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Der Kommentar meines Mannes zum Trump-Vorschlag Januar 30, 2020, 18:54

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau, Uncategorized.
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„Trump hat Bibi in eine Lage gebracht, die Bibi eigentlich nicht paßt. Bibi ist zwar groß im Deklarieren und Ankündigen, aber eigentlich tut er lieber nichts und wartet ab, wie sich die Dinge entwickeln. Er ist eher ein Zögerer als ein Beweger. Jetzt steht er aber unter Druck, weil Trump ihn den Plan mit einigen Bonbons schon im Voraus angenehm gemacht hat – rein symbolische Akte wie der Umzug der Botschaft und die Erklärung zu den Golanhöhen. Bibi kann also nicht einfach sagen: ein Staat Palästina – nicht während meiner Regierungszeit, auch wenn er es vielleicht gern würde.

Israel hat eigentlich kein wirkliches Interesse an einer Annektion von Gebieten, in denen wir sowieso die Sicherheit unter Kontrolle haben. Warum die Lage aufrühren? Auch Bibi hat daran eigentlich kein Interesse, aber die Parteien rechts von ihm fordern es.

Auch der Gebietstausch mit den Palästinensern würde Israel schwerfallen. Auf der Trump-Karte sollen Gebiete im Westnegev abgetreten werden, und das Wadi-Ara-Dreieck, im Austausch gegen Siedlungsgebiete im Shomron. Und jüdische Orte, die dann von Palästina umgeben sind? Lauter problematische Punkte, die Bibi nicht begrüßen kann, auch wenn er Trump über den Klee lobt.

Der Plan ist mehr lose-lose als win-win. Es kann sein, daß ich mich in Trump täusche, aber er hat in diesem Plan genügend „Honigfallen“ verborgen, für beide Seiten,  damit sich beide Seiten eigentlich zu Verhandlungen an den Tisch setzen müssen. Mein Eindruck ist, daß er mit diesen Lockversprechen Bewegung in die Sache bringen will. Bibi könnte es zwar als positiv darstellen und tut das schon, aber er möchte nicht in die Geschichtsbücher eingehen als der PM, der der Schaffung eines palästinensischen Staats zustimmt.

Die Palästinenser haben viel zu schnell reagiert, und das war ein Fehler. Sie hätten sagen sollen: danke für den Vorschlag, wir studieren jetzt erstmal den Plan und melden uns mit unseren Anmerkungen in vier Wochen. Sie haben Trump vor den Kopf gestoßen, und wenn er wiedergewählt wird, werden sie das noch bereuen. Er hat ihnen die Gelegenheit geboten, noch einmal einen Vorschlag abzulehnen, der viele Vorteile für sie hat. Abu Dis z.B. ist ihnen noch nicht angeboten, und Israel ist auch nicht begeistert davon. Sie haben sich weiter in ihrer Rolle als ewige Nein-Sager verschanzt, womit vorgezeichnet ist, daß in Zukunft entweder für sie unvorteilhaftere Pläne kommen, oder gar keine mehr. Und dann sitzen sie da mit ihrem Nein und ihrem Widerstand, aber einen Staat haben sie immer noch nicht.

Trump hat Abbas eingeladenund wollte, daß er am Plan mitarbeitet. Sogar das hat er abgelehnt. Er hat sein NEIN zu allen Vorschlägen Trumps schon heraustrompetet, als es den Plan noch gar nicht gab.

Nachdem die Palästinenser so oft die Möglichkeiten ausgeschlagen haben, einen Staat zu bekommen, gelangt der Rest der Welt vielleicht irgendwann zu dem Schluß, daß sie ihn anscheinend doch nicht sooo dringend brauchen? Sie haben schon die Unterstützung der arabischen Welt verloren, und obwohl die Europäer bestimmt die Letzten sein werden, die noch auf der Straße stehen und rufen: Palestine will be free from the river to the sea!, werden sie es vielleicht irgendwann auch satt haben und sich anderen Themen zuwenden. Schließlich geht es den Palästinensern ja nicht soo schlecht, zumindest im Vergleich mit anderen arabischen Staaten. Und es gibt so viele Probleme auf der Welt.

Trump hat diese Runde gewonnen. Er hat von allen vorherigen Vorschlägen Ideen übernommen und sowohl Bibi als auch Abbas in eine Situation gebracht, in der sie Farbe bekennen müssen. Verläuft die Sache im Sande, dann ist das auch nicht anders als bei den Vorschlägen von Clinton und Obama, Olmert oder dem Mifkad. Klappt es aber, könnte er den Friedensnobelpreis bekommen. Der ist schon für weniger vergeben worden.

