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Ramadan, Tempelberg, Israelis, Palästinenser – klingt nach Ärger? Nicht unbedingt… Juni 20, 2017, 15:43

Posted by Lila in Presseschau.
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Daß Journalisten über Orte und Sachverhalte berichten, die sie nicht in aller Tiefe und Komplexität erforscht haben, ist verständlich und ich mach das niemandem zum Vorwurf.

Daß aber über Jahre hinweg ein bestimmtes Narrativ die Berichterstattung bestimmt, NUR berichtet wird, was in dieses Narrativ paßt, und alles andere einfach weggelassen wird – wow, das hätte ich vor 15 Jahren einfach nicht geglaubt.

Werden diese Bilder es in die Nachrichten schaffen, z.B. als letztes, „menschelndes“ Item?

Ich habe sie weitergetweetet an die entsprechenden Redaktionen, aber selbstverständlich werden sie davon keine Notiz nehmen, sind ja bestimmt überflutet.

Aber selbst wenn sie die Bilder sehen, werden sie sie senden? Die Schlagwörter sind alle da: Ramadan, Israel, Westbank, Palästinenser, Tempelberg, Freitagsgebete – aber die Bilder zeigen Kooperation zwischen Israel und Palästinensern, zeigen Religionsfreiheit und Toleranz, darum passen sie nicht ins Narrativ.

Darum bin ich fast sicher, daß sie nicht gesendet werden.

Und das ist schade. Denn auch die Palästinenser kommen hier nicht als empörte Wüteriche rüber, sondern als ganz normale Menschen, die ihre Traditionen feiern und ein Angebot der Israelis ganz selbstverständlich annehmen.

Die Anerkennung dieser Möglichkeit einer Normalität tut mehr für den Frieden als hundert empörte Fantasie-Leitartikel über angeblichen Wasserklau oder erfundene Staudämme. Aaaaber…. paßt nicht.

(Ich hab diesen kleinen Absatz aus meinen Kommentaren kopiert, damit mehr Menschen den Clip sehen.)

Nur kurz April 26, 2017, 11:14

Posted by Lila in Presseschau.
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Zu dem Gabriel-Netanyahu-Streit kann ich nicht viel sagen, weil ich gerade absolut keine Zeit dafür habe, es ist hier auch kein Gesprächsstoff, weil Deutschland den meisten Leuten hier nicht sehr wichtig ist. Auf gar keinen Fall so wichtig, wie Israel den Deutschen ist.

Nur so viel zu den Kommentaren, die ich gelesen bzw überflogen habe. Fast alle basieren auf mehreren falschen Annahmen, nennen wir sie freundlich „Lebenslügen“.

  1. Deutschland hat eine wichtige Rolle im Friedensprozeß zwischen Israel und den Palästinensern zu spielen, denn…
  2. Deutschland ist neutral und darum ein guter Vermittler.
  3. Israel widersetzt sich einer Friedenslösung und baut Siedlungen, die das Friedenshindernis Nummer Eins sind.
  4. Die Palästinenser sehnen sich stark nach einer Friedenslösung und aus Frustration und Verzweiflung begehen sie manchmal Angriffe, die man nicht Terror nennen kann, weil sie sich ja nur gegen Israelis richten, also Widerstand sind und kein Terror.

Jede einzelne dieser Annahmen ist falsch.

Im Friedensprozeß, falls es so einen wirklich mal geben sollte, spielen nur die eine Rolle, die die Realität so sehen, wie sie ist. Dazu gehören keinesfalls verblendete Mitteleuropäer, die sich für fair und neutral halten, weil sie beiden Seiten im Konflikt die gleiche Schuld zuweisen. Deutschland ist nicht neutral.

Deutschland überweist den Palästinenser Gelder, die in Terrorstrukturen fließen. Deutschland unterstützt massiv anti-israelische NGOs. Deutschland ist keineswegs ausgewogen und fair. Es ist praktisch unmöglich, in Deutschland eine Meinung zu veröffentlichen, die ohne die oben genannten hohlen Versatzstücke auskommt. Deutschland hat seine Seite gewählt, deutsche Medien betreiben massive anti-israelische Propaganda, übernehmen ungeprüft palästinensische Lügen und Halbwahrheiten, Sprachregelungen und historische Fälschungen, und ist damit keinesweges als neutraler, fairer Vermittler prädestiniert.

