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Ein Pseudo-Anglizismus April 29, 2011, 7:40

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Seit wann, bitte, ist das Wort „royal“ so überaus üblich geworden? Royale Hochzeit, royale Beobachter, royale Hüte, Schuhe und Handtaschen. Das fällt mir unangenehm auf.

An die letzte richtig große Brautkleid-Hysterie erinnere ich mich noch, da war ich so alt wie Tertia und habe mich mit Mutter, Bruder und einer Ladung echt britischen Weingummis vor dem Fernseher gelümmelt. Ich erinnere mich noch an die Enttäuschung, als die Braut aus der Kutsche stieg und so ein furchtbar zerknittertes, aufgeplustertes Brautkleid hatte. Und dann diese Fönfrisur, die ich nie schön fand (gar nicht prinzessinnenhaft). Damals war aber, wenn ich mich recht erinnere, immer nur die Rede von einer königlichen Hochzeit.

Das Tagebuch meiner Oma, das sie 1965 schrieb, als sie mit mir einen Monat allein war, enthält Erinnerungen an einen königlichen Besuch, keinen royalen Besuch. Damals hat sie die Übertragung im Radio angehört, während ich wohl auf noch unsicheren Beinchen begeistert vor dem Radio zur Marschmusik gewippt habe.

Die nächste königliche Erinnerung hängt mit einer großen, sehr bewunderten und selten gesehenen Cousine zusammen. Auf einer Familienfeier belehrte sie mich, daß demnächst eine Prinzessin Ähn heiratet und ich war beschämt, daß ich diese Prinzessin nicht kannte und von der Hochzeit nichts wußte. Erst Jahre später habe ich erkannt, welche Ähn das war. Auch das wurde nur königliche Hochzeit genannt, aber doch nicht royal.

Im Sommer 1981, fällt mir gerade ein, war ich in London, mit meinem Bruder und einem Freund. Ich erinnere mich noch, wie wir über die Menschenschlangen gestaunt haben, die sich vor einer Ausstellung der Hochzeitsgeschenke hinzog. Wer stellt sich Stunden in die Schlange, um Hochzeitsgeschenke anderer Leute anzugucken?

Weitere Erinnerungen tauchen auf – der Besuch bei einem Studienfreund, dessen Mutter gerade eine weitere königliche Hochzeit im Fernsehen sah. Ich selbst besaß keinen Fernseher und las außer der ZEIT auch keine Zeitung, so daß ich wieder einmal ahnungslos war, wer da heiratete. Die Braut hatte schöne rote Locken, und die Mutter des Freundes meinte, „das geht nicht lange gut, die hat Haare auf den Zähnen“. So bildete sich in meinem Kopf eine merkwürdige Assoziation von roten Locken auf Zähnen, die zum Zusammenbruch einer Ehe führen. Hat damals jemand das Wort royal benutzt? Ich bin ziemlich sicher – nein.

Die Allgegenwart dieser alles andere verschattenden Nachricht ohne Nachrichtenwert erkläre ich mir damit, daß sie eine Erinnerungs-Kerbe schlägt. Meine Mutter hat mir das bei unserer Weingummi-Orgie erklärt. Sie ist ein paar Jahre jünger als Grace Kelly, aber ihre Generation, und ist mit ihr älter geworden. Von der Rolle der Naiven über die junge Braut in die der jungen Mutter umgestiegen, dann Mutter heranwachsender Kinder – die Kleider immer vernünftiger, das Scheinwerferlicht ging von der Mutter irgendwann auf die Töchter über. Eine bebilderte Anleitung zum Älterwerden gewissermaßen.

Meine Mutter hat mir prophezeit, daß es mir mit Diana ähnlich gehen wird, auch wenn ich die Nachrichten nicht verfolge (Israel ist erfreulicherweise relativ desinteressiert an Nachrichten aus der „royalen“ Sphäre).

Meine Generation konnte wirklich an der Berichterstattung über Diana die zentralen Themen des weiblichen Daseins ablesen – Ehekrisen, Figur, Sorge für die Kinder, innere Unausgefülltheit. Auch modisch zeigt sie in britisch-extravaganter Überspitzung die wichtigsten Motive: Schulterpolster, starke Farben, knöchellange Hosen, big hair.

Den Übergang zur Rolle der Schwieger-und Großmutter, zur älteren und alten Frau, deren Attraktivität schwindet und die als Frau abtritt, haben weder Grace noch Diana mitgemacht, das müssen wir schon ohne sie erledigen (geht auch irgendwie).

Jetzt ist also die nächste Generation dran und versorgt sich mit einem kollektiven Hochzeitstag.  Es wäre alles leichter zu ertragen, wenn diese Wort ROYAL wieder verschwände.

Scherz des Schicksals April 27, 2011, 22:08

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Das ganze Jahr quassele ich von morgens bis abends pausenlos, bin aber zu beschäftigt und nervös, meine vielen lieben Freunde oder Familie regelmäßig anzurufen. Ausgerechnet an meinem Geburtstag, wenn sie alle treu anrufen, bin ich heiser wie eine Nebelkrähe und bin allen Glückwünschen hilf- und wortlos ausgeliefert.

Gut, daß der Tag vorbei ist…

Aber ha-ha, meinen Secundus hätte ich fast, fast drangekriegt. Wie oft hat der Junge mich schon verulkt, ohne daß ich es gemerkt habe! Heute rief er an, um zu gratulieren, und ich habe ohne mit der Wimper zu zucken gesagt: „schön daß du anrufst, gestern hattest du sicher keine Zeit!“, und er so: „gestern? wieso gestern?“, und ich so: „na da hatte ich doch Geburtstag“ – und da hörte ich ihn gaaaanz schreckhaft einatmen, aber dann mußte ich schon lachen. Er behauptet, nicht für eine Sekunde hätt ich ihn getäuscht, aber pah, das ist nur Pose.

Falls noch jemand ein Hausrezept gegen Heiserkeit hat, her damit.

So jagt man Nazis April 27, 2011, 19:15

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1. Man verkleidet sich als Opfer, macht eine leidende Miene und stellt sich mal ganz dolle vor, wie das wohl ist, von den Nazis verfolgt zu werden. Ui, so gräßlich. (Das Bild ist ein Printscreen dieser herzerfrischenden Seite).

2. Man protestiert gegen Israel und setzt Israel mit den Nazis gleich. Ich übernehme hier aus einem Kommentar von Yael die Links zu den Ruhrbaronen und Tapfer im Nirgendwo, die sich gründlicher den Inhalten dieser „Kritik“ widmen.

3. Man erfreut sich am Vollgefühl der eigenen moralischen Unangreifbarkeit und weist jede Verantwortung für das Flugblatt zurück.

Einfach wunderbar, was alles möglich ist.

Mein schönstes Geburtstagsgeschenk April 27, 2011, 6:29

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hat meine Mutter mir vor einem Jahr gemacht: nämlich einen Ausflug in einen Gartencenter in Kfar Yasif, wo ich mir Pflänzchen für meinen Küchengarten aussuchen durfte. Da ich mein Gärtchen liebe, erzähle ich heute mal davon.

