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Neues von Frau Schwalbe Februar 13, 2015, 11:31

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Frau Schwalbe ist ’ne Schwätzerin,

sie schwatzt den ganzen Tag,

sie plaudert mit der Nachbarin,

so lang sie plaudern mag.

Das zwitschert, das zwatschert

Den lieben langen Tag!

.

Sie schwatzt von ihrem Manne viel,

von ihren Kinderlein,

und wenn sie niemand hören will

schwatzt sie für sich allein,

Das zwitschert, das zwatschert

und kann nicht stille sein!

.

Hat sie im Herbst Gesellschaft gar

auf jenem Dache dort,

so schwatzen die Frau Schwalben all‘

erst recht in einem fort!

Das zwitschert, das zwatschert

und man versteht kein Wort!

.

Im Blog, da schwatzt´ sie jahrelang

erzählte pausenlos

doch dann bekam sie Arbeitsdrang

der Blog stand leer und bloß.

Kein Zwitschern, kein Zwatschern, 

ja was war da nur los?

.

Zum Bloggen hat sie keine Zeit,

statt dessen twittert sie,

das Twittern ist ne Kleinigkeit

und Trolle gibt´s fast nie.

Sie zwitschert, sie zwatschert, 

und twittert spät und früh. 

 

@LilaR

Auf Jobsuche September 28, 2014, 9:51

Posted by Lila in Land und Leute.
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Könnt Ihr Euch einen Politiker vorstellen, der sich selbst so auf die Schippe nimmt? Mir fällt keiner ein.

In der nächsten Zeit September 16, 2014, 15:35

Posted by Lila in Bloggen.
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wird das Bloggen weniger werden – das konnten meine geschätzten Leser ja schon in der letzten Woche merken. Ich habe mehrere Projekte im Ofen, die leider, leider höhere Priorität haben als mein Blog. Ist das nicht blöd? Andererseits: wie beruhigend, daß es noch andere Dinge als Bloggen gibt! Wenn ich Zeit habe, werde ich mir das Bloggen nicht versagen, aber es wird ziemlich dicht kommen in den nächsten Monaten.

Tooooov? Tov.

Wo wart Ihr September 11, 2014, 13:07

Posted by Lila in Bloggen, Persönliches.
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vor dreizehn Jahren?

Wenn bei mir der Hektik-Pegel sinkt, erzähle ich auch von mir.

Wohl bekomm´s September 8, 2014, 7:04

Posted by Lila in Presseschau.
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Wie gut, daß es MEMRI gibt – die dort gezeigten und untertitelten Reden kennt im Westen sonst kein Mensch. Warum die westlichen Medien ihren Hörern, Lesern und Zuschauern die Begegnung mit diesen ungefilterten Realitäten vorenthalten, frag ich hier im Blog ja schon seit langem.

Ich bin ziemlich sicher, daß Ismail Haniyas offene Worte auf anderem Weg nicht zu Euch finden werden, drum sie Euch hier an.

Der MEMRI-Kanal bei Youtube hat den Clip leider noch nicht, darum kann ich die Ansprache nicht „einbetten“. Aber hier ist der Wortlaut:

Ismail Haniya: In this war, we won the media war as well. This war was a military victory, which was achieved even before the end of the war. This war was a victory on the military front, on the political front, on the media front, and on the moral front. We waged a war in the realm of moral values as well.

Therefore, the Palestinian people has won the war on the military front, the political front, and the media front. Our narrative has gained the upper hand in the media and was the more credible. Our image in the media was the more effective.

The media analysis and the men of the [Palestinian] media everywhere constituted the river from which the global media quenched its thirst for information about what was happening on the ground.

Even Zionist society itself no longer believed the narrative of its leaders and of the Israeli army. They got their news from the committed Palestinian media of the resistance.

Er redet viel Unfug, wenn der Tag lang ist. Die Hamas ist alles andere als strahlender Sieger in dieser Auseinandersetzung geblieben, und daß sie weiterhin auf Tunnel– und Raketenbau setzen, sagt einem alles über diese Terroristen, was man wissen muß. Aber eines stimmt: den Medienkrieg hat die Hamas gewonnen. Ahnungslose Zeitungsleser haben über Monate hinweg Nachrichten konsumiert, die keineswegs objektiv oder gar wahr sind, sondern Produkte der palästinensischen Propagandamaschinerie. Verdrehte Fakten, erlogene Zahlen, gestellte Bilder (immer hübsch intaktes Spielzeug auf Trümmern dekoriert), falsche Vergleiche und unterschlagener Kontext – so sieht die Mischung aus, die aus palästinensischen Quellen sprudelt.

Ja, die internationalen Medien haben ihren Durst an diesen zweifelhaften Quellen gelöscht. Und Ihr habt es alle morgens beim Frühstück per Tageszeitung, tagsüber auf Nachrichtseiten im Internet und abends in den Nachrichtensendungen serviert bekommen, dieses Gebräu.

Da kann man nur sagen: wohl bekomm´s.

Welcher Arsch und welche Zähne? September 8, 2014, 6:41

Posted by Lila in Bloggen, Deutschland.
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Gegen Ausländerhaß protestieren, sich gegen Haß und Ungerechtigkeit wehren, Partei ergreifen – da sind die Kölner auf den Beinen, und das ist ja auch gut so. Da singt man mit, wenn BAP fordert: Arsch huh, Zäng ussenander.

Aber wenn es um Juden geht, um Israel? Da bleibt der Arsch mi Sessel und die Zähne werden höchstens zum Gähnen, Essen oder Biertrinken geöffnet.

Seit Jahren kämpft Gerd Buurmann gegen die Haß-Plakatierung vor der Domplatte. Klagen bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Ordnungsamt halfen nichts – der ekelhafte Str0m anti-israelischer Haßparolen hört nicht auf.

(Bildquelle: Tapfer im Nirgendwo)

Wer jemals miterlebt hat, wie schnell und erbarmungslos deutsche Behörden gegen jede Ordnungswidrigkeit zur Stelle sind, der kann nur staunen, wenn er diesen Bericht liest.

