88 auf dem Arm irgendwas gegen Juden propagiert ist nicht belegt. Nicht einmal die Quelle des Bildes.
Weshalb poltert ihr hier eigentlich immer nur gegen Deutschland als befände sich dort der Hort des Faschismus?
Seht doch einmal in die USA. Faschistische Netzwerke aller Art tummeln sich dort. Man marschiert ungestört und ungestraft mit SS-UNIFORMEN AUF DER STRAßE und die reichlich vorhandene jüdische Lobby schweigt. Kein Netanjahu weigert sich einen Us-amerikanischen Präsidenten deshalb nicht zu treffen. Das Spiel mit der Opferrolle funktioniert dort einfach nicht und es lässt sich kein Kapital daraus schlagen.

21. P. Bereit - Mai 13, 2017, 22:57

@G
Gehts eigentlich noch unverständlicher? Ich denke nein.

22. Lila - Mai 14, 2017, 0:24

Hoppa, P.Bereit – die Juden, die Kapital aus ihrer Opferrolle schlagen! Na, deutlicher kann man ein antisemitisches Motiv wohl nicht gebrauchen. Das ist Dir wohl so rausgerutscht?!

Laß mich doch schreiben, worüber ich will. Ich bin Deutsche, deutsche verkappte Antisemiten, oh Verzeihung, ISRAELKRITIKER wie Du widern mich besonders an.

23. P. Bereit - Mai 14, 2017, 16:01

Ist es dir nicht selbst peinlich mich, den du nicht kennst, so zu diffamieren?

24. Lila - Mai 14, 2017, 16:46

Wer die Formulierungen benutzt, die Du gebraucht hast, diffamiert sich selbst.

25. P. Bereit - Mai 14, 2017, 19:10

Liebe Lila. Ich gestatte dir jetzt einen kleinen Einblick in meine Familiengeschichte. Mein Großvater und mein Vater, letzterer als ganz junger Mann, haben mit der Waffe in der Hand gegen den Faschismus gekämpft und dafür gesorgt, dass das Elend auch der Juden verkürzt wurde. In unserer Familie gab es nicht einmal im Ansatz Antisemiten. Und da kommst du daher und meinst den Stab über jemandem brechen zu dürfen, dessem Beitrag dir nicht gefällt?
Ihr müsst euch wirklich nicht wundern, wenn euch die Freunde ausgehen.

26. Lila - Mai 14, 2017, 19:34

Lies einfach noch mal, was Du geschrieben hast. Aus Opferrolle Kapital schlagen – jüdische Lobby – das ist ein klassisches antisemitisches Motiv. Du kannst sehr stolz auf Deinen Vater und Großvater sein, was Dich aber nicht davor bewahrt, Formulierungen zu benutzen, die zum Repertoire des Antisemitismus gehören.

Damit möchte ich Dich nicht persönlich diffamieren, aber genau so funktioniert die Diffamierung von Juden: sie schlagen aus ihrem Opferstatus Kapital.

Das finde ich eine absolut schockierende Formulierung. Ich nehme das anwidern zurück, das war persönlich treffend und im Zorn geschrieben, aber leider kann ich Deinen Beitrag nicht anders sehen.

27. A.mOr - Mai 14, 2017, 19:57

#19.
@nussknacker56, stimmt, mein Fehler, Danke für die Richtigstellung!
Hätte mir nicht unterlaufen sollen, die Quelle ist sauber, nur war ich leider unaufmerksam, bzw., habe dann versehentlich falsche Zeit-Zusammenhänge hergestellt.

Genau wie Du sagst, die Aufnahme ist vom Sommer 2014, als sich ein antijüdischer Mob in Berlin versammelte und verbal sehr spezielle Feinheiten von sich gab, zB.:
„Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein“.
(Ein kleiner Mitschnitt, welcher bei youtube eingestellt wurde.)

Was man dann, zB., auch gelten lassen kann als ~Ergänzung zu (#20) P. Bereit:
„Dass der miese Typ mit der 88 auf dem Arm irgendwas gegen Juden propagiert ist nicht belegt. Nicht einmal die Quelle des Bildes.“

Tja…

Mein Hinweis, daß die Neo-Nazis mit islamistischen Terroristen zusammen marschieren (und Kontakte pflegen) ist dadurch nicht entkräftet, im Gegenteil, es bestätigt nur: wir haben es nicht mit etwas neuem zu tun. Die üben schon länger ihren gemeinsamen Auftritt.

Und zwar von Anfang an. Die Nationalsozialisten selbst haben eben gerade jene „Islamisten“ auf ihrer Seite gehabt, insbesondere ist der Mufti Mohammed Amin al-Husseini (Link) gemeint.

Auszug:
“1943 verhinderte al-Husseini die Freilassung von 5000 jüdischen Kindern, die auf Initiative des Roten Kreuzes gegen 20.000 gefangene Deutsche ausgetauscht werden sollten. Durch seine persönliche Intervention bei Heinrich Himmler erreichte er, dass die Kinder stattdessen in deutsche Konzentrationslager deportiert und ermordet wurden. Der Mufti drängte immer wieder auf den strikten Vollzug des Völkermordes an den Juden,…“

#18,
@Jim.
Der Anarchist Wilhelm Marr ist „links“, der Nationalsozialist Adolf Hitler ist „rechts“, beide sind bekennende Antisemiten gewesen. Antijüdisches Ressentiment ist unabhängig von politischer Orientierung anzutreffen, darüber hinaus aber auch bei gänzlich „unpolitischen“ sowie auch bei „religiösen“ Menschen, und weiß der Antisemit wo noch.

Was den witzigen Satz von G. angeht, das kann nicht so ernst gemeint sein, vermute ich, erzkonservativ oder Tango tanzend ins Abendrot, was sich auch nicht ausschließen wird.
(Und ich denk dann an „Linksausleger“ -also ist die „Schlaghand“ rechts- gibt es auch „Rechtsausleger“, aber das hat nichts mit Rechtsauslegung zu tun, sondern mit Boxen. 😉 )

#17,
@G.
Danke für den Zuspruch.

28. G. - Mai 14, 2017, 20:53

Sinn erscheint überbewertet. Spass sollte auf Augenhöhe stehen. Gegen Linke zu poltern, ein Hochgefühl. Irgendwie die Welt umarmen. Einfach schön. Gerade diese Zeilen haben mir persönlich die grösste Freude bereitet.

Bis zum letzten Atemzug.

Ich bin dabei keinesfalls blind. Ich sehe, dass zur politischen Entscheidungsfindung dieser Tage die Frage ob rechts oder links (Zentristen!) nicht mehr die geringste Rolle spielt. Will ich als Bürger Einfluss auf das politischer Zeitgeschehen nehmen, so bin auf teils linke, teils tatsächlich weitgehend bindungslose Aktionsbündnisse angewiesen. Der beschriebene Kulturkampf findet allenfalls noch in den Köpfen Ewig-Gestriger statt. Bedeutungslos.

Und Deine „Moral“, die Du in den „Kontext“ Deines vorsichtigen Zweizeilers gepackt hast, kannst Du weder belegen noch argumentativ aufrecht erhalten. Behalte sie. Ich mag sie nicht.

Ach … und Stichwort: „Peinlichkeit“. Es wird mir wohl zeitlebens nicht gelingen derart abzustumpfen, dass mir gewisse Beiträge nicht mehr peinlich wären. Deren Intention, deren Impertinenz, deren Lehrmeisterhaftigkeit, deren Unbelehrbarkeit und irrwitzige Chuzpe. Selbst das Opfer? Wahnsinn!

Wenn es mir für einen Augenblick gelänge, die Augen zu verschliessen davor, dass alte politische Richtungen zur Entscheidungsfindung dieser Tage nicht mehr das Geringste beizutragen haben, dies holt mich auf den Boden zurück. Genau so sind etliche unter uns. Und die letzte Aufgabe, die der Rechten verblieben scheint … ist auszumisten! In den eigenen Persönlichkeiten rigoros – wie ebenso in den eigenen Reihen.

Nichts, dass wir mit solcher Gesinnung in eigenen Köpfen oder Reihen je stellen können ohne es sogleich mit dem Arsch wieder einzureissen. Unbelehrbar, widerlich, engstirnig, kleinkariert, zutiefst feige, gierig und neidisch. Besessen davon, andere zu belehren. Ob nun rechts oder links. Jedes Wort, eines zuviel. Widerstandskämpfer, ja ne, is‘ klar! In diesem Sinne also:

„Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf!“

29. A.mOr - Mai 14, 2017, 22:53

#25, P. Bereit:
“Ihr müsst euch wirklich nicht wundern, wenn euch die Freunde ausgehen.“

Juden, die aus ihrer „Opferrolle“ Kapital schlagen würden, sagt das „Opfer der Juden“?
Und Juden, die sich nicht wundern sollen “…wenn euch die Freunde ausgehen“.