Die Palästinenser betreiben seit 100 Jahren systematisch Terror gegen jüdische Zivilisten. Systematisch. Terror. Gegen jüdische Zivilisten.

Sie haben damit angefangen, BEVOR es einen Staat Israel gab, BEVOR es die Eroberung der Gebiete im Sechstagekrieg gab, BEVOR es eine Siedlungspolitik gab.

Terror hinterläßt Tote und Verwundete, die man nicht mehr lebendig machen kann, und Terror hinterläßt Verwüstungen in Biographien auf Generationen.

Siedlungsbau hinterläßt Häuser und Wohnungen, die man räumen und übergeben kann.

Jedes Kind kann verstehen, oder könnte es, wenn nicht alle Medien und Politiker ständig was anderes behaupteten, daß ein Trommelfeuer des Terrors ein echtes Friedenshindernis darstellt (trotzdem sind die Israelis mehrheitlich FÜR Frieden), Siedlungsbau hingegen nur ein rhetorisch aufgeblasener Popanz, der in echten Friedensverhandlungen pragmatisch zu lösen wäre.

Die Weigerung, Terror als Friedenshindernis zu bezeichnen, und die gedankenlose, immer wieder wiederholte Gleichung vom Siedlungsbau als Friedenshindernis, ist selbst eines der größten Friedenshindernisse überhaupt, da es in uns in Israel den bitteren, aber nicht unerwarteten Eindruck bestärkt, daß die Welt für Opfer palästinensischen Terrors null Empathie hat und die Palästinenser darum im Terror bestärkt. Und der kostet Menschenleben.

Über meine Sicht auf die problematischen Seiten des Siedlungsbaus bzw der Proklamation neuer Siedlungen (die oft genug gar nicht gebaut werden) und die Unterschiede zwischen verschiedenen Arten von Siedlungen etc, habe ich schon oft genug geschrieben, hab ich gerade echt keine Zeit für. Auch was die Armee angeht – wir haben genügend demokratische Instanzen, die genau wie in Deutschland für Recht sorgen. Besser vermutlich, da in Israel Dialoge offener geführt werden als in Deutschland.

Aber wer über ein paar Wohnungen in Gegenden, aus denen die Juden gewaltsam vertrieben wurden (mehrmals) und in die sie wieder zurückkehrten, Krokodilstränen vergießt, während er die unablässigen Anschläge auf Leib und Leben israelischer Zivilisten als gegeben hinnimmt – wer gemeinsame Sache macht mit Institutionen, die Israel ständig unter eine überkritische, ideologisch gefärbte Lupe nehmen, während sie Gräuel in Israels Nachbarländern elegant ignorieren – wer ohne nachzudenken immer dieselben Phrasen daherredet und das im Vollgefühl deutscher Wichtigkeit und deutscher Richtigkeit – der disqualifiziert sich selbst als Vermittler.

Es ist schade, daß Netanyahu die Gelegenheit nicht genutzt hat, gleichzeitig mit seiner Absage an Gabriel ein paar wichtigen deutschen Medien ein paar grundlegende Fakten mitzuteilen, die in Deutschland anscheinend unbekannt sind. (Und wäre ich seine Beraterin, ha ha, hätte ich ihm auch davon abgeraten, die Sache mit einer Absage so hoch aufzuhängen, es hätte gereicht, das Treffen abzukürzen, damit Gabriel Zeit bleibt, ein paar Familien von Terroropfern zu treffen. Oder ein paar syrische Verwundete im Krankenhaus in Zfat.)

Die deutsche Einheitsmeinung zum sog. Nahostkonflikt ist jedenfalls so fest betoniert, daß keiner sich selbst mal fragt: warte mal, in welchem anderen Konflikt bin ich eigentlich FÜR ethnische Trennung, FÜR Umsiedlung, FÜR ein Regime, das Homosexuelle, Kritiker und Frauen mundtot macht, FÜR religiösen Fundamentalismus und Kompromißlosigkeit, und FÜR Terror als Mittel der Politik? Hmm, vielleicht sollte ich die Fakten, die mir von meinen palästinensischen Freunden präsentiert werden, doch noch einmal überprüfen…?

Nein, das geschieht nicht. Wie die Palästinenser und ihre israelischen Sprachrohre es vorerzählen, so wird es nachgeplappert, auch ohne jegliche Kenntnis der wahren Lage.

