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Blogfasten März 25, 2008, 10:48

Posted by Lila in Bloggen.
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Ich bin zwar ein bißchen spät dran mit der Fastenzeit, aber ich habe im Moment einfach zu viel anderes um die Ohren, kann dem Blog und den Kommentaren nicht genügend Aufmerksamkeit widmen und fühle auch, daß ich leergeschrieben bin. Ich mache jetzt mal eine Pause.

Ich sperre auch die Kommentarfunktion, um gar nicht erst nachgucken zu müssen, ob da was steht. Wer sich mir unbedingt mitteilen muß, kann das ja per Mail tun, wie bisher. Ich bitte um Verständnis, aber es ist kräfteraubender, den Betrieb hier am Laufen zu halten, als es vielleicht erscheint. Und ich muß mir meine Kräfe einfach ein bißchen besser einteilen.

Kleine Geschichte März 23, 2008, 20:30

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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aus den Nachrichten. (Für mehr reicht es im Moment nicht, tut mir leid, aber ich habe einfach zu viel zu tun, so unglaubhaft das auch klingt!)

Ein kleines Mädchen, nur anderthalb Jahre alt, starb überraschend. Ihre Eltern (religiöse Juden aus der Siedlung Tekoa) gaben die Erlaubnis, ihre Organe zu zu entnehmen und in den Körper kranker Kinder zu verpflanzen. Vier Kinder wurden dadurch gerettet. Solche Geschichten werden regelmäßig in den Nachrichten erwähnt, weil in Israel die Willigkeit, Organe zu spenden, relativ gering ist – die jüdische Halacha verlangt die Beerdigung des unverletzten Körpers. Das ist auch der Grund dafür, daß Juden normalerweise Brand- und Seebestattung ablehnen, daß nach Anschlägen versucht wird, möglichst alle Leichenteile einzusammeln und zuzuordnen, und daß das grausame, grablose Ende der Opfer der Shoah besonders schmerzlich empfunden wird. Oh, das kam jetzt ein bißchen makaberer raus, als es gemeint war. Aber die Medien bemühen sich, die positiven Seiten der Organspende, das gerettete Leben, zu zeigen.

So auch heute im Fall der Kleinen, deren Tod vier anderen Kindern neues Leben schenkte. Die Begegnung des Großvaters, Jude mit Bart und Kipa, mit den Vätern der vier Kinder. Was können sie einander sagen? Die Tragödie des einen ist die Rettung der andren, und da die anderen sich selbst der Katastrophe so nahe sahen, können sie sich nicht einfach freuen. Einer der Väter ist Araber, sein Sohn wird hoffentlich nun gesund werden. Die Männer stehen bewegt und wortlos herum, bis die Kamera sie in Ruhe läßt.

Dabei fällt mir auf, wie oft ich solche Bilder schon gesehen habe, auch umgekehrt – arabische Angehörige, die einer Organspende zustimmten und jüdisches Leben damit retteten. Vielleicht bin ich sentimental, daß ich aus solchen menschlichen Geschichten immer wieder kleine Hoffnungsstrahlen lese. Manche Bereiche, darunter der medizinische, scheinen von dem Irrsinn, der die Welt besetzt und die Menschen vergiftet, frei zu sein. Die herzkranken Kinder aus arabischen Ländern, die von einer jüdischen Organisation nach Israel gebracht werden, um hier operiert zu werden. Die israelischen Ärzte, arabische und jüdische, die sich für die medizinische Versorgung des Gazastreifens einsetzen, hüben wie drüben.

Ich kann den Glauben nicht aufgeben, daß in uns Menschen ein unverletzlicher Kern existiert, und daß einer den Kern des anderen erkennen und anerkennen kann. Ich glaube auch, daß dieser Kern nicht von außen zerstört werden kann, sondern nur von innen: dadurch, daß ein Mensch sich dem Haß und der Todeswut verschreibt und den Kern in sich vernichtet. In krisenhaften Momenten, wenn es um Menschenleben geht, besonders junges Menschenleben, das einem anvertraut ist – da erkennt man diesen Kern der Menschlichkeit. Und ist für einen Moment wieder voller Hoffnung für dieses verkorkste Geschlecht, dem wir angehören dieses menschliche, unmenschliche.

Mondbedingte Dissonanz März 20, 2008, 20:14

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Alllloooou?????, wie man hier statt Hallo sagt. Allllou????? Wie geht das denn zu? Ostern und Purim zugleich? Das hatten wir lange nicht mehr, ich glaube, ich war mit irgendjemand schwanger, als das letzte Mal die Riesen-Purim-Party auf den Karfreitag fiel. Die PurimParty ist die einzige Gelegenheit im Jahr für Y. und mich, eine Nacht durchzumachen, uns mit zwei Gin Tonics ins Koma zu trinken (ja, wir vertragen nichts, also ich bestimmt nicht) und zu tanzen, bis außer uns nur noch ein paar mossadnikim mit glasigen Augen in die Morgendämmerung starren. (Mossad heißt institution, also sowohl der Geheimdienst als auch mental institution und eben auch educational institution heißen so – die High school heißt ha-mossad und seine Schüler mossadnikim.).

Ja, kann ich das denn diesmal machen? zu Karfreitag? Eigentlich wäre es eine festliche Gelegenheit. Die letzte meiner Single-Freundinnen, die seit fünfzehn Jahren zu dieser Party hier einfallen, sich umsonst betrinken (ja, zu Purim wird umsonst ausgeschenkt, wie in der guten alten Zeit) und mit Kibbuzniks tanzen und unser Männerballett beklatschen und sogar die kryptischen Filme, die jedes Jahr gedreht werden – also die letzte, die anspruchsvollste, die liebste dieser Freundinnen hat nun einen Partner gefunden.  Das erste, was sie mir sagte, nachdem die Sache in Gang kam, war: „so, und dieses Jahr komm ich zu Purim nicht mehr allein!“

Also, mir gefällt das nicht. Pessach und Ostern, die passen zusammen. Purim und Karneval ebenfalls. Aber Purim am Karfreitag – das geht einfach nicht.

…und keiner guckt hin März 19, 2008, 1:17

Posted by Lila in Land und Leute.
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Meretz, die Links-Außen-Partei, hat heute einen neuen Vorsitzenden gewählt. Yossi Beilin, der superkluge, geschliffen sprechende, von keinem Selbstzweifel angekratzte scheidende Vorsitzende,  hat es nicht geschafft, die Partei der Idealisten und reinen Narren der brutalen Realität anzupassen. 1992, der große Sieg, da wurde auch hier im Kibbuz groß gefeiert. Denn traditionell ist unsere Kibbuzbewegung mit einer der Gründungsparteien von Meretz verbunden. Viele Kibbuzmitglieder sind oder waren mal bei Meretz aktiv. Jahrelang konnten diese linken Parteien auf eine satte Mehrheit in den Kibbuzim bauen.

