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Eine Umfrage – Februar 28, 2007, 1:40

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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die ich gern ähnlich in Deutschland sähe, bestimmt gibt es sowas, und ein emsiger Leser wird den Link hier einstellen, bitte! Israelis wurden gefragt, wie ihrer Meinung nach die ideale Familie aussieht.

Sixty-three percent of overall respondents said ideal number of children was four and above.

While recent data published by the Central Bureau of Statistics reported that 2.2 children was the average number of children per Jewish family in Israel, the new survey shows a significant discrepancy. Sixty-three percent of overall respondents said the ideal number of children was four and above, and 29 percent preferred only two children

Ich wüßte mal gern, wie viele Leute in Deutschland finden, vier Kinder ist eine gute Zahl. Vermutlich gibt es mehr Unterstützung für das Familienmodell ein Mensch plus Kanarienvogel als für die Vierkindfamilie. (Update: Dank an Loxia!)

Interessanter- doch nicht überraschenderweise liegt die durchschnittliche Kinderzahl niedriger als die Wunschkindzahl. Immerhin, solche Zahlen widerspiegeln meinen rein anekdotischen Eindruck, daß man hier für vier Kinder nicht schief angeguckt wird, im Gegenteil. Die grundlegende Kinderfreundlichkeit, die man hier überall erlebt, die Geduld mit Kindern, das vollkommene Fehlen genervert oder mahnender Blicke, wenn Junior sich weniger als glänzend benimmt – das sind wirklich deutlich spürbare Dinge. Natürlich bin ich nicht dafür, Menschen abzustrafen oder mit Steuern zu belegen oder sonstwie per Kainsmal kenntlich zu machen, die andere Lebensentwürfe als ich wählen – nichts liegt mir ferner, das muß ich ja wohl hoffentlich nicht dazu sagen… aber ich wüßte mal gern, wie diese Zahlen in Deutschland aussehen. Einfach so, um meine anekdotischen Eindrücke be- oder widerlegt zu sehen.

Ich wollte übrigens mindestens sieben Kinder haben (Namen für alle waren schon gewählt), vier ist ein geradezu schäbiger Kompromiß mit der harten Wirklichkeit des Alltags… in dem man sich um alle vier kümmern muß, sie füttern, kleiden, erziehen, anhören, abküssen und shabatmorgens im Elternbett unterbringen muß. Wir sind mit Vieren gut ausgelastet, aber weniger… wären mir nicht genug gewesen.

Chuzpa Februar 28, 2007, 1:24

Posted by Lila in Land und Leute.
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Hier schwappt gerade eine Geschichte durch die Medien, bei der einem wirklich kein bessres Wort einfällt als: eize chuzpa, wat ne Frechheit.

Eine Knesset-Abgeordnete namens Esterina Tartman (nomen est omen), die sich nie durch irgendwas besonders hervorgetan hat außer durch einen großen Mund in jedem Sinne, soll Tourismus-Ministerin werden – als Zugeständnis an ihren Parteichef „DA Lieberman“ und weil Olmert vermutlich denkt, da kann sie wenig Schaden anrichten, denn nach Israel kommen ja eh nur Verrückte, so why worry?

Journalisten haben daraufhin den Lebenslauf der Kandidatin durchgekämmt und ihre angeblichen akademischen Titel nachgeprüft. Diese Titel stehen nicht nur im öffentlich zugänglichen CV im Internet, sondern sie hat auch neulich im Fernsehen selbstbewußt erklärt, mit ihrem fachlichen Wissen sei sie zur Ministerin prädestiniert. Nur daß keine der Universitäten, als deren Alumna sie sich rühmt, je vo ihr gehört hat. Einen MBA hat sie nicht, und auch der schlichte B.A. ist erfunden. Vielleicht hat sie mal Kurse in Betriebswirtschaft genommen, aber reicht das als Qualifikation wirklich aus?  Und Major soll sie sein? Englisch und Spanisch können? Ich glaub ihr nichts mehr.

Auch eine Forderung auf Unterstützung wegen Behinderung als Unfallfolge und eingeschränkter Arbeitsfähigkeit gehen seltsam mit ihren Ambitionen auf einen Ministerposten zusammen.

Kurz, Esterina Tartman erweckt den Anschein, nach Strich und Faden gelogen zu haben, wo es ihr gerade Vorteil brachte.  Damit ist sie bestimmt nicht die einzige Politikerin. Aber wirklich – ein solches Ausmaß an Chuzpa sieht man nicht alle Tage. Nicht mal in der Knesset.

Ein Unglücksfall Februar 28, 2007, 1:05

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Als ich heute früh in die VHS kam, um die Klasse schön vorzubereiten (ich komme immer extra früh), liefen gerade Nachrichten im Radio. Eine Frau aus unserem Kibbuz, die auch immer schon früh kommt, hörte mit. Als die Nachricht kam, daß ein Unkrautvernichtungs-Flugzeug ganz in der Nähe verunglückt ist, wurde sie blaß. „Der Vater meiner Schwiegertochter“ meinte sie sofort und fing an zu telefonieren. Sie fuhr zurück nach Hause und ich hörte bis nachmittags nichts mehr davon.

In der Tat, er war es. Morgen wird er beerdigt. Was für ein schreckliches Ende. Und wie hilflos steht man daneben, wenn ein anderer Mensch eine schlimme Nachricht erhält. Ich habe natürlich trotzdem die normalen Stunden gegeben. Aber wohl war mir dabei nicht. Ich dachte wieder an Breughels Ikarus, und daran, wie wir weiterpflügen, wenn jemand anders wortwörtlich vom Himmel fällt.

Und wieder – Purim steht vor der Tür Februar 28, 2007, 0:52

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Ich weiß noch, als ich vor Jahr und Tag nach Israel kam. Dem rheinischen Fastelovend gerade entronnen (den ich eigentlich immer ignoriert habe, bis auf das eine Mal, als meine Freundinnen mich mal mitschleppten), war ich entsetzt, nun hier in den Purim zu geraten. Purim ist so ziemlich der einzige Abend im Jahr, an dem die Kibbuzniks so richtig aufdrehen und feiern bis zum Morgengrauen. Ich lade auch immer Freundinnen ein, die noch auf Partnersuche sind (in Israel sind Ehemann und Kinder notwendige Accessoires) oder einfach mal schön feiern wollen. Den jecken Teil des Abends, verkleiden und so, ignoriere ich weitgehend.

Meine Schwiegermutter leitet seit Jahren den Kostümverleih des Kibbuz, den sie selbst aufgebaut hat. Als echte polnische Mamme kann sie nämlich nichts wegschmeißen, aus jedem ollen Schlafanzug läßt sich noch ein Sträflings-Outfit nähen, und aus jedem gritzegrauen Vorhang ein Elefant mit Rüssel. Alle Kinder des Kibbuz geben schon im Januar ihre Wunschzettel bei ihr ab, und bei allen Festen, Aufführungen und verkleidungs-gebundenen Ereignissen der ganzen Gegend ist ihr unerschöpfliches Magazin gefragt. Eltern, die für ihre Kinder Kostüme kaufen, schenken sie oft nach Purim meiner Schwiegermutter, damit nächstes Jahr ein anderes Kind daran seine Freude hat. (Meine Schwiegermutter ist zu Purim geboren, nach dem jüdischen Kalender, sie meint, Purim ist ihr in die Wiege gelegt.)

Dieses Jahr verkleiden sich meine Großen nicht mehr – Secundus macht das schon seit Jahren nicht mehr. Primus hat sich letztes Jahr ein Experiment mit rotem Haar und einer Irokesenfrisur geleistet, seine taktlose Mutter fragte natürlich, „ach, gehst du als Hahn?“, was nicht so gut ankam. Dieses Jahr ist auch das nicht mehr nach seinem Geschmack. Tertia will sich vielleicht… wenn Mia und Lia auch… oder Efrat und Anat… aber vielleicht doch nicht… aber die wahre Überraschung dieses Jahr ist Quarta.

Jahrelang war es Lämmchen, „Königin der Schmetterlinge„, „Fürstin der Nacht“, „Prinzessin der Süßigkeiten„, Kätzchen als Mäuschen und ähnlich zuckrig-rosa-klimpernde Extravaganzen. Wir sahen gefaßt einer weiteren Variation des Themas entgegen, als Quarta uns klipp und klar sagte, „ich gehe dieses Jahr als Polizistin. Ich brauche eine Mütze, ein Hemd mit Abzeichen, eine Trillerpfeife, Handschellen und eine Waffe. Wer mich ärgert, den verhafte ich einfach, das wird toll“. Bilder folgen am Wochenende.

Gräßlich Februar 25, 2007, 23:57

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Wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was ein Artikel in der JPost von palästinensischen Schulbüchern erzählt, dann haben wir ein generationenlanges Problem, das wir nicht mehr lösen können.

Hamas has always defined its war with Israel as religious and existential, and now that is what all Palestinian children will learn in school: „Ribat for Allah is one of the actions related to jihad for Allah, and it means: Being found in areas where there is a struggle between Muslims and their enemies. The endurance of Palestine’s people on their land these days… is one of the greatest of the Ribat.“ (Islamic Education, grade 12, p. 86-87)

THE PALESTINIAN conflict with Israel is a unique and eternal ribat with a special Islamic destiny: „The reason for this preference [of the Palestinian Ribat] is that the momentous battles in Islamic history took place on its land.“
As to when there will be peace with Israel? Never, according to the schoolbooks: „[Palestine’s] residents are in a constant struggle with their enemies, and they are found in Ribat until Resurrection Day.“

The conflict will eventually end – not with peace, but with Israel’s destruction, effected by Palestinians of all ages and abilities: „Palestine will be liberated by its men, its women, its young and its elderly“ (Arabic Language and the Science of Language, grade 12, p. 44).

