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Wo wart Ihr September 11, 2014, 13:07

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vor dreizehn Jahren?

Wenn bei mir der Hektik-Pegel sinkt, erzähle ich auch von mir.

Jedes Jahr… September 1, 2014, 9:19

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… ein großer Tag. Am 1. September fängt die Schule wieder an. Ich kann mich nicht erinnern, ob das in Deutschland jedes Jahr so zelebriert wird – hier fangen am 1. September alle Nachrichtensendungen mit ausführlichen Berichten an (die Zeitungen auch), und jeder Politiker, der auf sich hält, muß irgendwo mit i-Dötzchen abgelichtet werden. Manchmal gibt es Aufregung, weil die Lehrer streiken. Ich werde nie vergessen, wie enttäuscht mein Secundus war, weil sein erster Schultag durch einen Lehrerstreik immer wieder rausgeschoben wurde. Da Lehrer hier sehr wenig verdienen (ich kann ein Lied davon singen) und immer weniger Lehrer gesicherte Arbeitsplätze haben, ist ihr Protest verständlich, aber er geht natürlich auf Kosten der Schwächsten, d.h., der Kinder.

Dieses Jahr war natürlich die große Frage, ob und wie man die Schule normal anfangen soll, wenn ein Großteil der Schulkinder auf dem Schulweg, aber auch in der Schule selbst der Gefahr von Raketen- und Mörserangriffen ausgesetzt ist. Auch die besten Schutzräume nützen nichts, wenn Hunderte von Kindern nur Sekunden haben, um sie zu erreichen – von der Fahrt im Schulbus ganz zu schweigen.

Man muß dazu wissen, daß die Hamas ihre Raketensalven in den letzten Jahren gern zwischen sieben und acht Uhr morgens abgefeuert hat, wenn sie wußte, daß Schulkinder unterwegs sind. Und die gelben Schulbusse waren schon oft Ziel von Anschlägen.

Nun, die Waffenruhe hat dieses Problem (vorerst?) gelöst. Die Bedeutung des 1. September und Präsenz der Frage „Schule oder nicht? wo und wie?“, die im Juli und August überall zu hören war, war auch für die Regierung groß. Hätte das Schuljahr nicht normal begonnen, wäre das wie ein Eingeständnis der Regierung gewesen, daß sie es nicht schafft, normales Leben in Israel zu ermöglichen. Aber nicht nur für Netanyahu, sondern für alle Israelis ist „Normalität“ ein hohes Gut. (Was ist Normalität? Was wir in Deutschland „normales Leben“ nennen würden, kennt man hier eigentlich nicht – aber israelische Normalität ist im Normalfall normal genug, damit sich Menschen normal entwickeln können…) Nach jedem Anschlag, nach jedem Krieg werden schnell und effizient Spuren beseitigt und Normalität wiederhergestellt.

So also auch jetzt. Der Bildungsminister, selbst Lehrer, Lehrerssohn und in Bildungsfragen kompetent und selbstbewußt, hat für die ersten zwei Wochen weniger Lernen und mehr Verarbeitung des Erlebten angekündigt. Die Lehrer sollen mit den Kindern die traumatischen Wochen des Kriegs, der ja fast ganz Israel betroffen hat, zum Thema machen. (Im Süden wächst ja eine Generation auf, die ein Leben ohne Raketen nicht kennt – DAS wäre doch mal ein Thema für einen Artikel in einer deutschen Zeitung…) Danach wird normal weitergelernt, in der Hoffnung, daß der Konflikt nicht noch einmal aufflammt.

Die enormen Kosten des Kriegs werden durch strike Budget-Kürzungen rausgeholt, und es wird wohl ein paar Jahre dauern, bis sich der Staat davon erholt hat. Der Streit „Steuern erhöhen oder nicht“ tobt in allen Medien – die einen sagen, irgendwoher muß das Geld ja kommen, die anderen sagen, wenn der Verbraucher noch mehr belastet wird, bricht er zusammen und ohne Kaufkraft der Verbraucher macht die Wirtschaft zu. Wenn Steuererhöhungen kommen, wen werden sie treffen? Na, uns natürlich, die ächzende Mittelschicht, die ihren Strom-, Wasser- und Mietkosten hinterherhechelt. Gehaltserhöhungen wird es nicht geben, denn auch die Betriebe sind betroffen – unter anderem sind internationale Kunden aus Empörung abgesprungen, oder internationale Partnerschaften sind auf Eis gelegt. Ich glaube nicht, daß Netanyahu die wirklich Reichen zur Kasse bitten wird.

Es kommen also schwierige Zeiten auf die Familien zu, und für die Kinder bedeutet es: weniger Ausflüge, weniger zusätzliche Aktivitäten, weniger Förderung, weniger Unterstützung für Hort und Betreuung. Der Bildungsminister hat viele Ideen, die meisten davon werden erstmal in die Schublade wandern. Da in den letzten Jahren das Bildungssystem für jeden neuen  Minister eine Art Experimentierfeld war, hat es vielleicht sogar gute Seiten, daß einige Ideen noch etwas länger simmern werden, bevor sie umgesetzt werden.

Ich weiß von Kollegen, daß der Minister seine Betonung des Themas „sinnvolles Lernen“ ernst meint. Was für eine Erleichterung nach all den fachfremden, eher aus der Wirtschaft kommenden Bildungsministern, die dem Fetisch Quantifizierung, Tests und dauernde Überprüfung abfragbaren Wissens hinterherliefen, so daß die Schüler praktisch nur noch auf Tests hin lernten. Das hat ein Ende, auch wenn viele Leute nicht verstehen warum und Angst haben, ohne ständige Überprüfung in Form von Multiple-Choice-Tests würden Kinder gar nichts lernen. Je mehr diese Tests eingerissen sind, desto weniger haben die Kinder gelernt, ist mein persönlicher Verdacht. „Sinnvolles Lernen“ bedeutet in erster Linie, daß man versteht, warum man lernt, und dann erst, was man lernt. Und Zusammenhänge kann man sowieso nicht in Tests abfragen, die brauchen auch manchmal Zeit, bis sie einem dämmern.

Quarta fängt heute die Oberstufe an – ihre letzten drei Jahre Schule. Für die Großen ist die Schule längst Vergangenheit. Ich hoffe, sie hat weiterhin Spaß an der Schule, auch wenn ihre Schule in vielem nicht mit der Kibbuz-Schule mithalten kann. Sie lernt gut und leicht und natürlich ist für sie Schule in erster Hinsicht Treffpunkt mit den Freundinnen… so ist das in dem Alter. Aber sie hat mit ihren Freundinnen auch den Sommer über fleißig Hausaufgaben gemacht und ist heute früh ganz vergnügt losgezogen. Die neue Klassenlehrerin ist nach Quartas Eindruck sehr nett, und die Klasse wird neu zusammengesetzt beim Übergang in die Oberstufe, je nach Schwerpunkten. Quarta hat Naturwissenschaften als Schwerpunkt gewählt. Es wird also viel Neues geben.

