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Gegen meinen Willen… Februar 28, 2011, 9:58

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… als kritischer Freund und andere sind schlimmer.

Ahmed Tibi muß sich nun für die Besuche arabisch-israelischer Politiker in Libyen rechtfertigen. Kein leichtes Stückchen, es ist ja nicht so, als hätte keiner gewußt, was für ein herziges Kerlchen er ist. Tibi versucht es aber.

Erstens haben die Libyer ihn eingeladen, es war nicht seine Initiative.

„The visit by the Higher Arab Monitoring Committee in which I participated was at the invitation and initiative of the Libyan ambassador in Jordan, Dr. Mohammed Merghani [on behalf of Col. Muammar Gadhafi] … The visit has to be judged by the intention, which was to bring up the issue of the Arab minority [in Israel] and its needs.“

Zweitens waren sie als kritische Freunde da und haben Mißstände erbarmungslos angeprangert.

„I admit the connection with the Arab world is one that involves non-democratic regimes. There’s a difference between visiting and being loyal to or trailing after one regime or another. I am saying clearly and unambiguously that a visit does not constitute an expression of support for Gadhafi’s policy in Libya – and such things were said there. For example, I personally expressed criticism of the backwardness in the world as a result of certain regimes, and the fact that rights are not granted to citizens. And we said that the role of the revolutions that erupted and overcame colonialism in the Arab world has been to give freedom and liberty and democracy to the Arab world.“

Und drittens: in Israel ist die Lage schlimmer als in Libyen.

„In Israel there is ethnic democracy: democracy for 80 percent of the public and exclusion and discrimination for 20 percent, and a regime of oppression and dictatorship in the occupied territories. I and my colleagues, my fellow Arab Knesset members, are sitting just a few meters away in the plenum hall from Israelis who have killed members of our people and are imposing a regime of occupation. Will anyone say this testifies to support for their deeds? This is a compromise of ours because we must make our voice heard. We must speak out on every platform and in every arena. I think Israelis shouldn’t boast of their democracy as compared to Libya, but rather as compared to Sweden, Norway and France. I want the inhabitants of Taibeh to receive the same treatment as the adjacent Kokhav Yair and not be living as in a Third World country.“

Ja, es ist so grauenhaft, daß Tibi, der arme Kerl, schon seit Jahr und Tag in der Knesset rumlungern muß, statt weiter als Frauenarzt zu arbeiten (er soll ausgezeichnet gewesen sein). Denn Araber haben in Israel einfach keine Chance. Wie viele arabische Parlamentsabgeordnete sitzen noch mal im französischen, schwedischen und norwegischen Parlament? Ich geh sofort mal googeln…

Fairerweise füge ich hinzu: Tibi übt so viel Selbstkritik, wie man je von ihm gesehen hat, und er hat durchaus manchmal recht, wenn er über Diskrimination gegen Araber klagt. Worüber ich auch schon geschrieben habe. Aber wer wäre in einer besseren Lage als Tibi, daran was zu ändern? Hat er mal gehört, wie sich Araber über ihn und seine Kollegen beschweren?

ETA: im Riksdag sitzen mehrere arabische Mitglieder, dem Namen nach zu urteilen. Sie gehören verschiedenen Parteien an. Beim Überfliegen fallen mir mehrere arabische Namen auf. Adan, Al Sahlani, Amin, Baylan, Dibrani, Güclü  und Kerimo (klingt türkisch), Kakabaveh… es sind bestimmt noch mehr. Sagen wir ein Dutzend? Im Riksdag sitzen 349 Mitglieder.

In der Knesset sitzen im Moment 14. Die Knesset hat aber auch nur 120 Mitglieder.

Und im Storting? Da sitzen auch nur 169 Mitglieder, ich hab leider keine Zeit, den auch noch zu flöhen.

Ich weiß auch, daß die Anzahl der Volksverteter nur ein Kriterium unter vielen ist. Ich weiß leider wirklich nicht genug über die Lage, Aufstiegschancen und Zufriedenheit der Araber in Frankreich, Norwegen und Schweden. Wenn Tibi sich über die Lage der Araber in Israel beschwert, dann muß er auch in Rechnung stellen, daß Israel auch von Arabern mit Terror überzogen und bedroht wird. Und als nicht legitim angesehen wird. Falls es also Ressentiments gibt, kommen die von beiden Seiten.

Kurz, ich glaube nicht, daß die Lage der Araber in Israel so schlimm ist, daß sie einen Bückling vor Ghaddafi rechtfertigt. Tibi mag das anders sehen. Wäre Ghaddafi in seinem Bett gestorben, als „Führer der Revolution“, hätte niemand ihn deswegen angepfiffen. So gesehen hat Tibi Pech gehabt.

Sage mir, mit wem Du umgehst… Februar 27, 2011, 13:37

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… und ich sage Dir, wer Du bist.

Wer von Euch wußte, daß Ghaddafi jährlich einen Preis verlieh?

Und zwar einen internationalen Preis für Menschenrechte.

Nein nein, es ist noch nicht der 1.April, und ich habe es zu Anfang auch nicht geglaubt (obwohl bei Daniel Pipes gefunden, der sich keinen schlechten Scherz erlauben würde). Auch meiner Aufmerksamkeit entging die jährliche Preisverleihung bisher. Es gibt aber eine Website, sie existiert noch – hoffentlich dokumentiert jemand sie, bevor sie rausgenommen wird. Taufrisch ist sie auch nicht mehr und atmet den Geist der frühen 90er Jahre.  (Beachtet bitte die Tauben, die aus dem Logo flattern – sehr stimmungsvoll).

Dort findet sich auch die Liste der distinguierten Preisträger, manche davon im Westen als ehrenwert respektiert, so daß man sich fragt, wie sie in diese Gesellschaft geraten – andere davon hingegen „einschlägig bekannt“.

The honored Persons who were awarded the Alghaddafi Human rights Prize:-

1.The Great African freedom-fighter President Nelson Mandela (1989).
2. The Children of stones in Occupied Palestine                           (1990)
3. The Red Indians ( for the struggle of the Indian Nation)           ( 1991)
4. The African Centre for combating Aids                                      (1992)
5. The victim children of Bosnia & Herzegovina                            (1993)
6. The Union of Human Rights Societies and Peoples in Africa   (1994)
7. The freedom-fighter Ahmed Ben Bella and former Portuguese President Costa Gomez.                                                                    (1995)
8.The American Moslem freedom-fighter Louise Farakan                (1996)
9. The symbols of woman struggle for freedom & equality           (1997)
10 .Freedom- Fighter President Fidel Castro.                                (1998)
11. The Children of Iraq ,victims of hegemony and embargo      (1999)
12. Five symbols of national struggle and  defense for freedom and equality; Suha Bishara- joseph Kea Zirbo- Ivomor Ellis Ima –the Movement of September , The European Centre for the Third world.                                                                                                 (2000)
13. A group of  writers ,Men of letters ,outstanding Notables  nationals, Arabs and internationals (2002)
14. His Holiness Pope Shnoda the Third ,Pope of  Alexandria and the Patriarch of Karaza Almorgasia.                                                    ( 2003)
15. President Hugo  Chavez- President of Bolivarian Venezuela (2004)

Und der neuste Preisträger ist niemand anders als unser guter Freund und Nachbar, Erdogan. Er war im Dezember 2010 in Tripoli und holte sich den Preis ab. Seine Rede ist leider nicht überliefert. (Auszüge bei Pipes)

Und jetzt, ihr wißt es ja, mein ceterum censeo.