Als wir das erste Mal dieses Haus sahen, war es noch in Bau, und überall standen Leitern rum. Mehrere Dinge gefielen mir sofort: der geräumige Wirtschaftsraum, die Türen in alle vier Himmelsrichtungen (cross in square!) und der kleine Garten vorm Küchenfenster, mit direktem Zugang aus der Küche. Ich war sofort entzückt und meinte: da mach ich mir einen Kräutergarten! (Wie ich ihn in unserem vorletzten Häuschen hatte – nur bedauernd habe ich ihn zurückgelassen, als wir umzogen). Obwohl die Nachbarin meinte, sie zieht Kräuter in Töpfen, weil in der mageren Erde nichts wächst, blieb ich bei meinem Vorsatz. Wo Disteln so gut wachsen, dachte ich, werden auch Nanaminze und Zaatar gedeihen. So sah das im Januar 2010 aus, nach unserem Einzug:

Die zwei Stufen führen direkt in die Küche. Das graue Mäuerchen ist die Grundstücksgrenze zum Nachbarn. Irgendwann, wenn der endlich fertig ist mit seinem Haus, sollen da Holzpfähle rein und dann will er da was Wucherndes anpflanzen. Aber mein kleiner Streifen, das wußte ich, der wird mein Küchengärtchen.

Und so sah es dann Ende April aus. Die Disteln waren weg, und als meine Mutter kam (genau an meinem Geburtstag), meinte sie auch sofort: da pflanzen wir was hin! Und wir fuhren nach Kfar Yasif.  Dort durfte ich mir dann aussuchen, was ich wollte, und vielleicht erzähle ich ein andermal von der wunderbaren Passiflora und Bougainvillea vor dem Haus. Aber so klein und bescheiden nahmen sich die Pflänzchen aus, als wir sie in die Erde gesetzt hatten.

Ich ließ meine Mutter bestimmen, was wohin kommt – sie ist seit Jahrzehnten erfahrene Gärtnerin und hat wirklich ein Händchen für alles, was wächst. Ans südliche Ende des Beets setzten wir mehr Teekräuter, ans nördliche Ende die Gewürze.

So sahen die Kräuter im Juni aus. Sie sind alle angegangen. Sogar die zuta levana, das arabische Bergkraut, das anfangs etwas mickrig aussah, und die Louisa (Zitronenverbene), die mir fast vertrocknet wäre. April war eigentlich etwas spät, denn es gab natürlich keinen Regen mehr. Aber ich bin den ganzen Sommer alle paar Tage morgens mit dem Schlauch drübergegangen bzw mit der Gießkanne. Der Ausgang der Wohnzimmer-Klimaanlage ist nämlich auf diesem Kiesstreifen, und dort habe ich den ganzen Sommer über eine Gießkanne stehen, mit der ich das Kondenswasser auffange. Damit sind die Kräuter gut gediehen.

So sahen sie Anfang Januar aus, vor nur vier Monaten – sie waren eindeutig gewachsen, aber man sieht ihnen doch an, daß das Wasser das ganze Jahr eher knapp war, trotz meiner Bemühungen. Und dann fing der Regen an, der gute, gesegnete, dies Jahr so reichliche und sinnvoll verteilte Regen.

Regen muß ja nicht nur in genügend großer Menge fallen, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg, damit die Erde weich wird und ihn aufnehmen kann. Es ist viel besser, über Wochen hinweg immer wieder mittelgroße Mengen zu haben als auf einmal eine Menge. Und dieser Winter, also Januar, Februar und März, waren in unserer Gegend ideal verregnet – alle paar Tage fiel Regen, und ich habe jeden Tropfen genossen.

Unglaublich, was für einen Schuß mein Basilikum getan hat! Wir hatten zwei Basilikumpflänzchen gekauft, aber eines davon ist so bescheiden, daß das andere es ganz überflügelt hat. Ich genieße die schöne, duftende Blüte, denn den ganzen Tag surren Bienen um den Strauch herum.

Der Salbei blüht auch. Wir haben viel mehr Basilikum und Salbei, als wir wegessen können, darum lass ich sie erstmal blühen.

Auch der Lavendel ist sehr groß geworden. Wir haben insgesamt vier oder fünf Placken Lavendel im Garten, verschiedene Sorten.

Und aus unseren paar Blättchen Nanaminze und Zitronenmelisse sind auch richtig große Büsche geworden. Egal wie viel Tee ich trinke – ich kann da nicht gegen an trinken.

Das winzige Rosmarinchen in der Mitte ist neu – als meine Mutter im Februar hier war, sind wir noch einmal nach Kfar Yasif gefahren und haben neue Pflänzchen geholt.

Ich habe an zwei der Kräuter Oregano und Zaatar drangeschrieben, denn als solche habe ich sie vor einem Jahr gekauft – aber sie riechen identisch und sehen auch genau gleich aus. Na ja, sie sind eng verwandt, aber trotzdem habe ich den Verdacht, daß ich zweimal dasselbe gekauft habe – aber ob es nun Oregano ist oder Zaatar? Ich meine, Zaatar sieht ein bißchen silbriger aus, aber weder Schwiegermutter noch Nachbarin noch wir selbst (die wir im alten Garten beide Kräuter hatten – wo sie verschieden aussahen) konnten bisher sagen, was nun was ist. Na, vielleicht weiß es ja ein Leser?

Der ursprüngliche Thymian war ein bißchen mickrig geblieben, so daß ich neuen dazugesetzt habe – mit dem Ergebnis, daß der alte Thymian einen ordentlichen Schwung getan hat…

Das Zitronengras sieht schäbig aus und ich muß es zurückschneiden – der Tee aus seinen Blättern schmeckt wunderbar. Raute, Majoran und Currykraut sind ebenfalls Neuerwerbungen.

Meine Teekräuter. Es ist vielleicht kindisch – aber jede Tasse Tee aus dem Garten freut mich. Ich kombinier sie immer anders. Besonders lieb ist mir dabei die „weiße Suta“, zuta levana oder arabisches Bergkraut. Es hat eine kleine Schärfe im Geschmack, die ich sehr erfrischend finde. Menta, Louisa, Melisse und Nana sind immer lecker und kommen auch mittags, bevor die Kinder nach Hause kommen, in die Kanne Eiswasser auf dem Tisch. Für Limonana, dieses wunderbar leckere Eisgetränk aus dem Blender, holen wir riesige Mengen Nana aus dem Garten – es wächst tatsächlich wie Unkraut nach.

Hier sieht man übrigens gut, wie schnell die Erde hier ausdörrt – zum Frühling gehört hier ja der Sharav, der sehr heiße, trockene Luft mitbringt. Der trocknet die Erde wie mit dem Fön.

Ja, das ist er jetzt, mein kleiner Kräutergarten. Unkraut rupfe ich fast jeden Morgen – es vergeht kaum ein Tag, an dem ich dieses Stückchen Erde nicht mit ein bißchen tsumi bedenke. Es ist wirklich das schönste Geburtstagsgeschenk, das ich je bekommen habe, weil es mich jeden Tag glücklich macht. Ich bin kein Gartenfex, und obwohl Y. und ich uns bemühen, den Garten halbwegs in Schuß zu halten, sind wir beide nicht sehr gut darin.