§ 3 Absatz 3 der Kölner Stadtordnung ist eindeutig:

“Es ist nicht gestattet, die in § 1 bezeichneten Flächen, öffentlichen Anlagen und Einrichtungen sowie private Grundstücke einschließlich ihrer baulichen Anlagen, soweit diese von der Straße einsehbar sind, unbefugt zu beschreiben, zu bekleben, zu besprühen, zu beschmieren sowie zu bemalen oder dies zu veranlassen. Dieses Verbot gilt auch für das Anbringen von Werbung aller Art, wie z.B. Plakate, Suchanzeigen etc. (Wildplakatierung).”

Seit einigen Wochen plakatiert Walter Herrmann nun schon den Gehbereich vor dem Kölner Dom mit Plakaten. Er begnügt sich nicht mehr nur damit, seine Plakate hochzuhalten oder an einer eigens errichteten Mauer zu hängen. Er plakatiert mittlerweile sogar den Boden der Domplatte. Dies ist eindeutig durch die Kölner Stadtordnunguntersagt.

Ich informierte daher heute die Ordnungskräfte über den Bruch der Kölner Stadtordnung. Mir wurde mitgeteilt, das Plakatieren sei zwar grundsätzlich verboten, aber das Ordnungsamt der Stadt Köln toleriere diese besondere Wildplakatiererei.

Was würde passieren, wenn jemand dagegen an plakatiert? Er hätte natürlich sofort das Ordnungsamt auf dem Hals.

Ich verfolge den Kampf gegen diese Art der offenen Volksverhetzung schon lange, und mein Adrenalinspiegel geht automatisch in die Höhe, wenn ich lese, daß es offenbar unmöglich ist, sie zu stoppen. Die „normalen“ Medien ignorieren das Phänomen natürlich, aber bei Tapfer im Nirgendwo ist die ganze Saga dokumentiert. Man kriegt die Wut beim Lesen.

Es ist ein Skandal sondergleichen, daß dieser Mensch unter Tolerierung der Behörden seine Aktivitäten fortführen darf und seine widerliche, offene Unterstützung einer Terror-Organisation wie Hamas täglich zur Schau stellen darf. Wildplakatierenderweise.

Je mehr Menschen davon wissen, je mehr Menschen sich dagegen wehren, desto besser. Ich finde, WDR, Kölner Stadtanzeiger und Konsorten könnten das Thema ruhig mal aufgreifen.

Also – Arsch hoch und Zähne auseinander gegen diese ästhetische, politische und moralische Umweltverschmutzung. Es wird Zeit, die Vorschriften konsequent anzuwenden, auch gegen einen Judenhasser.

Unverständlich September 6, 2014, 18:27

Posted by Lila in Presseschau.
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Ich verstehe die Aufregung um die Scharia-Polizei in Wuppertal überhaupt nicht. Scharia ist doch was Schönes!

Die Briten machen´s vor. Dort ist die Scharia schon teilweise ins Rechtssystem integriert, meint der Erzbischof von Canterbury, zweitwichtigster Mann der anglikanischen Kirche.

[…] in the interview, rather than proposing a parallel system of law, he [der Erzbischof] observed that „as a matter of fact certain provisions of sharia are already recognised in our society and under our law“ . When the question was put to him that: „the application of sharia in certain circumstances – if we want to achieve this cohesion and take seriously peoples‘ religion – seems unavoidable?“, he indicated his assent.

Damit mir keiner vorwerfen kann, Rowan Williams außer Kontext zu zitieren – die Zitate sind von seiner Web-Seite:

The Archbishop opened his lecture by noting importantly that the very term sharia is not only misunderstood, but is the focus of much fear and anxiety deriving from its ‚primitivist‘ application in some contexts. As such he said that sharia is a method of law rather than a single complete and final system ready to be applied wholesale to every situation, and noted that there was room, even within Islamic states which apply sharia, for some level of ‚dual identity‘, where the state is not in fact religiously homogenous.

Bitte sehr. Sharia und Aufklärung müssen immer hübsch äquidistant kritisch dekonstruiert werden, sie sind für den Erzbischof von Canterbury gleichwertig. Denn fair muß sein.

He concludes his lecture with the comment:

„if we are to think intelligently about the relations between Islam and British law, we need a fair amount of ‚deconstruction‘ of crude oppositions and mythologies, whether of the nature of sharia or the nature of the Enlightenment“

Wer was anderes sagt, kann nur kompletter Ignorant oder aber Rassist sein.

Und das wollen wir doch alle nicht.

 

Update:

Ebenfalls angetan von der Idee: die Achse.

“Scharia-Polizei” gegen Drogen, Alkohol, Prostitution, unsittliches Verhalten, Glücksspiel, Schmutz und Schund – die Empörung ist groß in Wuppertal. Aber warum eigentlich? Die Vogel, Lau & Co. reizen ihre Religionsfreiheit gerade so aus, wie das islamische Gesetz es befiehlt und wie Art. 4 Grundgesetz es erlaubt. Am Ende profitieren wir doch alle: Weniger Kriminalität, weniger Aggressivität, weniger sichtbares Elend, und nicht zuletzt weniger Überstunden für die reguläre Polizei. Das gestresste soziale Leben auf unseren Straßen und Plätzen könnte sich regenerieren. “Scharia-Polizei”, das ist gelebte Willkommenskultur, gerade auch für die vielen Muslime, die uns derzeit aus dem “Furchtbaren Halbmond” (sic!) erreichen!

 

Ein Brief September 5, 2014, 6:49

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Vor zwei Wochen traf eine Mörsergranate aus dem Gazastreifen ein Haus in einem Kibbuz. Eine Familie mit drei kleinen Kindern wohnte in diesem Haus. Der Älteste, ein vierjähriger Junge, spielte im Wohnzimmer in seinem Spielzelt, das die Eltern im Haus aufgebaut hatten, weil es draußen viel zu gefährlich war. Obwohl er gewöhnt war, bei Alarm schnell in den Schutzraum zu laufen, blieb ihm keine Zeit. Vor den Augen seiner kleinen Geschwister und Eltern starb er.

