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Nachtrag zu Leonard Cohen September 28, 2009, 23:58

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Obwohl ich es bisher aus reiner Giftigkeit vermieden habe, mich Berichten über das Konzert von Leonard Cohen auszusetzen – bei Lozowick bin ich auf einen sehr schönen gestoßen.  Besonders bewegend finde ich, daß Cohen zum Schluß von seinem Recht als Cohen, also Abkömmling der Priester des Tempels, Gebrauch machte und den Segen der Kohanim sprach (den die evangelischen Christen übernommen haben – er ist aber viel älter).

Then there was a surprise that nobody could have anticipated. Cohen, an ordained Buddhist monk, put his hands together in the special formation reserved for Cohanim, members of the Jewish priestly caste, to use when giving the Priestly Blessing in synagogue. He then pronounced the words of the blessing, which come from the Biblical book of Numbers. “May the Lord bless you and keep you. May the Lord let His face shine upon you and be gracious to you. May the Lord look kindly upon you and give you peace.”

Ich wünschte, ich wünschte, ich wäre dabeigewesen. Aber keine Chance, selbst wenn ich eine Karte gehabt hätte – wir hatten eine Hochzeit in der Familie, es war unmöglich. Aber daß ich das verpaßt hab – oh Mann.

Abend der Rosen September 28, 2009, 20:36

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Bert ist es schuld –  er schreibt über das erste Lied, das er im Ulpan gelernt und verstanden hat, ein Lied von Shlomo Artzi. Auf einmal fiel mir wieder ein, daß ich auch mal einen Versuch mit dem Ulpan im Nachbarkibbuz gemacht habe.

Leider war das nichts für mich, weil ich schon viel zu gut Ivrit konnte – ich hatte es ja in Deutschland schon gelernt und habe dann hier im Kibbuz gleich mit Kindern gearbeitet. Der Ulpan konnte mir nur Stufe bet anbieten, obwohl ich laut Einstufung mindestes dalet gebraucht hätte – aber um mal ein bißchen unter die Leute zu kommen und die Ausflüge mitzumachen, haben sie mich trotzdem teilnehmen lassen. Es war mir aber schnell zu langweilig, so nett die Leute waren, und ich habe ihn nicht mit zu Ende gemacht.

Aber an ein paar Sachen erinnere ich mich noch – unter anderem das erste Lied, das uns der Schwager der Ulpan-Lehrerin mit der Gitarre beibrachte. Er sang es so schön, daß ich nie mehr eine Interpretation gehört habe, die an die seine herangekommen wäre. Ein Kibbuzniks in blauen Arbeitsshorts mit Gitarre, vor einer Gruppe von Ulpanistim aus aller Welt, an einem heißen Nachmittag irgendwann anno 1989 – und das Lied Erev shel shoshanim, Abend der Rosen. Diese Art Musik nennt man shirey-eretz-Yisrael, Lieder vom Land Israel… ein bißchen Liebe und so darf auch dabei sein…  und ich habe gleich zwei Interpretationen rausgekramt.

Die Parvarim, in einer richtig klassischen Darbietung, mit rrrollendem rrrr und rustikaler Umgebung.

Mashina dagegen – Yuval Banai leitet sein Lied „lama li politika achshav?“ (was soll mir jetzt Politik?) mit dem alten Lied ein. Und auch Mashina paßt zu dieser Erinnerung, denn bei einem großen Fest der Ulpanistim aus ganz Israel habe ich sie zum ersten (und einzigen) Mal live gehört, in Jerusalem. Damals kann er das Lied aber noch nicht gesungen haben, denn die Berliner Mauer stand noch – ein paar Monate lang wenigstens.

Danke an Bert für die schöne Erinnerung und Anregung.  Das ist doch tatsächlichalles  schon 20 Jahre her.

Netanyahus Rede September 27, 2009, 11:40

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Falls jemand sie nicht mitgekriegt hat.

Es lohnt sich, sie von Anfang bis zum Ende anzuhören.  Ich würde mich freuen, wenn jemand mir Links zu deutschen Kommentaren oder Reaktionen auf die Rede geben könnte.  Deutsche Journalisten müßte diese Rede doch interessiert haben.

Lachhaft September 27, 2009, 11:18

Posted by Lila in Presseschau.
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Wann hat ein israelischer Regierungschef zum ersten Mal vor den iranischen Nuklearwaffen gewarnt? War es Ariel Sharon? Oder schon früher? Ich weiß es nicht mehr. Aber jahrelang haben die westlichen Medien so getan, als hätte Israel diese Bedrohung nur erfunden, um von eigenen Übeltaten abzulenken.

Ein Klassiker ist und bleibt diese Schlagzeile: Israel droht mit Selbstverteidigung! Ja, wenn es schon so weit gekommen ist, daß Israel mit Selbstverteidigung droht…

Noch vor ein paar Tagen erschien ein Artikel in der ZEIT, der zeigt, wie „ausgewogen“ manche deutschen Journalisten den Konflikt sehen. Am besten zitiere ich mal daraus:

Mit gegenseitigen Beschimpfungen hat das Schaulaufen Irans und Israels vor der UN-Generaldebatte begonnen.

…der neue verbale Schlagabtausch…

….die neuen Misstöne zwischen Teheran und Jerusalem…

Alles klar? Beide Seiten beschimpfen sich gegenseitig. Doch woher kommen diese Mißtöne eigentlich?

Irans Präsident reagierte damit auf eine Äußerung von Israels stellvertretenden Außenminister Danny Ajalon, der die seit Jahren übliche Floskel wiederholte, wonach im Hinblick auf das iranische Atomprogramm „alle Optionen auf dem Tisch liegen“.

Israel droht  – der arme kleine Iran reagiert nur darauf! Und warum drohen die Israelis eigentlich? Haben sie einen Grund? Nein, natürlich ist das nur ein Vorwand.

Erneut wird Israels Premier die Welt davon überzeugen wollen, dass ein Stopp des iranischen Atomprogramms höhere Priorität habe als die Nahost-Friedensverhandlungen mit den Palästinensern.

Wie nennt man diese grammatikalische Form noch einmal? Er wird es tun wollen – aber nicht sicher, ob es ihm auch gelingt. Natürlich gelingt es ihm nicht, natürlich wird sich niemand Sand in die Augen streuen lassen, natürlich ist diese Taktik der Israelis altbekannt. Ablenkungsmanöver, alles Ablenkungsmanöver!

Nur die Bildunterschrift, vermutlich von anderer Hand verfaßt, nennt das Kind mit dem Bart beim Namen:

Israel-Hetze aus Teheran: Erneut verunglimpft Irans Präsident Mahmud Ahmadineschad den jüdischen Nachbarstaat

Ja, er hetzt. Aber, impliziert der Artikel, reicht das schon als Grund für Israels Drohungen?

Auf einmal aber dreht sich der publizistische Wind. Die „Enthüllung“ der Atomanlage bei Qom ist wohl der Auslöser dafür, den Iran auf einmal ernstzunehmen.  Und warum? Ach so. Weil Ahmedinijad jetzt den Westen provoziert, nicht nur Israel.

