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Nach 32 Tagen Miluim… August 24, 2014, 21:24

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…. sagen ein paar Soldaten Danke.

Sie bedanken sich bei allen, die ihren Aufenthalt im Süden angenehm gestaltet haben – besonders den vielen Bürgern, von denen sie beschenkt und versorgt wurden.

Dieser Clip zeigt gleichzeitig ziemlich viele Aspekte der israelischen Mentalität und Armee. Es sind Miluim-Soldaten, also Reservisten, die älter sind als reguläre Soldaten, erfahrener, gelassener und keine Jungens mehr. Sie sind meistens eine eingeschworene Gemeinschaft, die über Jahre und Jahrzehnte hinweg zusammen Miluim macht, sich kennt und locker miteinander umgeht.

Im Gegensatz zu anderen Armeen ist die israelische, und ganz besonders bei den Miluimnikim, der Umgang locker, die Uniformen sind schlampig und ungebügelt, und die Hierarchien sind flach. Zackigkeit, zwanghafte Rituale wie Spindkontrolle und ähnliche Spirenzchen gibt es nicht – nur in der Grundausbildung, wenn aus Schulkindern Soldaten und Soldatinnen werden, wird der Unterschied mit dem zivilen Leben deutlich gemacht, aber nach der großen Party des „Distanz-Bruchs“ ist es damit vorbei. Allerdings müssen reguläre Soldaten bestimmte Kleidungsvorschriften einhalten, aber auch sie laufen oft in ungebügelten Uniformen rum.

Einmal, als Y. in wirklich total zerknitterter Montur zum Miluim fuhr, wollte ich protestieren, doch er grinste nur und meinte: in unserer Basis laufen keine regulären Soldaten rum, da brauch ich mir keine Mühe zu geben. Nur seine roten Stiefel hat er stets gut in Schuß gehalten.

Man sieht den Männern an, daß sie seit über einem Monat irgendwo im Süden campieren, aber auch bei normalem Miluim laufen sie so rum, unrasiert, Hemd aus der Hose, zerstrubbelt.

Und sie haben Humor und Lebensfreude. Etwas, das ganz viele Israelis einfach so ausstrahlen. Egal wie miserabel die Lage ist, man meckert erstmal gründlich und dann sucht man die Seiten, über die man lachen kann und sich freuen. So wie diese Soldaten nach 32 Tagen zwischen Mörsergranaten und Bodenoffensive sich gern bedanken möchten bei denen, die ihnen die Zeit erleichtert haben.

Wenn sie nach Hause kommen, ziehen sie die Uniform aus und gehen wieder ins Geschäft, in die Schule, in die Firma oder aufs Feld. Und wenn das nächste Mal der Brief mit dem dreieckigen Stempel kommt, na dann holen sie wieder die Uniform raus, putzen den Staub von den Stiefeln und packen ihren Kram, um wieder für Israel zu kämpfen. Ohne Haß, ohne Kampfparolen, ohne Prahlerei. Wenn man sie fragt, warum eigentlich?, dann würde vermutlich bei den meisten die Antwort lauten: ki ein breira – weil wir keine Wahl haben.

Ich hoffe, daß Leute, die diesen Clip sehen, verstehen, warum wir uns so auf die Armee verlassen. Auf diesen Männern (und Frauen) ruht Israels Überleben seit Jahrzehnten. Wir wissen das.

(Clip zuerst gesehen: hier)

Und kurze Zeit später – eine Ergänzung.

Was sehe ich beim unschlagbar aktuellen und interessanten Elder of Zion? Ein Soldat, der erzählt, wie es ist, gegen die Hamas zu kämpfen.

Tageszeitung Juli 24, 2014, 13:31

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Der Kaffee bei meiner Mutter ist um Klassen besser als der zuhause, das macht das Frühstück wunderbar. Aber die Tageszeitung macht den Genuß wieder zunichte. Heute lasen die Nachbarn und Freunde meiner Mutter als Kommentar zur Lage einen Artikel von Joachim Zinsen mit der folgenden Überschrift:

Was zu kritisieren ist – Israel, der Gaza-Krieg und die Reaktionen darauf

Was zu kritisieren ist? Die Anspielung ist überdeutlich. Was gesagt werden muß. Grass läßt grüßen.

Zuerst setzt Zinsen sich scharf vom Gejohle gegen Israel ab.

Über den Charakter von Hetzparolen wie „Jude, Jude, feiges Schwein“ oder „Gestern angeblich Opfer, heute Täter“ erübrigt sich jede Debatte. Sie sind antisemitisch. Jeder, der solche Sprüche skandiert, propagiert Rassenhass, gehört gesellschaftlich geächtet.

Beifall von der falschen Seite schätzt der Israel-Kritiker nicht.

Wer die Politik israelischer Regierungen gegenüber den Palästinensern scharf kritisiert, sieht sich schnell von Gestalten umgeben, mit denen er eigentlich nichts zu tun haben will. So ergeht es derzeit der Linkspartei.

Doch das ist nicht das einzige Problem, das ihn plagt.

Andererseits gibt es ein Phänomen, das ebenfalls fast jeder Kritiker der israelischen Politik schon erlebt hat. Macht er den Mund auf, schlägt die deutsche Israel-Lobby mit der Antisemitismus-Keule zu. Selbst wohlabgewogene Aussagen werden oft bewusst zu einer verkappten Form des Judenhasses uminterpretiert. Das Ziel ist offensichtlich: Zum einen soll vom Kern der Kritik abgelenkt und die öffentliche Debatte umgelenkt werden. Zum anderen sollen Kritiker eingeschüchtert werden.

Ob die wohlabgewogenen Äußerungen wirklich über jeder Kritik schweben und nicht doch Ressentiments füttern oder Äpfel mit Birnen vergleichen? Darf man das nicht untersuchen, ohne den Israel-Kritiker schwer zu kränken? Zinsen meint wohl, die gute Absicht reicht.

Um sich dann mit Wonne der Israel-Kritik zu widmen.

In diesem Spannungsfeld wird Kritik an der israelischen Regierung schnell zu einer Gratwanderung. Und doch ist sie berechtigt. Gerade jetzt, wo die Gewalt wieder einmal eskaliert. Ja, was die israelische Armee derzeit im Gaza-Streifen treibt, ist blindwütig und maßlos, hat mit Selbstverteidigung nichts mehr zu tun.

Blindwütig und maßlos? Was sind denn das für irrationale, emotional aufgeladene Adjektive, Herr Zinsen? Was die Armee dort „treibt“? Das nennt er wohlabgewogene Kritik, die man nicht kritisieren darf, ohne sofort als Keulenträger bezeichnet zu werden? Dann möchte ich Zinsen nicht in weniger wohlabgewogenem Vokabular erleben.

Weiß Zinsen nichts von der Schutzschild-Politik der Hamas, nichts von den Feuerpause-Angeboten der israelischen Regierung, nichts von den Warnungen an die Zivilbevölkerung? Ist er so weit von jedem militärischen Wissen entfernt, daß ihm überhaupt nicht klar ist, wie viele Opfer es bei blindwütigem und maßlosem Treiben der Armee gäbe? Dann wären die Zahlen nicht dreistellig, ja nicht einmal vierstellig. Doch, von der Schutzschild-Taktik weiß er, aber er glaubt es nicht. Er hält es für eine Lüge der israelischen Regierung.

Anders als Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu ständig behauptet, ist dort die Zahl der palästinensischen Opfer nicht so hoch, weil die Hamas Zivilisten als lebende Schutzschilde benutzt. Nein, die Menschen in Gaza sterben, weil sie den Angriffen der israelischen Armee nicht ausweichen können.

