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Sie sind da… September 7, 2012, 10:49

Posted by Lila in Kinder.
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… meine Kinder, wenn auch Primus weit weg ist. Immerhin hört Secundus wieder Ethnix und Tertia sucht im ganzen Haus nach Lesestoff und es riecht gut nach den Maracujas aus Nachbars Garten, die die Mädchen pflücken dürfen und so gern essen… und auf jedem Bett sitzt eine zufriedene Katze: Mini bei ihrer geliebten Tertia, Luzifer bei Secundus (er sucht immer nach Primus, an dem er besonders hängt) und der pummelige Leo ist immer an Quartas Seite.

Ich hatte eine miese Woche, zu viel Arbeit, zu viel Schnupfen, Sorgen aller Arten, aber jetzt ist alles besser.

Kommentare»

1. Carina - September 7, 2012, 11:11

Liebe Liia,
schön das alle wohlbehalten bei Dir daheim sind- und Primus kommt bestimmt auch bald wieder.
Ich hatte die Woche auch eine Schei….. Woche. Viel arbeit und jedesmal bin ich wieder geschockt, wie Frauen sich misshandeln lassen können und ich ihnen helfe, Sie ihn Frauenhäuser bringe etc… Manchmal sogar bei mir übernachten lasse und dann gehen Sie mit ihren Kindern wieder zurück. Ja so war meine Woche. Eine Bekannte deren Freund gerade mit 27 Jahren schon über 6 Jahre im Gefängnis war und nun wieder wegen Gewaltdelikten sitzt und ihr wirklich schon das halbe Leben aus dem Leib geprügelt hat, hat auf seiner Verhandlung für ihn ausgesagt und steht zu ihm. Das Mädchen ist gerade erst 20 Geworden. Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Ich beneide euch immer wenn ich Deine Familiengeschichten lese, es ist alles so harmonisch immer bei euch- trotz den kleinen Zankereien. Ich hoffe das Du bald alle deine Kinder und Y. um DIch versammelt hast und ihr euch schöne Tage zusammen machen könnt.
Alles alles liebe
Carina

2. Lila - September 7, 2012, 12:15

Danke, Carina, Du hast aber furchtbare Erlebnisse. Ist das Deine Arbeit? Schlimm schlimm. Manche Menschen glauben, sie sind es nicht wert, mit Respekt behandelt zu werden. Besonders schlimm für die Kinder.

Auch bei uns ist es nicht immer harmonisch, ich nerve die Kinder und wenn ich versuche, abzuwiegeln, mach ich es nur noch schlimmer. Sie müssen sich ja von uns lösen. Aber da ich in einer Atmosphäre ständigen Streits aufgewachsen bin, mit fast immer schwelender Spannung zwischen meinen Eltern, ist für mich eine freundliche, harmonische Stimmung zuhause lebenswichtig. Was die verflixten Gören genau wissen 🙂

Da meine Kinder damit aufgewachsen sind, daß Y. und ich uns lieben und fast immer freundlich miteinander umgehen, wissen sie es natürlich überhaupt nicht zu schätzen. Ich erwarte vielleicht manchmal von ihnen, daß sie darüber so glücklich sind, wie ich es als Kind gewesen wäre. Aber das ist Blödsinn, meine Kinder wissen einfach nicht, wie gut sie es haben, und sind genauso unzufrieden mit uns, wie ich es früher mit meinen Eltern war (die es auch nur gut gemeint haben und die sich unheimliche Mühe gegeben haben….)

Aber das sind alles keine Probleme, verglichen mit der Gewalt und Spannung, in der andere Menschen leben. Ich bin täglich dankbar, daß ich die Möglichkeit hatte, meine Kinder in einer entspannten Atmosphäre großzuziehen. Ich habe einfach Glück gehabt.

3. fortissimo - September 7, 2012, 13:55

Ja ja, schlichten, wenn die eigenen Kinder streiten ist immer heikel. Manchmal habe ich den Eindruck, je gerechter man zu sein versucht, desto mehr streiten sie. Wahrscheinlich muss dann manchmal einfach sagen „Die Welt ist ungerecht und die Eltern/Geschwister sind böse“… das ist weniger mühsam, als reingezogen zu werden, wo sich sowieso immer der benachteiligt fühlt, auf dessen seite man nun gerade nicht ist…
Vielleicht erreicht man mit einem ironischen „gib’s ihm“ oder „ja, bringt euch um“ mehr als mit „ach Kinder, es ist doch so wahnsinnig unnett von euch, dass ihr euch streitet.

