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Oops they did it again Februar 24, 2011, 11:34

Posted by Lila in Presseschau, Uncategorized.
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Gaza-Streifen

Israel rächt Raketenbeschuss mit Luftangriffen

Es waren die schwersten Angriffe seit zwei Jahren: Israels Luftwaffe hat in der Nacht mehrere Ziele im Gaza-Streifen bombardiert. Die Armee reagierte damit auf einen Raketenbeschuss der Stadt Beerscheva.

Oh, diese rachsüchtigen Israelis! Auch die „Erklärung“ ist mal wieder bemerkenswert unvollständig:

Militante Palästinenser hatten die Rakete abgefeuert, nachdem israelische Soldaten im Grenzbereich einen Palästinenser getötet und elf weitere verletzt hatten.

Und warum haben die pösen israelischen Soldaten den Palästinenser im Grenzbereich getötet? Weil er zu einer Gruppe gehörte, die gerade einen Sprengsatz angebracht hatten. Und die Burschen waren Mitglieder des bewaffneten Flügels des Islamischen Djihad.

 

The IDF responded by saying that an explosive device was detonated toward soldiers who were performing routine activity in the area, on the northern part of the border.

„Shortly afterwards, a mortar shell was fired at the force and five additional mortar shells were fired into Israeli territory, landing in the Sdot Negev Regional Council,“ the IDF statement read. „Subsequently, the force identified a number of militants in the same area and returned fire in their direction. A direct hit was confirmed.“

The al-Quds Brigades, the armed wing of the Islamic Jihad (Holy War) movement, said in a statement that a group of its members was targeted.

The IDF noted that in the past two months, „over 12 devices were laid along the security fence and exploded at IDF forces.“

They added that two explosive devices were found on the border as recently as Tuesday.

„The terrorist organizations are constantly operating against Israeli civilians and IDF soldiers,“ the IDF stated, adding that they held „the Hamas terrorist organization solely responsible for maintaining the calm in the Gaza Strip and for any terrorist activity emanating from it.“

 

Warum der SPon das nicht erwähnt hat? Tja, ich weiß es auch nicht. Vielleicht hätte am Ende ein Leser den Eindruck gewonnen, daß die Aggressionen von den Palästinenser ausgehen, die aus dem Gazastreifen heraus wahllos Zivilisten angreifen, während Israel punktgenau Terroristennester angreift, um weitere Aktionen zu verhindern?

Seit Wochen und Monaten dokumentiere ich hier jede Rakete und Mörsergranate, die im Süden niedergeht. Kein Wort davon in den deutschen Medien. Und dann dieser Artikel. Ich sollte nicht überrascht oder empört sein, aber die pure Dreistigkeit des SPon verblüfft mich immer wieder.

Eigentlich sollte ich mehr tun als mich nur hier zu echauffieren. Aber was kann man da tun? Jede solche Lügengeschichte zementiert das Israel-Bild in den Köpfen der Leser, die die wahre Lage nicht kennen.

Wärt Ihr in Ruths Lage, deren Mädchen vor Angst im Schutzraum geschlafen haben, weil der Knall ihnen so in die Knochen gefahren ist – würdet Ihr nicht auch von Eurer Regierung und Armee erwarten, etwas zur Abschreckung unternehmen, damit die nächste Grad-Rakete nicht schon morgen wieder fällt?

Kommentare»

1. Hans - Februar 24, 2011, 11:49

Schritte zur Abschreckung sind nötig, besser wären aber ganz andere Maßnahmen, um den Gazastreifen ein für alle Mal auszuräuchern. Leider traut sich das die Führung Eures Landes nicht (mehr). Daher fürchte ich, dass sich an der traurigen Lage der Menschen im Süden nichts ändern wird. Si vis pacem para bellum. Nur kann man mit Tauben eben keinen erfolgreichen Krieg führen.

2. Lila - Februar 24, 2011, 11:57

Ja, was würdest Du denn vorschlagen? Flächenbombardierung? Die ganze Bevölkerung ausrotten?

Was für ein Staatsbürger bist Du? Ist Deine Regierung Mitglied der UNO? Dann darf ich Dir gratulieren. Deine Regierung hat per UNO-Votum mehrmals dazu beigetragen, daß Israel seine Selbstverteidigung nicht bis zum Punkt treiben durfte, an dem sie wirksam geworden wäre. Das letzte Mal 2005.