Und wundern sich also die Juden:
„Keiner hat uns lieb! Was haben wir getan? Welch ein Jammer!“
Träum weiter, P. Bereit.

Red ich mal für alle: wir wissen sehr genau, was wir getan haben und tun werden oder nicht tun werden.

Und dann erzählst Du noch von vermeintlichen Helden aus Deiner Familie, Vater und Großvater, die großherzig(?) nicht nur die Faschisten in Italien (oder Nordafrika, Spanien, …?) bekämpften, sondern es irgendwie auch taten, um das Leid der Juden zu verkürzen?

Da äußert sich also einer (Du) ganz plump an mehreren Stellen klassisch antisemitisch, aber einer mit so edlen Vorfahren (wie Du) könne kein Antisemit sein? Das heldenartige Deiner Vorfahren hat nicht abgefärbt, wie? Und nein, ich unterstelle Dir dennoch nicht, daß Du ein Antisemit seist, Du kannst ja für Dich selbst reden…

Kleiner Tip noch: tue Gutes, dann schläfst Du besser,
auch wenn Dich die Alpträume jagen ob der grausamen Undankbarkeit der Juden…

Dein Partisaner-Nachfahrer.

30. nussknacker56 - Mai 14, 2017, 23:15

#25

Wenn Ihr Großvater bzw. Vater wirklich mit der Waffe in der Hand gegen den Faschismus gekämpft haben, wie Sie behaupten, wären diese heute zutiefst beschämt über das, was ihr Enkel bzw. Sohn so von sich gibt.

Es gibt für Sie nicht den geringsten Grund, sich auf Leistungen Ihrer Vorfahren zu berufen.

31. jim11111 - Mai 15, 2017, 1:20

Was den witzigen Satz von G. angeht, das kann nicht so ernst gemeint sein, …

Wenn es ein Witz war?

Ich selbst stehe, wie Du Dir denken kannst, jeglicher Ideologie kritisch bis ablehnend gegenüber. Möchte allerdings doch noch darauf hinweisen, dass gerade jüdisches Denken, jüdische Ethik, naturgemäß dem linken Spektrum zugerechnet werden muss. Denke da an Hermann Cohen zB, Max Horkheimer, Benjamin, Fromm, Marcuse, Hans Jonas, Levinas und viele, viele andere.

Nun, in diesem Sinne aber ist Frau Melanie Phillips mit ihrer Sicht auf zB Homosexuellenehe oder auch Klimawandel und einige Punkte mehr, ziemlich umstritten, ihr von Lila hier verlinkter Beitrag allerdings ist in allen Punkten vollkommen zutreffend. Die daraus zu ziehenden Schlüsse in Hinblick auf Frieden sind nichts weniger als niederschmetternd.

Eines möchte ich jetzt doch noch anführen, ja, Israel wurde wiedergegründet und der Holocaust aber, spielte dabei die entscheidende Rolle; eine sehr kluge, ja bewundernswerte Israelin schrieb vor Jahren im Spiegel-Forum sinngemäß: „Im Angesicht des Holocaust hielt die Welt den Atem an und – hat den mit dem Teilungsplan den Staat Israel, die Heimat der Juden, beschlossen!“

Ja, die Welt hielt den Atem an.

Vielleicht noch ein Zweites, es gab doch den einen oder anderen Anlass zur Hoffnung, zB Oslo und auch die saudische Friedensinitiative 2002, Frau Philips erwähnt diese nicht. Oslo ist gescheitert und gegenüber der saudischen Initiative erweckte Sharon den Eindruck, dem Vorschlag sehr interessiert gegenüber zu stehen. Plötzlich wurde, nachträglich, vermutlich auf Betreiben des Iran, durch Libanon die Aufnahme des Rückkehrrechts in diese Initiative eingebracht und am Tag vor deren Vorlage am Beiruter Gipfel, kam es zum Anschlag von Netanya mit 40 Toten und Hunderten Verletzten.

Am 30. April 2013, dem Tag der Veröffentlichung der überarbeiteten Friedensinitiative, kam es zur tödlichen Messerattacke auf Evjatar Borowsky, den ersten Terroranschlag nach mehr als eineinhalb Jahren. Damit war auch diese wieder vom Tisch.

Es ist der Terror, mit dem Israel unter Druck gesetzt ist, es ist der Terror, mit dem ein im Grunde links-liberales Land nach rechts gebombt, jede Annäherung verhindert wird und es ist nicht zuletzt das Flüchtlingsproblem, das jeglichen Anlauf zum Frieden torpediert und letzten Endes zerstört.

32. P. Bereit - Mai 15, 2017, 14:19

Wie konnte ich mich so irren. Ich hatte tatsächlich gehofft, Jahre der Abstinenz des Blogbetreibers könnten dazu führen, sich als Brückenbauer zwischen Israel und Deutschland zu verstehen und nicht als jemand, der die bestehenden Gräben weiter vertieft oder bereits geschlossene wieder aufreißt.
Es ist schwierig und unglaubwürdig, im Zorn gesagte Worte damit zu verbrämen, man hätte sie so nicht gemeint. Du Lila, hast schon oft eine Wortwahl getroffen, die nur ein Ziel hatte. Den Gegenüber klein, minderwertig und unglaubwürdig zu machen. Also das, was man schlechthin als Diffamierung bezeichnet. Insofern ist das hier kein Ausrutscher.
Zu meinen Vorfahren. Was ich zu ihnen bisher sagte, ist eine Behauptung, die ihr glauben oder negieren könnt. Das ist mir völlig gleich. Ich werde euch nicht deren Geburtsurkunden oder das Familienalbum übersenden. Übrigens, was Behauptungen anbelangt. Das seht ihr doch ansonsten auch nicht so eng und werft damit nach Belieben herum. Eines vielleicht doch noch. Ich bin tatsächlich stolz auf meine behaupteten Vorfahren. Weshalb? Weil sie etwas taten, was sie tun mussten, um sich der Barbarei zu erwehren. Darauf bilde ich mir nichts ein. Wohl aber darauf, dass ich, als auch meine Kinder in diesem Sinne erzogen wurden.
Was haben eure Vorfahren eigentlich getan? Ich gehe in den meisten Fällen nicht davon aus, dass ihr Kinder oder Enkel von Holocaustopfern seid, ansonsten wäre die Argumentation eine andere. Was also haben eure Eltern und Großeltern im zweiten Weltkrieg Krieg getan? Waren sie im Widerstand oder gehören sie zu denen, die behaupten, sie hätten immer nur das Essen für die Kameraden geholt? Ob nun in Stalingrad oder später in Sabra und Schatila.
Nun einige Worte zu AMOR. Man denkt bei diesem Namen unwillkürlich an LIEBE, ZUNEIGUNG und WOHLWOLLEN, doch das ist angesichts der Blogvita dieses Protagonisten natürlich nur ein Irrtum. Er ist einer derjenigen, der auf Basis seiner rechtszionistischen Ideologie, Hass zwischen Israel und Deutschland sät. Andererseits ist er, wie einige andere seines Schlages, ein Segen insofern für Israel, dass er und seinesgleichen eine Marginalität darstellen und nicht DAS Israel oder DAS Judentum abbilden. Viele Israelis, darunter selbst Holocaustsüberlebende, sind deutlich entspannter und sehen ihr Lebensziel nicht im Streuen von Hass, Missgunst und Unwahrheiten, sondern in einem Neuanfang.
Ich will hier nichts Falsches behaupten. Bei einigen von euch nehme ich jedoch an, dass ihr lediglich auf die zionistische Ideologie aufgesprungen seid, euch aber ansonsten mit dem Judentum nichts wirklich verbindet. Das kann man machen, man muss sich aber als Deutsche nicht jüdischer geben als die Juden selbst und nicht so tun, als hätte man mit der deutschen Vergangenheit selbst nichts zu tun. Das ist zu billig und durchschaubar. Letztlich schadet ihr dem Land Israel und seinen Menschen, weil der Eindruck entsteht, ihr nutzt das Leid der Opfer, um euch selbst ideologisch zu überhöhen.
Eine letzte Bemerkung zu einer meiner Behauptungen, die aber nicht ursächlich die meine, sondern durch Untersuchungen belegt ist. Nicht die Opfer und Überlebenden des Holocaust haben Kapital aus ihrer schrecklichen Geschichte geschlagen, sondern US-amerikanische Anwaltskanzleien und US-amerikanische jüdische Organisationen mit Alleinvertretungsanspruch für jüdische Besitzangelegenheiten. Dorthin sind zig- Milliarden insbesondere aus Deutschland und der Schweiz geflossen. Niemand hat die Exaktheit dieser Forderungen je überprüft. Wären die Milliarden den Opfern zugutegekommen, ich hätte noch Geld draufgelegt. Doch bis heute weiß niemand, wo es in Gänze geblieben ist. Seht euch um. Selbst in Israel leben viele Holocaustopfer auf niedrigstem Sozialhilfeniveau. In vielen südamerikanischen Staaten gingen sie sogar betteln.
Ein Letztes. Weshalb wird eigentlich nicht bzw. kaum darüber gesprochen, dass Russland allein ca. 27 Millionen Opfer im Rahmen des 2. Weltkrieges und der Nazidiktatur zu beklagen hat, für die niemand Milliarden einforderte?
Ich wünsche euch einen schönen Tag.