In Israel gibt es keine Schultüten, obwohl ich für meine natürlich bei der Einschulung welche gebastelt habe. Ich erinnere mich noch gut an die Schultüten für Primus´ ersten Schultag – eine große für ihn, zwei kleine für die kleinen Geschwister. Lang ist´s her. Aber ich bin froh, daß ich noch drei Jahre lang eine Schülerin zuhause habe. Es ist ein schöner Abschnitt im Leben, zumindest für mich als Mutter.

 

Ein grüner Gast August 24, 2014, 17:39

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Eigentlich habe ich immer schön gewohnt, selbst als arme Studentin – aber schöner als mein Arbeitszimmer hatte ich es noch nie. Ich sitze vor einer großen Fensterfront und gucke auf Bäume. Zwischen den Bäumen erkenne ich die Sulam-Zur-Hügel bzw  Berge, im Westen liegt Rosh ha Niqra, wo der Berg zum Meer hin abfällt. Der große Elefanten- oder Ombu-Baum (zweihäusige Kermesbeere) vor unserem Fenster erfüllt mir eigentlich den Kindheitstraum vom Baumhaus, denn er wächst beharrlich um unser Haus herum und streckt seine Zweige an die Fenster.

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Jedesmal, wenn Y. auf eine Leiter klettert und seine Zweige stutzt, antwortet der Baum darauf mit besonders vielen neuen Trieben, die innerhalb von wenigen Monaten dicht belaubt und wuchsfreudig die fehlenden Äste wettmachen.

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Y. hat das inzwischen aufgegeben mit der Leiter und der Säge – der Baum hat den längeren Atem.

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Dem schönen Baum, dessen Äste mir ans Fenster wachsen, verdanke ich viele glückliche Stunden. Zur Blütezeit summt ein hyperaktives Bienenvolk darin herum und ich freue mich, daß sie leben und gesund sind und aktiv. Jede Menge Vögel fliegen den Baum an und da die Fensterfront aus reflektierenden Scheiben besteht, sehe ich sie, aber sie sehen mich nicht. Darum kommen sie ganz nah heran und ich kann sie mir alle angucken.

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Doch am beglückendsten ist der regelmäßige Besuch eines Chamäleons, das wohl auf dem Baum lebt. Alle paar Tage höre ich es, wenn es mit dem Kopf ärgerlich an die Scheibe klopft, wohl weil es sein eigenes Spiegelbild für einen frechen Artgenossen hält. Dann mache ich Bilder und freue mich an dem wunderschönen Tier. Irgendwann schleicht es wieder davon, und obwohl ich die Augen fest auf seinen geschmeidigen Körper richte und mich darauf konzentriere, es nicht aus den Augen zu verlieren, ist es so gut getarnt, daß es sich einfach in Luft, Licht und Blattgrün aufzulösen scheint. Wie durch Zauberhand verschwindet es.

Wenn das Chamäleon kommt, dann rufe ich die Kinder, die gerade da sind, und wir stehen hinter der Scheibe und bewundern das Tier.

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All diese Bilder habe ich im Laufe der letzten Woche vom Arbeitszimmer-Fenster aus gemacht – teilweise vom Schreibtisch aus. Doch auch hinter dem Haus haben wir schon dieses wunderschöne Tier bewundern können – dann in ganz anderer Färbung.

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Ich würde es ja gern mal in die Bougainvillea setzen und gucken, wie es sich dann verfärbt – aber ich möchte das Chamäleon nicht erschrecken.

Ist es nicht wunderbar, daß ich so ein wunderbares, interessantes Tier sehen kann, ohne vom Schreibtisch aufzustehen?

Gelandet und auftauchend August 24, 2014, 17:15

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Es ist schon einige Tage her, daß wir wieder in Israel gelandet sind – wie immer fällt es nicht ganz leicht, mich wieder in meinen Alltag einzufädeln, meinen Reisberg abzuarbeiten, mich an die drückende, grelle Hitze zu gewöhnen. Ich genieße es, wieder zuhause und mit Y. und den Kindern zu sein – vermisse aber natürlich meine Mutter und Geschwister und die vielen lieben Menschen in Deutschland. Und für Niesel, Plääster und Pladder gäbe ich viel. Wie jeder weiß.

„Die Situation“ macht es nicht einfacher. Ja, ich bin wieder informiert, wie ich es im Urlaub überhaupt nicht war, was mich gestört und irritiert und geärgert hat. Aber die Art der Informationen, die ich jetzt wieder mitkriege, ist auch nicht gerade beglückend. Ja, kann man mir eben nichts rechtmachen.

Vorhin habe ich es auf Google Earth kontrolliert: ja, die Rakete gestern, die in einem Drusenort südlich von uns gelandet ist, wurde nicht weit von uns gezündet (in Dhaira, keine 10 km von uns entfernt) und ist uns tatsächlich über die Köpfe geflogen. Y. und ich waren noch wach – wir hatten gestern Familien-Shabat und das Haus ging gerade zur Ruhe. Quarta war aufgeregt, weil „unsere“ Wildschweine mit Frischlingen durch den Ort trappeln, und stand draußen am Zaun.

Als die Rakete über uns hinwegfegte, zuckten Y. und ich beide zusammen und blickten von unseren Büchern auf. Er sagte sofort: das war keine Grad und keine Katyusha, die zischen!, und ich sagte: das war aber auch keine Artillerie – das war direkt über uns und zwar in Richtung Süden.

Wenige Sekunden später war auf Rotter.net schon die Bestätigung. Bei uns war kein Alarm, und selbst wenn Alarm wäre, würde er nichts nützen, weil wir eine Vorwarnzeit von 0 Sekunden haben und keinen Iron Dome. Als dann bekannt wurde, wo die Rakete eingeschlagen ist (die Medien sagen dazu nicht viel, aber die Anwohner wissen es natürlich), habe ich mir die Karte angeguckt.

Dann die Alarme in den Golanhöhen. Und im Süden pausenlos, wirklich pausenlos Beschuß (wer´s nicht glaubt, der kann ja mal die Red-Alert-App runterladen). Ohne unseren exzellenten Zivilschutz gäbe es viel, viel mehr Tote. Wären Israels Kritiker dann endlich zufrieden? Müssen wir auch Zivilisten als menschliche Schutzschilde einsetzen, damit die Opferzahlen ausgeglichen sind und die Journalisten endlich finden, daß es „fair“ zugeht? Und werden Briten, Deutsche, Amerikaner und Franzosen bei ihren militärischen Aufgaben auch hübsch daran denken, daß sie genauso viele Leute verlieren müssen, wie sie selbst töten?

Ach, doofer Zynismus, es ist ja zu traurig für solche Worte.

Die Hamas hat kein Interesse an einem Waffenstillstand, obwohl sie praktisch isoliert ist und ihre Herrschaft im Gazastreifen mit brutaler Gewalt aufrechterhält, u.a. mit öffentlichen Hinrichtungen von Verdächtigen. Das passiert ja ziemlich regelmäßig, aber nicht immer sind die internationalen Medien daran interessiert. Die Namen der Hingerichteten werden immer geheimgehalten, damit der Shabak sie nicht überprüfen oder abgleichen kann – aber irgendjemand (weiß nicht mehr wer) von der Armee meinte, die bisher bekannten Namen solcher „Kollaborateure“ wären gar keine gewesen. Diese Hinrichtungen sind ein Terror-Instrument gegen die eigene Bevölkerung.

