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Die Tanten September 1, 2012, 16:03

Posted by Lila in Land und Leute, Uncategorized.
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Miznon le-chayalim be-ahava – Imbiß für Soldaten mit Liebe. Solche Kioske gibt es überall in Israel, an Bushaltestellen und Bahnhöfen, überall da, wo Soldaten und Soldatinnen Station machen. Die Soldaten nennen diese Kioske „ha dodot“, die Tanten, weil dort ältere Frauen als Freiwillige arbeiten. Bei den Tanten gibt es Milchshake, Getränke, Kuchen und Sandwiches umsonst, im Winter auch Suppe. Die Tanten leben von Spenden. Eine hebräische Beschreibung findet sich hier, Google Translate hilft beim Entziffern. Unten sind auch Bilder von zwei solcher Tanten.

Alle Soldaten freuen sich, wenn sie die Tanten sehen. Die Tanten sind auch nett zu den Soldaten, lernen schon bald ihre Namen kennen. Y. erinnert sich mit großer Rührung an eine besonders nette doda in Bet Lid, einer Kreuzung, an der er unzählige Male bei den Tanten einkehrte. Als der entsetzliche Anschlag 1995 stattfand, kam er extra zu mir auf die Arbeit, um mir davon zu erzählen – er war grau im Gesicht und wiederholte immer wieder, er hofft,  der doda ist nichts passiert. Sie ist davongekommen.

Auch meine Kinder stehen bei den Tanten in der Schlange und freuen sich über ein kühles Getränk, ein freundliches Wort und das Gefühl, nicht allein zu stehen. Es ist nicht einfach, israelischer Soldat zu sein, Buhmann der Welt, wenn man eigentlich lieber mit seinen Altersgenossen studieren, verreisen oder auf Konzerte gehen würde. Es ist nicht einfach, die körperliche und seelische Anstrengung drei bzw zwei Jahre lang durchzuhalten, nachdem man vorher mit viel Liebe, Freiheit und Geborgenheit großgezogen worden ist. Die israelische Gesellschaf ist ja sehr kind-zentriert.

Der Übergang vom Kind zum Soldaten ist abrupt. Die Tanten helfen dabei, diesen Übergang zu lindern und die Soldaten daran zu erinnern, daß sich jemand um sie kümmert, auch wenn es ja eigentlich die Soldaten sind, die uns beschützen. Bei den Tanten haben sie eine Anlaufstelle.

Wer Lust hat, vor den Feiertagen einen Soldaten etwas zu verwöhnen und selbst doda zu spielen, kann das hier tun.

Kommentare»

1. Silke - September 1, 2012, 16:48

Danke für die Adresse

Das mit den Tanten finde ich toll, aber auf der Website sind nur Care Packages für individuelle Soldaten und es werden ausschließlich Juden aufgefordert zu spenden.

Gibt es nicht irgendwo was, wo man gezielt für die Tanten spenden kann? Über da mit dem nur für Juden würde ich dann hinweg lesen.

2. Lila - September 1, 2012, 16:55

Na ja, haben halt amerikanische Juden organisiert… wo man direkt für die Tanten spenden kann, weiß ich nicht. Ich werde sie aber morgen mal ansprechen, wenn ich bei ihnen vorbeikomme. Ich würde ja gern Kuchen schenken. Mein Mandelkuchen hat zu Primus´ Zeiten seine ganze Basis glücklich gemacht 😀

3. willow - September 1, 2012, 17:00

Silke, schau mal hier :

http://pizzaidf.org/OrdPal.htm

4. willow - September 1, 2012, 17:03

… und falls noch ein schönes Geschenk fehlt – Bäume pflanzen in Israel – ab 10 € gibt es Bäume und eine Urkunde für den Beschenkten gibt es dazu 😉

http://www.jnf-kkl.de/cgi-bin/internetal.pl?d=1&&fw=&a=p1632240&gr=12

5. Silke - September 1, 2012, 17:33

danke willow, die kenne und „bedenke“ ich seit Jahren, aber das mit den Tanten gefällt mir nun mal schon als Idee ganz außerordentlich

6. Lila - September 1, 2012, 17:35

Ich komm morgen früh bei den Tanten vorbei, dann frag ich sie mal.

Soweit ich weiß, gehören diese Kioske zur Aguda leman ha chayal:

http://www.awis.org.il/

Zu Spenden-Adressen:

http://www.awis.org.il/making_donation.html


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