33. P. Bereit - Mai 15, 2017, 15:44

Indem du meinen abschließenen Beitrag sperrst, so wie auch in der Vergangenheit , wirst du das Problem nicht los.

34. Lila - Mai 16, 2017, 8:18

Ich habe nichts gesperrt, war einfach gestern nicht im Internet und habe nichts freigeschaltet.

Du hast Dich in Deiner Wortwahl schwer vergriffen und meinst nun, durch aggressive Angriffe auf mich zu verschleiern, daß Du Dich als Antisemit enttarnt hast.

Das ist alles.

Ich habe kein Problem. Außer damit, daß mein Heimatland voll ist mit Leuten, die verkappt Juden hassen.

Deine Vorfahren haben damit nichts zu tun.

Du hast Dich ge-outet, wie man so unschön sagt. Da hilft kein Getöse darüber, wie unnütz Du mich findest.

35. P. Bereit - Mai 16, 2017, 12:49

@Lila
Du weißt so gut wie ich, dass ich alles andere bin als ein Antisemit. Du wolltest mich beleidigen. Doch ich bin kein kleiner, ungebildeter Idiot mit Glatze und Springerstiefeln und einer 88 auf dem Arm.Jeder der mich auch nur flüchtig kennt, weiß, dass ein solcher Vorwurf Nonsens ist.
Nonsens ist auch die Feststellung, Deutschland wäre voll von Judenhassern. Das grenzt, mit Verlaub, schon an Verfolgungswahn. Dein und Euer Problem ist, dass ihr Kritik an der israelischen Politik und Antisemitismus gleichsetzt. Das ist kein Denkfehler, sondern staatlich gestützte Strategie.
Was glaubst du, weshalb ich immer wieder nach Israel reise, zuletzt vor 3 Wochen?
Weil ich die Juden hasse oder etwas grundsätzliches gegen Israel habe? Das wäre doch hirnrissig. Oder?
Weshalb kommen so viele Israelis, viele für ständig, nach Deutschland? Weil Deutschland voller Antisemiten ist, wie du propagierst?
Mensch Lila! Du hast von Deutschland keine Ahnung mehr. Deine „Erfahrungen“ mit Deutschland stammen aus Beiträgen zumeist linker Blätter, die jeden Vorfall, insbesondere mit Ausländern und Juden, ausländerfeindlich oder antisemitisch aufblasen, oft aber vergessen; den Sachverhalt später richtigzustellen. Was war mit dem gemobbten jüdischen Jungen? Ein schlimmer Sachverhalt. Richtig. So wie er tausendfach täglich an deutschen Schulen vorkommt. Nur sind die Opfer zumeist nie Juden und kein TV und keine Zeitung interessiert sich dafür.
Ich lade dich nach Deutschland ein. Wir können tagelang um die Häuser ziehen und du wirst nirgendwo und nirgendwann mit Antisemitismus konfrontiert werden. Dabei kannst du von mir aus, einen Davidstern um den Hals tragen.
Es könnte jedoch passieren, dass du mit einer wehenden Israelflagge barsch gefragt würdest, ob z.B. eure Siedlungspolitik und das
Verhalten eurer Regierung gegenüber einem deutschen Minister richtig war oder ist.
DAS ist Deutschland!
Ich hielte dich auch nicht für überflüssig, würdest du etwas für die Freundschaft zwischen Israel und Deutschland tun, wärest du ein Mittler zwischen den Welten. Stattdessen zerfließt du in einer Art Selbsthass. Gemeinsam mit Typen wie AMOR, bei denen man sich fragt, woher er seinen Seelenhass bezieht.
Ich sage es noch einmal. Komm nach Deutschland und sieh selbst, wie liebenswert dieses Land ist.
Wenn du den Schatten suchst, wirst du ihn auch in Deutschland finden. Das gilt für Deutschland, wie für alle Länder dieser Erde. Inklusive Israel.
Vielleicht besteht zumindest in dieser Betrachtungsweise Konsens zwischen uns.
Dein Blog wäre wirklich lesenswert, wäre da nicht immer wieder, diese flache Propaganda, insbesondere gegen dein eigenes Heimatland .
So. Das wollte und musste ich dir noch sagen. Damit ziehe ich mich aus deiner Welt zurück und wünsche dir neben viel Glück, insbesondere wirkliche Einsichten. Zum Nutzen von Israel und Deutschland.

36. Ludwig - Mai 16, 2017, 13:35

Lila – 12,

Melanie Phillips oder ähnliche Texte, die den Krieg zwischen Juden und Palästinensern erklären sollen, lese ich zunächst mit Blick auf die Gestaltung der Zukunft, also mit der Fragestellung, was die jüdische Nation tut, um die Dynamik dieses Krieges zu gestalten. In dieser Hinsicht sagt Phillips sehr wenig. Sie meint einfach, dass die Juden weiter mit militärischer Gewalt über die Palästinenser in der Westbank herrschen und sonst nichts weiter tun sollten, um diesen Krieg niedriger Intensität politisch zu gestalten.

Damit wird aus meiner Sicht auch klar, dass es sich bei Phillips Text nicht um eine tragfähige Analyse von „Fakten“ handelt, sondern eher um eine Außendarstellung des ideologischen Kompromisses, auf dem die seit 2009 regierenden Koalitionen zwischen israelischer Mitte und Rechten beruhen.

Dabei verliert Phillips sich in zeitgeschichtlichen, moralischen und rechtlichen Betrachtungen, um zu belegen, dass die Juden gut und die Palästinenser böse sind. Viele Argumente richten sich an konservative Amerikaner, einige scheinbar an Liberale, andere an religiöse jüdische und christliche Zionisten. Manche von Phillips Gründen für Israel nichts zu tun wurden direkt nach den Neins von Karthoum ausgedacht und haben sich seither kaum geändert. Etliche andere sind relativ neu und wurden vermutlich dem Levy-Bericht entnommen.

Wenn ich all das wieder auf meine Ausgangsfrage nach einem politischen Programm für die Zukunft beziehe, bekomme ich durch Phillips Ausführungen den Eindruck, dass Israel aktuell stärker Teil des Problems ist, als Teil einer Lösung. Demnach wirkt es für mich als Leser dieses Textes wahrscheinlicher, dass sich der Dauerkrieg zwischen Juden und Palästinensern eher durch externe politisch-militärische Schocks weiter entwickeln wird, als durch politische Initiativen Israels.

Lila, all das ist nichts Neues, sondern der sogenannte „Status Quo“.

Interessant wird es erst, wenn man den Kontext verändert und Phillips Positionen in der europäischen Debatte anschaut. Kürzlich meinte sie, Irland und Schottland seien eigentlich keine Nationen, sondern irgendwie erfunden – im Gegensatz zur authentischen Nation der Britannier.

http://melaniephillips.com/when-nationalisms-collide/

Bei solchen nationalistisch-chauvinistische Diskursen einer Engländerin kommen die anderen Inselvölker vor der Küste des Kontinents so richtig in Fahrt:

http://www.irishtimes.com/news/politics/furious-response-to-column-saying-ireland-has-tenuous-claim-to-nationhood-1.3001173

http://bellacaledonia.org.uk/2017/03/07/authentic-nations/

Die Debatte ist spannend anzuschauen und illustriert gut wie sich nationale Identitäten gegeneinander abgrenzen. Für mich als Deutschen berührt diese nationalistische Polarisierung allerdings auch eine sicherheitspolitische „Rote Linie“, die im letzten Jahr viel relevanter geworden ist, durch den Brexit und die Unsicherheiten in der Westlichen Welt rund um Donald Trumps Amtsantritt.

Rechtspopulistische Europa-Feinde wie Phillips stehen auf der einen Seite dieser „Roten Linie“.

Deutschland steht auf der anderen Seite.

Viele Grüße

Ludwig

37. Ludwig - Mai 16, 2017, 13:44

@ A.mOr – 15,

„Meine persönliche Meinung: Frank-Walter und Sigmar haben die Ehre beschmutzt, daß sie in Yad Vashem Eintritt fanden. Man muß Israel fragen, ob es noch Sinn macht, gegenüber solchen Figuren den Anstand zu wahren.“

Bei allem Respekt für Deine Leidenschaftlichkeit, A.mOr. Die Sache ist eigentlich ganz einfach:

Deutschland will einen Palästinenserstaat, Israel will keinen.