Daß die Hamas in die Entführung der drei Jugendlichen verwickelt war, hat nun auch Mashaal zugegeben – und erstaunlicherweise drucken deutsche Zeitungen es sogar! Sonst war es ja oft so, daß Informationen aus israelischem Mund als Spekulationen oder Verleumdung abgetan wurden, und wenn sie sich dann doch bestätigten, hörte schon keiner mehr zu. Aber diesmal ist hoffentlich einigen Leuten klargeworden, daß Israel nicht einfach so ins Blaue beschuldigt, sondern normalerweise gute Gründe hat, auch wenn es die nicht immer offenlegen kann (z.B. um Informanten nicht zu gefährden).

Gibt es einen Ausweg aus dem Chaos? Nein. Am einfachsten wäre es, wenn die Ägypter bereit wären, die Administration des Gazastreifens zu übernehmen, oder aber die PA. Die Hamas muß entmachtet werden. Aber das ist eine rein theoretische Forderung, die kein Mensch umsetzen kann. IS-Terroristen warten nur darauf, in ein Vakuum zu stoßen. Sie rücken immer näher. Wann Jordanien fällt, ist vielleicht nur eine Frage der Zeit. Was in Syrien als nächstes geschieht, weiß keiner. Libyen, Irak, überall Chaos. Über Afrika denken wir gar nicht erst nach – wo sind sie, die von Boko Haram entführten Mädchen? Das Empörungs-Getwitter ist verklungen, Boko Haram und andere Terrorgruppen haben weiter freie Hand. Da ist Gaza nur eine Etappe. Können wir verhindern, daß die Menschen dort sich der nächsten, noch radikaleren Stufe des politischen Islamismus in die Arme werfen?

Was sagt und tut Europa? Ach, hört doch auf euch zu zanken – das sagt Europa im besten Falle. Wir würden ja gern. Aber überall auf der Welt greift der politische Islam an. Warum Gegenangriffe überall gerechtfertigt sind, außer wenn es Israel ist, das sich wehrt – ich weiß es nicht. Und im übelsten Falle sagt Europa: Israel muß entwaffnet werden! isoliert! boykottiert! an den Pranger und vor Gericht gestellt!

Würde ich den Kopf jedesmal schütteln, wenn mich beim Lesen deutscher Nachrichten der Drang dazu überkommt, hätte ich mir den Kopf schon fast abgeschüttelt.

So, und jetzt geh ich noch ein bißchen Reis schippen…

 

 

Urlaub im Urlaub August 8, 2014, 13:43

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Nach wie vor bin ich in Urlaub, nur war ich eine Woche in einer verschärften Version von Urlaub, nämlich ohne Internetanschluß. Und dann war auch noch mein Auslands-Guthaben auf dem mobilen Telephon verbraucht. Ich war gewissermaßen auf einer Insel der Seligen, als Unselige natürlich, weil ich nicht wußte, was überhaupt in meinem Teil der Welt vorgeht. Seit gestern abend bin ich aber wieder in einer Gegend, wo es wenigstens von Zeit zu Zeit Internet gibt.

Meine Bitte um Entschuldigung an alle, die versucht haben, mich zu erreichen. Jetzt muß ich erstmal ein bißchen Mails nacharbeiten, aber nicht zu viel – schließlich sind das meine letzten Tage im Urlaub, in ein paar Tagen fliege ich zurück.

Mal was anderes… Juli 27, 2014, 0:09

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… wie miserable Gesprächspartner immer sagen:-)

Mein über alles geliebtes Kindle-Gerät hat heute früh seinen Geist aufgegeben. Es war ein ganz einfaches Modell, mit dem ich zufriedener war als mit je einem Kauf. Es hatte diese schönen schmalen Knick-Knack-Knöpfe an den Seiten, kein Touchscreen, keine Beleuchtung, sondern nur eine schön matte Oberfläche, die sich leicht sauberwischen ließ.

Jetzt überlege ich mir, mit welchem Modell ich dieses Wunderwerk ersetzen kann. (Der Kundendienst bietet mir Ermäßigungen an, wenn ich das alte Gerät einsende – werde es also nicht melancholisch im Garten begraben können…)

Ich bleibe bei Kindle, ich liebe nun mal meine Ketten, die mich an Amazon binden. (Zum Leiden geboren, das bin ich.) Aber lohnt es sich, in Schnickschnack zu investieren? Kann man sich an ein Touchscreen gewöhnen? (Daß Beleuchtung nützlich ist, ist mir schon eher klar.) Was meint Ihr???????

Gioras Enkelin oder: die nächste Generation Juli 26, 2014, 10:52

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Vor drei Jahren habe ich davon erzählt, wie der Tod eines Kibbuzniks im Yom-Kippur-Krieg seither die ganze große Familie überschattet. Giora war der Vater eines guten Freundes von Y., der nur noch wenige Erinnerungen an den Vater hat und auch einen Film über ihn gedreht hat. Giora selbst (der übrigens, selbstverständlich, aus einer schwer vom Holocaust getroffenen Familie kam) hatte rote Haare, sein Sohn hingegen hat die schwarzen Locken und Augen seiner jemenitischen Mutter. Die Enkelin, in Primus´Alter und mir natürlich von Geburt an bekannt, hat die roten Haare ihres nie gekannten Großvaters Giora geerbt.

Vor drei Jahren habe ich sie kurz erwähnt:

Als das erste Enkelkind geboren wurde, war riesige Aufregung im Kibbuz – das kleine Mädchen hatte die roten Locken des verstorbenen Großvaters. Gioras Haare, sie hat Gioras Haare! Gestern haben wir das kleine Mädchen getroffen, sie ist längst Studentin und hat immer noch eine traumhafte rote Mähne.

Inzwischen ist das hübsche Mädchen mit der roten Mähne verheiratet und ihr Mann ist im Gazastreifen. Y. hat mir erzählt, daß sie mit der Angst um ihn allein kaum fertig wird und darum zurück zu ihren Eltern gezogen ist.

Denkt daran, wenn Ihr Bilder der Soldaten seht – die israelischen Familien haben es sich nicht ausgesucht, über Generationen hinweg zu kämpfen. Sehr viele von ihnen tragen alte Narben der jüdischen Geschichte, die bei jedem Konflikt, jeder Bedrohung neu schmerzen.

Ein dickes Dankeschön Juli 24, 2014, 20:54

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an all die Menschen, die ich heute nachmittag in Köln gesehen habe. Ich war mit Quarta unterwegs und gar nicht darauf vorbereitet, eine nicht sehr große, doch unübersehbare Gruppe von Menschen zu sehen, alt und jung, die mit Israel-Flaggen und Plakaten für Israel demonstrierten.

Am liebsten hätte ich mir das Mikrophon geschnappt und mich bei allen dafür bedankt, daß sie sich für Israel und seine Darstellung in den Medien starkmachen. Denn das können sie nur, indem sie sich extra informieren – wer allein von der Darstellung in den Nachrichten, den Online- und Printmedien seine Meinung bildet, ohne tiefer zu graben, der kann keine gute Meinung von Israel haben. Daß diese Menschen es trotzdem haben, zeigt, daß sie alle sich die Mühe gemacht haben, das unvollständige Bild zu ergänzen.

