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Im Erdowahn April 16, 2017, 20:40

Posted by Lila in Presseschau.
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Ich vergleiche die Berichterstattung über die Vorgänge in der Türkei, den überaus kritischen Tonfall, den Unwillen, sich von Erdogans Behauptungen und Manipulationen blenden zu lassen, im Geiste selbstverständlich mit einem ganz anderen Ereignis.

Auch damals hat Erdogan Ereignisse manipuliert, um seine politischen Ziele zu erreichen – sein persönliches Prestige aufzupolieren, aber auch die Vormachtstellung der Türkei in der muslimischen Welt anzumelden. Dafür mußte er ein Zweckbündnis brechen, das vorher zu beiderseitigem Nutzen eine ganze Weile gedieh.

Dieses Zweckbündnis war natürlich das mit Israel, das sogar militärische Zusammenarbeit und gemeinsame Manöver mit einschloß – heute unvorstellbar.

Um dieses Bündnis zu brechen, inszenierte Erdogans Türkei das lächerliche Spektakel mit den sogenannten Hilfsgüterschiffen für den Gazastreifen. Wo ist in so einem Passagierschiffchen überhaupt Platz für Hilfsgüter?

Datei:Mavi Marmara side.jpg

Weder waren auf den Schiffen brauchbare Hilfsgüter, noch war es nötig, sie auf solchen Dampferchen durch eine Seeblockade zu schmuggeln (und die Rechtmäßigkeit der Seeblockade ist angesichts der Aggressionen der Hamas im Gazastreifen gegen Israel sehr wohl begründet – sie würde auch aufgehoben, wenn die Aggressionen aufhörten).

Die israelische Marine bot den „Aktivisten“ an, eventuelle Hilfsgüter zu übernehmen und auf regulärem Weg in den Gazastreifen zu bringen. Bekanntlich erledigt COGAT ja täglich Hilfslieferungen in den Gazastreifen.

Oh – bei Euch natürlich nicht bekanntlich, deutsche Medien kennen weder COGAT noch irgendwelche Lieferungen in den Gazastreifen, wenn nicht auf fähnchengeschmückten Ausflugsdampfern, gefüllt mit hysterischen Aktivisten und ideologieverseuchten Europäern wie den Linken-Abgeordneten.

Jeder wird sich an das Spektakel erinnern. Die offene Aggression, mit der die unvorbereiteten israelischen Soldaten empfangen wurden – der unglückliche Verlauf – die Toten. Anfangs schwirrten viel höhere Opferzahlen durch die Medien.

Der Tenor der Berichterstattung war eindeutig und wurde eins zu eins von der türkischen Regierung übernommen. Die Hilfsgüter waren Hilfsgüter, die Aktivisten mit den Eisenstangen waren idealistische Menschheitsbeglücker, die israelischen Soldaten brutale Piraten, die Einwohner des Gazastreifens arme Opfer und die Hamas mit ihren türkischen Mitstreitern eine Wohltätigkeitsorganisation. Alle sprachen von einer Attacke der Shayetet, obwohl die Soldaten anfangs unbewaffnet aufs Schiff kamen und dort von bewaffneten Aktivisten erwartet wurden.

Noch bevor ein Untersuchungsausschuß eingesetzt werden konnte, stellte sich der deutsche Bundestag geschlossen an die Seite der Türkei und erklärte u.a., daß eine Seeblockade israelischen Sicherheitsinteressen nicht dient – obwohl ständig, von der Weltöffentlichkeit unbemerkt, Terroristen versuchen, übers Meer nach Israel zu kommen. Was man aber gern mal ignoriert, denn sonst könnte ja jemand auf die Idee kommen, daß Israel tatsächlich aus Selbstschutz handelt und nicht aus reiner Blutlust.

Es ist sieben Jahre her, es hat Israels ohnehin schon brüchiges Ansehen irreperabel geschädigt, und es war eine Farce von Anfang bis zum Ende.

Kein Politiker, kein Unterzeichner der Verurteilung Israels, kein deutscher Journalist, niemand hat bisher hörbar gesagt: Leute, wir sind Erdogan auf den Leim gegangen. Das war eine brutale Inszenierung, der wir aufgesessen sind. Die Wahrheit war anders. Wir haben den Israelis nicht zugehört. Vielleicht sollten wir das nächste Mal aufpassen, bevor wir kritiklos schlucken, was uns über Israel erzählt wird!