Das Geschoß, das ihn tötete, wurde aus einer Schule abgefeuert, in der unter Schutz der UNRWA flüchtende Zivilisten Zuflucht gefunden hatten. Eine Grundschule für Jungen. Die israelische Armee hatte diese Schule verschont, um die Zivilisten nicht zu gefährden, und diese Tatsache nutzten die Terroristen, um von dort aus Israel anzugreifen.

Eine halbe Stunde nach Daniels Tod rief Ban Ki Moon Netanyahu an, um ihm zu verkünden, daß er gerade einen Untersuchungsausschuß zusammenstellt, um israelische Kriegsverbrechen zu untersuchen.

Daniels Eltern haben nun einen Brief an Moon geschrieben, mit der Forderung, die Untersuchung auch auf die Hamas auszudehnen. Ausdrücklich betonen sie, daß auch das palästinensische Volk unter dem Terror der Hamas leidet (und nicht wenige Geschosse landen im Gazastreifen selbst).

Wer die palästinensischen  Zivilisten auf dem Gewissen hat, ist eine skrupellose Führung, die sie bewußt in Gefahr bringt. Das ist für sie ein win-win: klappt das Patent mit den menschlichen Schutzschilden, wie beim Shifa-Krankenhaus, dann sind die dort versteckten „wichtigen Männer“ geschützt. Klappt es nicht, nun, dann wird die Welt mithilfe der Opferzahlen davon überzeugt, daß Israel blindwütig zuschlägt, gezielt Kinder anvisiert und einen Völkermord begeht. (Dabei werden auch ungeniert Kämpfer in Zivilisten umgefälscht, im sicheren Wissen, daß kein westlicher Journalist das nachrecherchiert, sondern nur ein paar Blogger, die man als Spinner abtun kann.)

Daß die UN damit kollaboriert, kann keinen überraschen, der verfolgt, wie diese Organisation Israel über Jahrzehnte hinweg behandelt. (Mehr zur UNRWA hier, zu tendenziösen Berichten hier.)

Den Ausschuß wird ein Mann leiten, der jetzt schon weiß, was das Ergebnis sein wird.

Der Tambal wurde neulich im israelischen Fernsehen interviewt und gab dort u.a. zum besten, daß er Netanyahu gern vor Gericht sehen würde, allein schon wegen der im Goldstone-Report aufgezählten Gräuel. Kleiner Haken: damals war Olmert israelischer PM und nicht Netanyahu (hinterher herrschte im Studio leichte Heiterkeit).

Wunderbar, nicht wahr? Nur Israel wird untersucht, niemand sonst. Das Untersuchungsergebnis steht fest, Netanyahu muß vor Gericht für Dinge, die er gar nicht zu verantworten hat, und die UNRWA bleibt weiterhin die einzige UN-Flüchtlingsorganisation für eine spezifische Gruppe Flüchtlinge mit besonderen Privilegien.

Und Daniels Eltern haben keine Antwort erhalten.

Danke September 4, 2014, 21:22

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Ich hab ihre Sendung nicht gesehen, die hier in Israel populär ist.

Joan Rivers wird sich damit außerhalb von Israel nicht viele Freunde gemacht haben, gerade deswegen hat ihre leidenschaftliche Parteinahme hier viele berührt.

In Kürze September 3, 2014, 16:15

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Leider leider hab ich viel zu viel Kram um die Ohren – an alle Korrespondenten: ich bitte SEHR um Verzeihung und Nachsicht, demnächst mehr von mir.

Jedoch eine kleine Fußnote zur Enthauptung von Steven Sotloff: ich hatte von Anfang an das Gefühl, daß er vermutlich jüdisch ist – weiß nicht wieso, der Name und auch der Name seiner Mutter (Shirley), und so war es tatsächlich. Er hat sogar eine Zeitlang in Israel studiert. Ist das ein wichtiges Detail oder nicht? Ich weiß es nicht. Aber es ist eine Gnade, daß seine Mörder das nicht wußten. So schlimm sein Ende war – hätten sie gewußt, daß er nicht nur Amerikaner ist, sondern auch Jude, wer weiß, was sie sich für ihn ausgedacht hätten.

Man hat keine Worte für dieses Böse, es liegt jenseits jeder Vorstellungskraft. Und die von der Kamera aufgezeichneten Enthauptungen zeigen ja nur die wenigen Opfer, die Namen und Gesicht für uns haben – Tausende namenloser Menschen sind umgebracht worden, keiner weiß es, keiner fühlt, was sie gelitten haben. Es ist so bedrückend, wie nehmen wir uns eigentlich heraus, normal zu leben?

Jedes Jahr… September 1, 2014, 9:19

Posted by Lila in Kinder, Land und Leute, Persönliches.
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… ein großer Tag. Am 1. September fängt die Schule wieder an. Ich kann mich nicht erinnern, ob das in Deutschland jedes Jahr so zelebriert wird – hier fangen am 1. September alle Nachrichtensendungen mit ausführlichen Berichten an (die Zeitungen auch), und jeder Politiker, der auf sich hält, muß irgendwo mit i-Dötzchen abgelichtet werden. Manchmal gibt es Aufregung, weil die Lehrer streiken. Ich werde nie vergessen, wie enttäuscht mein Secundus war, weil sein erster Schultag durch einen Lehrerstreik immer wieder rausgeschoben wurde. Da Lehrer hier sehr wenig verdienen (ich kann ein Lied davon singen) und immer weniger Lehrer gesicherte Arbeitsplätze haben, ist ihr Protest verständlich, aber er geht natürlich auf Kosten der Schwächsten, d.h., der Kinder.

Dieses Jahr war natürlich die große Frage, ob und wie man die Schule normal anfangen soll, wenn ein Großteil der Schulkinder auf dem Schulweg, aber auch in der Schule selbst der Gefahr von Raketen- und Mörserangriffen ausgesetzt ist. Auch die besten Schutzräume nützen nichts, wenn Hunderte von Kindern nur Sekunden haben, um sie zu erreichen – von der Fahrt im Schulbus ganz zu schweigen.

Man muß dazu wissen, daß die Hamas ihre Raketensalven in den letzten Jahren gern zwischen sieben und acht Uhr morgens abgefeuert hat, wenn sie wußte, daß Schulkinder unterwegs sind. Und die gelben Schulbusse waren schon oft Ziel von Anschlägen.