Quarta war begeistert und machte Bilder, dann zuckelten wir weiter. Ein verwirrt aussehender älterer Herr saß in der Nähe des Doms mit einem häßlichen anti-israelischen Plakat, das behauptete, Israel hätte wohl die „Lizens“ zum Töten. Ich zischte ihm zu, daß man Lizenz mit Z schreibt. Wie froh war ich, daß Quarta vorher die pro-israelischen Demonstranten gesehen hatte. So nahm sie den Mann, der da allein rumsaß, nicht richtig ernst und meinte: „Mama, das ist bestimmt ein armer verwirrter Obdachloser, hätte der nen Hund gehabt, dann hätte ich ihm ein bißchen Geld gegeben“.

Also – ich hoffe doch sehr, daß ein paar meiner Leser in dieser Gruppe waren. Falls Ihr jemanden kennt, der dabei war oder oder in einer anderen Stadt ein Gegen-Zeichen zu den häßlicheren Anti-Israel-Demos setzt – sagt ihm danke in meinem Namen, und daß es WICHTIG ist.

Dana erzählt aus ihrem Leben in Kibbuz Nir Am Juli 24, 2014, 0:15

Posted by Lila in Persönliches, Qassamticker (incl. Gradraketen).
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Neuneinhalb Minuten, die man sich nehmen sollte.

Quelle: Elder of Zion, wer sonst. Er hat auch andere sehr interessante Videos verlinkt. Und er hat Danas Video von Israellycool, wo man auch alte Aufnahmen von ihr sehen kann. Seit Jahren geht das so.

Wenn Ihr also das nächste Mal irgendwelchen Quark hört, daß diese Runde mit dem Mord an den drei Jugendlichen angefangen hat…. wißt Ihr es besser. Es hat mit der ersten Mörsergranate angefangen, die nach der Räumung des Gazastreifens gefallen ist. Oder mit dem ersten Geschoß überhaupt.

Gespräch mit Secundus Juli 23, 2014, 14:48

Posted by Lila in Persönliches.
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Er ist noch nicht eingezogen, kennt natürlich viele, die dort sind. Auch unter den Gefallenen waren welche, die er kannte. Er sagt, „keiner freut sich über die Zivilisten, die dort sterben, aber wir haben keine Wahl“. Ich zog ihm die Namen der Kibbuz-Soldaten aus der Nase, die im Moment in Gaza sind. Ich hätte es mir denken können: es sind sämtliche Jungens aus Tertias alter Klasse. Klar, die Mädchen haben im Frühling den Wehrdienst (zwei Jahre) beendet, aber die Jungens sind alle im dritten Jahr, fast alle mit wichtigen Funktionen, ausgebildet oder Offiziere.

Gebete für alle, auch für die Unschuldigen auf der Seite der Palästinenser, die einen Albtraum erleben – aber bitte auch für meine Freundinnen, mit denen ich im Babyhaus gesessen und gestillt habe, und die jetzt für ihre Jungens fürchten. Nicht nur daß ihnen etwas zustößt – obwohl das natürlich die drängendste Angst  ist – aber auch, daß sie bei der Konfrontation mit unverhülltem, brennendem Haß, der ihnen dort begegnet, Schaden nehmen.

Sie sind im Kibbuz aufgewachsen, einer heilen Welt, und haben gelernt, daß die Menschen gut sind oder sein können, und daß man Konflikte mit Worten löst, nicht mit Gewalt. Daß man sich in andere hineinversetzen muß, um sie zu verstehen und um echte Lösungen zu finden. Im Gazastreifen gelten die umgekehrten Regeln. Das ist bitter.

Ein Teil dieser Jungen hat im Privatleben Tragödien erlebt – der eine hat einen krebskranken Vater, ein anderer hat als kleiner Junge beide Eltern verloren und ist bei seinen Großeltern aufgewachsen.

Hoffen wir, daß sie alle, alle gesund zurückkehren.

Kurze Zwischenmeldung Juli 23, 2014, 1:39

Posted by Lila in Persönliches, Presseschau.
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Ja, unser Urlaub. Ich hatte ja die ganze Zeit gesagt: wenn es eine Bodenoffensive gibt, flieg ich nicht. Aber schließlich fuhren wir doch zum Flugplatz, Radio immer an, um im Notfall sofort anzuhalten, uns eine Bodenwelle zu suchen und uns hinzulegen. Das war aber nicht nötig. Wir sahen in weiter, weiter Ferne zwei Iron-Dome-Raketen, aber sonst war nichts. Von einer Bodenoffensive war nicht die Rede.

Der Flughafen war relativ leer, wir waren schnell durch die ganzen Kontrollen. Als wir an unserem Gate ankamen, sahen wir dort einen riesigen Fernsehschirm und drumherum Fernsehsessel – eine Aufmerksamkeit von Flughafen Ben Gurion zur Feier des 10. Jahrestags der Eröffnung des neuen Terminals. Um den Fernsehschirm herum eine schweigende Menge – und die Nachricht: die Bodenoffensive hatte begonnen. Ich wäre am liebsten umgekehrt. Es war eine Szene wie in einem ganz, ganz doofen Film, wo man sich als Zuschauer sagt: na sowas Konstruiertes, teuflischer Zufall aber auch.

Es war ein sehr merkwürdiges Gefühl, fast eine Woche wegen eines technischen Problems kein Internet zu haben. Ich habe mich bemüht, meinen Medienkonsum auf ein Minimum zu beschränken, weil ich die nässende Gruselkrätze kriege, wenn ich z.B. WDR-Nachrichten höre. Sieben Sätze über das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung  – nichts anderes. Ob sonst noch jemand leidet – egal. Ob alle Toten auch wirklich Zivilisten sind – egal, für die WDR-Nachrichtenfritzen ist jeder Palästinenser ein Zivilist.

Der Unterschied zu den Nachrichten, die mir Y. per Telefon vermittelte, war so eklatant, daß ich es nicht fassen konnte. Das darf doch einfach nicht wahr sein!

In der Tageszeitung, die meine Mutter bezieht, gibt es einmal pro Woche eine Seite mit Nachrichten für Kinder. Die war gestern dem Nahostkonflikt gewidmet. Fazit: ach, die Kinder dort wollen alle Frieden, aber es gibt eine Spirale der Gewalt, von der keiner mehr weiß, wie sie angefangen hat. Das Grundproblem jedoch ist der Streit um Land.

Wie viele Verzerrungen kann man in einem kurzen Abschnitt unterbringen? Wenn es um Israel geht – beliebig viele.

Besser als ich faßt es dieser Artikel der Welt zusammen:

Sprachforscher Stefanowitsch schlussfolgert aus seiner Analyse über die Einzelfälle hinaus, „dass Israel als Akteur in dem Konflikt namentlich wesentlich häufiger in den Schlagzeilen genannt wird als die Gegenseite“.

Zudem tauche das Wort „Israel“ beziehungsweise „israelisch“ auffällig häufig in Kombination mit militärischen Institutionen und Aktivitäten auf, sagte er im Gespräch mit der „Welt“. „Bei dem Wort „palästinensisch“ ist eine wesentlich größere Vielfalt zu beobachten“, hat der FU-Professor herausgefunden.