In der Auseinandersetzung um die Flotille hat die Welt ohne mit der Wimper zu zucken Erdogan geglaubt. Erdogan, ein Mann nach Ghaddafis Herzen. Ghaddafi, jetzt kennt ihr ihn ja etwas besser – das ist die Sorte Leute, mit denen wir zu tun haben. Das sind die Gegner. Das sind die Todfeinde Israels: Assad, Ahmedinijad, Nasrallah, ihr kennt sie.

Das sind die Leute, denen deutsche Journalisten und Politiker glauben. Eure Bundestagsabgeordneten haben einstimmig gegen Israel gestimmt (was ich keiner der Parteien dort verzeihen werde), ohne uns anzuhören. Eure Medien haben uns erbarmungslos als Lügner dargestellt. Ohne zu zögern.

Aber das, meine Lieben, ist die Schlachtordnung. Auf der einen Seite stehen wir, ziemlich allein.

Auf der anderen Seite Ghaddafi, Erdogan und die türkische IHH-Gruppe (auf deren Website Israel bereits von Palästina abgelöst wurde), die BBC, Al Jazeera (deren Berichte die ZEIT glaubwürdiger findet als unsere Angaben), Amnesty International, der Bundestag, die UN mit ihrer Menschenrechts-Spielschar (ja, Libyen ist dabei), und die gesamte arabische Welt mit Schaum vor dem Mund. Mit Blut, mit Geist, schreien sie, werden sie Palästina erlösen. Itbach al yahud!

Jetzt sagt mir aber selbst – fühlt ihr euch wohl in der Gesellschaft, in der ihr euch wiederfindet? Fühlt ihr euch nicht ein bißchen benutzt, angeführt, eventuell gelackmeiert? Wäre es nicht besser, beim nächsten Mal, wenn Israel von Leuten, die mit Ghaddafi Brüderküsse tauschen, unglaublicher Verbrechen angeklagt wird – wenn man dann mal wenigstens einen Moment Luft holte, um zu prüfen, ob sie nicht vielleicht – lügen?

Ghaddafis Website zum Menschenrechts-Preis ist eine einzige Lüge, mit Honig überzogenes pures Gift. Hätte ich diese Seite vor einem Monat entdeckt und hier vorgestellt, wäre garantiert ein gutherziger Leser gekommen und hätte gesagt: nun, er hat es doch nun kapiert, guck mal wie schön… ach, der Ghaddafi hat sich ja total gewandelt… Menschenrechte sind doch universal… wir sind doch alle nur Menschen, die in Frieden leben wollen…

Aber dem ist nicht so. Es gibt Menschen, deren Wunschvorstellung eine Karte ohne Israel einschließt, die haben große Übung darin, genau die Wortwahl, die Terminologie zu benutzen, die direkt ins weiche Herz der europäischen Schönen Seelen zielt. Wie das wehrlose Opfer eines Heiratsschwindlers dem Glitzern des Rings nicht widerstehen kann, so kann der normal sozialisierte Mitteleuropäer dem Sirenengesang der Menschenrechts-Slogans nicht widerstehen.

Der von Hamas-Sympathisanten ausgesandte IHH-Terrorist mit dem Shahid-Video, der Tasche voll abgelaufener Medikamente  und der Eisenstange ist ein armes Opfer, weil er die richtigen Vokabeln stammelt. „Humanitäre Hilfe… Menschenrechte… arme Kinder in Gaza, von Israel drangsaliert…“ Und unsere Soldaten, mit ihrer Ausrüstung für die Auflösung von Demonstrationen vollkommen falsch vorbereitet, beziehen Prügel, bis sie sich irgendwann wehren.

Der Tirkel-Report ist glaubwürdig, aber nicht in den Augen eurer Politiker und Journalisten. Der türkische Report ist getürkt, aber nicht in den Auge eurer Politiker und Journalisten.

Recht ist Unrecht geworden, „Menschenrechts“propagandisten schießen Tausende von Menschen zusammen, und Wahrheit unterliegt der Lüge.

Ich glaube, ich werde die Bitterkeit dieser Flotillen-Tage, als ich nicht bloggen konnte vor Übelkeit und Hilflosigkeit, nie verwinden. Als die Mädchen im Fernsehe die Aufnahmen sahen, wie die Soldaten verprügelt wurden, fingen sie an zu weinen. Als ich die Schlagzeilen in den Medien sah, wußte ich, den Krieg um die öffentliche Meinung können wir nicht gewinnen. (Daß ich schon in der Nacht vorher wußte, daß das schiefläuft, half nicht).

(Hier eine Auswahl der oft tendenziös geschriebenen Berichte über Tirkel: ZEIT, Dnews, AG Friedensforschung, taz, Deutsche Welle…keiner von ihnen hat Israel wirklich geglaubt, sie verweisen auf die UNO als wirklich glaubwürdige Quelle – ja dieselbe UN-Menschenrechtsspielschar, in der Libyen sitzt! lest das Zeug mal kritisch!)

Niemanden interessiert mehr, was wirklich passiert ist. Israel ist auf die Rolle des verlogenen, brutalen Schurken festgelegt, keiner fragt sich: Moment mal, kann es nicht doch sein, daß Israel Recht hat?

Nein, die Urteile sind längst gefällt, es interessiert niemanden.

Aber erinnert Euch daran, wenn Ihr über Ghaddafi nachdenkt. Er ist unser Feind, Erdogan ist unser Feind, und Leute dieses Schlags haben das Narrativ über den Vorfall auf der Mavi Marmara zur Unkenntlichkeit verstümmelt.

Es tut mir leid, wenn ich euch besessen erscheine. Aber angesichts der laut scheppernd fallenden Masken unserer Todfeinde fragt euch mal: kann es nicht sein, daß ihr euch geirrt habt? daß Gut und Böse doch nicht so sonnenklar verteilt sind, wie eine Website mit flatternden Tauben glauben macht?

Wieder Qassams Februar 27, 2011, 7:32

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Das ganze Wochenende über, auch heute früh. Die Eskalation geht weiter. Aber nicht als Spirale, sondern eher wie eine Reihe von Dominosteinen. Einer stößt einen um, und dann geht es weiter, klackerdiklack.

Ehrlich gesagt, es ist total frustrierend.

Donnerschlag, Februar 27, 2011, 6:53

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es ist geschehen. Obama hat endlich klare Worte gefunden. Er fordert Ghaddafi zum Rücktritt auf. Hat jemand Obama erklärt, daß Ghaddafi gar nicht zurücktreten kann, weil er „Führer der Revolution“ ist und die Revolution noch nicht zu Ende ist? Ich nehme an, Obama weiß das, aber er akzeptiert Ghaddafis Selbststilisierung nicht mehr. Und das ist gut. Außerdem kann Ghaddafi auch Revolutionsführer im Exil sein, das ist auch ein schöner Posten. Den Haag ist ein hübsches Fleckchen Erde. Ich wette, ein Zimmer im Hotel am Justizpalast wird sich noch finden.