Nun, die Waffenruhe hat dieses Problem (vorerst?) gelöst. Die Bedeutung des 1. September und Präsenz der Frage „Schule oder nicht? wo und wie?“, die im Juli und August überall zu hören war, war auch für die Regierung groß. Hätte das Schuljahr nicht normal begonnen, wäre das wie ein Eingeständnis der Regierung gewesen, daß sie es nicht schafft, normales Leben in Israel zu ermöglichen. Aber nicht nur für Netanyahu, sondern für alle Israelis ist „Normalität“ ein hohes Gut. (Was ist Normalität? Was wir in Deutschland „normales Leben“ nennen würden, kennt man hier eigentlich nicht – aber israelische Normalität ist im Normalfall normal genug, damit sich Menschen normal entwickeln können…) Nach jedem Anschlag, nach jedem Krieg werden schnell und effizient Spuren beseitigt und Normalität wiederhergestellt.

So also auch jetzt. Der Bildungsminister, selbst Lehrer, Lehrerssohn und in Bildungsfragen kompetent und selbstbewußt, hat für die ersten zwei Wochen weniger Lernen und mehr Verarbeitung des Erlebten angekündigt. Die Lehrer sollen mit den Kindern die traumatischen Wochen des Kriegs, der ja fast ganz Israel betroffen hat, zum Thema machen. (Im Süden wächst ja eine Generation auf, die ein Leben ohne Raketen nicht kennt – DAS wäre doch mal ein Thema für einen Artikel in einer deutschen Zeitung…) Danach wird normal weitergelernt, in der Hoffnung, daß der Konflikt nicht noch einmal aufflammt.

Die enormen Kosten des Kriegs werden durch strike Budget-Kürzungen rausgeholt, und es wird wohl ein paar Jahre dauern, bis sich der Staat davon erholt hat. Der Streit „Steuern erhöhen oder nicht“ tobt in allen Medien – die einen sagen, irgendwoher muß das Geld ja kommen, die anderen sagen, wenn der Verbraucher noch mehr belastet wird, bricht er zusammen und ohne Kaufkraft der Verbraucher macht die Wirtschaft zu. Wenn Steuererhöhungen kommen, wen werden sie treffen? Na, uns natürlich, die ächzende Mittelschicht, die ihren Strom-, Wasser- und Mietkosten hinterherhechelt. Gehaltserhöhungen wird es nicht geben, denn auch die Betriebe sind betroffen – unter anderem sind internationale Kunden aus Empörung abgesprungen, oder internationale Partnerschaften sind auf Eis gelegt. Ich glaube nicht, daß Netanyahu die wirklich Reichen zur Kasse bitten wird.

Es kommen also schwierige Zeiten auf die Familien zu, und für die Kinder bedeutet es: weniger Ausflüge, weniger zusätzliche Aktivitäten, weniger Förderung, weniger Unterstützung für Hort und Betreuung. Der Bildungsminister hat viele Ideen, die meisten davon werden erstmal in die Schublade wandern. Da in den letzten Jahren das Bildungssystem für jeden neuen  Minister eine Art Experimentierfeld war, hat es vielleicht sogar gute Seiten, daß einige Ideen noch etwas länger simmern werden, bevor sie umgesetzt werden.

Ich weiß von Kollegen, daß der Minister seine Betonung des Themas „sinnvolles Lernen“ ernst meint. Was für eine Erleichterung nach all den fachfremden, eher aus der Wirtschaft kommenden Bildungsministern, die dem Fetisch Quantifizierung, Tests und dauernde Überprüfung abfragbaren Wissens hinterherliefen, so daß die Schüler praktisch nur noch auf Tests hin lernten. Das hat ein Ende, auch wenn viele Leute nicht verstehen warum und Angst haben, ohne ständige Überprüfung in Form von Multiple-Choice-Tests würden Kinder gar nichts lernen. Je mehr diese Tests eingerissen sind, desto weniger haben die Kinder gelernt, ist mein persönlicher Verdacht. „Sinnvolles Lernen“ bedeutet in erster Linie, daß man versteht, warum man lernt, und dann erst, was man lernt. Und Zusammenhänge kann man sowieso nicht in Tests abfragen, die brauchen auch manchmal Zeit, bis sie einem dämmern.

Quarta fängt heute die Oberstufe an – ihre letzten drei Jahre Schule. Für die Großen ist die Schule längst Vergangenheit. Ich hoffe, sie hat weiterhin Spaß an der Schule, auch wenn ihre Schule in vielem nicht mit der Kibbuz-Schule mithalten kann. Sie lernt gut und leicht und natürlich ist für sie Schule in erster Hinsicht Treffpunkt mit den Freundinnen… so ist das in dem Alter. Aber sie hat mit ihren Freundinnen auch den Sommer über fleißig Hausaufgaben gemacht und ist heute früh ganz vergnügt losgezogen. Die neue Klassenlehrerin ist nach Quartas Eindruck sehr nett, und die Klasse wird neu zusammengesetzt beim Übergang in die Oberstufe, je nach Schwerpunkten. Quarta hat Naturwissenschaften als Schwerpunkt gewählt. Es wird also viel Neues geben.

In Israel gibt es keine Schultüten, obwohl ich für meine natürlich bei der Einschulung welche gebastelt habe. Ich erinnere mich noch gut an die Schultüten für Primus´ ersten Schultag – eine große für ihn, zwei kleine für die kleinen Geschwister. Lang ist´s her. Aber ich bin froh, daß ich noch drei Jahre lang eine Schülerin zuhause habe. Es ist ein schöner Abschnitt im Leben, zumindest für mich als Mutter.

 

Optimismus? August 31, 2014, 11:01

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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in Bezug auf die PA-Gebiete? Eher nicht.

Zwei Anschlags-Versuche schlugen heute fehl:

An der Tapuach-Kreuzung in Samaria explodierte eine Bombe.

In der Nähe von Kdumim wurden zwei Rohrbomben entdeckt.

Beides in den umstrittenen Gebieten – der Westbank – Samaria-Judäa, wie Ihr es auch nennen wollt.