Because Israel has no right to exist, and must be fought and destroyed for Islam, violence and terror against Israel since its founding are justified and glorified as muqawama, resistance: „The tragedy of Palestine of 1948… and afterward the muqawama in which the inhabitants carried acts of most glorious heroism and sacrifice“ (Arabic Language, Analysis, Literature and Commentary, grade 12 p. 105).

Wenn das wirklich in den Lehrbüchern steht, und die Quelle klingt glaubwürdig, dann ist es kein Wunder, daß sich solchermaßen indoktrinierte junge Menschen gern und kompromißlos in diesen Konflikt werfen. Und unser Verdacht, daß die Palästinenser keineswegs eine Zweistaatenlösung anvisieren, sondern ganz etwas anderes… scheint ja nicht ganz aus der Luft gegriffen zu sein.

Eine brutale Welt für Mädchen Februar 25, 2007, 23:42

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Uncategorized.
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Ich verfolge diese Themen aus verschiedenen Gründen: weil ich nicht einfach blinde Konsumentin sein will, weil ich meine Mädchen schützen möchte, weil ich für den Unterricht Munition suche. Deswegen sammle ich Artikel und Bücher zum Thema Kommerzialisierung und Standardisierung von Lebenswelten, besonders von Kindern. Dazu gehört die Se*xualisierung kleiner Mädchen, die heute als so normal gilt, daß sie vielen Leuten kaum noch auffällt.

Ich weiß nicht, wie das in Deutschland ist – in dem Ausschnitt Deutschlands, den ich kenne, ist es nicht üblich, kleine Mädchen auf se*xy zu stylen. Auch im Kibbuz laufen die Mädchen in Sportklamotten rum und in Jeans, im Sommer in Mädchenkleidern. Wenn ein Mädchen sich zu sehr aufdonnert, fällt es auf – nicht angenehm. Das ist hier nicht Sitte. Auch meine Freunde und Freundinnen außerhalb vom Kibbuz sind entweder freakig-künstlerisch-bunt oder konservativ-elegant – und stecken ihre Kinder ebenfalls nicht in Lolita-Fräckchen.

Aber in Israel hat sich in breiten Schichten der Frecha-Chic durchgesetzt, ein geradezu aggressiv auffälliger Kleidungsstil, der selbstbewußten, tadellos gewachsenen jungen Frauen schmeichelt – aber sonst fast niemandem. Ich wende schon fremdschämend die Augen ab, wenn die Verkäuferin im Schuhladen meines Vertrauens vor mir auf die Leiter klettert, ein nettes Mädchen, aber warum sie eine leichte Pummligkeit um die Mitte nicht diskret verdeckt, sondern per Tiefflieger-Jeans und Rippenfrei-Pulli der Welt entgegenstreckt…. noch dazu an einem kühlen Tag mit Gänsehaut…. da finde ich irgendwie nichts Schönes dran.

Auch die älteren Frauen, gern mit rotblondiertem Haar und Plastiknägeln, ziehen sich hier oft enthüllend an. Wenn sie es sich leisten können, adraba, ich bin die letzte, die Damen meines Alters in die berühmten „gedeckten Farben“ stecken möchte. Ist eben Geschmackssache. Aber es rutscht natürlich recht leicht ins Ordinäre ab, dieser Stil verliert nämlich das Spielerisch-Neckische, wenn eine ältere Dame ihn trägt.

Aber sowohl die pummlige junge Frau, der die Röllchen aus der Jeans direkt in mein Gesicht quellen, als auch die ordinäre Großmutter wissen wenigstens, was sie tun. Die kleinen Mädchen aber, die mit „I´m a bad girl“-bauchfreien T-shirts, Miniröckchen, Plateausohlen und klimpernden Kettchen auf die Schlampen-Modenschau geschickt werden, die wissen ja gar nicht, was dieser Outfit betonen soll. Ich bin immer wieder verblüfft, mit welcher Leichtigkeit Mütter ihre Töchter in Outfits stecken, die den kleinen Körper als Ware präsentieren. Wie sie diese unsäglichen Bratz-Puppen kaufen – verglichen mit ihnen ist die altmodisch-brave Barbie geradezu ein positives Rollenvorbild. (Da habe ich mal eine Unterrichtsreihe zu gemacht – Entwicklung der Puppe von der Modepuppe über die Baby- und Krusepuppe und Barbie bis Bratz).

Es ist nicht gut, es kann nicht gut sein für die Mädchen, wenn wir sie auf körperliche Verfügbarkeit und Attraktivität dressieren. Das sind nicht die Eigenschaften, mit denen eine Frau später selbstbestimmt und glücklich leben kann. Daß Models zu Rollenvorbildern werden, ist auch so ein Auswuchs. Können wir den Mädchen denn noch immer keine realistischen, vom Aussehen unabhängigen Zukunftspläne bieten? Statt dem einen Prinzen, der sie bewundert, ein Millionenpublikum, das sie bewundert? Und wenn das Bewundernswerte abblättert, was dann? Und was ist mit all denen, deren bewundernswerte Eigenschaften nicht außen, sondern anderswo liegen? Und auch die Hübschen – sind die denn nur hübsch? Reicht wirklich eine Eigenschaft? Und ist der Frecha-Look dazu angetan, das Hübschsein zu unterstreichen – konterkarikiert er es nicht?

(Zum Wort Frecha ein paar Zitate:

…the female counterpart to the arse–the loud, gum-chewing, short skirt-wearing „frecha“

….Frecha – equivalent: Bimbo

Frecha, Frechot, – Tart. The typical dizzy girl wearing too much make up and short skirt….

Klar?)

Die Frecha (und Bratz-Puppen sind klassische Beispiele für international gültige Frecha-Variationen) ist in meinen Augen kein gültiges Rollenvorbild für Mädchen. Darum kaufen wir weder Klamotten noch Spielsachen oder Accessoires, die mit dieser Art Bilder geschmückt sind. Gott sei Dank, beide Mädchen interessieren sich auch nicht dafür. Ich bin traurig, daß meine alten Puppen unbeachtet rumliegen, erleichtert, daß die paar geschenkten Barbies verstauben, und nie hat jemand nach einer Bratz-Puppe gefragt. Im Gegenteil, meine Quarta kam am ersten Schultag ganz entsetzt wieder und meinte, „Mama, da waren ganz viele Mädchen mit Bratz-Schulranzen! die sind ja so häßlich!“ Ich stand also persönlich nicht vor dem Dilemma, wie mit einem Mädchen umgehen, daß auf diesen ganzen Zauber reinfällt und meint, Mädchen müssen so sein. Keine Ahnung, was man dann macht. Den Kindern das ausreden, so daß sie es als Verbotenes desto toller finden?

Je mehr ich über diese Themen lese, desto trauriger werde ich. Denn einerseits ist die Welt für Frauen ja wirklich viel offener geworden, Frauen haben Wahlfreiheit und selbst wenn es noch Leute geben sollte, die an die alten Geschichten mit dem geringeren Gehirngewicht etc glauben, haben Frauen im Alltag das längst wiederlegt. Die Sprüche aus dem 19. Jahrhundert, „ja sollen Frauen denn etwa auch Richter oder Arzt werden???“ sind wirklich nicht mehr überzeugend. Wir haben das, wovon meine Oma nur träumen konnte – so gern wäre sie Krankenschwester geworden, und sie wäre eine wunderbare Krankenschwester geworden! Doch sie mußte schon früh von der Schule abgehen. Ihre Brüder konnten wenigstens einen Beruf erlernen, für sie gab es das nicht. Ihre Töchter konnten schon Abitur machen und studieren, von uns Enkelinnen ganz zu schweigen. Das gilt für die gesamte westliche Welt, ob Israel oder Deutschland.

Aber wofür benutzen wir, als Generation von Eltern, die neugewonnenen Optionen für Frauen, ihr Leben zu gestalten? Indem wir unsere Mädchen so dressieren und aufmachen, als stünde ihnen nur eine Karriere als Haremsdame offen. Ist das nicht traurig? Ich empfehle den Artikel, der mein subjektives Gefühl mit Fakten untermauert: über die Auswirkungen der Se*xualisierung kleiner Mädchen. Erschreckende Lektüre, aber ich halte die Frage, wie können wir diese Tendenz stoppen, für hundertmal drängender als die müde alte Diskussion um Krippenplätze oder nicht.

Einen Blick werfen Februar 22, 2007, 21:09

Posted by Lila in Land und Leute.
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nach Sderot, in diese kleine und besondere Welt, die unter Bedrohung lebt und doch versucht, das Beste draus zu machen. Für mich hier im Norden und ohne unmittelbare Bedrohung ist das auch schon weit weg – wenn ich auch das Milieu sehr gut kenne. Das Sapir College ist in ganz Israel hochgeschätzt. Mir gefallen natürlich besonders die Schilderungen des Zusammenlebens, auch der Gelassenheit der Israelis. Das kenne ich sehr gut.

Und die Bedrohung – ja, die wird vergessen. Dabei läuft der Qassam-Ticker ständig. Aber eben nur in Sderot, in den Medien nicht. Vergessene Zivilisten in Israels Süden, bis das Unglück kommt – chalila.