Bibi lobt den Plan und tut so, als wäre er sein eigenes Traumszenario, denkt aber bestimmt schon darüber nach, wie er die Umsetzung verzögern kann. Abbas macht ihm das sehr leicht mit seiner kompletten Verweigerung. Bibi kann nun einfach sagen: also wir würden ja gerne, aber allein kann man nun mal nicht Frieden schließen… wie schade.

Mir fällt dazu ein Sprichwort ein. „Die Hunde bellen, doch die Karawane zieht weiter“. Trump hat gewisssermaßen gesagt: hier zieht eine Karawane, schließt euch an, wenn ihr wollt! Doch die Palästinenser bellen die Karawane an, die zieht weiter., und aus der Ferne hört man noch das Bellen. “

 

Also sprach mein Mann. Und es ist schade, daß er nicht mal vom deutschen Fernsehen interviewt wird. Finde ich jedenfalls.

 

Kommentare»

1. Hermann Kruppert - Januar 30, 2020, 19:56

Sehr guter Kommentar, vielleicht sollten Sie doch einmal einen Fernsehkommentar sprechen!

2. rheinlaenderin538xx - Januar 30, 2020, 21:57

Die palästinens. Führer wollen keinen Frieden. Sie haben seit über 70 Jahren jedes einzelne Friedensangebot abgelehnt. Sonst würden sie selber und ihre jeweiligen Clans verarmen sowie jeglichen Einfluss verlieren. Sie wollen, dass Israel verschwindet. Von der Landkarte gewischt. Zerstört.

„In Gaza hat in Gestalt der Hamas die Muslimbruderschaft eine korrupte Diktatur errichtet, die sich mit Leib und Seele dem Iran ausgeliefert hat und der Vernichtung Israels verschworen hat. In der Westbank regiert die Fatah unter Mahmud Abbas kaum weniger diktatorisch und korrupt und verschwendet ihre Energien auf den Versuch, Israel zu delegitimieren und zu isolieren.
 
Die Konfrontation ist die einzige Legitimation für die Herrschaft von Hamas und Fatah. Sie wissen schon, warum sie die Menschen nicht wählen lassen. Einstweilen werden also die Führer in Gaza und der Westbank „Tage des Zorns“ ausrufen, die Menschen auf die Straße treiben und darauf setzen, dass Trump und Netanyahu bei den anstehenden Wahlen politisch scheitern – und dass sich die Europäer wie bisher zuverlässig als nicht zuverlässige Verbündete Israels und der USA erweisen.“
 
Und unsere Politik in Deutschland spielt da mit und unterstützt diese Terroristen. Unsere Steuergelder belohnen die Terroristen auch noch finanziell. Wie mich das ankotzt!
 
Und jedes Jahr am 27.01. und 09.11. werden die gleichen salbadernden Reden in Deutschland gehalten, „Nie wieder“. Ich tu mir das an diesen Tagen nicht mehr an. So viel Bigotterie, Heuchelei und moralische Selbstbeweihräucherung halte ich einfach nicht aus.

Und ich sehe weiterhin schwarz, auch für diesen „neuen Friedensplan“. Wenn einer halt immer nur dem anderen die Schüppe über den Kopp hauen oder Schlimmeres veranstalten möchte, bringt es wenig, wenn andere daneben stehen wollen nur mit „Aber das sollst Du doch nicht, wir müssen uns alle lieb haben.“ Sorry, aber das funktioniert leider nicht.

3. Georg B. Mrozek - Januar 31, 2020, 1:46

Die Krux ist doch der entmilitarisierte Status eines zukünftigen Palästinenserstaats. Dem werden sie nie zustimmen und gemeinsam mit der europäischen Linken aufheulen: „Warum darf Israel Atommacht sein aber wir uns nicht mal unserer Feinde erwehren?“ Ausgerechnet die Linke („Frieden schaffen ohne Waffen!“) bellt hier mit am Lautesten. Warum sollte außerdem die Krieger- und Krisengewinner-Kaste den kommoden Ast, auf dem sie sitzt, absägen? In einem zivilen Leben, das nach rechtsstaatlichen Regeln verläuft, wäre sie augenblicklich persönlich pleite und machtlos. Nein, mit solchen Gestalten kann man weder verhandeln, noch Übereinkünfte, die über ein Heute hinausreichen, erzielen. Zuvor bedarf es einer neuen von den Palästinensern frei gewählten Regierung – allein schon eine solche freie Wahl hinzubekommen, scheint angesichts der Vergangenheit ein recht aussichtsloses Unterfangen.

Also Netanjahu kann sich auch weiterhin zurücklehnen und abwarten, er wird es bestimmt nicht sein, der in den Geschichtsbüchern steht als Regierungschef, der einen palästinensischen Staat herbei schuf.