4. Yael - September 7, 2012, 14:40

Nun hast du deine Lieben fast alle um dich versammelt. Das klingt doch alles so schön.
Ich hab übrigens auch ein pummeligen Kater um sich herum. Ich versuche gerade, das er abnimmt.
Weiterhin Refuah Schlema und kol tuv.

5. Lila - September 7, 2012, 15:00

Ach, fortissimo, für reverse psychology sind die Kinder viel zu schlau. Und auf ein „schlagt euch doch gleich gegenseitig die Köppe ein, dann hab ich Ruhe“ könnten sie am Ende noch eingehen…

Ich laß den Kater so pummelig, wie er ist. Er hat genügend Bewegung, aber er frißt nun mal zu gern. Weil er als Katerchen fast verhungert wäre (wir haben ihn ja von der Mülltonne in Yokneam geholt), wird er wohl nie richtig satt. Katzen sind Genießer, aber so verfressen wie Leo hab ich noch keine Katze gesehen. Er hört eine Thunfischdose fünf Kilometer gegen den Wind knacken, und wenn ich einen Joghurtbecher aufmache, steht er sofort bittend neben mir – der Deckel ist seiner! das weiß ich doch!

Er braucht seine Masse zum Jagen. Wenn er auf ein Beutetier springt, ist es platt 🙂 oder erschrickt sich zu Tode.

6. Yael - September 7, 2012, 15:12

„Katzen sind Genießer, aber so verfressen wie Leo hab ich noch keine Katze gesehen. Er hört eine Thunfischdose fünf Kilometer gegen den Wind knacken, und wenn ich einen Joghurtbecher aufmache, steht er sofort bittend neben mir – der Deckel ist seiner! das weiß ich doch! “

Das kenne ich, Paul, mein Dicker hört das Gras wachsen, wenn es ums Futter geht. Ich habe ja momentan zwei, die führen einen Tanz auf, wenn ich eine Tunfischdose öffne, als wäre es das tollste, was es auf Erden gibt. Und sobald ich in der Küche bin, denkt Paul, es ginge um sein Fressen, da kann er noch so tief geschlafen haben, keine zwei Sekunden steht er in der Küche.

„Ich laß den Kater so pummelig, wie er ist. Er hat genügend Bewegung, aber er frißt nun mal zu gern. Weil er als Katerchen fast verhungert wäre “

Da ist was dran. Wenn Katzen sehr viel fressen, ist das meistens auch psychologisch bedingt. Ich habe die zwei zur Pflege, weil das ehemalige Herrchen sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr versorgen konnte. Wahrscheinlich hat Paul nie genug zu fressen gehabt und frisst daher mehr als ihm guttut, wenn er die Möglichkeit sieht. Ich denke, bei deinem Leo ist es ähnlich, weil er schlechte Erfahrungen gemacht hat.
Die Tierärztin meinte, Paul müsse abnehmen, er ist schon ein wenig zu dick, er hat auch schon abgenommen, ich werde ihn aber nicht zum Hungerhaken machen. Nebenbei: der andere, Peter, ist das genaue Gegenteil, er ist ein dünnes, fidelches Kerlchen. Er frisst zwar auch sehr gut, aber es schlägt nicht so an.
Über Katzen kann man wirklich Romane schreiben. 😉

7. Lila - September 7, 2012, 15:53

Irgendwann in den letzten Tagen hab ich im SPon gelesen, daß das Internet nur erfunden wurde, um Katzen zu verehren oder so.

8. Yael - September 7, 2012, 16:13

You made my day. Toda.

9. Manfred - September 7, 2012, 18:57

@ Carina:

…jedesmal bin ich wieder geschockt, wie Frauen sich misshandeln lassen können…

Eine Freundin meiner Tochter hat fünf Jahre gebraucht, sich von so einem Herzchen zu lösen. Der war nicht so sehr gewalttätig, eher ein Psycho-Sadist, aber die sind ja noch schlimmer. Was so schwer zu verstehen ist, ist das „Warum“. Warum lassen sie das mit sich machen?

