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Mit gewisser Spannung September 21, 2012, 15:24

Posted by Lila in Presseschau.
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warten wir auf weitere Nachrichten. Heute mittag gab es wieder mal Ärger im Sinai – diesmal in Richtung Israel. An einem Teil der Grenze, der noch nicht gänzlich durch einen Zaun gesichert ist, versuchten drei bewaffnete Terroristen auf israelisches Gebiet einzudringen. Eine Einheit von Caracal war dort stationiert – eine gemischte kämpfende Einheit, Männer und Frauen. Die Terroristen wurden erschossen, hatten aber vorher noch Gelegenheit, einen Sprengsatz hochgehen zu lassen.

In den Nachrichten bei Ynet fehlt ein wichtiger Satz: „keine israelischen Verwundeten“. Sofort beginnen die Gerüchte und Vermutungen. Wir wissen, daß keine Einzelheiten herausgegeben werden, bevor nicht Angehörige informiert sind. Wir wissen auch, daß vieles überhaupt niemals veröffentlicht wird.

Jetzt warten wir eben, bis weitere Nachrichten freigegeben werden. Nur ein mieses Gefühl, eine Art dumpfer Erwartung, oder Warten auf Entwarnung.

Ich habe leider sehr häufig so ein dumpfes Gefühl, daß demnächst was passiert, schiefgeht, daß was in der Luft hängt. Es ist entweder mein pessimistischer Charakter oder Ängste des zunehmenden Alters oder eingekratzte Wege meiner Nervenbahnen, weil einfach immer wieder was passiert. Man wappnet sich.

Nein, ich hab niemanden bei Caracal, aber andere Leute haben jemanden bei Caracal. Und ich finde es unendlich deprimierend, daß die Angriffe auf Israel nie aufhören. Israel hat den Sinai an Ägypten zurückgegeben. Israel hat den Gazastreifen geräumt. Es besteht kein vernünftiger Grund für diese Angriffe und Grenzverletzungen. Damit kann auch nichts erreicht werden. Es ist einfach nur brutal, destruktiv, sinnlos.

Hoffen wir, die Gerüchte sind grundlos.

Tagesschau:

Berichte über den Tod eines israelischen Soldaten wurden bislang nicht bestätigt.

Das Bild in der Tagesschau ist in Israel nicht freigegeben. Bislang.

Und da ist die Nachricht. Jetzt warten wir auf den Namen.

Kommentare»

1. noa50 - September 21, 2012, 15:46

Lila, dein Gefuehl, dass etwas in der Luft liegt, irgendetwas passieren wird, teile ich leider auch. Vielleicht kann auch ich es mit dem „Alter“ erklaeren.. keine ahnung. ich hoffe, wir beide liegen falsch und wir werden in Frieden Yom Kippur feiern und es moege Chas veChalila nix passieren. Passieren tut ja eh immer was, aber was du wohl meinst und ich auch fuehle, ist etwas groesseres.
ich hoffe, beten hilft. Liebe Gruesse in den Norden und Shabat shel Shalom.
Noa

2. Lila - September 21, 2012, 15:54

Die arme Familie. Jedes Jahr zu Yom ha Zikaron bete ich, daß niemand zu der Zahl der Gefallenen dazukommt. Jedes Jahr vergebens.

Vermutlich war ein größerer Anschlag auf israelischem Gebiet geplant, vielleicht wieder auf die Arbeiter am Zaun. Das Absurde: viele davon sind Araber. Neulich wurde einer von ihnen getötet. Ein junger Familienvater, wenn ich mich recht erinnere. Wie bitter ist das.

Oh, und guck mal, der Guardian nennt das so:

http://www.guardian.co.uk/world/2012/sep/21/israel-kill-egypt-militants-border?newsfeed=true

Israeli forces kill three Egyptian ‚militants‘ in border skirmish
Latest incident in Sinai desert heightens tensions between two countries over lawless region dividing them

„Militants“. Was diese Israelis auch immer für unfeine Begriffe benutzen – Terroristen. Das Wort kann man ja nun gar nicht brauchen.

Terroristen sind Angreifer in London. Wenn sich ein Angriff gegen Israel richtet, dann sind das eben Widerstandskämpfer, die ein bißchen übers Ziel hinausschießen…

3. Piet - September 21, 2012, 16:04

Auch „Haaretz“:http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/idf-soldier-killed-another-wounded-in-clashes-on-israel-egypt-border-1.466126?localLinksEnabled=false meldet: «IDF soldier killed, another wounded in clashes on Israel-Egypt border»

Als ich eben deinen Beitrag las, machte es mir ja Hoffnung auf eine Falschmeldung. Wieviel Leid das wieder einmal für die betroffenen Familien bedeutet. 😦

4. Lila - September 21, 2012, 16:15

Gerüchte besagen, daß es ein hochrangiger Offizier war. Keiner weiß Genaueres.