„Ein Großteil deutscher Medien berichtet immer noch voreingenommen – unter Auslassung von Fakten, die zu einem besseren Verständnis innerhalb der Bevölkerung führen könnten. Artikelüberschriften sind oft propagandistisch – gegen Israel ausgerichtet. Das ist einer der Gründe, warum es zu antijüdischen Aggressionen auf deutschen Straßen gekommen ist“, so der Sprachforscher weiter.

Jetzt habe ich aber wieder Internet und kann wieder Informationen beziehen, was wirklich passiert, ohne auf die deutsche mediale Stanzmaschine angewiesen zu sein und ohne meinen Mann abends mit tausend Fragen zu belämmern. Meine Söhne, knock on wood, sind (noch???)  nicht dabei – was ich tun soll, wenn sie eingezogen werden und ich hier festhänge, weiß ich nicht. Komisch eigentlich, daß sich die Fluglinien von ein paar selbstgebastelten, harmlosen Feuerwerkskörpern aufhalten lassen, nicht wahr?

Was sagt Ihr übrigens zu diesem Problem – nehmen wir an, Ihr seid die UNRWA und stellt fest, daß unter einer Eurer Schulen 20 Raketen versteckt waren (was Israel Euch schon x-mal berichtet hattet, was Ihr aber stets feurig abgestritten hattet…). Was würdet Ihr mit diesen Raketen tun? Ich gebe Euch mal vier Möglichkeiten:

a) sie von Experten vernichten lassen

b) sie beschlagnahmen und sicher verwahren lassen

c) sie an den Iran zurückschicken und das Geld zurückfordern

d) sie an die Hamas zurückgeben, damit sie noch ihrer Bestimmung zugeführt und über Israel abgefeuert werden können.

Welche Option ist die absurdeste? Nun, die UNRWA hat d) gewählt. Aber die UNO ist ja so objektiv und verläßlich, wenn es um den Nahen Osten geht, es ist rührend.

Ich möchte während der Ferien nicht bloggen – aber eine Pause gibt es nicht und kann es nicht geben für mich. Nicht nur, weil unter den kämpfenden Soldaten junge Männer sind, die ich vom Tag ihrer Geburt an kenne (und das ist noch gar nicht so lange her). Sondern auch, weil uns das Kernproblem des Konflikts seit Jahr und Tag begleitet und auch durch diese Kämpfe nicht gelöst werden kann. Und das bedrückt mich. Wir vererben es unseren Kindern und Kindeskindern. Ohne es zu wollen, doch ohne es ändern zu können.

Den Koffer am ein am packen Juli 17, 2014, 13:32

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bin ich gerade. Heute nacht fliegen Quarta und ich. Die Gegend hier ist so schön, wenn ich ums Dorf gehe, gucke ich das Meer an und die Berge und finde alles so schön. Die Klippschliefer dösen, die Vögel picken nach wie vor wie wild an unserer beschichteten, reflektierenden Fensterreihe, und die Kater herrschen über uns mit träger, lässiger Pfote.

Aber die Hitze, die Hitze. Ich freue mich auf den grünen und gepflegten Garten meiner Mutter (meiner ist das genaue Gegenteil), auf einen hoffentlich bedeckten Himmel – und auf die Menschen, die mir fehlen.

Mal gucken, wie viel Zeit ich zum Bloggen finden werde. Aber noch bin ich, wie gesagt, am de janze Driß in de Täsch am ein am packen.

Galgenhumor Juli 16, 2014, 18:19

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Danke, Migdalit.

Hübsche Kostüme, schöne Graphik. Ich glaube aber, die Kalashnikovs gegen Ende sind nicht historisch echt – oder?

 

We cease, they fire Juli 15, 2014, 12:33

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Immerhin hat die Hamas diesmal ehrlich gesagt, daß sie an einer Feuerpause nicht interessiert ist.

Israel hat das Feuer eingestellt, die Hamas feuert weiter.

Ob das manchen zum Nachdenken bewegen kann, der bisher immer geglaubt hat, daß Israel der Angreifer ist – oder zumindest genauso aggressiv wie die Hamas? Ich muß sagen, daß ich in den letzten Tagen mehr und mehr Artikel in deutschen Medien gelesen habe, die tatsächlich erkannt haben, wie groß der Unterschied ist.

Die Hamas feuert bewußt ihre größeren Raketen ab, die bis in die Nähe von Haifa kommen.

Diesmal gab es also auch in unserem alten Kibbuz Alarm…. wo Secundus lebt, meine Schwiegermutter und meine beste Freundin. Kein Fleckchen mehr, außer vielleicht der Gegend um Tiberias, wo es noch keinen Alarm gab.

Y.s Mutter lebt seit vielen Jahren mit einem sehr netten, aber auch ziemlich kranken Mann zusammen. Einen mamad haben sie nicht, darum haben sie sich in das kleine Zimmer mit den wenigsten Fenstern begeben, über ihnen eine Gipsdecke, ein paar Balken und Ziegel. Nicht sehr solide. Sie haben die zehn Minuten damit verbracht, sich zu streiten: er wollte, daß meine fitte Schwiegermutter zum Luftschutzbunker sprintet, der für ihn nicht erreichbar war – sie hat das weit von sich gewiesen und gemeint, sie bleibt bei ihm. Nein, das war ihm nicht recht. So gingen die zehn Minuten vorbei.

Meine Freundin war in dem Bunker, den meine liebe Schwiegermutter verschmäht hat. Er liegt bei den Kinderhäusern (die eigene Bunker haben), und sie hat unterwegs viel Kinderweinen gehört. Die Kinder hatten Angst.

Secundus war mit seinen Kollegen in einem anderen Bunker, mit denen der Kibbuz ja gesegnet ist. Normalerweise probt dort eine Band. Zwischen Gitarren, Schlagzeug und Mikrofonen haben sie abgewartet, bis der Alarm vorbei war.

Ich erzähle Secundus, daß ich den Livestream vom WM-Triumphzug in Berlin gucke. Im Hintergrund höre ich die Freudengesänge. Secundus ist natürlich sehr stolz auf den großen Erfolg, er war ja schon ein Schweinsteiger-Fan, als der noch in der Jugendmannschaft spielte. Wir unterhalten uns kurz, dann muß er weiterarbeiten.

Nie, nie, nie ist mir der Abgrund größer vorgekommen zwischen meiner alten Heimat und meiner neuen. Ich freue mich über den Jubel auf den Straßen von Berlin und freue mich über den sportlichen Erfolg und darüber, daß die sympathische Mannschaft überall nicht nur mit Toren, sondern auch mit Charakter gewonnen hat. Ich gönne es allen, die dort jubeln. Freu mich ja mit und bin wie eine Verrückte vom Sofa gesprungen, als Götze das Tor geschossen hat.

Wir leben so anders, so anders. Wie würde ich so einen leichtherzigen, frohen, stolzen Jubel mal den Israelis gönnen. Was uns verbindet, sind Momente der überwältigenden Trauer oder Sorge oder der Bewährung in schweren Stunden. Das schweißt auch zusammen, wenn man in Trauer zusammen singt. Aber vor lauter Freude – das muß schön sein.