Was aus Libyen werden soll? Hoffen wir das Beste. Jedenfalls bewegt sich die internationale Gemeinschaft endlich. Wie viele Tote hat es gebraucht? Wir werden ihre Zahl vielleicht nie wissen.  Mir schwant, daß wir noch viel lernen werden über die Zustände in Libyen in den letzten Jahrzehnten. Arme Menschen, niemand hat ihnen geholfen. Eine Schande. Bevor sie nicht selbst unter Einsatz von Leib und Leben protestiert haben, haben wir alle weggeguckt.

Immerhin: jetzt sehen wir hin. Wir dürfen nicht wieder wegsehen.

Neuseeland Februar 27, 2011, 6:46

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Noch immer Katastrophengebiet, noch immer sind nicht alle Toten geborgen und identifiziert. Inzwischen hat die neuseeländische Regierung die gebotene Hilfe aus Israel angenommen. Man kann nur beten, daß noch Wunder geschehen. Was die Angehörigen von unter den Trümmern Begrabenen durchmachen und was diese selbst, das ist zu schrecklich, um es sich vorzustellen. Was für ein entsetzlicher Tod. Die armen Menschen. Und keiner guckt mehr hin, es ist old news, und so viele Greuel sind seitdem schon wieder passiert. Ach, manchmal möchte ich Katze sein, damit mich das Elend nicht mehr kümmert und ich zufrieden wäre mit meinem warmen Plätzchen.

PS: in den Morgennachrichten höre ich, daß die Israelis nicht nach den Verschütteten suchen dürfen, sondern nur Hilfsgüter bringen dürfen. Sie möchten helfen, besonders die jungen Israelis suchen – zumindest von einem wissen wir genau, wo er ist. Die Neusseländer lassen die Israelis nicht ins abgesperrte Gebiet. Ich weiß nicht, warum. Für die Angehörigen, die aus Israel nach Neuseeland geflogen sind, um bei der Bergung der Leichen anwesend zu sein und sie zu identifizieren, ist das besonders qualvoll. Die israelische Abordnung hat sowohl das Fachwissen als auch die Ausrüstung für die Arbeit – aber nicht die Genehmigung. Seltsame Entscheidungen.

Nachtgedanken Februar 27, 2011, 0:54

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Ich arbeite noch, alle schlafen. Letzte Nacht waren die meisten Kinder nicht zuhause – Primus bei seinem besten Freund, Tertia bei ihrer besten Freundin, also in der alten Heimat, und Secundus auf seinem Berg. Nur Quarta hatten wir da, die das natürlich genossen hat, einzig´Kind zu sein. Heute nacht habe ich drei Küken hier, gut.

In meiner friedlichen kleinen Blase, umgeben von Dunkelheit, schlafenden Katzen und Menschen , tropfnassen Büschen draußen und Papierstapeln drinnen, denke ich aber unablässig mit Grauen daran, was sich jetzt in Libyen abspielt. Die hastig verscharrten Leichen, die verzweifelten Angehörigen, die Verletzten, die Festgenommenen… und in der nächsten Umgebung Ghaddafis, wie mag es da aussehen? Ich hatte diese Visionen des Grauens nicht bei Mubaraks Umsturz. Mubarak war immer so beherrscht, auch in seiner Krankheit immer wortsicher, mit rabenschwarzem Haar und einer Aura der Nüchternheit. Aber Ghaddafi. Vermutlich wissen die Menschen in seiner nächsten Umgebung nicht, ob sie mit ihm oder vor ihm fliehen sollen.

Ich denke an das Land Libyen, 63mal größer als Israel, und mit weniger Einwohnern. An seine schnurgeraden Grenzen, so offensichtlich künstlich, ja, das hab ich von Hagai Segal, und daran, ob das Land wohl auseinanderreißt an den Stellen, an denen es zusammengenäht wurde. Ich denke an Stämme, in die viele arabische und afrikanische Länder noch geteilt sind, und wie sie ihre Identität wohl neu werden entwerfen müssen.

Ghaddafi, über den auch ich gelacht habe wegen seiner Allüren. Hätte mir zu Weihnachten jemand gesagt, daß in Kürze Ghaddafi und Mubarak in der Versenkung der Weltgeschichte verschwinden, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Und was ist mit Jordanien und Syrien? Wird Nasrallahs Aktie wieder steigen, oder bleibt er zwischen Keller und Erdgeschoß? Wer schmückt sich mit dem Prädikat Al Qaida?

Ich muß zurück an die Arbeit. Irgendwann werden wir uns mal an diese Zeit erinnern. Den Kindern habe ich schon gesagt: merkt euch diese Tage, das könnt ihr mal euren Enkeln erzählen. Der Nahe Osten verändert sich.

Regen, Segen Februar 26, 2011, 16:13

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Die ganzen letzten Tage und Wochen wechseln frühlingshafte Tage, Sandstürme und Regen miteinander ab. Alles, was meine Mutter im Garten eingesetzt hat, wächst und gedeiht wie verrückt, ebenso das Unkraut, dem ich hinterherjage, wenn die Erde halbwegs trocken ist.

Ich sehe die grauen Wolken draußen an und die vollgeheulten Fensterscheiben. Der Staub und Sand von gestern rinnt herunter, es hat noch Zeit mit dem Fensterputzen. Ich sehe das entschlossene Grün um mich herum und fühle förmlich, wie jede Wurzel nach den Wassertropfen schnappt, um alles gut zu verstauen. Wer weiß, wie lange der Sommer dauert, wer weiß, wie lange man ohne Wasser auskommen muß?

Ich jammere, meckere und klage den ganzen Sommer über, aber den Winter genieße ich mit jeder Faser. Ich stelle mich in den Regen, ich danke für den Regen, ich begrüße jede dicke Wolke, die sich träge vom Meer zu mir rüberwälzt.

So schwer der endlose, erbarmungslose Sommer ist – der Winter ist herrlich. Die ersten wilden Blumen blühen bereits. Man möchte jede Anemone küssen, die ihre kurze Blüte knallrot zelebriert. Wir leben in der dunkelgrünsten Ecke Nordisraels, und ich freue mich an jeder Distel.

 

Gestern nacht, Februar 26, 2011, 9:22

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halb elf, eine Qassamrakete landet in der Nähe von Netivot.

Heute sehr früh: die Luftwaffe greift Ziele des islamischen Jihad an.

Jede Rakete wird gezielt beantwortet.  Zero tolerance.

Die ganze Unruhe fing an, als die Palästinenser nach längerer Pause Israel beschossen – am Tag, als der neue Ramatkal Beni Gantz sein Amt aufnahm. Schade drum. Es liegt allein in der Hand der Palästinenser, damit wieder aufzuhören. Kein Beschuß israelischer Zivilisten mehr, und die IAF greift auch keine palästinensischen Terroristen mehr an. Ganz einfach.

Zur Heuchelei in westlichen Medien Februar 25, 2011, 23:50

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Carmel Gould in Haaretz:

The Guardian’s response to the revolution in Tunisia in January is a classic case in point. Its editorial following the fleeing of President Ben Ali in January cited “a brutal dictator and his venal family,” a “police state” and “torture and human rights violations.” It also awarded “the prize for brazen hypocrisy” to France for its role in propping up the regime, with the U.S. and EU following “close behind.”