Und warum können sie nicht ausweichen? Weil es keine Schutzräume gibt. Weil dank Terror die Grenzzugänge geschlossen sind. Weil Ägypten die Grenze ebenfalls nicht öffnet, obwohl Ägypten nicht von Raketen aus dem Gazastreifen betroffen ist. Doch für Zinsen gibt es nur einen Schuldigen.

Auf beiden Seiten herrschen Rassisten, die sich gegenseitig in die Karten spielen. Denn auch nach diesem Krieg wird es sein wie nach den vorherigen: Aus den Gräbern der Opfern wächst neuer Hass. Hass, der immer mehr Menschen in das Lager der Radikalen, der Nationalisten, der Unversöhnlichen treibt. Die Folgen sind absehbar: Der Strudel der Gewalt wird abertausende weitere Palästinenser in den Tod ziehen. Israels Blutzoll wird angesichts seiner gewaltigen militärischen Überlegenheit zwar niedriger sein. Doch das Land wird langfristig als demokratischer Staat nicht überleben.

Was soll man dazu noch sagen? Zinsen wäre glücklich, wenn er Israel den Status als Demokratie absprechen könnte. Weiter kann man die Äquidistanz nicht treiben. Den Bombenterror auf israelische Dörfer und Städte, die Tunnel, vorher die Bombengürtel – das alles ist ihm kein Wort wert.

Auf die Spitze treibt dann für die Leser der Aachener Nachrichten Valerie Barsig mit einem im Internet nicht auffindbaren Interview, ganzseitig präsentiert. Darin äußert sich ein linker, friedfertiger israelischer Musiker, der seit Jahren in Deutschland lebt, in den genehmen Formeln: beide Seiten… beide Seiten… beide Seiten… Um nur ja das bequeme Weltbild der AN-Leser nicht zu zerstören. Wie schräg es ist, eine gesetzlose Bande von Terroristen, die seit Jahren Zivilisten beschießen, und einen demokratischen Staat, der seine Bürger schutzen muß, moralisch gleichzusetzen, ist weder den Schreibern noch ihren Lesern richtig klar, da sie diese Routine nie hinterfragen.

Viele der Tatsachen, die ich hier im Blog erwähne, sind Menschen, die sich allein aus der Tageszeitung informieren, schlicht unbekant. Sie werden nicht erwähnt. Eine ganze Seite wird den freundlichen Phrasen eines linken israelischen Musikers gewidmet, doch genauere Informationen über das Tunnelsystem z.B. fehlen ganz. Auch die ständigen Alarme in Israel, die ich per Internet verfolge, bleiben in der Zeitung, die ich seit einer Woche lese, unerwähnt.

Kurz, es wundert mich nicht, daß die Menschen hier denken, was sie denken.

Ein Gegengift:

 

Den Koffer am ein am packen Juli 17, 2014, 13:32

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bin ich gerade. Heute nacht fliegen Quarta und ich. Die Gegend hier ist so schön, wenn ich ums Dorf gehe, gucke ich das Meer an und die Berge und finde alles so schön. Die Klippschliefer dösen, die Vögel picken nach wie vor wie wild an unserer beschichteten, reflektierenden Fensterreihe, und die Kater herrschen über uns mit träger, lässiger Pfote.

Aber die Hitze, die Hitze. Ich freue mich auf den grünen und gepflegten Garten meiner Mutter (meiner ist das genaue Gegenteil), auf einen hoffentlich bedeckten Himmel – und auf die Menschen, die mir fehlen.

Mal gucken, wie viel Zeit ich zum Bloggen finden werde. Aber noch bin ich, wie gesagt, am de janze Driß in de Täsch am ein am packen.

We cease, they fire Juli 15, 2014, 12:33

Posted by Lila in Deutschland, Kibbutz, Kinder, Katzen, Land und Leute, Persönliches, Uncategorized.
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Immerhin hat die Hamas diesmal ehrlich gesagt, daß sie an einer Feuerpause nicht interessiert ist.

Israel hat das Feuer eingestellt, die Hamas feuert weiter.

Ob das manchen zum Nachdenken bewegen kann, der bisher immer geglaubt hat, daß Israel der Angreifer ist – oder zumindest genauso aggressiv wie die Hamas? Ich muß sagen, daß ich in den letzten Tagen mehr und mehr Artikel in deutschen Medien gelesen habe, die tatsächlich erkannt haben, wie groß der Unterschied ist.

Die Hamas feuert bewußt ihre größeren Raketen ab, die bis in die Nähe von Haifa kommen.

Diesmal gab es also auch in unserem alten Kibbuz Alarm…. wo Secundus lebt, meine Schwiegermutter und meine beste Freundin. Kein Fleckchen mehr, außer vielleicht der Gegend um Tiberias, wo es noch keinen Alarm gab.

Y.s Mutter lebt seit vielen Jahren mit einem sehr netten, aber auch ziemlich kranken Mann zusammen. Einen mamad haben sie nicht, darum haben sie sich in das kleine Zimmer mit den wenigsten Fenstern begeben, über ihnen eine Gipsdecke, ein paar Balken und Ziegel. Nicht sehr solide. Sie haben die zehn Minuten damit verbracht, sich zu streiten: er wollte, daß meine fitte Schwiegermutter zum Luftschutzbunker sprintet, der für ihn nicht erreichbar war – sie hat das weit von sich gewiesen und gemeint, sie bleibt bei ihm. Nein, das war ihm nicht recht. So gingen die zehn Minuten vorbei.

Meine Freundin war in dem Bunker, den meine liebe Schwiegermutter verschmäht hat. Er liegt bei den Kinderhäusern (die eigene Bunker haben), und sie hat unterwegs viel Kinderweinen gehört. Die Kinder hatten Angst.

Secundus war mit seinen Kollegen in einem anderen Bunker, mit denen der Kibbuz ja gesegnet ist. Normalerweise probt dort eine Band. Zwischen Gitarren, Schlagzeug und Mikrofonen haben sie abgewartet, bis der Alarm vorbei war.

Ich erzähle Secundus, daß ich den Livestream vom WM-Triumphzug in Berlin gucke. Im Hintergrund höre ich die Freudengesänge. Secundus ist natürlich sehr stolz auf den großen Erfolg, er war ja schon ein Schweinsteiger-Fan, als der noch in der Jugendmannschaft spielte. Wir unterhalten uns kurz, dann muß er weiterarbeiten.

Nie, nie, nie ist mir der Abgrund größer vorgekommen zwischen meiner alten Heimat und meiner neuen. Ich freue mich über den Jubel auf den Straßen von Berlin und freue mich über den sportlichen Erfolg und darüber, daß die sympathische Mannschaft überall nicht nur mit Toren, sondern auch mit Charakter gewonnen hat. Ich gönne es allen, die dort jubeln. Freu mich ja mit und bin wie eine Verrückte vom Sofa gesprungen, als Götze das Tor geschossen hat.

Wir leben so anders, so anders. Wie würde ich so einen leichtherzigen, frohen, stolzen Jubel mal den Israelis gönnen. Was uns verbindet, sind Momente der überwältigenden Trauer oder Sorge oder der Bewährung in schweren Stunden. Das schweißt auch zusammen, wenn man in Trauer zusammen singt. Aber vor lauter Freude – das muß schön sein.

Neues Juli 13, 2014, 15:50

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Es klingt zynisch, wenn man die Bilder der Flüchtenden oder auf Trümmern sitzenden Menschen sieht – aber Israel versucht irgendwie, die Balance zwischen Krieg mit der Hamas und Erbarmen mit den Zivilisten zu halten.

More than 300 Palestinians with foreign citizenship have been evacuated from the Gaza Strip. Meanwhile 50 truckloads of food, 120 tons of gas and 376,000 liters of fuel were shipped into Gaza through the Kerem Shalom border crossing.