Radio hören Februar 22, 2007, 18:28

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Vor ein paar Wochen bin ich auf verschlungenen, doch eindeutig blogroll-belegbaren Wegen in die Klauen des BBC geraten. Leichtsinnigerweise habe ich mich bereiterklärt, ein paar Sätze zu sagen, obwohl ich doch gar nicht radiophon bin und mein Englisch auch eher rumpelt, weil ich es nur schriftlich benutze. Außerdem, auch wenn das jetzt unglaubwürdig klingt!, bin ich eigentlich mehr ein Konsens- als Konflikt-Mensch. Mich in einer Diskussion im Radio mit Leuten aus aller Welt in gepflegtem Englisch zu balgen, ist eigentlich nicht meine Vorstellung von einem schönen Feierabend. Ich habe also mein Sätzchen ausgestoßen, durchgeatmet und mich schnell aus dem Luftraum gestohlen. Have your say. Ach, lieber nicht.

Seitdem ruft BBC regelmäßig an, normalerweise zu Themen, die mit Nahost zu tun haben. Ich habe sie sofort weiterverwiesen, an einen jungen, disputationsfreudigen Kollegen, der wie ein fröhlicher Stier auf jedes kontroverse Thema zugaloppiert, schnaubend und hufschlagend. Mein erster Instinkt dagegen ist immer, „in Deckung“. (Der Kollege erstarb übrigens in Ehrfurcht vor mir, als ich ihn um Erlaubnis bat, seine Telefonnummer an die BBC weiterzugeben – er dachte bestimmt, ich bin eine ganz wichtige Frau!)

Na, heute abend machen sie ein Programm übers Bloggen, naja, wo zum Schluß auch ein bißchen übers Bloggen gesprochen wird. Im Anschluß an die Geschichte des ägyptischen Bloggers, der zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Ob die Menschheit glaubt, daß Bloggen die Menschheit und die Welt verändern kann. Der junge Mann, der mich fragte, ob mir dazu was einfällt, wußte ja nicht, was für ein Wespennest er angestochen hat. Seufz. Ich habe mich bereiterklärt teilzunehmen, diesmal aber unter Blognamen. Als Bloggerin fühle ich mich nämlich halbwegs kompetent. So gesehen bin ich froh, daß es auf Englisch ist und mir keine neuen Leser einbringen wird, die mir schnell und laut erklären wollen, daß ich in einem Apartheidsstaat lebe und eigentlich Massenmörderin bin.

Aber was glaube ich denn nun eigentlich wirklich? Hab ich eine Meinung? Kann Bloggen die Welt verändern? Ach, ich glaube, nichts kann unsere Welt verändern, leider, wir sind wie wir sind und verstehen uns selbst kaum, geschweige denn andere. Aber wenn ich daran denke, wie im Libanonkrieg trotz allem ein Funke menschlichen Gefühls zwischen Unbekannten aufleuchtete, wenn sie gegenseitig ihre Blogs lasen – das warn kleine Funken, doch sie waren warm und gaben auch Licht.

Wenn man die Möglichkeit hat, Medienberichte durch Augenzeugenberichte zu ergänzen, zu korrigieren, zu bereichern – und das zu jedem Thema – dann ändert das schon etwas in der Weltsicht des Bloglesers. Ich lese Zeitungen heute anders, ich suche mir Originalquellen, ich entwickle eine kleine Antenne dafür, wer subjektiv-ehrlich und wer unehrlich ist. (Fehlgehen kann man immer).

Der komische Effekt am Bloggen ist ja, daß man das Gefühl hat, man „kennt“ die Blogger. Mir ging es ja so, als ich im Fernsehen nach dem Anschlag in Tel Aviv Lisas Gesicht sah und sofort rausplatzte, „die kenne ich aber!“ Persönlich kenn ich sie nicht, aber ich kenne ihre Gedanken zu Themen, über die sie vielleicht mit ihren Nachbarn nicht spricht. Deswegen ging es mir bisher vielleicht immer so, daß Treffen mit anderen Bloggern „im wahren Leben“ ausnahmslos glatt und herzlich gerieten. Ich habe inzwischen schon eine ganz stattliche Anzahl Blogroll-Bewohner in natura gesehen und mich mit jedem von ihnen wohlgefühlt. Vielleicht habe ich einfach eine nette Blogroll?

Also, Bloglesen führt zu der Illusion, daß man den anderen kennt. Und wenn man dann einen Blogger „von der anderen Seite“ Dinge aussprechen hört, die die eigene Seite zurechtrücken, dann ist das ein kleiner Effekt. Und wenn man dann sagt, „na ja, Privatmenschen sehen eben mal gerade bis vor ihre eigene Haustür“, dann gilt das auch für einen selbst. Und manchmal sagt mir der ehrliche Blick durch das private Türchen mehr als ein generalisierter, aus der Ferne zusammengebrauter „allgemeingültiger“ aus hundert unscharfen Kameras.

Aber andererseits: wie viele Blogger und Blogleser gibt es schon, die sich diese Sicht der Dinge gönnen? Nicht sehr viele. Wer außerhalb dieser vielbeschworenen Blogosphäre sein ahnungsloses Unwesen treibt, ja wer nur Blogs liest, nicht aber selbst in dieses seltsame Netz gerät, dem ist das Wort „Wie aus Bloggerkreisen verlautet…“ gänzlich egal.
Aber vergessen wir auch nicht, daß es jede Menge Blogs gibt, in denen es um Hausaufgaben, Partnersuche, Diät oder bunte Wollknäuel geht und nicht um Politik – und die darum nicht weniger interessant sind. Nein, der wahre politische Einfluß eines Blogs ist gering.

Die euphemistischen Worte, die die Deutsche Welle in ihrem Blurb über mich benutzte (Letters from Rungholt meticulously scans the media in the US, Germany and Israel (amongst others) for inconsistencies and errors, and has had a considerable influence on Germany’s perception of the Israel-Hezbollah war with her insiders perspective), haben mich beim Lesen zum Lachen gereizt. Considerable influence? Hab ich eigentlich nur auf die eigene Seelenruhe. Wie viele Leute lesen mit? Wie viele dieser Leser überfliegen nur und denken, „hm, hab ich keine Zeit für“ oder „die ist aber ganz schön einseitig“ oder „bestimmt vom Mossad finanziert“? Und andere sagen, „sie klingt ja ganz nett, wenn sie nur nicht so viel über Israel schriebe, das interessiert mich nicht, wo ist denn mal ein Stück über ihren bezaubernden Mann/Kater/ehemaligen Chef?“ Wie viele Leser klicken sofort weg, ärgern sich still, ärgern sich laut? Wie viele wiederum, die mit mir übereinstimmen, waren eh schon vorher meiner Meinung?

Und ich spreche nicht nur von meinem kleinen Rungholt. Auch größere, einflußreichere Blogs können höchstens eine kleine Einsicht, einen kleinen Anstoß zur Bescheidenheit geben, aber kein Weltbild umstürzen und keine Massen auf die Barrikaden rufen. Kleine Aktionen, ja. Solidarität oder Protest bekunden, das geht. Eine neue Mode verbreiten, eine verrückte Diät, ein peinliches Video – ja. Aber was bleibt davon? Nach einer Woche kommt eine neue Diät, ein neuer Trick.

Ich glaube, am stärksten wirkt vielleicht das Gefühl, „ich kann, wenn ich will, meine Fassung hinschreiben, und vielleicht liest die ja jemand“. Ein Schiffbrüchiger mit Flaschenpost ist vielleicht froher als einer ohne.

Egal wie brisant der Inhalt der Flaschenpost auch sein mag – mit den vier Jahren Haft für den ägyptischen Blogger blamiert sich das Land nur selbst. Für die blogosphärische Aufmerksamkeit allerdings zahlt dieser eine Blogger einen hohen Preis.

Da fällt mir ein lieber Leser ein, der mich mal in den höchsten Tönen dafür lobte, daß ich hier an meiner Regierung rumkrittele. Der hat wohl ein bißchen was verwechselt. Also bei uns sind noch keine Gefängnisse voll mit Bloggern, die verzweifelt an den Gittern rütteln und rufen, „Olmert, ich habs nicht so gemeint! Die Frisur war SCHÖN!!!“ Oh ja, die war schön.

Und noch ein guter Vorsatz Februar 22, 2007, 8:34

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Es stimmt, ich spreche zu viel Hebräisch mit den Kindern. Ich muß muß muß mehr Deutsch mit ihnen sprechen. Quarta ist die einzige, die mir auch auf deutsch antwortet, selten auch mal Primus, aber Secundus und Tertia praktisch nie. Weil die Familiengespräche automatisch auf Hebräisch ablaufen, auch Y.s wegen, fällt mir im Moment der Übergang ins Deutsche unheimlich schwer. Früher, mit Vorlesen und Singen und Malefizspielen, war es einfacher. Aber jetzt, wo die Kinder alle selbst lesen (Quarta hat einen ganzen Stapel Bücher zum Geburtstag bekommen, ein schönes Lesezeichen und eine Leselampe am Bett hat sie sowieso), wo die Großen oft unterwegs sind (Tennis, Gitarre, Klaiver – ganz bürgerlich…und Arbeit im Schafstall und in der Jugendbewegung, weniger bürgerlich)… da lasse ich mich zu leicht vom hebräischen Strom mitreißen.