Fazit: auch dort sind Terroristen unterwegs und pausenlos dabei, jüdische Israelis anzugreifen. Habe ich erwähnt, daß in der letzten Woche wieder Menschen durch Steinwürfe auf Autos bzw dadurch verursachte Unfälle verletzt wurden, darunter auch ein Baby? Adele Biton, die vor anderthalb Jahren durch einen Steinwurf schwer verletzt wurde, ist endlich wieder zuhause – aber mit ihrer schweren Hirnverletzung ist sie ein Pflegefall und wird nicht mehr normal leben. Sie ist jetzt vier Jahre alt.

Mit dieser Realität leben wir jeden Tag.

Falls Ihr zu der Sorte Leute gehört, denen der Unterschied zwischen Aktion und Reaktion nicht ganz klar ist und die glauben, daß der Terror gegen Israelis eine gerechtfertigte Reaktion auf irgendwas ist – spart Euch Eure Kommentare. Ohne Aggression, Terror, Gewalt und Krieg gegen Israel hätte es weder Schutzzaun noch Checkpoints gegeben, ja nicht mal die „Besatzung“.

Und wie verlogen die Kritik an Israels defensiven Maßnahmen ist, wenn sie von Leuten kommt, die selbst hinter einer brutalen Mauer leben – das muß ich wohl nicht noch einmal erwähnen. Wohlgemerkt: der israelische Schutzzaun schützt vor mörderischem Terror. Der europäische Schutzwall dagegen nur vor der Zumutung, Armut, Elend und Leid vor der eigenen Haustür zu haben.

Es vergeht kaum ein Tag ohne Gewaltakte von Palästinensern gegen israelische Juden. Meist sind es nur Anschlagsversuche – und wir wissen, daß nur ein Bruchteil davon überhaupt in den Medien auftaucht (in unseren – in Euren selbstverständlich nicht, dafür sind die Geschichten nicht groß genug und ins Narrativ passen sie überhaupt nicht). Oft genug fallen ihm aber auch Menschen zum Opfer – so wie die fürs Leben gezeichnete Adele Biton oder aber der kleine Yonatan Palmer und sein Vater, die durch Steinwürfe ums Leben kamen.

Nein, ich bin nicht optimistisch. Ich höre Tzippi Livni und möchte ihr gern zustimmen – theoretisch kann ich das alles nachvollziehen, was sie sagt. Wir müssen reden, mit den Palästinensern verhandeln, eine solide Basis schaffen für eine Friedensregelung, es klingt alles so schön und vielversprechend und vernünftig, ja, so vernünftig. Ich möchte gern glauben, daß auf der anderen Seite des Tischs vernünftige Leute sitzen, und bestimmt gibt es auch solche, denen man Territorien überlassen kann. Die gern wirtschaftliche Entwicklung wollen, Zusammenarbeit mit Israel, Kooperation in Forschung und Bildung, ja, ich weiß, daß es sie gibt. Ich kenne sogar ein paar.

Aber wie viele sind es? und wie viele stehen ihnen gegenüber, die lieber auf Zwillen, Molotov-Cocktails, Raketen setzen?

Und wenn es zum Showdown kommt zwischen den einen und den anderen – wer wird gewinnen?

Wer kann uns guten Gewissens raten, doch Mut zum Risiko zu haben? Lord Faquaad vielleicht.

 

 

 

Kleiner Tip August 30, 2014, 22:11

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Nein nein, mir war gleich klar, daß der Artikel trotz seiner vielversprechenden Überschrift keine wirklichen Informationen bringen würde, die die Leser verwirren könnte.

Wie viele Zivilisten sind im Gaza-Konflikt umgekommen? Die Uno zählt deutlich mehr zivile Todesopfer als die israelische Regierung. Eine Spurensuche.

Je nach Fokus lassen sich auch neutrale Zahlen rasch instrumentalisieren. Das ist grundsätzlich gefährlich, ganz besonders aber in Kriegszeiten, wenn Konfliktparteien Statistiken für ihre Ziele einsetzen. Anscheinend versucht das nun die israelische Seite, mit Kritik an der Opferstatistik der Vereinten Nationen.

Warte mal – Vereinte Nationen. Das sind doch die, deren Vertreter im Gaazstreifen, die UNRWA, zugelassen hat, daß aus ihren Schulen Raketen abgefeuert wurden? daß Raketen dort gelagert wurden? Das Personal der UNRWA besteht fast nur aus Palästinensern, von denen vermutlich nicht wenige Sympathien für die Hamas haben – das sollte man doch mal untersuchen, oder?

Und warum ist es gefährlich, Statistiken kritisch zu untersuchen, die von einer Konfliktpartei geliefert werden? Denn die Opferzahlen, die im Moment kursieren, kommen eben NICHT von objektiven Quellen.

Beinahe täglich veröffentlicht die Uno-Behörde für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Ocha) Berichte über das bislang bekannte Ausmaß des Gaza-Konflikts. Für diese Berichte nutzt die Uno diverse Quellen. Dazu gehören auch Organisationen, die im Gaza-Streifen arbeiten.

Welche?

Im Artikel geht es

um die Einordnung der Todesopfer: Wie viele von ihnen waren Soldaten, wie viele Terroristen, wie viele Zivilisten? Die Uno weist neben den unmittelbar am Konflikt beteiligten Personen auch die Zivilisten gesondert aus. Sie machen demnach auf palästinensischer Seite fast 70 Prozent der Todesopfer aus, auf israelischer lediglich 6 Prozent.

Und da das „Palästinenser sind grundsätzlich Opfer, Israel grundsätzlich Aggressor“-Narrativ durch diese Zahlen gestützt scheint, wird jeder Versuch, die Zahlen und Namen gründlicher zu aufzuschlüsseln als von den Palästinensern selbst, als Manipulation von vornherein abgeschmettert.

Für das israelische Militär ist dieses Missverhältnis natürlich heikel. Und so verwundert es kaum, dass die offiziellen Angaben dieser Konfliktpartei von der Uno-Statistik abweichen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahusprach in dieser Woche von etwa tausend Terroristen, welche bei Angriffen der Israelis auf Seiten der Palästinenser ums Leben gekommen seien. Dann läge der Anteil ziviler Todesopfer bei etwa 52 Prozent.