Und auch die UNIFIL, unter deren wachsamen Holzaugen die Hisbollah sich wieder bewaffnet hat.

Und auch die UNRWA, die im Gazastreifen Waffenarsenale mit ihrer Anwesenheit schützt.

Ist es nicht ein bißchen billig, ein Land, das von Feinden umzingelt ist, von „wohlwollend-kritischen“ „Freunden“ zur Zurückhaltung gemahnt wird, als unfähig zu einem erfolgreichen Krieg abzuqualifizieren?

Wir haben mehr Langmut als andere in unserer Lage, das ist wahr.

Gestern zB wurde im Rambam-Hospital in Haifa ein zweijähriges Mädchen, Wallah Omar, aus dem Gazastreifen behandelt. Ihr wurde ein Gehirntumor entfernt, und jetzt hat sie Bestrahlungen in Haifa, während ihre Mitbürger sich mit Raketen bei uns revanchieren (die Ironie wäre vollkommen gewesen, wenn Wallah im Krankenhaus Soroka in Beer Sheva läge, nicht wahr?).

Wir erwidern Unmenschlichkeit mit Menschlichkeit und ernten Verleumdung.

Ich bin trotzdem, eigentlich genau deswegen, froh, daß ich hier lebe und nicht woanders, unter Heuchlern und Verdrehern der Wahrheit.

3. Hans - Februar 24, 2011, 12:10

Ich hätte den Gazastreifen nie zurückgegeben. Das war von den großen Fehlern der größte. Ansonsten gehören Eure raketenbauenden Nachbarn dorthin geschickt, wo sie hingehören, zu ihren friedensliebendenden arabischen Brüdern. Aber das ist natürlich nur eine Utopie, und es wird nie passieren. Selbst wenn es jemand ernsthaft gewollt hätte, dann ist die Zeit für solche Schritte längst vorbei. Ich gehöre zu einer der größten Pali-Versteher Nationen, den Deutschen. Kann ich leider auch nicht ändern. Es bleibt mir daher nur das kleine demokratische Mittel der Meinungsäußerung. Wenigstens dürfen wir unsere nicht mehrheitsfähigen Gedanken noch frei äußern. Ich bin sehr gespannt, wie sich die bei uns so begeistert gefeierten arabischen „Demokratiebewegungen“ in der nächsten Zeit entwickeln werden und hoffe, dass es nicht zu noch mehr Problemen für Israel führt.

4. hans - Februar 24, 2011, 12:26

2@lila
lia bitte Hans nicht verwechseln mit „hans“

ich bin der kleine zaunkönig (troglodytes) hier in lilas bloggarten.
oben auf dem zaun hockend,manchmal etwas nervig aber immer zusammen mit jack.
soll ich mich jetzt troglodytes nennen?

5. Hans - Februar 24, 2011, 12:32

Liegt’s an meinem Browser oder warum kriege ich meine Antwort nicht online? Poste das jetzt mal mit Browser Nr. 3 zum testen.

6. Lila - Februar 24, 2011, 12:43

Es liegt (tiefer dramatischer Seufzer hier…) an meinem Spamfilter. Du bist anscheinend ein besonders guter Happen.

Ich bin aus vielerlei Gründen froh, daß wir den Gazastreifen geräumt haben. Dazu habe ich mich so oft geäußert, daß es mir schon selbst langweilig geworden ist. Mit allen Vorbehalten.

Aber wir haben es probiert, ernsthaft probiert, eine einseitige Maßnahme. Ergebnis: wie von Pessimisten vorhergesagt. Ich habe zu den skeptischen Optimisten gehört und ich glaube, wir haben damit eine Forderung ungültig machen können, nämlich die nach einseitiger Preisgabe der Westbank.

Und das war es wert.

Und ich möchte nie, nie wieder etwas erleben wie die Monate, in denen ständig Soldaten im Gazastreifen starben.

Also, es war kein voller Erfolg, es war schmerzhaft, es war ein fehlgeschlagener Versuch – aber der Fehlschlag war eklatant genug, um uns vor weiteren Fehlschlägen zu schützen.

So gesehen könnte man, wäre man Zyniker, den Palästinenser dankbar sein für ihre Unfähigkeit, diesen Abzug mit Vernunft zu erwidern.