Nein, da kann ich lange drauf warten, daß diese Einsicht dämmert. Damals war Erdogan ein Held in Deutschland, in den deutschen Medien. Der Israel-Bezwinger! der Kümmerer, dem die armen Gaza-Bewohner am Herzen liegen!

(Ein Beispiel für den Ton der Berichterstattung hier, auch hier. Auch noch fünf Jahre später wird unkritisch die türkische Version kolportiert, via Mankell… und wer überprüft sowas?)

Kein Journalist, der jetzt messerscharf analysiert, wie Erdogan Welt und Wahrheit nach seinem Willen zurechtbiegt, kann mich beeindrucken. Jahrelang haben sie Erdogan alle zu Füßen gelegen, auch seine drastischsten Anklagen gegen Israel unkommentiert wiedergegeben.

Der Spiegel hat die Wahrheit 2015 noch weiter manipuliert, indem er ähnliche Flottillen mit dem Bild eines riesigen Containerschiffs illustrierte…

 Kriegsschiff und Frachter vor Israels Küste: Zwischenfall im Mittelmeer

…. das aber nichts mit dem Gazastreifen zu tun hatte. Frachtschiff MSC Perle fährt hier in Haifa ein, und ich vermute, für den Hafen in Gaza ist sie viel zu groß. Daß zufällig ein Schiff der Küstenwache dort patrouilliert, bedeutet nicht, daß es einen Zwischenfall gab…

Die Marianne, um die es bei dem Zwischenfall ging, sieht in Wirklichkeit so aus:

The Marianne of Gothenburg, a Swedish-flagged trawler leading a flotilla of boats sailing for the Gaza Strip, June 2015. (YouTube/Ship to Gaza Sweden)

Durch die Wahl des Bilds der Perle aber suggeriert der SPon, daß den Palästinensern riesige Mengen an wichtigen Waren verloren gingen.

Das Märchen mit den Hilfsgütern auf dieser überfüllten Nußschale hält sich demzufolge hartnäckig, womit die Rollen sofort verteilt sind: gute Wohltäter gegen böse Soldaten.

Und warum haben alle Erdogans „Narrativ“ geglaubt und ihn aktiv unterstützt? Weil es gegen Israel ging. Oder gibt es eine andere Erklärung?

 

Kommentare»

1. AMC - April 16, 2017, 23:11

Den Abend des 30.5.2010 verbrachten wir in Rostock bei einer Buchlesung von Chaim Noll. Er sprach darüber, dass morgen die Mavi Marvara auf Tour gehen wird, und dass etwas Bedrohliches in der Luft liegt. Wir haben keine Nachricht von den darauffolgenden Ereignissen ausgelassen und auch die darauf einsetzende Berichterstattung übelster Art.

2. Paul - April 17, 2017, 1:14

Danke, liebe Lila!
Das ist die Berichterstatterin, wie ich sie liebe. Gut, dass Du gerade heute dies zum Thema gemacht hast. Obwohl du gegen den offenkundigen Hitlerismus in der Türkei nichts ausrichten kannst, ist es gut, dagegen anzuschreiben.

Das Wegducken der Weltöffentlichkeit vergleiche ich mit dem Verhalten der Politiker, das zum Münchener Abkommen geführt hat. Damit sollte der Frieden gesichert werden. Wir alle wissen, wie das ausgegangen ist.
Da sage mir einer, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

Herzlich, Paul

3. Ekkehard Schroeder - April 17, 2017, 13:31

Wahrscheinlich kommt der Journalismus nicht mehr darum herum kritisch zu Berichten da die türkischen Konflikte vor der deutschen Haustür sich abspielen. Ca 30% der türkischen Staatsbürger haben in D. für die Reform gestimmt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-referendum-wie-tuerken-in-deutschland-abstimmten-a-1143557.html
Und anders wie in der Vergangenheit kann man sich nicht mal mehr der Illusion hingeben „das die wieder gehen“.