Ihr könnt sagen, das ist nicht viel – aber es ist mehr, als die Hamas uns gönnen würde, wären die Verhältnisse umgekehrt… und Wasser und Strom bekommen sie von uns all die Jahre, während sie uns beschießen. Just sayin´.

In Nahariya und hier in der Gegend war wieder Alarm, aber nicht bei uns im Dorf.

Später: Im Fernsehen heißt es, daß eine Rakete von Gaza bis Nahariya geflogen ist – das kommt mir irrwitzig vor, vielleicht hab ich was nicht verstanden, hatte gerade den Kopf in der Waschmaschine:-) Aber wenn, dann wäre da ja wirklich – da ist schon Jaki Sabag am Telefon, der Bürgermeister von Nahariya, der sagt, er weiß auch nichts, aber Nahariya ist bereit. Ja, die Bewohner des Nordens sind Beschuß gewöhnt, wir ja, hust hust, nicht ganz so, als Zugezogene – aber wir sind lernfähig.

Noch etwas später: Bei Haifa hat Kipat barzel eine Rakete abgeschossen. Ich glaube, ich weiß auch, wo das war:-) sie sagen es ja oft nicht genau, um nicht noch den Kerlen im Süden zu helfen.

Ehud Yaari sagt, Hamas sucht nach Wegen und Umwegen, um eine Feuerpause zu erwirken. Hamas will die Ägypter nicht, die wollen auch selbst nicht, sie haben Mashal in die Türkei geschickt, damit Erdogan andere Vermittler sucht. Ja, das geht um x Ecken. Hamas besteht aber auf denselben Bedingungen wie vorher: sie wollen belohnt werden. Die alten Abmachungen sollen wiederbelebt werden, die wieder verhafteten Freigelassenen des Shalit-Deals sollen wieder freigelassen werden, und offene Grenzübergänge.

Es ist klar, daß die israelische Regierung darauf nicht eingehen kann – sie hat nicht die Absicht, sich von der Hamas Bedingungen diktieren zu lassen. Der Druck auf Hamas wird weitergehen, bis sie mit dem Preis runtergehen. Logik der Machtkämpfe. Ich hasse es und würde im Privatleben nicht so handeln mögen. Noch dazu geht es um Menschenleben. Wie manövriert man, um nicht nur aus dem Morast von heute rauszukommen, sondern auch den nächsten Morast zu verhindern?????

17:13

Das ist einmalig: am Samstag kommt die Rakete aus dem Libanon – am Sonntag kommt sie aus dem Gazastreifen. Da können die Palästinenser im Libanon und die im Gazastreifen ja wie Harry Potter und Voldemort ihre Waffen gegenseitig neutralisieren…. verrückt, wirklich.

17:33

Update von der Armee: die Rakete ist vom Gazastreifen bis Haifa geflogen, nicht weiter. Das Alarmsystem war überempfindlich. Na mal gucken, was wir noch hören werden über diese Rätsel-Rakete…

Zivilschutz Juli 13, 2014, 13:55

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Ich habe schon in den Kommentaren dazu was geschrieben, aber für die Leser, die die Kommentare nicht lesen, wiederhole ich mich noch einmal. Was ist mit dem Schutzraum gemeint, den ich so oft erwähne?

Wir haben einen mamad, also einen extra Raum im Haus, der stahlbetonverstärkt ist, mit Stahltür und Stahl-Fensterläden. Allerdings ohne Gas-Ausrüstung.

Unsere Hausherrin hat den mamad gebaut bzw verstärken lassen, nachdem sie ihren Mann durch eine Katyusha-Rakete im Libanonkrieg II verloren hat (Kfar Giladi – er war der hochrangigste Offizier der Gruppe, die damals gestorben ist). Darum hat sich die Wände noch dicker bauen lassen als vorgeschrieben. Mein Eindruck ist, daß das ganze Haus äußerst solide gebaut ist – im Gegensatz zur sonstigen Ytong-Bauweise sind hier die Wände aus Beton, die Decken auch. Man kriegt keinen Dübel rein.

Wie in dieser Gegend vorgeschrieben, ist unser Mamad in Richtung Süden gebaut. Zwischen uns und der libanesischen Grenze liegen in unserem Fall drei kräftige Wände. Das Dach ist über der Mamad flach, das könnte ein Risiko sein – über der Mamad, die ein Anbau ist, befindet sich kein zweites Stockwerk wie über dem Rest des Erdgeschosses.

Soweit ich weiß, sind in Israel noch nie Menschen, die den Mamad vorschriftsmäßig genutzt haben, ums Leben gekommen.

Überdies befindet sich direkt hinter unserem Gartentor der Eingang zu einem altmodischen, soliden unterirdischen Bunker, der den Bewohnern dieser Ecke des Dorfs gedient hat, bevor nur noch mit Mamad gebaut werden durfte.

Im Kibbuz gab es nur solche Bunker, keine Mamadim. Deswegen war 2006 für mich seelisch schwieriger, obwohl es damals nur einen Alarm bei uns gab (den wir nicht mehr mitgekriegt haben, wel wir verreist waren – wieder mal die Sommerferien bei meiner Mutter). Aber das Gefühl, daß nur ein paar Holzbalken und Ziegeln zwischen uns und einer Rakete liegen, war äußerst, äußerst unangenehm. Der Bunker war weit weg, das Treppenhaus offen und mit Glasfenstern verziert, es war ein wirklich ekliges Gefühl.

Auf den Mamad verlaß ich mich, wie ganz Israel. Die Dinger bewähren sich einfach, wie kipat barzel. Es gibt keine 100%ige Sicherheit, aber wenn man das Risiko auf erträgliche Prozentzahlen gedrückt hat, kann man es vergessen und normal weiterleben.

Man kann viel in Israel beklagen – die Bürokratie, den Straßenverkehr, die Preispolitik einiger Monopolisten, es gibt hier genauso viel Grund zur Klage wie in anderen Ländern. Aber was Sicherheit, Zivilschutz und Sorge ums Leben angeht, sind die Israelis unübertroffen. Nicht aus sturem Sicherheitssinn – Israelis geht Freiheit über alles und vermutlich würde bei einer Wahl zwischen Freiheit und Sicherheit in Israel die Freiheit siegen.

Es ist eine Mischung aus Verpflichtung zum obersten Wert der jüdischen Tradition (ich sage mich Absicht nicht Glaube, denn auch ungläubige Juden ehren diesen Wert) – dem Schutz und der Bewahrung menschlichen Lebens – und dem kühlen Pragmatismus, der weiß, daß Israels Feinde nicht schlummern noch schlafen. (Shomer Yisrael auch nicht, was sehr gut so ist.)

Diese Mischung ist vermutlich der Schlüssel zu allem, was in Israel erfolgreich und gut ist. Ob es Medizin-Technologie ist, sehr weitgehende Unterstützung von Individuen mit Kinderwunsch, die große Akzeptanz für Kinder und Familie, das humanitäre Engagement und die Bereitschaft zu helfen, die auch Haniyas Enkelin, arabische Kinder aus aller Welt, verletzte Terroristen und verletzte Feinde wie Syrer umfassen. Israelische Ärzte und Feldhospitäler und Rettungskräfte sind überall auf der Welt die ersten, die ankommen und helfen, ob Haiti oder Türkei oder Japan oder Indonesien.

Und darum ist der Zivilschutz in Israel so gut. Auch um den Preis, im Opferzahl-Wettkampf mit den Palästinensern immer wieder den kürzeren zu ziehen. aber das ist es wert.

Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt, heißt das Motto.