Im Haus gehen alle Pflanzen mir ein – die Katzen mögen mit beständigem Buddeln dazu beitragen – so daß mein Schwiegervater mir mal eine tatsächlich echt aussehende künstliche Pflanze aus Seide schenkte, die ich mir auch brav ins Wohnzimmer hängte. Nun, auch sie überstand mich nicht – sie ging an Schimmel ein.

Nein, grüne Daumen hab ich nicht, eher schwarze – aber meine Kräuter halten mich aus, und sie gedeihen wunderbar.

Von null auf hundert… April 26, 2011, 21:03

Posted by Lila in Ivrit.
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… stieg mein inneres Unfug-o-Meter, als mir vor ein paar Jahren ein weichgespülter Christ vom aramäischen Vaterunser erzählte. Er erklärte mir allen Ernstes, daß man bei einer Lektüre des aramäischen Urtexts die bekannte Übersetzung als Fälschung entlarven kann.

Das wahre Vaterunser, wie Jesus es ausgesprochen und gemeint hat, geht nämlich so:

Oh, gebärender Schöpfer! 
Vater-Mutter des Kosmos im strahlenden Licht!
Quelle des Seins! Atmendes Leben! 
Ursprung des schimmernden Klangs!

Aus heiligem Raum des gereinigten Herzens
leuchte Dein Name im Ton der Stille,
weise den Pfad uns zu nützlichem Tun!

Erschaffe Dein Reich der Einheit Dir jetzt
durch unsere flammenden Herzen,
und sende Dein Wirken zur Erde herab
durch unsere werkenden Hände.

Eine den Willen in uns mit dem Deinen
sehnen, im Göttlichen Herzen zu sein.
Führ‘ uns zur Tat, die Himmel und Erde verbindet.

Gewähre uns täglich, was wir an Brot
und klärenden Einsichten brauchen,
um zu erfüllen des Tages Gebot:
Eins-sein im Ganzen in Einfachheit.

Löse die Bande der Schuld,
tilge die Spur unserer Lieblosigkeit,
so wie auch wir freigeben die,
die uns Kränkung getan.

Lass uns nicht in die Irre gehen,
durch Macht und Reichtum verlockt,
durch Trägheit und Vergessen verleitet,
sondern reich uns die Hand zur richtigen Zeit,
zur Heimkehr ins Licht und Frohlocken.

Denn Du bist das Ziel wie auch Fundament
allen Seins und des glorreichen Lebens.
Du bist die ballende Kraft jeder Form,
Lied ewiger Schönheit und Freude.
Entformung auch im kosmischen Lauf
der Zeitalter Atmen und Kreisen.

So ist es und bleibt – die Wahrheit im Wort
möge Lebenskraft ihm verleihen.
Der Boden sei dies meines Wachsens zu Dir,
besiegelt in Liebe und Glauben.

Amen

Der freundliche Mann hatte das natürlich aus einem Buch. Den aramäischen „Urtext“ kannte er natürlich nicht, aber wer versteht schon Aramäisch, nicht wahr? Er war fest davon überzeugt, daß diese wunderbare Fassung Jesu Worte sinngemäß und treu wiedergibt.

Allerdings kann es sich bei den verschiedenen kursierenden aramäischen Fassungen nur um Rekonstruktionen handeln, da das Neue Testament auf Griechisch geschrieben wurde. Hm. Ich kann mich da im Moment nicht reinknien und versuchen aufzudröseln, wer nun aus welchen Quellen welchen aramäischen Dialekt wie übernommen oder rekonstruiert hat. Es kursieren auch unterschiedliche deutsche und englische Übersetzungen dieses sogenannten „Aramäischen Vaterunsers“ (die meisten davon auf Websites, zu denen ich nicht linken möchte, weil ich die naiven Menschen nicht kränken möchte, die das für die Originalfassung halten und gar meinen, Luther hätte das Neue Testament aus dem Aramäischen übersetzt… oder dem Hebräischen…).

Aber wer Hebräisch kann, der kann Aramäisch wenigstens ein bißchen verstehen. Gucken wir uns eine aramäische Fassung also mal an, egal wer sie verfaßt hat.

Abwun dvashmaya, nethqadash shmakh

Vater (av)  im Himmel (shamayim), dein Name (shem)  werde geheiligt (qadesh). Weder gebärender Schöpfer noch Mutter noch schimmerndes Licht oder sonstige Lyrik sind erwähnt. Ton der Stille und das ganze übrige Zeug – nichts von zu erkennen.

Tethe malkuthakh. Nehweh tsevyanakh, aykana dvashmaya af bar`a

Das ist schon schwieriger, das Verb erkenn ich nicht. Malkut ist das Königreich, tsivui der Befehl oder Wille, shamaim wieder der Himmel. Die Zeilen sind knapp, und ich glaube nicht, daß die ausführliche Beschwörung der Vereinigung der Willen exakt ist – mir sieht es eher aus wie: dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Hav lan lakhma dsoonqanan yomana

Lakhma muß Brot sein (lekhem), yomana klingt wie yom, der Tag, oder hayom, heute.

Ushvuq lan khaubeyn aykana d’af khnan shvaqan lkhaiveyn

Davon verstehe ich leider kein Wort. Ich nehme an, ushvuq und shvaqan gehen auf eine Wurzel zurück, die Vergebung bedeutet, und khaubeyn und khaiven beziehen sich auf eine Wurzel, die Schuld bedeutet. Bande der Schuld, Spuren der Lieblosigkeit und so weiter haben in der Zeile gar keinen Platz.

U’la te`lan lnisyouna

Interessant. Nisyouna bedeutet bestimmt Gefahr – nisayon bedeutet Erfahrung. U-la muß „und nicht“ bedeuten.

Ela patsan men bisha

Ela verstehe ich – das heißt „sondern“. Men entspricht dem hebräischen min, „von“. Bisha bedeutet bestimmt das Böse – busha ve-hurpa bedeutet Schimpf und Schande.

Metul d’dheelakh hee malkootha

Malkut wieder das Königreich, die anderen Worte erkenne ich nicht.

Ukhaila utheshbookhtha

U wie im Hebräischen: und. Khaila kenne ich nicht, aber tishbokhot ist Lob und Preis.

Alam l`almeen

Almin bedeutet Ewigkeit: bet almin ist der Friedhof.

Also, schon ein kurzer Durchgang durch den Text zeigt, daß die mit ehrfurchtsvollem Schauer als „echte unverfälschte Worte Jesu“ weitergetragenen Perlen der Weisheit mit Vibration und Schimmer einfach nur Klingklang sind. New-Age-Bombast. Während der Urtext selbst (den ich auf Griechisch nicht lesen kann, nur in der Vulgata-Übersetzung) von erfrischender und erfreulicher Knappheit ist.

Was mich daran stört? Daß die Leute nicht etwa hingehen und sagen: ich habe das Vaterunser zur Grundlage genommen, ein Gedicht zu schreiben, das meine eigenen Assoziationen und Empfindungen ausdrückt. Damit hätte ich kein Problem, denn die Gedanken sind frei. Eine Nachdichtung, Huldigung, Weiterführung – meinetwegen (wenn es ein Sequel sogar zu Gone with the Wind gibt, warum nicht auch zum Vaterunser….?)