Der neue Vorsitzende, Chaim Oron (den ich schon mehrmals bei Veranstaltungen im Kibbuz getroffen habe, er ist selbst Kibbuznik und sieht auch genauso aus),  ist volkstümlicher als der stets geschniegelte Beilin mit seinem selbstzufriedenen Lächeln. Aber niemand kennt ihn, außer uns in unserer Kibbuz-Clique. Die anderen Kandidaten: Ran Cohen, seltsam glanzlos, und Zehava Galon, eine engagierte Feministin und kluge Frau, die innenpolitisch gute Ideen hat, der aber ihre schrille Stimme (eine Albtraumversion einer SoWi-Lehrerin) noch mehr als ihre vollkommen vorhersehbaren Empörungen Stimmen gekostet haben mögen.

Das Format von Shula Aloni (die gleichzeitig beißen und ätzen kann), Amnon Rubinstein (der stets die Ruhe bewahrt) (beide waren übrigens ausgezeichnet als Bildungsminister) oder auch Yossi Sarid (der so zynisch ist, daß nur mein Mann seinen Humor versteht – und hoffentlich Sarids Frau) erreicht jedenfalls niemand.

Für die Linke in Israel war ihr größter Erfolg auch gleichzeitig der Weg ins Abseits. Ideen, die von der Linken zuerst ins Getümmel geworfen würden (mit den Palästinensern reden, Siedlungen abbauen, einen Zaun als defensive Maßnahme zu bauen, um die Zahl der Offensiven gegen den Terror zu reduzieren, einseitige Rückzüge als Vorleistung) – all diese Ideen sind längt mehrheitsfähig, sind von Barak, Sharon und Olmert,  übernommen und durchgeführt worden.  Beilin ist stolz darauf, daß Dinge, die früher verlacht wurden, heute ganz normal wirken. Aber ich weiß nicht, ob er das zu Ende gedacht hat – Verzeihung, Beilin hat es garantiert zu Ende gedacht, nur nicht offen gesagt.

Interessanterweise  nämlich haben diese Aktionen einen mehrfachen Effekt gehabt. Sie haben sich, bis auf den Schutzzaun, nicht als sehr ratsam erwiesen. Mit den Palästinensern ist Klasse und macht Spaß – nur leider machen sie trotzdem weiter Terror, das hatten wir nicht mit eingerechnet, wir dachten, wenn wir mit ihnen reden, hört der Terror auf. Weil normale Menschen denken: Terror ist da, wo kein Dialog ist. Nun, die Palästinenser beweisen nach Kräften, daß man beides kann: den Kuchen essen UND ihn in die Luft sprengen.

Rückzüge a la Libanon und Gaza mögen unsere Verlustzahlen an Soldaten mindern und sind daher in unserer „jeder Soldat ist mein Baby-lasst uns die Kinder beschützen“-Gesellschaft durchsetzbar. Doch auch hier erweist sich unsere schöne Rechnung (wo keine israelische Präsenz mehr ist, nimmt der Terror ab, bis er verschwindet) als schöne Illusion. Es braucht keine israelische Präsenz, um Terror zu erzeugen. Das geht auch prima ohne uns. Und wat machen wir dann? Zugucken, sich ducken? Über die Grenze rein und zurückschlagen? Ach Gott.

Die Idee vom Schutzzaun vermischte sich in der internationalen Wahrnehmung, ohne Zweifel aufgrund unzureichender Erklärungen unsererseits, mit der Idee einer Grenze. Was der Zaun nicht ist. Sondern er ist eine einfache sicherheitstechnische Maßnahme. Die Entscheidung, wo er verlaufen soll, wurde schlicht und einfach danach gefällt, wo er die meisten Menschenleben schützt. Da die internationale Meinung vielleicht nicht dachte, daß die Menschenleben wirklich gefährdet sind – oder daß sie es eben selbst schuld sind und daher keinen Schutz verdienen – eine Meinung, die in ähnlicher Form auch von der israelischen Regierung vertreten wird, Olmert in Sderot: „ich kann nicht versprechen, daß ich euch schützen kann, lebt mit den Qassams“ – dachte man, das ist eine Form der Grenzziehung. Da kann man sich den Mund fusslig reden, daß wir das abscheulich häßliche Ding gern wieder einklappen würden, so nur die ewigen Anschläge aufhörten – es hört längst keiner mehr zu.

Kurz, die Ideen der Linken, unsere Ideen,  sahen alle schön aus, solange sie wie die  falsche Königstochter auf der Seite lagen und niemand sah, daß ihnen ein Auge fehlte (Brüderchen und Schwesterchen). Statt nun nachzudenken, wie ich privat und alle anderen Linken, die ich kenne, statt zu überlegen, wie man die hehren Vorstellungen von fair play und Gegenseitigkeit in einem Konflikt ersetzen kann, ohne deswegen gleich unfair und einseitig zu werden – statt dessen hat die offizielle Linie von Meretz weitergeträumt, als wäre Oslo nie gewesen.

So sprach Beilin neulich in einem Interview in der ZEIT:

Die arabische Inititiative aus dem Jahr 2002 sieht vor, die Beziehungen zwischen den arabischen Staaten und Israel im Falle eines Friedensschlusses zwischen Israel, den Palästinensern und Syrien zu normalisieren. Meine Hoffnung war, dass wenn es eine Einigung bezüglich der strittigen Fragen gegeben hätte, die arabischen Staaten ihrerseits bereit gewesen wären zu sagen: Gut, es herrscht zwar immer noch kein Frieden mit den Palästinensern und auch Verhandlungen mit Syrien stehen noch aus, aber wir sind bereit, einen Teil unserer Initiative umzusetzen. Zum Beispiel hätte man mit der Einrichtung von Interessenbüros in Israel beginnen könenn.

Ja, Yossi, das wäre unheimlich schön, leider waren aber die strittigen Fragen nicht in einer Diskussion zu klären! Denn die arabischen Staaten haben von Anfang an gesagt: entweder ihr freßt die Initiative in einem Stück, oder ihr kriegt gar nichts. Man kann sagen, es war kindisch von Israel zu sagen, dann lieber gar nicht!, aber wenn man sich das Angebot mal anguckt, wäre es ziemlich riskant gewesen, es einfach so als Paket anzunehmen. Das können wir uns nicht leisten, wir haben kein zweites Ländchen im Kosmetikköfferchen dabei, das wir auspacken können, wenn uns das erste abhanden kommt.

(In dem Artikel hat auch ein Übersetzer den totalen Klops von den 300 neuen Siedlungen reingebaut – hä???? Es geht um etwa 300 neue Wohnungen – wirklich den ganzen Lärm nicht wert, der darum entbrannt ist, aber zu dem Thema ein andermal, ich bin auch nicht begeistert von Bauprojekten, die hinterher geräumt werden müssen und nur böses Blut machen und zu Spannungen führen, aber im Fall von Ariel wäre wohl ein Gebietstausch die realistischste Lösung, – wie gesagt, dazu ein andermal. Wollte nur diese verblüffende Zahl korrigieren.)

Beilin weint seiner Genfer Initiative hinterher, was ich verstehen kann, denn sie war schön, und auch Ayalons Mifkad war schön. Versuche, mal einfach Ordnung zu machen. Das einzige, winzige Problem: daß die Palästinenser nicht imstande sind, solche Pläne durchzusetzen. Selbst wenn Sari Nusseibeh und seine Mutter dafür sind, das reicht leider nicht. Ließe sich die Hamas von einer Liste mit Unterschriften einschüchtern? Ach was, natürlich nicht. Leider.

