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Frohes Neues Jahr September 16, 2012, 11:48

Posted by Lila in Kinder.
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Ja, jetzt fangen die Rosh-haShana-Feiertage an, heute ist erev chag (der Vorabend des Festes – heute abend geht´s also los), und dann zwei Feiertage, dann die „Zwischenwoche“ (chol ha moed), dann wieder Feiertage… und eigentlich haben wir jetzt einen Monat lang einen Feiertag nach dem anderen. Sehr verwirrend. Das Leben wird auf die Zeit „nach den Feiertagen“ verschoben. Ich erinnere mich, bei Kishon davon gelesen zu haben, aber erst seit ich hier lebe, begreife ich, daß Kishon kein bißchen übertrieben hat. Arzttermin? Nach den Feiertagen. Eine Bestellung? Nach den Feiertagen. In Ruhe telefonieren? Nach den Feiertagen.

Tertia ist für ein paar Tage zu Haus, während Secundus heute schon in aller Frühe wieder zurück mußte nach Hebron. Er ist noch wortkarger geworden, seit er dort dient – bis Januar, ich weiß nicht, wie wir die Zeit rumkriegen. Danach wohl wieder auf den Golanhöhen, die ja ein Idyll sind, damit verglichen, trotz der latenten Gefahr aus Syrien.

Nun, die Mädchen haben Y. und mich heute früh mit einem großen Frühstück überrascht. Tertia hat „gebratenes Brot“ gemacht, lechem metugan, das ist sehr, sehr lecker.  In Deutschland kennt man ja Armen Ritter als süß servierte Möglichkeit, altbackenes Brot noch zu verwenden – meine Mutter zum Beispiel ekelt sich geradezu davor und würde es nie machen oder essen. Sie erinnert sich aus ihrer Kindheit an die vielen Möglichkeiten, olles Brot irgendwie weiterzuverwerten, und das gehört für sie in die Küche des 19. Jahrhunderts, wie Biersuppe und Brotsuppe.

Erst im Kindergarten im Kibbuz habe ich gelernt, daß man am Sonntag das  übriggebliebene, also keineswegs altbackene Shabatbrot dazu verwendet, und das Ganze salzig ißt – also mit Quark oder Hüttenkäse und Salat. Dem bekannten salat katzutz – also Gurke, Tomate, Paprika, Oliven alle klitzeklein geschnitten, dazu Zitronensaft, Olivenöl, Salz und ein bißchen Sumak.

Den Salat hat Quarta gemacht, eine riesige Schüssel voll. Und dann haben wir reingeschlagen.  Hmmm, war das lecker. Die Mädchen haben das so heimlich gemacht, daß wir gar nichts mitbekommen haben.

Wie man lechem metugan macht?  Eier und ein bißchen Milch verrühren, salzig würzen, Brotscheiben rein (am besten mit gutem Weißbrot), in der Pfanne ausbraten. Das ist alles. Den Salat und Quark oder Hüttenkäse dazu reichen, und schon hat man ein typisch israelisches Frühstück.

Danke, meine Mädchen, das war eine schöne kleine Runde heute früh.

Kommentare»

1. A.mOr - September 16, 2012, 13:49

שנה טובה ומתוקה לכולם

2. Margot - September 16, 2012, 20:11

Liebe Lila, von Herzen Dir und Deiner Familie ein gutes, gesundes und hoffentlich friedliches Neues Jahr. Schöne Feiertage
Margot

3. Marlin - September 16, 2012, 20:53

Shana tova.

4. willow - September 16, 2012, 21:27

Ach, ich wünsche euch allesalles Gute, habt eine schöne Zeit miteinander … und möge das neue Jahr ein gutes und süßes werden!

5. Paul - September 16, 2012, 21:33

Liebe Lila, mit den jüdischen Glückwünschen stehe ich noch auf dem Kriegsfuß.
Irgendwo bei Yael habe ich aufgeschnappt, dass die Aschkenasis sich wünschen:
Er möge Dir und Deiner Familie ein süßes Jahr erneuern.

Schanah towah umetukah!
(Auch das habe ich bei Yael „geklaut“, weiß aber nicht was es bedeutet. Der Google-Übersetzer ist an seine Grenze gestoßen.

Dann wünsche ich Dir noch
שנה טובה ומתוקה לכולם
(Hab ich bei A.mOr „geklaut. Das hat Google übersetzt.)

Und nun noch ein Glückwunsch mit eigenen Worten:
Dir und Deiner Familie, liebe Lila, für das Neue Jahr den Segen des Allmächtigen.
Das Neue Jahr möge nicht schlechter werden als das Alte, sondern 10% besser.
Möget Ihr im Jahr 5773 Eurem Herzenswunsch nach Ruhe und Frieden einige Schritte näher kommen.

Und zum Schluss ein kleiner Schofarsong.

(Auch bei Yael „ausgeborgt.)

Herzlich Paul

6. Rosa Grün - September 17, 2012, 1:56

Liebe Lila, ich möchte Dir und Deiner Familie die Wünsche von Albrecht Lohrbächer weiterreichen. Ich weiß nicht, ob Du ihn kennst; ich mag ihn sehr. Ich bekomme seinen Rundbrief (Israel-Info vom „Freundeskreis Kirche und Israel“, Weinheim) regelmäßig, meistens sind es Nachrichten von Ulrich W.Sahm, den Lohrbächer in schweren Zeiten sehr gefördert hat, und ich unterstütze seine Arbeit auch.