Aber sich hinzustellen und so zu tun, als enthielte der aramäische Urtext diesen Text und die christliche Tradition hätte ihn nur unterdrückt – excuse me.  Wer so ein atmendes, kreisendes Wortgeschwurbel vorzieht und sich im Gedanken gefällt, daß seit Jahrtausenden „die Kirche“ uns die Wahrheit vorenthält – daß Jesus in Wirklichkeit ein ganz esoterischer Laberfax war und der Vatikan und Luther und alle anderen Bösen dieses schockierende Faktum in Archiven begraben haben… nun, der glaubt vielleicht auch manches andere.

Während ich versucht habe, Quellen für diesen fürchterlichen bardaq zu finden, bin ich natürlich auf eine Seite gestoßen, die wesentlich genauer übersetzt als ich. Ich hätte mir meine laienhaften Bemühungen sparen können. Aber was ich verstanden hatte, war wohl richtig.

Wikipedia erwähnt außerdem, was vielleicht nicht allgemein bekannt ist – daß das Kaddish dem Vaterunser sehr ähnlich ist, oder besser gesagt: das Vaterunser lehnt sich doch ziemlich an das Kaddish an. Ein Vergleich jedenfalls zeigt mehr Ähnlichkeiten zwischen Vaterunser und Kaddish als zwischen Vaterunser und „aramäischem“ „Vaterunser“.

Bestimmt ist diese Welle mit dem aramäischen Vaterunser längst schon verschwappt. Aber nach dem grauslichen Interview mit den drei geistlichen Fliegengewichten in der ZEIT würde mich schon interessieren, ob pseudo-christliche Texte dieser Art auch schon Eingang in Gemeinden gefunden haben… wundern würde mich bald nichts mehr.

Der niedrigste gemeinsame Nenner April 26, 2011, 18:24

Posted by Lila in Presseschau.
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Liege ich ganz falsch, wenn ich beim Lesen des „Kreuzverhörs“ mit sächsischen Pfarrern einen Schrecken kriege?  Der christliche Glaube wird da zu einer Art Lifestyle-Option, jede Formulierung ist so geglättet wie ein Handschmeichler-Stein. Nichts wird dem Gläubigen abverlangt, das Christentum wird zu einer schönen Illusion.

Wieso kommen Christen in den Himmel?

Weil es auf jeden Fall noch mal ein Gespräch darüber geben muss, was Gott sich vorgestellt hatte bei der Geburt jedes Einzelnen. Wo soll dieses Gespräch stattfinden, wenn nicht im Himmel?

Tolle Begründung, nicht wahr? Und wer entscheidet bitte, daß das Gespräch unbedingt sein muß? Der Pfarrer? Und wenn Gott sich nicht daran halten wird? Den Dümmsten überzeugt so eine flache Aussage nicht.

Warum sprechen Christen von einem personifizierten Gott?

Weil eine Person das Schönste ist, was es für uns gibt. Deshalb ist auch der schönste Gedanke, den wir denken können, ein persönlicher Gott.

Und das reicht als theologische Begründung? Und wenn für mich Blumen das Schönste sind, dann ist Gott also eine Sonnenblume oder Primel? Warum ist Gott überhaupt zur Schönheit verpflichtet?

Was bedeutet »Aufgefahren in den Himmel«? Gefahren, geflogen oder eher gebeamt?

Gebeamt ist gar nicht so schlecht. Beamen bedeutet ja »strahlen«. Strahlen sind oft unsichtbar, aber trotzdem vorhanden. Wie Jesus. Er strahlt.

Mein Gott, das ist so peinlich, daß mir beim Lesen die Röte in die Wangen steigt.

…am dritten Tage auferstanden von den Toten
aufgefahren in den Himmel gebeamt
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters..

Dann muß das anstößige Wörtchen „Vater“ aber auch ausgemerzt werden. Patriarchale Zwänge! Man kann es Gläubigen ja nicht zumuten, Metaphern auszuweiten.

Wie entstand Gott?

Dazu waren Menschen nötig. Sie erblickten die Erde und riefen: Das kann sich kein Mensch ausgedacht haben! Das ist so schön und hängt alles so zusammen! So kamen sie Gott auf die Spur. Und Gott dachte: Erwischt!

Wirklich, wie peinlich kann es noch werden? Und so ein Depp ist Pfarrer? Wieso ist er überhaupt Pfarrer geworden?

Was macht Sie so sicher, dass die Menschheit keine bloße Laune der Natur ist?

Absolute Sicherheit hat auch ein Pfarrer nicht.

Zweifel einräumen – schön und gut. Aber diese Art Aussagen nehmen dem Christentum die letzte Grundlage.  So einen Dünnpfiff können wohl nur die Evangelen produzieren.  Aber immerhin, besser als die Katholen fühlt man sich trotzdem.

Welche Fragen könnte Gott an der Himmelspforte dem heutigen Papst stellen?

Vielleicht: Wie hast du’s mit den Evangelischen gehalten?

Vielleicht hat Gott aber auch ein paar andere Ideen? Ich stelle mir lieber vor, daß an der Himmelspforte der bärbeißige alte Petrus steht und steht: na, funktioniert der Schlüssel noch?

Glauben Pfarrer alles, was in der Bibel steht?

Nein. Sie sollen ihren Verstand nicht an der Kirchentür abgeben.

Wenn dieser Pfarrer glaubt, daß seine Antworten von besonders herzhaft eingesetzter Vernunft zeugen, dann ziehe ich persönlich die Bibel vor.

Was für geistliche Leichtgewichte.

Sie haben den eigentlich unmöglichen Anspruch an den Christenmenschen, die doch gerade Luther so deutlich herausgearbeitet hat, überhaupt nicht verstanden oder sie sind nicht bereit, diese Unbequemlichkeit zu ertragen.

Zum fenften hat die Seele kein ander Ding, weder inm Himmel noch auf Erden, darin sie lebe, fromm, frei und Christen sei, denn das heilig Evangelium, das Wort Gottes, von Christo gepredigt, wie er selb sagt.

So mussen wir nu gewiss sein, dass die Seele kann alle Dings entebehren auss de Wort Gottes, und ohne das Wort Gottes ist ihr mit keinem Ding geholfen. Wo sie aber das Wort Gottes hat, so bedarf sie auch keines andern Dinges mehr, sondern sie hat in dem Wort Genege, Speise, Freud, Friede, Licht, Verstand. Gerechtigkeit, Warheit, Weischeit, Freiheit und alles Gut eberschwenglich.

Aber Luther gilt nicht mehr, die Bibel gilt nicht mehr, es gilt nur noch, den niedrigsten gemeinsamen Nenner eines Wellness-Angebots für die Seele unter die Leute zu bringen, ohne damit jemanden zu überfordern.

(Und dieser gräßliche Text kommt mir gerade vor die Augen, während ich an einer Kampfschrift gegen das unsägliche sog. „aramäische Vaterunser“ arbeite… )

Wer noch einen Beweis braucht… April 25, 2011, 20:38

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… der hat ihn hier. Ja, sie spinnen, die Israelis. Von 124 Ländern, in denen der Zufriedenheits-Index getestet wurde, sind wir tatsächlich auf den 7. Platz gekommen! Wir teilen uns den mit Neuseeland.