Wie passt das zu den Zahlen der Uno? Israelische Kritiker halten die Ocha-Berichte schlicht für unglaubwürdig. Sie basierten auf systematisch verzerrten Daten, gerade Menschenrechtsorganisationen im Gaza-Streifen seien keine vertrauenswürdige Quelle. Allerdings präsentierten die Israelis auch keine Details, die ihre eigenen Zahlen hinreichend hätten belegen können.

Nun, ich hatte immer gedacht, daß Journalisten recherchieren können. Daß sie das irgendwie lernen oder so. War wohl ein bißchen naiv.

Es ist jedenfalls für einen gewissenhaften Journalisten kein Problem, sich die Listen zu beschaffen und selbst einfach mal nachzulesen, die Namen zu vergleichen, Alter und Geschlecht aufzuschlüsseln.

Oder man könnte einfach mal objektiv berichten, wie israelische Quellen die Opferlisten auswerten. Da gibt´s sogar fertige Artikel drüber, nebst Link zu den orginalen Listen.

The ITIC’s analyses so far show that 46% of Gazans killed by the IDF in Operation Protective Edge were combatants. This percentage has held steady throughout the four analyses. This is very close to the one to one civilian to combatant ratio Israel managed during Operation Cast Lead, the lowest such ratio in the history of asymmetric warfare. It is likely that “a great many armed militants killed during the fighting in the Gaza City suburb of Shejaiya between July 19-August 1 remain buried under rubble, and therefore do not appear on any casualty lists.”

The first, second, third and fourth casualty reports are available at the ITIC website.

Die Mühe sollte man sich schon machen, nicht wahr? Denn die originalen Opferlisten liegen vor.

Man könnte auch die lilienweißen Journalistenhändchen beschmutzen und mal bei Bloggern nachlesen, was die dazu sagen. Elder of Zion belegt seine Recherchen, und er stellt regelmäßig den „Zivilisten des Tages“ vor – also Todesopfer aus dem Gazastreifen, die von den Palästinensern als Zivilisten ausgegeben werden, aber leicht nachprüfbarerweise keine waren.

Auch Zivilisten als Schutzschilde für Terroristen sind relativ leicht erkennbar. Wenn eine ganze Familie stirbt und ein Hamas-Aktivist, der nicht zu dieser Familie gehört – dann kann man wohl zumindest die Hypothese aufstellen, daß die Anwesenheit des Kombattanten die Zivilisten gefährdet hat. Elder of Zions Erklärungen kann man vielleicht bestreiten, aber zur Kenntnis nehmen sollte man sie schon, wenn man einen Artikel über das Thema schreibt, oder?

Man kann aber auch einfach davon ausgehen, daß die Palästinenser immer die Wahrheit sagen (ist ja noch nie vorgekommen, daß sie beim Lügen ertappt wurden – ich erinnere an den Stromausfall, an den Staudamm, an die erotisierenden Kaugummis…) und daß die Israelis immer lügen.

Dann spart man sich die Mühe und kommt gleich zu einem dummdreisten Ergebnis:

In einem solchen Konflikt kann es keine wirklich objektive Quelle für aktuelle Daten geben. Erst weitere Angaben der Israelis werden zeigen können, wie berechtigt ihre Kritik an der Uno-Statistik ist. Für diesen Moment wirkt sie vor allem strategisch.

Da Christina Elmer die vorliegenden „weiteren Angaben“ tunlichst ignoriert, kann man davon ausgehen, daß hier ein weiterer Artikel der Endlos-Serie „wir malen Israel schwarz“ vorliegt.

UNDOF-Soldaten August 30, 2014, 21:40

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wissen, wo sie sicher aufgehoben sind. Beim größten Übeltäter der Region, bei dem Staat, den die Organisation, die sie entsandt hat, geradezu obsessiv unters Mikroskop nimmt, bei dem Staat, der Resolution nach Resolution, Verurteilung nach Verurteilung, Mahnung nach Mahnung kassiert hat.

The Al-Jazeera network reported Saturday that members of the UN Disengagement Observer Force stationed in Daraa in southern Syria are abandoning their posts and fleeing to the Israeli side of the Golan Heights. 

Die UNDOF-Soldaten, die noch in der Gegend geblieben sind, werden aber auch demnächst nach Hause gebracht. Eine Truppe von Blauhelmen, die den Frieden gewährleisten soll, aber es doch nicht kann. Man kann es ihnen nicht vorwerfen, ihr Mandat steht in keinem Verhältnis zu den Mitteln, die sie zur Hand haben.

Ja ja, es ist doch gut, daß wir uns auf internationale Organe verlassen können, nicht wahr? Abu Mazen übt schon großen Druck aus, er will endlich seinen Staat, und die ganze internationale Gemeinschaft wird ihm hinterherblöken. Israel hat Sorgen, daß in Ramallah, Jenin und Kalkiliya ähnliche Waffenschmieden entstehen wie im Gazastreifen, ähnliche Abschußrampen, ähnliche Tunnelprojekte? Ma pitom! Das kann nicht passieren. Internationale Beobachter werden zur Stelle sein und das ebenso effektiv verhindern wie die Wiederbewaffnung der Hisbollah und die Übernahme der Golanhöhen durch die Terroristen des IS.

Nicht wahr? Ha ha.

(Ebenfalls zum Thema: David Bogner)

 

Eine interessante Einschätzung August 29, 2014, 10:01

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Abu Mazen hat gestern in einem Fernsehinterview ein paar ganz interessante Sachen gesagt.

During the interview, Abbas admitted that there was no difference between the Egyptian initiative introduced at the beginning of the operation and the proposal accepted at its end, 50 days later.

He said the Palestinian Authority requested the Egyptian initiative, which centered on an end to the killing of civilians, according to Abbas, and the reimplementation of the understandings reached in Pillar of Defense.

Abbas hinted that the entity responsible for the suffering of the Palestinians was Hamas, whose stubbornness did not benefit the process.