Ich nehme mir das jetzt ganz ganz fest vor! Sonst verlern ich das Deutsche selbst noch ganz. Schreiben geht ja noch, aber beim Sprechen komm ich schon ins Schwimmen.  Was auch daran liegen mag, daß ich viel englisch schreibe und lese, auch gar nicht selten spreche. Das ist eine ganz schwierige Sache mit der Zweisprachigkeit im Haus, das stellt man sich kaum vor.  Und im Gegensatz zu vielen anderen elterlichen Pflichten und Vergnügen wird es im Laufe der Zeit nicht leichter und selbstverständlicher, sondern schwieriger und anspruchsvoller. Also, wir sprechen ab sofort nur noch des Deutschen.

Bürgertum Februar 21, 2007, 16:36

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Zum dritten oder vierten Mal war ich heute eingeladen, in der Schule meiner Großen meinen Beitrag zu einem besonderen Tag für die Jahrgangsstufe 9 zu leisten: das Thema des Lernzentrums „Geisteswissenschaften“ war monatelang „Bürgertum“, und die Lehrer schließen es mit einem Tag voller Aktivitäten ab. Eine Lehrerin zeigt den Kindern, wie man einen bürgerlichen Tisch deckt, mit einer ganzen Batterie Besteck und Geschirr – diese Generation junger Israelis weiß den Unterschied zwischen Weiß- und Rotweinglas nicht und welches Besteck man zuerst in die Hand nimmt.

Ich komme natürlich mit dem kleinen Laptop angeschleppt und zeige ein kleines bebildertes Kapitel aus der bürgerlichen Lebenswelt. Ich habe die Bilder nach Themenkreisen eingeteilt:

„Burg, Dorf, Schloß, Stadt“ (Grundrisse und Ansichten verschiedener Lebenswelten)

„Haus, Räume, Möbel“ (Kulturgeschichte Sofa, Bett und Schreibtisch),

„Mode“ (Kleidung von Bürger, Bauer, Edelmann- von Beau Brummell bis Hugo Boss),

„Vater, Mutter, Kind“ (aristokratische vs bürgerliche Familie),

„Stände: Bürger, Nicht-Bürger, Anti-Bürger“ (außer Edelmännern und Arbeitern auch Hippies und Punks)

Die bürgerliche Familie: Carl Begas malt seine Eltern und Geschwister… und sich selbst, den Künstler, als marginale Figur, 1821

Insgesamt zogen vier Gruppen von Schülern bei mir durch, und jede Gruppe durfte sich aussuchen, was sie sehen wollte. Secundus meinte gestern abend etwas besorgt, „ich hoffe, du buddelst nicht“ – „buddeln“ ist der Slangausdrück für „tiefschürfend daherreden“ (לחפור). Hinterher kam er angeschlendert, gab mir ein Küßchen und meinte, „es war okay“. Die Jugendlichen hörten aufmerksam zu und bemerkten sogar Kleinigkeiten der Bilder, die ich ihnen zeigte. Es hat Spaß gemacht.

Hinterher bin ich noch ein bißchen in der Schule rumgelaufen. Das Gelände ist riesig, es gibt jede Menge kleiner Rückzugszonen, auch das Internat (wo Secundus ein Zimmer hat), alles ist grün, einstöckige Lernzentren – und überall Jugendliche.

Erst auf den zweiten, ja dritten Blick sieht man, daß sie Schulkleidung tragen – alle T-shirts, Sweatshirts und Kapuzenjacken sind von derselben Firma und tragen das Logo der Schule. Aber in den vielen verschiedenen Farben, mit individuellen Schuhen, Hosen, Accessoires, sehen die Schüler nicht einheitlich aus. Aber die sportlichen Schulklamotten nehmen dem Markenwahn die Spitze. Na ja, Kibbuzkinder sind sowieso eher schlampig-lässig angezogen.

Außerdem ist die „Frecha“-Mode (nackter Bauch, Plateausohlen, so niedrige Jeans, daß man die Unterwäsche sieht etc) damit nicht machbar. Ich bin froh, daß die Mädchen damit eine Art Schonfrist haben und sich unter den sportlichen Sachen verbergen können, wenn sie wollen, ohne aufzufallen – bis sie in ihren Körper reinwachsen und sich wohlfühlen.  Wer schon mit 13 mit Push-up und Popo paradieren will, kann das ja nach der Schule tun – aber der Gruppendruck der Mode hat in den verletzlichen Jahren der Frühpubertät nichts zu suchen.

Ja, ich mag die Schule. Schade, daß keine Stelle für mich frei ist. Ich würde gut ins Lernzentrum Geisteswissenschaften passen. Aber auch so ist es schön – sie wissen, daß sie mich rufen können, wenn sie ein Thema visuell aufarbeiten wollen, und ich mache es umsonst. Als es um Reformation und Gegenreformation ging, habe ich ihnen gezeigt, wie sich katholische und protestantische Lebenswelten visuell unterscheiden – damals und auch heute noch. Einmal habe ich einen Vortrag für die Lehrer gehalten, über visuelle Dokumente und ihre Entzifferung. War für die Lehrer eine nette Abwechslung und für mich auch.

Auch der Schulleiter steckte heute den Kopf zwischendurch mal rein. Es ist ein schönes Gefühl, einen kleinen Beitrag leisten zu können. Obwohl mir dieser Aktionstag Bürgertum meinen eigenen bürgerlichen Wochenplan durcheinandergebracht hat, habe ich es sehr gern gemacht.

Ertrinke in Arbeit, Februar 20, 2007, 0:00

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griesgrämig deswegen – es ist schon mehr, als man beschwingt und im Vollgefühl von Kraft geschafft kriegt, sondern überfordert mich schlicht Egal, es wird auch wieder weniger. Nach einer kurzen Nacht (Kuchen, Geschenke einpacken, Geburtstagstisch für Quarta bat 8….), frühem Aufstehen mit Singen, Kerzenauspusten und Juhu-danke-Mama-Aba-Rufen, hektisch-hektischer Arbeit, chaotischem Nachhauseweg und Ärger über den vergeudeten Tag… sitze ich nun und übersetze noch für morgen. Ich habe ja den Auftrag übernommen, dem Abkömmling einer jeckischen Dynastie beim Entziffern seiner Familiengeschichte in Form von Briefen, Schutzbriefen, Tagebüchern und Notizzetteln zu helfen. Da ich diesen Mann und seine verstorbene Mutter über alles schätze, hänge ich die Übersetzungsarbeit an die Tagesarbeit einfach dran.

Und dann, in all dem Streß, halte ich ein ganzes Bündel Liebesbriefe in der Hand, vom Vater des Auftraggebers an die bezaubernde Mutter geschrieben, als sie gerade jung verheiratet waren. Vor Verfolgung, Enteignung, Auswanderung, Krieg und Sorgen. Er schrieb von einem Kurort aus, auf Hotel-Briefpapier. Anfang der 30er Jahre. Dank Google weiß ich nun, daß es das Hotel noch gibt, und ich erkenne die begeisterten Beschreibungen der Umgebung wieder. Auf morschem Briefpapier bewahrt – und wieder habe ich diese Illusion, daß der Ort vielleicht noch den Menschen bewahrt, eine Spur von ihm. Sein Zimmer, welche Aussicht hatte er?

Ein Kollege fragte mich heute früh, ob ich die Zukunft nicht spannend finde. Hm, na ja, es geht. Aber die Vergangenheit! Die finde ich spannend! Meine Murmeln kullern nun mal alle in dieselbe Richtung – in die Vergangenheit.  Eine Wiederentdeckung wie dieses Hotel gibt mir Schwung für noch ein paar Stunden Arbeit.

Überrascht Februar 18, 2007, 23:43

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Ich verfolge Kino-News überhaupt nicht, irgendwie ist der Preise-Rummel nicht auf meinem Radar. Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch keine Oscar- oder sonstige Verleihung angeguckt, ich würde die meisten Leute auch gar nicht erkennen, die da rumlaufen. An die Berlinale dachte ich nicht, als heute eine Kollegin mir zurief, ob ich schon gehört hätte, daß der Film Beaufort den Regiepreis gewonnen hat? Nein, das wußte ich nicht. Ich habe den Film auch nicht gesehen, ich würde erstmal gern das Buch lesen, und das gibt es nur auf Hebräisch – was bedeuten würde, harte Arbeit beim Lesen!

Ich habe noch nie ein Buch gesehen, daß Y. so schnell und intensiv durchlas, erst einmal, dann sofort ein zweites Mal und nach einer Weile noch einmal. Es ist eine Geschichte, die er nur zu gut kennt – fünf Jahre Libanon hat er auf dem Buckel, 1982 bis 1987, kurz bevor wir uns kennenlernten. Als naiver 18jähriger ist er hingeschickt worden, als desillusionierter Erwachsener zurückgekommen. Manches Debakel wurde damals in den Ofen geschoben, damit wir es im Sommer 2006 heiß genießen können (wie Leshem das Szenario der Julitage 2006 vorhersieht! s.u.). Y. gehörte damals zu den Gegnern des Kriegs, auch in Uniform, trotzdem war auch ihm klar, daß Israel irgendwie reagieren mußte. Die Frage ist immer, wie? Ich weiß auch keine Antwort.

Doch das Buch dreht sich nicht um die politischen Aspekte der Versuche Israels, sondern um die Soldaten, junge Männer, die die politischen Entscheidungen und die politische Lage Israels ausbaden müssen. Auch meine Söhne haben „Wenn es einen Himmel gibt“ gelesen, es hat sie interessiert, auch wenn sie ebensowenig wie ich abschätzen können, wie nah es an der Wirklichkeit ist. Y. sagt, es ist sehr, sehr nah dran.

