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Ein wichtiger Artikel Februar 15, 2017, 21:03

Posted by Lila in Presseschau.
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Manchmal frage ich mich ja selbst, ob ich spinne oder alle anderen. Wenn ich deutsche Medien lese zum Beispiel oder mich mit Deutschen unterhalte, die mit ihrer „ausgewogenen“ Haltung die irrsinnigsten Gleichsetzungen zustandebringen, ohne zu merken, daß sie irrsinnig sind.

Aber dann freut es mich, einen Artikel von jemand zu lesen, der von außerhalb auf uns alle blickt, und uns seine Erkenntnisse mitteilt – auch wenn die Erkenntnisse bitter sind.

Hunter Stuart ist ein amerikanischer Journalist, aufgewachsen im liberalen Ostküsten-Milieu, wo man selbstverständlich pro-palästinensisch denkt und das gesamte Nahostproblem als von Israel verursacht denkt. (Auch dort kommen, wie in Deutschland, die Meinungen in praktischen Sammelpackungen: wenn man für das Recht auf Abtreibung und Homo-Ehe ist, für sogenannte „linke“ Anliegen, dann ist man auch automatisch gegen Israel. Eigenes Nachdenken unnötig, ja unerwünscht. Wohlgemerkt: die Sammelpackung wird als „kritischer Bürger“ vermarktet.)

Nun, er hat angefangen, in Israel zu arbeiten und hat die Messer-Intifada aus nächster Nähe miterlebt. Er wäre in einer arabischen Gegend von Kindern und Jugendlichen fast gelyncht worden, weil sie ihn für einen yahud hielten,

As soon as I arrived, a Palestinian kid who was perhaps 13 years old pointed at me and shouted “Yehud!” which means “Jew” in Arabic. Immediately, a large group of his friends who’d been hanging out nearby were running toward me with a terrifying sparkle in their eyes. “Yehud! Yehud!” they shouted. I felt my heart start to pound. I shouted at them in Arabic “Ana mish yehud! Ana mish yehud!” (“I’m not Jewish, I’m not Jewish!”) over and over. I told them, also in Arabic, that I was an American journalist who “loved Palestine.” They calmed down after that, but the look in their eyes when they first saw me is something I’ll never forget. Later, at a house party in Amman, I met a Palestinian guy who’d grown up in Silwan. “If you were Jewish, they probably would have killed you,” he said.

und hat von vielen Palästinensern immer wieder zwei Dinge gehört: 1. daß die Juden hier nichts zu suchen haben und verschwinden sollen, und 2. daß es keinen islamischen Terror gibt, sondern hinter allem der Mossad und CIA stecken.

Langsam wandelte sich Stuarts Bereitschaft, auch die brutalste Gewalt gegen Juden bzw Israelis auf Biegen und Brechen zu rechtfertigen.

Being personally affected by the conflict caused me to question how forgiving I’d been of Palestinian violence previously. Liberals, human-rights groups and most of the media, though, continued to blame Israel for being attacked. Ban Ki-moon, for example, who at the time was the head of the United Nations, said in January 2016 ‒ as the streets of my neighborhood were stained with the blood of innocent Israeli civilians ‒ that it was “human nature to react to occupation.” In fact, there is no justification for killing someone, no matter what the political situation may or may not be, and Ban’s statement rankled me.

….

…even the kindest, most educated, upper-class Palestinians reject 100 percent of Israel ‒ not just the occupation of East Jerusalem and the West Bank. They simply will not be content with a two-state solution ‒ what they want is to return to their ancestral homes in Ramle and Jaffa and Haifa and other places in 1948 Israel, within the Green Line. And they want the Israelis who live there now to leave. They almost never speak of coexistence; they speak of expulsion, of taking back “their” land.

Ihr müßt den Artikel selbst lesen, er lohnt sich. Ich picke Euch nur ein paar Rosinen raus, die wiederholen, was ich seit Jahren immer wieder, immer wieder hier im Blog erklärt habe – und was mir viele Leser einfach nicht glauben wollten, weil sie genauso wie Stuart in ihrem „Narrativ“ gefangen waren. Daraus kann man nur ausbrechen, wenn man die Realität sieht.

If the Palestinians are given their own state in the West Bank, who’s to say they wouldn’t elect Hamas, an Islamist group committed to Israel’s destruction? That’s exactly what happened in Gaza in democratic elections in 2006. Fortunately, Gaza is somewhat isolated, and its geographic isolation ‒ plus the Israeli and Egyptian-imposed blockade ‒ limit the damage the group can do. But having them in control of the West Bank and half of Jerusalem is something Israel obviously doesn’t want. It would be suicide. And no country can be expected to consent to its own destruction.

Wie wenn man am Meer ist und die Wellen nicht hören kann, weil man per Kopfhörer irgendwelche Musik hört. Kopfhörer abnehmen, Wellen hören, ist mein Tip. Und in Bezug auf den Nahen Osten: aus dem Sammelpack übernommene Schlagworte und Pseudo-Erklärungen vergessen, Realität angucken und zwar gründlich.

Stuart hat es getan, und er ist auch heute nicht gegen die Palästinenser, ihre Anliegen und Rechte.  Aber er schluckt nicht mehr blind jedes Klischee, jede Behauptung und jede Anschuldigung gegen Israel. So sieht menschlicher Fortschritt aus.