Am Montag will Iran Rundfunkberichten zufolge außerdem eine Mittelstreckenrakete vom Typ Shahab 3 testen, eine Waffe, die bis zu 2000 Kilometer weit fliegen kann – und somit auch Israel und amerikanische Stützpunkte in der Golfregion treffen könnte.

Man bemerke den Unterschied! Am Ende wird noch jemand außer den schimpfenden Israelis zu Schaden kommen!

Das islamische Land, bitter verfeindet mit Israel, steht nach wie vor unter Verdacht, am Bau eigener Atomwaffen zu arbeiten.

Und nur ein paar Worte zum Thema „bitter verfeindet“. Vor der Revolution der Ayatollahs waren Israel und Iran Handelspartner und hatten gute Beziehungen. Die Iraner sind keine Araber, und obwohl die Juden in Persien mal bessere, mal schlechtere Zeiten hatten,  waren bis zu dieser Revolution Israel und Iran alles andere als bitter verfeindet. Die bittere Feindschaft geht einzig und allein von den fundamentalistischen Ayatollahs aus und wird  von regimekritischen Iranern auch nicht geteilt.

Es waren die Ayatollahs, die sich auf Israel eingeschossen haben und alle Wut des Korans auf die Söhne von Affen und Schweinen losgelassen haben. Im Gegensatz zu dem Kausalverhältnis, das der ZEIT-Artikel suggeriert, ging alle Feindseligkeit von Iran aus. Und das ohne jeden Anlaß – Israel und Iran haben keine gemeinsame Grenze, der Iran ist viel größer und volkreicher als Israel und kann sich nicht bedroht fühlen, und die angebliche Unterdrückung der Palästinenser in Israel ist weniger schlimm als die im Libanon, in Jordanien oder Syrien – nur kümmert das niemanden, wo Araber andere Araber unterdrücken oder umbringen.

Die üblen Szenen auf den Straßen Teherans vor ein paar Monaten sind vom Westen mit Schweigen beantwortet worden. Das ist eine Schande.  Daß Ahmedinijad seinen Wahlbetrug durchziehen konnte, hat er dem Westen zu verdanken.

Und nun sehen wir uns einmal die Größenverhältnisse zwischen Israel und Iran an, um zu sehen, ob beide Staaten tatsächlich so gleich stark und gleich aggressiv sind, wie der ZEIT-Artikel vermuten läßt. (Ich verlasse mich dabei auf das Länderlexikon von SPon).

Fläche:

Iran: 1 648 195 km²

Israel:  22 072 km²

Bevölkerung:

Iran: 71,956 Mio. Einw. davon 51 % Perser, 24 % Aserbaidschaner, 8 % Masandaraner, 7 % Kurden, 3 % Araber

Israel: 7,308 Mio. Einw. davon 76,2 % Juden, 23,8 % nichtjüdische Minderheiten

Bevölkerungsdichte:

Iran: 43 Einw./km²

Israel: 326 Einw./km²

Allg. Wehrpflicht:

Iran: 18 Monate

Israel: 24(w) / 36 (m) Monate
Streitkräfte:

Iran: 545 000 Mann (Heer 350 000, Revolutionäre Garden 125 000, Luftwaffe 52 000, Marine 18 000)

Israel: 168 300 Mann (Heer 125 000, Luftwaffe 35 000, Marine 8000)

Der Iran ist ein riesiges Land mit geringer Bevölkerungsdichte und einer großen Armee, die es mit Leichtigkeit unterhalten kann – relativ kurzer Wehrdienst nur für junge Männer. Israel ist so klein, daß nicht mal sein Name auf der Landkarte Platz hat, mit hoher Bevölkerungsdichte und einer Armee, die es nur aufrechterhalten kann, indem es junge Männer und Frauen einzieht – auch die Frauen dienen hier länger als die iranischen Männer.

Es ist lachhaft, so zu tun, als wären die Drohungen Irans nicht ernstzunehmen, oder nur von Israel erfunden, um von den notwendigen Friedensverhandlungen mit den Palästinensern abzulenken. Sharon und Olmert haben vor den iranischen Atomwaffen gewarnt und gleichzeitig Verhandlungen mit den Palästinensern geführt (Sharon hat den Gazastreifen geräumt, Olmert sehr großzügige Angebote gemacht – nur zur Erinnerung).

Was soll ich also jetzt davon halten, daß Sarkozy und Obama und Brown den Iranern lauthals nu-nu-nu zurufen? Ich hoffe, daß sie tatsächlich mal Druck auf die iranische Regierung ausüben. Ich würde mir wünschen, daß bessere Zeiten für die Iraner anbrechen, daß die inner-iranische Opposition und auch die Opposition im Exil endlich mal ernstgenommen werden, und daß Israel nicht mehr allein dasteht. Daß endlich mal ein Unterschied gemacht wird zwischen Demokratien und Diktaturen, zwischen irrsinnigen Haßpredigern und normalen Regierungschefs. Ich würde mir auch wünschen, daß Heinzelmännchen nachts meine Küche aufräumen, daß der Osterhase durchs Oberlicht springt und das Christkind mir die Organisation des Heiligabends abnimmt. Ja, das wäre schön!

Trauma September 25, 2009, 23:28

Posted by Lila in Land und Leute.
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Bei meinen Gesprächen in Deutschland habe ich nicht sehr tief gegraben, und kleine persönliche Eindrücke zählen ja eigentlich nicht. Trotzdem – ich hatte bei meinem letzten Besuch in Deutschland  nicht das Gefühl, daß es eine Art von selbstverständlicher Solidarität mit deutschen Soldaten gibt, die in Afghanistan kämpfen. Das sind andere Deutsche, das sind Leute, die man nicht kennt, die sind weit weg, die haben die falsche Wahl getroffen, die hätten verweigern sollen, die müssen schon damit fertigwerden, was Soldatsein bedeutet.

Ich habe es ein paarmal vorsichtig angesprochen, daß nun auch deutsche Soldaten Todesangst haben müssen, schnelle Entscheidungen fällen müssen, die fatal falsch sein können, daß nun auch Deutsche Kriegssituationen erleben. Aber ich verstand schnell, daß sich vielleicht jemand sich mit ihnen identifiziert – aber nicht unter den Leuten, die ich kenne. Diese Probleme gehen wohl  niemand anders an als die, die sich mit ihnen rumschlagen müssen.

Wenn ich von meinem Primus erzählte, meinten mehrere Gesprächspartner, „na ja, kein Wunder, bei euch werden die Kinder ja auch indoktriniert“. Darauf habe ich versucht, zu erklären, daß für Kinder, die hier aufwachsen, keine Indoktrination nötig ist, um zu verstehen, daß das Land bedroht ist. Und daß sie selbst bedroht sind.

Primus lag als Baby im Plastikzelt gegen Saddams Raketen (woran ihn nur Bilder erinnern), die Kinder erinnern sich noch gut an die Terrorwelle und mehrere Male, als wir Bus, Einkaufszentrum, deutsche Botschaft und Flughafenhalle schnell räumen mußten, und sie hören Nasrallah und Ahmedinijad in den Nachrichten. Sie haben mitgekriegt, wie viele Soldaten im Laufe der Jahre gefallen sind, traumatisiert nach Hause gekommen sind, sie kennen zwei Männer, die wegen Fehlentscheidungen ins Gefängnis mußten.