Falls sich Alt-Leser noch an den jungen Vetter meines Mannes erinnern, der ebenfalls fünf eisenharte Jahre im Libanon erlebte, in der Phase, als jeder Heimaturlaub bedeutet, zu Beerdigungen von Freunden zu gehen… und dessen regulärer Dienst kurz vor dem Abzug zu Ende war… und der jahrelang nur zuhause saß und schwieg, als nach der furchtbaren Abspannung die Pose des „Mama, alles okay, mach dir bloß um mich keine Sorgen!“-Kämpfers abfiel… und der für ein normales Leben keine Kraft mehr zu haben schien… der magere Junge mit seiner Gitarre… Ich habe bei der Beerdigung seine Mutter getroffen, von allen netten Tanten in Y.s Familie eine der nettesten. Er studiert, der junge Mann, und er kehrt langsam ins Leben zurück. Viele Jahre hat es gedauert, die Armee hat ihm einen Teil seines Lebens und seiner Kraft genommen.

Es wäre anmaßend, würde ich einen Film oder ein Buch empfehlen, ohne beide zu kennen. Aber es könnte interessant sein, sich Beaufort einmal anzugucken, nicht mal unter dem Nahost-Aspekt, sondern einfach unter dem menschlichen Aspekt: was geschieht mit den jungen Menschen, die politische Konflikte mit ihrem Körper, ihrer Seele ausagieren müssen. Nicht viele Völker, nicht viele geschichtliche Zeiten kennen den Luxus, davon ausgenommen zu sein. Ob für uns die Zeit je kommt, in der wir unsere jungen Menschen schonen können?

And I, really personally believe we’ll return – that’s my opinion, that everything will come back and if it’s quiet there, in the meantime, it’s only because the terrorists are getting stronger and acquiring weapons. They have no shortage of patience, it’s a sort of tactic and it will yet burn us. They’ll kidnap a soldier of ours, target some jeep along the Good Fence, launch mortars at a town, and little by little loosen the reins. When it comes, whoever thinks a squadron of fighter planes can do the job from the air, will yet discover that there is no alternative to infantrymen ….in the meantime we lost that war. We lost, in a big way, unequivocally. We did not come out with a peace agreement, we did not leave with the terrorists crushed… why were we even there? Yes, bro, my brother, hero, it was all for nothing.


(Chapter 23)

Verwandtentreffen Februar 18, 2007, 1:30

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Anläßlich der Beerdigung von Y.s Großmutter sind von weither die Geschwister seiner Mutter angereist. Heute war großes Familientreffen im Haus der neu angeheirateten Schwägerin – erinnert sich noch jemand an die Hochzeit, zu der wir am 13. Juli in Haifa eingeladen waren? Meine Mutter rief an diesem Tag spätnachmittags an und weil ich gerade unter der Dusche war, sprach sie mit Primus, der ihr von der Einladung erzählte.

Der Bruder meiner Schwiegermutter, geschieden und Vater zweier erwachsener Kinder, schickte ein altes Lied, das er als Jugendlicher für seinen damaligen Schwarm, die Schönheitskönigin von Israel und Zweite in einem Miss-Universum-Bewerb, geschrieben hatte, an die Frau, die inzwischen auch schon mittleren Alters ist. Es war ein spontaner Akt, und sie antwortete spontan. Kurz, irgendwann war die Hochzeit dieses romantischen Paars. (Und sie sieht wirklich auch heute noch sehr gut aus, nicht aufgedonnert, nicht künstlich, sondern einfach eine schöne Frau, in Anmut älter geworden).

Das war der Abend, als die ersten Raketen auf Haifa bzw einen Vorort fielen, kurz vor der Zeremonie. Viele Leute hörten per Handy Nachrichten. Wo ist es gefallen? Haifa sitzt im Bunker, so so? Sind wir hier sicher? Wie kommen wir nach Hause? Und meine Mutter hörte in Deutschland die Nachrichten, ach je, arme Mutter. Da machte sie sich natürlich Sorgen. Das war von allen unvergeßlichen Hochzeiten bestimmt die aller-unvergeßlichste!

Nun, heute waren wir bei dem glücklichen Paar eingeladen, in eine riesige edle Wohnung mit traumhaftem Blick auf die Bucht von Haifa, die sie manchmal bewohnen (wenn sie nicht gerade in den USA sind). Auch die Familie dieser Frau ist holocaust-geschädigt, und das Gespräch ging von den Erinnerungen an die verstorbene Mutter meiner Schwiegermutter ganz selbstverständlich auf die Zeit der Flucht und Verfolgung über. Wie war das eigentlich?, fragten die neuen Verwandten, und meine Schwiegermutter erklärte. Wie ihre Mutter als junge Frau verzweifelt versuchte, ihre Eltern und Geschwister zur Flucht aus Polen zu bewegen, und schließlich als Einzige floh. Wie sie in Taschkent einen jungen Mann kennenlernte, heiratete, dieser Mann zur Armee eingezogen wurde und seine kleine Tochter (meine Schwiegermutter eben) nur einmal sah. Dann verschwand er.

Wie die junge Witwe mit dem stets hungrigen kleinen Mädchen sich irgendwie durchschlug, „jeden Tag geschah ein Wunder, und wir blieben am Leben“, und wie das kleine Mädchen so schwach war, daß es bis zum Alter von drei Jahren nicht laufen lernte. Wie nach dem Krieg die Mutter einen traurigen Mann kennenlernte, der seine Frau und seine drei Kinder im Lager verloren hatte, und wie dieser Mann das kleine Mädchen ansah und nur leise sagte, „das ist meine Sonja“. Wie er die Mutter heiratete und das Mädchen zeit seines Lebens wie eine eigene Tochter behandelte, als sei sie wirklich die ermordete kleine Sonja.

Wie dann die anderen Kinder geboren wurden: die Schwester, heute eine erfolgreiche Geschäftsfrau in Manhattan, der Bruder, der gerade die ehemalige Miss Israel geheiratet hatte und ebenfalls in den USA erfolgreich ist, und der jüngste Bruder, der beim Einsatz in mehreren Kriegen an der Front seine Gesundheit verloren hat. Wie die Eltern schließlich die vier kleinen Kinder aus dem Nachkriegspolen mit seiner Feindseligkeit gegen Juden und seinen unerträglichen Erinnerungen ins Land Israel brachten, dort den kleinen Hof bewirtschafteten und die drei größeren Kinder zur Erziehung in Kibbuzim gaben, weil sie selbst sie nicht ernähren konnten.

Und die Tante, die einzige Schwester der Mutter? Meine Schwiegermutter erzählte, wie die kleine Schwester die ganze Familie im Ghetto verhungern sah. Wie sie durch die Kanalisation kroch, um in einem Kittel unter dem Kleid, den ihre große Schwester mit Taschen versehen hatte, Mehl und Reis ins Ghetto zu schmuggeln, aber es war nie genug. Wie die Frauen ihre Babies über die Ghettomauer warfen, damit sie starben und sich nicht länger quälten. Irgendwann sagte die ältere Schwester der Kleinsten: lauf so weit weg wie du kannst, bleib nicht stehen. Wir werden sterben, du wirst leben und später erzählen, was hier war. Die kleine Schwester lief zuerst zu den Bauern, die Geschäftspartner des Vaters gewesen waren. Niemand öffnete ihr die Tür. Unbekannte nahmen sie auf, gaben ihr einen christlichen Namen, gaben sie als Verwandte aus. Damals war sie zehn Jahre alt.

Auch die Familie der neuen Frau des Onkels kommt aus Polen, und auch sie haben Geschichten. Ihre Schwester ist Künstlerin und verarbeitet die Erinnerungen an den Holocaust und ihre eigene Annäherung an das Judentum in Bildern und Skulpturen. Wir gingen in ihr Atelier und sahen uns viele ihrer Arbeiten an.

So ging der ganze Tag vorbei, mit Essen, Trinken, Kunst angucken, Gesprächen über Krieg, Holocaust und Familie, und Wechsel zwischen traurigen und lustigen Geschichten.

Irgendwann stießen mehr Gäste hinzu, alte Freunde, und das Gespräch wandte sich dem letzten Krieg zu, wie er Haifa traf und wie alle damit irgendwie fertigwurden. Dann verglichen die Männer, wo sie welchen Krieg verbracht hatten. „Ah, da warst du mit Arik im Süden?“ (Arik bedeutet in diesem Falle Arik Sharon). „Nee, Arik ging rechts runter, wir links“. Bei welcher Schlacht war wer dabei, und wie schrecklich das war, und wie toll der nächste Krieg wird, ha-ha, denn da wird alles besser (für Leute, die keine Israelis kennen: sowas meinen Israelis zynisch). „Na“, meinte eine Frau spöttisch, „wenn wir nicht über Krieg sprechen können, dann sprechen wir über den Holocaust“. „Du kommst zu spät“, meinten wir, „über den Holocaust haben wir heute schon gesprochen“.

Y.s Onkel, der Neuverheiratete, erzählte, wie er sich letzten Sommer heldenhafterweise freiwillig meldete – er ist Psychologe und Trauma-Experte. Er rechnete nicht damit, eingezogen zu werden, doch irgendwann bekam er wirklich einen Anruf. Eine Psychologin im Norden war zusammengebrochen, ob er bereit sei, ihren Posten zu übernehmen? Da fiel ihm doch das Herz in die Hosen, ausgerechnet in einen Ort, der unter Dauerbeschuß lag, sollte er gehen? Angst und der Wunsch, die Angst nicht zu zeigen, kämpften in ihm. Schließlich endete er als Not-Psychologe in einem Vorort von Haifa, näher an zuhause, aber auch unter recht häufigem Beschuß.