Kurz, die israelische Linke verliert rapide an Wählern, auch bei alten treuen Wählergruppen wie den Kibbuzniks, weil sie Lösungen von gestern vorschlägt. Ich bin nach wie vor der Meinung, daß es gut war, diese Lösungen auszuprobieren – man kann eine Hypothese weder beweisen noch widerlegen, wenn man sie nicht ausprobiert, zumindest in diesem Genre, Politik, nicht. Aber ich glaube, nur ein blauäugiger Optimist kann daran glauben, daß diese Lösungen tatsächlich funktioniert haben.

Daß daraufhin große Ratlosigkeit zurückbleibt, wenn man Jahr um Jahr alles mögliche versucht und nichts funktioniert – dem müßte sich die Politik eigentlich stellen. Sie tut es nicht. Olmert redet drumherum, Livni redet allen nach dem Munde, Bibi donnert los, leider im Leerlauf, und Chaim Oron ist eine ehrliche Haut und ein netter Kerl. Ob er aus dem müden Material noch Funken schlagen kann? Ich bezweifle es.

Meretz hat sich einen neuen Vorsitzenden gewählt, und niemand hat auch nur hingeguckt.

Feiner Besuch März 17, 2008, 23:37

Posted by Lila in Land und Leute.
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Wie mich die Nachrichtensprecher informieren, traf gestern die deutsche Kanzlerit ein, Frau Engela Markäl. Oder Engala Märkal.

Ah. Die Tücken der Schrift, die Vokale wegläßt! Willkommen, giveret-ha-kanzlerit. Ich bin auf die Rede morgen gespannt. Irgendwie habe ich das Gefühl, ihre Kritik an der israelischen Apartheidspolitik wird sich auf ein Minimum beschränken….

(Brauchte ich diese Umfrage, um zu begreifen, daß 70% der Focus-Leser keine Ahnung haben, was Israel eigentlich ist? Vermutlich nicht. Sie fühlen sich bestimmt unheimlich tapfer, daß sie sich nicht den Mund haben verbieten lassen von der zionistischen Weltverschwörung. Diese Verschwörer sind aber auch solche Nichtskönner!!! An deren Untüchtigkeit sollte mal jemand offen Kritik üben.)

Ideale Bedingungen März 15, 2008, 19:36

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Lucifer hat ein neues Lieblingsplätzchen. Als wir ihn photographierten, haben wir gar nicht gemerkt, was gerade für ein Werbespot lief (wir stellen bei Werbung ja immer den Ton ab). Und was da geschrieben steht.
lucifer-2.jpg

תנאים אידיאלים

Tna’im idealim – Ideale Bedingungen

Katz kann lesen….

Von Hifil und Nifal März 15, 2008, 15:17

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Rat und Tat.
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Was wie ein verfeindetes oder verbündetes Brüderpaar klingt, das sind die Namen der sogenannten hebräischen Fälle. Ich habe gestern einen vergnüglichen Nachmittag mit Tertia verbracht, sie bereitet sich nämlich auf eine wichtige Prüfung in hebräischer Grammatik vor. Ich kann den Kindern in Mathe überhaupt nicht helfen (ich ergreife die Flucht beim Anblick von Formeln, außerdem kann ich micht an die hebräischen Ausdrücke für „zum Quadrat“ und „Wurzel“ und so nicht gewöhnen), in Literatur bis zu einem gewissen Grade, Geschichte sehr gut – und auch, ha ha, in hebräischer Grammatik. Dabei ergreift nämlich Y. die Flucht!

Ich habe noch aus Studienzeiten ein ausgezeichnetes Buch, in dem alle Verbformen mit Beispielen durchkonjugiert werden. Es gibt nur sieben sog. Fälle, nach denen sie abegewandelt werden, und native speakers machen das automatisch richtig – aber eine Verbform genau zu bestimmen, das fand Tertia sehr verwirrend. Wie hält man die sieben binyanim, die Fälle, auseinander? Manchmal ist es ganz nützlich, eben nicht native speaker zu sein. Meine in harter Arbeit entdeckten Eselsbrücken und Erklärungen halfen, auf einmal machte es bei Tertia pling im Kopf und alles war ganz einfach.

Zuerst haben wir alle Übungsblätter ausgefüllt, die die Lehrerin ausgeteilt hatte. Dann meinte sie, ich soll ihr Verbformen geben, und sie bestimmt sie – in Form einer Liste: Infinitiv, Wurzel, aktiv oder passiv, Zeit, Person, Fall. Letzteres war ihr eben vorher schwergefallen. Ich gab ihr also eine Liste besonders fieser Verbformen, mit wegfallenden Konsonanten und veränderten Vokalen. Kein Problem, sie konnte sie alle bestimmen. Dann knöpfte sie sich ihre Mutter vor. Mit dem Buch in der Hand prüfte sie mich. Ging recht glatt. Insgesamt ein fröhlicher Nachmittag.

Danach sahen wir zusammen Abendnachrichten. Auf den Inhalt achteten wir kaum, statt dessen riefen wir uns bei jedem Verb zu: hufal! nifal! kal! hitpael! Hat großen Spaß gemacht. Tertia meint, sie wird meine Erklärung an ihre Freundinnen weitergeben.

Für meine hebräisch-geplagten Leser hiermit ein Bild als Eselsbrücke, man kann die Fälle nämlich in Form einer Menora anordnen.

binyanim1.jpg

Tertia und ich haben daraus ein schönes Bild gemacht, und ich habe die Ausdrücke in lateinischen Buchstaben dazugeschrieben. Die eine Seite der Menora ist aktiv, also rot, die andere passiv, also blau. Jeder aktive Fall hat einen passiven Gegenspieler: das normale Verb, Kal, den Nifal. Die Intensivform, der Piel, heißt im Passiv Pual. Und kausative Verben stehen im Hifil, im Passiv Hufal. Nur der reflexive Hitpael ist sowohl passiv als auch aktiv, deswegen haben wir ihn lila gemacht.

Wer gern Näheres wissen möchte, der kann mir eine Mail schicken, und ich schick ihm eine ausführlichere Anleitung. Ich habe zwar die tückische Absicht, die besorgniserregend angeschwollenen Zugriffszahlen wieder auf ein überschaubares Maß zu drücken😉 (wozu sich hebräische Grammatik trefflich eignet), aber ich will auch nicht ZU grausam sein. Ich hab auch noch eine ausführlichere Fassung der bunten Menora…

Na, wo sind die Proteste März 15, 2008, 14:07

Posted by Lila in Land und Leute.
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gegen den Bau der brutalen Apartheids-Mauer, die die Palästinenser ins Ghetto sperrt?

Öh…. die Proteste werden wohl ausbleiben. Es sind nämlich gar nicht die Israelis, die sie bauen. Sondern nur die Ägypter. Und da will die Aufregung nicht recht in Gang kommen.

So schnell geht das März 12, 2008, 12:30

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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Outside the asylum hat mich angepingt, und gleichzeitig einen Artikel aus dem Kölner Stadtanzeiger verlinkt, den ich niemandem vorenthalten möchte. Es geht darum um den letzten und den nächsten Krieg, und daß es eigentlich derselbe ist.