Doch es gibt immer noch viele alte Häuser ohne Mamad, und nicht alle Bunker waren gebrauchstüchtig im letzten Krieg, es gibt immer wieder Probleme mit leichtfertigen Bürgermeistern…. So wie in Nazareth 2006 der Bürgermeister (Araber wohlgemerkt) die Sirenen abgeschaltet hatte, weil er die Gedenk-Sirenen am Gedenktag seinen Bürgern nicht zumuten wollte – und dann gab es Todesopfer. Das war dann natürlich Israel schuld………..

Und hier sind die Bilder.

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Ich habe es neulich schon einmal erwähnt: der Zivilschutz (pikud ha oref – „Nackenschutz“ – oder Heimatfront-Kommando) blendet immer deutlich ein, wo es gerade Alarm gibt. Der Buchstabe bezieht sich auf die Gegend (z.B. Negev) und die Zahl zeigt dann genauer an, wo im Negev.

Wir sind wie gesagt in der 0-Sekunden-Kante in Alarmbraun gaaaanz oben links. Confrontation line. Wenn wir die Sirene hören, ist es eigentlich schon fast zu spät, so nah sind wir an der Grenze (4 km).

So sieht man also immer, wo gerade Alarm ist. Die Lebensgefährtin meines Schwiegervaters hat eine App, die immer quietscht und trällert, wenn gerade irgendwo Alarm ist.

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Das ist die Stahltür in den Schutzraum.

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Die Türzarge – ich hab nicht nachgemessen, wie dick diese Stahlbetonwände sind, aber sie sind sehr dick. Deswegen hat Tertia sich dieses Zimmer sofort ausgesucht – es ist geräumig, hell, das letzte Zimmer im Korridor der Kinderzimmer, und wenn sie die Tür zumacht, hört sie nichts mehr von ihren nervigen Angehörigen.

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Die Stahl-Läden von außen:

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Da bin ich gestern noch schnell hingelaufen, um diese Läden zu schließen. Verriegelt werden können sie nur von innen.

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Ja, unser Garten ist schon total vertrocknet, ich gieße nur die Kräuter……… seht darüber hinweg bitte….  – aber das da hinten ist der Stahl-Laden, der geschlossen werden muß. Hinter dem Dach des Nachbarhauses erkennt man Hügel – nicht sehr weit dahinter verläuft die Grenze.

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Das ist der Blick von Tertias Zimmer, dem Schutzraum, über das Gartentor hinweg – und da ist schon der Dorfbunker, den wir nicht brauchen, weil wir den mamad haben. Die Nachbarn in alten, nicht renovierten Häusern haben es nicht so gut – und ich hoffe, der Bunker ist offen und funktionsfähig.

Ich hoffe, Ihr habt jetzt eine bessere Vorstellung von diesem Raum. Die Anweisung lautet: bei Ertönen der Sirene oder Aufleuchten unserer Gegend sofort in den Schutzraum, alles verrammeln, dort 10 Minuten bleiben – falls eine Salve gefeuert wird, gibt es keinen extra Alarm innerhalb dieser zehn Minuten. Wenn nach dieser Spanne alles still ist, kann man davon ausgehen, daß die Gefahr vorbei ist.

Wenn man bei Alarm draußen ist, soll man sich nicht hinkauern, wie man es auf Bildern oft sieht, sondern sich flach hinlegen und den Kopf mit den Armen schützen. Trotzdem ist heute ein 16jähriger sehr schwer verletzt worden, weil er von einer Rakete in seiner Nähe verletzt wurde.

Das alles ist überhaupt kein Vergleich mit dem, was die Palästinenser durchmachen. Alle 4 Minuten wird dort gebombt, und egal wie präzise die Schläge aus Perspektive der Armee sind – wenn man neben einem Haus wohnt, das gerade in die Luft gejagt wird, kommt es einem garantiert nicht mehr chirurgisch vor. Mir tun die Eltern von Kindern so leid – sie können sie nicht schützen, nicht beruhigen. Es ist schlimm.

Ich erinnere mich zurück an die Bilder der Knafe-futternden Menschen im Gazastreifen und möchte in diese Bilder zurücktauchen und brüllen: bejubelt es nicht, wir fallen ins Kaninchenloch, distanziert euch, vergrößert den Graben nicht! laßt nicht zu, daß die Hamas euch benutzt! Doch es wäre sinnlos gewesen, die Hamas hat zwar an Macht verloren, aber sie herrscht noch immer mit einer Mischung aus Propaganda und Druck. Und gestern abend hat es die Hamas wieder geschafft, nach ihrer nicht sehr fürchterlichen Salve… die Eisenkuppel überfordern sollte…was sie nicht konnte… und doch gingen Palästinenser auf die Straße wie Jubelperser – und jubelten. Während in Tel Aviv sich die Cafes wieder füllten, gab es Siegjubel in Gaza. Absurd.

Und der Gipfel: auch in Hebron jubeln die Palästinenser, wenn bei uns Raketen fallen. Als wollten sie uns mit Unterschrift und Siegel bestätigen: ja, wenn wir nur könnten, würden wir gern jeden Tag Raketen auf Tel Aviv und Jerusalem fallen sehen! Ja, wir haben schon irre Pläne mit den Gebieten, die ihr räumen werdet! Wir lieben Abschußrampen!

Zivilschutz ist gut – ihn nicht brauchen ist noch besser.

 

 

 

 

 

Livebloggen – die Hamas-Drohung Juli 12, 2014, 20:35

Posted by Lila in Presseschau, Uncategorized.
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In Tel Aviv hat es angefangen – die erste Rakete ist abgefangen. Es ist kurz nach 21:00. Die Cafe-Besucher haben sich in Luftschutzräume zurückgezogen. Das Fernsehen der Hamas übernimmt wohl die Bilder aus dem israelischen Fernsehen, live aus Tel Aviv. Auch im Süden fallen Raketen.

Ich möchte gern in Ruhe Fußball gucken heute abend, aber ich lasse mir das natürlich nicht entgehen. Die Hamas hat Überraschungen für 21:00 angekündigt – Ehud Yaari meint, bisher war nichts Überraschendes an den Waffen und der Vorgehensweise der Hamas, alles genauso, wie es die Armee eingeschätzt hat.

Haustüren werden bei Alarm offengelassen, damit sich Passanten in die Häuser retten können. So finden alle ein geschütztes Plätzchen. Doch nach Ende des Alarms gehen die Cafebesucher zurück an ihre Tische.

Was will die Hamas? Machen wir uns alle, Channel 1 und 2 und 10 und auch ich, zu Werkzeugen ihrer Propaganda? Ein Kommentator meint, die Hamas ist ziemlich verzweifelt und sauer, daß sie es nicht schafft, an israelische Zivilisten ranzukommen.

Jetzt ist Alarm in Dan, Shfela, Ashdod, Ashkelon. Das Heimatfront-Kommando blendet immer die Namen der Gebiete ein, die beschossen werden. Palmachim, der ganze Gush Dan, das ganze Zentrum wird gerade beschossen.

Hamas freut sich, daß die Menschen in Schutzräume rennen, und das ist eine ziemlich dünne Freude. Gut, sie hat die Israelis auf die Beine gebracht und ihnen den ruhigen Shabat-Ausgang vermasselt. Aber sehr heldenhaft ist es nicht – vor allem nicht im Vergleich mit dem Elend der eigenen Leute, die froh wären um so einen Schutzraum.

Und wieder Alarm in Tel Aviv. Kipat barzel ist schon unterwegs. Die Cafes sind leer, nur ein paar leichtsinnige Radfahrer sind unterwegs.

Im Süden waren Raketen. Um Gaza herum fängt es auch an.

In Ashkelon war der Shabat ruhig, jetzt ist der Alarm vorbei, die Leute kehren ebenfalls auf die Straße zurück. Auch dort wurden die Raketen abgeschossen, die der Stadt hätten schaden können.

