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Klarstellung Dezember 19, 2007, 23:14

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Gegen DEN

hab ich nichts (obwohl ich damals Angst vor ihm hatte und seine Ausrede, warum sein Bischofsstab ein bißchen schäbig aussah, mir komisch vorkam — hatte ihm der Knecht Ruprecht auf der Himmelsleiter beschädigt).

Mal so, mal so… Dezember 19, 2007, 20:35

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Sonntags unterrichte ich eine Gruppe Kindergärtnerinnen in einer Kleinstadt, mittwochs halte ich dieselbe Stunde vor Kindergärtnerinnen in der einer Großstadt. In der Kleinstadt ist das Ausbildungszentrum schön gelegen, großzügig ausgestattet, mit einer kunstsinnigen Leiterin versehen und einer besonders netten Sekretärin. In der Großstadt ist das Zentrum gerade in eine alte Schule umgezogen, es ist unpraktisch, die Sekretärin fies und die Atmosphäre wie auf der Baustelle. In der Kleinstadt ist meine Gruppe apathisch, mag keine Kunst, findet mich vermutlich versnobbt und langweilig und läßt sich mit keinem Trick aus der Reserve locken. In der Großstadt ist meine Gruppe locker, enthusiastisch, liebt Kunst, hört gespannt zu und geht mit.

Ein und dieselbe Stunde, einmal zäh und kühl und mühsam – einmal locker, vergnügt, spontan und lustig. Die Umgebung kann noch so gut sein – wenn die Gruppe nicht will, wird aus der Stunde nichts. Die Interaktion zwischen Gruppe und lehrendem Individuum ist doch komplex und spielt den dritten Mitspieler, das Thema, glatt an die Wand.

Ich bekenne Dezember 19, 2007, 15:35

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(Herzlichen Dank dem Leser, der mir dieses Bekenntnis entlockt hat!)

Yossi Sarids Frau des Jahres: Dezember 15, 2007, 11:21

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Angela Merkel. Der linke Zyniker zollt der konservativen deutschen Kanzlerin höchstes Lob für ihre konsequente moralische Haltung und ihre Ehrlichkeit . Lesenswert.

Who would have believed that the head of a country as important as Germany would tell the Russians and Chinese, in a loud, clear voice, what she thinks of them, and would say in the Bundestag, without fear or calculation, that „a government’s foreign and defense policy must be based on values and not interests?“ She also said that „it is impossible to demand good behavior at home and not behave well when you go out. Economic considerations must not contradict values of democracy, liberty and human rights.“

And wonder of wonders: Although Merkel is taking a risk and her moral position is liable to cost her country dearly, her popularity is rising and her rivals‘ is dropping. She has the support of 70 percent of the German public. This is because in Germany, and not only in America and Israel, the people get fed up with politicians‘ double standards, with the unction that fuels the flames. When will our leaders understand that a more moral policy is a more correct policy that is its own reward, even if it is slow in coming? 

Das bedeutet auch Anerkennung der deutschen Wähler, die diese Haltung honorieren. Und Hoffnung – vielleicht setzt sich doch eines Tages sich bei Politikern die Einsicht durch, daß Prinzipien und Politik einander nicht ausschließen.

In den Kommentaren wird sie natürlich kritisiert, und Yossi noch viel mehr, aber trotzdem  könnte es für Deutsche interessant sein, den Artikel zu lesen.

Und nur als kleine Anmerkung über Sarid, ohne daß das direkt etwas mit dem Thema zu tun hätte: Sarid heißt Sarid, also „Rest, Übriggebliebener, Überlebender“, weil seine Familie im Holocaust ermordet wurde. Seine Eltern waren die einzigen Überlebenden und haben das  zum Ausdruck gebracht, indem sie den Familiennamen von Schneider zu Sarid veränderten.

Jedes nach seiner Art… Dezember 13, 2007, 15:57

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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… so reagierten meine Kinder auf unsere Ankündigung, daß die Schule doch wieder losgeht.

Tertia: öffnet ein Auge und murmelt, „ja ja, ich steh schon auf…“, ruft bald darauf ihre Freundinnen an.

Primus: öffnet kein einziges Auge, dreht sich nur auf die andere Seite und tut so, als hätte er nichts gehört.

Secundus: springt aus dem Bett, rast mit einem Stapel Klamotten ins Bad und ruft nur noch, „ich bin dann weg!“

Seine Eile war unnötig, die Schule geht hier erst morgen wieder los.