All quite accurate, but since when did The Guardian care about this brutal dictator and the poor people living in the grip of his police state? By the publication’s own calculations, in 2010, Tunisia was one of their least reported countries – 114th out of a possible 194 – with only 18 “content items” in 2010. To put this in context, there were 1008 pieces on Israel.

The hitherto lack of journalistic interest in what goes on in the 21 Arab countries is illustrated starkly by how few foreign correspondents are based there. Take the five British broadsheets: The Times, Financial Times, The Daily Telegraph, The Guardian and The Independent. Each has two or three correspondents permanently based in the Middle East. In all five cases, at least one of those correspondents is in Jerusalem. The Independent and The Times devote two of their three people to Israel.

Those not in Israel live in and report from Lebanon and Dubai; in one case, Iraq. Hence, the lack of reportage (before now) about the terrible police states and autocracies that are (or were) Egypt, Tunisia, Libya, Bahrain, Yemen etc: the British broadsheets had all their resources in the West Bank reporting on Israeli settlements, which, as a result, everybody knows a great deal about.

Genau dagegen schreibe ich schon sieben Jahre an. Jede Gartenlaube in Ostjerusalem sorgt für einen kollektiven Aufschrei, obwohl dabei niemand zu Schaden kommt und die Gartenlaube, so der Frieden ausbricht, ohne weiteres von palästinensischen Besitzern genutzt werden kann. Nirgends auf der Welt (und wie viele umstrittene Gebiete gibt es!) wird von einem Volk gefordert, keine Wohnungen mehr zu bauen – nur in Israel. Und wie die Welt sich aufregt! Selbst wenn bis vor kurzem ein Baustopp überhaupt nicht im Gespräch war und an allerlei Bedingungen geknüpft wurde.

Aber gefolterte Libyer, unterdrückte Jemeniten, geknebelte Syrer? Da weiß keiner was von, das interessiert keinen, das ist kein Thema.

Acht Artikel im Guardian über die Lage der Menschen in Tunesien – aber 1008 über die Westbank. Jetzt sagt mir selbst, wie ist das zu rechtfertigen? Was ist der Grund dafür? Ist das fair und angemessen? Erfüllen die Journalisten wirklich ihre Arbeit, auf bestehende Mißstände hinzuweisen, oder folgen sie einer bereits feststehenden Agenda und übersehen glatt Tatsachen, die in diese Agenda nicht reinpassen?

Keiner weiß, was aus diesen ganzen Umsturzversuchen rauskommt – man hofft, daß demokratische Strukturen aufgebaut werden und die Menschen mehr Rechte, Bildung und einen besseren Lebensstandard erreichen werden. Und daß keine Islamisten alle Hoffnungen zunichte machen.

Aber eines weiß ich: die Heuchelei, die jetzt offenbar wird, die so deutlich aufzeigt, wie recht wir alle hatten, die seit Jahren die selektive Wahrnehmung der Medien anprangerten – die darf nicht wieder einreißen. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird oder ob es je geschieht, daß ein kritischer Leitartikel in der FR, Süddeutschen oder ZEIT erscheint, in der klipp und klar steht: mea culpa.

Ich habe meine Zeit mit Geschichten über Parkbänke in Zfat vergeudet, während in Libyen ein Verbrecher seinen Bürgern die Fingernägel einzeln gezogen hat. Ich habe Gin Tonic an der Bucht von Tel Aviv geschlürft und mit Hamasniks geflirtet, wenn ich auf Kurzurlaub im Gazastreifen war, während meine Regierung Millionengeschäfte mit Verbrechern abgeschlossen hat. Ich habe die Stimmung gegen Israel geschürt, während Ghaddafi seine Lager mit deutschen Waffen bestückt hat.

Da kann ich lange drauf warten, auf ein ehrliches Bekenntnis zur verzerrten Wahrnehmung Israels in den Medien? Ehrlich gesagt, ich warte gar nicht darauf. Ich erwarte nicht einmal diesen letzten Tropfen Ehrlichkeit oder Selbstreflektion von Journalisten, die uns seit Jahrzehnten genußvoll und unter Mißachtung der Wahrheit in die Pfanne hauen.

Ich erwarte, daß sie auch weiterhin verschweigen, wenn israelische Ärzte arabische herzkranke Kinder umsonst behandeln, aber einen Spektakel sondergleichen veranstalten, wenn eine dumme Pute respektlose Bilder von ihrem Armeedienst auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht. Ich erwarte, daß sie weiterhin verschweigen, wenn Ruths Töchter mit Albträumen im Schutzraum schlafen, um die Schlagzeilen desto größer aufzublasen, wenn Zahal weitere Grads zerschießt, bevor sie auf Beer Sheva fallen können.

Ist schon okay, Leute. Für einen Moment ist die Maske gefallen. Das reicht mir schon. Ich wußte eh, was ich von Euch zu halten hatte. Kühntopp, Knaul, Putz, Marty, wo seid Ihr jetzt? Was habt Ihr zu Eurer Verteidigung zu sagen? Verstehe – Ihr habt nur getan, was von Euch erwartet wurde.

Khaled Abu Toameh Februar 25, 2011, 19:32

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Lesen. Nachdenken, woran das liegen mag, was Abu Toameh hier messerscharf beschreibt.

Obama and many others in the international community have been quicker in condemning settlement construction in Israel than atrocities by Arab dictators against innocent civilians.

Has retired South African judge Richard Goldstone considered the possibility of heading a special commission of inquiry to look into the war crimes that are being perpetrated against Libyans and other Arabs?

Settlements may be a problem, but they are not more dangerous than the massacres that are being perpetrated against Arabs.

It took President Barack Obama nine days to condemn Col. Muammar Gaddafi’s massacres in Libya as „outrageous“ and „unacceptable.“

It took the UN Security Council more than a week to hold a closed-door meeting and issue a tempered statement condemning the violence in Libya and calling for its immediate end and for those responsible to be held accountable.

This is the same Security Council that one week earlier held a special and open session to condemn construction in Jewish settlements in the West Bank.

Fourteen out of fifteen members of the council voted in support of the anti-settlement resolution, which was vetoed by the US.

The same members, however, saw no need to hold a vote on the slaughtering of thousands of Libyans by Gaddafi.

Lohnenswert bis zum Ende.

The US Administration and the rest of the international community have once again sent a message to the Arabs that they do not really care about human rights and democracy and that they are ready to sacrifice thousands of Arabs to keep the oil prices as low as ever. Mubarak was unfortunate because his country does not have oil.

Now at least the Arab people know that they can no longer rely on Obama and Clinton to support any of their pro-democracy movements.

Abu Toameh hat neulich einen Preis gekriegt. Könnte ich, würde ich ihm sofort noch einen verleihen.

 

Ich kann es ja! Ich habe ihm den Orden der Eule der Athene verliehen, für Weisheit in Zeiten der Verwirrung.

 

Zu Guttenberg Februar 25, 2011, 9:16

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Ich bin nicht zynisch genug, Guttenberg mit einem Verbrecher wie Ghaddafi in einem Atemzug zu nennen ist unpassend, darum tu ich es nicht. Obwohl es schon verlockt, eine Wette auszurufen: wer tritt eher zurück, G. oder Gh.?