The „happiness“ list was headed by Denmark, with 72% of its residents expressing satisfaction. Sweden and Canada came in second with 69% happy campers, followed by Australia with 65%.

Surprisingly, Venezuela shared the fourth spot with Finland, boasting 64% content residents.

New Zealand ranked seventh, along with Israel.

The Jewish State ranked higher than Holland and Ireland (62%), and also managed to surpass the United States (59%) and Brazil (57%).

The Arab state ranking highest in the survey was the United Arab Emirates, with 55% of its residents reporting being content with their lives.

Britain showed less optimism with only 54% of respondents expressing satisfaction.

Vor ein paar Jahren war ich tatsächlich unter den Befragten. Erst wurde ich angerufen und gab sofort meine Einwilligung. Ein paar Tage später kam dann eine ältere Frau (also: eine, die so alt war wie ich jetzt bin….:-) ) und fragte mich zu ganz, ganz vielen Lebensbereichen aus. Und ich war mit allem zufrieden. Beziehung? Glücklich. Familienleben? Glücklich. Arbeit? Interessant und erfüllend. Lebenssituation? Bescheiden, aber genau richtig. Kibbuz? Zufrieden. Land Israel? Wunderbar.

Wir tranken Kaffee und es war gemütlich. Nun kenne ich bei mir den Arzt-Effekt. Alles, was mich zwickt und zwackt, wenn ich abends müde ins Bett sinke, kommt mir lächerlich vor, wenn ich beim Arzt sitze. Ich bin nicht die Einzige mit diesem Effekt. In der Altenpflege haben wir immer gestöhnt, wenn die Tante von der Bituach Leumi kam und den Grad der Hilfsbedürftigkeit unserer Pflegebefohlenen einschätzen sollten. Die gebrechlichsten alten Menschen, denen wir von morgens bis abends bei jeder Handreichung helfen mußten, prahlten mit ihrer soliden Gesundheit und Selbstständigkeit. Und bekamen natürlich die Unterstützung nicht.

Also, bei Ärzten bin ich Heldin und bei der Befragungs-Tante auch. Da fiel mir eigentlich nichts ein, was mich so richtig störte. Ich weiß nicht, ob ich heute auch so zufrieden antworten könnte – seitdem hat der Kibbuz sich gänzlich verändert und wir leben „draußen“ im Haifischbecken, was nicht so gemütlich ist wie unser reizender kleiner Karpfenteich damals, wo die Wassermannkinder ums Dach schwimmen…

Aber ganz ehrlich? Ich glaube, viel würde bei mir nicht negativer werden als damals. Ich würde nirgends lieber leben als in Israel, hier im Norden, mit dem wunderbaren knochentrockenen Mann und den Nervensägen Goldkindern.

Die Frau war jedenfalls sehr gründlich und wir tranken Kaffee, und als sie ihren Bogen durch hatte, verlagerte sich das Gespräch von mir auf sie. Es passiert mir nicht immer, denn nicht immer bin ich entspannt und offen genug, aber trotzdem passiert es mir oft genug – sie schüttetete mir ihr Herz aus und erzählte mir von all ihren Problemen. Sie blieb bestimmt anderthalb Stunden länger, als sie eigentlich wollte. Ob sie das bei allen Befragten tat, weiß ich nicht, aber das war schon auffallend.

(Ich erinnere mich auch noch an viele Nächte mit diversen Notärzten und Krankenpflegern, die ich in Tertias schwerem ersten Jahr nachts rufen mußte – von denen haben mir auch einige ihre ganze Lebensgeschichte erzählt, eine nette Russin ist mir dabei in besonderer Erinnerung geblieben…)

Anscheinend geht es also nicht nur mir so. Man meckert und knüsselt und kuttert und ärgert sich – Tamar Katriel hat darüber einen amüsanten Artikel über solche „griping rituals“ geschrieben. Ihr Buch ist überhaupt lesenswert, ich habe auch ein paar Vorträge von ihr gehört. (Die Feuerschrift, die Picknicks vor dem Militärlager – oh Mann…)

Aber eigentlich fühlt man sich doch sehr wohl hier. Ich weiß nicht mal, woran es liegt, das Leben ist hart und man ackert sich ab und der Staat knöpft einem alles ab, was man sowieso nie hatte. Aber die Leute sind nett. Ich fühle oft eine Art Verbundenheit oder Kameraderie, die ich so in Deutschland nie gefühlt habe, nicht mal im Rheinland.

Ich kann es nicht erklären. Es gibt auch in Israel Muffköppe, ruppige Kerle, die einen anrampeln, zickige Verkäuferinnen und ordinäre Weiber, die einem Amulette aufdrängen wollen und kiebig werden, wenn man keine will.  Aber viel öfter erlebe ich, was auf Hebräisch echpatiut heißt. Wie kann man echpatiut übersetzen? Milon übersetzt es mit concern, consideration, care ins Englische. Hm. Aber ins Deutsche?

Echpat li heißt: es liegt mir am Herzen. Echpati ist ein Mensch, der empathisch ist, sich für andere einsetzt und sich volle Mühe dabei gibt.

Natürlich kann man auch sagen, lo echpat li, ist mir doch egal. Aber einen überraschend hohen Grad an echpatiut entdecke ich im Alltag immer wieder. Und ich glaube, letztendlich trägt das mehr zu meinem Wohlbefinden in Israel bei, als die elende Bürokratie, das teuflische Wetter, die unpünktliche Bahn und die politischen Krisen abtragen und abnagen können. Wenn eine Frau im Taxi mich mit ihren Teigtaschen füttert oder ein Busfahrer mich wiedererkennt oder eine Verkäuferin besonders nett ist oder ein Sicherheitsfritze mich jedesmal höflich grüßt, wiegt das alles andere auf.

Katriel kommt übrigens zu einem ganz ähnlichen Schluß.

Und wie geht dieses Ergebnis mit anderen Umfragen zusammen, die Israel eindeutig in den Bereich der verhaßten und verachteten Ländern verweisen? Tja, ich weiß es nicht. Vielleicht ist die BBC-Umfrage Schrott. Oder vielleicht spielt es sich ja doch ganz gut als Schmuddelkind.

Für Paul April 25, 2011, 16:56

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Ilse Bilse

keiner willse

nur der Koch

nahmse doch

weilse so nach Zwiebel roch.

Danke für das Zwiebelsaft-Rezept. Ich stinke so, daß Kater Leo, mein treuer Begleiter,  sich angewidert abwendet. Für die Nacht werde ich vermutlich in Quarantäne getan. Aber ich huste deutlich weniger.

Immerhin nicht ins Gefängnis April 23, 2011, 21:42

Posted by Lila in Bloggen.
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Nicht allein das Pech, ausgerechnet in den Ferien stockheiser und fiebrig darnierderzuliegen – nein, ich mußte natürlich mit zitternden Händen ein Glas Wasser über den Laptop gießen. Jawohl. Alles, was daraufhin eintreten kann, trat auch prompt ein – Kurzschluß, Festplatte hinüber, Laptop stellte sich mausetot. Y. mußte schließlich die Festplatte komplett formattieren. Ich bin also zurück auf Start, ziehe keine 100 Mark ein, aber ins Gefängnis muß ich doch nicht. Ich habe Gott sei Dank eine Menge Zeug regelmäßig auf der externen Festplatte abgespeichert, so daß es mich arbeitsmäßig nicht zurückwirft.