Wir kamen geradezu erschöpft von so viel Familien-Annäherung wieder. Meine Kinder haben sich tadellos gehalten, ebenso die kleine Nichte, die fasziniert den Schiffen zusah. Man konnte sie wunderbar in den Hafen einlaufen sehen, einige mit Schlepper, einige ohne. Alles sehr brave Kinder. Meine Großen beteiligten sich auch am Gespräch, sogar die Jungen ließen die Familienküsserei ohne Wimperzucken über sich ergehen. Sie entwickeln sich zu echten Gentlemen, holen Getränke herbei, helfen beim Abräumen und machen uns alle (unverdiente) Ehre.

Und nun sind alle Abschiede genommen, alle Onkel und Tanten verschwinden wieder auf lange Zeit in die USA, jeder wird versuchen, den Verlust der „jiddischen Mamme“ (das Lied wurde natürlich auf der Beerdigung zitiert – Lieblingslied der Verstorbenen, die es wiederum ihrer eigenen Mamme verdankte) zu verwinden, und wer weiß, wann dieser Teil der Familie wieder beisammen sitzt. Ich habe Abschiede überhaupt nicht gern, am liebsten verabschiede ich mich schnell, mit einem vagen, „bis demnächst“, und ausgerechnet ich muß andauernd Abschiede über mich ergehen lassen! Ist das fair?

Über Demographie und Opferzahlen Februar 17, 2007, 1:08

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Ein interessanter Artikel von Gunnar Heinsohn in der Welt. Leider werden die, die ihn lesen müßten, ihn nicht lesen, sondern nach wie vor glauben, daß Israel die meisten toten Araber auf der Kappe hat. Haben wir nicht. Das können die ohne uns viel besser.

Weil man in Gaza bisher sein Heil von der Vernichtung Israels erhofft, sind dort vergleichsweise wenige Opfer zu beklagen. Das liegt daran, dass eine Seite des Konflikts nicht wahllos tötet, sondern nach Angriffen der Gegenseite meist gezielt zurückschlägt. Bei rein arabischen Kämpfen liegen die Opferzahlen so viel höher, weil beide Seiten versuchen, ein Maximum an Gegnern auszuschalten. Gaza kommt diesem Zustand näher. Je schwerer es wird, Juden anzugreifen, desto deutlicher wird, dass nicht sie das Hauptproblem der Palästinenser sind, sondern ihre zornigen Jünglinge. Noch vor der Vollendung des israelischen Abzugs aus Gaza stiegen dort die einheimischen Tötungen. Bereits für das Jahr 2005 registrierte die Palestinian Human Rights Monitoring Group mehr Tote bei Bandenschießereien und Fraktionskämpfen als beim Krieg gegen Israel.

Die Gefechte zwischen Hamas und Fatah forderten seit Dezember 2006 über 130 Tote. Beide Seiten werfen sich gegenseitig schwere Massaker vor. Die Verletzten machen ein Vielfaches der Toten aus. 18- bis 20-Jährige schießen sich gegenseitig in die Beine, um ihre eigene Marschüberlegenheit zu steigern. Da sie dabei Masken tragen, schießen längst auch Brüder auf Brüder. Viele dieser Beinverletzten finden Hilfe in israelischen Kliniken und kommen nicht umhin, dort die Hintergründe ihrer Verkrüppelung offenzulegen.

Traurige Zustände. Die meisten Araber werden von Arabern umgebracht, nicht von Israelis.  Das haben aber bisher nicht viele Menschen zur Kenntnis genommen. Es kann ja einfach nicht sein.

Und wieso trotzdem weniger Israelis ums Leben kommen als Araber? Weil die israelischen Sicherheitskräfte alles tun, um zivile Opfer gering zu halten. Weil wir unsere Kinder nicht als Steinschleudern und menschliche Schutzschilde mißbrauchen. Weil wir unsere Armeebasen, Abschußrampen und Waffenmagazine nicht in Hinterhöfen oder Wohnsiedlungen unterbringen. Weil wir Bunker und Schutzräume und horribile dictu Schutzzäune bauen.
Wenn man sich die demographischen Verhältnisse ansehen, haben wir aber trotzdem keine Chance.

Aber die 15- bis 29-jährigen Krieger, die jetzt um die Macht in Gaza kämpfen, rekrutieren sich aus einer Generation von 190.000 Mann – mehr als zehnmal so viele wie die Stammväter. Gewiss müssen die zwischendurch Atem holen und ihre Wunden verbinden. Wer solche Pausen jedoch als ersten Schritt zum Frieden deutet, vergisst die 350 000 Knaben des Gazastreifens. Die ältesten von ihnen werden gerade 15. Da sie 20-mal so stark sind wie die Abbas-Generation, können sie ganz gelassen auf ihre Stunde warten. In Deutschland folgen auf 100 Männer im Alter von 40 bis 44 Jahren nur noch 50 Knaben im Alter von null bis vier, im Gazastreifen sind es 464.

Da wir ja jeden Abend in den Nachrichten sehen, wie diese Jugend indoktriniert und sozialisiert wird,  kann man sich den Fortgang denken.  Sie tut mir sehr leid, diese Generation, die von gewissenlosen Anführern manipuliert und um ihre Zukunft betrogen ist – aber wir werden uns trotzdem wehren müssen.

Ein netter Nachbar Februar 16, 2007, 22:03

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Der Scheid Raid Salach lebt in Umm el Fachm, einer Stadt im Wadi Ara, in Israel. Wir sehen Umm el Fachm uns gegenüber auf einem Hügel liegen, wenn wir vor dem Dining Room stehen. Nicht weit von Umm el Fachm entfernt liegt die grüne Linie, die uns von der Westbank, dem biblischen Samaria, trennen (ja, vom barmherzigen Samariter hat man doch schon mal gehört). Raid Salach leitet die israelische islamische Bewegung und ist für seine scharfmachenden Reden berüchtigt.

Auch nachdem Lupoliansky, der Konziliante, die Arbeiten an der Brücke vertagt hat, nachdem moslemische Geistliche eingeladen wurden, die Bauarbeiten zu besichtigen, nachdem eine Delegation aus der Türkei zu ebendiesem Zwecke eintreffen wird, nachdem die ganze Welt Karten und Luftaufnahmen studiert und die Augenbrauen gerunzelt hat, um zu verstehen, wie diese Fußgängerbrücke die Fundamente der 70 Meter entfernten Al Aqsa-Moschee gefährden soll – auch nach all diesen Anstrengungen gibt Salach keine Ruhe. Er hält heute eine feurige Rede, die in der Anschuldigung gipfelt, Israelis würden Blut Unschuldiger zu sich nehmen (oh uralter Brunnen antijüdischer Folklore, wie munter sprudelst du!), in der Behauptung, israelische Soldaten bekämen Orden und Beförderung für die absichtliche Tötung unschuldiger Araber (garantiert gibt es ein paar Leute in Deutschland, die das schon immer vermutet haben), und im Aufruf zu einer Dritten Intifada.

salah.jpg

Diese Gelegenheit nehme ich gern wahr, um ein für alle Mal klarzustellen: genauso, wie diese Dritte Intifada, sollte sie ausbrechen (was ich nicht hoffe und eigentlich auch nicht glaube, tfu tfu tfu), auf Lüge und Hetze aufgebaut ist, so war auch die Zweite Intifada, die sogenannte Al Aqsa-Intifada, eine von langer Hand geplante und organisierte Aktion. Mit dem Besuch Sharons auf dem Tempelberg, wie die deutschen Medien nicht müde werden zu wiederholen, sobald es um Tempelberg und Al Aqsa geht, hatte der Ausbruch der Intifada nur oberflächlich zu tun. Der Besuch bot einen wunderbaren Vorwand, aber geplant war der Ausbruch schon lange.


Wenn man den MitchellReport liest, wird einem bald klar, daß die Geschichte wesentlich komplizierter ist als die kurzen Sätze „nach dem Besuch des damaligen Oppositionsführers Ariel Sharon auf dem Tempelberg…“ vermuten lassen. Man kann es selbst nachlesen (ich habe auch hier schon öfter über die meiner Meinung nach fatale Rolle der Durban-Konferenz geschrieben und mag mich nicht wiederholen…), aber eines ist klar: die Intifada hatte sich schon länger angekündigt, sie war eiskalt geplant und sollte strategischen Zwecken dienen. Arafat war einfach nicht imstande zu einer friedlichen Lösung – und da Ehud Barak von De-Eskalation nichts versteht, hatte er einen idealen Partner gefunden.

(Jibril Rajoub wußte übrigens von Sharons Besuch, und es bestand keinerlei Grund, sich darüber aufzuregen. Er wollte damit nur innenpolitisch punkten – wir lebten damals in der Illusion, eine Wiederholung der Camp David-Konferenz würde einen Durchbruch bringen, und dachten nicht an eine zweite Intifada).