Meine Bilanz des Streiks? An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Sollte sich jetzt wirklich auf Dauer positiv etwas verändern (mehr Geld und mehr Respekt für Lehrer, kleinere Klassen, höhere Attraktivität des Lehrerberufs für guten Nachwuchs…), dann wollen wir sagen, es ging wohl leider nicht anders in diesem Land als mit geschüttelter Faust. Aber wenn es wie der große Studentenstreik vor zehn Jahren ausgeht, also Modell Hornberger Schießen, dann ist das mehr als ärgerlich. Denn die Kinder werden lange brauchen, bis sie wieder richtig im Tritt sind, bis die Lernlücken geschlossen und das normale Leben in der Routine ihnen auch normal vorkommt.

Aber jetzt sitzen sie zu dritt auf dem Sofa, meine drei Großen, essen Pistazien und gucken das Zusatzmaterial zur Harry-Potter-DVD.

Update Schulstreik Dezember 12, 2007, 23:26

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Y. ist allein zu der Schulveranstaltung gegangen, ich war zu sehr in Arbeit verstrickt und Primus kam gerade von einer Tour in den Negev zurück… irgendwie konnte ich mich nicht losreißen. Kaum war er in der Schule angekommen, rief er mich schon an. „Hör mal, das wird hier so ne richtige politische Veranstaltungen, mit Leuten von der der Lehrergewerkschaft und dem Kommunalratsvorsitzenden… da stehen zehn Stühle für Redner und zehn Wassergläser auf dem Podium… äääh…“ Kurz, er bat um Beurlaubung, wenn die Reden zu lang werden. Wurde ihm im Namen aller Kinder gewährt, und so kam er bald nach Hause gepirscht. Soweit er zugehört hatte, haben die Lehrer keine Absicht, den gerichtlichen Befehlen Folge zu leisten – wie an vielen anderen Schulen auch.

Primus hat immer wieder die Website der Schule überprüft und kam gerade ins Wohnzimmer. Keiner hat morgen Unterricht. Die Schule bleibt geschlossen. Ich bin vermutlich die einzige Mutter in Israel, die beim Hören dieser Nachricht nicht denkt, oh weh, was mach ich mit der Brut???, sondern, na wie gut, daß wir Flugkarten haben! Sonst wären wir jetzt aber angeschmiert….

Noch vier Vorträge bzw Unterrichtsstunden, und ich bin weg. An meiner Stunde für morgen (Renaissance in Flandern, Deutschland, England) hab ich gefeilt, da ist so viel Material drin… da könnte ich ein Halbjahr draus machen. Die Kinder lachen mich aus, als ich Y. das erzähle. „´n Halbjahr hast du fertig, aber gibs zu, die Stunde für morgen steht noch nicht! und dann heißt es wieder, Kinder, seid nett, Mama hat die ganze Nacht durchgearbeitet!“, feixt Secundus zum Vergnügen seiner Geschwister. Stimmt, ich muß da noch mal drüberwedeln… die Arbeit ist nie getan, ich bin nie zufrieden.

Und noch was: auf der Website der Schule habe ich die Bilder von der Polenfahrt meines Primus gefunden, vielleicht erinnert sich noch jemand?

Zum Streik Dezember 11, 2007, 14:53

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Er ist noch keineswegs vorbei, der Lehrerstreik. Wir sind Donnerstag abend zu einer Lehrer-Eltern-Versammlung geladen, in der die Lehrer uns eröffnene werden, daß sie nicht vorhaben, den gerichtlichen Zurück-zur-Arbeit-Befehlen Folge zu leisten. Ihre Forderungen sind berechtigt. Auch wenn ich die Folgen des Streiks für meine Kinder mit besorgtem Auge sehe, kann ich doch nicht guten Gewissens eine gewaltsame Lösung des Konflikts befürworten.

Nur eine grundlegende Reform wird helfen. Sonst sind die Langzeitfolgen schlimm. Israelische Schulkinder schneiden Jahr für Jahr schlechter bei internationalen Tests ab. Woran das liegt? Bestimmt nicht an den Kindern. Die sind nicht dümmer geworden. Es liegt an der Qualität der Lehre. Die sinkt, wenn man Lehrern solche Hungerlöhne zahlt, daß sich junge Leute andere Jobs suchen, und das Ansehen der Lehrer leidet unter ihrer Unterbezahlung auch. Für zu viele Eltern sind Lehrer die letzten Bettler, denen man keinen Respekt entgegenzubringen braucht. Ist leider wahr.