Sie wissen, daß sie ruhig schlafen konnten, weil unter anderem die Armee uns beschützt hat. Sie haben alle Männer und Frauen ihrer Verwandtschaft und Bekanntschaft in Uniform gesehen. Da kann man als fairer Mensch schlecht sagen: okay, das war nett von euch, euer Leben für uns in die Schanze zu schlagen, aber ich gehe lieber meinem eigenen Vergnügen nach und gehe in die USA studieren – sucht nicht nach mir, ich bin nicht dabei, paßt schön selbst auf euch auf.

Denn es ist auch eine Art der Indoktrination, Kindern beizubringen, daß außer dem eigenen persönlichen Erfolg, Fortkommen und Vergnügen nichts den Einsatz wert ist. Die Gemeinschaft, die Heimat, eine Art Solidarität mit anderen Deutschen? Man traut sich ja kaum, Volk zu sagen, weil die unsympathischsten, un-empathischsten Egoisten das Wort mit Beschlag gelegt haben. Aber ob man es will oder nicht, man gehört zu einer größeren Einheit, einem Stamm oder Volk oder Staat, bei jedem fächert sich das Gefühl der Zugehörigkeit anders auf. Aber es ist keine Schande, stolz auf sein Land zu sein und bei Fußballspielen die Hymne mitzusingen und die Fahne hochzuhalten und sich zu freuen, wenn die eigene Nationalmannschaft Erfolg hat. Man muß ja deswegen nicht gleich den zweiten Weltkrieg im Stadion noch einmal austragen.

Wenn also große Teile der jungen Deutschen es vorziehen, statt Wehr- oder Zivildienst gar nichts zu tun außer dem eigenen Fortkommen oder Vergnügen oder am besten beiden zu leben, dann ist auch das das Ergebnis einer Art Indoktrination, einer Beeinflussung. Man lebt den Kindern bestimmte Werte vor, und bis zu einem gewissen Grade verhalten sie sich dementsprechend.

Die Kehrseite dieser Werte bekommen nun die Soldaten zu spüren, die traumatisiert und eventuell auch stigmatisiert aus Afghanistan wiederkommen. Keiner weiß, was für tiefe Spuren der Krieg hinterläßt, der ihn nicht selbst erlebt hat. Ich habe ihn nicht erlebt, aber ich lebe seit 20 Jahren mit einem Mann mit Kriegstrauma. So tief er es auch in sich vergräbt, es ist doch da und hat ihn verändert, und manchmal kommt es zum Vorschein. Er hat Glück, es hindert ihn nicht am normalen Leben und er kann ohne Hilfe damit umgehen. Aber ich kann ein bißchen ermessen, wie schwer das Leben mit solchen Erinnerungen ist, die immer wieder hochkommen.

Nicht umsonst sind die drei erfolgreichsten israelischen Filme der letzten drei Jahre, Beaufort, Waltz with Bashir und Lebanon, dem Libanonkrieg von ´82 gewidmet, unter dessen Nachwirkungen mein Mann wie seine ganze Generation leidet.

In Israel gibt es heute mehr Verständnis und Hilfe für Menschen mit posttraumatischen Störungen, ob Terroropfer oder Soldaten oder Zivilisten unter Raketenbeschuß (im Norden und Süden). Es ist keine Schande mehr, halum krav zu sein, shell shocked, und es gibt ein ganzes Netzwerk der Hilfe, damit die Betroffenen in eine Art Normalität zurückkehren können. Israelische Psychologen und Psychiater gelten mit guten Grund als Speerspitze der Traumaforschung. Die Studienteilnehmer gehen ihnen nicht aus. Ja, sie können auch die Auswirkungen von Trauma auf Kinder- und Enkelgenerationen schwerst Traumatisierter erforschen.

In Deutschland sind die Traumatisierungen des Zweiten Weltkriegs noch nicht aufgearbeitet – meine Mutter, die zu Kriegsende ein Kleinkind war, bekommt Panikanfälle beim Heulen der Sirenen, und mein Vater, der den Krieg als kleiner Junge erlebt hat, hat entsetzliche Erlebnisse gehabt, ohne die er ein anderer Mensch geworden wäre, da bin ich sicher.

Ich habe in den letzten Jahren mit den Freunden und Freundinnen meiner Eltern, alle  inzwischen so um die Sechzig, Siebzig, sehr interessante Gespräche geführt, bei denen ich ihre Kindheitsschicksale erfahren habe – erstaunliche Geschichten von Menschen, die ich seit meiner Kindheit kenne, und deren Albträume, Verlusterlebnisse, Ängste und Erinnerungen an Hunger, Flucht und Gefahr ich nicht kannte, und meine Mutter auch nicht. Es ist alles noch da – aber keiner hat es wahrgenommen, keiner hat geholfen.

In den 50er und 60er Jahren ging es um wirtschaftlichen Aufbau und Vergessen, um Errichten einer gewissen Normalität, danach um Aufarbeitung von politischer Schuld und gesellschaftlichem Versagen. Alles ehrenwert und wichtig und menschlich verständlich. Doch der persönliche Preis, den damals schuldlose Kinder bis heute in Form von Albträumen zahlen, ist kein Thema und kann es wohl auch nicht mehr werden. Doch ich bin mir sicher, daß jeder meiner deutschen Leser nur ein bißchen zu graben brauchte bei denen, die im Zweiten Weltkrieg Kinder waren, um auf ähnliche Traumata zu stoßen.  Verschwiegen, verdrängt oder zu drolligen Anekdoten umfrisiert – „wie der Vater damals aus der Gefangenschaft wiederkam und die Kinder ihn nicht erkannt haben“  – aber die Traumata sind noch da.

Ich möchte mir wünschen, daß das Vergessen und Verdrängen nicht ein zweites Mal geschieht. Ich habe großes Mitgefühl mit den Afghanistan-Veteranen. Ich würde das Entstehen einer marginalisierten, ins Kriminelle abdriftenden Randgruppe von Veteranen in Deutschland nur mit Grausen sehen können. Und das ist eine Aufgabe für alle – egal was man politisch von diesem Einsatz hält, den Menschen darf man die Solidarität nicht verweigern. Die Soldaten zahlen einen Preis für die Entscheidungen von Politikern, auch die, die diese Politiker nicht gewählt haben. Wie schön wäre es, wenn sie in eine Atmosphäre der Solidarität, des Verständnisses und der Hilfe zurückkehren könnten.

Bei meinen Überlegungen zur Solidarität und moralischen Verpflichtung dem Nächsten gegenüber fiel mir ein Kollege ein. Er ist etwas älter als ich, ein besonders netter Mensch, und seine Kinder sind etwas älter als meine. Sein Sohn ist Offizier bei der Marine, und der Vater ist sehr stolz auf ihn. Ich habe nie mit ihm über Politik gesprochen.

Neulich sprachen wir am Telefon, wir wollten uns treffen. Er meinte, er kann bei mir vorbeikommen. „Aber du wohnst doch in Tel Aviv, was machst du denn in den Semesterferien im Norden?“, fragte ich. „Da bin ich einmal die Woche. Ich fahre jeden Dienstag an den Checkpost XY, hole von dort palästinensische chronisch Kranke aus der Gegend um Jenin ab, fahre sie nach Haifa ins Krankenhaus und abends wieder zurück. Wir haben so einen Fahrdienst organisiert, ich und noch ein paar andere Leute“, meinte er.