Nachtschlaf Juli 15, 2014, 3:20

Posted by Lila in Kinder, Persönliches.
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Seit Jahren kämpfe ich mit Schlafstörungen. Gestern abend hatte mein Schlafdefizit solche Ausmaße angenommen, daß ich ganz früh schlafen ging und auch tatsächlich einschlafen konnte. Gegen elf Uhr kam Quarta ins SChlafzimmer, blaß und zitternd. Sie wollte uns ja eigentlich nicht wecken, aber sie hält es nicht länger aus. Ob wir nichts hören?

Tatsächlich war der Lärm der Artillerie so heftig, daß bei uns alle Glasscheiben schepperten. Kaum zu glauben, daß ich dasvon nicht aufgewacht bin. Y. versicherte Quarta, daß das nicht gefährlich ist für uns, aber Quarta meinte, wenn die Artillerie schießt, dann muß auch hier vorher eine Rakete gefallen sein. Und so war es auch. Zwei Raketen sind ganz bei uns in der Nähe niedergegangen – Quarta ist sicher, daß sie eine davon gehört hat. Alarm war aber nicht.

Das fand sie am verstörendsten – wenn man sich nicht darauf verlassen kann, daß bei Raketenangriffen die Sirene heult. Eine Stunde lag sie wach und hatte Angst, bis sie uns schließlich weckte. Ich ging dann mit ihr nach unten und machte es mir auf der Couch gemütlich. Aber ist doch nicht ganz dasselbe wie ein Bett. Sie schläft tief und fest, ich erweitere mein Schlafdefizit.

In den Zeitungen steht was von Waffenstillstand – das wird die Gruppen im Libanon, die auf uns feuern, nicht beeindrucken. Auch die Syrer nicht, die immer wieder die Golanhöhen beschießen. Und wie weit uns das mit der Hamas im Gazastreifen langfristig bringt, ist auch nicht klar. Sie nicht zu entwaffnen ist ungefähr so vorsorglich wie einen starken Raucher mit seinen gebunkerten Zigaretten allein zu lassen, damit er sich in Ruhe das Rauchen abgewöhnen kann. Solange die Hamas und Konsorten Waffen zur Verfügung haben, werden sie die irgendwann einsetzen. Aber erkär das mal einem Europäer.

Wenn ich mal wieder eine ganze Nacht durchschlafen kann – das wird schön.

Nur in Israel Juli 13, 2014, 23:45

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Während ich mit der Nationalmannschaft mitfiebere, bekommt Quarta auf dem Handy die Nachricht, daß in Nahariya Alarm ist. Wir hören BUMM. Bei uns kein Alarm. Auch wenn Alarm wäre – ich würd doch vom Fernseher nicht weggehen!

Jetzt wieder – Artilleriegeschosse in Richtung Libanon.

Und ich freue  mich. Als Deutschland das letzte Mal Weltmeister wurde, saß ich mit Baby Primus auf dem Schoß, mit meinen Eltern, im winzigen Wohnzimmerchen im Kibbuz, und mir war alles egal. Jetzt freue ich mich. Diese Mannschaft hat über Jahre hinweg so schön gespielt, sie sind so begabt und haben sogar israelische Kommentatoren erobert.

Verblendeter Jubel Juli 13, 2014, 16:34

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kann bei Elder of Zion bewundert werden – ich glaube, der Mann hat genau wie ich alle anderen Vitalfunktionen auf Eis gelegt und bloggt nur noch. (Wie rücksichtsvoll von der Hamas, diesen Konflikt in die Semesterferien zu legen – noch bevor die große Welle der Leistungsnachweise eintrifft…)

Videos und Bilder feiernder, jubelnder, Baklawa-futternder Palästinenser, die sich über jeden Treffer auf Israel freuen. Ob sie selbst was abkriegen, in Jerusalem, Ramallah oder Hebron, ist ihnen egal,  Hauptsache, Israel kriegt was ab. Wie leid muß es ihnen tun, daß wir nicht sooo viel abkriegen.

Da fällt mir ein, daß Golda Meir gesagt hat: wir werden Frieden haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben, als sie uns hassen. Und das stimmt immer noch.

Übrigens: falls Ihr irgendwo lest, daß Israelis jubeln, wenn sie den Beschuß auf den Gazastreifen sehen – überprüft, ob das wirklich stimmt. Israelis jubeln, wenn sie sehen, wie Kipat barzel die Raketen aus Gaza abfängt. Es mag Israelis geben, die jubeln, wenn im Gazastreifen Abschußrampen zerstört werden, in Kauf nehmend, daß sie über den Tod oder die Verletzung Unschuldiger jubeln – wir haben ja gesehen, daß es Israelis gibt, die „Tod den Arabern“ grölen oder „Tod den Terroristen“, und die sich aufs grausamste an einem unschuldigen, schmalen Jungen vergreifen. Aber trotzdem: nachprüfen.

Zivilschutz Juli 13, 2014, 13:55

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Ich habe schon in den Kommentaren dazu was geschrieben, aber für die Leser, die die Kommentare nicht lesen, wiederhole ich mich noch einmal. Was ist mit dem Schutzraum gemeint, den ich so oft erwähne?

Wir haben einen mamad, also einen extra Raum im Haus, der stahlbetonverstärkt ist, mit Stahltür und Stahl-Fensterläden. Allerdings ohne Gas-Ausrüstung.

Unsere Hausherrin hat den mamad gebaut bzw verstärken lassen, nachdem sie ihren Mann durch eine Katyusha-Rakete im Libanonkrieg II verloren hat (Kfar Giladi – er war der hochrangigste Offizier der Gruppe, die damals gestorben ist). Darum hat sich die Wände noch dicker bauen lassen als vorgeschrieben. Mein Eindruck ist, daß das ganze Haus äußerst solide gebaut ist – im Gegensatz zur sonstigen Ytong-Bauweise sind hier die Wände aus Beton, die Decken auch. Man kriegt keinen Dübel rein.

Wie in dieser Gegend vorgeschrieben, ist unser Mamad in Richtung Süden gebaut. Zwischen uns und der libanesischen Grenze liegen in unserem Fall drei kräftige Wände. Das Dach ist über der Mamad flach, das könnte ein Risiko sein – über der Mamad, die ein Anbau ist, befindet sich kein zweites Stockwerk wie über dem Rest des Erdgeschosses.

Soweit ich weiß, sind in Israel noch nie Menschen, die den Mamad vorschriftsmäßig genutzt haben, ums Leben gekommen.

Überdies befindet sich direkt hinter unserem Gartentor der Eingang zu einem altmodischen, soliden unterirdischen Bunker, der den Bewohnern dieser Ecke des Dorfs gedient hat, bevor nur noch mit Mamad gebaut werden durfte.

Im Kibbuz gab es nur solche Bunker, keine Mamadim. Deswegen war 2006 für mich seelisch schwieriger, obwohl es damals nur einen Alarm bei uns gab (den wir nicht mehr mitgekriegt haben, wel wir verreist waren – wieder mal die Sommerferien bei meiner Mutter). Aber das Gefühl, daß nur ein paar Holzbalken und Ziegeln zwischen uns und einer Rakete liegen, war äußerst, äußerst unangenehm. Der Bunker war weit weg, das Treppenhaus offen und mit Glasfenstern verziert, es war ein wirklich ekliges Gefühl.