Negev, Bet Shemesh, Shomron, Modiin – das sind Raketen auf ganz Zentralisrael, auch die besetzten Gebiete.

Wir sind gerade anscheinend die einzige Gegend, die nicht beschossen wird.

Keine Verletzten bisher.

Mal gucken, wie weit nördlich sie kommen.

In Sderot hört man nur die israelische Artillerie, die den Gazastreifen beschießt.

In alten Häusern in Netivot, wo es keine Schutzräume gibt, hatten die Menschen einen schwierigen Tag.

Und in Ramallah ist gerade eine Rakete gefallen.

Die sieben Raketen auf Tel Aviv sind abgeschossen worden, kein Schaden, keine Verletzten.

Es ist jetzt 21.23.

Bisher nichts Neues. Hamas schießt eine Salve, danach noch eine.

Außerdem sind die Hacker aktiv. Hey, laßt Ihr wohl Rungholt in Ruhe!

In Tel Aviv gehen Menschen mit der Flagge auf die Straße, am Kikar Rabin – dort sind wohl gerade zwei Demos, eine von Friedensfreunden, eine von ihren politischen Gegnern. Wie sich die Friedensfreunde (von denen ich bestimmt welche kenne) fühlen, wenn sie zwischendurch in Schutzräume hechten müssen? Sie haben bestimmt eine Erklärung dafür, warum die Hamas schießt.

Auch ich bin Friedensfreundin – nur nicht zur Gänze überzeugt, daß der Frieden allein durch unserem guten Willen zu erreichen ist. Aber ich finde auch, daß wir den guten Willen brauchen. Ich verstehe beide Seiten, möchte auch nicht alle Palästinenser oder alle Araber als Feinde sehen.

Keine Verletzten. Die jungen Männer mit den Flaggen hüpfen, weil sie gefilmt werden.

Hamas, das war keine wirkliche Überraschung. Ich enttäusche ungern Erwartungen – und es ist sicher schön zu sehen, daß sie so eifrig Raketen gesammelt haben – aber so richtig eindrucksvoll war das nicht.

Vielleicht hätten sie uns nicht über Jahre hinweg an Raketenbeschuß gewöhnen sollen? Und wenn sie jetzt dazu übergehen, ihren Beschuß in schönem Hebräisch auf die Stunde genau anzukündigen, bin ich dafür. Das war nett von ihnen.

Es ist 21:30. Gleich wird ins WM-Studio umgeschaltet.

Aber vorher ein Hamas-Politiker, Chamdan, ein schöner Mann, wie sie alle sind. Er fordert uns zur Reaktion heraus. Kleiner Tipp: dann aber nicht beschweren, wenn wir reagieren!

 

21:41 Kleines Nachspiel für Humoristen: auf den Straßen von Gaza tanzen die Menschen vor Freude. Sie feiern ihren überwältigenden Sieg über Israel.

Shabat-Ausflüge Juli 12, 2014, 19:47

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Ich sehe es im Fernsehen: ganze Familien fahren zu Kipat-barzel-Batterien. Ganz nah dürfen sie nicht dran, aber sie bringen den Soldaten Kuchen. Die Menschen strahlen vor Stolz auf diese Defensivwaffe, die es sonst nirgends gibt, und sie erklären den Kindern, wie es funktioniert. Ein Kleiner feiert seinen 5. Geburtstag und erklärt der Kamera, daß Kipat barzel uns beschützt, wenn die Hamas uns beschießt. Und da außer uns äußersten Nordlichtern fast ganz Israel bereits in den Genuß gekommen ist, in Luftschutzräumen oder Treppenhäusern Schutz zu suchen und auf den BUMM zu warten, bedeutet Kipat Barzel den Israelis wirklich was.

Es ist schwer, das zu erklären. Es sind unsere Jungs und Mädchen, die dort dienen, und sie schützen wirklich UNS. Die Beziehung zwischen Israelis und IDF ist eng und emotional, nicht, weil die Israelis solche Waffennarren sind (das sind sie nicht, sondern sehr pragmatisch und vorsichtig mit Waffen) und nicht weil die israelische Gesellschaft militaristisch ist. Aber wir identifizieren uns eben mit den Soldaten.

Die Drohung der Hamas, um 21.00 würde Tel Aviv ein blaues Wunder erleben, macht wohl keinen großen Eindruck. In Tel Aviv sind die Cafes nicht so voll wie sonst, aber doch gut besucht. Wenn die Hamas Kipat barzel austricksen will, mag sie das versuchen – die Israelis vertrauen ihrer Eisenkuppel mehr, als sie Hamas glauben.

 

(Bilderquelle: Ynet)

 

Harmloser Zivilist Juli 12, 2014, 4:33

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Wenn dieser Mann von einer israelischen Rakete getroffen wird, wird er als Zivilist in den Verlustlisten auftauchen.

Ein harmloser Straßenhändler, der seine Familie ernähren will, nicht wahr? Auf solche schießt man doch nicht. Das wäre ja ein Kriegsverbrechen.

Denn Zivilisten sind Zivilisten, und Kombattanten sind Kombattanten.

Vom IDF-Blog bis Rania Salloum Juli 11, 2014, 17:04

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Wem die Informationen spanisch getürkt wie böhmische Dörfer (ethnische Metaphern! hebt Euch hinweg!!!) fragwürdig vorkommen, der sollte sich auf jeden Fall auch anderswo informieren.

Der Blog erklärt, warum in urbanen Zentren angegriffen wird und wie Hamas menschliche Schutzschilde einsetzt.

Der Clip ist nicht auf der Blogseite, aber ich finde, er erklärt es noch einmal. Es ist trotz allem nicht einfach mitanzusehen, auch wenn es sich um einen Terroristen handelt, zu sehen, wie ein Mensch ins Fadenkreuz genommen wird. Auch wenn ich weiß, daß vielleicht Unschuldige (im Gazastreifen oder bei uns) mit dem Leben bezahlen werden, wenn der Mann nicht gestoppt wird, geht es einem gegen die menschliche Natur.

Auf diesem Clip sieht man das ganze Ausmaß der Unverantwortlichkeit der Terroristen. Selbst wenn sie davon ausgehen (und Bilder zeigen, daß sie wissen, wie präzise Israel schießt, und sich ohne Scheu in Nachbarhäusern aufhalten), daß Israel NUR das Haus beschießt, in dem sie ein Waffenlager oder -labor angelegt haben – es muß ihnen klar sein, welche Gefahr für die Nachbarschaft durch die Sekundär-Explosion entsteht. Diese Sekundär-Explosion, bei der die von der Hamas angehäuften Waffen in die Luft gehen, erkennt man ganz deutlich. Sie ist viel stärker als die von Israel abgeworfene Bombe (und die reicht schon aus, um das Haus zu zerstören – auch das ein Anblick, den das Auge ungern sieht, zumindest meines, das weder Kriegsfilme noch -spiele gewöhnt ist).

Und hier noch einmal der charmante Herr von der Hamas.

Er trägt die direkte Schuld für den Tod von Zivilisten. Er hätte es verhindern können. Ja, sie kommen durch israelische Waffen zu Tode, und das ist schlimm. Aber er schickt sie ins Feuer, statt sie zurückzuhalten und zu schützen.

der tod

 

Das macht aus der reißerischen Schlagzeile über Rania Salloums Artikel eine, hm, wie sag ich das, ohne daß sofort die Brigade der Israelkritiker mir üble Nachrede vorwirft und mit Rechtsanwälten droht…????, es macht diese Schlagzeile ten-den-ziös.