Was immer wieder überrascht wie wenig man auch über Rohstoffe bei Konflikten im östlichen Mittelmeer berichtet.
Vor ca. zehn Jahren stand in einer Touri(!)-Zeitung aus Athen das es bei dem türkisch-griechischen Dauerstreit um potentielle Förderrechte im Mittelmeer geht.
http://www.handelsblatt.com/politik/international/neue-einnahme-quelle-athen-will-oel-und-gasvorkommen-erschliessen/10623750.html
Und südlich von Zypern gibt es Erdgas das sich Zypern und Israel teilen. Schlappe für Erdogan: da hat man die hälfte Zyperns besetzt und hat nichts davon.
Aber frei nach Kittner: wo kein US-Soldat – kein Öl
http://www.handelsblatt.com/politik/international/oel-und-gas-schatzinsel-zypern/7756642.html

4. A.mOr - April 17, 2017, 22:38

@3. Ekkehard Schroeder – April 17, 2017, 13:31
„Ca 30% der türkischen Staatsbürger haben in D. für die Reform gestimmt.“

Dazu Hamed Abdel-Samad:
http://www.achgut.com/artikel/zusammen_fuer_den_islamismus_den_chauvinismus_und_die_todesstrafe

5. jim11111 - April 19, 2017, 14:35

Mit Beruhigung bzw Entspannung ist nicht zu rechnen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es zur Eskalation kommen und das wird bitter für alle Beteiligten.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-02/fluechtlingsabkommen-tuerkei-eu-inhalt

Die Folge wäre vermutlich erneut Chaos und großes Elend für die geflüchteten Menschen.

6. Ekkehard Schroeder - April 20, 2017, 17:39

Oster-Sacken hat hierzu was geschrieben:

http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/und-wieder-die-kurden/

„Auch wenn es in das Narrativ nicht passen mag, das die türkische Bevölkerung feinsäuberlich in nationalistisch-islamistisch sunnitische Türken und gute Kurden und Aleviten teilen mag. Die Realität sieht nämlich so aus:
Die inoffiziellen Ergebnisse deuten darauf hin, dass türkische Kurden die ‚Ja‘-Kampagne vor einer bösen Überraschung bewahrt haben.“

So oder so, ob 15, 30 oder 60 Prozent für Erdogan, AfD, Trump oder Putin stimmen: Es ist mehr als besorgniserregend.
Und Erdogangegner sind noch lange keine Lupenreine Demokraten. Einige haben statt dessen weniger Probleme mit der Achse-Syrien-Russland-Iran wie mit dem NATO-Mitglied Türkei.

Was im übrigen in der ganzen Rechnung fehlt sind türkisch stämmige Menschen die gar keinen türkischen Pass mehr haben und nicht unbedingt wenige sind.

Man sollte aber auch die Integrationspolitik von Deutscher Seite nicht vergessen: Erst holte man sie für die Drecksarbeit ins Land. Und dann ist es einfacher gewesen den Menschen einen Imam vorzusetzen und zu hoffen das „sie sowieso wieder gehen werden“ anstatt sie wirklich zu integrieren. Das fällt uns derzeit auch auf die Füsse.

7. A.mOr - April 21, 2017, 16:22

@ 5. jim11111 – April 19, 2017, 14:35
bist Du’s, chawer, „jimi“, jedidi?
Nur mal nachgehakt. 😉

Die Folge wäre vermutlich erneut Chaos und großes Elend für die geflüchteten Menschen.

Geteiltes Leid ist halbes Leid, sagt man so.
Die Ereignisse in Europa in den letzten zwei Jahren zeigen schon recht deutlich auf, daß das „Elend der geflüchteten Menschen“ ausdauernd geteilt wird, oft ungefragt, wenn es allgemein auch noch gerne unter einen staubig-blutroten Teppich gekehrt wird. Eine alte orientalische Erzählung kennt den „fliegenden Teppich“, das dürfte beim Abflug eine „Überraschung“ werden.

Im Schatten solcher Ereignisse bewegen sich übrigens alteingesessene Straftäter wie Fische im Wasser.
Einfache Rechnung.

Wem nutzt das?
Irgendjemand hat es bestimmt nur gut gemeint…

(Und die deutsche Justiz ist mittlerweile überfordert, wie ein weiteres Beispiel aus Thüringen markiert: http://www.journalistenwatch.com/2017/04/21/neues-vom-abschiebe-stadl/
Der Link zur ‚Thüringer Allgemeinen‘ -ursprüngliche Quelle zur Information- ist dem Artikel beigefügt, läßt sich jedoch nur als Abonnent lesen.)
Kommentar von ‚journalistenwatch‘:
Nun läuft also ein weiterer Sexualstraftäter in Deutschland frei herum, weil die Anstalten restlos belegt sind. Was sagt uns das über den Kontrollverlust der Politik?
Nu, auf einen Schwerfrecher mehr kommt’s auch nicht mehr an, oder?