Ich weiß nicht, wie nah der richtig große Schlagabtausch ist, wann Assad aus der Deckung kriecht und wann Achmedinijad seine Drohungen in die Tat umzusetzen gedenkt – ich habe nach wie vor das Gefühl, es wird noch eine Weile dauern. Der Zweite Libanonkrieg ist ja schon bald zwei Jahre um. Alle paar Jahre kracht es hier, es kann also noch weitere zwei, drei Jahre so weiterlaufen.

Aber ganz stark hat sich bei mir das Gefühl verstärkt, daß der Krieg schon läuft. Normalerweise unterdrückt man das, ich weiß zwar, daß der Krieg, der 48 ausgebrochen ist, nie ganz beendet, sondern immer irgendwo wieder aufgenommen wurde. Wie eine langsame Handarbeiterin, die ihr Werk irgendwann beenden wird, es manchmal in den Schoß sinken läßt, um zu planen oder den Plan zu ändern, dann ein paar kleine Fädchen vernäht, dann wieder mit großem Schwung ans Werk geht – so zieht sich dieser Krieg hin, aber oft fühlen wir es nicht.

Es ist doch seltsam, ich lebe relativ abgeschieden in meiner glücklichen kleinen Luftblase, dem Kibbuz, der Beschäftigung mit Kunst und Kunstgeschichte und Erziehung, mit meiner Familie und den kleinen Ärgernissen des Alltags. Ich spreche mit niemandem über die Lage und sehe zwar von Zeit zu Zeit Nachrichten, beschränke aber meinen Medienkonsum, weil ich sonst verrückt würde, nur aufs Blognotwendigste. Und doch erfüllt mich im Moment wieder das dräuende Gefühl, das ich nach dem Krieg so stark hatte.

Ist das die Osmose der Bedrohung, der sich niemand hier wirklich entziehen kann, und die man unterschwellig mitbekommt? Ich spreche vor den Kindern nicht davon, und doch fragte mich Quarta heute früh beim Zöpfemachen (immer eine schöne Gelgenheit zum Gespräch) richtiggehend aus. „Mama, sind die Amerikaner unsere Freunde?“ „Ja, das sind sie“ „Und die Franzosen? und die Deutschen? und die Engländer? Mama, was ist eigentlich der Unterschied zwischen den Engländern und Amerikanern? ich verwechsel die immer…. Aber Mama, wenn der Krieg kommt und uns jemand angreift, helfen uns die Deutschen dann? Mama, haben wir Freunde? wer ist auf unserer Seite?“

Natürlich sind ihre Fragen von der Vorstellungswelt des dritten Schuljahrs bestimmt – wenn Lior Noah haut, wer hilft ihr dann? Wer ist auf ihrer Seite? Sie hat die Kinderausdrücke benutzt. Aber es hat mich schwer erschüttert, daß sie so darüber redet, als wäre „der Krieg“ etwas, das sie erwartet, auf das sie sich vorbereitet. Keine Ahnung, ob die Trübsinns-Osmose auch durch ihre Membrane stattfindet oder ob das Fragen der Selbst-Versicherung sind, die jedes Kind stellt.

Natürlich habe ich gesagt, daß ich sehr hoffe, es gibt gar keinen Krieg, weil man sich mit Worten doch immer viel besser verständigen kann, und Erwachsene das eigentlich wissen. Und daß ich mir sicher bin, wenn wir einmal Hilfe brauchen, werden uns weder Amerikaner noch Europäer im Stich lassen (bei der Gelegenheit habe ich ihr auch kurz den Unterschied zwischen Engländern und Amerikanern erklärt – sie lernt Englisch, und das verwirrt sie wohl). Und außerdem sorgen Mama und Papa dafür, daß ihr nichts passiert, auch wenn ein Krieg kommt.

Ist es nicht merkwürdig, wie wir Erwachsene eigentlich Kinder benutzen, um uns selbst der Ordnung der Dinge zu versichern? Wie wir nach einem Trauerfall uns selbst dadurch trösten, daß wir den Kindern eine hoffnungsfrohe Version des Todes erzählen, so beruhige ich mich selbst dadurch, daß ich Quartas Fragen beantworte. (Sie fragte übrigens nicht ängstlich, sondern neugierig-interessiert).

Ja, und hier ist der Artikel, der meiner unbestimmten inneren Beklommenheit konkrete Worte leiht.

Die UN-Friedenstruppe hat zwar formal die Vormachtstellung der Hisbollah beendet. Aber entwaffnet oder gar entmachtet ist die Schiitenmiliz nicht. Im Gegenteil: Die pro-syrischen Kräfte leisteten in den vergangenen Monaten ganze Arbeit. Mit Attentaten wurde das pro-westliche Lager, das vernünftige Beziehungen zu Israel garantieren sollte, geschwächt.

Ja, die Attentate – sie waren nicht nur innerlibanesische oder libanesisch-syrische Explosionen, sondern müssen immer in Hinsicht auf die Zukunft gelesen werden.

Vor allem aber geht der Waffenschmuggel weiter, einer UN-Truppe zum Trotz, die dafür eingerichtet wurde, den Schmuggel zu unterbinden. Das beklagen nicht nur die Israelis – auch der UN-Sicherheitsrat hat dieses Problem mehrfach benannt. Ohne Folgen.

Ja, das muß man leider so sagen. Dieses Kind ist in den Brunnen gefallen, und wir wissen, daß Nasrallah die Waffen, die er hat, auch einsetzt.

Dabei denke ich immer an einen fernen, fernen Tag. Vor vielen Jahren saß ich mal mit Y. und ein paar Freunden zusammen, ich weiß nicht mehr genau, wann das war. Die Rede kam auf die Hisbollah und ihre Pläne. Und Y. sagte, „die Hisbollah bewaffnet sich nicht zum Spaß, sie will und wird diese Waffen auch gegen uns einsetzen“. Und sie diskutierten die Reichweiten und so. Ich dachte mir damals, das kann nicht sein, das gibt es nicht. Ich war noch von Deutschland geprägt, von den enormen Waffenlagern, die nie zum Einsatz kommen, sondern nur dazu dienen, die einen reich und die anderen beschäftigt zu halten.

Ob Y. sich noch an dieses Gespräch erinnert? Er war natürlich davon geprägt, daß praktisch seine ganze Jugend hindurch aus dem Libanon auf Nordisrael geschossen wurde. Auch ich weiß heute, daß es auch Leute gibt, die Waffen nicht nur zum Horten oder Geschäftemachen kaufen oder herstellen, sondern sie tatsächlich auch einsetzen. Und zwar gegen jemand ganz Bestimmtes. Leider sind das allzuoft – wir.

Auch wenn ein Teil der Verlautbarungen von Hisbollah-Funktionären über ihr angebliches Waffenarsenal der psychologischen Kriegsführung zuzurechnen ist, bleibt immer noch genug, um Israel ernsthaft zu alarmieren. Denn die Hisbollah verfügt über genügend Geld, über moderne Waffen, und sie ist zu allem bereit. Nicht zuletzt dazu, libanesische Zivilisten zu opfern.