Denn eigentlich, wenn die Hamas-Führer nicht so begeistert vom Opfertod anderer wären und wenn der Redaktions-Praktikant seine Hausarbeiten gemacht hätte, eigentlich müßte die Schlagzeile so aussehen:

der tod 2

 

Wie nennt man höflich eine Redaktion, die die Wahrheit weiß, sie aber um einer klickträchtigen Schlagzeile willen verfälscht? sich damit zum Werkzeug skrupelloser Terroristen macht? Mir fällt kein höfliches Wort ein.

Und sagt mir nicht, Salloum weiß nicht, daß Israel NICHT am Tod von Zivilisten interessiert ist.

In der Regel werden die Häuser von Familien zerstört, die ein Hamas-Mitglied in ihren Reihen zählen*. Doch soll die Terror-Truppe nach Angaben des israelischen Militärs dazu übergegangen sein, Raketenabschussrampen so dicht wie möglich an Häusern zu errichten. Die Bewohner erhalten eine Risiko-Entschädigung.

Bevor die israelische Armee solch ein Gebäude zerstört, wird dort angerufen. Eine Stimme vom Tonband kündigt die Attacke an. Dann bleiben nur noch wenige Minuten zur Flucht. Manchmal wird das Haus auch mit einer kleineren Rakete ohne Sprengkopf beschossen, als letzte Warnung, bevor kurz darauf das zerstörerische Geschoss einschlägt.

* Ergänzung: und bzw oder in deren Haus terroristische Tätigkeiten stattfinden

Aber so werden Leser manipuliert.

ETA:

Ich konnte nicht widerstehen.

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Bilder lesen Juli 11, 2014, 6:37

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Diese Bilder sind aus einer SPon-Bilderreihe. Mal sehen, was wir über die Bildunterschrift hinaus erkennen können.

Eindeutig erkennbar: die Hamas feuert rücksichtslos aus dicht bebauten urbanen Zentren. Nun könnte man glauben, daß es im Gazastreifen nun mal nichts anderes gibt. Aber das stimmt nicht, wie nicht nur Linda Todd, die dort gelebt hat (als sie mit einem Palästinenser verheiratet war) bezeugt. Ein Blick auf eine Karte genügt.

Es gibt dort durchaus dünner besiedelte Gebiete – die Wüstungen der Siedlungen z.B. böten sich an.

Aber nein, sie nutzen mit Absicht Wohnsiedlungen. Sie wissen, daß Israel punktgenau die Abschußorte der Raketen angreift – und locken die Bomben damit in Wohnviertel.

Zivilisten in Ashkelon laufen in den Luftschutzraum – sie haben dafür nur wenige Sekunden. Doch im Gazastreifen gibt es Schutz nur für die politische Führung. Wer plant einen Krieg gegen einen militärisch überlegenen Gegner, von dem man weiß, daß er mit Luftschlägen antwortet, wer kauft Massen von teuren Raketen, und baut keinen einzigen öffentlichen Schutzraum? Verbrecher tun sowas.

Das Ergebnis sieht dann so aus. Die jungen Männer im Bild können Zivilisten sein, das ist möglich (der Bart es einen weist auf einen frommen Moslem hin). Es ist aber durchaus denkbar, daß sie sogenannte „Militante“ sind. Sie operieren ohne Uniform und mißachten damit die Spielregeln des Kriegs, die eine Unterscheidung zwischen Kombattanten und Zivilisten erfordern.Männer, die in Jeans und T-shirt Raketen abfeuern und dann nach Hause gehen, um in den Trümmern ihres Hauses photographiert zu werden, verwischen diese Unterscheidung. Wenn sie ums Leben kommen, werden sie als Zivilisten gezählt und fordern damit die Verdammung Israels heraus. Was natürlich ihr Ziel ist.

Dieses Bild macht mich wirklich ärgerlich. Israelische Zivilisten (nicht unbedingt Einwohner von Sderot) gucken sich das Spektakel an. Sie gefährden sich damit selbst. Wenn Alarm ist, müssen sich alle in Sicherheit bringen. Soeben wurde in den Nachrichten ein junges Paar gezeigt, sie im achten Monat schwanger. Auf ihr Haus fiel eine Rakete – das Kinderzimmer liegt in Trümmern. Die junge Frau hatte darum gebeten, interviewt zu werden, weil sie eine Botschaft loswerden wollte: „Wenn die Sirenen heulen, bringt euch bitte alle in Sicherheit! Auch mein Mann guckt gerne zu, wie Iron Dome die Raketen abfängt – ich habe ihn heute in der letzten Sekunde in den Schutzraum gezogen, er wollte weiter zugucken und meinte, es wird schon nichts passieren! Und jetzt seht euch das hier an!“ Ihr Mann stand etwas betreten neben ihr, aber natürlich hatte sie vollkommen Recht.

Es ist außerdem nicht schön, als Spektakel zu betrachten, was für andere den Tod und die Vernichtung bringt. Egal wie lange man im jahrelangen Raketenhagel darauf gewartet hat, daß die Armee eingreift – es ist praktisch nicht möglich, einzugreifen, ohne daß Unschuldige leiden. Und das ist kein Schauspiel für Neugierige. Man bleibt schließlich auch nicht neben einem Verkehrsunfall stehen, um zu gucken.

 

Oh, diese Checkpoints! Juli 10, 2014, 20:37

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Aus reiner Willkür errichtet, weil diese kleinlichen Israelis mit ein bißchen Terror nicht zurechtkamen! Unglaublich.

Heute ein weiterer Fall schwerster Schikane.

Die Armee der brutalen Besatzer hat einen harmlosen Bastler daran gehindert, seine kreative Konstruktion aus Gasflaschen und elektrischen Verbindungen auszuprobieren. Er war so freundlich und wollte israelische Bürger mit seiner Erfindung beglücken, wie er auf Befragen bereitwillig zugab.

Bodenlose Frechheit! Ich schlage vor, sofort beim Menschenrechtsrat der  UNO Klage einzureichen. Nicht genug, daß vorgestern harmlose Schnorchler aus Gaza, die zufällig auch Waffenfreunde waren und den Kollegen der Marinebasis Zikim ihre Sammlung zeigen wollten, an diesem unschuldigen Vorhaben mit schwerer Gewalt gehindert wurden. Wirklich, Israel ist ein Schurkenstaat.

 

Fernsehen Juli 10, 2014, 15:13

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Ich habe aus innerer Unruhe den Fernseher an, ich weiß, daß mich das nur unruhiger macht, aber so ist es. Er läuft im Hintergrund, während ich Essen mache (Taboule und Zaziki, bei der Hitze koch ich nicht.)

Journalisten, die sonst immer ihre professionelle Distanz bewahren, zeigen auf einmal Risse in der Fassade. Experten, die eingeladen werden, um zu erkären, wie man Kinder vor Trauma bewahrt, erzählen von ihren eigenen Kindern. So etwas habe ich noch nicht erlebt – es ist mir heute schon mehrmals aufgefallen.

Ohad Chemo, der für „arabische Angelegenheiten“ zuständig ist, erzählt von seiner kleinen Tochter – und sagt dann, daß das alles nichts ist im Vergleich zu dem, was Kinder im Gazastreifen durchmachen. Er hat dort viele Bekannte, vielleicht auch Freunde, die ihn anrufen und ihm verzweifelt erzählen, wie schlimm es ist, mit Kindern im Haus zu sitzen, ohne Schutzmöglichkeiten, ohne Alarm, und zu hören, wie Tonnen von Sprengstoff auf die Nachbarhäuser niedergehen. Ja, die Luftschläge sind erstaunlich präzise auf den Luftbildern, aber sie richten trotzdem riesigen Schaden an und der Krach muß unerträglich sein. Auch wer körperlich unversehrt davonkommt, hat bestimmt den Schrecken fürs Leben weg.