Aber aus professionellem und auch menschlichem Interesse verfolge ich den Fall Guttenberg. Ich schlage mich schließlich alle paar Monate mit Plagiaten rum, ich kenne all die Methoden, die Pseudo-Fußnoten, die Collagen aus mehreren Quellen, das Zitat aus ungewöhnlichen Quellen – nur eine unberechtigt in Auftrag gegebene Studie, sowas können sich meine Studenten nicht leisten. Ich auch nicht.

Ich will darum meine unmaßgebliche Meinung zum Fall dartun. Ich bin ehrlich gesagt erschüttert, wenn ich die Clips angucke, in denen Bürger auf der Straße Guttenbergs Vergehen abtun und sagen: „ach, wir haben doch alle in der Schule mal abgeschrieben“, „es gibt doch wichtigere Probleme“ und „das ist reine Hetze von den Linken und den Medien“. Das halte ich für Unfug, und daß man überhaupt erklären muß, warum, das ist schon erschreckend genug.

Unsere Gesellschaft beruht darauf, daß erbrachte Leistungen bescheinigt werden und diese Bescheinigung Rechte gibt, die jemand ohne Bescheinigung nicht hat. Das nennt man Qualifikation, kommt von Qualität, und sie ist weder übertragbar noch vererbbar. In Deutschland kann man nicht mal in der Bäckerei arbeiten, ohne als  Bäckereifachverkäuferin qualifiziert zu sein. (In Israel ist das nicht so und die Leute staunen, wenn ich ihnen erkläre, wie das in Deutschland läuft – aber in akademischen Berufen ist auch hier das System der Qualifikationen und Bescheinigungen wohlreguliert). Wer kein ausgebildeter Arzt ist, darf nicht operieren und therapieren, und wer es nicht gelernt hat, darf kein Auto reparieren. Das ist doch selbstverständlich.

Auch wenn Guttenbergs Erschleichen eines Titels keinen direkt sichtbaren Schaden anrichtet, weil ein Jura-Doktor nicht nötig ist, um Verteidigungsminister zu werden, richtet er Schaden im System der Qualifikation an. Niemand darf sich eine Bescheinigung zulegen, die er sich nicht ehrlich erarbeitet hat. Daß es vorkommt, ist noch kein Grund, es auch selbst zu tun. Laut Kohlbergs Theorie zur Entwicklung des Gewissens sind all die Leute, die solche Begründungen angeben, gewissensmäßig unreif, weil sie noch nicht verinnerlicht haben, daß man bestimmte Dinge nicht tut, weil das Gewissen es verbietet, auch wenn ganz viele andere es tun.

(Graphik hier gefunden)

Die Reaktion vieler Bürger zeigt auch in erschreckender Weise, wie Nicht-Akademiker Akademiker einschätzen. Eine wissenschaftliche Arbeit ist nicht dasselbe wie eine Mathearbeit, vor der man sich die binomischen Formeln auf die Jeans schreibt. Das habe ich auch getan (geholfen hat es nicht…). Eine wissenschaftliche Arbeit ist die Summe von Jahren der harten Arbeit an einem Thema, das so mit einem verwächst, daß man es manchmal verwünscht. Es ist eine Art kleines Vermächtnis, das man der Welt hinterläßt. Wie ein Kunstwerk, das einen selbst repräsentiert. Eine selbständige Arbeit, die auf Erkenntnissen anderer aufbaut, diese dankbar anerkennt und signifikant über sie hinausgeht.

Ich habe mehrmals in Foren gelesen, „daß Doktorarbeiten sowieso alle Mist sind“, weil es nichts Neues mehr zu entdecken gibt (gern mit besonderen Seitenhieben gegen die Geisteswissenschaften).  Das ist erstens gar nicht wahr, und zweitens ist es eine Voraussetzung für eine gelungene Dissertation, daß sie die Wissenschaft mit neuen Inhalten bereichert. Eine Zusammenfassung vom bereits Bekanntem würde nicht durchgehen.

Ich weiß nicht, wie es in Deutschland läuft, aber hier muß man ein proposal vorlegen, daß nicht nur vom Doktorvater geprüft wird, sondern an mehrere Fachleute weitergegeben wird. Die überprüfen, ob der Plan wirklich eine originelle Idee enthält, eine offene Frage und ob der Kandidat diese Frage überhaupt beantworten kann – oder ob es auf eine reine Zusammenfassung herauslaufen wird.

Das erste Kapitel einer Diss. ist oft so eine Zusammenfassung des bereits Bekannten, Lage der Forschung nennt sich das glaube ich. Aber das ist nur der launching pad, dann geht es los, denn aus dieser Forschungslage muß sich die Fragestellung ergeben. Und die muß neu sein – und auch dringend, d.h., es muß schon eine Frage sein, die Fachleute relevant finden. (Daß Nicht-Fachleute die Achseln zucken, ist bedeutungslos – man schreibt eine Dissertation nur in den seltensten Fällen für Fachfremde, sondern für die Wissenschaft).

Ich bin keine Juristin, und ich weiß, daß Internet-Quellen mit Vorsicht zu genießen sind, aber Guttenberg hat ja selbst zugegeben, daß die Internet-Seiten Recht haben und er unsauber gearbeitet hat. Und dann ist schon erschreckend, sich anzusehen, wie weit diese Unsauberkeit geht. Niemand, der je auch nur eine Hauptseminar-Arbeit geschrieben hat, kann glauben, daß einem sowas versehentlich unterläuft. Man lernt schon bei der ersten Hausarbeit, daß einer der wichtigsten Arbeitsschritte von Anfang an die Dokumentation ist. Jede Idee beim Lesen, jede Illustration, jede Information, die man einarbeitet, muß man sofort dokumentieren, sonst geht man am Ende hoffnungslos unter.

Ich weiß noch genau, wie ich am Ende ins Schwitzen geriet, als ich meine erste Hausarbeit (über C.D. Friedrich und seine Rezeption in der NS-Zeit, war meine eigene Idee, weil mir nicht gefiel, wie der Dozent Friedrich als Prophet NS-deutscher Idologie darstellte – war mein erstes Semester) fertigstellte. Ich mußte jedes Zitat noch einmal finden, weil ich es im ersten Durchgang versäumt hatte, es mir gleich zu notieren. Das war mir eine Lehre, bei jeder weiteren Hausarbeit habe ich riesigen Wert darauf gelegt, von Anfang an alles ordentlich zu notieren, und zwar gleich in der Rohfassung des Texts.

Jeder Student, jeder Doktorand hat sein eigenes Ordnungssystem. Bei einer großen Arbeit kommt das auch in den Gesprächen mit dem Doktorvater zur Sprache – Arbeitsmethoden, wie behält man den Überblick, auch: wann läßt man es gut sein. Denn der Wunsch, alles zu kennen, was je zum Thema gesagt wurde, kann auch lähmen – das ist sogar eine der bekanntesten Diss-Bremsen.

Kurs, es ist undenkbar, einfach undenkbar, daß einem Menschen, der schon Erfahrung im akademischen Arbeiten hat, so gravierende Fehler im Umgang mit Quellen unterlaufen, ohne daß er es merkt. Dafür gibt es auch keine Entschuldigung.