Zum Tod von Mohammed Dura, der zu einem Symbol des palästinensischen Opfers wurde, obwohl er mit großer Wahrscheinlichkeit von palästinensischen Kugeln getroffen wurde (wie letzten Monat allein ungezählte Kinder im Gazastreifen, für die sich außer mir nicht viele interessiert haben), ist schon alles gesagt, was zu sagen war. Ein großer Teil der palästinensischen Wut und Aggression besteht aus aufgebauschten Kleinigkeiten wie der Tempelgrabung, Verleumdungen und unbewiesenen Spins wie der Dura-Geschichte und einem tief verwurzelten Haß auf Juden, die als Speerspitze des Westens gesehen werden – ein Haß, der in Predigten wie der von Salach heute erschreckend deutlich durcbricht.

Daß die westlichen Medien in ihrer Mehrzahl diese Geschichten für bare Münze nehmen, im Falle des Sharon-Besuchs mit geradezu willfähriger Kritiklosigkeit, das ist erschreckend. Die Verleumdungen und gezielte Desinformation führen oft genug zu internationaler Kritik, die Israels Fähigkeit zur Selbstverteidigung einschränken.

Echte Probleme gehen dabei unter. Dabei gibt es genug, worüber man sachlich und rational zu Kompromissen finden müßte, zu haltbaren Abmachungen. Aber wie kann man in einer Atmosphäre der glühenden Wut, die auf nichts und wieder nichts ihre Stoßkraft bezieht, sachliche, stabile Abkommen schließen? Haben sich die Palästinenser an ihre Waffenruhe mit uns, oder miteinander, gehalten? (ich habe schon wieder mit dem täglichen Qassam-Zählen aufgehört, es fallen aber jeden Tag welche).

Was haben wir dagegen zu setzen, gegen diese Wut, den Zorn, die haßverzerrten Gesichter? Gar nichts. Weder Olmerts hohle Phrasen noch Lupolianskys Wunsch nach Dialog, Transparenz und Freundlichkeit machen der anderen Seite auch nur den geringsten Eindruck. Ein Mann wie Salach ist nicht aufzuhalten, seine Zuhörer nehmen alles für bare Münze, egal wie erlogen es ist. Wenn er zur Intifada aufruft, dann hören sie auf ihn. Und das hat Widerhall in der gesamten moslemischen Welt. Selbst in Kaschmir waren heute gewalttätige Demonstrationen gegen die Zerstörung der Al Aqsa-Moschee, die sich die Moslems dort wohl ganz deutlich vorstellen.

Das können wir wohl für diese Generation vergessen, die Sache mit Aussöhnung, Kompromiß und, wie war das Wort noch?, Frieden.

Nasrallah prahlt Februar 16, 2007, 21:17

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offen damit, daß die Hisbollah sich bewaffnet. Das ist gegen die Abmachungen zu Kriegsende, und die UNIFIL müßte eigentlich einschreiten.  Tut sie es? Ach was.

nasrallah.jpg

Wird in den deutschen Nachrichten diese Rede gezeigt, mit dem typischen Nasrallah-Lächeln, dem smirk, wie er sich damit brüstet und für die nächste Runde rüstet?

Und hinterher regen sich bei mir im Blog wieder die braven Bürger über Israels Angriffskrieg auf. Ach, die Wiederkehr des Ewiggleichen…

Pingelig, pingelig… Februar 16, 2007, 21:03

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…aber so bin ich nun mal. Gräßlich!!!

Als es Königin Marie Antoinette gefiel, Madame Pompadour, die Geliebte ihres Mannes, vor versammeltem Hofstaat mit Nichtachtung zu strafen, las Maria Theresia ihrer widerspenstigen Tochter die Leviten. Fortan lebten Herrscher, Gattin und Geliebte wieder in Eintracht miteinander und alle waren zufrieden.

Alle außer mir!

Madame Pompadour: 1721-1764, Geliebte des König Ludwig XV.

Marie Antoinette: 1755-93, kam 1770 nach Frankreich, wo sie den Daupin und späteren König Ludwig XVI heiratete.

Bouchers Porträt der Madame Pompadour, 1758

Die Wahrscheinlichkeit, daß die beiden sich begegnet sind, noch dazu unter pikanten Umständen, ist somit als äußerst gering einzuschätzen!!! (Und man sieht doch schon an der Frisur, an der Kleidung, daß sie zu verschiedenen Generationen gehören.)

Vigee-Lebruns Porträt der Marie Antoinette mit drei Kindern und leerer Wiege, 1788
Der kleine Klops ist garantiert nicht nur mir aufgefallen. Mal gucken, ob sie ihn korrigieren. Immerhin ist es lobenswert, überhaupt einen kleinen kulturgeschichtlichen Überblick zu lesen – auch wenn sowas vermutlich nur obsessive Klopsjäger wie ich lesen.

Zwei Stunden später: voilá, sie haben es geändert. Jetzt steht da: Madame Dubarry. Wenn ich mich nicht ganz täusche, war auch sie nicht die Geliebte von Marie Antoinettes Ehemann, denn die führten, laut Fraser zumindest, nach den sieben berühmten Jahren eine ganz gute Ehe. Ich meine, auch die Dubarry wäre Geliebte des Schwiegervaters gewesen. Stimmt… mal gucken, wann sie das nun korrigeren.

Ein Abschied Februar 15, 2007, 18:44

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Morgen beerdigen wir die letzte Großmutter, die uns noch geblieben war. Als wir uns kennenlernten, hatten wir vier Großmütter, vier Witwen. Jeder von ihnen verdanken wir viel: Gene, Liebe, Erinnerungen, Vorbild, eine ganze Welt. Jetzt ist mit Y.s Großmutter von Mutters Seite eine unermüdlich fleißige Frau gestorben, die ihre leidvollen Erinnerungen unter festem Verschluß hielt und bis zuletzt Kinder, hübsche Dinge und lächelnde Menschen mochte. Die letzte Urgroßmutter unserer Kinder, nach denen sie noch aus dem Rollstuhl die Hände ausstreckte, und mit denen sie polnisch sprechen wollte, als das Hebräische sie verließ.

Was für ein schweres Leben. Heute wäre sie 90 Jahre alt geworden. Armut, Verfolgung, Verlust des Mannes und der ganzen Familie, Flucht, Einwanderung, Neaufbau, schwere Verletzung eines seither behinderten Sohns im Yom-Kippur-Krieg, Sorge um die Kinder, und immer Arbeit, Arbeit, Arbeit. Der kleine Hof in Kiriat Ekron, den wir letzten Winter mit den Kindern gesehen haben, war für Y. ein Kindheitsparadies, mit Pferdewagen und Hühnerfutter-verteilen – aber für die Großeltern endlose, harte Arbeit. Der Großvater übrigens, der zweite Mann der Großmutter, hatte in einem Todeslager seine erste Frau und drei Kinder verloren – Verluste, für die es keine Worte gab, über die nie gesprochen wurde. Er muß ein sehr stiller, frommer und gütiger Mann gewesen sein.

Ein Sochnut-Haus, wie es die Jewish Agency bitterarmen Einwanderern zur Verfügung stellte, die nach dem Holocaust aus Europa nach Israel kamen

Nach dem Tod ihres Mannes verließ Y.s Großmutter den kleinen Hof und zog mit ihrem jüngsten, kranken Sohn zusammen. In den letzten Jahren hat ihre älteste Tochter, meine Schwiegermutter, sie in den Kibbuz geholt und ihr alles Schwere abgenommen – was die Mutter vorher nie zugelassen hätte. Die letzten drei Jahre waren vielleicht die einzigen, in denen sie es leicht hatte, in denen sie verwöhnt wurde. Wenn ihre vier Kinder bei ihr waren, sangen sie zusammen jiddische Lieder, obwohl sie kein Jiddisch sprechen. Aber sie hatten die Lieder in der Kindheit von der Mutter gehört. Wir werden sie im Kibbuz beerdigen, wo sie so gern war.

Ich habe in meinem alten Blog mal über sie gesprochen – wie sie, als sie langsam verwirrt wurde, geistig wieder in das Haus aus Stein in Polen zurückkehrte, wo ihre Eltern und Geschwister für sie noch lebendig waren. Bis auf eine kleine Schwester, die von polnischen Bauern versteckt wurde, ist die ganze große Familie, das ganze Dorf, im Warschauer Ghetto und in den Lagern ermordet worden. Die Schwestern haben sich erst nach Jahrzehnten in Israel wiedergefunden – jede hatte gedacht, sie sei als Einzige übriggeblieben. Es wird ein schwerer, bitterer Abschied werden für die kleine Schwester. Nun ist niemand mehr übrig, der sich an die Welt ihrer Kindheit noch erinnern konnte.

Liebe, Ehe, Liebe Februar 13, 2007, 23:44

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Und wieder eine Geschichte aus meinem Meisterwerke-Kurs.

Eine meiner Zuhörerinnen ist eine Freundin meiner Schwiegermutter, wie sie ein Flüchtlingskind, das vom Kibbuz aufgenommen wurde – nur daß die Familie meiner Schwiegermutter aus Polen geflohen ist, und ihre Familie aus dem Jemen. Ihre Kinder sind im Alter der Kinder meiner Schwiegermutter.

Ich kenne sie natürlich, aber nur oberflächlich. Jahrelang war es nur ein shalom, shalom-Verhältnis. Bis sie sich mal durch Zufall in meinen Unterricht verirrt hat. Seitdem gehört sie zu meinen treusten Zuhörerinnen, und wir haben uns richtig gern. Ich schätze sie, und sie errät oft, worauf ich hinauswill.