Auch das ist Solidarität, die sich nicht nur auf die eigenen Leute erstreckt – oder gerade doch. Ihm tun die Palästinenser leid, die wegen israelischer Checkpoints ihre lebenswichtigen Therapien versäumen – auch wenn diese Checkpoints als Reaktion auf terroristische Angriffe entstanden sind und es im Moment noch keine Alternative zu ihnen gibt. Und er möchte auch nicht, daß wir als Israelis das menschliche Antlitz verlieren, das in unserer Situation nur so schwer zu bewahren ist – wie die deutschen Soldaten in Afghanistan als vermutlich einzige Deutsche wirklich nachvollziehen können.

Es gibt immer wieder Menschen, die sich  mit tätiger Hilfe dagegen wehren, dieses menschliche Antlitz zu verlieren. Der Sohn dient in seiner Uniform mit Abzeichen und verteidigt das Heimatland, und der Vater leistet Hilfe für Hilfsbedürftige, die unter dieser Verteidigung schuldlos leiden. Beide Verhaltensweisen gehören zur selben Art der „Indoktrination“, für die ich in Deutschland so wenig Verständnis erwarten kann.

Ja, sind wir denn unseres Bruders Hüter? Wir sind es. Und wir sollten „Bruder“ nicht so eng definieren, daß nur noch das Gesicht übrigbleibt, das uns im Spiegel anguckt.

Sapere aude September 21, 2009, 0:57

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In  Deutschland habe ich es öfter schon gehört – viele Menschen glauben wildes Geraune über den 11. September. „Man weiß nichts Genaues“, „es hätten auch die Amerikaner selbst sein können“, „es könnte auch der Mossad gewesen sein“ „es wird uns ja so viel verschwiegen…“ Gern in einem faszinierten Ton geäußert, alles ist möglich, die Welt voller Verschwörungen, und Holzauge sei wachsam, auch wenn du blind bist.

Ich habe zum Jahrestag des traurigen Septembertags  nichts geschrieben, aber jetzt hole ich das nach, und zwar in Form eines Links. Ich habe noch nicht die ganze Seite in ihrer Informationsfülle durchgeackert, aber Debunk 9/11 scheint mir eine nützliche Quelle zu sein, wenn man Verschwörungstheoretiker ein bißchen verunsichern will. (Gefunden dank Lindwurm, gute Besserung übrigens!)

Glaube ich etwa daran, daß das möglich ist – Aufklärung für Verschwörungstheorie-Gläubige? Nein, leider nicht wirklich. Wer erstmal vom irrationalen Gewaber gefangengenommen worden ist, der ist nicht mehr bereit, Tatsachen als solche zu erkennen. Die Realität verwandelt sich dann in eine Babushka, in der sich immer neue  Strippenzieher und Fälschungen verbergen – bis ganz zum Schluß, im Kern, einen die häßliche Fratze des internationalen Juden, des  kapitalistischen Yankees mit jüdischem Nachnamen, des protokollschreibenden Weisen von Zion anguckt. Immer auf dem Weg zur Weltherrschaft, zur Ausbeutung der Massen, zur Vernichtung der islamischen Welt durch den Islamophobismus, zur nächsten blutigen Mazze, ich weiß es auch nicht.

Trotzdem, es kann nicht schaden, sich die Tatsachen noch einmal zu Gemüte zu führen. Denn jede Babushka hat mal ein Ende.

Glückwunsch September 20, 2009, 22:05

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Morgen hat er Geburtstag, Leonard Cohen.  In einer Woche tritt er in Israel auf. Obwohl Y. auf der Lauer nach einer Karte lag, waren die so schnell ausverkauft, daß wir keine mehr erwischt haben. Darüber bin ich sehr traurig, denn meine Mutter hat ihn in Düsseldorf gesehen, und sie sagt, es war einfach unbeschreiblich gut. Allerdings ist meine Mutter ein Fan der ersten Stunde und hat ihn schon vor 30 Jahren im Konzert gesehen. Sie kann sogar mit seinem frühen Konzert vergleichen.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als meine Mutter Leonard Cohens Bücher und Platten (ja, Kinder, damals gab es so Dinger, die Schallplatten hießen) entdeckte. Das muß Anfang der 70er Jahre gewesen sein, denn ich sehe die Wohnung noch vor mir, in der wir damals wohnten. Seitdem hat seine Musik und Lyrik uns begleitet.

Als Kind, als junge Frau habe ich einfach nicht „gehört“, daß der Name Cohen jüdisch ist, das fällt mir im Nachhinein wirklich auf. Mir hat damals jeder Sinn, jedes Koordinatensystem gefehlt, um einen Namen wie Cohen einordnen zu können. Das ist eigentlich doch ein ziemliches kulturelles Armutszeugnis, aber es war einfach so. Cohen? Hat mir nichts gesagt. Auch Levy oder Nussbaum oder Elnekave hätte ich nicht als jüdische Namen identifiziert.

Ich erinnere mich noch an das Kinderbuch Maikäfer flieg, das ich so etwa mit zehn Jahren geschenkt bekommen habe, von Christine Nöstlinger. Darin spielt ein Soldat mit Namen Cohn eine wichtige und positive Rolle. Auch ich habe, wie die Leser, die in Amazon Rezensionen schreiben, in Cohn nur den „russischen Koch“ gesehen, mir ist vollkommen entgangen, daß Cohn ein jüdischer Name ist, und daß der Soldatenkoch Cohn vielleicht so anders ist, weil er Jude ist.  Wobei ich das Buch eigentlich wiederlesen müßte, um dieser Frage ein bißchen nachzugehen. Cohn ist Außenseiter, und damit der natürliche Verbündete des Kinds, das in der Welt der Erwachsenen ebenfalls Außenseiter ist.

(Ich weiß nicht, ob es Germanistikstudenten sind, denen hier ebenfalls komplette entgeht, daß Cohn Jude ist – und eine Leserin meint sogar, daß sich das Buch nicht für die Arbeit in der Schule eignet, „da wesentliche Aspekte des Zweiten Weltkriegs, wie etwa die Judenverfolgung, nicht ausreichend oder gar nicht angesprochen werden“. Hm. Judenverfolgung vielleicht nicht, aber man könnte ja mal über jüdische Identität, Stereotypen über Juden, jüdische Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung sprechen? Es muß ja nicht immer Anne Frank sein.)

Weil Y. weiß, wie traurig ich darüber bin, daß ich Cohen nicht wenigstens einmal im Leben live hören werde, hat er mir die DVD als Rosh-ha-Shana-Geschenk gekauft – Leonard Cohens Konzert  in London. Als kleine Entschädigung. Wir haben uns hingesetzt und zugehört und geguckt, und auf einmal waren alle vier Kinder auch dabei. Cohen Anziehungskraft ist also nicht auf uns beschränkt. Wie bescheiden er lächelt und sich verbeugt und sich bedankt, wie selbstironisch er spricht. Als wäre er nicht –  alle Groschen ins Phrasenschwein, egal wie ich es sage – als wäre er nicht eine lebende Legende, Mythos bei Lebzeiten, ein ganz großes Licht.