Es ist relativ sinnlos solche Interessenkonflikte zwischen Staaten zu personalisieren. Wenn der deutsche Bundespräsident im zukünftigen Staat Palästina einen Kranz am Grab des Staatsgründers ablegt, dann tut er das im Namen Deutschlands und in Absprache mit der Bundesregierung. Als der deutsche Außenminister einen Streit mit der israelischen Regierung öffentlich eskaliert hat, um einen diplomatischen Eklat auszulösen, hat er das vorher mit der Bundeskanzlerin abgestimmt. Beide handelten also nicht als Privatpersonen oder Parteipolitiker, sondern im Namen und im Auftrag des Staates.

Mein Eindruck ist, dass die Bundesregierung die israelische Regierung neuerdings als zunehmend autoritär und rechtspopulistisch einstuft, Israel als gefährdete Demokratie sieht und entsprechend offen Einfluss nimmt. Dabei versucht Deutschland die gewachsenen Beziehungen zum jüdischen Staat als Teil der deutschen Erinnerungskultur zu trennen von den tagesaktuellen Konfliktpunkten rund um die Palästinenserpolitik und die Dämonisierung von Teilen der israelischen Linken durch die Rechte.

A.mOr, wo Du vermutlich zwischen Israel und „den antisemitischen Sozen“ polarisieren willst, ziehst Du eigentlich eine „Rote Line“ zwischen Israel und Deutschland.

Ich verstehe nicht, warum das gut für Israel sein sollte.

Beste Grüße

Ludwig

38. Jürgen - Mai 16, 2017, 19:49

Eine deutsche „Linke“, die „Gemeinsames“ mit der Fatah sieht, ein SPD-Außenminister, dem es scheißegal ist, ob er ein Gastland verärgert bzw. der es gezielt darauf anlegt als armes Opfer darzustehen, dem die bösen jüdischen Machthaber die freie Rede verbieten (möchte wirklich mal sehen, wier der reagieren würde, wenn Fr. Le Pen die Wahl gewonnen hätte (was sie zum Glück nicht hat) und sich dann als erstes auf offizieller Reise mit den Reichsbürgern getroffen hätte), ein ebensolcher Präsident, der am Grab des Großmeisters der Taquyyia einen Kranz niederlegt….

die kann man doch beim besten Willen nicht mehr gut finden, selbst wenn man sonst eigentlich für sozialen Ausgleich und Unterstützung sozial minderpriviligierter Bevölkerungsteile ist.

Warum muss man angesichts der Tatsache, dass die eigenen Vorfahren milionen Juden ermordet haben oder das zumindestens nicht verhinderten (natürlich außer Deinen lieber p-Bereit… schon komisch hast wohl nur einen Opa ?, was ist denn mit der Restfamilie ????) nun ausgerechnet diejenigen Leute unterstützen, die versuchen mit den aktuellen Juden dort weiterzumachen, wo das eigene Land 1945 gescheitert ist?

Und warum ist man dann natürlich sofort ausländerfeindlich, wenn man unterscheidet zwischen den Menschen die einer verfolgten Minderheit angehören (bspw. arabische Christen) und denen die aus rein wirtdschaftlichen Gründen nach Europa kommen und denen unsere Kultur und Religion völlig egal ist, bzw. denen sie als minderwertig gilt?

Ich finde auch dass kein einziger Protagonist der „Pro-Israel-Lobby“ was immer das auch genau ist – überall hundertprozentig recht hat, aber das heißt lange nicht, dass sie dann natürlich auch immer hundertprozentig unrecht haben.

Ich kenne nette und vernünftige Leute, die Trump gewählt haben! ECHT!!!! (auch wenn mir ein anderer Präsident lieber wäre).

Es hilft alles nix : SAPERE AUDE – selber denken!

39. nussknacker56 - Mai 16, 2017, 21:31

Eigentlich ist jedes Wort zu diesem PB reine Verschwendung. Er ist ein eindeutiger Antisemit, der immer wieder zwischen dem primären und sekundären Status wechselt. Letzteres erlaubt ihm die Selbstsuggestion, ersteres nicht zu sein. Seit Jahren lädt er hier seinen Müll ab und wie jeder Antisemit ist er damit beschäftigt, seinen Wahn immer wieder von Neuem zu befeuern. Die vielen Argumente und das gute Zureden, die in dieser Zeit an seine Adresse erfolgten, haben nichts – absolut nichts – bewirkt.

Lila, es ist Ihr Blog und ich bewundere Ihren Langmut. Ich dagegen hätte diesen Burschen schon längst rausgeschmissen.

40. G. - Mai 17, 2017, 1:44

Irgendwie schade. Schaut man sich des Kaisers neue Kleider an, könnte es so lustig sein. Dieses seit Jahrhunderten stets neue Gewand der Judenfeindlichkeit.

Wäre eben da nicht die begleitende „Gewalt“. Historisch in etlichen Epochen erfahren, verlangt sie nun ultimativ die Umsetzung einer Israel einseitig entblössenden Ideologie, dessen potentiell hieraus resultierendes Ende augenscheinlich billigend und achselzuckend in Kauf nehmend. Begleitet von falschem Zeugnis. Zum Schaden. Stetig.

Dieser stete Strom von zeitgemässer Argumentation, von Moral, von beredter Ethik. Seit Jahrhunderten. Der Jud ist schuld. Man entblödet sich nicht.

Und manch geschmeidige Worte erscheinen auf den ersten Blick tatsächlich heiterer als die Rede eines Hans-Rudolf Merz vor dem Bundesrat bezüglich Bündnerfleisch. An offensichtlicher Idiotie kaum zu übertreffen. Immer noch die Gesinnung eines grösseren Teils der Bevölkerung hierzulande.

Danke, @lila, für diesen Blog. Für diese seltene und ungemein wertvolle Gelegenheit in einen Spiegel zu blicken. Kristallklar mit nachvollziehbarer Motivation in erhabener Zivilcourage gegen allgemeinen Widerstand mit geschliffenem Wort hingehalten.

Anstelle nun also all die deutlich tendenziösen allein in diesem thread (einmal mehr) an die jüdische Adresse gerichteten Forderungen und Urteile … hier summierend in einen heiteren Zusammenhang zu stellen, möchte ich den Ausspruch Max Liebermanns erinnern – angesichts der seinerzeitigen Fackelzügen am Pariser Platz:

„Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.“

Und noch etwas. @A.mOr, Dein Wesen ist anders als das meine. Offensichtlich zutiefst freundlich, friedlich und empathisch. Danke also fürs Zurückschlagen. Die einzige Sprache auf Erden, die wir letztendlich verstehen. Und das sollten wir so langsam. Um unserer selbst willen.

41. P. Bereit - Mai 17, 2017, 7:38

So ist es, lieber Nussknacker. Manche Nuss ist halt nicht zu knacken, andere sind komplett hohl und insofern eine Enttäuschung.
Auf letzteres lässt dein letzter Beitrag schließen, der quasi inhaltslos ist. Tag und Nacht das Wort ANTISEMIT wiederholen, mehr fällt dir nicht ein, obwohl mein letzter Beitrag eine Reihe von Argumenten enthält, zu denen du einfach nichts zu sagen hast, nichts sagen kannst. Leute wie du, rechtsnationalistisch bis aufs Knochenmark, würden in Deutschland vermutlich als Nazis durchgehen. Dir bräuchte man nur Macht an die Hand geben und du würdest dafür sorgen, dass man allen Andersdenkenden, darunter den Palästinensern, den Hals umdreht oder sie zumindest mundtot macht. Richtig? Du bist zur falschen Zeit geboren. Das ist alles. Für diese Zwecke missbrauchst du diesen Blog und unterstellst diese Absicht anderen.
Ich will etwas anderes und ich habe nie anderes behauptet. Freundschaft mit Israel auf Augenhöhe, die eine offene Diskussion aller bestehenden Probleme zwischen uns einschließt. Das unterscheidet PB von einem
vor Nationalismus nur so triefenden Nussknacker, der glaubt besonders kreativ zu sein, wenn er jeden als Antisemiten beschimpft und Deutschland in den Schmutz zieht. Für mich ist Deutschland mehr, als 12 Jahre Hitlerdiktatur. Das sollte man im Jahre 2017 auch wieder mit Stolz sagen dürfen.
Setz dich mit AMOR zusammen, falls ihr ohnehin nicht ein und dieselbe Person seid und denkt darüber nach, was ihr zum Wohle der deutsch-israelischen Freundschaft leisten könnt und sät nicht Hass. Das ist mein Anliegen.