Deine Berichte sind zuweilen schwer auszuhalten, manchmal frage ich mich: Wie könnt Ihr das ertragen?! Schon so lange…, und kein Ende abzusehen. Und die Welt schaut zu, wieder einmal. Wenn man den letzten Weltkrieg hautnah miterlebt hat, läuft es einem kalt über den Rücken; und dabei waren das doch nur sieben Jahre, sieben Jahre auf der Flucht in ständiger Angst…Wann werdet Ihr endlich normal leben können? Ich wünsche Euch das so sehr!

Hier sein Rundbrief:
Rosch HaSchana 5773
Schwere Zeiten – gute Freunde
Liebe Freunde, liebe jüdische Leserinnen und Leser,
in diesen Stunden feiern Sie/feiert Ihr, feiern Juden rund um den Globus ihr Neujahrsfest – möge inmitten aller Befürchtungen und Ängste das Jahr ein gutes werden!
Wir Nichtjuden stehen zu Euch/Ihnen – seien Sie/seid dessen auch zu Beginn des neuen Jahres gewiss!
G’tt segne Sie/Euch alle und halte seine schützende Hand über das jüdische Volk.
Ihr/Euer Albrecht Lohrbächer

7. A.mOr - September 17, 2012, 13:36

Ach Paul… 🙄
Erstens, warum stehst Du denn auf Kriegsfuß, laß das! 😛 Umgangssprache kann so mißverständlich sein. Das von mir „geborgte“, Du hast es quasi selbst übersetzt.
שנה טובה ומתוקה לכולם
schana towa umetuka lekulam
gutes und süßes Jahr für alle.
(Schön, daß ich auch mal mit Iwrit punkten kann, ist nicht gerade meine starke Seite! 😉 )
Heute ist 1. tischri, erster Tag im Neuen Jahr der Welt.
Gutes und Süßes Neues Jahr an die Welt und alle ihre Bewohner!
Zeit für den Ton des Schofar

(mein ‚evergreen‘ dieserzeiten 😎 )
PS/
hoffe, Du hast gelesen, was ich Dir bei ZW noch schrieb. Im Nachhinein kam es mir ungerecht vor, daß ich trotz dem Versuch zu schlichten Dir nicht deutlicher die Hand reichte. Du hattest mich verteidigt, obwohl ich zunächst den „Angriff“ nicht sah, es auf die leichte, humorige Schulter nahm. Aber es stellte sich im Prinzip heraus, daß Du richtig gelegen hast, der Angriff war jedoch wesentlich subtiler, als ich geahnt hatte. So sehe ich das jetzt.

8. Piet - September 17, 2012, 13:50

Auch von mir die besten Wünsche, möge das kommende Jahr für dich und deine Familie ein gutes sein. Shana tova u’metuka!

9. lalibertine - September 17, 2012, 21:13

Shana tova für Dich und Deine Lieben!

10. flx - September 17, 2012, 23:12

שנה טובה ומתוקה גם ממני, בתקווה שהקיצונים בינינו יעשו השנה חשבון נפש ויפסיקו לחרחר מלחמות.
שנה של שלום ודו קיום לכולנו – נטולת קסאמים, גראדים, התנחלויות ותגי מחיר למיניהם. (כמובן ללא גרעין איראני)

11. Rika - September 18, 2012, 12:33

So ein schöner Beitrag… Glückwunsch dazu….
und natürlich wünsche ich Dir und Deiner ganzen Familie ein frohes, friedliches und schönes neues Jahr!

12. Rosa Grün - September 18, 2012, 15:15

Herrlich, A.mOr, das Video „Rabbi and Pooch“!! Gemäß YouTube http://www.youtube.com/watch?v=dQjg8GU0UA8&feature=player_embedded
hat der Rabbi zur Feier des ersten Haarschnitts am Geburtstag eines Dreijährigen das Schofar geblasen, als der Hund der Familie so passend einstimmte!
Interessant fand ich auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Schofar, demnach ist das Schofar das einzige Instrument aus dem Altertum, das heute noch in der Synagoge gespielt wird: Langer Ton = Der König kommt; drei kurze Töne = Gott erbarme Dich; neun bis zwölf sehr kurze Töne (wie weinen) = gebrochenes Herz; ganz langer Ton (bis geht nicht mehr) = der Herr kommt wieder.

13. laudasion - September 28, 2012, 11:15

Yummy! Mein derzeitiges Lieblingsfrühstück 😉

14. A.mOr - Oktober 5, 2012, 14:48

Rosa Grün,
Du willst mir doch nicht den Marsch blasen? 😯

Aber im Ernst, Instrumente in der Synagoge (zB Orgel!), das kam meines Wissens mit den reformierten Gemeinden im Zuge der Aufklärung, ist ansonsten nicht vorgesehen. Schofar ist wieder eine ganz andere Geschichte zu besonderen Terminen.
Freut mich, daß Dir das Video ebensoviel Spaß bereitet wie mir! Mit einem fröhlichem Lachen ins Neujahr, scheint mir ’ne gelungene Variante! Also, immer schön fröhlich bleiben! 😀


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