@6. Ekkehard Schroeder – April 20, 2017, 17:39
Der vorliegende Text von Thomas von der Osten-Sacken ist so einer, den man ganz lesen sollte, obgleich sich Leute mit wenig Zeit oder Geduld schon mit den ersten Absätzen zufrieden geben dürften.
Aus denen geht dann also hervor, daß vermeintlich „die Kurden“ (die nicht so alle gleich und einfach sein dürfen, weil es dem Verstand wohl widerspricht) zu gewichtigen Teilen ebenfalls dem Erdowahn zustimmen. Die beigefügte Zahlenstatistik darf wie ein Hügel betrachtet werden, den wohl etliche Leser dann nicht mehr überqueren mögen, die Mühe und so…

Aus dem weiteren Text (und der anschließenden Unterhaltung zwischen Thomas von der Osten-Sacken und Thomas Eppinger, oder umgekehrt, im Kommentarbereich) lassen sich dann interessante Details erfahren, die irgendwie geeignet sind, den irgendwie besserwisserisch anmutenden Einstieg in den Text von Thomas von der Osten-Sacken ad absurdum zu führen.
Da ist die Rede von erwiesenem Wahlbetrug in Genf. Das läßt durchaus den Schluß zu, daß es sich nicht um den einzigen Wahlbetrug („zugunsten“ von Erdogan) handelt; und beide Thomas räumen ein, daß dieser Wahlbetrug, dessen Umfang alles andere als geklärt ist, ein Indiz dafür sein kann, daß durchaus auch eine Statistik zum Wahlveralten von Kurden verfälscht sein könnte.
Könnte, wohlgemerkt.

Thomas von der Osten-Sacken wollte eigentlich nur mal kurz sagen -scheint mir- daß man die Kurden nicht alle über einen Kamm scheren könne. Das nenne ich mal eine Erkenntnis! Thomas Eppinger hat es offenbar verstanden, wie er recht geduldig bekennt. Man könnte vermuten, könnte wohlgemerkt, daß er es sogar vor der Lektüre des Textes von Thomas von der Osten-Sacken verstand. Komisch. Und irgendwas mit Hamed Abdel-Samad.
Soviele verschiedene Namen…
Sind wir nicht alle Menschen?

Ekkehard Schröder aber faßt das nochmal ganz eigen auf?
Zitat: So oder so, ob 15, 30 oder 60 Prozent für Erdogan, AfD, Trump oder Putin stimmen: Es ist mehr als besorgniserregend.

Interessanter Satz ist das.
Alleine schon die Aufzählung von Namen (und dieser einen Partei), als ob es alles dieselbe Soße wäre.
Trump = Putin = Erdogan = AfD?
Soll das eine Art von Spaß sein?
Und sonst gibt’s keine Sorgen?

~Alle Kurden sind eben alle Kurden, alles eine Soße, oder schwimmt da eine Makkaroni mitten drin? Wer weiß, was sich am Grund der Soße noch befinden mag! Thomas von der Osten-Sacken, bitte ermitteln Sie!

Türkisch stämmige Menschen ohne türkischen Paß leben mitten in Deutschland, und dürfen weder „Ja“ noch „Nein“ zum Erdogan wahlfälschen. Bei welcher Rechnung fehlt das nochmal?

Und daß Kurden besonders stark für Erdogan abgestimmt haben sollen, wie man interpretieren kann, halte ich für unwahrscheinlich. Und Hamed Abdel-Samad legt eigentlich nur gesunden Menschenverstand an.
Auch das bleibt letztlich nur ein Mutmaßen, aber man kann seine Denkrichtung plausibel finden oder eben nicht, nicht?

