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Nachtgedanken Februar 27, 2011, 0:54

Posted by Lila in Uncategorized.
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Ich arbeite noch, alle schlafen. Letzte Nacht waren die meisten Kinder nicht zuhause – Primus bei seinem besten Freund, Tertia bei ihrer besten Freundin, also in der alten Heimat, und Secundus auf seinem Berg. Nur Quarta hatten wir da, die das natürlich genossen hat, einzig´Kind zu sein. Heute nacht habe ich drei Küken hier, gut.

In meiner friedlichen kleinen Blase, umgeben von Dunkelheit, schlafenden Katzen und Menschen , tropfnassen Büschen draußen und Papierstapeln drinnen, denke ich aber unablässig mit Grauen daran, was sich jetzt in Libyen abspielt. Die hastig verscharrten Leichen, die verzweifelten Angehörigen, die Verletzten, die Festgenommenen… und in der nächsten Umgebung Ghaddafis, wie mag es da aussehen? Ich hatte diese Visionen des Grauens nicht bei Mubaraks Umsturz. Mubarak war immer so beherrscht, auch in seiner Krankheit immer wortsicher, mit rabenschwarzem Haar und einer Aura der Nüchternheit. Aber Ghaddafi. Vermutlich wissen die Menschen in seiner nächsten Umgebung nicht, ob sie mit ihm oder vor ihm fliehen sollen.

Ich denke an das Land Libyen, 63mal größer als Israel, und mit weniger Einwohnern. An seine schnurgeraden Grenzen, so offensichtlich künstlich, ja, das hab ich von Hagai Segal, und daran, ob das Land wohl auseinanderreißt an den Stellen, an denen es zusammengenäht wurde. Ich denke an Stämme, in die viele arabische und afrikanische Länder noch geteilt sind, und wie sie ihre Identität wohl neu werden entwerfen müssen.

Ghaddafi, über den auch ich gelacht habe wegen seiner Allüren. Hätte mir zu Weihnachten jemand gesagt, daß in Kürze Ghaddafi und Mubarak in der Versenkung der Weltgeschichte verschwinden, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Und was ist mit Jordanien und Syrien? Wird Nasrallahs Aktie wieder steigen, oder bleibt er zwischen Keller und Erdgeschoß? Wer schmückt sich mit dem Prädikat Al Qaida?

Ich muß zurück an die Arbeit. Irgendwann werden wir uns mal an diese Zeit erinnern. Den Kindern habe ich schon gesagt: merkt euch diese Tage, das könnt ihr mal euren Enkeln erzählen. Der Nahe Osten verändert sich.

Kommentare»

1. Silke - Februar 27, 2011, 15:03

ob es in Mubarak’s dunklen Ecken weniger übel als bei Ghadafis zugegangen ist? Wir werden’s wohl nie erfahren und ich möchte es auch eigentlich nicht ganz genau wissen.

Doch hier ist ein himmlisches Beispiel zum Thema Männer und Klamotten „i wo denn, das iss was für weiber, wir doch nicht“ – runterscrollen und genießen …

http://elderofziyon.blogspot.com/2011/02/mubarak-had-his-name-sown-into.html


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