Glaube ich – meine Glaskugel bleibt bei solchen Fragen immer dunkel.

4. Lila - Januar 31, 2020, 8:54

Wenn man daran denkt, daß mindestens zwei Fälle bekannt sind, in denen palästinensische Polizisten ihre israelischen Kollegen ermordet haben, obwohl sie zusammenarbeiten sollten – dann mag man sich nicht ausdenken, was die Palästinenser mit einer Armee und Waffen tun würden. Sie richten schon so genug Unheil an, halten sich an keinerlei Regeln und sind unkontrollierbar.

Um einen Staat zu gründen, muß man bestimmte Kriterien erfüllen. Viele davon erfüllen die Palästinenser, und wenn sie sich dazu durchringen könnten, mit Israel zusammenzuarbeiten, um die Infrastruktur besser in den Griff zu bekommen (zB Meerwasserentsalzung, Unterbinden der wilden Bohrungen nach Wasser und Neuaufbau des Abwassersystems, Gesundheitswesen, Solaranlagen o.ä.), wären sie nach ein paar Jahren nicht mehr so abhängig von Spendengeldern. Das ist alles möglich, wie man an der Gründung von Rawabi sieht, und wenn es keinen Terror mehr gäbe, wäre Israel viel bereitwilliger bei der Zusammenarbeit.

Aber die Palästinenser zu bewaffnen, das wäre der absolute Albtraum.

5. Gruebel - Januar 31, 2020, 16:41

Dass die Palästinenser sich die Karte anschauen (Annexion praktisch des gesamten C-Gebietes durch Israel) und sagen: „so was kommt für uns nicht in Frage“ finde ich logisch.

Ich an ihrer Stelle würde nicht auf einen Abbau der Siedlungen bestehen, sondern die Siedlungen in den Staat Palästina integrieren. Und genau den Vorschlag sollten sie machen: Wir geben den Siedlern Sicherheitsgarantien und Aufenthaltsgenehmigungen, aber die Siedlungen behalten wir.

Dann müssten alle Farbe bekennen.

Und es könnte eine Lösung sein, mit der alle zufrieden sind: die Siedler können bleiben, wo sie sind, denen ist ja eigentlich egal, wie der Staat heisst, in dem sie leben… Und die Palästinenser kriegen die Gebiete, auf die sie Anspruch haben…

6. Lila - Januar 31, 2020, 17:04

Abbas hat mehrmals gesagt, daß er keiner Lösung zustimmt, bei der auch nur ein einziger Jude im Staat Palästina verbliebt. Er möchte einen ethnisch reinen Staat.

Außerdem haben auch palästinensische Flüchtlinge aus anderen Ländern keinen Zugang und keine Bürgerrechte. Er möchte sich die Trumpfkarte „Flüchtlinge“ nicht aus der Hand nehmen lassen, und besteht auf der Forderung nach Rückkehr nach Israel für alle, die es fordern.

Es ist möglich, daß er diese Standpunkte aufweicht, aber im Moment sieht es nicht danach aus. Die Bevölkerung steht auch hinter diesen Forderungen und Minderheitenschutz oder eine Lösung wie Süd-Holstein sehe ich im Moment nicht am Horizont.

Abbas zu Trumps Deal:

Abbas 2019, umreißt seine Pläne für Juden in Palästina (sind fremd, müssen gehen, ihre Häuser werden abgerissen)

(Er erhebt in dieser Rede indirekt auch Anspruch auf West-Jerusalem)

Eine Rede von 2018, kein bißchen besser – Juden sind landfremd etc.

Wenn man diese Reden hört, hat man keine Hoffnung auf irgendwas.

Für Abbas sind Juden Untermenschen.

7. CK - Januar 31, 2020, 17:17

Caroline Glick zufolge ist Trumps Deal unglaublich gut:
https://carolineglick.com/the-oslo-blood-libel-is-over/

Sie geht wohl davon aus, dass in 4 Jahren das Westjordanland einfach komplett annektiert wird, weil die Palästinenserführung mal wieder zu dumm sein wird ein Angebot anzunehmen.

8. Lila - Januar 31, 2020, 17:18

Ich hoffe, Bibi verliert die Wahlen und kommt nicht auf die Idee, vorher noch schnell hier und da was zu annektieren. Er ist nur geschäftsführender PM und hat kein Mandat für solche Schritte.

Ich hoffe auch, Abu Mazen/Mahmoud Abbas wird endlich abgewählt (er hat seine Legislaturperiode weit überschritten und keine Wahlen zugelassen) und durch einen Pragmatiker ersetzt.

Ich bin für Beibehaltung des status quo, bis sich eine einvernehmliche Lösung erreichen läßt.

9. jim11111 - Januar 31, 2020, 20:09

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