Sie macht kein Geheimnis daraus, daß sie ihre Kinder (inzwischen alle zwischen Mitte 30 und Mitte 40) gern verheiratet und bekindert sähe, und ihre verhinderten Großmuttergefühle läßt sie gern an der Enkelschar ihrer Freundinnen aus. Ach, und meine Schwiegermutter verfügt über eine zweistellige Enkelschar! Wie oft hat diese Freundin unsere Kinder, Nichten und Neffen schon ans Herz gedrückt. Sie schenkt meinen Mädchen Grapefruits aus ihrem Garten, wenn sie zu Besuch kommt. Sie sitzt großmütterlich sozusagen in den Startlöchern, seit ihre Kinder aus der Pubertät raus sind.

Doch ihre eigenen Töchter wollen nicht heiraten, die eine ist im Ausland, die andere macht in Tel Aviv Karriere, und ihnen fehlt im Leben nichts. Es sind brillante, erfolgreiche Frauen, die vermutlich die Frage „aber wann endlich…“ nicht mehr hören können.

Die Söhne wollen ebenfalls nicht heiraten, ich weiß nicht genau, was sie machen (mit den Töchtern ist Y. seit seiner Kindheit befreundet, die kenne ich besser). Nun ist der jüngste Sohn zur Religion zurückgekehrt, so richtig volles Programm – was seine Kibbuznik-Mutter trotz ihrer eigenen frommen jemenitische Wurzeln bestimmt zu Anfang nicht begeistert hat. Chasera be-tshuva (Rückkehr zur Religion) bedeutet ja immer ein klares Bekenntnis zu einem anderen Lebensstil als dem, in dem man erzogen wurde, und die Eltern schlucken schon mal. Nicht, daß sie so heftig reagieren wie manche religiöse Eltern, deren Kinder den umgekehrten Weg machen – na ja, jede Familie findet eben ihren Weg.

Aber EIN Gutes hat diese neugefundene Religiosität – der Jung heiratet! Endlich!!! Einen ganzen Monat kam die Mutter nicht mehr in meinen Unterricht, weil sie die Hochzeit vorbereiten mußte. Es war wohl ein riesiges Fest, mit allem Drum und Dran. Mir fehlte sie aber. Ich habe mir also überlegt, wie ich ihre heutige Rückkehr ins post-hochzeitliche normale Leben feiern kann.

Die heutige Stunde stand also ihr zu Ehren unter der Überschrift „Liebe und Ehe in der Kunst“. Das ist natürlich ein unerschöpfliches Thema. Wo anfangen? Ich habe mit den Römern angefangen, als Einführung und Grundlage – und es ist so schön, ein älteres, solidarisches römisches Paar mit Tullio Lombardos zart idealisiertem jungem Paar zu vergleichen. Beide Bilder auf einem Dia nebeneinander – und trocken meint ein Zuschauer, „tja, so fängt man an, und so hört man auf“.

Dann natürlich die Arnolfini-Verlobung (es gibt im Netz einfach phantastische Vergrößerungen, in denen man sieht, wie van Eyck seine Ölfarbe handhabt). Die puppenhaften Züge der Braut sind van Eycks einzige Abweichung von einem Realismus, der seinesgleichen sucht. Das leuchtende Rot des Ehebetts, die Perlen des Rosenkranzes, die das Licht fangen – es ist kaum zu glauben, was man mit Farbe alles machen kann. Und wie zeremoniell er ihre Hand hält. Das ist ein ganz wichtiger Moment, man spürt es.

P.P. Rubens, Selbstbildnis des Künstlers mit seiner Frau Isabella Brant in der Geißblattlaube, um 1609

Dann ein eingehender Vergleich der beiden großen Meister des 17. Jahrhunderts. Rubens´ Ehebild aus der Alten Pinakothek, diese stolze, freundliche Selbstsicherheit des Malers im Selbstbildnis mit seiner jungen Frau. Die Hände, die aufeinander ruhen. Der dunkle Hintergrund der Laube, die glatten, prallen Flächen, die gezügelte Kraft, die bei Rubens immer dahintersteckt. Oh, ich liebe Rubens, seine roten Untertöne, die Vitalität. Rubens wirkt auf mich wie ein Mensch, der sich von keinem Hindernis hat aufhalten lassen. Außerdem war er ein großer Kämpfer für Frieden in seiner Zeit, war Diplomat und hatte die Hoffnung, mit seiner Persönlichkeit Menschen versöhnen zu können. Ein wunderbares Bild eines jungen Paars, das Jahre des Glücks ruhig erwartet.

Rembrandt, Die jüdische Braut oder Isaak und Rebekka, um 1655

Danach Rembrandts Jüdische Braut – was für ein Bild. Man muß Rembrandt wirklich im Original vor sich sehen, am besten allein, um zu begreifen, was er mit der Farbe macht. Die Farbflächen haben ein Eigenleben, wie ich es bei keinem anderen Maler kenne – auch nicht bei Rothko oder anderen abstrakten Malern, die die Farbfläche ganz von der Figur befreien. Die helleren Flächen bei Rembrandt sehen nicht aus wie aufgetragene Farben, sondern als würde das Bild aus sich selbst heraus leuchten, als würde sich das Licht einen Weg durch Schleier von Farben bahnen.

Ein unglaubliches Bild, vor dem ich lange, lange gestanden habe, mit einer Art Bewegung, die einem im Museum fast peinlich ist. Wer wischt sich schon gern, umgeben von Schulklassen und Leuten mit Kopfhörern und Stadtplänen, die Tränen aus den Augen? Doch Rembrandt hat ein paar Bilder, die sich in mein armes Herzchen bohren, bis ich vergesse, daß Kunst eigentlich mein Job ist und ich eine ganze Werkzeugkiste voll Fachjargon habe, hinter der ich mich verschanzen könnte, so ich wollte. Doch ich will nicht. Ich lasse die geballte Wucht dieses zauberhaften, stillen Paars, das vollkommen ineinander versunken ist und uns nicht bemerkt, auf mich wirken.

Rembrandt nimmt diese beiden, Yitzchak und Rivka oder Isaak und Rebekka, als universale Bilder der Liebe. Es gibt nicht viele Maler, die ein Thema aus der hebräischen Bibel, Figuren aus der jüdischen Tradition, ohne christlichen Subtext bringen konnten – doch Rembrandt fällt das leicht. Für ihn sind biblische Themen der hebräischen Bibel nicht nur Vorspiel und Vorzeichen der christlichen Erfüllung, wie im mittelalterlichen Typologie-Schema (ein fast komischer Auswuchs ist die Madonna, die im brennenden Busch erscheint – Moshe als Marienanbeter), sondern die jüdischen Themen haben ihren eigenen Wert. Und noch mehr als das – das jüdische Paar steht für das liebende Paar überhaupt.

Wieder fällt die Hand auf. Er hat seine Hand auf ihr Herz gelegt, und sie bestätigt das durch das Auflegen ihrer Hand. Sie stehen da, als würden sie ihre Herzen klopfen hören, ganz still. Es ist in meinen Augen ein unglaubliches Abbild der Liebe, und auch des Ernsts, der zur Liebe dazugehört, wenn sie mehr sein will als nur der vorübergehende Rausch der amour passionel. Das Bekenntnis der Liebe vor Zeugen öffentlich machen, durch Gesten sichtbar machen – das wollen diese Paarbilder. Eigentlich dasselbe wie eine Hochzeit.

Das bequeme, fröhlich-vertraute Paar von Frans Hals, das einen richtig vergnügt anlächelt, habe ich ebenso gezeigt wie Gainsboroughs elegantes Paar in der menschenleeren Landschaft ihres Besitzes, wo die Garben anscheinend von Heinzelmännchen gebunden werden, und die zynischen Kommentare Hogarths zur mariage a la mode. Für den Vergleich von Peales Porträt der Lamings (wie berückt er seiner Frau ins Dekollete lugt) und Davids Porträt der Lavoisiers, auf den ich mich schon freue, war keine Zeit mehr.

Nächste Woche kommt die Romantik dran, mit Freundschaftsbild und Sehnsuchtsbild (der efeu-umkränzte junge Mann auf dem Bild ist gefallen), dann das Biedermeier – das die braven Ehefrauen in ihren blütengleichen Hauben, die strengen Ehemänner im dunklen Anzug immer wieder feiert. Ich werde das gepflegte Paar, das im Wintergarten aneinander vorbeischaut, ebenso zeigen wie Renoirs tanzende Paare und Sargent Singers Ehepaar beim Kindergeburtstag. Ich möchte über Picassos Tragödie bis Hockneys grandiosen Mr. und Mrs. Clark mit dem majestätischen Percy zeigen, und mal gucken, ob ich noch was Neueres finde. Für Anregungen bin ich übrigens jederzeit dankbar!

Das ist schon ein toller Job, wo ich einfach so auf Ereignisse reagieren kann, die meine Zuhörer betreffen. Hat Spaß gemacht. Die frischgebackene Schwiegermutter übrigens war richtig, richtig glücklich. Wenn sie Großmutter wird (worauf sie natürlich fiebert), dann mach ich ihr eine Stunde über Babies, die sich gewaschen hat. Bli neder.

Armer Libanon Februar 13, 2007, 14:34

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Wenn ich höre, „Anschlag“, „Bus“, „Tote“….. dann wird mir kalt vor Schreck. Wenn die inneren Kämpfe im Libanon weiter eskalieren, dann steht den Libanesen noch mehr Leid bevor. Wann werden die Syrer ihre Finger aus den inneren Angelegenheiten des Libanons lassen?

Die Christen im Libanon haben es so schwer, liebe deutsche Christen, wie wäre es mal mit einer kleinen Mahnwache zu ihren Gunsten?

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