Ärgerlich ist es trotzdem. Zusätzliche Arbeit – hat mir gerade noch gefehlt.

*ächz* *krächz* April 22, 2011, 7:02

Posted by Lila in Persönliches.
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Mich hat´s erwischt, keine Ahnung, wo ich mich angesteckt habe. Irgendein häßlicher Virus, der Halsschmerzen und Husten zugleich beschert, eine fiese Kombination. Ich lasse mich von den Kindern verwöhnen (Primus ist noch hier, Secundus wieder zurück auf seinem Berg), und ganz heimlich muß ich zugeben, daß es auch mal ganz schön ist, Verantwortung von mir zu schieben.

Ich habe noch Urlaub, Y. allerdings arbeitet auch heute, an einem Freitag. Er hatte nur einen Tag nach dem Seder frei, immer dasselbe Spiel mit seinem Job. Er arbeitet am besten, wenn die Fabrik still liegt und außer ihm und seinen Leuten niemand arbeitet. Da kann er in Ruhe lang gehegte Pläne ausführen, Wände einreißen, Linien anders legen, Maschinen umbauen und verbessern und austauschen. Wann er das letzte Mal richtigen Urlaub hatte, weiß ich gar nicht mehr.

Ich trinke Tee und um mich herum liegen stapelweise Bücher (alles zum Thema Mittelalter, das läßt mich nicht los, auch wenn ich dieses Semester Renaissance unterrichte). Deswegen ist es hier ein paar Tage still – ist doch auch mal schön.

Der Seder-Abend April 18, 2011, 21:52

Posted by Lila in Kinder.
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war dies Jahr ganz ruhig und familiär. Wir waren bei Schwiegermuttern, deren Lebensgefährte begeistert kocht und uns richtig, richtig verwöhnt hat. Außer uns war mein junger Schwager mit Frau und den drei kleinen Kindern da. Das war schon ein schön langer Tisch, die Vorleserei wurde kindgerecht verkürzt, dafür begeistert gesungen und der Afikoman mehrmals wiederversteckt.

Wir haben Quarta wieder mit nach Hause genommen und dafür Primus im Kibbuz gelassen, der dort Freunde besucht.

Bei uns in der Familie, sowohl auf meiner als auch Y.s Seite, geht gerade ein wahrer Meteorschwarm von Schwangerschaften und Babies nieder. Sehr beglückend – und ein Zeichen für Optimismus. Ich rechne Babies ja in gehäkelte Decken um und schätze, daß ich bis in den Sommer beschäftigt sein werde. Ach wie schön!!!

Noch ein Albtraum April 18, 2011, 9:11

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Seit ich Kinder habe, schlafe ich schlecht. Seit die Hälfte meiner Kinder Uniform trägt, schlafe ich noch schlechter. Und wenn draußen noch dazu Sharav herrscht, schlafe ich praktisch überhaupt nicht. Und wenn ich doch mal schlafe, dann habe ich widerliche Albträume, von denen ich egoistischerweise hier manche zum Besten gebe. (War es nicht Lord Peter Wimsey, der gesagt hat, es ist egoistisch, anderen Leuten seine Träume zu erzählen?)

Mein Albtraum war doppelt und ich wechselte mehrmals zwischen verschiedenen Szenarien hin und her. (Visuell war ich zweifellos davon beeinflußt, daß ich vorher ein bißchen mit Prezi rumgespielt habe, wo man sich so durch Schrift und Bild zoomt – ich hab mich also durch zwei Szenarien geprezit.)

Das eine Szenario war ein hohes Holzgerüst, mitten in der Nacht, rutschig vom Regen, auf dem ich mit Quarta stand – ganz oben, und ich mußte sie irgendwie runterkriegen. Quarta war noch klein, in diesem Alter, in dem die Kinder auf dem Arm heftig strampeln, weil sie selbst laufen wollen. Aber sie so wild auf diesen gräßlichen schwarzen glänzenden Holzplanken rumlaufen zu lassen war unmöglich. Ich mußte sie also irgendwie gleichzeitig zufrieden und unter Kontrolle halten und von diesem Gerüst runterklettern. Wir trafen auch dauernd Leute, die uns störten. (Quarta ist im Moment bei ihrer Oma im Kibbuz und ich vermisse sie sehr.)

Das andere Szenario war noch schlimmer.  Ich wußte, daß beide Söhne entführt und in Händen der Hamas waren, genau wie Gilad Shalit. Dieser Traum war wohl eine Reaktion auf ein Interview mit Aviva Shalit, das ich gestern sah, und in dem diese menschenscheue Frau richtig zornig wurde. Im Traum saß ich in einer Gondel mit Aviva, um uns herum waren Sonne und Felsen, und sie war furchtbar bleich. Ich brachte eine Idee nach der anderen auf, wie man die Jungens wieder freikriegt. Sie haben ja deutsche Staatsangehörigkeit! die Hamas muß sie freilassen! Aviva: „Gilad hat die französische Staatsangehörigkeit, gebracht hat das nichts“. Aber mit riesigen Demos! und man muß es allen erzählen! und in der Welt herumfahren und überall…! „Aviva: „haben wir auch gemacht, war umsonst“

Und so saßen wir in der Gondel, und ich war total verzweifelt.  Keines der Szenarien war gelöst, als einer der Kater auf mich sprang, um mich erlösen.

Es war keine echte Erleichterung, aufzuwachen, die Verzweiflung nach so einem Traum bleibt ja noch Stunden. Und auch wenn ich meine Söhne mit Cafe frappe verwöhnen kann und ihnen die Füße krabbeln und über ihre Scherze lachen (sie sind beide auf Pessach-Urlaub und ich genieße jede Sekunde mit ihnen – sie gucken gerade die alten Asterix-Filme und amüsieren sich) – es ist alles keine Selbstverständlichkeit. Und was ist der Unterschied zwischen Aviva und mir? Ich kann aus dem Albtraum aufwachen, sie nicht.

Ein Nachruf April 17, 2011, 19:09

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Ein ergriffener, ergreifender  Nachruf auf Vittorio Arrigoni, geschrieben von einem Journalisten namens Paul Badde.

Die Welt:

Ausgerechnet Arrigoni! Er liebte das Leben und hasste die Ungerechtigkeit und den Krieg – vor allem den Krieg zwischen Israelis und Palästinensern, über den er schon seit Jahren aus Gaza berichtete, auf seinem Blog („Guerrilla Radio“) ebenso wie für „Il Manifesto“, als dessen freier Korrespondent er arbeitete.

In Italien ließ die schmerzerfüllte Mutter wissen, wie stolz sie hinter allen Tränen auf ihren Sohn sei. In seinem kurzen Leben habe er die Ideale seiner Eltern vollkommen verwirklicht.