Und ich habe noch nichtmal angefangen, über den iranfreundlichen Unterton nachzudenken, der so viele Artikel in deutschen Zeitungen durchzieht…

Leute, Eure Regierung und Eure Medien haben ihre Seite gewählt, und ich wünsche Euch viel Freude damit. Muß zurück an die Arbeit, es warten BERGE.

Ein wichtiger Artikel Februar 15, 2017, 21:03

Posted by Lila in Presseschau.
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Manchmal frage ich mich ja selbst, ob ich spinne oder alle anderen. Wenn ich deutsche Medien lese zum Beispiel oder mich mit Deutschen unterhalte, die mit ihrer „ausgewogenen“ Haltung die irrsinnigsten Gleichsetzungen zustandebringen, ohne zu merken, daß sie irrsinnig sind.

Aber dann freut es mich, einen Artikel von jemand zu lesen, der von außerhalb auf uns alle blickt, und uns seine Erkenntnisse mitteilt – auch wenn die Erkenntnisse bitter sind.

Hunter Stuart ist ein amerikanischer Journalist, aufgewachsen im liberalen Ostküsten-Milieu, wo man selbstverständlich pro-palästinensisch denkt und das gesamte Nahostproblem als von Israel verursacht denkt. (Auch dort kommen, wie in Deutschland, die Meinungen in praktischen Sammelpackungen: wenn man für das Recht auf Abtreibung und Homo-Ehe ist, für sogenannte „linke“ Anliegen, dann ist man auch automatisch gegen Israel. Eigenes Nachdenken unnötig, ja unerwünscht. Wohlgemerkt: die Sammelpackung wird als „kritischer Bürger“ vermarktet.)

Nun, er hat angefangen, in Israel zu arbeiten und hat die Messer-Intifada aus nächster Nähe miterlebt. Er wäre in einer arabischen Gegend von Kindern und Jugendlichen fast gelyncht worden, weil sie ihn für einen yahud hielten,

As soon as I arrived, a Palestinian kid who was perhaps 13 years old pointed at me and shouted “Yehud!” which means “Jew” in Arabic. Immediately, a large group of his friends who’d been hanging out nearby were running toward me with a terrifying sparkle in their eyes. “Yehud! Yehud!” they shouted. I felt my heart start to pound. I shouted at them in Arabic “Ana mish yehud! Ana mish yehud!” (“I’m not Jewish, I’m not Jewish!”) over and over. I told them, also in Arabic, that I was an American journalist who “loved Palestine.” They calmed down after that, but the look in their eyes when they first saw me is something I’ll never forget. Later, at a house party in Amman, I met a Palestinian guy who’d grown up in Silwan. “If you were Jewish, they probably would have killed you,” he said.

und hat von vielen Palästinensern immer wieder zwei Dinge gehört: 1. daß die Juden hier nichts zu suchen haben und verschwinden sollen, und 2. daß es keinen islamischen Terror gibt, sondern hinter allem der Mossad und CIA stecken.

Langsam wandelte sich Stuarts Bereitschaft, auch die brutalste Gewalt gegen Juden bzw Israelis auf Biegen und Brechen zu rechtfertigen.

Being personally affected by the conflict caused me to question how forgiving I’d been of Palestinian violence previously. Liberals, human-rights groups and most of the media, though, continued to blame Israel for being attacked. Ban Ki-moon, for example, who at the time was the head of the United Nations, said in January 2016 ‒ as the streets of my neighborhood were stained with the blood of innocent Israeli civilians ‒ that it was “human nature to react to occupation.” In fact, there is no justification for killing someone, no matter what the political situation may or may not be, and Ban’s statement rankled me.

….

…even the kindest, most educated, upper-class Palestinians reject 100 percent of Israel ‒ not just the occupation of East Jerusalem and the West Bank. They simply will not be content with a two-state solution ‒ what they want is to return to their ancestral homes in Ramle and Jaffa and Haifa and other places in 1948 Israel, within the Green Line. And they want the Israelis who live there now to leave. They almost never speak of coexistence; they speak of expulsion, of taking back “their” land.

Ihr müßt den Artikel selbst lesen, er lohnt sich. Ich picke Euch nur ein paar Rosinen raus, die wiederholen, was ich seit Jahren immer wieder, immer wieder hier im Blog erklärt habe – und was mir viele Leser einfach nicht glauben wollten, weil sie genauso wie Stuart in ihrem „Narrativ“ gefangen waren. Daraus kann man nur ausbrechen, wenn man die Realität sieht.