Du scheinst mehr Einblick zu haben, daher meine Frage: Was ist das? Masochismus? Stockholm-Syndrom? Minderwertigkeitskomplex? Helfersyndrom? Selbsthass? Eine Neigung, sich selbst für die Bösartigkeit des Anderen verantwortlich zu machen?

10. Jack - September 7, 2012, 19:30

Die Katzen scheinen wie Paris Hilton zu sein. Völlig verwöhnt. Allein schon der Befehlsblick. Na ja.

11. Lila - September 7, 2012, 19:43

Ich bin zwar nicht gefragt, aber ich würde sagen – alles das zusammen, und außerdem die idiotische Hoffnung, jemand „ändern“ zu können.

Ein Psycho-Sadist fängt ja nicht psychosadistisch an. Ich habe solche Fälle schon gesehen, sogar ziemlich oft. Er fängt oft damit an, daß er die Frau „entdeckt“ und ihr eine sehr spezielle Rolle in seinem Leben zuweist. Er hebt sie auf ein Podest. Das genießt sie. Sie kann ihn erlösen, sie kann sein Leben ändern, sie ist anders als alle anderen Frauen. Das ist einfach die große Liebe.

Dann entdeckt er Fehler an ihr. Und nun muß sie versuchen, sich auf diesem Podest zu halten, was ihr aber nicht gelingt. Sie fixiert sich darauf, diese spezielle Rolle als Engel, Retterin, Wunderfrau zu halten, obwohl es vollkommen unmöglich ist, da diese Rolle nur für die Anfangszeit vorgesehen ist.

Ihn nervt sie nur noch, und er ist furchtbar enttäuscht von ihr, und dann ist es ja kein Wunder, daß sie sich noch mehr Mühe geben muß, nicht wahr? Er hat ihr ja erzählt, wie schwierig er ist, und daß er eine sehr besondere Frau ist und alle Frauen ihn bisher enttäuscht haben, und wie froh er ist, daß er SIE nun gefunden hat. Es muß also an ihr liegen. Außerdem ist er ja so klug und sensibel und weiß so viel über Menschen – er kann nicht falsch liegen, wenn er meint, sie muß sich ändern. Sie will es ja auch gern – nur schade, daß es nicht richtig klappt.

Und so geht es immer weiter. Der Zuschauer wird verrückt dabei, aber da ist nichts zu machen.

Ich habe ähnliche Konstellationen auch umgekehrt beobachtet, aber normalerweise sind Männer nicht bereit, sich von einer psycho-sadistischen Frau auf Dauer fertigmachen zu lassen. Irgendwann nehmen sie die Hintertür und verschwinden Aber Frauen? Sie identifizieren sich mit der Rolle der Griseldis. Oft halten sie verdammt lange durch.

Na ja, wer sieht nicht auf bestimmte Episoden in seinem Leben zurück und fragt ich: war ich das? wieso war ich so dumm? Viele dieser Opfer-Frauen finden ja dann doch den Absprung. Nur: sie haben ihren Kindern, so es welche gibt, keine gesunde Partnerschaft vorgelebt, die Kinder haben kein vernünftige Vaterbild, und das ist schade und nicht wieder aufzuholen. Ich finde, man kann einen guten Vater gar nicht hoch genug schätzen.

Sehr traurig, an die vielen Menschen zu denken, die in ihrem Familienleben unglücklich sind und Angst haben und sich ungeliebt fühlen. Ich habe mich schon als Kind immer gefragt, wie Gott das nur aushält, all das Leid zu sehen. Ich habe mir vorgestellt, daß er manchmal wie Atlas die Last niederlegen möchte, Urlaub machen, und Gott tat mir so leid, daß er das nicht kann. Das war eines meiner Abendgebete – daß Gott mal Pause machen kann vom Leid der Welt. Ich glaube, auch die Lok 1414 hat da eine Rolle gespielt 🙂

12. Manfred - September 7, 2012, 21:36

@Lila:

Ich finde die Deutung sehr plausibel. Also eine Art Selbstgeiselnahme, bei der er ihr die Verantwortung für sein Leben und sein Verhalten zuspielt. Was dann auch erklärt, warum solche Frauen, wenn sie es dann ins Frauenhaus geschafft haben, sofort in dem Moment, wo dadurch der Leidensdruck ein wenig nachlässt, Schuldgefühle bekommen, weil sie ihn ja „im Stich gelassen haben“.