Die letzte große Demo hat außer Sympathien nicht viel gebracht.  An der nächsten nehme ich teil, und an der Elternversammlung ebenfalls. In der Hoffnung, daß dieser Streik der letzte ist, der je notwendig wird an Israelis Schulen.

Außerdem: Dezember 7, 2007, 21:00

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– Secundus ist exkulpiert, die meisten Anklagepunkte haben sich in Luft aufgelöst, wir haben eine neue Absprache und alles ist wieder gut.

– mein zweiter Weisheitszahn ist mit noch größerer Leichtigkeit rausgeflutscht als der erste. In Sekundenschnelle war es vorbei, keine Blutung, keine Schmerzen, keine Schwellung. Entweder der Zahnarzt ist ein Genie oder alle anderen vor ihm haben nichts getaugt.

– Chanukkaferien! auch Quarta kann ihre Tage daheim verlümmeln, während ihre Eltern arbeiten!

– Kater Leo, der Neuzugang, ist so fett geworden bei uns, daß wir ihn schon im Verdacht hatten, eigentlich Leonie zu heißen und bei uns ein warmes Heim für Leonhard, Leopold und Leontine zu suchen, die demnächst im Wäschekorb das Licht der Welt… doch nein. Eindeutiger Befund: verfressener Kater.

– wir ignorieren nach wie vor Weltereignisse. Ist Olmert eigentlich noch Ministerpräsident? Seelisch ist es uns lange nicht so gut gegangen!

– Endlich ist hier der Winter losgegangen. Man braucht morgens und abends schon mal eine Wolljacke, und es regnet. Juhu!

– Ich habe an der Uni Zehava Galon gesehen, die Politikerin. Sie saß am Nebentisch mit einer Gruppe Studenten. Ich dachte, woher kenn ich die bloß??? und habe mir das Hirn zermartert, wo ich sie schon mal getroffen habe. Erst als ich auf den T-shirts der Studenten Meretz las, wurde mir klar, wer das ist. Sie sieht genau aus wie die typische Uni-Frau. Soziologin oder so könnte sie sein. Ihre Stimme ist in natura viel netter als im Fernsehen. (Das Komische: sie guckte mich auch mehrmals versonnen an, als wüßte sie nicht, wo sie mich hintun soll. Keine Ahnung wieso.)

– Dies Jahr – ohne Geschenke. Mein Gott, die paar Kleinigkeiten… ich will nur noch eben… ach das ist doch nichts Richtiges… laßt mich mal…

Expecto patronum Dezember 7, 2007, 19:19

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Den ersten Harry-Potter-Band habe ich vor vielen Jahren bei meinem jüngsten Bruder gesehen, mit den wirklich genialen Umschlagzeichnungen von Sabine Wilharm, die mein inneres Bild von Harry geprägt haben, obwohl ich damals nicht mitgelesen habe. Mein Schwager hat Primus irgendwann den ersten Band auf Hebräisch geschenkt, Primus war begeistert und wurde dadurch zum Leser. Weil er mich nicht überzeugen konnte, mich ans Lesen zu geben, wanderte er mit seinen längst angesteckten Geschwistern in die Bücherei und lieh für mich den ersten Band auf Deutsch aus. (Die Kinder waren damals schon im vierten Band angekommen, glaube ich.)

Sie legten mir das Buch aufs Kopfkissen. Vor lauter Rührung las ich die erste Seite. Ich war natürlich sofort angesteckt und las die ganze Reihe auf Englisch in einem Zug durch – es geht ja nichts über die Originalsprache, und es stört mich schon, daß „exploding snap“ als „Snape explodiert“ übersetzt wird oder das „floo powder“ als „Flohpulver“.

Seitdem lese ich mit den Kindern zusammen jede Neuerscheinung durch, und natürlich haben wir im Laufe der Jahre heiß debattiert, wie das Ganze ausgeht. Wir haben alle Bücher auf Englisch und Hebräisch, und als im Juli der letzte Band rauskam, haben Primus, Secundus und ich ihn uns förmlich aus den Händen gerissen. Wir mußten höllisch an uns halten, nichts zu verraten, bis vorgestern die hebräische Ausgabe erhältlich wurde – die wir natürlich vorbestellt haben. Tertia hat sich wie ein Geier darauf gestürzt und ist seitdem eigentlich unsichtbar – jetzt kann man behaupten, sie genießt den Schulstreik aus vollem Herzen! (Sie hat die vorigen Wochen damit verbracht, sämtliche Bände noch mal durchzulesen.) Quarta ist zwar keine Leseratte wie Primus und Tertia, aber auch sie hat sich durch den ersten Band gelesen.