If the Palestinians are given their own state in the West Bank, who’s to say they wouldn’t elect Hamas, an Islamist group committed to Israel’s destruction? That’s exactly what happened in Gaza in democratic elections in 2006. Fortunately, Gaza is somewhat isolated, and its geographic isolation ‒ plus the Israeli and Egyptian-imposed blockade ‒ limit the damage the group can do. But having them in control of the West Bank and half of Jerusalem is something Israel obviously doesn’t want. It would be suicide. And no country can be expected to consent to its own destruction.

Wie wenn man am Meer ist und die Wellen nicht hören kann, weil man per Kopfhörer irgendwelche Musik hört. Kopfhörer abnehmen, Wellen hören, ist mein Tip. Und in Bezug auf den Nahen Osten: aus dem Sammelpack übernommene Schlagworte und Pseudo-Erklärungen vergessen, Realität angucken und zwar gründlich.

Stuart hat es getan, und er ist auch heute nicht gegen die Palästinenser, ihre Anliegen und Rechte.  Aber er schluckt nicht mehr blind jedes Klischee, jede Behauptung und jede Anschuldigung gegen Israel. So sieht menschlicher Fortschritt aus.

Von Unrecht und seiner Tilgung Februar 3, 2014, 12:18

Posted by Lila in Land und Leute.
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Also sprach ein Kommentator:

 “So sehr ich den Juden diesen Staat gönne, so genau sehe ich die Tatsache, dass die Gründung Israels neues Unrecht begründete. Dieses Unrecht gilt es nunmehr zu tilgen. ”

Ich glaube nicht, daß der Komentator selbst willig oder imstande ist, meine Fragen sachlich zu überdenken und eine sachliche Antwort zu geben, aber ich frage trotzdem.

In welcher Hinsicht war die Gründung des Staats Israel mit größerem Unrecht verbunden als die Gründung der Staaten Syrien, Jordanien und Libanon?

In welcher Hinsicht war es unzumutbar für die arabischen Einwohner Israels (die Bezeichung „Palästinenser“ wäre unhistorisch, da sie erst in den 60er Jahren langsam gebräuchlich wurde), als gleichberechtigte Bürger in einem Staat Israel zu leben? Was genau war schlimmer an einer israelischen Regierung Israel als eine jordanische Regierung, ein britisches Mandat oder eine osmanische Provinzverwaltung?

Es ist ja nicht so, als wäre ein autonomes Volk der Palästinenser grausam unterjocht worden. In dieser Weltgegend gaben sich Jahrtausende lang verschiedenste Regierungen die Klinke in die Hand. Eine palästinensische war nicht dabei.

Auch wenn P.Bereit das glaubt. Und viele Leute es glauben. Das sind alles Leute, deren Bullshitometer anscheinend überhaupt nicht funktioniert, und statt mich hier im Blog abzuäschern, sollte ich lieber Olivenholz-Wunderkästchen aus dem Heiligen Land oder sonstige Wunderdinge verkaufen.

Noch einmal zum Mitschreiben: nach Ende des kolonialen Zeitalters wurden die kolonialen Reiche aufgeteilt und Einwohner dieser Reiche wurden autonom. Die sogenannten natives.

Im gesamten Nahen Osten lebten Juden, und niemand, der seine Sinne beisammen hat, kann bestreiten, daß Juden im Nahen Osten heimisch sind. Ungefähr die Hälfte der Bewohner Israels hat orientalische Wurzeln und kommt aus dem Nahen Osten bzw dem Maghreb. Juden sind natives des Nahen Ostens. Die Briten waren Kolonialisten, die Türken waren es, die Araber, die Kreuzfahrer und die Römer – sie alle kamen NACH den Juden.

Warum also sollten ausgerechnet die Juden, die im Nahen Osten seit Jahrtausenden heimisch waren, deren Anwesenheit archäologisch nachweisbar ist, kein Recht auf Autonomie haben? Warum war es ein himmelschreiendes Unrecht, ihnen einen Staat zuzugestehen, dagegen ganz selbstverständlich, in der andern Hälfte des Mandatsgebiets einen Staat Jordanien einzurichten und dort als Herrscher die Haschemiten zu etablieren, die überhaupt nicht dort heimisch sind?