Die meisten Studenten und Doktoranden arbeiten unter Druck, und zwar unter größerem als Guttenberg, der viel Geld hat, eine Frau, die nicht arbeitet, und bestimmt ein Arbeitszimmer. Ich möchte gar nicht daran erinnern, wie ich studiert habe – mit drei Kindern, gegen Ende schwanger, dann mit Baby…  im Kibbuz arbeitend, in einem Häuschen von 70 Quadratmetern, ohne Schreibtisch, mit Bücherstapeln im Wohnzimmer, ohne Pause, ohne Nachtschlaf, ohne Geld. Und so die meisten Studentinnen, die sich auf das Abenteuer einlassen, als Mütter zu studieren. Und bei vielen unverheirateten Studentinnen und Studenten in Israel kommt noch hinzu, daß sie Reservedienst leisten müssen. Und Studiengebühren zahlen müssen.

Nein, es besteht kein Zusammenhang zwischen sauberer Arbeit und Überforderung. Jeder Doktorand ist überfordert, man geht an seine Grenzen und darüber hinaus, das gehört dazu. Aber wenn man sich schon dransetzt, dann arbeitet man auch sauber. Hier mal ein Zitat, hier mal eine Notiz, die verlorengegangen ist – das sind läßliche Sünden, die einem hinterher bös aufstoßen, das kann ich verstehen.

Aber bei Guttenberg handelt es sich um was ganz anderes. Er hat betrogen, und er betrügt noch, wenn er darauf besteht, daß seine Fehler reine Versehen waren, aus Überforderung geboren. Und ich sage das nicht mit Häme. Ich wußte vor dieser Affäre gar nicht, wie populär er ist. Wußte gerade mal, daß es ihn gibt.

Nachdem ich ihn habe reden sehen (Youtube sei Dank), kann ich schon verstehen warum. Er macht den Eindruck eines sehr strebsamen, intelligenten und ehrgeizigen jungen Mannes, und ich beneide ihn nicht, daß nun vor aller Augen eine so peinliche Sache zerpflückt und zerlegt wird. Er strahlt sehr viel Selbstbewußtsein aus, und das wirkt immer anziehend, es zieht aber auch negative Reaktionen an. Damit leben Menschen wie Guttenberg wohl. Und daß sich Leute künstlich aufregen, die keine Probleme mit Schwindeleien haben, wenn sie nur in ihrem eigenen Interesse liegen, daß politisch und mediale Süppchen gekocht werden, das finde ich auch unappetitlich. Das möchte ich keineswegs.

Auch seine Frau und Kinder tun mir leid, es ist bestimmt eine sehr schwierige Phase für sie.  Er tut mir auch selbst sehr leid, denn ich habe wohl gesehen, daß ihm der Titel wichtig war, und er war stolz darauf. Es spricht eigentlich für ihn, daß er sich diesen Titel erwerben wollte, und das in Jura. Auch das Thema scheint mir (mit meinem geisteswissenschaftlichen Hintergrund) interessant. Da könnte man bestimmt was draus machen.

Ob Guttenberg selbst es könnte, das weiß ich nicht. Jedenfalls nicht mit der Arbeitsweise, die er bisher an den Tag gelegt hat. Das ist er aber nicht allein Schuld. Da frage ich mich doch, wo war der Doktorvater? Der muß doch erkennen, wenn der Doktorand überfordert ist. Der muß doch in Gesprächen erkennen, wo der Doktorand eigene Ideen entwickelt und wo er schwimmt.

Was sollte er jetzt tun?  Er hat sich ja schon für eine Taktik entschieden: er gibt jeweils zu, was ihm schon nachgewiesen wurde, und redet sich auf Überforderung und menschliche Fehler hinaus. Eine untaugliche Taktik, wie ich finde, denn das ist noch keine Erklärung für unmoralisches Verhalten. Im Falle so extremer Überforderung macht man eine Pause oder bricht die Dissertation ab oder wechselt das Thema oder den Doktorvater, oder man stellt andere Aktivitäten zurück, aber man schwindelt nicht und collagiert nicht.

Besonders unangenehm fällt mir auf, daß er sich zum Beispiel stilisiert für den Umgang mit Fehlern. Nein nein, Studenten, macht es nicht so wie er – erst versuchen sich den Titel zu erschwindeln, und sich dann entschuldigen und zerknirscht tun. Wer sich in so einer Situation der Überforderung befindet – sucht Euch Hilfe, schwindelt nicht.

Tja, ich finde, Guttenberg sollte ehrlich sagen, was jeder sehen kann: daß er betrogen hat, daß er systematisch Spuren seiner unredlichen Arbeitsweise verwischt hat, weil er den Titel so sehr wollte. Ich würde ja an seiner Stelle zu der Materialsammlung zurückkehren und sie als Basis für eine echte Arbeit benutzen. Er hat Geld genug, um eine Auszeit zu nehmen. Ich glaube, Friedrich Wilhelm von Hohenzollern, dem laut Medien ein ähnlicher Klops unterlief, hat zehn Jahre später eine vernünftige Doktorarbeit abgeliefert, und das gefällt mir.

Ich würde ihm akademisch eine zweite Chance gönnen, aber solange er sich rausredet, wenn auch im Büßerhemd, ist er für mich nicht als Verteidigunsminister tragbar. Was für ein Beispiel gibt er den Studenten an Bundeswehrhochschulen? und den Soldaten? Verantwortung übernehmen für jede Entscheidung, auch die falsche – darauf ist eine Armee doch aufgebaut. Das ist doch das Schwere am Soldatsein – daß man unter Druck entscheiden muß, mit der Gefahr, sich falsch zu entscheiden. Und dann die Konsequenzen tragen muß.

Würde Guttenberg jetzt ohne Taktik ehrlich zugeben, was ihm passiert ist, während er an seiner Diss. puzzelte, wäre ich bereit, ihm eine zweite Chance zu geben. Er scheint ein fähiger Mann zu sein. Er scheint mir auch klug genug, aus einem Fehler zu lernen. Das Leben geht weiter, auch nach einer Verfehlung. Es gibt genügend Politiker, die nach einem Knick wiedergekommen sind.

Aber diese Rausrederei sehe ich als Weiterführung der Unredlichkeit. Ich höre einfach selbst oft genug diese Ausreden von Studenten, und obwohl ich notorisch weichherzig bin und immer eine zweite Chance gebe, mich noch nie an den Disziplinarausschuß gewandt habe, obwohl ich es wohl gekonnt hätte – ich weiß, was von den Ausreden zu halten ist. Gar nichts. Wer Zitate zusammencollagiert und nicht kennzeichnet, weiß, was er tut. Er ist genau davor gewarnt worden. Das möchte ich von Guttenberg schon gern hören, wenn er überhaupt was dazu sagen muß.