.
Der einzige, der sich einen potterfreien Kopf bewahrt hat in diesem Haus, ist Y. Er liest sowieso ungern, ihn nerven Geschichten mit zu vielen Protagonisten, die man auseinanderhalten muß, und ihm sind realistische Geschichten ohnehin lieber. Er ließ sich zwar seufzend in die Filme mitschleppen und muß sie hier auf DVD in Endlos-Schlaufe miterleben – der letzte Film, der fünfte, gefällt uns allen so gut, daß wir ihn wieder und wieder gucken, auf Englisch natürlich. (Wir lieben old Kreachers Stimme!) Aber lesen – ach nein.

Doch seine Töchter haben ihn ausgetrickst. Als er mal besonders guter Laune war, haben sie ihm abgeschmeichelt, daß er ihnen was verspricht. „Nein, Abbale, es kostet nichts, aber wir würden uns sooo freuen! Sag doch einfach JA!“ Der ahnungslose Mann sagte schließlich, „na meinetwegen – JA“. Und schon schossen sie davon und holten den ersten Band. „Hier, Abba, du hast es versprochen, jetzt mußt du das Buch auch lesen!“ Er brummte, aber versprochen ist versprochen.

Wie lange brauchte er für den ersten Band? Viel Zeit hat er ja nicht zwischen der erschöpften Heimkunft und dem Einschlafen, aber schon nach wenigen Tagen forderte er den zweiten Band an. „Ja, ich habe für so phantastische Geschichten eigentlich nichts übrig, aber es liest sich ganz spannend“, meinte er. Der dritte Band liegt schon für ihn bereit.

Vorhin hörte ich ihn murmeln, als er auf der Suche nach Zutaten für die Suppe den Kühlschrank öffnete, „accio Zucchini“. Da wußte ich, wir haben ihn.

Echte, runde Tränen Dezember 5, 2007, 0:37

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Wir kommen soeben vom Elternrat zurück. Drei Stunden Eltern und Erzieher im Clinch. Nur die revolutionären Tribunale der Französischen Revolution waren grausamer. Schlimm schlimm. (Unser Junge ist aber gar nicht unter den Schlimmsten, vielleicht ein andermal mehr darüber). Wir fühlen uns so, wie sich die Fingerspitzen nach einem zu langen Bad fühlen – aufgeweicht und unbrauchbar. Quarta schläft schon, Tertia wartet noch auf uns, Secundus ist von der Arbeit zurück und duscht (er bereitet die Feuerschrift für ein großes Fest vor – auch darüber ein andermal mehr).

Primus sitzt vorm Computer und chattet eifrig. Ich störe ihn.

Mama: Na mein Junge, wie war denn dein Rendezvous?

Primus: Ach es ging. Nichts besonderes. Die Chagit ist doch nicht so nett, wie ich dachte. Und hat einen gräßlichen Geschmack bei Filmen.

Mama: Ihr wart im Kino? Was habt ihr denn gesehen? [Ein Film, den Primus gesehen und gemocht hat, war 300, und als nächstes will er Beowulf sehen… Kampf, Blut, Drama, das ist sein Geschmack.]

Primus: Enchanted.

Mama: WAS???

Primus: Na ja sowas mit so´ner Prinzessin… [schüttelt sich mit angeekeltem Gesicht]

Mama: [bricht in haltloses Gelächter aus, weint echte runde Tränen und wirft sich begeistert übers Bügelbrett]

Primus: Mama, was ist daran komisch?

Mama [winselnd vor Freude]: Darf ich das bloggen???

Primus: Na ja, blogg es halt… [grinst schief und wendet sich wieder der Tastatur zu]. Aber bleib bei der Wahrheit!

Was ich hiermit getan habe.

Kurzentschlossen Dezember 4, 2007, 18:39

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hab ich heute Flüge gebucht. Weihnachten im kalten Deutschland! Denn ein Ende des Streiks ist nicht abzusehen. Inzwischen habe ich eine solche Wut auf diese Streikleitung, der die Schüler total egal sind, daß ich geradezu drauf brenne, mich mit ein paar Lehrern anzulegen!