Auf den Mamad verlaß ich mich, wie ganz Israel. Die Dinger bewähren sich einfach, wie kipat barzel. Es gibt keine 100%ige Sicherheit, aber wenn man das Risiko auf erträgliche Prozentzahlen gedrückt hat, kann man es vergessen und normal weiterleben.

Man kann viel in Israel beklagen – die Bürokratie, den Straßenverkehr, die Preispolitik einiger Monopolisten, es gibt hier genauso viel Grund zur Klage wie in anderen Ländern. Aber was Sicherheit, Zivilschutz und Sorge ums Leben angeht, sind die Israelis unübertroffen. Nicht aus sturem Sicherheitssinn – Israelis geht Freiheit über alles und vermutlich würde bei einer Wahl zwischen Freiheit und Sicherheit in Israel die Freiheit siegen.

Es ist eine Mischung aus Verpflichtung zum obersten Wert der jüdischen Tradition (ich sage mich Absicht nicht Glaube, denn auch ungläubige Juden ehren diesen Wert) – dem Schutz und der Bewahrung menschlichen Lebens – und dem kühlen Pragmatismus, der weiß, daß Israels Feinde nicht schlummern noch schlafen. (Shomer Yisrael auch nicht, was sehr gut so ist.)

Diese Mischung ist vermutlich der Schlüssel zu allem, was in Israel erfolgreich und gut ist. Ob es Medizin-Technologie ist, sehr weitgehende Unterstützung von Individuen mit Kinderwunsch, die große Akzeptanz für Kinder und Familie, das humanitäre Engagement und die Bereitschaft zu helfen, die auch Haniyas Enkelin, arabische Kinder aus aller Welt, verletzte Terroristen und verletzte Feinde wie Syrer umfassen. Israelische Ärzte und Feldhospitäler und Rettungskräfte sind überall auf der Welt die ersten, die ankommen und helfen, ob Haiti oder Türkei oder Japan oder Indonesien.

Und darum ist der Zivilschutz in Israel so gut. Auch um den Preis, im Opferzahl-Wettkampf mit den Palästinensern immer wieder den kürzeren zu ziehen. aber das ist es wert.

Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt, heißt das Motto.

Doch es gibt immer noch viele alte Häuser ohne Mamad, und nicht alle Bunker waren gebrauchstüchtig im letzten Krieg, es gibt immer wieder Probleme mit leichtfertigen Bürgermeistern…. So wie in Nazareth 2006 der Bürgermeister (Araber wohlgemerkt) die Sirenen abgeschaltet hatte, weil er die Gedenk-Sirenen am Gedenktag seinen Bürgern nicht zumuten wollte – und dann gab es Todesopfer. Das war dann natürlich Israel schuld………..

Und hier sind die Bilder.

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Ich habe es neulich schon einmal erwähnt: der Zivilschutz (pikud ha oref – „Nackenschutz“ – oder Heimatfront-Kommando) blendet immer deutlich ein, wo es gerade Alarm gibt. Der Buchstabe bezieht sich auf die Gegend (z.B. Negev) und die Zahl zeigt dann genauer an, wo im Negev.

Wir sind wie gesagt in der 0-Sekunden-Kante in Alarmbraun gaaaanz oben links. Confrontation line. Wenn wir die Sirene hören, ist es eigentlich schon fast zu spät, so nah sind wir an der Grenze (4 km).

So sieht man also immer, wo gerade Alarm ist. Die Lebensgefährtin meines Schwiegervaters hat eine App, die immer quietscht und trällert, wenn gerade irgendwo Alarm ist.

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Das ist die Stahltür in den Schutzraum.

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Die Türzarge – ich hab nicht nachgemessen, wie dick diese Stahlbetonwände sind, aber sie sind sehr dick. Deswegen hat Tertia sich dieses Zimmer sofort ausgesucht – es ist geräumig, hell, das letzte Zimmer im Korridor der Kinderzimmer, und wenn sie die Tür zumacht, hört sie nichts mehr von ihren nervigen Angehörigen.

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Die Stahl-Läden von außen:

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Da bin ich gestern noch schnell hingelaufen, um diese Läden zu schließen. Verriegelt werden können sie nur von innen.

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Ja, unser Garten ist schon total vertrocknet, ich gieße nur die Kräuter……… seht darüber hinweg bitte….  – aber das da hinten ist der Stahl-Laden, der geschlossen werden muß. Hinter dem Dach des Nachbarhauses erkennt man Hügel – nicht sehr weit dahinter verläuft die Grenze.

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Das ist der Blick von Tertias Zimmer, dem Schutzraum, über das Gartentor hinweg – und da ist schon der Dorfbunker, den wir nicht brauchen, weil wir den mamad haben. Die Nachbarn in alten, nicht renovierten Häusern haben es nicht so gut – und ich hoffe, der Bunker ist offen und funktionsfähig.

Ich hoffe, Ihr habt jetzt eine bessere Vorstellung von diesem Raum. Die Anweisung lautet: bei Ertönen der Sirene oder Aufleuchten unserer Gegend sofort in den Schutzraum, alles verrammeln, dort 10 Minuten bleiben – falls eine Salve gefeuert wird, gibt es keinen extra Alarm innerhalb dieser zehn Minuten. Wenn nach dieser Spanne alles still ist, kann man davon ausgehen, daß die Gefahr vorbei ist.

Wenn man bei Alarm draußen ist, soll man sich nicht hinkauern, wie man es auf Bildern oft sieht, sondern sich flach hinlegen und den Kopf mit den Armen schützen. Trotzdem ist heute ein 16jähriger sehr schwer verletzt worden, weil er von einer Rakete in seiner Nähe verletzt wurde.

Das alles ist überhaupt kein Vergleich mit dem, was die Palästinenser durchmachen. Alle 4 Minuten wird dort gebombt, und egal wie präzise die Schläge aus Perspektive der Armee sind – wenn man neben einem Haus wohnt, das gerade in die Luft gejagt wird, kommt es einem garantiert nicht mehr chirurgisch vor. Mir tun die Eltern von Kindern so leid – sie können sie nicht schützen, nicht beruhigen. Es ist schlimm.

Ich erinnere mich zurück an die Bilder der Knafe-futternden Menschen im Gazastreifen und möchte in diese Bilder zurücktauchen und brüllen: bejubelt es nicht, wir fallen ins Kaninchenloch, distanziert euch, vergrößert den Graben nicht! laßt nicht zu, daß die Hamas euch benutzt! Doch es wäre sinnlos gewesen, die Hamas hat zwar an Macht verloren, aber sie herrscht noch immer mit einer Mischung aus Propaganda und Druck. Und gestern abend hat es die Hamas wieder geschafft, nach ihrer nicht sehr fürchterlichen Salve… die Eisenkuppel überfordern sollte…was sie nicht konnte… und doch gingen Palästinenser auf die Straße wie Jubelperser – und jubelten. Während in Tel Aviv sich die Cafes wieder füllten, gab es Siegjubel in Gaza. Absurd.