Herzlichen Glückwunsch, Leonard Cohen. Ich weiß nicht, was ich nächste Woche mache, wenn er hier spielt, aber vermutlich werde ich vorher unter dem Bett wischen müssen, damit ich mich dort kummervoll verkriechen kann…

Shana tova September 20, 2009, 0:53

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Soeben ist der erste Tishrei zu Ende gegangen, der erste Tag des Jahres 5770. Vor dem Fenster höre ich die beste Nachricht des Jahres: das Rauschen des ersten Regens. Heute nachmittag ist schon ein bißchen gefallen, und jetzt gilt es wohl als Yore, als erster Regen des Jahres. Daß er an Rosh haShana fällt, nehme ich jetzt einfach mal als gutes Zeichen. Möge es ein regenreicher Winter werden, für unsere ganze Weltgegend hier, wir brauchen es alle.

Ich kann eigentlich nur dankbar sein für das letzte Jahre. Es ist Primus´ erstes Jahr bei der Armee, und ich bin froh, daß er jetzt die Ausbildung zum Sanitäter macht. Er ist mit Begeisterung dabei und macht sich wohl sehr gut. Er hat die guten Nerven seines Vaters geerbt, eine ruhige Hand und einen klaren Kopf. Es freut mich, daß er das so ernst angeht und wieder fröhlicher ist. Zwischendurch hatte er mal ein ziemliches Tal.

Secundus´ letztes Schuljahr – er orientiert sich wieder mehr nach Hause und weniger auf die Jugendbewegung, das an die Schule angeschlosssene Internat mit all den Aktivitäten, wo er letztes Jahr ja der King war (kusson-ha-shana).  Er investiert sogar ein bißchen Arbeit in die Schule, und im Moment arbeitet er am Film über die Abschußfahrt nach Polen. Sie haben die ganze Zeit gefilmt, und er sitzt nun mit dem Rohmaterial und macht einen Film draus. Zu dem Thema aber ein andermal mehr.

Tertia ist ein braves Kind, wie sie es eigentlich immer schon war. Ihre Freundinnen kommen von Zeit zu Zeit und her, und alle gucken zusammen einen Film. Das letzte Mal war es der Vorleser, und wir hatten hinterher eine ganz gute Diskussion. Wie schön, daß Tertias Freundinnen tatsächlich Interesse daran haben, über die moralischen Probleme des Films und des Buchs zu diskutieren – sie haben das Buch auch gelesen. Alles, wie Tertia, Leseratten und nachdenkliche Mädchen. Na ja, je nach Film können sie auch ganz schön kichern, aber das gehört ja dazu.

Quarta will immer noch nicht richtig groß sein, ihr ist die Rolle als Kleinkind der Familie sehr lieb. Selbst den Sandwichtoaster kann sie angeblich nicht bedienen und verläßt sich darauf, daß sich schon jemand findet, der ihr das Brötchen toastet… und so ist es dann auch. Wir arbeiten alle daran, daß ihre Rolle im Haus endlich mal zu der aufschließt, die sie außer Haus, in der Schule, dem Nachmittags-Kinderhaus und im Reitstall, hat. Da ist sie nämlich vernünftig, verantwortungsbewußt und, ebenso wie Secundus, ungeheuer beliebt. Y. und ich waren ja nie die sozialen Löwen und wissen gar nicht, wie wir an zwei solche Mähnenschüttler kommen.

A propos Löwen: unser Leo hat sich sehr gut erholt. Er springt schon wieder draußen rum, spielt mit seinen Freundne, und die anderen Katzen haben keine Scheu mehr vor ihm. Er frißt jede halbe Stunde eine Dose Katzenfutter (Trockenfutter, das er nach der Verletzung nicht fressen konnte wegen Wunden im Maul, lehnt er jetzt mit einem arroganten Wackeln seines schwanzlosen Hinterteils ab) und legt wieder an Gewicht zu. Seine Augen und sein Fell sind blank, und er kommt ohne Schwanz immer besser zurecht. Wie froh sind wir, daß wir den Kerl behalten durften.

Ja, wir arbeiten viel, aber wir dürfen eigentlich nicht klagen. Solange alle gesund sind, nicht nur im Haus sondern auch in der weiteren Familie und Freundeskreis, und solange es überhaupt noch einen Freundeskreis gibt, der uns sogar die sträfliche Vernachlässigung verzeiht, deren wir uns in den letzten Jahren schuldig machen (Y. hat im letzten Jahr fast jedes Wochenende mindestens einen Tag gearbeitet – er hat keine Zeit für was anderes, und ich deswegen auch kaum noch) – ja da können wir nicht klagen.

Der Kibbuz feiert dieses Jahr einen runden Geburtstag, und zu Rosh HaShana sind überall Ausstellungen, Konzerte, Workshops und Aktivitäten aller Arten. Ich würde gern hingehen, aber da ich mir irgendwie ganz doof den Fuß verkackst habe und seit gestern nur noch humpeln kann, bleibe ich zuhause. Hoffentlich ist es morgen besser.

Der Regen hat aufgehört. Ich hoffe, er ist nur irgendwo anders hingezogen. Frohes Neues Jahr allerseits. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich mich an das Jüdische Neue Jahr gewöhnt habe, und es hat geholfen, daß es zeitnah mit dem Schuljahr (Anfang September) und dem akademischen Jahr (nach Sukkot, also Ende Oktober) gefeiert wird. Da ist tatsächlich ein Neubeginn in der Luft, den man spürt.

Erblasten September 17, 2009, 18:58

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Quarta spielt schon seit ein paar Jahren Mandoline – vielleicht erinnert sich jemand daran, wie es dazu gekommen ist. Seit dem ersten Schuljahr lernt sie in der Schule Blockflöte.  Die Musiklehrerin des Kibbuz, Rochkele, hat die Kinder dann vor zwei Jahren gefragt, ob sie lieber Mandoline, Geige oder Klavier spielen wollen. Quarta hat gemeint, Geige.  Daraufhin hat Y. sein väterliches Veto eingelegt und gesagt: in diesem Haus ist nur Platz für einen – entweder ich oder eine Geige. Daraufhin hat Quarta also Mandoline gelernt (wie schon ihre Brüder und ihr Onkel vor ihr – Violinphobie ist erblich).

Jetzt sind wieder zwei Jahre vergangen, und die Zeit für das dritte Instrument ist gekommen. Geige oder Klavier? Gitarre. Also hat Quarta jetzt Gitarrenunterricht genommen. Sie hat sich wohl einen etwas jugendlicheren Gitarrenlehrer vorgestellt als Nechemia, den wir vor einer Woche zum ersten Mal gesehen haben.  Nechemia ist aus dem Nachbarkibbuz, in der Gegend für sein Gitarrenspiel bekannt und außerdem ehemaliger  Schulkamerad meines Schwiegervaters. Soweit ein netter Mann, aber Quarta kam heute empört aus ihrer zweiten Gitarrenstunde. „Mama, der Nechemia verlangt zu viel! Er meint, ich muß das alles ganz leicht lernen, weil doch Großvater Paul so ein begabter Musiker war! Das ist unfair!“

Wenn man bedenkt, daß Paul ihr Urgroßvater war, ist es in der Tat etwas viel verlangt. Das arme Kind hat ja auch von mir genetische Anteile, und die sind stock-unmusikalisch. Aber Nechemia glaubt wohl an die Kraft der Vererbung. Immerhin, nicht jeder hat einen Gitarrenlehrer, der einen mit dem Urgroßvater vergleicht.