Ich werde nie kapieren, wieso diese vollkommen sinnlosen Aktionen immer wieder vorkommen. Was wäre der beste Effekt für die Terroristen gewesen? Möglichst viele Tote? Und was hätten sie nun davon gehabt? Gar nichts. So haben sie einen getötet, und sie selbst kommen auch nicht mehr nach Hause. Sie haben damit weder mehr Sicherheit noch Gesundheit oder Stabilität für ihre Familien erreicht, haben keine politischen Ziele durchsetzen können, nichts.

Wenn ich versuche, die Logik des Terrors zu verstehen, stoße ich immer sehr schnell an ein Warum, auf das ich einfach keine Antwort finde.

5. noa50 - September 21, 2012, 16:30

Terror hat keine Logik.

6. Lila - September 21, 2012, 17:58

Kein Offizier – ein junger Soldat. Er gehörte zur Artillerie, die die Arbeiten am Zaun bewachte. Sie brachten afrikanischen Flüchtlingen Wasser – Sudanesen vermutlich. Die Terroristen nutzten diesen Moment, um die Soldaten anzugreifen.

Caracal war auf Patrouille und kam den Artilleristen zu Hilfe. Eigentlich waren sie unterwegs, um Flüchtlinge aufzugreifen. Sie haben wohl sehr schnell reagiert.

Der Soldat ist aus einer religiösen Familie. Was für ein Albtraum.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4284517,00.html

Auf den Bildern, die hier veröffentlicht werden, sind die Gesichter der Rettungstruppe unkenntlich gemacht.

7. Dorothee - September 21, 2012, 19:10
8. Silke - September 21, 2012, 19:24

Lila

ich habe gerade endlich die Buchbesprechung von Paul Berman gelesen, zu der Michael Totten heute verlinkt hat.

Und zu Deiner Frage, warum tun „die“ das, sind da (für mich) ganz viele Antworten drin.

http://www.tnr.com/article/books/magazine/101716/islam-blasphemy-freedom-speech?page=0,0

Am Schlimmsten ist vielleicht der kurze Paragraph mit der Sprachanpassung des US-Home and Security Office, so „harmlos“, so „höflich“ und grade drum so bezeichnend.

Zu allem entschlossener Terror hat einen Riesenvorteil, er weiß was er will

9. Paul - September 22, 2012, 0:06

GVründe für solche Terrorakte sehe ich viele.
Die Reihenfolge ist keine Gewichtung, sondern zufällig:

– Wir sind noch da!
– Mit uns müsst Ihr rechnen!
– Gewalt um der Gewalt willen.
– Wir erkennen die gegenwärtige Situation nicht an und werden alles tun um sie zu verändern.
– Politik der Nadelstiche.
– Egal was ihr macht – wir hassen euch!

Es ist alles Irrational. Geht auch nicht anders, denn Rational würde niemand bereit sein, einen Terrorakt auszuführen und dadurch sein Leben zu „opfern“.

Jeden Tag bete ich für Israel und seine Bewohner.

Jetzt bete ich besonders für den Toten Israeli:
„HERR gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm.
HERR lass ihn ruhen in Frieden.
HERR tröste die Trauernden in ihrem Leid.“

PS: Lila, Dein Unbehagen, Dein mulmiges Gefühl kann ich nachvollziehen. Haben nicht die PA-Araber zu den jüdischen Feiertagen immer etwas ausgedacht? Insofern teile ich dieses Gefühl, zumal die Massen durch dieses Mohammedvideo ohnehin aufgestachelt sind.

10. A.mOr - September 22, 2012, 20:33

Netanel Yahalomi – E M R

11. Lila - September 22, 2012, 20:48

Ja, es ist sehr traurig. Er wird noch heute nach beerdigt.

Es war tatsächlich eine Soldatin, die die Terroristen erschossen hat.

Wie tückisch sind sie – sie haben gewartet, bis die Soldaten damit beschäftigt waren, den Flüchtlingen Wasser zu geben. Dabei wurde Netanel erschossen.

12. A.mOr - September 23, 2012, 1:44

Er starb bei gutem Tun, so wird er leben.
Mein tiefes Mitleid der Familie.

13. A.mOr - September 23, 2012, 1:53

Lajla tow w’boker or!

14. A.mOr - September 23, 2012, 1:57

Auch für die Soldatin tut es mir leid. Hoffentlich versteht sie, daß sie ihre Pflicht getan hat.


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