Ja, da sind sie wieder, die dahingeopferten Zivilisten, die ja ohnehin uns zur Last gelegt werden und daher Nasrallah auch propagandistisch und innenpolitisch nicht weiter belasten müssen. Wie sich die Bilder gleichen, im Norden und im Süden.

Selbst im Fernsehen lässt sich verfolgen, wie im Iran auf offener Straße für die Hisbollah Geld gesammelt wird. Dass deren Vertreter vom Iran und Syrien beherbergt, ausgebildet und mit modernen Waffen versorgt werden, ist ein offenes Geheimnis. Beide Regimes wollen einen erneuten Stellvertreterkrieg und untergraben so den Kampf der UN gegen den internationalen Terrorismus. Aber diese Formen staatlichen Terrorsponsorings werden nicht geahndet. Die Hisbollah steht bis heute nicht einmal auf der Terrorliste der EU.

Und auch die Hamas hat natürlich beste Verbindungen zum Iran. Allerbeste.

Wer ausschließen will, dass Israel auf dem Rücken des Libanon Krieg führt, muss die Bedrohung Israels aus dem Libanon unterbinden. Dies ist die Logik hinter der UN-Resolution 1701 vom August 2006. Aber in der Praxis ist sie nicht umgesetzt. Deshalb trägt die Staatengemeinschaft auch eine Mitverantwortung für die drohende Katastrophe.

Die Staatengemeinschaft hat wieder einmal verhindert, daß Israel einen brutalen, aber entscheidenden Schlag führt – auch wir selbst haben dazu 06 nicht den Mumm gehabt, auch uns haben die Opferzahlen erschreckt und die Laienspielschar an der Spitze unserer Verteidigungspyramide noch mehr. Vielleicht war das auch richtig so – angesichts der Kriegsführung der Hisbollah bleibt ja keine andere Wahl, als sich selbst Zügel anzulegen. (Wie praktisch für die Hisbollah hingegen, daß sie das nicht braucht!)

Der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah war nie beendet. Er ist nur unterbrochen.

Und damit hat der Artikel mir dann endgültig den Vormittag vermasselt. Ja ja, ich weiß es ja! Aber ich hoffe, hope against hope, daß sich vielleicht mal jemand besinnt und der Hisbollah die Klauen stutzt. So daß wir nicht mehr hilflos vor einer wilden Melange von Kämpfern und Zivilisten stehen und sie mit allen Flugblättern der Welt nicht auseinanderdividieren können. Oh, und ich hoffe, daß ich heute früh Recht hatte und wir das nächste Mal nicht allein stehen.

So, ich geh mir jetzt die Beklemmung vom Herz putzen. (Nie war es bei uns sauberer als zur Zeit des Kriegs. Putzen hilft tatsächlich.)

Eine Zwillingsgeburt in Ashkelon März 11, 2008, 17:44

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Leider nur im englischen SPon gefunden, vielleicht hab ich es im deutschen verpaßt???, und von Aussie Dave verlinkt: eine Reportage über eine Palästinenserin aus dem Gazastreifen, die ihre Zwillinge im Krankenhaus von Ashkelon bekommt, wo sie jetzt im Inkubator liegen. Sie und ihr Mann lernen auf diese Weise Israel von der anderen Seite her kennen.

Wie der Ashkeloner Chefarzt, den ich ja neulich per Video hier gezeigt habe, meint auch der Arzt, der die Kinder betreut, er kümmert sich nicht darum, ob seine Patienten zu diesem oder jenem Volk gehören.

Dr. Shmuel Zangen, the director of the hospital’s neonatal unit, doesn’t care who he treats. „As a doctor, I enjoy the privilege of not having to think about it,“ he says. „It certainly is odd that we take care of Palestinian children while they shoot at us. It’s the sort of thing that only happens in the Middle East.“

Das ist höflich ausgedrückt. Um es genauer zu sagen: es kommt eigentlich auch im Nahen Osten nur in einem Land vor, nämlich Israel. Es ist mir noch nie zu Ohren gekommen, daß Israelis in Saudi-Arabien oder Syrien im Krankenhaus behandelt werden. (Wir brauchen das auch nicht, Gott sei Dank – aber selbst wenn wir es brauchten, würden sie uns wohl kaum helfen. Doch Geben ist seliger denn Nehmen… und vielleicht wird es ja eines Tages anders, besser.)

Die Palästinenserin und ihre Babies sind nun in Reichweite der Grad-Raketen.

On the second day after the birth of Bayan and Faisal, a Soviet-made „Grad“ rocket landed on the hospital grounds. „I heard it hit, 200 meters away from me,“ says Shafii. The neonatal unit was moved to a bunker the next day. „The groups that are firing the rockets are not fighting a just war,“ says the Palestinian mother, adding that they are not abiding by what the Prophet Muhammad said: that wars may only be waged between soldiers, but not against civilians.

Ja, ich kenne das. Mein Frühchen, Tertia, lag in Nahariya im Inkubator, zu Zeiten des Katyusha-Beschusses. Da fühlt man sich verdammt ausgeliefert. Hoffentlich ist jetzt erstmal wieder Ruhe.

Bei solchen Gelegenheiten zeigt es sich dann, daß es die normalen, freundlichen Palästinenser durchaus noch gibt, an deren Existenz ich manchmal verzweifle. Und sie leben in Angst und Schrecken – vor den Terroristen, die sie als Schutzschilde mißbrauchen und bedrohen.

Ashraf Shafii describes how young, masked men repeatedly set up their rocket launchers under the cover of houses in Beit Lahia. „They shoot at Israeli civilians, which is completely unacceptable,“ says Shafii. „And they put us Palestinian civilians in grave danger, because the Israelis shoot back.“

Why doesn’t he object? „They are armed,“ says Shafii, „and they shoot at anyone who gets in their way.“

Ich wünsche den Babies, daß sie gut gedeihen, und daß die Eltern ihre positiven Erfahrungen mit Israel nicht vergessen. Es könnte alles so unproblematisch sein da unten im Süden…

Danke, Kuwait, März 11, 2008, 15:24

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für diesen Artikel in Al-Watan.

Sichere Grenzen März 11, 2008, 13:02

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Danke an Eran, der diesen Link in den Kommentaren hinterlassen hat: Defensible Borders, eine Materialsammlung zum Thema Grenzen und Grenzsicherheit.

Da finden sich ein paar Karten, die recht klar machen, wie Israels Problem aussieht, und daß wir nicht notwendigerweise spinnert sind, wenn wir uns als verletzlich empfinden. (Und daß die israelischen Lieder vom kleinen Land nicht verniedlichend gemeint sind, sondern einfach realistisch.)

Also, sehr groß ist Israel nicht…

Die nächste Karte zeigt die Grenzen Israels VOR dem Sechstagekrieg, also vor 1967.

Es gilt als Grundlage einer jeden Friedensregelung im Nahen Osten, daß Israel sich in diese Grenzen zurückzieht, in denen es 1967 verletzlich war. (Wieso die Araber überhaupt damals angegriffen haben, wenn diese Grenzen doch so wünschenswert sind, entzieht sich meiner Logik aber gut – es sind seitdem ein paar Tropfen Wasser den Jordan runtergeflossen, nehmen wir mal an, sie wollen das wirklich, die Lage von damals wiederherstellen).