Mehr zu Garlasco September 17, 2009, 11:46

Posted by Lila in Bloggen.
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Noch erstaunlicher als die Nazi-Medaillen-Sammelwut Garlascos finde ich seine Äußerungen in einem vor ein paar Jahren geführten Interview, als er noch im Pentagon arbeitete (gefunden bei Lozowick, den man sowieso lesen sollte). Garlasco war damals wohl verantwortlich für die Luftangriffe der USA, und auch für den sog. Kollateralschaden, der dabei in Kauf genommen wurde.  Auf Nachfragen zu den Erwägungen, die immerhin über Leben und Tod von Zivilisten entscheiden, meinte Garlasco:

„I don’t think people really appreciate the gymnastics that the U.S. military goes through in order to make sure that they’re not killing civilians,“ Garlasco points out.

„If so much care is being taken why are so many civilians getting killed?“  Pelley asks.

„Because the Taliban are violating international law,” says Garlasco, “and because the U.S. just doesn’t have enough troops on the ground. You have the Taliban shielding in people’s homes. And you have this small number of troops on the ground. And sometimes the only thing they can do is drop
bombs
.”

Das ist ehrlich gesagt der Hammer. Ganz gleich, was man von Afghanistan hält – eigentlich sollte man davon ausgehen, daß ein Mann wie Garlasco die moralischen Zwickmühlen Israels verstehen könnte. Unsere Bürger werden jahrelang aus dem Gazastreifen beschossen – wie verteidigen wir sie? Die Hamas verbirgt sich, wie die Hisbollah, in privaten Häusern, trägt keine Uniformen und tarnt sich als Zivilisten unter Zivilisten – wie kann man ihnen das Handwerk legen? Manchmal kann man da leider nur eine Bombe werfen – da denken Militärstrategen wohl überall gleich, ob im Pentagon oder in Jerusalem.

Aber halt – da kommt wieder unser guter alter Freund, die Doppelmoral, ins Spiel. Wenn Amerikaner, Deutsche oder Franzosen in einer bestimmten Situation aus militärischem Kalkül den Tod von Zivilisten in Kauf nehmen, ist das zwar problematisch, aber letztendlich vertretbar (obwohl weder amerikanische noch deutsche oder französische Zivilisten jeweils bedroht sind). Dieselbe Entscheidung aber ist moralisch vollkommen unhaltbar, wenn Israelis zum Schutz ihrer eigenen Zivilbevölkerung zum letzten Ausweg, der Bombe, greifen.

Wenn man also die scharfen Maßstäbe, die Garlasco an Israel legt, nun an seine eigene Funktion im Pentagon, an die von ihm (angeblich) autorisierten Einsätze legt? Am Ende müßte der Mann sich vor dem Internationalen Gerichtshof in den Haag verantworten! Legte man an alle anderen Staaten dieselben Maßstäbe an wie an Israel, wäre ganz den Haag mit Angeklagten verstopft.

Dann kommt noch dazu, daß sich sehr viele der auch von Garlasco vorgebrachten Anklagen gegen Israel hinterher als heiße Luft herausstellen – womit ich nicht sagen will, daß unsere Armee und Politiker in jeder Situation die richtige Entscheidung treffen. Leider sind wir allzuoft in Situationen gefangen, in denen JEDE Entscheidung falsch ist und Leid für unbeteiligte Zivilisten bedeutet – entweder die in Sderot oder die in Rafiah.

Aber die fast unerträglichen Dilemmata einer jeden Entscheidung, die u.a. dazu geführt haben, daß jahrelanger Beschuß Südisraels ertragen wurde, bevor der Gegenschlag kam, werden von Leuten wie Garlasco und auch Goldstone nicht in Betracht gezogen. Es ist doch viel einfacher, an Israel ein Exempel zu statuieren, das eigene Gewissen zu entlasten (die Israelis sind aber NOCH schlimmer!) und andere als palästinensische Zivilisten einfach preiszugeben.

Ehrlich, manchmal tut es mir leid, daß ich überhaupt blogge, Blogs lese, Nachrichten lese. Die Häßlichkeit und Verlogenheit der menschlichen Natur schmerzt mich wirklich. Wie halten andere Leute das aus?

Und wieder Tote an der Grenze, September 16, 2009, 13:22

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Tote, um die sich vermutlich nicht allzuviele Menschen auf der Welt scheren. Es sind Flüchtlinge aus Eritrea, die über Ägypten nach Israel flüchten wollen, und die an der Grenze von ägyptischen Grenzsoldaten erschossen werden. Vierzehn Menschen sind seit Mai so gestorben.

Analysts and aid workers say the flow of migrants from the Horn of Africa through Egypt to Israel has increased in recent months as it has become more difficult to travel on other northward routes, such as via Libya to Europe.

Eritreans are the single largest group of migrants attempting to cross into Israel from Egypt, although Ethiopians and Sudanese also make the trek.

Wohin sollen die Afrikaner fliehen, wenn nicht nach Israel? Es sind überwiegend schwarze Moslems (oder neudeutsch: Muslime), die den Weg in den berüchtigten „Apartheidsstaat“  wagen. Anscheinend wissen sie etwas, das deutsche Zeitungsleser nicht wissen.

Sammeltrieb September 15, 2009, 13:21

Posted by Lila in Bloggen, Presseschau.
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Ich habe in letzter Zeit ja überhaupt keine Zeit mehr gefunden, in Blogs zu schauen, und mir ist schon klar, daß mir Dutzende von Ferkeln und Schweinchen  entgangen sind, die durchs Dorf galoppiert sind. Nun habe ich gerade beim Überfliegen meines Google-Readers (ungelesene Artikel: vierstellig) etwas gefunden, das ich einfach mal hier reinstellen möchte.

Human Rights Watch ist eine der Organisationen mit humanitäter Agenda, die unermüdlich Israels militärische Aktionen geißeln, oft ohne dabei zu erwähnen, wie es eigentlich zu diesen Aktionen gekommen ist. Während die Organisation bei Themen wie „Beschuß israelischer Zivilisten“ über Jahre hinweg relativ gelassen bleibt, äußert sie sich in voller Schärfe gegen „Beschuß palästinensischer Zivilisten“. Ich finde beides gleich verwerflich und suche oft ziemlich ratlos nach Erklärungen für diese Asymmentrie, die viele NGOs auszeichnet.

Wo waren zum Beispiel die Proteste, als vor drei Tagen der Norden Israels mit Wissen der UNIFIL beschossen wurde? Ja, keine Ahnung. (Informationen zum Vorfall, der vermutlich in den deutschen Medien kein großes Echo fand, hier, hier und hier.) Was war die Reaktion von Ban Ki Moon? Beide Seiten zur Ordnung zu rufen. Auf eine Resolution, die diesen Beschuß verurteilt, warten wir noch. Dies nur nebenbei, zurück zu HRW.