Unsere Kinder leiden, in ganz Israel steigen Vandalismus und Jugendkriminalität, die Unsicherheit, ob morgen vielleicht die Schule wieder losgeht, und wie man das alles aufholen soll, macht die Kinder kaputt. Hier im Kibbuz gibt es Angebote, die Kinder arbeiten, haben Kurse und ein bißchen Schule zwischendurch, aber ihr Tagesrhythmus ist gestört, sie machen die Nacht zum Tage und machen dementsprechend viel Quatsch. Gestern abend war eine große Eltern-Erzieher-Konferenz, nicht die erste während dieses Streiks, und ich hoffe, es wird jetzt besser. Ein weiterer Erzieher wird eingestellt, die Sporthalle wird abends geöffnet, es gibt die Möglichkeit, Nachtschichten in der Fabrik zu machen (natürlich kurze, jeweils drei Stunden) und sich damit Geld zu verdienen, und wir Eltern werden regelmäßig im Clubhaus patrouillieren, wo die Kinder dem Erzieher auf der Nase rumtanzen.

Primus und Tertia sind, wie der aufmerksame Leser sich denken kann, absolut problemlos. Primus nutzt die Zeit für Fahrstunden und jede Menge Sport, Tertia liest und hilft mir zuhause und kichert mit ihren Freundinnen. Beide arbeiten. Auch Secundus arbeitet, aber er ist auch eine bekannte Figur des Nachtlebens… Er schläft mehrere Nächte pro Woche in der Schule, wo so viel Spökes getrieben wurde, daß die Wohnhäuser geschlossen werden mußten. Auch dort sind die Erzieher überfordert mit der gesammelten Energie der Jugendlichen.

Secundus engagiert sich in der Jugendbewegung, bereitet Gruppenabende vor, arbeitet und sollte eigentlich ausgefüllt sein. Aber mit seiner Gruppe feiner Freunde stromert er abends rum und macht Unfug. Immer zuhause halten kann ich ihn nicht, telefonisch kontrollieren ist schön und gut, aber bis ich ihm nicht ein GPS-Knöpfchen ins Ohr pflanze, weiß ich nicht, ob er wirklich da ist, wo er zu sein behauptet….

Heute abend treffen sich die Eltern im größeren Kreise. Ich habe so das Gefühl, daß es heute zur großen Konfrontation mit dem jungen Erzieher kommt. Nach dem Gespräch gestern haben alle Eltern mit ihren Kindern gesprochen, und dabei haben sich einige überraschende Dinge herausgestellt. Ich wappne mich jedenfalls. Gestern abend waren wir betreten und überrascht, was für Unsinn unsere Kinder treiben, ohne daß der Erzieher uns davon erzählt hat. Heute sind wir ärgerlich, daß er Dinge in die eigene Hand genommen hat, mit denen er sich ganz klar übernommen hat. Er ist Städter und versteht nicht ganz, daß er den Clubraum hier nicht führen kann wie in der Stadt. Die Strukturen und das Gefühl für den Ort sind ganz anders…

Ich bin froh, wenn ich diesen Streß hinter mir lassen kann und alle Kinder mitnehme, um das Christkind zu besuchen….

Frage, Anfrage Dezember 1, 2007, 12:18

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Gerade hat mich eine Frau angerufen, die ich seit vielen Jahren gut kenne. Sie ist behindert (Polio, Rollstuhl), aber im Alltag selbständig (arbeitet als Sozialarbeiterin, fährt Auto). Ihr Vater, der schon sehr alt ist, kam aus Deutschland, er war ein Freund der Großeltern meines Mannes. Er sächselt bis heute, wenn er Ivrit spricht. Seine Tochter möchte nun gern selbst nach Deutschland fahren. Zuerst nach Berlin, was sie sowieso interessiert, und dann nach Leipzig.
Sie hat mich gefragt, ob ich Organisationen kenne, die behinderten Reisenden helfen, ohne daß es gleich ein Vermögen kostet. (Sie meint, Behinderte werden oft ganz schön ausgenommen, sie haben ja keine Wahl, wenn sie Hilfe brauchen). Jemand, der sie begleiten würde, ihr helfen könnte, wenn sie Hilfe braucht. Ich habe gesagt, mir fällt so aus der Lamäng niemand ein.

Da fiel mir natürlich sofort die freundliche Gemeinschaft meiner Blogleser ein. *Megaphon* Berliner und Berlinerinnen! Bürger und Bürgerinnen! Wie kann dieser Frau geholfen werden? Vorschläge werden per Email angenommen und vertraulich behandelt, aber auch die Kommentarfunktion bleibt ausnahmsweise bis nach Ladenschluß geöffnet! *Megaphon aus*

Hat jemand eine Idee????

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