42. Ludwig - Mai 17, 2017, 12:14

Déjà vu. Diese Debatte hier polarisiert sich auf die vertrauten Art durch. Vermutlich geben die meisten von uns Lila recht, jeweils aus ihrer Sicht:

„Kurz, die Welt ist durchgedreht. Lügen gelten als Wahrheit, die Wahrheit darf man nicht sagen, Floskeln werden wiederholt, bis alle sie glauben und nachplappern. Es ist zum Verzweifeln.“

Spannend finde ich, zu verstehen, wie sich diese Polarisierung in gegensätzliche Weltbilder gestaltet. Dazu vier Thesen:

1. P.Bereit sieht sich als Anti-Faschist.

So wie ich P.Bereits Texte lese, ist er über 50 und wurde in der Deutschen Demokratischen Republik sozialisiert. Er denkt in Kategorien von Anti-Imperialismus, Anti-Faschismus und Völkerfreundschaft – soweit ich das als Kind der Rheinischen Republik verstehen kann. Seinen kulturell bedingten, latenten Anti-Amerikanismus finde ich etwas irritierend. Ähnlich schlicht würde er vermutlich meine Vorurteile gegenüber Russland und den Russen finden.

Übrigens: Alle Anwälte, die länderübergreifend und mehrsprachig arbeiten, beispielsweise bei der Durchsetzung von Entschädigungsforderungen von Holocaust-Opfern, wirken wie geldgierige Halsabschneider. Ganz einfach weil sie Tagessätze von über 1000 Euro berechnen. Das kann natürlich auch für jüdische Anwälte gelten.

2. Aus meiner Sicht ist Antisemitismus eine spezifische Form von Fremdenfeindlichkeit.

Wenn man sich die Statistik des Innenministeriums über Hassverbrechen in Deutschland anschaut:

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Nachrichten/Kurzmeldungen/2017/pmk-2016-hasskriminalitaet.html
http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Nachrichten/Pressemitteilungen/2016/05/pmk-2015-hasskriminalitaet.html

Dann sieht man, wie sich im Jahre 2015 im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der fremdenfeindlichen Hassverbrechen verdoppelt hat und 2016 auf etwa der gleichen Höhe blieb. Währenddessen blieben antisemitische Straftaten in etwa konstant.

Im letzten Jahr kam auf ein antisemitisches Gewaltverbrechen 38 fremdenfeindliche Gewaltverbrechen. Aus demografischen Gründen unterstelle ich, dass eine großer Teil dieser Angriffe in einem islamfeindlichen Kontekt standen.

Demnach ist in Deutschland Islamophobie der neue Anti-Semitismus und sollte hierzulande auch mit der gleichen Härte bekämpft werden.

3. Hass auf den jeweiligen Feind ist ein allgegenwärtiger Bestandteil von Kriegen zwischen verschiedenen Völkern. Das macht palästinensischen Judenhass und jüdischen Palästinenserhass zu normalen Reaktionen. Beides wirkt moralisch betrachtet abstoßend, ist aber psychologisch-funktional gesehen eine natürliche Reaktion auf den nationalen Feind: Wer uns traumatisiert, den hassen wir dafür.

4. Umgekehrt gibt es Antisemitismus, der sich als Anti-Zionismus tarnt und Islamophobie, die sich als Zionismus bzw. Pro-Israel-Aktivismus ausgibt. Nur ist es praktisch unmöglich hierzu eine fruchtbare Debatte zu führen, weil die Pro-Anti-Fronten an dieser Stelle rettungslos polarisiert sind.

43. Lila - Mai 17, 2017, 12:50

Da sind sie alle versammelt, die hohlen Phrasen der Beschwichtiger. Islamophobie ist der neue Antisemitismus, Antisemitismus ist nichts weiter als Fremdenhaß, Juden hassen die Palästinenser so wie sie von ihnen gehaßt werden – jede einzelne Phrase ist geschichtsvergessen, beweisbar falsch, dient dazu, den auf Vernichtung des jüdischen Volks gerichteten Haß beschwichtigend einzuordnen, wegzuerklären. Und gleichzeitig die Juden selbst in die Täterkette mit einzureihen.

Es besteht ja wohl ein krasses Mißverhältnis zwischen dem täglichen antijüdischen Terror auf der ganzen Welt und den paar jüdischen Terroristen, deren Namen man kennt, weil ihre Gräueltaten eben NICHT die Norm sind. Baruch Goldstein, Ami Popper etc.

Aber jeden Tag werden irgendwo auf der Welt Juden angegriffen.

Mein Sohn arbeitet als Security Guard bei einer jüdischen Einrichtung in London, die ihre Adresse nicht auf dem Briefpapier hat, die nicht im Telefonbuch steht und kein Schild am Gebäude hat. Es ist eine ganz normale kulturelle Einrichtung einer jüdischen Gemeinde, ohne Geheimnisse. Aber sie wollen leben, deswegen geben sie nicht bekannt, wo genau sie sitzen.

Wer sonst wird so gehaßt, daß er mit Tarnkappe durchs Leben gehen muß?

Warum stehen Polizisten von Synagogen und jüdischen Schulen, vor Moscheen aber nicht?

Jedes Kind kennt die Antwort. Aber die Phrasendrescher der Beschwichtigung erklären das alles für normal, bedauerlich, aber normal.

44. P. Bereit - Mai 17, 2017, 15:53

@Ludwig
Ein sinnvoller Beitrag. So könnte es sein. Muss es aber nicht.
Übrigens. Meine Wiege stand in Köln-Lindenthal. Es ist keine Frage der Herkunft und auch nicht der Sozialisation, ob man etwas gegen die Politik der USA hat. Es ist eine Frage des Anstandes. Insofern besitze ich eine tiefe Ablehnung dieser verbrecherischen Politik. Tatsächlich.
@Lila
Jüdische Einrichtungen in Deutschland und anderswo werden nicht deshalb besonders geschützt, weil eine permanente Bedrohungslage für Juden in aller Welt besteht, sondern insbesondere deshalb, weil die Auseinandersetzungen zwischen Israel und den Palästinensern für Verrückte Anlass sein KÖNNTEN, diese in andere Länder zu tragen.
So zu tun, als würden sich die Antisemiten massenhaft auf die Juden stürzen, zöge man die Sicherheitsdienste von den Einrichtungen ab, ist grotesk.
In Berlin z. B. rennt kein Jude mit Tarnkappe rum. Ganz sicher nicht.
Unsinn ist es auch, generell von HassVERBRECHEN zu reden. Was ein Verbrechen ist, beschreibt das StGB.
Malt irgendjemand ein Hakenkreuz oder eine SS-RUNE an eine jüdische Einrichtung, dann ist das in der Statistik ein solches „Verbrechen.“ Damit will ich das nicht gutheißen.
Das Juden durch echte antisemitische Angriffe wirklich zu Schaden kamen, in Deutschland, ist nicht nennenswert.
Ich sage es noch einmal, auch wenn ihr es nicht hören wollt: Kaum jemand in Deutschland interessiert sich für Juden. Sie leben friedlich und integriert unter der deutschen Bevölkerung. Sie gehen niemanden mit ihrer Religion auf den Keks und behaupten auch nicht, ihr Gott wäre der einzig wahrhaftige. Was sie Deutschen und andere Europäer tatsächlich haben, ist Wut, ja auch Hass, auf kriminelle Einwanderer, darunter auch wirkliche Antisemiten. Das aber, ist eine völlig andere Geschichte.

45. P. Bereit - Mai 17, 2017, 16:07

Habe noch was vergessen. Wir gehen gelegentlich in ein Berliner jüdisches Restaurant, dass sich ganz in der Nähe einer bekannten Synagoge befindet. Alle Gäste sind sichtbar, so dass vermutlich keiner eine Tarnkappe trägt. Man hört auch hebräisch. Vermutlich von Juden gesprochen.
Kein Polizist oder Angehöriger einer Spezialeinheit steht an der Küchentür. Offenbar hat keiner Angst, es könnten sich Antisemiten in die Küche schleichen, um das Essen zu vergiften. Berliner Alltag.

46. jim11111 - Mai 17, 2017, 19:05

Berliner Alltag.

apropos: Das erreichte 2014 seinen Höhepunkt, als bei Demonstrationen in Berlin gerufen wurde: ,Hamas! Hamas! Juden ins Gas!‘ Das hatte es in dieser Radikalität in den Jahren zuvor nie gegeben; eine erschreckende Entwicklung. Es handelt sich nicht mehr um dumpfen Antisemitismus ungebildeter Menschen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-04/antisemitismus-deutschland-gewalttaten-studie-bundesinnenministerium

Antisemitismus ist für viele Juden in Deutschland noch immer ein großes Problem. Dies geht aus dem Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus der Bundesregierung hervor, der an diesem Montag veröffentlicht wurde. Demnach sorgen sich viele Menschen jüdischen Glaubens aufgrund alltäglicher antisemitischer Erfahrungen zunehmend um ihre Sicherheit. Internet und soziale Medien seien zu zentralen Verbreitungsinstrumenten von Hassbotschaften und antisemitischer Hetze geworden. Die Sachverständigen fordern deshalb eine verbesserte Erfassung und Ahndung antisemitischer Straftaten sowie die Stärkung von Beratungsangeboten. Zudem plädieren sie für die Einsetzung eines nationalen Antisemitismus-Beauftragten.