Kaputte Familienkonstellationen, da hast Du recht, pflanzen sich fort – genetisch und durch erzieheriche Fehlsteuerung -, und sie setzen sich wie ein Fluch sogar dann durch, wenn die Beteiligten „es besser machen wollen“ als die Eltern.

13. Georg - September 8, 2012, 10:45

Das ist es, Lila, wunderbar präzise analysiert. Dazu braucht man nichts weiter zu schreiben, weil alles stimmt, was du sagst – alles bis auf vielleicht eine „Kleinigkeit“: Du meinst, die meisten Opfer-Frauen erkennen ihr Dilemma irgendwann und entrinnen ihm? Das widerspricht meiner Erfahrung. Sie entkommen vielleicht der einen Beziehung, aber wie ein Magnet zielsicher sein Gegenpol findet, schliddern sie in die nächste Beziehung zu den selben Männern in den selben Konstellationen. Und ich glaube, es beruhigt sich zwar mit dem abnehmenden Chemiehaushalt in Körper und Gehirn, doch ändert seine Struktur selbst im Alter nicht. Wie ein Mensch mit +/- 30 ist, so bleibt er den Rest seines Lebens. Behaupte ich mal einfach so.

14. Wolfram - September 8, 2012, 13:58

Eine feine Analyse, Lila – und beschreibt nur (!) den Exzeß dessen, was uns meiner Ansicht nach ohnehin in die Wiege gelegt ist. Männer neigen immer dazu, die Frau ihres Herzens aufs Podest zu stellen und zu hoffen, daß sie sich nie mehr verändert. Wenn doch, oh weh. Und Frauen neigen immer dazu, den Mann ihrer Wahl fördern und erziehen zu wollen, bis er endlich dem entspricht, was sie sich eigentlich vorgestellt haben…

15. Jack - September 8, 2012, 21:05

Ich find, die Dinge sind schon ein wenig komplizierter. Jeder Fall ist besser einzeln und weniger pauschal zu betrachten (ähnlich wie neulich schon an anderer Stelle), auch wenn man dann weniger allein wäre. Okay, wahrscheinlich macht’s der Mix. 🙂

Zum Glück sollte man, ungebildet wie man oft ist, gerne mal wieder, gebildet wie man ist, den ollen Büchner heraus holen, da fragt die Julie, typisch für uns Menschen-Frauen, „Glaubst Du an mich?“ und typisch für uns Menschen-Männer antwortet Danton „Ja, was man so kennen heißt. Du hast dunkle Augen und lockiges Haar und einen feinen Teint und sagst immer zu mir: lieber Georg! Aber (er deutet ihr auf Stirn und Augen) da, da, was liegt hinter dem? Wir müssten uns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren“.
Sieht man z.B. hier anschaulich anhand von Annie und Alvy.

16. arboretum - September 9, 2012, 18:48

Eigentlich gehört es in einen früheren Thread, aber ich fürchte, da sieht es dann niemand mehr, zumal meine Kommentare aus irgendeinem Grund jetzt meistens nicht mehr in der Spalte oben rechts angezeigt werden. Ich möchte auf einen Artikel aufmerksam machen, der heute, 9. September, im „Tagesspiegel“ erschien:

—————————– schnipp ———————————–

So tief sitzt der Hass
von Ahmad Mansour

Der Antisemitismus in arabischstämmigen Communities wird unterschätzt, meint unser Gastautor Ahmad Mansour. Gerade unter arabischen Jugendlichen sind solche Ressentiments weiter verbreitet, als sich die deutsche Gesellschaft eingestehen mag. Und ihre Rezepte dagegen sind wirkungslos

http://www.tagesspiegel.de/kultur/antisemitismus-in-arabischen-communities-so-tief-sitzt-der-hass/7111428.html

—————————– schnapp ———————————–

Bequemerer Link: ttp://tinyurl.com/9vrp8ps

Ahmad Mansour ist übrigens Palästinenser aus Israel und arbeitet in Präventivprojekten gegen Hass und Gewalt mit arabischen Jugendlichen in Berlin.

17. arboretum - September 10, 2012, 8:35

Gnaa, beim bequemeren Link fehlt etwas, darum nochmals:

http://tinyurl.com/9vrp8ps


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