Aha. Die ganzen Toten könnten noch leben, hätte Hamas schon Anfang Juli die ägyptische Initiative angenommen (wie Israel es getan hat). Israel mußte erst zu massiver Gewalt gegen Terrorziele greifen, bis die Hamas zustimmte. Nicht etwa die Hamas hat Israel irgendwelche Bedingungen diktiert – keine „weitreichenden Zugeständnisse“. Im Gegenteil. Aus israelischer Perspektive war die ganze Eskalation überflüssig wie ein Kropf. Hätte die Hamas das Feuer eingestellt, wäre es gar nicht dazu gekommen.

Erst nachdem Israel in den letzten drei, vier Tagen den Druck deutlich erhöht hat, hat die Hamas die Initiative angenommen, die sie vorher ein ums andere Mal abgelehnt hatten.

Sprich: die Hamas allein ist dafür verantwortlich, daß Gaza in Trümmern liegt und unter den Trümmern viele Tote.

Abu Mazen weiß es, er spricht es auch aus. Im Gazastreifen wissen es vielleicht auch ein paar Menschen – trotzdem sind noch fast 90% der Menschen dort davon überzeugt, daß man Israel trotzdem bombardieren sollte.

The survey, which was conducted last week by the Palestinian Center for Public Opinion, found that 60.3 percent „strongly“ supported the rocket fire on Israel, while another 28.6 percent said that they supported it. Just 1.4 percent said that they were opposed to the attacks, and only 1 percent expressed strong opposition. Another 1.7 percent said that they did not know how they felt about the strikes.

Doch zurück zu Abu Mazen.

Er deutete ziemlich deutlich an, daß er von der Hamas belogen wurde.

Abbas also addressed the kidnap and murder of the three Israeli teens in the West Bank, emphasizing that the Palestinian Authority had no information about the abductors, though Israel has announced that Hamas was behind the affair.

Abbas added that he asked Khaled Mashal if Hamas was responsible and was answered negatively. He said he was surprised when, a few days later, senior Hamas official Salah al-Arouri admitted that Hamas was responsible for the attack – especially after Mashal officially announced that Hamas had no part in the abduction.

Keine guten Bündnispartner, Abu Mazen! Bibi hat das schon im April gesagt, jeder wußte es – ob Abu Mazen inzwischen eingesehen hat, daß es keine gute Idee war? Kaum hatte er die Hamas ins Boot geholt, da ging der Streß schon los.

The Palestinian leader objected to Hamas‘ declaration that it would decide whether there was war or calm because, according to the Palestinian unity accords, that decision can only be taken by the PA.

Abbas said that if that condition was not followed there was no utility in the reconciliation effort. „One side must not be able to declare war. That’s not unity; it is not reconciliation.“

Nein, es ging der Hamas auch weder um Einheit noch um Versöhnung zwischen Hamas und Fatach – es ging ihr allein darum, mehr Macht zu bekommen und auch in der Westbank mehr Einfluß zu bekommen. Auf wessen Kosten? Das wird Abu Mazen wohl am besten wissen.

The Palestinian leader then condemned the public killings of alleged Israeli collaborators in Gaza, calling the murders a crime.

Das ist wohl wahr. Ich nehme an, die Fatach weiß mehr über die Opfer dieser öffentlichen Exekutionen.

Keiner kann mir erzählen, daß Abu Mazen überrascht ist. Er wußte doch, wofür die Hamas steht. Jetzt möchte er den Gazastreifen wieder übernehmen. Uns soll es recht sein.

Aber ein richtig vertrauenswürdiger Partner ist Abu Mazen nicht. Den fliegenden Wechsel zu „Partnern“ wie der Hamas kann er jederzeit wieder unternehmen. Und die hat ja gestern offen genug gesagt, wo ihre Prioritäten liegen. Widerstand und ganz Jerusalem. Sprich: Terror und Vernichtung Israels.

Salamitaktik August 28, 2014, 20:17

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Seit Jahren herrscht in Israel der Verdacht, daß es sich bei allem Gerede vom bieß broßeß,bei allen deklarativen Forderungen nach Zweistaatenlösung oder sonstigen Zugeständnissen im Namen des Friedens nur um eine dürftige Maske handelt, und daß große Teile der palästinensischen Gesellschaft eine ganz andere Absicht haben. Nämlich die Salamitaktik, mit der Israel Stück für Stück zersäbelt werden soll.

Nun, das ist natürlich vollkommen abwegig, nicht wahr. Sie wollen doch alle eigentlich nur Frieden, so wie Ihr und ich und meine Freunde, nicht wahr? Es kann doch gar nicht anders sein.

Nach der letzten Eskalation bekennt die Hamas Farbe. Khaled Mashal heute in Qatar:

This is not the end. This was not the last campaign to liberate Palestine – it was an important stop on the road to victory.

We know that Israel is strong and is aided by the international community. We will not restrict our dreams or make compromises to our demands.

Israel committed another holocaust after Hitler’s Holocaust, destroying schools and hospitals.

The resistance is holy, and its weapons are holy. There is not diplomacy without weaponry.

Und vor ein paar Tagen in Gaza:

Alles klar? Keine Kompromisse, kein Ende der Gewalt, kein Stopp auf dem Weg zum Endsieg. Was Khaybar, Khaybar bedeutet, wissen meine Leser ja.

Wer macht sich noch Illusionen über Ziele und Mittel der Hamas? Ach wirklich – der Chefredakteur Eurer Tageszeitung? Die Redakteure der Tagesschau, die ich Euch diese Reden vorenthalten? Tja, was soll ich da sagen. Informiert Euch doch einfach bei Mashal und seinen Sprechern selbst und verlaßt Euch nicht mehr auf die Filter des professionellen Journalismus.

 

Gerade in den Nachrichten gehört August 28, 2014, 18:25

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Die Mörder von Sraya Ofer sind heute zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten ihn mit einer Axt brutal erschlagen, aus Haß. Ofers Witwe schaffte es, verletzt zu entkommen.

Das Urteil nahmen die Mörder mit Hamas-Hamas-Gebrüll auf, ihre Angehörigen nahmen es gelassen. Beim nächsten Gefangenen-Deal, meinten sie, kriegen sie die Helden wieder.