Ob er einen Ghostwriter beschäftigt hat? Schwer zu glauben. Er hat so anschaulich geschildert, wie er selbst an der Arbeit gearbeitet hat – nicht auszudenken, wenn auch das gelogen war. Und das hätte der Doktorvater doch merken sollen! Man merkt doch in Gesprächen mit Fachkollegen sofort, wer Ahnung hat und fundiert zu einem Thema spricht, und wer über dünnes Eis schlittert, dabei starr lächelnd, damit es keiner merkt. Nein, vielleicht bin ich naiv, aber ich glaube eher, daß er in seinem Willen, sich diesen Titel zu erkämpfen, in eine unredliche Arbeitsweise reingerutscht ist und das Gefühl dafür verloren hat, wie man wirklich wissenschaftlich arbeitet. Daß er genug wußte, um in Gesprächen zu täuschen, im Doktorandenkolloqium, vielleicht auch in größerem Kreis – und daß er vielleicht sogar selbst glaubte, es sind seine Ideen, die er da referiert.

Ich denke viel über dieses Thema nach, weil es für mich DIE Frustrationsquelle meiner Arbeit ist. Ich wünschte, ich könnte Guttenberg erklären, was für ein Gefühl das ist, wenn ich nach einem Semester schwerer Arbeit die Hausarbeiten bekomme. Und mehr als  eine Arbeit tischt mir dummdreist Zitate von Websites auf. (Dieses Jahr ist es übrigens besser, nachdem ich außer Erklärungen zu geben noch eine wahrhaft drohende Haltung eingenommen habe). Das ist wie eine Ohrfeige. Ich zucke, ich erröte, wenn ich das lese. Ich schäme mich für die Studenten. Ich dokumentiere die Quellen und mache mir die Mühe, die sich die Guttenplag-Mitarbeiter machen, nur ohne die Häme. Dann gebe ich die Arbeit unbenotet zurück und bitte um eine Verbesserung. Dann geht es meist sehr gut.

(Graphik hier gefunden)

Ich wünsche mir, daß der Student den Mut hätte, seine eigenen Ideen hinzuschreiben. Ohne den Mut zum selbständigen Irrtum ist die Wissenschaft verloren, und wer diesen Mut nicht hat, der geht besser nicht in ein akademisches Studium. Es ist durchaus ehrenwert, auf den drei ersten Stufen der Bloomschen Taxonomie zu bleiben. Akademische Arbeit kann man aber ohne die drei höheren Stufen nicht leisten.

Entschuldigt, wenn das lang und rambling ranting war und nicht von allgemeinem Interesse. Ich möchte einen ehrgeizigen jungen Mann nicht in die Pfanne gehauen sehen, und wer sich aus politischen Gründen echauffiert, obwohl er selbst nicht besser ist, der tut der Wissenschaft einen weiteren Bärendienst. Aber er darf damit nicht durchkommen, daß er sich rausredet und seine Verfehlungen kleinredet, das geht einfach nicht.

PS: Hoppla, da spricht der Preußenprinz selbst, habe ich gerade auf SPon gesehen.  Lest seine Worte statt meiner, er sagt es knapper, aber sehr glaubwürdig. Hut ab vor  Friedrich Wilhelm.

Heute nacht geträumt Februar 25, 2011, 7:34

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Auch in England gibt es einen Umsturz. Das Volk stürzt die Königsfamilie. Prince Charles wird Busfahrer bei uns. Wir sind nervös, weil er doch Linksverkehr gewöhnt ist (Y.s Kommentar beim Erzählen des Traums: „das macht in Israel keinen Unterschied“), aber er ist unheimlich nett. Ich sitze hinter ihm und frage ihn, was an seinem neuen Leben am schwierigsten ist. Prince Charles: „das Rasieren. Ich bin immer schön mit dem Messer rasiert worden, und jetzt muß ich mich mit so einem bunten glitzernden Plastikding rasieren.“ Als wir Nahariya aussteigen, Station Soglowek, bestellen wir ihm Grüße an seine Frau.

Eine kleine Geschichte Februar 24, 2011, 21:47

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Ich habe sie soeben bei A Soldier´s Mother gelesen – einem Blog, den ich sehr schätze. Die Autorin ist Jüdin, aus den USA eingewandert, lebt mit einer großen Familie in einer Siedlung, und sie ist genau der Typ Frau (eshet chayil), den das Judentum preist. Sie nimmt einsame Soldaten bei sich auf und kümmert sich um jeden, der es braucht. Politisch und weltanschaulich stehen wir in verschiedenen „Lagern“, aber wenn sie über ihre Söhne in der Armee spricht, dann fällt jedes Wort bei mir auf ein JA, JA, JA. Und so erzählt sie heute von einer Unterhaltung mit ihrem Sohn Elie.

 

Es geht um Strafen und Konsequenzen. Elie erzählt ihr eine Geschichte aus der Armee, als er Soldat war und Verantwortung für andere hatte. Ein junger Soldat, ein verwöhnter Junge aus Tel Aviv, kotzte sich eines Tages vor der ganzen Mannschaft aus und erklärte, wieso die Armee ihm stinkt und er alles satt hat. Er redete sich richtig in Rage, und vor lauter Ärger und Frustration spuckte er die Flagge an.

 

Nun weiß ich, daß für deutsche Leser die Flagge vielleicht nicht so viel bedeutet wie für Israelis, aber Fußballfans können es vielleicht doch verstehen. Die israelische Flagge mit dem Davidsstern ist ein zentrales Symbol des Staats Israel, und wer darauf spuckt, der spuckt auf die Werte, die er repräsentiert.

 

Dem Commander (Elies Vorgesetztem) war klar, daß es dafür eine Konsequenz geben mußten. Er war schockiert und wußte nicht, wie man auf so eine Übertretung, noch dazu vor allen anderen Soldaten, reagiert.

 

So, und jetzt macht mal eine Lesepause und stellt Euch vor, was die Strafe wohl war. Ein israelischer Soldat spuckt auf die Flagge.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sind Euch Ideen gekommen? Nun, auch Elies Commander. Er gab dem Soldaten die Aufgabe, einen zweistündigen Vortrag über Israel, die Flagge und ihre Bedeutung auszuarbeiten. Dafür bekam er von der Armee Sonderurlaub, um in ganz Israel rumzufahren, um mit Lehrern, Holocaust-Überlebenden, anderen Soldaten und Jugendlichen zu sprechen. Das war seine Strafe.

 

Er erfüllte seine Aufgabe, gab einen schönen, interessanten Vortrag und bedankte sich hinterher bei seinem Commander. Er hatte was fürs Leben gelernt, und ich denke mir, der Rest seines Diensts verlief besser als der Anfang.

 

Das, meine Lieben, das ist Israel. Not quite what you expected.

Y. lacht wieder Februar 24, 2011, 20:57

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Um  ihn nach einem langen Tag zu erheitern, lese ich ihm heutige Schlagzeilen aus meiner Lieblingspostille vor, dem SPon. Damit er was zu lachen hat. Es klappt.

 

Zeugen entlarven Gaddafis Gräuelherrschaft!

 

„Entlarven“ ist gut. Ja, reißt ihm endlich die Maske ab!  Totale Überraschung!  Wir dachten immer, er ist eine Seele von Mensch…

 

Gaddafi soll Lockerbie-Anschlag befohlen haben!

 

Nein wirklich! Ganz was Neues! Das hätte ja niemand vermutet!

 

Wissen die Redakteure eigentlich schon, daß die Hündin Laika nicht lebendig wiedergekommen ist?