Der Expertenkreis warnt zugleich vor der Verharmlosung judenfeindlicher Strömungen unter Rechtsextremen oder in der gesellschaftlichen Mitte. Nach wie vor sei das rechtsextremistische Lager der bedeutendste Träger des Antisemitismus in Deutschland – auch wenn Antisemitismus unter Muslimen ein wachsendes Problem sei….

http://www.tagesspiegel.de/politik/straftaten-gegen-juden-wie-antisemitisch-ist-deutschland/13593906.html

Antisemitismus ist tief verankert

Nährboden für Straf- und Gewalttaten ist dabei ein tief in der deutschen Gesellschaft verankerte Antisemitismus, wie mehrere Studien zum Thema in der Vergangenheit gezeigt haben. So veröffentlichte im vergangenen Jahr das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld eine Umfrage, wonach rund 15 Prozent der Bürger die Auffassung vertreten, Juden hätten zu viel Einfluss in Deutschland. Bei den über 60-Jährigen lag diese Zahl sogar bei 23 Prozent.

2012 zeigte wiederum eine Untersuchung der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), dass Judenhass nicht nur an den Rändern, sondern bis weit in die Mitte der Gesellschaft reicht. So seien antisemitische Einstellungen bei knapp einem Drittel (28 Prozent) der Bevölkerung in der einen oder anderen Form festzustellen.

„Das hohe Niveau antisemitischen Alltags ist erschreckend und die Ignoranz gegenüber diesem Problem frustrierend“, konstatiert Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung. „Mit Lippenbekenntnissen ist wird man den Antisemitismus nicht besiegen, wenn gleichzeitig die Empfehlungen von Experten und Zivilgesellschaft in der Politik nicht beachtet werden.“

https://www.welt.de/print/welt_kompakt/article163570429/Antisemitismus-ist-Alltag-in-Deutschland.html

Millionen Menschen in Deutschland haben feindliche Einstellungen gegenüber Juden. Das zeigen mehrere Studien. Über das konkrete Ausmaß von Antisemitismus existieren verschiedene Angaben. Laut der Bertelsmann-Studie von 2015 stimmt jeder vierte Bundesbürger der Aussage zu, „Juden haben auf der Welt zu viel Einfluss“.

In einer von der Bundesregierung beauftragten Studie kamen Experten im Jahr 2012 zu dem Ergebnis, dass 20 Prozent der Bevölkerung latente antisemitische Einstellungen aufweisen. Die Autoren der Studie „Die enthemmte Mitte“ der Universität Leipzig sprachen zwar 2016 von einer rückläufigen Entwicklung. Demnach seien nur noch 4,8 Prozent der deutschen Bevölkerung Antisemiten, gleichzeitig glaubten aber noch zehn Prozent, dass Juden mehr als andere Menschen mit üblen Tricks arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen.

Gerade unter Muslimen in Deutschland soll einer Bielefelder Studie zufolge ein latenter Antisemitismus verbreitet sein. Demnach stimmten 36 Prozent der Jugendlichen arabischer Herkunft und 21 Prozent der türkischstämmigen der Aussage zu: „Juden haben in der Welt zu viel Einfluss“. Bei Schülern ohne Migrationshintergrund beträgt der Wert lediglich zwei Prozent.

In der jüdischen Gemeinschaft – in Deutschland leben mehr als 120.000 Juden – wird Antisemitismus weiterhin als massive Bedrohung wahrgenommen. Bei einer Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) im Jahr 2012 gaben 61 Prozent der jüdischen Deutschen an, dass Antisemitismus ein großes oder ziemlich großes Problem sei. Mehr als ein Drittel erklärte, innerhalb der letzten fünf Jahre antisemitisch belästigt worden zu sein.

Hier erzählen vier deutsche Juden über ihr aktuelles Leben in Deutschland: …

,,,Seit dem Angriff auf mich 2012 hat sich die Situation für Juden hierzulande weiter verschärft. Antisemitismus ist in Deutschland mittlerweile salonfähig. Die Anfeindungen sind offener und vor allem aggressiver geworden. Diesen aggressiven Judenhass nehme ich massiv, aber nicht ausschließlich aus der islamischen Gemeinschaft wahr. Das erreichte 2014 seinen Höhepunkt, als bei Demonstrationen in Berlin gerufen wurde: ,Hamas! Hamas! Juden ins Gas!‘ Das hatte es in dieser Radikalität in den Jahren zuvor nie gegeben; eine erschreckende Entwicklung. Es handelt sich nicht mehr um dumpfen Antisemitismus ungebildeter Menschen.

Ganz im Gegenteil. Im Jahr 2012 hat eine Studie belegt, dass bis zu 25% aller Deutschen latente antisemitische Motive haben. In meiner Rolle als Beauftragter zur Bekämpfung von Antisemitismus in der jüdischen Gemeinde erhielt ich viele Hassbriefe von hochgebildeten Menschen: Professoren, Ärzten, Lehrer. Das schockierte mich. …

47. G. - Mai 18, 2017, 0:11

Man könnte fälschlicherweise glauben, dieser threadverlauf spräche für sich selbst. Tut er auch. In den Ohren derer, die seiner zur Meinungsbildung nicht bedürfen.

Doch was ist mit denen, die in den unendlichen Weiten des internets die kleine Wüstung Rungholt fanden, in der (- ansonsten kaum vorhanden in unserer Medienlandschaft -) einmal die andere Seite zu Wort kommt? Auf Augenhöhe?

Zugespammt. Impertinent, hochfrequent, invasiv, intensiv von der Sinnlosigkeit ihres Leidens, ihrer Argumentation, ihrer Motivation, ihrer Existenz. Und Du lässt Dir das bieten. Jahrelang.

Sie werden sich wieder abwenden. Bestehende Vorurteile doch bestätigt. Erster Blick. Mehr Zeit nicht mehr üblich. Let’s dance. Next top model.

Und genau das wissen sie. Sie machen selbst Deine winzige Schiene der Kommunikation dicht. Als potentiell gefährlich erachtet. Kompliment. Deine Freizügigkeit als Schwäche erkannt und einmal mehr skrupellos ausgenutzt. Und Du lässt das zu.

48. G. - Mai 18, 2017, 0:29

Déjà vu. Und ich hab Dir seinerzeit auch noch dazu geraten. Toleranz. Ich komplett verblendeter Idiot.

49. Lila - Mai 18, 2017, 9:30

Tja, ich zensiere eben höchst ungern. Und es gab durchaus Beiträge, die so unflätig oder persönlich beleidigend waren, daß ich sie gelöscht habe. Zu den Zeiten, als Rungholt noch mehr Leser hatte.

Ich hoffe, daß Interessierte, die diesen Strang lesen, selbst zu der Erkenntnis kommen, daß P.B. nicht im geringsten am Thema selbst interessiert ist. Er hat seine festzementierte Weltsicht. Egal zu welchem Thema ich schreibe, er bringt immer denselben verblendeten, verblasenen Mist.

Er ist nicht mit einem Wort auf die Fakten eingegangen, die Melanie Phillips interessieren. Dabei ging es mir um diese. Nein, er geht nicht darauf ein, ich bin mir sicher, daß er ihren Beitrag nicht mal angehört hat.

Statt dessen kommen persönliche Gekränktheiten (wie oft hat er seine ehrenwerten Vorfahren schon rausgekramt, um uns zu beweisen, daß er nicht ist, was er doch mit jedem Wort beweist, daß er ist?), persönliche Angriffe und Jeremiaden darüber, wie er sich diesen Blog vorstellt. Von Zeit zu Zeit ein Flounce, der dann doch nicht stattfindet.

P.B., Du verleidest mir das Bloggen bewußt.

Du und einige andere, Ihr habt es geschafft, mich zwei Jahre lang (so lang war doch meine Blogpause, oder?) mundtot zu machen.

Ich weiß, daß es genau Dein Ziel ist.

Aber ich werde weiter bloggen. Und wenn mich nur drei Leute lesen und der Rest in die öffentlich abgesegneten Sümpfe des Israel-Bashings um jeden Preis springen. Da wo die SPD auf Stimmenfang geht, wo die meisten Linken und sehr viele Grüne sich tummeln, wo fast alle Journalisten Deutschlands sich wohlfühlen.

Es ist mir egal.

Aber Du stehst ab sofort unter Beobachtung. Jeder Beitrag von Dir, der einen Kommentarstrang zum Entgleisen bringen soll und der nichts mit meinem originalen Beitrag zu tun hat, wird ab jetzt gelöscht.

Und es ist mir vollkommen egal, was Du darüber denkst.

Wenn Du eine Plattform brauchst, mach doch selbst einen Blog auf. WordPress kostet nichts.

Ich habe mich zu oft zum Schweigen bringen lassen, G. hat Recht. Viele Negativ-und-Haß-Kommentatoren sind hier durchgezogen. P.B. ist der hartnäckigste von allen.