Warum säen „Israel-Kritiker“ nach wie vor die Mär, daß alle Juden Rosenblum hießen und Intellektuelle in Wiener Kaffeehäusern waren, die sich auf einmal in den Kopf gesetzt hatten, einen Staat im Nahen Osten durchzusetzen? Warum kapieren sie nicht, daß die Hälfte der jüdischen Israelis Abutbul oder Buskila heißt, Maklouba und Mafroum ißt und im Nahen Osten heimisch ist? Daß die Hälfte der jüdischen Israelis aus Tunesien, Jemen, Irak, Syrien, dem Libanon kam, oder aus Familien, die seit Generationen in Zfat, Hebron oder Jerusalem leben? Woher hat Gustav Bauernfeind die Juden auf seinen Bildern genommen? Die haben  hier gelebt.

Die Staatsgründung Israels wurde von der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung begleitet. Zitat:

Der Staat Israel wird der jüdischen Einwanderung und der Sammlung der Juden im Exil offenstehen. Er wird sich der Entwicklung des Landes zum Wohle aller seiner Bewohner widmen. Er wird auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im Sinne der Visionen der Propheten Israels gestützt sein. Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten, die Heiligen Stätten unter seinen Schutz nehmen und den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen treu bleiben.

Und genau diesen Anspruch erfüllt der Staat Israel heute noch.

Warum ist das Zentrum des Bahai-Glaubens in Israel? Weil hier Glaubensfreiheit herrscht.

Warum sitzen arabische Abgeordnete in der Knesset? Weil hier politische Gleichberechtigung herrscht.

Warum gibt es Schulen und Hochschulen, in denen Arabisch Unterrichtssprache ist? Warum stehen Kirchen und Moscheen allen Gläubigen offen?

Weil der Staat Israel sich an die Regeln in der Unabhängigkeitserklärung hält.

Wo bitte ist das bittere Unrecht, das die Bewohner von Kfar Yasif und Nazareth erlitten haben?

Hätten die arabischen Nachbarstaaten die Gründung des Staats Israel als gleichwertig mit der Gründung des Staats Jordanien betrachtet (wozu sie Juden als gleichberechtigt hätten anerkennen müssen – aber dort liegt der Hund ja begraben), hätte es keinen Krieg gegeben, dann wäre die sog. Naqba nie passiert.

Doch gutgläubige Palästina-Anhänger wie P.Bereit werden nie einsehen, daß nicht die Gründung des Staats Israel ein großes Unrecht war. Sondern der aggressive Unwille der Nachbarstaaten, diese Staatsgründung als Teil der Ent-Kolonialisierung des Nahen Ostens zu begreifen und zu akzeptieren.

Und noch zwei Punkte: nachweislich kam der Islam NACH Judentum und Christentum in diese Gegend. Es steht zu vermuten, daß zumindest ein Teil der heutigen hier ansässigen Moslems jüdische Wurzeln hat und zum Islam konvertiert ist, als dieser hier Fuß faßte. Irgendwoher müssen die Moslems ja gekommen sein.

Zweitens sind viele der heute in Israel ansässigen arabischen Familien im Laufe des 18., 19. und 20. Jahrhunderts hier eingewandert, ebenso wie jüdische Familien eingewandert sind. Das schlägt sich in vielen arabischen Familiennamen nieder: al Masri, der Ägypter, oder Chalabi, der Mann aus Chalab (Aleppo). Die Gegend hier war noch im 19. Jahrhundert ziemlich leer, und nicht nur Juden sind aus anderen nahöstlichen Ländern und Europa hier eingewandert, sondern auch Araber. Übrigens auch Christen verschiedenster Provenienz und Tscherkessen. Auch viele Beduinen kamen von woanders her.

Daß die Nachweise jüdischer Präsenz im heutigen Staat Israel älter sind als die der anderen Gruppen, hat historische Gründe. Es ist eine einfache Tatsache. Jüdische Israelis leiten daraus keine größeren Rechte ab. Niemand spricht einem Araber aus Arab el Aramshe oder Baka al Garbiya das Recht ab, dort wohnen zu bleiben und alle Rechte des Staats Israel zu genießen. Aber den Verstand und Anstand sollte man schon haben, diese jüdische Präsenz nicht zu leugnen. Man sollte darauf verzichten zu behaupten, daß die Klagemauer immer schon islamisch war, daß nie ein jüdischer Tempel auf dem Tempelberg stand (der von Moslems mit einer Moschee ersetzt wurde), daß das Grab Rahels ein moslemisches Heiligtum ist und das Josefsgrab ebenfalls.