Ich bin dafür allerdings nicht zynisch genug. Ich finde die Spielchen der Hamas und ihrer Spießgesellen ekelhaft.

Die Demokratiebewegungen – nun, auch ich sage, wir wollen mal abwarten. Ist es die Demokratie oder das Kalifat, das am Ende dabei rauskommt? Oder einfach andere Autokraten?

Euch kann es egal sein, denn Ölgeschäfte lassen sich auch mit Kalifaten machen. Uns ist es naturgemäß nicht ganz so egal.

Immerhin, wir haben unsere Beziehungen zu Libyen nicht erst abbrechen müssen, da wir keine hatten. Als was sich unsere Feinde jetzt demaskieren, das sollte eigentlich manchen zum Nachdenken bringen.

Aber so verstiegene Hoffnungen hege nicht einmal ich.

Groß-H-Hans, niemand hätte die Gaza-Palästinenser genommen. Die Ägypter wollten sie nicht. Niemand sonst will sie. Sie werden von Troublemakern und Bullies und Mördern geführt, die sie sich selbst an den Hals gewählt haben.

Auch wenn die Welt uns für allmächtig hält, wir sind es nicht.

Wir wollen nur in Ruhe gelassen werden.

Sobald die Gaza-Hysteriker uns in Ruhe lassen, wird es ihnen viel besser gehen. Es liegt allein in ihrer Hand.

Aber es wäre schön, wenn die Israel-Versteher unter den Deutschen ein schärferes, lauteres Profil hätten.

7. boxi - Februar 24, 2011, 12:44

und sie meinen wirklich, dass abschreckung funktioniert? bei menschen, die sich selbst in die luft sprengen würden?

ich glaube an sowas nicht, aber vielleicht bin ich da auch zu pazifistisch angehaucht. und vergeltung bringt -meines achtens- nur in den seltensten fällen etwas.

8. Lila - Februar 24, 2011, 12:53

Boxi, differenzieren! Die Raketen-Bauer und -Schießer riskieren ihr Leben nicht. (Übrigens auch die Strippenzieher von Selbstmordattentätern sind feige Schweine, hier werde ich mal derb, die andere vorschicken, selbst aber ihre Haut nicht zu Markte tragen).

Du würdest also gar nicht reagieren?

Nun, das haben wir über Jahre hinweg praktiziert. Hat es geholfen?

Nein.

Ich bitte um konstruktive Vorschläge, Boxi. Wir haben keinerlei territoriale Konflikte mit dem Gazastreifen, außer Gilad Shalit befindet sich dort kein Israeli mehr. Wie können wir die Djihad-boys davon abhalten, statt arbeiten zu gehen von mobilen Abschußrampen auf israelische Zivilisten zu schießen?

Ich bitte, wie gesagt, um Vorschläge.

9. Karl Eduard - Februar 24, 2011, 12:55

Ja. So wird immer berichtet.

Erst die Reaktion: „Polizist schiesst joggenden Passanten nieder. Er hatte Frau und Kinder“ Und dann die Ursache. „Bei einem Bankraub, bei dem eine Bankangestellte schwer verletzt wurde, schoß, nach mehrmaliger Warnung, Stehenzubleiben, ein Polizeibeamter auf den flüchtenden Täter, ganz Deutschland fragt sich, ist es wieder so weit, daß unschuldige Bürger durch schießwütige Polizei wahllos dahingemetzelt werden?“

Das ist innovativer oder investigativer Journalismus. In Deutschland. Das sind die Erben Goebbels, die da schreiben.

10. Karl Eduard - Februar 24, 2011, 13:03

@boxi

Nicht jeder handelt nach dem schönen christlichen Grundsatz, die andere Wange hinzuhalten, dann den Hintern und dann dafür, geschlagen zu werden, auch noch Geld zu zahlen. In Israel, so wird gemunkelt, sollen hauptsächlich Juden leben, die nicht nach den weisen Worten des christlichen Revolutionärs Jesu handeln, sondern nach ganz anderen! Ist das nicht erschreckend? Ich meine ja.

11. Lila - Februar 24, 2011, 13:08

Ich erinnere mich auch nicht, wann das letzte Mal ein überwiegend von Christen bewohnter Staat nach dem Prinzip der Gewaltlosigkeit gehandelt hat, nachdem er angegriffen wurde.