…immer ruhig, immer gelassen und immer temperamentvoll für die Sache Palästinas kämpfend. Etwa im August 2008, als er mit anderen Pazifisten auf dem Schiff „Free Gaza“ versuchte, die israelische Blockade zu durchbrechen. Während Israels blutiger Operation „Geschmolzenes Blei“ versuchte der freundliche Vittorio Arrigoni im Winter 2008-2009 wie ein Funker auf einem sinkenden Ozeanriesen täglich weiter verzweifelt, das S.O.S. der Palästinenser in den Äther abzusetzen, oft unter Bombardierungen, manchmal mit Notstrom…

Die Sympathie klingt deutlich durch. Eine Lichtgestalt, dieser Arrigoni.

Jedoch: sobald man anfängt, Arrigonis eigene Worte zu prüfen, ändert sich das Bild. In einem seiner Artikel zB sprach dieser freundliche Mensch von einem „Pogrom“, das die israelischen Sicherheitkräfte in Awarta (dem Dorf, aus dem die Mörder der Familie Fogel kamen) veranstalten. Für die Notwendigkeit, solche Mörder zu fassen, hatte der ach so sanftmütige, fröhliche Mann nicht das geringste Verständnis.

Am 31. Tag nach dem Massaker fünf der illegalen Siedler von Itamar bleibt das palästinensische Dorf Awarta unter Belagerung.

Ein wahrer Pogrom von der israelischen Armee durchgeführt (oft mit Unterstützung der Siedler am  extremistischen und rassistischen Rande des zionistischen Regimes in Tel Aviv), die jede Nacht Razzien durchführt und palästinensische Zivilisten entführt.

Die Anwendung von Worten wie Pogrom, das von Juden statt gegen sie verübt wird, ist ein deutlicher Indikator für die NS-Umkehr-Rhetorik, die sehr beliebt ist bei als Antizionisten getarnten Antisemiten.

Auch die „Guerilla-Cartoons“ auf seiner Facebook-Seite sprechen eine deutliche Sprache und beseitigen den letzten Zweifel.

Anti-israelisch heißt anti-jüdisch, das ist eine alte Geschichte.

Was für ein Friedensaktivist! Aber so einen schönen Nachruf in der Welt hat Paul Badde da geschrieben – den muß man sich erstmal verdienen…

Paul Badde  guckt einfach nicht in Arrigonis Facebook und weiß einzuordnen, was er dort sieht (obwohl er selbst eine Seite bei Facebook hat). Sind solche Karikaturen „normal“? Einfach politische Satire? „Die Juden killen Jesus täglich, und Jesus ist ein Palästinenser“, unproblematische Aussage?

Badde, der ein Christ ist, sollte sich was schämen. Er ist Journalist und kratzt nicht mal an der Oberfläche seines Helden. Was ich da in zehn Minuten Google-Recherche geleistet habe, hätte er ja wohl auch mal machen können, bevor er einen Nachruf verfaßt, der Mutter Teresa zum Erröten gebracht hätte. Das ist sein Job – er ist Journalist, kein Hagiograph. Oder?

Und er ist tot April 17, 2011, 18:06

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der 16jährige Daniel. Welches Leid. Von dem Beschuß des Schulbusses wird darum nicht mehr Notiz genommen werden – er hatte ja kein direktes Todesopfer. Der arme Junge hat lange gebraucht, bis er gestorben ist. Zehn Tage.

Infamie April 17, 2011, 15:43

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Manchmal denkt man, der Gipfel ist erreicht, infamer können SPon-Schlagzeilen nicht werden. Aber das war nur eine Täuschung, sie können noch übler.

Israel macht Teenager für Mord an Siedlern verantwortlich

Wieso ist wieder Israel das aktive, handelnde Subjekt des Satzes, die Teenager jedoch die herumgeschobenen Akkusativobjekte?

Was heißt hier: „Israel macht verantwortlich“? Das klingt ja fast, als würde „Israel“ den Mord jemandem zuschieben, der ihn vielleicht gar nicht begangen hat? Und wieso „Mord an Siedlern“? Diese Familie ist ermordet worden, weil sie jüdische Israelis sind. Die Eltern mag man als Siedler bezeichnen, aber die Kinder sind in erster Linie Kinder. Das waren nicht „Siedler“, die da ermordet wurden, sondern Eltern und Kinder.

Wie wäre es mit einer neutralen Schlagzeile? Und wie wäre es damit, den Redaktionsknecht mal auszutauschen, der aus einem sachlichen Artikel so eine unsägliche Schlagzeile destilliert?

Offizier April 17, 2011, 13:33

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Während ich auf dem IDF-Blog die Nachricht über die Mörder der Fogels lese, fällt mein Auge auf ein schönes Bild.

Ein junger Offizier der Marine und seine stolzen Eltern. Das Bild würde gut in Elder of Zions Serie zur Apartheid passen, denn der junge Mann ist natürlich Druse.

Nach dem bedrückenden Gefühl der Trauer über den unmenschlichen Haß, der uns von Mördern vom Schlag der Festgenommenen entgegenschlägt, tut das Bild gut. Es gehört zu einer wunderschönen Serie.

Mabruk!

Mörder April 17, 2011, 13:28

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Die Mörder der Familie Fogel sind festgenommen: zwei Mitglieder der Familie Awad, aus dem Dorf Awarta, wo man sie von Anfang an gesucht hat – nicht weit von Itamar entfernt. Ich erinnere mich noch, wie Einwohner von Awarta empört meinten, thailändische Gastarbeiter müßten es gewesen sein, denn kein Palästinenser würde Babies morden. Die beiden Festgenommenen scheinen anderer Meinung zu sein. Sie bedauern, daß sie die überlebenden zwei kleinen Jungens nicht gefunden haben, denn die hätten sie auch gern noch mit abgeschlachtet.

Mal gucken, wie lange es dauert, und diese zwei werden freigepreßt. Dann werdet ihr sie in den Nachrichten sehen, jubelnd und winkend, wie sie mit einem Bus vom Gefängnis zurück in ihr Dorf gebracht werden, wo man sie rauschend feiert –  und die deutschen Journalisten werden das beifällig einen „Schritt zum Frieden“ nennen, oder eine „vertrauensbildende Maßnahme“.

Süßer Versprecher April 13, 2011, 19:34

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nur für Hebrew speakers:-)

Amir Peretz meinte gerade, er hätte den „ethnischen Flaschengeist“ in die Flasche zurückgestopft – was natürlich Quatsch ist, denn er hat den armen Flaschengeist schwer arbeiten lassen (sich also immer auf seinen orientalischen Hintergrund berufen). Der „ethnische Flaschengeist“ ist eine müde Metapher, und auf Hebräisch heißt er „ha-shed ha-adati“. Shed ist ein Dämon, ein Geist, und eda ist die ethnische Herkunft.

Und Amir Peretz erklärt heute also den „ha-ed ha-sh…“, fängt sich schnell und sagt wieder „ha-shed ha-adati“. Aber fast hätte er „ha-ed ha-shadati“ gesagt:-)

Angst April 13, 2011, 17:36

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um die syrischen Demonstranten. Sie sind so mutig. Kinder und Frauen haben sich jetzt dem Protest angeschlossen. Sie setzen sich damit wirklicher Lebensgefahr aus – ohne zu fackeln wird dort brutal in die Menge gefeuert.