Aber ich habe die Spielregeln jetzt ein bißchen gestrafft, im Interesse derer, denen an einer konstruktiven Unterhaltung liegt.

ETA: Wer behauptet, Juden würden sich den Haß nur einbilden, der bildet sich wohl selbst was ein.

http://www1.wdr.de/nachrichten/buecher-bauen-bruecken-juedisches-leben-antisemitismus-nrw-100.html

50. A.mOr - Mai 18, 2017, 13:01

Und ich mag auch nicht aufhören, hier zu lesen, hier zu kommentieren, und auch gerade diesen Blog weiter zu empfehlen.

(Leider schaffe ich’s nicht immer so regelmäßig zu kommentieren, bei der Diskussion zu bleiben…, aber ich bleibe dran;-)

Und an Dich persönlich, Lila, Du bist eine der besten Schreiber, die ich jemals gelesen habe, einfach brilliant. Bei Dir hat alles Hand und Fuß, es ist ein Vergnügen Dich zu lesen (mach doch „Deinen Harry Potter“?), und Du kommst immer auf den Punkt ohne andere raten zu lassen, wie Du auf was kommst, eben tachles der angenehmsten Art.

Und noch eines: ich weiß nicht, wie oft ich durch Anmerkungen/Texte (…) von Dir bei mir dieses gewisse Lächeln in mich hinein erfahren habe, bei dem mein Herz zu wachsen scheint, als wenn es gleich mit der Sonne am Horizont zur Morgenröte aufsteigt…

Mindestens ein wohl nicht nur mir nachvollziehbarer Grund dafür ist, daß ich es in der Regel leicht finde, Dich zu verstehen, nachzuvollziehen, ob es ein guter Rat von Dir ist (bei weitem nicht nur die Zweckentfremdung von Bügelbrettern) oder speziell auch Dein Schluß, wo ich mich manchmal frage, ob Du von mir „abschreibst“. Oder umgekehrt mich in meinem Denken „bestätigt“ fühlen darf.
Und das tut gut.

Danke also auch für diesen „Gleich-Tick“, Lila ha-Jekara!

Und heute -hier- freue ich mich speziell noch über Deine Kämpferqualitäten. 😉

51. Jürgen - Mai 18, 2017, 13:19

Liebe Lila,

bitte nicht aufhören, und bitte nicht nur über das Bügeln schreiben 😉 (auch wenn ich Deinen aktuellen Beitrag mit dem Rückblick auf so viele Jahre mit Schwiegerfamilie und Kindern alleine schon wert wären Deinen Blog zu lesen).

Es ist so furchtbar ärgerlich mit Herrn PB aber da wird sich nichts ändern. Es ist dennoch wichtig auch Deine, auch die israelische Sicht der Dinge darzustellen, damit man die Chance bekommt nachzudenken, ob die Sichtweise, die in D. leider mittlerweile Mainstream ist auch wirklich richtig ist. Oder von mir auch auch „nicht immer richtig“ bzw. in dem Sinne von „Oh andere Leute sehen das ja anders!“ und daraus folgernd „könnte es Gründe geben, warum man uns nicht diese Sichtweise zeigt“.

Ich habe jedenfalls furchtbar viel gelernt durch diese Diskussionen und denke, dass das auch bei Anderen so gehen kann.

Und der Mainstream hat eben nicht immer recht und manchmal ändert er sich auch, bzw. wie die ollen Römer sagen würden dum spiro spero…

Danke!
Jürgen

PS
und Ludwig, was die Vergleiche Islam, Judentum und meinetwegen auch andere Religionen betrifft: wie viele nicht-islamisch-aber-religiös motivierte Gewalttaten gab es denn wohl weltweit in den letzten Jahren? Wie viele tibetische, wie viele jesidische (und die hätten ja aktuell mehr als Grund genug)?

„Demnach ist in Deutschland Islamophobie der neue Anti-Semitismus und sollte hierzulande auch mit der gleichen Härte bekämpft werden.“ IslamoPHOBIE ist meines Erachtens angebracht! Aber natürlich nicht mit den Mitteln der Gewalt…

52. Jürgen - Mai 18, 2017, 13:21

PPS
und bevor hier eine/r gleich überreagiert:
PHOBIE = Angst vor Etwas
Bsp. Klaustrophobie = Angst vor engen Räumen, das heißt ja auch nicht dass ich die alle abreißen lasse 🙂

53. Ludwig - Mai 19, 2017, 9:44

Lila – 43: „Wer sonst wird so gehaßt, daß er mit Tarnkappe durchs Leben gehen muß?“

P.Bereit – 44: „In Berlin z. B. rennt kein Jude mit Tarnkappe rum.“

„Tarnkappe“ zum Schutz gegen Hassverbrechen finde ich einen sehr treffenden Begriff. In meiner Berliner Nachbarschaft lebt eine ultra-orthodoxe Familie, die tatsächlich nur mit einer Tarnkappe vor die Tür geht. Der Vater und sein kleiner Sohn tragen Schirmmützen über ihrer Kippa, seit 2012 in einem anderen Teil der Stadt ein Rabbiner von arabischen Jugendlichen zusammengeschlagen wurde. Jedesmal wenn ich die beiden sehe, gibt mir das einen Stich.

Über tausend Moscheenvereine betreiben in Deutschland praktisch unsichtbare Hinterhofmoscheen. Wenn diese Gemeinden ihre „Tarnkappe“ ablegen und sich eine sichtbare Moschee als angemessenes Haus für ihren Glauben bauen wollen, gibt es regelmäßig hasserfüllte Reaktionen der Mehrheitsgesellschaft. Polizeischutz für solche Moscheen ist keine Seltenheit.

Umgekehrt kann auch die Mehrheitsgesellschaft „Tarnkappen“ verwenden, um Fremdenhass einfach wegzuzaubern. In Deutschland habe ich das bei den NSU-Morden erlebt. Staat und Gesellschaft konnten 12 Jahre lang eine rechtsradikale, serienmordende Terrorgruppe einfach nicht sehen. Stattdessen haben wir „den Türken“ und anderen diverse Verbrechen angedichtet und konnten mühelos glauben, da würden sich „die Ausländer“ mal wieder gegenseitig umbringen. Im Rückblick betrachtet unfassbar, wie viele Leute dabei nach dem Prinzip gehandelt haben: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“

Ähnliches passiert nach meiner Wahrnehmung auch in Israel, wo die Mehrheitsgesellschaft eine „Tarnkappe“ auf hat, der jüdischen Palästinenserhass konsequent ausblendet. Im vergangenen Jahr war in Israel jeder zehnte von 5,5 Millionen Kommentaren zum Thema ein Hassposting mit Aufruf zur Gewalt gegen israelische Araber bzw. Palästinenser.

http://www.7amleh.org/en/article/106

Bei den englischsprachigen israelischen Medien sieht es nach meinem Eindruck ähnlich aus. Beispielsweise ist der Hass des zionistischen Mainstreams auf „linke“, „selbsthassende“ Juden in den Kommentare unter diesem Artikel deutlich spürbar:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4960635,00.html

Andererseits habe ich schon mehrere Araber mit solch einer „Tarnkappe“ getroffen, die hatten sich felsenfest davon überzeugt, dass Israel den Krieg in Syrien verursacht hätte.

Nochwas zum Thema „Täterkette“ (Lila 43):

Täter vs. Opfer, Moral vs. Unmoral oder Gut vs. Böse sind idealistische Kategorien, deren Bedeutung für ereignisorientierte, nationale Politik oft überschätzt wird. In der Realität dieser Welt müssen souveräne Nationalstaaten mit den Resultaten ihres Handelns leben und sind daher verantwortlich für diese Konsequenzen. Immer.

Es sei den natürlich man ist der mächtigste Mann der Welt und bildet sich ein, das größte Opfer aller Zeiten zu sein. Aber das ist eine andere Geschichte …

54. Ludwig - Mai 19, 2017, 9:49

@ Jürgen – 51.

Das ist Ansichtssache mit solchen ethnisch-religiösen Konflikten und den Heiligen Kriegen. Aktuell liegen sunnitische Jihadisten natürlich in jeder Hinsicht vorne. In Deutschland sind aber auch Progrome und Terrorangriffe selbsterklärter „christlicher Abendlandsverteidiger“ auf Flüchtlingsunterkünfte ein großes Problem.

Die buddistischen Birmesen begehen gerade Verbrechen gegen die Menschlichkeit an den moslemischen Rohingya. Die „Lords Resistance Army“, ein christlicher Kult, treibt schon seit 30 Jahren in Zentralafrika ihr greuliches Unwesen. Mehr Tibeter als man glauben mag sind separatistische, terroristische und religiöse Fanatiker, zumindest wenn man sich die chinesische Definition von Terror zu eigen macht. Die nordkoreanische Staatsideologie mit ihrer Mischung aus Sozialismus und Chuch’e kann man auch als gewalttätige Religion interpretieren.