Dann wird wieder der beliebte internationale Druck auf Israel ausgeübt werden, um solche Leute freizupressen.

Mal ein bißchen Druck auf die Palästinenser auszuüben, damit sie nicht mehr aus purem Haß jüdische Israelis ermorden, wäre mal ein ganz neuer, frischer Ansatz.

Am Grenzzaun zum Gazastreifen August 28, 2014, 15:18

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randalieren Palästinenser und werfen Steine. Die israelische Armee feuert Warnschüsse.  Es ist der erste Zwischenfall seit der Waffenruhe.

Eigentlich ist es Sache der Hamas, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Wie absurd das klingt, nicht wahr?

Frechheit August 27, 2014, 17:10

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golanhoehen

Manchmal möchte selbst ein friedfertiger Mensch wie ich einfach nur reinschlagen. Reicht es nicht, daß der SPon sich mit Rania Salloum ein williges Propaganda-Instrument der Hamas an Bord geholt hat, die in ihren Artikeln so kontextlos klagt und barmt, daß sie vermutlich von der Hamas dafür mit einem Orden geehrt wird?

Sind die wirklich so blöd in der Redaktion?

Aus Syrien kommender Beschuß hat einen israelischen Offizier verwundet. DARAUFHIN hat die Armee zurückgeschossen.

Wirklich, der SPon ist unter aller Kritik. Absolut unter aller Kritik. Schade, daß er so viel gelesen wird, daß ich ihn nicht ignorieren kann – wenn ich mir überlege, daß so viele Menschen glauben, was dort geschrieben wird, dann wird mir bange.

Sie sind anscheinend einfach nicht imstande, irgendeine Nachricht, in der Israel vorkommt, anders zu formulieren als im Raster „Israel DROHT“, „Israel GREIFT AN“, kurz: „Israel ist TÄTER und alle andern OPFER“. Daß man im Artikel die richtige Reihenfolge erzählt, macht keinen Unterschied. Der Überschriftenknecht weiß, wie man es abzuheften hat: im dicken Ordner „israelische Aggressionen“. So daß der Leser schon beim Überfliegen weiß, wer da unten mal wieder Unruhe stiftet.

Wie gefährlich es für uns sein kann, daß Kuneitra jetzt in den Händen radikaler Islamisten ist, scheint nicht zu kümmern.

Lesen!!! August 27, 2014, 16:57

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Ruth hat einen sehr wichtigen Text übersetzt und auf ihrem Blog veröffentlicht. Je mehr Leute ihn lesen, desto besser. Ich habe heute früh schon bei Yourish Auszüge gelesen und mir gewünscht, ich könnte ihn übersetzen. Hier ist der englische Originaltext.

Die Bedeutung dieses Sommerkriegs liegt meiner Meinung nach nicht im Krieg selber. Sie liegt vielmehr darin, wie dieser Krieg im Ausland beschrieben und wie auf ihn reagiert wurde, und wie dadurch alte, verquere Denkmuster wieder auflebten und von den Rändern in die Mitte des westlichen Diskurses wanderten – nämlich eine feindselige Obsession mit Juden.

Den Schlüssel für das Verständnis dieses Wiederauflebens kann nicht bei den Verantwortlichen der Jihad-Webseiten gefunden werden, auch nicht bei den Verschwörungstheoretikern im Untergrund oder radikalen Aktivisten. Er wird zuerst bei den gebildeten und respektierten Leuten gefunden, die die international Nachrichtenindustrie bevölkern; anständige Leute, viele von ihnen, und einige meiner früheren Kollegen.

Die globale Manie um israelische Aktionen wird inzwischen für selbstverständlich gehalten, dabei ist sie das Resultat von Entscheidungen, die einzelne Menschen in verantwortlicher Postionen getroffen haben – in diesem Fall Journalisten und Editoren. Die Welt reagiert nicht auf das Geschehen in diesem Land, sondern auf die Beschreibung dieses Geschehens durch Nachrichtenagenturen. Die eigentümliche Natur dieser Reaktion kann man nur verstehen, wenn man sich die Praxis des Journalismus ansieht und im Besondern die ernsten Produktionsfehler, wie sie hier in Israel in diesen Beruf, meinem Beruf, auftreten.

In diesem Essay will ich versuchen, ein paar Werkzeuge zu liefern, um den Zusammenhang der Nachrichten aus Israel herzustellen. Ich habe diese Werkzeuge als Insider erworben: Von 2006 bis Ende 2011 war ich Reporter und Editor im Jerusalembüro der Associated Press, eine der beiden weltweit grössten Nachrichtenagenturen. Ich lebe seit 1995 in Israel und berichte von hier seit 1997.

Dieser Essay ist keine erschöpfenden Übersicht aller Sünden der internationalen Medien, eine konservative Polemik oder eine Verteidigung israelischer Politik. (Ich glaube an die Bedeutung der “mainstream” Medien, bin liberal [links, RB] und stehe der Politik meines Landes vielfach kritisch gegenüber.) Notwendigerweise muss ich manchmal verallgemeinern. Ich werde zunächst die zentralen Themen der Israelstory in den internationalen Medien skizzieren – eine Story, zu der es überraschend wenig Variationen bei den verschiedenen Medienabnehmern gibt und die ein konstruiertes Narrativ darstellt, das, wie schon das Wort “Story” andeutet, zum grössten Teil fiktiv ist. Dann werde ich den historischen Kontext, wie sich die Diskussion zu Israel entwickelt hat, anreissen und erklären, warum das meiner Meinung nach auch Leuten Sorgen machen sollten, die sich nicht mit jüdischen Angelegenheiten befassen. Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen.

Seht Ihr wohl? Hochinteressant. Lest den Text selbst zu Ende.

Und dann lest noch mal Claudio Casulas „So wird man Nahostokorrespondent“.

Und dann sagt mir, daß der nicht-israelische Nachrichtenkonsument umfassend, objektiv und ehrlich informiert wird und jede Art von Färbung, Unterton oder Tendenz allein in meiner Einbildung existiert. Das könnt Ihr nicht? Oh, ein paar können es bestimmt🙂

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