Eifrige Blogger haben nun herausgefunden, daß Marc Garlasco, der in Israel nicht eben beliebte Vorsitzende von HRW und leidenschaftlicher, von Liebe zu Menschenrechten getriebener Israelkritiker, ein ungewöhnliches Hobby hat. Er sammelt NS-Memorabilia und hat auch ein Buch darüber veröffentlicht. In der Szene gilt er wohl als Kenner.

Nun kann man solche Dinge sammeln, ohne sie sympathisch zu finden – ich selbst habe mal für einen akademischen Zweck mein sauer verdientes Geld für Bücher aus der NS-Zeit ausgegeben, Dachbodenfunde, die ich bei Ebay ersteigern konnte, weil es sie in Antiquariaten nicht zu kaufen gibt. Ich kenne auch durchaus das zufriedene Gefühl, das den erfolgreichen Erwerb eines seltenen Objekts begleitet, und würde daraus nicht sofort schließen, daß meine Mit-Bieter auf diverse Heftchen, Broschüren und Bücher allesamt verkappte Nazis waren. Manche Leute haben ein morbides Interesse an sowas, und manche ein Forscherinteresse, und beides kann auch (wie bei mir damals) zusammengehen.

Ich gehe also erstmal davon aus, daß ein für die Menschenrechte glühender Mensch wie Garlasco solche Dinge mit Graus und Schrecken sammelt, vielleicht, um daraus mal ein Buch über die Gefahren von Fanatismus, Antisemitismus als Weltanschauung, rassistischem Dünkel und Kult der militärischen Stärke zu schreiben.

Garlasco selbst verteidigt sich auf der Seite von HRW folgendermaßen:

Now I’ve achieved some blogosphere fame, not for the hours I’ve spent sifting through the detritus of war, visiting hospitals, interviewing victims and witnesses and soldiers, but for my hobby (unusual and disturbing to some, I realize) of collecting Second World War memorabilia associated with my German grandfather and my American great-uncle. I’m a military geek, with an abiding interest not only in the medals I collect but in the weapons that I study and the shrapnel I analyze. I think this makes me a better investigator and analyst. And to suggest it shows Nazi tendencies is defamatory nonsense, spread maliciously by people with an interest in trying to undermine Human Rights Watch’s reporting.

I work to expose war crimes and the Nazis were the worst war criminals of all time. But I’m now in the bizarre and painful situation of having to deny accusations that I’m a Nazi.

Dann erwähnt  er seine Familiengeschichte, seinen deutschen Großvater, der bei der Flak diente, und der Auslöser für sein Interesse am Zweiten Weltkrieg wurde:

The Second World War turned my grandfather, who was conscripted and served on an anti-aircraft battery, into a staunch pacifist. He couldn’t understand why I went to work at the Pentagon, where I was on 9/11, instead of learning from his experiences – the horrific stories he told me late in life of seeing the bodies he shot down fall out of the sky. It wasn’t until he died that I really took his lessons to heart, and decided to use my military expertise to try to lessen the horrors of war.

So I left my government career and joined Human Rights Watch to use my expertise in weapons systems and targeting to push soldiers to protect civilians, to uphold the laws born in the ashes of the Second World War. My first investigation took me to the bomb craters in Iraq and brought me face-to-face with the survivors and other victims of the strikes I helped plan. It was a traumatic experience and provoked much soul-searching. I thought often of my grandfather.

Das klingt plausibel und auch komplex genug, um genaueres Hinsehen zu verdienen.

I told my daughters, as I wrote in my book, that „the war was horrible and cruel, that Germany lost and for that we should be thankful.“ I meant what I wrote. And because of the intense suffering during the Second World War and the genocidal campaign against the Jewish people, I spend my days doing what I can to ensure that such horrors are never allowed to happen again.

HRW veröffentlicht auch eine ganze Seite mit Charakterzeugen, die alle erklären, daß er ein redlicher Mann ist, dem man aus einem ungewöhnlichen Hobby keinen Strick drehen sollte.

Aber dann wende ich mich den Zitaten zu, die in Blogs veröffentlicht worden sind, und das Bild kippt.

Ich weiß nicht, wer als erster auf den Zusammenhang zwischen einem Mark Garlasco von HRW und dem Sammler Garlasco stieß – im Internet untwegs mit Username flak88.  Omri Ceren rekapituliert die Geschichte der zwei Garlascos, die einer sind, und stützt sie mit einer Fülle von Links.

Bloggers and activists concerned about Israel have been baffled and frustrated by the first Garlasco almost since he joined HRW. On his public photography site he posts gratuitous Palestinian and Lebanese death porn in between galleries of cute Western-looking kids playing soccer (no link – keeping his kids out of it). He provides a seemingly never-ending stream of interviews to all kinds of outlets, where he spins tales about ostensible Israeli atrocities. The only problem is that many of these tales – per Soccer Dad and IsraPundit and Elder of Ziyon and NGO Monitor and CAMERA and LGF – are biased and inaccurate. That doesn’t stop Garlasco from putting them into the kind of HRW reports that make their way into international anti-Israel condemnations and academic anti-Israel dissertations.

Then there’s the second Marc Garlasco, who I caught wind of from Elder of Ziyon. Elder had just finished tearing apart another one of HRW Garlasco’s anti-Israel reports when he found the Amazon profile of collector Garlasco. This Garlasco’s Amazon book reviews show a nearly obsessive knowledge of Nazi-era Luftwaffe Flak and Army Flak. A little more searching revealed that he’s written a gigantic book on the subject that retails for over $100. He regularly participates in forums about Nazi medals under the handle Flak 88, where he posts galleries of his prizes and admires what others have managed to collect. On those forums he uses the email marc@garlasco.com, which points to a family genealogy site he set up in 2002.

If both Garlascos are the same, Human Rights Watch almost certainly knows about his creepy hobby. It took me less than an hour on Google to confirm Elder’s hunch to my satisfaction, and not much longer to lock the whole thing down. There’s even an Amazon widget displaying Garlasco’s book at the bottom of his Huffington Post article, though that may be automatically generated. The book might even be listed on his CV because, after all, none of this is illegal. Just potentially unseemly.

Elder of Zion macht sich Gedanken über die oben von mir veröffentlichte Reaktion Garlascos, die er nicht für überzeugend hält. Garlascos Sammlung konzentriert sich nämlich auf deutsche Memorabila.

The question he has yet to satisfactorily answer is why his obsession was almost exclusive to Nazi-era German memorabilia. He has simply denied that (as has HRW) and there has been little evidence that he spent even 1% of his collecting time on non-Nazi-era German war materials.

I deeply regret causing pain and offense with a handful of juvenile and tasteless postings I made on two websites that study Second World War artifacts (including American, British, German, Japanese and Russian items). Other comments there might seem strange and even distasteful, but they reflect the enthusiasm of the collector, such as gloating about getting my hands on an American pilot’s uniform.

Here he is simply lying. The websites were both specifically geared towards German Nazi-era collections, one named GermanCombatAwards.com and the other was Wehrmacht-Awards.com. I didn’t see any post about getting his hands on an American pilot’s uniform, but I did see the one on his enthusiasm about seeing an SS jacket

: That is so cool! The leather SS jacket makes my blood go cold it is so COOL!