 

Beer Sheva heute Februar 24, 2011, 17:59

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Großes Glück für die Bewohner des Hauses. Die Tür ist kaputt – die Mesusa unbeschädigt. Sie werden das birkat ha-gomel sagen, das Gebet nach der Errettung aus Lebensgefahr.

 

(Hier mehr Bilder)

Oops they did it again Februar 24, 2011, 11:34

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Gaza-Streifen

Israel rächt Raketenbeschuss mit Luftangriffen

Es waren die schwersten Angriffe seit zwei Jahren: Israels Luftwaffe hat in der Nacht mehrere Ziele im Gaza-Streifen bombardiert. Die Armee reagierte damit auf einen Raketenbeschuss der Stadt Beerscheva.

Oh, diese rachsüchtigen Israelis! Auch die „Erklärung“ ist mal wieder bemerkenswert unvollständig:

Militante Palästinenser hatten die Rakete abgefeuert, nachdem israelische Soldaten im Grenzbereich einen Palästinenser getötet und elf weitere verletzt hatten.

Und warum haben die pösen israelischen Soldaten den Palästinenser im Grenzbereich getötet? Weil er zu einer Gruppe gehörte, die gerade einen Sprengsatz angebracht hatten. Und die Burschen waren Mitglieder des bewaffneten Flügels des Islamischen Djihad.

 

The IDF responded by saying that an explosive device was detonated toward soldiers who were performing routine activity in the area, on the northern part of the border.

„Shortly afterwards, a mortar shell was fired at the force and five additional mortar shells were fired into Israeli territory, landing in the Sdot Negev Regional Council,“ the IDF statement read. „Subsequently, the force identified a number of militants in the same area and returned fire in their direction. A direct hit was confirmed.“

The al-Quds Brigades, the armed wing of the Islamic Jihad (Holy War) movement, said in a statement that a group of its members was targeted.

The IDF noted that in the past two months, „over 12 devices were laid along the security fence and exploded at IDF forces.“

They added that two explosive devices were found on the border as recently as Tuesday.

„The terrorist organizations are constantly operating against Israeli civilians and IDF soldiers,“ the IDF stated, adding that they held „the Hamas terrorist organization solely responsible for maintaining the calm in the Gaza Strip and for any terrorist activity emanating from it.“

 

Warum der SPon das nicht erwähnt hat? Tja, ich weiß es auch nicht. Vielleicht hätte am Ende ein Leser den Eindruck gewonnen, daß die Aggressionen von den Palästinenser ausgehen, die aus dem Gazastreifen heraus wahllos Zivilisten angreifen, während Israel punktgenau Terroristennester angreift, um weitere Aktionen zu verhindern?

Seit Wochen und Monaten dokumentiere ich hier jede Rakete und Mörsergranate, die im Süden niedergeht. Kein Wort davon in den deutschen Medien. Und dann dieser Artikel. Ich sollte nicht überrascht oder empört sein, aber die pure Dreistigkeit des SPon verblüfft mich immer wieder.

Eigentlich sollte ich mehr tun als mich nur hier zu echauffieren. Aber was kann man da tun? Jede solche Lügengeschichte zementiert das Israel-Bild in den Köpfen der Leser, die die wahre Lage nicht kennen.

Wärt Ihr in Ruths Lage, deren Mädchen vor Angst im Schutzraum geschlafen haben, weil der Knall ihnen so in die Knochen gefahren ist – würdet Ihr nicht auch von Eurer Regierung und Armee erwarten, etwas zur Abschreckung unternehmen, damit die nächste Grad-Rakete nicht schon morgen wieder fällt?

Während niemand hinguckt, Februar 24, 2011, 10:40

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geht bei uns die folgende Nachricht durch die Zeitungen: auf Satellitenbildern läßt sich erkennen, daß in Syrien vier weitere Reaktoren in Bau sind (auch hier und, auf Deutsch, hier).

Beunruhigend? Beunruhigend.

Nebenbei gesagt: ich wüßte schon sehr gern, was die iranischen Kriegsschiffe geladen haben, die jetzt in Syrien angelegt haben.

Secundus Februar 24, 2011, 10:24

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rief gestern an. Er erzählte mir mit kaum verhohlenem Stolz, daß er in einem Posten in der Nähe des Hermon sitzt, auf dem Gipfel Ramta. „Laut National Geographic einer der schönsten Flecken in Israel“, meinte er bescheiden. Es ist kalt in dieser Höhe, aber das stört ihn nicht. Im Moment ist es auch wieder wärmer.

 

Der Posten ist klein, Secundus ist der einzige Sani und ist verantwortlich für Wasser, Hygiene, die Qualität des Essens – und dafür, daß alle sich vor Unterkühlung in Acht nehmen, wenn es wieder kalt wird.  Sie patrouillieren viel, sie lernen die Gegend gut kennen und Secundus hat mehrere Sani-Übungen hinter sich („bumim“). Ich bin froh, daß es Secundus gut geht. Die nördliche Grenze ist in dieser Jahreszeit am allerschönsten, und ich freue mich, daß meine beiden Söhne das auch genießen können. Alle meine Kinder haben ein gutes Auge für Naturschönheit.

 

Die Gegend von Har Dov ist gefährlich – meistens wunderschöne Idylle wie jetzt, aber das kann sich von einem Moment auf den anderen ändern.  Ich behalte das im Hinterkopf, aber ich spreche mit Secundus nicht darüber.

 

(Bild aus dem Blog eines Miluimniks, der wunderbare Photos macht)

Väterlicher Opfermut Februar 24, 2011, 6:55

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Tertia findet das Buch „Der Teufel trägt Prada“ toll, und auch den Film mag sie gern und guckt ihn regelmäßig. Nun hat sie durch beständigen sanften psychologischen Druck ihren Vater dahingebracht, daß er das Buch liest.

 

 

Es liegt auf seinem Nachttisch, zum Amüsement meiner Schwester („was, der Y. liest „Der Teufel trägt Prada?“ – denn das Titelbild ist dasselbe wie in der englischen Ausgabe).

Gestern abend hat er mit den Mädchen auch den Film angeguckt und mit Tertia gefachsimpelt, wie er sich vom Buch unterscheidet.

 

Da habe ich Tertia gesagt, daß sie den vermutlich besten Vater der Welt hat. Wer sonst wäre bereit, den Interessen seiner Töchter so treu zu folgen, auch wenn ihn Mode und Zickenzank kein bißchen interessieren?

 

 

Diesmal eine Grad-Rakete, Februar 24, 2011, 6:30

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und diesmal mitten in Beer Sheva. Ich hoffe, unsere Freunde in Beer Sheva haben nichts abgekriegt. Wieder einmal war es reines Glück, daß die Bewohner des betroffenen Hauses  „nur“ einen Schock erlitten (mehrere Kinder darunter), denn die Rakete fiel in den Hof und nicht auf das Haus selbst. Sonst wäre, chas ve chalila, der Schaden noch schlimmer gewesen.

 

Die Luftwaffe hat umgehend zurückgeschlagen, laut Ynet hat sie das Hauptquartier der Terrorgruppe beschossen, die die Grad gefeuert haben.

 

Es wird langsam ungemütlich im Süden. Die nächste Eskalation bleibt hoffentlich aus. Wenn die Palästinenser nicht schießen, schießt auch Israel nicht.

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