Wie gesagt, das Bullshitometer dieser Apologeten funktioniert einfach nicht, wenn es um Juden und Palästinenser geht. Manche glauben gern, daß die Juden den Tempel und die ganze jüdische Geschichte einfach erfunden haben.

Worin also bestand das gräßliche Unrecht von 1948? Und wie bitte ist es zu „tilgen“?

Wurst wider Wurst wider noch mehr Wurst Januar 19, 2014, 8:42

Posted by Lila in Presseschau.
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Danny Ayalon hat ja schon länger per Youtube versucht, Informationen zu verbreiten oder wenigstens zum Nachdenken anzuregen, wo sonst auf Halb- oder Unwissen gestützte Vorurteile der beliebten „Israel-Kritik“ Material liefern. In diesem Clip nimmt er die „Grenze von 1967“ zur Brust, weder Grenze noch 1967, und die „besetzten Gebiete“.

Zwei junge Araberinnen haben eine Antwort darauf abgeliefert.

Da sie sich darauf beschränken, sich über Ayalon lustig zu machen und erstaunte Gesichter zu ziehen, ohne richtige Gegenargumente zu finden, war es ein leichtes für Joniversity, ihren Clip auseinanderzunehmen. Seine Manierismen nerven ein bißchen, mir tun die Stimmbänder beim Zuhören weh… aber sachlich hat er die Fakten auf seiner Seite.

Mal gucken, ob es mal eine arabische Antwort gibt, die echte Argumente benutzt. Bis dahin ist diese kleine Serie für Leute, die in manchen Punkten gern nachplappern, was in der taz steht, eine Nachhilfe in historischen Tatsachen. Selbst wenn man Ayalons politischen Standpunkt nicht teilt, sollte man doch die Geschichte des Konflikts ein bißchen besser kennen als aus dem „palästinensischen Narrativ“, das überall herumgeblökt wird, als wäre es die lautere Wahrheit.

(Wie so oft habe ich diesen Clip bei EoZ entdeckt – Ayalons kannte ich schon vorher, und die beiden „chicks“ habe ich hier irgendwo sogar mal im Fernsehen gesehen, wenn ich nicht ganz verkehrt liege…)

Nicht mehr live… Januar 14, 2014, 19:46

Posted by Lila in Presseschau.
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… aber eine Ergänzung zu meinem Eintrag von vor ein paar Tagen. Nicht nur Channel 2 hat einen Reporter nach Umm el Fachm geschickt, um Volkes Stimme zum Thema „Liebermans Gebietstauch-Ideen“ zu hören, sondern auch Channel 10. Und jemand war nett genug, diesen Beitrag englisch zu untertiteln, so daß  man einen Eindruck davon bekommen kann, wie empört die Bewohner der Stadt sind, Palästina zugeschlagen zu werden.

Es gibt sie, die palästinensisch-israelische Identität, und warum nicht? Wenn selbst im islamistischen Umm el Fachm, das ja um Haaresbreite gar nicht zu Israel zugerechnet worden wäre, die Sympathien für Palästina so gering ausfallen… nun, dann kann es mit dem 1000mal schlimmeren Holocaust, den angeblich die Juden gegen die Palästinenser verüben, nicht sooo weit her sein.

Wann wohl mal ein deutscher Reporter die Reise wagt? R.C. Schneiders Hebräisch ist exzellent, er könnte das ohne weiteres mal probieren.

Ich höre übrigens sehr gern den mehr oder weniger hörbaren Anklang arabischer Aussprache, so wie ich auch sehr gern orientalische Juden sprechen höre. Ich wäre sehr stolz, ein richtiges chet oder ayin aussprechen zu können, aber meine europäische Kehle gibt es nicht her.

(My thanks to Aussie Davie for the link.)

Und ich habe noch einen Link gefunden, wo auch Said Abu Shakra spricht, dem Kurator der Galerie in Umm el Fachm. Er kommt aus einer Künstlerfamilie, ein Verwandter von ihm ist mein Kollege, und er hat Recht, wenn er sagt, daß die meisten Araber in Israel eine kulturelle Bereicherung sind. Daß es Terroristen unter ihnen gegeben hat und gibt, ist nicht Grund genug, das gesamte „Dreieck“ auszubürgern. Trotzdem ist die Diskussion, die Liebermans Versuchsballon wohl auch unter den palästinensischen Israelis ausgelöst hat, sinnvoll. Ganz ehrlich glaube ich nicht, daß Lieberman mehr damit im Sinne hatte.