Im Nu April 13, 2011, 15:57

Posted by Lila in Kinder, Persönliches.
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vergehen immer die Wochen zwischen Purim und Pessach. Purim – das ist noch beinah winterlich (*hust* sofern man hier von winterlich sprechen kann…) und bedeutet kühle Nächte und warme Strümpfe. Pessach dagegen – das ist schon das Ende des Frühlings, die letzten wilden Blumen, und dieses einzigartige, frische, reine und wunderbare Pessach-Gefühl.

Der Irrsinn schlägt schon hohe Wogen, obwohl ich morgen noch arbeite (und mein armer Mann sogar chol-ha-moed, die Festwoche, voll durcharbeitet). Die Kinder haben schon Ferien, sie lungern also rum und stören mich. Ich arbeite ja viel zuhause am Rechner und verkünde morgens mit grimmigem Gesicht: „für euch bin ich im Büro – stört mich nicht, ich arbeite!“, was natürlich nichts hilft. Gerade wenn ich mitten in der schärfsten Konzentrations-Amplitude hänge, kommt Quarta angetrabt, um mir Leos Neuste Streiche zu erzählen, oder Tertia hat eine dringende Mitteilung zum Thema „warum ich auch heute das Katzenklo nicht saubermachen kann“ vorzubringen. Mein Stöhnen „Kinder, ich AR-BEI-TE“ macht dabei nicht den geringsten Eindruck, denn die Mama sitzt mit dem Laptop auf den Knien, und bekanntlich sind Computer zum Spaßhaben da.

Das ist also das Eine. Quarta verfrachten wir ab heute bei ihrer Oma im Kibbuz, da soll sie sich amüsieren und genießen, daß es das Kinderhaus gibt.

Das Weitere ist der Einkaufs-Irrsinn. Ich weiß nicht, ob das immer schon so war und ich es nur nicht gemerkt habe, oder ob es eine neue Welle ist – Pessach bedeutet Einkaufen. In den Supermärkten kaufen die Leute ein, als gebe es kein Morgen. Riesige Einkaufswagen, bepackt bis oben hin, Männer und Frauen mit dem bekannten hysterischen „ich-weiß-daß-ich-ganz-viel-vergessen-hab“-Blick in den umschatteten Augen.

Nun weiß ich wirklich  nicht WARUM. Ich meine, Israel hat doch nicht zu Pessach auf einmal die doppelte Einwohnerzahl. Wieso braucht man zu Pessach so VIEL mehr Essen? Gut, alle fahren zu Chani und Rami zum Seder, also müssen Chani und Rami einkaufen wie von der wilden Hornisse gestochen, aber Chanis und Ramis Gäste? Die müßten dann doch viel weniger kaufen? Das tun sie aber nicht. Sie kaufen alle, als wäre morgen alles ausverkauft.

Na gut, viele misten den Chametz aus und kaufen statt dessen Produkte, die für Pessach koscher sind, also ohne Gesäuertes. Aber ich meine – das ist doch nichts Neues, das passiert doch jedes Jahr. Die gute balabuste plant das doch, daß ihr bis Pessach das Gesäuerte so ausläppert, damit sie nicht viel wegschmeißen muß.

Gut, für den Pessach-Putz kaufen die Leute auch Putzmaterialien, und diese Art entfesselten Einkaufens kann ich gut verstehen – man glaubt doch mit jedem genialen neuen Mikrofasertuch, daß ab jetzt der Haushalt ein Klacks sein wird… und auch wer zu Pessach kein koscheres Heim führt (wie wir Barbaren), der will doch gern ein sauberes Haus haben. Frühlingsputz macht schließlich auch die deutsche Hausfrau, die ja auch eine balabuste ist. (Ich wünschte, ich könnte Primus´ ironische Stimme aufnehmen und euch vorspielen, wenn er sich umguckt und sagt: „ah, die deutsche Hausfrau war mal wieder unterwegs!“)

Wie dem auch sei – ganz Israel steht in diesem Moment entweder nervös wippend an der Kasse ode kaut am Bleistift, um die drei Seiten lange Einkaufsliste zu vervollständigen.

Jeder, mit dem man spricht, hat nur ein Thema: wo seid ihr zu Pessach? Bei den Schwiegereltern oder bei den Eltern? wie oft waren wir bei denen und wie oft bei denen? Und wenn nicht – wer kommt zu uns? Und wer macht was? (ich merke gerade, ich wiederhole mich…)

Letztes Jahr waren wir bei Schwiegervaterns, wo der schönste Familien-Seder, den ich je erlebt habe, gefeiert wurde – zelebriert von einem Verwandten der Lebensgefährtin meines Schwiegervaters, der bei uns an der Hochschule Judentum unterrichtet und es wunderbar verstand, Tradition lebendig zu machen, und auch für ein gänzlich säkulares Familienfest identitätsstiftend. Die Seder-Abende im Kibbuz waren natürlich auf ganz andere Art und Weise wunderschön, hier sind Bilder von Pessach 2006, und ich bin traurig, daß es dies Jahr keinen Seder im Kibbuz gibt. Aber wir sind bei meiner Schwiegermutter eingeladen.

Ob ich was mitbringen soll? Ja, sie meint, ich koche so lecker und soll mitbringen, was ich will. Meine Schwiegermutter mag ich ja bekanntlich sehr, und ich freue mich, daß sie findet, ich koche gut. Allerdings ist sie ja im Kibbuz aufgewachsen und hat nie richtig kochen gelernt, deswegen bewundert sie selbst meine schlichten Gerichte. Immerhin muß ich nicht, wie letztes Jahr, den ganzen Tag in der Küche stehen.

Die Lebensgefährtin meines Schwiegervaters ist, obwohl ebenfalls Kibbuz-Sproß, eine exzellente Köchin, und mir hatte sie ausgerechnet! die Hühnchen zugeteilt. Vier verschiedene Sorten Huhn! Und dabei kann ich das Zeug doch nicht mal probieren, weil ich kein Fleisch esse! Ich habe tatsächlich Paprikahuhn, Zitronenhuhn, Huhn in Pilzchen und Rotwein und noch irgendwas gemacht, vielleicht mit Kräutern?, und alle meinten, es war ja sooo lecker! Und als ich gesagt habe, ich weiß auch nicht wie, weil ich nichts kosten konnte, haben alle laut gelacht, und meines Schwiegervaters Freundin hat mich umarmt und mir versprochen, daß ich nie mehr Fleisch mitbringen muß:-)

Na ja, obwohl jetzt jeder „chag sameach“ sagt, also Frohes Fest, bin ich noch nicht in Festlaune. Ja, ich habe die riesigen Haufen von Arbeit vom ersten Semester endlich beseitigt, diese über 300 Hausarbeiten waren mörderisch, und ich mache mir die Arbeit auch nicht leicht. Ich habe vom Disziplinarausschuß ein Lob erhalten, daß ich richtig entschieden habe, wer betrügen wollte und wer nur nicht wußte, wie er eine Arbeit schreiben soll. Wenn ich morgen meine Stunde über Raphael und Coreggio gegeben habe, dann fühl ich mich vielleicht schon festlicher.

Und dann stürz ich mich haushaltsmäßig ins Getümmel. Den Mädchen graut schon davor…

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