Mir tut das sehr leid. Die Zeit ist nicht mehr zurückzudrehen – all unsere Warnungen vor dem Aufstieg der Terror-Parteien haben nicht gefruchtet. Zu lange hat man sie gewähren lassen. Gleich nach dem Abzug Israels hätten die Staaten und Organisationen, die die Palästinenser unterstützen, viel energischer darauf bestehen müssen, daß eine Partei wie die Hamas mit ihrer glasklaren Charta nicht die Macht übernehmen darf. Daß die Hetze aufhören muß. Aber alle glaubten es besser zu wissen und sahen zu, wie die Radikalisierung in Gaza immer hysterischer wurde.  Jetzt haben sie wieder eine Eskalation herbeigeführt, in der unsere Regierung nicht anders KANN als reagieren.

Aber wie hoch ist der Preis. Es tut mir wirklich leid um die Kinder. In friedlicheren Zeiten werden sie gedrillt, mit hohlen Parolen von Shahid-Herrlichkeit und ewigem Sieg abgefüllt, in Krisen werden sie als menschliche Schutzschilde und Geiseln mißbraucht. Sie werden ihrer Kindheit beraubt. Die Luftangriffe auf ihre Welt müssen ihnen wie eine Bestätigung israelischer Grausamkeit erscheinen. Unsere Armee kann keine Rücksicht nehmen, mehr als sie schon versucht – aber wie brutal ist diese Realität.

Wann werden die Palästinenserfreunde im Westen begreifen, daß sie ihnen einen Bärendienst erweisen, wenn sie Terror rechtfertigen???? wenn sie die gewähren lassen, die schon kleine Kinder dazu erziehen, töten zu wollen? Wie sollen wir mit dieser Generation je Frieden schließen können? Es ist zum Verzweifeln. Warum hat sich niemand außer uns dafür eingesetzt, daß diese Gehirnwäsche verboten wird? Man kann doch aus den Ereignissen eine andere Lehre ziehen als nur Selbstmordattentäter werden zu wollen……..

(Ich habe mich dem Thema „Hetze in Kindersendungen schon einmal gewidmet – schon ein paar Jahre her.)

 

Aus gegebenem Anlaß Juli 10, 2014, 0:26

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Habt Ihr was davon mitgekriegt, daß in Kibbuz Zikim die Leute wieder in ihren Häusern sitzen, weil Verdacht besteht, daß übers Meer Terroristen eingedrungen sind? Gestern hatten sie schon mal so einen Vorfall. Doch dazu vielleicht morgen mehr, aber hier, zu Eurem Nutzen, mein Dialog mit meinem Mann.

Ich: Sag mal, was machen die Leute in Zikim jetzt?

Er: Na, die sind in ihren Häusern.

Ich: Nein, konkret. Was tut man, wenn der Verdacht besteht, daß sich ein Terrorist im Kibbuz aufhält? Geht man in den Schutzraum oder wie?

Er: Im Kibbuz haben sie eine kitat konenut (Bereitschaftstruppe), die werden bewaffnet durch den Kibbuz ziehen, zusammen mit der Armee. Ich nehme an, die meisten Familien haben auch eine Waffe, einer der Erwachsenen. Der durchsucht das Haus, riegelt alles ab, macht die Lichter außen an und drinnen aus, damit man von außen nicht sehen kann, wenn sich jemand im Haus bewegt. Die ganze Familie geht am besten in den Schutzraum – wenn der Stahl-Fensterflügel zu ist, kann man ihn von außen nicht öffnen. Ansonsten in einen Innenraum ohne Fenster. An der Tür postiert sich der mit der Waffe. Das ist alles.

Ich: Und das stundenlang?

Er: Wenn es nötig ist, warum nicht? In Zikim haben sie bestimmt alle gut ausgestattete Schutzräume.

 

Also, jetzt wißt Ihr, wie Ihr Euch in so einem Notfall verhalten müßt. Nichts zu danken.

Meine Gedanken sind in Kibbuz Zikim, wo die Leute nicht zur Ruhe kommen.

„Aufs Dach klopfen“ Juli 9, 2014, 19:04

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Ich habe ein paar Informationen zum Thema zusammengetragen.

Elder of Zion zeigt ein Flugblatt, wie es über dem Gazastreifen abgeworfen wird. Seine Quelle ist Maan.

Laut Elder steht auf diesem Flugblatt eine Erklärung, daß in Nähe der Wohnhäuer Tunnel gegraben werden, und daß die Terroristen damit die Anwohner gefährden. (Zum Thema Tunnel werde ich noch getrennt was schreiben.)

Die Armee warnt, daß sie diese Tunnel bombardieren muß, fordert die Anwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen, und gibt auch eine Telefonnummer an, wo man sich weitere Informationen holen kann.

Ich hatte eine Zeitlang einen besonders netten Taxifahrer, leider fährt er nicht mehr Taxi, den ich total gern mochte. Ein richtig sympathischer, interessanter und vergnügter junger Druse, der viele Jahre bei der Luftwaffe gedient hatte. Er hat solche Flugblätter verfaßt und hat mir davon erzählt.

Nun, jedenfalls ist das eine bekannte Methode, die auch im Libanon angewandt wurde, um Todesopfer unter Zivilisten niedrig zu halten. Mir fällt im  Moment keine andere Armee ein, die ähnliche Methoden verwendet, aber ich verlasse mich auf meine Kommentatoren, die bestimmt Beispiele bringen können.

Bei Heplev habe ich einen Clip der Luftwaffe gefunden, der den Ablauf beim „Klopfen aufs Dach“ zeigt.

Zuerst wird ein sehr leichtes Geschoß aufs Dach gefeuert, damit die Bewohner sich in Sicherheit bringen können. Man sieht sie weglaufen. Aber dann kommen Zivilisten, die das Dach füllen und dort hin und her rennen, weil sie wissen, daß die Chancen gut stehen, damit den Beschuß zu verhindern.

Und in der Tat überlegt der verantwortliche Soldat, ob er es verantworten kann, das Ziel (das auf jeden Fall ein Terror-relevantes Ziel ist) zu beschießen oder nicht. In den meisten Fällen wird der Beschuß dann aufgegeben.

Daß die Hamas, wie auch die Hisbollah und alle anderen Terror-Organisationen, die gegen Israel kämpfen, den Gebrauch von menschlichen Schutzschilden gutheißt, ist bekannt. Mehr darüber habe ich bei Elder of Zion gefunden.

Ist es nicht verrückt, daß die Hamas-Verantwortlichen Israel so genau kennen und sich darauf verlassen, mit menschlichen Schutzschilden israelische Angriffe verhindern zu können.

Trotzdem kann man bei Kampfhandlungen leider nicht vermeiden, Unschuldige zu treffen. Bei jedem Krieg gibt es zivile Opfer, und immer auch „friendly fire“.

Aber die populäre Vorstellung, daß Israel wahllos drauflosballert, egal wer dabei ums Leben kommt, ist nachweislich falsch. Viele der Staaten, deren Vertreter sich lauthals über Israel empören, treffen weitaus weniger Maßnahmen, um feindliche Zivilisten zu schonen, wenn sie in militärische Konflikte verwickelt werden. Ich finde es immer tragikomisch, wenn sich Briten, Russen und Franzosen über Israel ereifern, obwohl die, wenn sie es für nötig halten, mal eben mit dem Maschinschen drübberbrasseln, wie unser Nachbar das nannte (er meinte aber den Mähdrescher).