Schließlich hat die Theologie von der unausweichlichen Befreiung des gesamten „Landes Israel“ durch das jüdische Volk, wie sie vom messianischen Teil der Siedlerbewegung gelebt wird, einen beachtlichen Anteil daran, dass der Krieg zwischen Juden und Palästinensern in der Westbank kein Ende findet. Auch das Streben vieler Juden im moslemischen Haram esh-Sharif auf dem Tempelberg eine jüdische Kultstätte zu errichten hat – realistisch betrachtet – viel von einem Heiligen Krieg um Heiliges Land.

Übrigens ist „Der Islam“ als Weltreligion ähnlich vielfältig und gegensätzlich wie „Das Judentum“ oder „Das Christentum“. Zudem zerstören die Kriege in Syrien und dem Irak gerade jede Fiktion von einer islamischen Einheit – und nebenbei auch die Vorstellung von einer Einheit der arabischen Nation.

Das sollte genauso klar sein wie die Tatsache, dass viele moslemische Männer ein Gewaltproblem haben.

PS: Mitunter verhalten sich Islamophobie, die irre Angst vor einer Islamisierung der Westlichen Welt und wahnhafter Moslemhass genauso zueinander, wie die Furcht vor der Fremdkontrolle durch eine eingebildete jüdische Weltverschwörung sich zum Antisemitismus verhält.

55. nussknacker56 - Mai 19, 2017, 22:08

#38 Jürgen

Prima Beitrag, Jürgen, der einige Probleme schön auf den Punkt bringt. Besonders gefällt mir der Satz „Ich finde auch dass kein einziger Protagonist der „Pro-Israel-Lobby“ was immer das auch genau ist – überall hundertprozentig recht hat, aber das heißt lange nicht, dass sie dann natürlich auch immer hundertprozentig unrecht haben.“

Ein sehr guter Einwurf. Selbstverständlich gibt es auch unter israelsolidarischen Menschen welche, die ziemlich schräg drauf sind, den letzten Nerv töten oder gänzlich inakzeptabel sind. Na so eine Überraschung. Israel ist nun mal kein Paradies, dort leben auch nicht ausschließlich Heilige.

Doch was auffällig ist, ist die Tatsache, dass kein Staat dieser Welt das Existenzrecht abgesprochen bekommt; und das von Hinz und Kunz und von allen anderen, die schlecht geschlafen oder ähnlich profunde Gründe haben. Keine Armee dieser Welt warnt eine feindliche Bevölkerung – die sich mehrheitlich von einer faschistischen Terrororganisation gut vertreten fühlt – vor Gegenreaktionen auf deren Raketenbeschuss. Kein Volk dieser Welt beweist seit Jahrzehnten, dass sie sich trotzdem nicht aufhetzen lassen und die gesellschaftliche Toleranz immer noch unglaublich stabil ist. Da gibt es weltweit kein Gegenbeispiel und das verdient zurecht unsere Solidarität!

56. nussknacker56 - Mai 19, 2017, 22:09

#38 Jürgen

Prima Beitrag, Jürgen, der einige Probleme schön auf den Punkt bringt. Besonders gefällt mir der Satz „Ich finde auch dass kein einziger Protagonist der „Pro-Israel-Lobby“ was immer das auch genau ist – überall hundertprozentig recht hat, aber das heißt lange nicht, dass sie dann natürlich auch immer hundertprozentig unrecht haben.“

Ein sehr guter Einwurf. Selbstverständlich gibt es auch unter israelsolidarischen Menschen welche, die ziemlich schräg drauf sind, den letzten Nerv töten oder gänzlich inakzeptabel sind. Na so eine Überraschung. Israel ist nun mal kein Paradies, dort leben auch nicht ausschließlich Heilige.

Doch was auffällig ist, ist die Tatsache, dass kein Staat dieser Welt das Existenzrecht abgesprochen bekommt; und das von Hinz und Kunz und von allen anderen, die schlecht geschlafen oder ähnlich profunde Gründe haben. Keine Armee dieser Welt warnt eine feindliche Bevölkerung – die sich mehrheitlich von einer faschistischen Terrororganisation gut vertreten fühlt – vor Gegenreaktionen auf deren Raketenbeschuss. Kein Volk dieser Welt beweist seit Jahrzehnten, dass sie sich trotzdem nicht aufhetzen lassen und die gesellschaftliche Toleranz immer noch unglaublich stabil ist. Da gibt es weltweit kein Gegenbeispiel und das verdient zurecht unsere Solidarität!

57. G. - Mai 20, 2017, 0:02

(Um den Kommentarstrang einmal mehr aufzunehmen, an #16. anknüpfend.)

Mir persönlich erscheinen auch Ausgrenzungen wenig förderlich. Zwar zweckdienlich aber eher einem status quo, der niemandem dienlich scheint.

Spalte ich das 3. Reich vom Verständnis meiner Geschichte, meiner Wurzeln, meiner Auffassung seelischer Muttermilch und damit die gesamte grundlegende Geschichte zuvor ab, so komme ich nie zu mir selbst. Keine Selbsterkenntnis möglich. Bedingungslose Grundlage für jede selbstgewählte Weiterentwicklung. Ansonsten Stagnation.

Und eben das ist zu beobachten. In unserer deutschen Mentalität. Grundlegend für unsere (mangelnde) Bereitschaft den diesbezüglichen Anforderungen der Gegenwart zu begegnen. Eben nicht allen tradierten judenfeindlichen Archetypen als Affinität in der Auffassung der Gegenwart zu erliegen und diese letztere gestalten zu lassen.

So dann kann ich anstelle dessen auch einen Mahler annehmen als Kind deutschen Geistes. Versehen mit überdimensionalem Ego und ebensolch fachlicher Brillianz. Niemand, der ihm juristisch das Wasser zu reichen wusste. Schlechterdings wüsste.

Und bin bereit mich von ihm führen zu lassen. Für einen Augenblick. Diesem Irren(dem). Auf dem Weg von ganz links nach ganz rechts, auf einmal frei von Widerspruch und nachvollziehbar erscheinend. Judenfeindlichkeit, ureigene Gesinnung, desavouiert durch den Gegner. Endlich die Möglichkeit, Antizionismus, eigene Gesinnung eigen auszuleben. Von aller Schuld der Quelle abgespalten und damit mit geradezu messianischer Hingabe auszuleben. Erlösend.

Und schliesslich der Weg an die Quelle selbst, Schritt für Schritt, orientiert an historisch verständlichen Präferenzen letztlich nur ein wenig konsequenter im Verlauf als bei der Masse der Seinen. Eben brillianter. In seinem Wahnsinn. Oder sollte man vielleicht sagen – im Wahnsinn dieser Gesellschaft?

Rechts oder links (Nieder mit der Linken!) hat wahrscheinlich nie als Leitschnur zur Gestaltung der Politik irgendeiner Gesellschaft getaugt. Sehr wohl aber zum Spalten und Ablenken von jedweder themenorientierten Politik.

Danke für Deine wirklich eindrucksvollen, persönlichen Erinnerungen an dieses gelebte Utopia, den Kibbuz, hochinteressantes Experimentierfeld menschlichen Zusammenlebens! Dir und den Deinen hoffentlich angenehme Tage!

58. Ludwig - Mai 24, 2017, 12:29

Hallo Lila,

Ich habe ein wenig überlegt, was ich Dir mitteilen will und wie ich das tun könnte, so dass Du Deine eigenen Schlüsse ziehen kannst. In diesem Sinne probiere ich es nochmal:

2016 ging ein Ruck durch Deutschland. Die Bundesrepublik ist jetzt ein anderes Land. Ich weiss nicht, wie viel Du davon mitbekommen hast, daher verlinke ich eine exzellente Dokumentation „Die nervöse Republik“ als Empfehlung.

Der Film schildert, wie sich die politische Kommunikation in Deutschland grundlegend und in allen Dimensionen ändert. Aktuell ist die Polarisierung in Deutschland so scharf und giftig, wie schon lange nicht mehr. Die relevanten Pole sind dabei nicht Rechts gegen Links – und natürlich nicht „Rechts“ und „Links“ auf der israelischen Politikskala – sondern Staatstragend gegen Staatsfeindlich.

Dieser Riss durch Deutschland hat Auswirkungen auf die „Pro-Israel-Lobby“ (@Jürgen – 38, 51), die „Israel-Solidarität“ (@nussknacker – 55) oder, wie ich sagen würde, die deutschsprachige „Pro-Israel-Blogosphere“, weil er auch in diesem Kontext die Wahrnehmung und Wirkung von Kommunikation verschiebt.

Was bei solchen tektonischen Verschiebungen rauskommt, zeigt sich bekanntlich erst Jahre später. Aktuell ist jedenfalls so viel in Bewegung, dass manche liebgewonnene Klischees von Schwarz und Weiss die „Wahrheitsfindung“ beschränken können.

Viele Grüße

Ludwig


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s