Nun gilt es als ausgemacht, daß die israelische Forderung nach einem Stopp der Angriffe auf Israel als Zeichen der Verstockheit und Friedensunwilligkeit Israels gedeutet werden muß. Wären die Israelis nämlich nicht so verstockt und friedensunwillig, so würden sie doch bestimmt bereit sein, die 67 besetzten Gebiete entschädigungslos zu räumen, ohne jede Vorbedingung? Nicht wahr?

Nun ist es so, daß Israel einen Großteil der 67 gewonnenen Territorien schon längst zurückgegeben hat, nämlich in Camp David an die Ägypter – den gesamten Sinai. Und wenn man sich die erste Karte nochmal zu Gemüte führt, kann man sehen, daß das ein ganz fetter Brocken war – also für israelische Verhältnisse zumindest! Der Sinai ist größer als Israel selbst, und gegen das sichere Versprechen, von dort nicht mehr angegriffen zu werden, hat Israel ihn geräumt. (Israel hätte damals Sadat gern auch Gaza aufgeschwatzt, aber Sadat war klug genug, es auszuschlagen.)

Nun, aber die Pufferzone im Südlibanon (die vor dem Libanonkrieg anno 82 pausenlos als Abschußrampe für nach Israel gefeuerte Raketen diente – eine ganze Generation von Kindern in Nordisrael ist im Bunker großgeworden) hat Israel doch geräumt, und es ist nichts weiter passiert! Nein, bis auf Raketenangriffe von Zeit zu Zeit, den Libanonkrieg 2006 (der durch wahre Raketenschauer auf Shtula und Zarid eingeleitet wurde) und ständige Drohungen Nasrallahs ist dort Ruhe… würde der verehrte deutsche Leser gern in der Nähe einer solchen geräumten Zone leben? Vermutlich nicht. Israel ist dort ohne Vorbedingungen und ohne Verhandlungen abgezogen, gewissermaßen als Vorleistung. Keine Erfolgsgeschichte.

Und der Gazastreifen? Auch ihn hat Israel ohne Vorbedingungen und Verhandlungen geräumt. Die anhaltenden Angriffe durch Qassams und Mörsergeschosse haben nicht aufgehört, im Gegenteil, sie haben sich verstärkt und sind durch Grads mit größerer Reichweite noch verschlimmert worden.

Ich sehe also nicht genau, was mich dazu bewegen sollte, die Westbank zu räumen, auch wenn ich theoretisch und im Rahmen eines sicheren Friedensplans dazu wohl bereit bin. Aber die Erfahrung hat bisher gezeigt, daß die Palästinenser und die mit ihnen verbündeten Organisationen von Israel geräumte Gebiete als ideale Abschußrampen nutzen.

Und hier sind nun die Karten, die zeigen, welche wunderbaren Entfaltungsmöglichkeiten sich dem bieten, der die Westbank als Abschußrampe zur Verfügung hat:

Da sind sowohl Ruth als auch ich dabei, Ruth in Beer Sheva, ich nordwestlich von Jenin (da zieht sich so ein kleines Tal hoch, in den Höhen westlich davon lebe ich). Hm. Leider ist die sicherste Ecke Israels die Negev-Wüste – aber nur der Osten, der Westen wird ja von Gaza aus beschossen.

Verständnis, daß Israelis sich nicht mit Begeisterung auf ein Experiment mit der palästinensischen Friedenswilligkeit einläßt?

Noch dazu kommt, daß wir sehr auf unseren Flugplatz Ben Gurion (mit israelischer Abkürzungswut Natbag genannt …) angewiesen sind. Es ist nämlich peinlicherweise unser einziger internationaler Flughafen. Es ist auch so ziemlich der einzige Ort, von dem aus Israelis ins große, lockende Ausland gelangen können. Gut, es gibt ein paar Leute, die per Schiff fahren, es gibt auch welche, die nach Jordanien oder Ägypten fahren, aber so richtig einladend sind die im Moment nicht.

Wer Ben Gurion in Schußweite hat, kann kontrollieren, wer und was Israel verläßt und betritt. (Der Name Strela erinnert Israelis an den Angriff auf eine El-Al-Maschine in Kenia, am Tag des Attentats in einem Hotel dort, dem viele Israelis zum Opfer fielen).

Da die Grenze zu Ägypten nur unzureichend gesichert ist und von dort, wie auch durch Tunnel in den Gazastreifen, jede Menge Waffen (gern iranische und russische) zu den Palästinensern gelangen, kann man sich vorstellen, wie das aussähe. Die gesamte Küstenlinie Israels, wo die meisten Israelis leben, arbeiten oder leben UND arbeiten, wäre unter Beschuß.

Wer das für Theorie hält, soll mal bei den Bewohnern von Sderot nachfragen, wie diese Theorie sich anfühlt, wenn sie in Realität umgesetzt wird.

Stellt euch einen Moment lang vor, ihr würdet irgendwo in Israel wohnen. Würdet Ihr nicht VOR einer Räumung der Westbank gern einen Beweis dafür sehen, ja nur einen Hoffnungsschimmer oder Hinweis darauf, daß sich nicht das ganze Land in ein einziges Sderot verwandelt?

Und das sage ich, die ich die ganzen letzten 18 Jahre damit verbracht habe zu hoffen, daß meine Kinder NICHT als Soldaten in die Westbank müssen. Oh, und natürlich auch nicht die von irgendjemand anders! Daß das Problem vorher zu lösen ist. Daß es eine friedliche, einvernehmliche Lösung gibt und Soldaten nur mehr Radkappen polieren oder Antennen entstauben müssen. Und daß wir in Jenin einkaufen können, und die Geschäftsbeziehungen dahin wieder aufnehmen können, ach ja, und daß die Kollegen aus der Gegend wieder bei uns arbeiten können und man sich einfach mit gewohnt-nachbarlichen gemischten Gefühlen betrachtet wie der deutsche Autofahrer den niederländischen – nicht besser, nicht schlechter.

Ich sage es ungern, und ich sage es seufzend, aber im Moment sieht es einfach nicht danach aus, als hätten wir einen Partner für Ruhe. Von Frieden ganz zu schweigen.

Jubel, Trubel, Heiterkeit März 11, 2008, 12:09

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Aus den Nachrichten von Channel 10. Der Hintergrundtext ist nicht wichtig zum Verständnis der Bilder. Ausgelassener Jubel auf den Straßen von Gaza, als bekannt wird, daß acht unbewaffnete Jugendliche bzw junge Männer in der Bibliothek einer religiösen Schule beim Lesen in der Heiligen Schrift ermordet wurden. In der Tat eine wahre Heldentat. Ich sehe solche Bilder und frage mich: die reden von Mut? von Ehre? fordern Respekt für Religion und Glauben? Sie verstehen wohl gänzlich was anderes darunter als ich.

Und so sah das von der andren Seite gesehen aus.