Und der Gipfel: auch in Hebron jubeln die Palästinenser, wenn bei uns Raketen fallen. Als wollten sie uns mit Unterschrift und Siegel bestätigen: ja, wenn wir nur könnten, würden wir gern jeden Tag Raketen auf Tel Aviv und Jerusalem fallen sehen! Ja, wir haben schon irre Pläne mit den Gebieten, die ihr räumen werdet! Wir lieben Abschußrampen!

Zivilschutz ist gut – ihn nicht brauchen ist noch besser.

 

 

 

 

 

Und das war unser erster Alarm Juli 12, 2014, 22:01

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Gerade als ich geschrieben hatte, daß ich den Konflikt nur vom Fernsehen aus verfolge, gingen bei uns die Sirenen los. Y. nahm die Mädchen sofort mit in den Schutzraum, ich schloß die Stahl-Fensterläden von außen und folgte ihnen. Leo wollte nicht mitkommen, er fand den Lärm irritierend.

Zehn Minuten im Schutzraum. Akko, Nahariya, unsere Gegend, und auch unser Dorf. Bei Manot fiel eine Rakete, wo Quartas beste Freundin wohnt. Die Freundin schickt Quarta ein Bild ihres kleinen Bruders, der vor Angst weint. Kabri und Manot, in Feldern. Wir leben in einer nicht sehr dicht besiedelten Gegend, alle Häuser haben Schutzräume.

Und ich hab die niederländische Hymne verpaßt.

Jetzt hören wir BUMM aus der Gegend von Zarit – Y. meint, das sind Geschosse der Artillerie, die dort stationiert ist.

Es wird eine unruhige Nacht.

ETA: Quartas liebste Freundin ist aufgeregt, daß Manot erstmals in den Nachrichten erwähnt wurde.😀

ETA II: Und jetzt ein Bumm nach dem anderen, sehr nah und sehr dumpf und sehr häßlich, wie ich finde. Ich würde gern in den Schutzraum, Quarta noch viel lieber, aber Y. knackt weiter Sonnenblumenkerne und guckt Fußball. Hört er nichts? Doch. Das ist Artillerie. Ist er sicher? Er schenkt uns einen müden Blick. Er hat so viel Artilleriegeschosse gehört im Leben und so viele Raketen – wir sollen uns auf ihn verlassen. Kein Grund, in den Schutzraum zu gehen. Und wir sollen ihn in Ruhe Fußball gucken lassen. BUMM.

Und Rotter.net meldet den Artilleriebeschuß auf die Abschußorte der Raketen, teilt er uns mit. Und jetzt Fußball.

Oh, und wenn sie morgen während des Finales auf uns schießen – dann werde ich aber SAUER.

Live übertragen Juli 11, 2014, 17:39

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wird gleich eine Ankündigung von Bibi.

Da ist er.

Ich weiß, was er sagen wird.

Mein Herz fällt nicht nur bis in die Antipoden sondern gleich auf der anderen Seite des Erdballs ins Unendliche…. Er fängt an zu sprechen.

Er erklärt die Situation.

Er sagt, daß er mit Obama gesprochen hat, Putin, Kanzlerit Germania, und da geht das Mikro aus. Bibis Krawatte ist passend zu den Flaggen gewählt.

Bibi will diese Realität nicht länger ertragen. Mit aller Kraft will er vorgehen, gegen alle, die uns angreifen. Nationale Sicherheit muß man verteidigen. Technologische Überlegenheit – die Eisenkuppel. Ganz Israel soll damit geschützt werden.

Und wer schützt die Jungen, die Jungen. 

Unsere Stärke (chossen) braucht er. Wir sollen uns weiter an die Vorschriften von pikud ha oref halten. Er wird alles tun, um uns zu schützen, und wir müssen weiter so diszipliniert sein. Er ist stolz, unser Premier zu sein.

Und jetzt fragt Rina Mazliach: was ist mit Bodenoffensive? und was für Vermittler gibt es? was für Bedingungen für Feuerpause?

Er: alle Möglichkeiten werden erwogen. Wir sind bereit für alle Option. Die Armee ist bereit. Alle Bürger müssen verstehen, daß es taktische Erwägungen gibt. Er antwortet auf Rinas Fragen nicht.

Weitere Frage: gibt es Bemühungen für Feuerpause oder  Waffenstillstand? aussichtsreiche Vermittler? warum nicht jetzt schon das Ganze beenden? oder ist es zu früh?

Bibi: zu viele Hypothesen in der Frage (sprich: es gibt keine richtigen Vermittler), er hat zwar mit anderen Regierungschefs gesprochen, die alle Hilfe geben möchten – und schon geht der Satz wieder ins Allgemeine, er antwortet nicht genau. Alle Regierungschefs verstehen die Notwendigkeit, zu handeln. Raketen auf Washington, London, Berlin, Paris, Moskau? Wir handeln und werden es beenden, wenn die Ziele erreicht sind – oberstes Ziel: Ruhe für Israels Bürger.

Wir sind alle im Kampf, um die Angriffe auf Israel zu stoppen. Er wird nicht aufhören zu kämpfen, bis das Ziel erreicht ist.

Frage: wirtschaftliche Probleme des Südens, Entschädigung für Einbußen. Schlechte Erfahrungen der nie voll entschädigten Geschäftsleute im Süden in der Vergangenheit.

Bibi: er kennt das Problem der Menschen im Süden, er möchte ihnen helfen, alle Minister wissen davon, keine Sorgen.

Stille.

Frage: Waffenstillstand – was fordert Israel? Vernichtung der Langstreckenraketen? vertragliche Verpflichtung?

Bibi lächelt leise, mehr wird er nicht sagen, er trägt die Verantwortung, keine Details. Er fügt hinzu, daß er auch im Norden schützen will. So viele Fronten.

Er erzählt von seinen Gesprächen mit Kerry, wie schwer es ist zu vermitteln, wie problematisch die Lage für die ist, die hier leben. Herausforderungen von allen Seiten – er redet über die Tunnel, über die Gefahr, aus Judäa und Shomron abzuziehen. Wie viele Tunnel könnte man unter einer so langen Grenze graben? Tunnel sind Beweis dafür, wie wichtig Territorium ist. Ja, Raketen fliegen weit, das Problem exisitert. Aber auch die Erde, das Territorium ist wichtig, mehr kann er uns nicht erklären.

Wir sollen ihm vertrauen. Er dankt uns noch einmal für die Kooperation und für die Einheit. Die Raketen fallen auf Linke, Rechte, Säkulare, Religiöse, Araber, Juden. Wir haben ein gemeinsames Schicksal. Wir müssen zuversichtlich, klug und mit festem Glauben sein.

Er legt gläubigen Juden pikuach nefesh und common sense ans Herz. Was bedeutet: nur in Synagogen gehen, wo es Schutzräume gibt.

Rina fragt: wie lange noch? Er kehrt ans Pult zurück: es wird dauern. Shabat shalom.

Er hat nicht gesagt, was ich erwartet hatte. Aber ich habe die Bilder gesehen – die roten Barette der tzanchanim, Fallschirmjäger, die ich so gern sehe, die Panzer des shirion.

Die Spannung geht weiter. Bibi ist ein Meister des bedeutungsvollen Nichts, des ermutigenden Souffles, das muß man ihm lassen.

Hätten wir es nur schon hinter uns!

 

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