Hilft es, solche Bilder zu verbreiten, zu erklären? Israel dokumentiert alles, und der IDF-Blog macht es öffentlich. Leider benutzen nicht viele Journalisten diese Quelle, vielleicht weil sie glauben, daß sie manipuliert werden. Dabei lassen sich alle Angaben der IDF überprüfen. Zumindest als zusätzliche Informationsquelle ist die IDF nützlich. (Hier ist eine ganze Seite mit Clips zum Thema menschliche Schutzschilde).

Oh, und noch etwas: nach tragischen Fehlern wie dem Beschuß des Hauses von Dr. El Eish, bei dem seine Töchter ums Leben kamen, hat Israel Krankenwagen geschickt und versucht, sie zu retten. Leider war es zu spät. Aber israelische Santitäter haben, wie meine Söhne, einen Eid geleistet, ohne Ansehen jedem Menschen zu helfen – und immer wieder werden auch Palästinenser von ihnen versorgt.

Also, ganz so unmenschlich, wie sie normalerweise dargestellt werden, sind israelische Soldaten nicht.

 

Faire Einschätzung Juli 9, 2014, 0:39

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in der Welt:

Man kann Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einiges vorwerfen, aber dass er sich leichtsinnig in militärische Abenteuer stürzt, gehört gewiss nicht dazu. Vielleicht war kein anderer israelischer Regierungschef bisher so zurückhaltend mit dem Einsatz militärischer Gewalt. Das hat keine ideologischen Gründe. Auch Netanjahu hält die eindeutige militärische Überlegenheit seines Landes für überlebensnotwendig. Weil er aber weiß, wie schnell eine klein geplante Militäraktion außer Kontrolle geraten kann, setzt er lieber auf passive Abschreckung als auf den aktiven Einsatz des Militärapparates. Doch nun scheint es, dass die unberechenbar gewordene Hamas ihm die Eskalation geradezu aufgezwungen hat. Israel bereitet eineBodenoffensive vor. Doch umso ungewisser ist, wie weit Netanjahus Antwort gehen wird.

Ich habe es verfolgt. Wer jetzt johlt, „da hat Netanyahu ja den Krieg, den er so wollte“, der weiß nicht, wie viele Möglichkeiten zur Eskalation Netanyahu hat vorübergehen lassen.

Nun schrillen die Sirenen schon in Beerschewa, in Rechowoth und Jawne und nähern sich mit Riesenschritten dem Großraum Tel Aviv. Im Umkreis von 40 Kilometern des Gazastreifens hat das israelische Bildungsministerium alle Ferienlager abgesagt, ein normales Leben ist dort nicht mehr möglich. Die israelischeRegierung hatte keine Wahl mehr. Den Abschuss von 40 Raketen innerhalb von nur einer Stunde am Montagabend konnte sie nicht mehr ignorieren.

Nein, das hätte keine Regierung der Welt ignorieren können.

Einigermaßen rätselhaft sind die Motive der islamistischen Miliz:

Ich frag mich das auch die ganze Zeit. Was haben sie nur davon?

Hofft die Hamas vielleicht, ihr Raketenbeschuss könne die anhaltenden Unruhen nach dem Rachemord jüdischer Extremisten an einem arabischen Jungen weiter anfachen? Es wäre zumindest denkbar, dass die Entfremdung der arabischen Israelis durch eine länger andauernde Gaza-Offensive vorangetrieben würde. Oder möchten die schwächelnden Islamisten gegenüber den erstarkenden Salafisten und der Konkurrenz vom Islamischen Dschihad beweisen, dass immer noch sie den bewaffneten Kampf anführen?

Keiner spricht mehr von den toten Jugendlichen. Und auch arabische Israelis sind jetzt unter Beschuß. Ob sie das unbedingt für die Hamas begeistert?

Borgstede lebt glaube ich mit Familie hier  – ich meine, ich hätte mal einen Artikel von ihm verlinkt, wo er sich den Kopf darüber zerbricht, wie er mit seinen Kindern die goldene Linie zwischen „deutscher Heile-Welt-Mentalität“ und „israelischer Offenheit“ ziehen soll. Ich kenne das Dilemma sehr gut. Nichts macht einem klarer, wie bedrohlich die Situation ist, als wenn man Kinder ein Gefühl der Sicherheit vermitteln will.

Aber nein, es gibt genügend Leute, die mit Kindern hier leben und trotzdem kein Verständnis für die israelische Perspektive haben – die deutsche Erlöser- Gemeinde in Jerusalem ist wohl ein Beispiel dafür. Oder zumindest ihr Propst. Rika zum Thema ist lesenswert. Ich werde noch darauf zurückkommen.

Borgstedes Artikeln merkt man aber an, daß er nicht reflexartig reagiert, sondern sich seine eigenen Gedanken macht. Und das zeigt, daß er ein echter Journalist ist, der sich nicht auf die Phrasendreschmaschine verläßt.

 

 

Heute früh im Radio Juli 8, 2014, 19:19

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In den letzten Wochen haben wir uns angewöhnt, morgens die Nachrichten im Armeeradio zu hören (Galgalatz). Deren Slogan: wegen der Musik – galgalgalgalatz! Heute hatten sie wirklich schöne Musik.

Yehuda Poliker, Das Kind in dir

Kaveret, Kleiner Staat

(Hier hört man besser, aber auf dem oberen Clip sieht man die Gruppe – waren die mal jung!)

Moral, Moral, wir müssen sie aufrechterhalten.

 

 

Zeigen sie bei euch Juli 3, 2014, 19:06

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im Fernsehen, was heute in Sderot und Ofakim los war? 30 Raketen heute, getroffene Häuser, Fabriken, Gewächshäuser. Ein Leichtverletzter, aber sonst großes Glück.

Der vollständige Notruf Juli 2, 2014, 19:40

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den Gil-Ad an die Polizei absetzen konnte, ist inzwischen veröffentlicht worden. Es ist entsetzlich, ihn anzuhören.

Man hört den Jungen ins Telefon flüstern: chatfu oti – sie haben mich entführt.

Alle anderen Stimmen sind die der Entführer, und im Hintergrund das Radio-Interview mit Shelly Yachimovitch. Sie sagte heute, es ist für sie ein grauenhaftes Gefühl zu wissen, daß ihr Interview wohl dazu benutzt wurde, die trampenden Teenager in Sicherheit zu wiegen – sie stiegen in ein Auto, in dem Männer saßen, die wie jüdische Israelis wirkten und Reshet bet hörten.

Die Schüsse hört man auch.

Der Polizist, der außer hallo! hallo! nicht viel sagt. Seine Vorgesetzte, die versucht, mit dem Jungen Kontakt aufzunehmen (es ist dieselbe Frau, die beschließt, dem Anruf keine Wichtigkeit beizumessen – eine fatale Fehlentscheidung, die man nicht rechtfertigen kann, auch wenn man weiß, daß es sehr viele „Scherz“-Anrufe bei der Polizei gibt, wohl auch gern von jungen Arabern).

Nachdem die Jungen tot sind, freuen sich die Terroristen.

Der einzige, bittere Trost: sie sind schnell gestorben, sie haben nicht lange elend leiden müssen.

 

 

Zur angeblichen jüdischen Rachsucht Juli 2, 2014, 11:00

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Wer immer den arabischen Jungen ermordet hat, und wir wissen noch nicht, wer das getan hat, hat damit auch die trauernden Eltern der drei gestern Begrabenen getroffen.

Die Reaktion der trauernden Familien, übermittelt durch den Onkel von Naftali Frenkel:

„If the Arab youth was murdered because of nationalistic motives then this is a horrible and horrendous act. There is no difference between (Arab) blood and (Jewish) blood. Murder is murder. There is no forgiveness or justification for any murder,“ said Yisahi Frenkel, Naftali’s uncle.

Es würde mich nicht überraschen, wenn sie die Familie des Mordopfers in ihre Gebete miteinschließen.

 

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