Gedenken März 9, 2008, 7:57

Posted by Lila in Land und Leute.
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Heute mußte Y. früher zur Arbeit, um sich vor Arbeitsbeginn mit seinem Kollegen und Freund zu treffen, der danach wegfährt. Heute ist nämlich die jährliche Gedenkfeier für die Opfer des Anschlags auf einen  Linienbus, in dem seine Schwiegereltern saßen. Der Schwiegervater ist dabei gestorben, die Schwiegermutter ist aus einem Fenster gesprungen und hat überlebt. Ich kann mich noch an sie erinnern, sie ist vor etwa zehn Jahren gestorben, Überlebende des Holocaust und des Terrors. Der Anschlag war 1978. Es war ein Blutbad, 35 Tote. Auf dem Weg nach Tel Aviv kommt man an der Gedenkstätte vorbei.

Ein Blick auf diese Seite zeigt, daß kaum ein Jahr seit 1920 vergangen ist, in dem keine Terroropfer zu beklagen sind (nur für die Jahre 1923, 1928 und 1930-33 steht die Zahl auf Null).  Auch in den 50er Jahren, lange vor der Folge des arabischen Angriffskriegs, der Besatzung. Wie es funktioniert, daß ein Volk fast 100 Jahre unter pausenlosen brutalen Angriffen auf seine Zivilisten leidet und trotzdem als Aggressor Nummer Eins wahrgenommen wird, ist wohl eine Frage für den Psychologen. Mir fällt auf Anhieb kein anderes Volk ein, das über so lange Zeit hinweg so erbarmungslos angegriffen wird – immer unter anderen Vorwänden. Und das dann als „Spirale der Gewalt“ bezeichnet wird und somit implizit abgesegnet wird.

Für die Familien der Toten und Überlebenden ist jeder Tag ein Gedenktag. Und in der Tat dürfte es kaum einen Tag im Jahr geben, an dem sich nicht gerade ein Terroranschlag jährt.

Zwei kleine News März 8, 2008, 13:12

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Dies ist eine echte kleine Rosine: die jordanische Polizei hat es der in Amman lebenden Familie des Yeshiva-Mörders untersagt, ein Trauerzelt zu errichten. Danke, Jordanien. Eine elegante Form, zu zeigen, was sie von den Methoden ihrer palästinensischen Vettern halten. Es ist eine zu kleine Meldung für weltweite Schlagzeilen, aber mich freut sie.

Außerdem hat die Regierung angekündigt, nach wie vor zwischen „Extremisten“ und „Moderaten“ zu unterscheiden (so künstlich die Unterscheidung oft ausfallen mag), und mit letzteren weiterhin zu verhandeln. Ich erinnere daran, daß es Abu Mazen war, der die Gespräche abgebrochen hat. Israel ist trotz allem noch bereit,  wohl auf amerikanischen Druck hin, die Gespräche weiterzuführen.

Israel will push ahead with the talks „so as not to punish moderate Palestinians for actions by people who are not just our enemies but theirs as well,“ said the official, speaking on condition of anonymity because the government had yet to make a formal announcement.

It was the second time in a month that Israel chose not to halt talks after an attack. When a Palestinian suicide bomber blew struck in the town of Dimona, killing one woman and wounding 11 people on Feb. 4, Israeli and Palestinian officials went ahead with a planned negotiating session.

Nun, diese Gespräche sind in vieler Hinsicht eine Farce, solange die Palästinenser nicht 1. total und in all ihren Fraktionen auf Gewalt verzichten und 2. einmal klipp und klar sagen, daß sie Israel nicht vernichten wollen.

Das klingt, als würde ich sagen, was uns sonst vorgeworfen wird: daß man schon mit Forderungen anfängt, bevor man sich überhaupt hinsetzt. Aber ich hoffe, es ist klar, daß es bei diesen beiden Bedingungen um so grundlegende Dinge geht, daß sie eigentlich gar nicht zu den Verhandlungen selbst gehören. Seit Jahren und Jahrzehnten gibt es Verhandlungen, und gleichzeitig gehen Terror und Vernichtungsrhetorik weiter. Ich wünschte, die Palästinenser sähen endlich ein, daß sie ohne den Einsatz von Gewalt schon längst ihren eigenen Staat hätten…

Leider ist den meisten westlichen Beobachtern diese Asymmetrie immer noch nicht klar.  Ich wünschte, das obige Zitat würde mal Schlagzeilen im SPon oder der FAZ oder gar der SZ machen…. da kann ich lange weiterträumen. Schläge gegen die Hamas machen Schlagzeile, Weiterführung der Gespräche über Gräbern nicht.

Nicht vergessen März 7, 2008, 23:36

Posted by Lila in Land und Leute.
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Viele, viele Kommentare sind jetzt hier im Umlauf, viele Einschätzungen. Nach den gehäuften Angriffen der letzten Wochen und Tage (von denen ich nicht mal alle hier verzeichnet habe, der Soldat in Kisufim, der Autokäufer in Hebron….) ist zu erwarten, daß Olmerts Regierung irgendetwas TUT. Was und inwieweit es sinnvoll ist, mag ich gar nicht erörtern.

Allein ein kurzes Blättern durch y-net, Haaretz und JPost zeigt, daß der eine meint, das Ende der Hamas wird eingeläutet – ein anderer spekuliert, daß die nächste Intifada bevorsteht – ein dritter plädiert für den Einsatz nicht-tödlicher Waffen – wieder einer glaubt, mit den Methoden von Oslo die Lösung gefunden zu haben – und findet Unterstützung hier – ein anderer möchte Israel ebenso hart durchgreifen sehen wie andere Länder – ganz zu schweigen von den Fernsehfritzen (Roni Daniel würde am liebsten ein paar Hamasniks ohne Salz zum Frühstück… und den Gazastreifen wieder besetzen) und meinem Mann, der scherzt, wir könnten uns ja aufs ungezielte Abschießen von Qassams in Richtung Gaza verlegen, das nimmt niemand ernst, aber man erreicht sein Ziel trotzdem.

Auch Olmerts Bemerkung beim Abzug der Truppen, daß das erst der Anfang war…, steht noch im Raum.

Irgendwann wird also irgendwas passieren im Gazastreifen. Ich fürchte für Soldaten und Zivilisten, für alles mögliche, ich will auch die Leute, die gestern abend jubelnd Baklawa verspeisten, nicht elend sterben sehen – aber am hartnäckigsten steckt mir ein Bild im Kopf.

Irgendwo in Gaza, vermutlich in einem Keller, sitzt Gilad Shalit. Er spricht Arabisch, er kennt die Leute, die ihn festhalten, inzwischen ganz gut. Irgendwo lief mal das Gerücht um, daß er mit ihnen Sheshbesh spielt, oder Schach, und so sehe ich ihn vor mir. Vor einem Spielbrett, ihm gegenüber ein junger Mann mit Keffiey und Gewehr, sie lachen. So möchte ich das Bild halten, harmlos, als wäre er freiwillig dort. Könnte nach einem Schachmatt aufstehen und nach Hause gehen.

Als wir die Aufnahme seiner Stimme hören konnten, das ist auch schon wieder lange her!, habe ich gut hingehört. Seine Stimme klang nicht wie die eines gebrochenen Mannes. Obwohl er ungeschickte Formulierungen verlesen mußte, klang seine Stimme ruhig und beinahe zuversichtlich, nicht wie ein Mann, dem man die Waffe an die Schläfe drückt. Er ist wohl nicht mehr der Junge mit dem weichen Gesicht, er wollte wohl mit seiner Stimme seine Eltern, die durch die Hölle gehen, beruhigen und aufrichten.