Und mein Vermuten ist, daß er im großen Ganzen mit seiner Überlegung richtig liegt. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob es große kurdische Verbrecher-Clans in Deutschland gibt, ob man Kurden (so allgemein) mag oder nicht, ob man Kurdistan zustimmt oder nicht, usw.
Auch unerheblich ist es, ob man für Dersim Tunjeli nimmt und Sonderrollen (Dersim, oder doch Tunjeli?) herausstellen mag.
Nordirland ist den Iren eben nicht Nordirland.
Und was sind eigentlich Aleviten, lesen die einem die Leviten?
Oder reden die (mindestens in Dersim) doch irgendwie anders als alle anderen?
Uniformierte ausgeschlossen?

Hamed hat nur seinen Verstand angelegt.
Andere können das auch.

So können wir uns fröhlich -und trotz aller Besorgnis- hier austauschen, während andere sich die Wahlen bauen, wie sie eben gewünscht sind. Alles in Döner.

Aber noch ist Polen nicht verloren, weiter im Text.
Denn ich finde es höchst bemerkenswert zu erfahren, daß die Deutschen bei der Integration (von wem nochmal?) versagt hätten. Mir scheint, daß sie von ihrem Versagertum nicht loskommen, immer mehr dieser Tage sterben daran, bei den Integrationsbemühungen sozusagen, oder finden es für den Rest ihres Lebens geradezu träumerisch, eher traumatisierend?
Integration ist ein hartes Geschäft, da kann manch zarte Seele daran zerbröseln.

Die sind doch keinen Menschen wie alle anderen!
Italiener, Spanier, Griechen, und sogar Türken (und wen habe ich vergessen zu erwähnen?), als Gastarbeiter hatte man sie einst bezeichnet – Gastarbeiter! Und versäumt sie zu integrieren!
Und dieser doofe Grieche, der dem Imam sagte: „nein Danke“, was erlaubt der sich?!
Alles eine Soße, komplett nicht integrierbar.

Kann die Kritik ja verstehen, ich versuche auch immer meine Arbeiter umgehend zu integrieren (der Arbeitslohn alleine, dieses schnöde Geld, das alleine kann’s ja nicht sein!), mein ganzer Keller ist schon voll, und in meiner Küche verstehe ich nicht mehr, was die Leute reden. Und schlafen? Ha! Zeit ist Geld! Oder vergänglich? Verstehe ja schon meine eigene Sprache nicht mehr!

Aber das ist längst alles Schnee von gestern, bemerkenswerter Schnee allerdings: in der prallen Sonne will der nicht schmelzen.

Und wie ist‘s dieser Tage?
Nu, wie heißt es so schön: die Deutschen wollen uns Auschwitz nicht verzeihen.
Was soll man da machen? Man kann sie nur herzen, diese doofen Deutschen, die einfach niemanden integrieren wollen. Was erlauben die sich eigentlich? Werden die Untertanen gerade erst erwachsen, und dann, schwupps, futsch integriert? Dumm gelaufen…

Mag ein Treppenwitz sein, und mit den Deutschen ist es ja so ähnlich wie mit den Kurden, die einen so, die anderen so, und noch andere anders, usw., aber ich finde, sie haben diese Verachtung nicht verdient.

Na klar, jetzt sind sie wieder unterwegs, auch so Deutsche, erinnern mich daran, daß ich es eigentlich war, der das ganze Unheil über das Land brachte, diese Rattenfänger sind eben nicht doof, oder doch?

Trump = Putin = Erdogan = AfD?
Irgendjemand muß ja schuld sein, daß andere so einen Mist bauen!
Man hat ja die Wahl!

Man hört, in Frankreich ist schon wieder ein Startschuß gefallen.

Irgendjemand schafft das schon.
Wo ein Wille da ein Hammer und ein Amboß.
Jedoch dieses Material unter’m Hammer schreit in großer Not, kann Eisen schreien?
Aber Stein kann weinen, und Herz kann schlagen, solange es nicht zerquetscht wurde.
Oder erschossen.

8. A.mOr - April 21, 2017, 16:43

Oh, und Lila, bedankt für diese Zusammenfassung der „Angelegenheit Mavi Marara“, nochmal. Das ist wichtig, war’s erst vor kurzem ist ist doch schon so lange her…

Schabat schalom.

9. Schwebezustand | Letters from Rungholt - Oktober 15, 2019, 13:03

[…] die Galle hoch, wenn ich mich daran erinnere, wie willig, ja begierig Deutschland über das Mavi-Marmara-Stöckchen gesprungen ist, ohne nachzufragen, ohne einen Moment nachzudenken, ob diese Inszenierung wirklich so […]


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