Marc

It makes my blood go cold, as well, but for completely different reasons.

Der Link führt zu Garlascos Eintrag auf einer Seite namens Wehrmachtsawards.  Andere haben sich die Mühe gemacht, ein bißchen nachzulesen, wie Garlasco dort seinen Sammeltrieb ausläßt. Das sind dann die kindischen und peinlichen Äußerungen, die Garlasco selbst bedauert.

UN-Watch zum Beispiel, mit Screenshots von Garlascos Einträgen:

August 2005, Garlasco: “Great photos starting in the Jungvolk – very sad album with the death notices for all the boys he was with. One album has a visit from Hitler!  MANY 88 pics in action. Just a great grouping!”

Garlasco, 2004: “VERY nice Hitler signature section comparing how it changed over the years.”

Garlasco, 2008: “My idiot nephew didn’t check the ‘nazi’ show schedule and is getting married on the 22nd. I will not be denied!

Vielleicht geniert er sich ja jetzt wirklich für die Ausbrüche bestenfalls naiver Begeisterung, die vor Sammelleidenschaft wohl vergessen, WAS er da sammelt. Vielleicht tut er nur im Forum so, als würde er sich mit den Sammelobjekten distanzlos identifizieren, ich weiß es nicht.  Ich würde ihn nicht so ohne weiteres zum Opfer israelischer Hetze erklären wie Silverstein (via Aussie Dave) das für angebracht hält – natürlich nur, um von den ständigen Verbrechen Israels abzulenken. Ebensowenig würde ich den Schluß ziehen, daß er ein verkappter Nazi ist und bedauert, daß der Holocaust nicht ratzeputz mit den Juden aufgeräumt hat.

Ich glaube, der Fall liegt komplizierter. Garlascos Feindseligkeit Israel gegenüber und seine Faszination mit Wehrmacht, Flak und Drittem Reich mögen für ihn selbst zwei unabhängig voneinander entwickelte Einstellungen  sein, jeder sich aus anderen Quellen speisen. Ich bin sogar bereit zu glauben, daß ihm nicht aufgefallen ist, wie fatal stimmig diese beiden Aspekte für den Beobachter wirken.

Ich kenne das Wehrmacht-Awards-Forum nicht und kann nicht abschätzen, wie viele der Benutzer die Juden für Gesindel halten, mit dem die Nazis sauber aufgeräumt haben, wie viele den Holocaust für eine bedauerliche Nebenerscheinung eines ansonsten guten Staats sehen, und wie viele im Holocaust ein Verbrechen mit ganz spezifischen Merkmalen, einen systematischen Völkermord,  sehen.  Ich weiß nicht, ob das dort überhaupt Thema ist. Mir scheint eher, oberflächlich betrachtet, daß die Benutzer dort sich über technische und historische Einzelheiten austauschen, nicht über das Gesamtbild des Dritten Reichs und seine moralischen Dimensionen.

Wiederum eine fatale Übereinstimmung mit vielen Deutschen im  Dritten Reich, die lieber die einzelnen Bäume als den Wald anguckten – das ist mir auch in Gesprächen mit deutschen Zeitzeugen immer wieder aufgefallen. Es ist unmöglich zu sagen, ob Garlasco diese Dimensionen ebenfalls ausgeblendet hat – ob ihm bewußt war, daß er Abzeichen eines Verbrecherstaats sammelt. Er sagt, ja, und man kann ihm nichts anderes nachweisen. Ich möchte auch nicht an einer Hetzjagd teilnehmen.

Jedenfalls gibt diese Sache zu denken. Ein seltsames Hobby für einen Menschenrechts-Aktivisten. Man erfährt ein bißchen über den Menschen, der die scharf formulierten Verurteilungen Israels verbreitet hat, die dann immer wieder gegen Israel ins Feld geführt werden.  Er hat die Jubelsprüche über NS-Ehrenzeichen und die scharfen Worte gegen Israel am gleichen Schreibtisch verfaßt.  Hat das eine mit dem anderen zu tun? Wo verläuft die Grenze?

Blick auf die Erde September 14, 2009, 0:17

Posted by Lila in Land und Leute.
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Heute ist südlich von Hebron ein F-16-Kampfflugzeug bei einem Trainingsflug abgestürzt. Der Pilot kam ums Leben. Es ist ein junger Mann, den ganz Israel kennt. Er hieß Asaf Ramon und war der älteste Sohn von Ilan Ramon, Israels erstem Astronauten.

Ich erinnere mich noch genau, wie vor mehr als sechs Jahren ein riesiges Medienspektakel den Abflug und den Weltraumaufenthalt von Ramon begleitete. Ich weiß auch noch, wie ich spottete, daß aus der Landung bestimmt ein noch größeres Spektakel gemacht wird.  So kam es auch, aber leider nicht aus Gründen des Nationalstolzes und der Technologieverrücktheit.

Selbst mein Mann bescheinigte Ramon, für einen Piloten einen sympathischen Eindruck zu machen. Dazu muß man sagen, daß mein Mann als ehemaliger Fallschirmjäger die Luftwaffe für nicht als ein überschätztes Transportmittel im Dienst der wirklich wichtigen Leute sieht – der Fallschirmjäger eben. Die Arroganz (shachtzanut)  der Piloten ist in Israel geradezu sprichwörtlich, so sehr sie auch bewundert werden. Dan Chalutz ist so einer, der das Stereotyp geradezu genußvoll ausfüllt.

Ilan Ramon war aber kein shachtzan, sondern wirklich ein mensh. Er nahm damals in die Fähre Columbia eine Zeichung mit, die ein Kind in Theresienstadt gemacht hatte – es hatte die Erde gemalt, wie sie vom Mond aus aussieht. Denn auf den Mond hatte sich das Kind aus seiner trostlosen Realität geträumt. (Mehr darüber hier.)

Die Zeichnung kam nicht wieder auf die Erde zurück, auch Ilan Ramon und seine Kollegen und Kolleginnen nicht. Er liegt in unserer Nähe, in Nahalal, begraben (ich mag nicht darüber nachdenken, WAS sie da begraben konnten). Secundus war mit der Jugendbewegung schon zweimal da, denn Ilan Ramon ist ein Vorbild (Secundus: „gever-gever„).

Seine Witwe Rona und die vier Kinder haben sich von den Medien ferngehalten und ihr Leben ohne ihn still weitergelebt. Der Älteste hatte schon kurz nach dem Tod des Vaters angekündigt, ebenfalls Pilot werden zu wollen, und vor wenigen Monaten als Bester seines Jahrgangs den Pilotenkurs absolviert.

Ja, und heute ist er südlich von Hebron abgestürzt. Was für ein Schicksal, was für eine schwergeprüfte Familie. Und alles unter den Augen der Öffentlichkeit (zu denen ich jetzt noch weitere hinzufüge – ewiges Dilemma). Mir fallen dazu keine tröstlichen Worte ein, und auch unseren nationalen Würdenträgern, sonst so eloquent, versagt fast die Sprache. Morgen wird er neben seinem Vater in Nahalal begraben.

Vorher und nachher September 2, 2009, 15:26

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Er sieht zwar noch etwas kläglich aus, aber es geht ihm besser.

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