Wie gesagt, Gerüchte und Andeutungen besagen, daß er relativ gut behandelt wird und die Hamas ihn am Leben halten will, weil sie wissen, daß er lebend mehr wert ist als tot. Gedanken an den endlosen Albtraum Ron Arad versuche ich zurückzudrängen. Selbst Assoziationen mit der Rudi-Kreuzkamm-Episode (die ich als kindliche Leserin schon abscheulich fand und die mir heute riesige Zweifel an Kästners humorvoll-menschenfreundlichem Image einflößt) sind nicht tröstlich.

Sobald ein Mensch totale Macht über einen anderen hat, besteht die Gefahr, daß er sie ausnutzt – und wie groß ist diese Gefahr erst, wenn ein junger israelischer Soldat Menschen in die Hände fällt, die nichts mehr hassen als israelische Soldaten. Und mit welcher Inbrunst dieser Haß zelebriert wird, das sehen wir ja täglich.

Wenn ich zu diesem Albtraumszenario dann noch fallende Bomben und Raketen, brennende und zerstörte Häuser, eine Bevölkerung auf der Flucht und heftige Binnenkämpfe unter der Feuerdeckung unserer Armee hinzudenke – dann befürchte ich, daß seine Eltern ihn nie mehr wiedersehen werden.

Ist es ein Zufall, daß wenig von ihm die Rede ist dieser Tage?

Das Haus März 7, 2008, 21:52

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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ist auf seine Fundamente zurückgekehrt. Der Hausvater ist wieder zurück aus der großen Welt, er war in Venedig und Prag, hat neue Technologien kennengelernt, die er nun in der Fabrik umsetzen wird, und hat wunderbar ruhige katzenfreie Nächte verbracht (die Katzen wecken einen ja pausenlos auf, Mini will fressen, Lutz nach draußen und Leo spielen). Ich hingegen habe schlafe miserabel ohne ihn, obwohl Quarta so nett war, in Papas Bett zu schlafen, während er weg war. Sie hat sogar versucht, ihm ihr Bett als gemütliche Alternative zu seinem angestammten Platz zu verkaufen – erfolglos.

Aber jetzt ist er wieder da.

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Update März 7, 2008, 13:49

Posted by Lila in Land und Leute.
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Der Mörder gestern war – Busfahrer der Yeshiva.

Es ist kaum zu fassen. Vertraut ihr den Schulbusfahrern eurer Kinder? Natürlich vertrauen wir ihnen, sonst würden wir ihnen unsere Kinder nicht anvertrauen. Dieser Busfahrer kannte die Jungens. Er sah sie täglich. Er verdiente sein Geld damit.

Seine Familie hat ein Trauerzelt aufgestellt, das mit grünen Hamas-Flaggen geschmückt ist.

Diese Bestialität ist wohl kaum zu überbieten, wie lange mag er geplant haben, die Jugendlichen zu erschießen, die er in seinem Bus fuhr? Wir haben ein echtes, riesiges Problem.

Und eine Leseempfehlung: Bradley Burstons Worte an Tadler und Ratgeber.

Und ein Update zum Update:

Die Yeshiva sagt, nein, er war kein Fahrer bei ihnen, sie beschäftigen keine arabischen Busfahrer mehr, schon seit Jahren nicht.  Viel Unklarheit, viele Gerüchte. Man sollte vermutlich ein paar Tage warten, bis mehr Fakten bekannt sind…

Die Macht der Bilder März 7, 2008, 13:26

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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Honest Reporting hat sich mal ein Jahr lang die Bilder angeguckt, die als „Bilder des Monats“ von Reuters ausgesucht wurden.  Es sind jeden Monat ca. 250 Bilder, aus verschiedenen Bereichen, die von Reuters besonders herausgehoben und für gut gehalten werden. 124 Bilder präsentieren den Koflikt zwischen Israel und den Palästinensern und wurden von Honest Reporting analysiert.

Haltet euch fest, wenn ihr die Ergebnisse hört. Die Überraschung könnte euch sonst umwerfen.

62% der Bilder erwecken Empathie für die Palästinenser. 28% sind neutral. Und 10% zeigen die Israelis in sympathischem Licht.

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In dieserBilderauswahl waren fünfzehn Darstellungen von palästinensischen Beerdigungen – keine israelische Beerdigung – und auch keine von anderen Opfern anderer Konflikte.

Auf der überwältigenden Mehrheit der Bilder wurden die Israelis als Angreifer und die Palästinenser als Opfer gezeigt.  Es lohnt sich, auf den Link zu klicken und die Bilder anzugucken.  Sie dürften auch deutschen Zeitungslesern bekannt vorkommen. Ich erinnere mich noch an die Photomontage, die lange Zeit die Berichterstattung des SPon über den Nahostkonflikte begleitete: die Überschrift „haßerfüllte Nachbarn“ (an sich schon durch die Gleichsetzung eine Verzerrung), eine klagende alte Palästinenserin und ein israelischer Soldat, der durchs Zielfernrohr guckt.

Tja, so sieht die Welt den Konflikt und so stellt man ihn dar. Ein Teufelskreis. Die Pressestelle der Regierung hat beschlossen, die Bilder vom Massaker gestern nacht offensiv einzusetzen, etwas, das Israel bisher eher vermieden hat. Wir ziehen unsere Leichen nicht vor die Kameras, auch um die Gefühle der Überlebenden und Hinterbliebenen zu schützen.

In diesem Fall sind die Bilder besonders eindrücklich, wegen der  religiösen Bedeutung der blutbefleckten Kleidungsstücke und Gegenstände. Ich habe mir die Seite von Arutz 7 nicht zu Ende angucken können. Aber ich habe darauf die Namen einiger Verletzter gefunden, die dort mit Mutternamen angegeben sind, damit Leser sie in ihre Gebete einschließen können. Ein Junge aus Sderot ist dabei. Bestimmt haben die Eltern gedacht, in Jerusalem ist er sicher….

Israel ist klein März 7, 2008, 12:24

Posted by Lila in Land und Leute.
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und um ein paar Ecken kennt man fast immer jemand, den es getroffen hat. Diesmal kennen auch meine Leser um ein paar virtuelle Ecken im Internet Bekannte der Opfer: David Bogner ist mit der Familie eines ermordeten Jungen befreundet, und Soccer Dad, den ich via Meryl Yourish ein paarmal verlinkt habe, hat einen Neffen an der Yeshiva, der glücklicherweise woanders war gestern abend – der aber Freunde und einen Zimmerkameraden verloren hat.

Die Einzelheiten sind einfach zu grauenhaft. Ich weiß nicht, wie die Familien weiterleben können.  Eine Bücherei voller Jugendlicher, die sich auf den Purimmonat freuen und seinen Auftakt vorbereiten. Ich sehe die Trauerfeier, die die Beerdigungen einleitet. Ein Vater sagt Kaddish über seinen Sohn, und alle beten mit, Tausende sagen Amen.

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