Mehr zur Redewendung mit der Wange hier. http://en.wikipedia.org/wiki/Turning_the_other_cheek

Ganz interessant auch für die, die nicht mehr wissen, wie das mit dem Aug um Auge eigentlich gemeint war…

12. boxi - Februar 24, 2011, 13:08

da haben sie natürlich recht, dass es unterschiedliche menschen sind. nur. jeder weitere angriff bestärkt doch die feindliche stimmung im gazastreifen, jeder weitere tote, jede weitere blockade. sowas schweißt zusammen, wie auch in israel. nach dem motto „wenn alle um uns gegen uns sind, haben wir nur noch uns selbst“. und jeder noch so israel-freundliche bewohner im gazastreifen wird mit der zeit zum feind.

ein vorschlag: zw. gaza streifen und israel ein 10km puffer linie errichten, zusätzlich zu den israelischen soldaten uno-unterstützung, auf entsprechend gemischte zusammensetzung achten. blockade auf waffen und sprengstoff reduzieren. zugeständnisse machen, eventuell hilfen in form von „sachleistungen“ (medizinische, strukturelle hilfen, …) anbieten. das auch offen und nach außen vortragen.
auf militärische operationen auf „fremden gebiet“ möglichst verzichten. …

auf eine politik der stärke verzichten. jeder weiß, dass israel jedes land in der umgebung theor. vernichten könnte. versuchen die meinung über israel außerhalb der arab. staaten zu verbessern., …

ja, sie dürfen mich naiv bezeichnen.

13. Hans - Februar 24, 2011, 13:09

Ich möchte jetzt niemandem den Appetit auf das Mittagessen verderben, aber Richard Herzinger schreibt hier über genau das, was ich befürchte: http://www.perlentaucher.de/artikel/6748.html

14. Silke - Februar 24, 2011, 13:15

Lila
Vorschläge habe ich nicht, soweit ich es beurteilen kann, macht Israel im Augenblick genau das Richtige, d.h. irgendwie nicht genug, um den nächsten Goldstone-Bericht loszutreten (eine Schande, daß Ihr Euch um so was Gedanken machen müßt), aber genug, um den Palästinensern den „Spaß“ zu verderben.

Wenn ich die Abgründe meiner Psyhce erforsche, dann ist es ein himmelweiter Unterschied, ob ich mich selbstmordbereit mache oder ob ich damit leben muß, daß mir so ein israelisches Geschoß den „spaß“ verdirbt. Das sind zwei vollkommen verschiedene Seelenzustände, wie jedeR mit ein bißchen Phantasie und Einfühlungsvermögen ganz schnell an sich selbst ausprobieren kann. Ich bin sicher Psychos haben irgendwo Erhellendes zum Unterschied zwischen Kampfeinsatz und verschärfter Suicide-Mission geschrieben.

Was Spon anlangt, verlangst Du etwa im Ernst, daß die die Meldung der IDF NICHT passend zur Erwartungshaltung der deutschen Leser umformulieren?

Das wäre ja noch schöner, kein self-respecting journalist kann doch auf sowas verzichten. JedeR weiß doch, daß offizielle Verlautbarungen nie und nimmer und nirgendwo der Wahrheit entsprechen können. Die müssen einfach gelogen oder bestenfalls geschönt sein.

Ich bin seit der Flotilla bekennende IDF-Gläubige, denn in der Sache und in allem anderen, was seither war, waren die, wann immer ich es überprüft habe, pingeligst ehrlich. Mit anderen Worten eine erstklassige Nachrichtenquelle, die, außer über Twitter, allerdings zu wenig über Ungeheuerlichkeiten berichtet, die bei Euch Alltag zu sein scheinen. Das mal ordentlich aufzuarbeiten, tja wenn ein Journalist das täte, dann wäre ich vielleicht sogar bereit, für seine Arbeit zu löhnen.

15. Lila - Februar 24, 2011, 13:16

Aber Boxi, wo warst Du denn in den Jahren vor dem letzten Gazakrieg? Wir sind über Monate, Jahre hinweg ständig angegriffen worden.

Die Israelis haben jahrelang Beschuß hingenommen, aus den Golanhöhen vor 1967, aus dem Libanon vor 1982 – es gibt kaum eine Parallele für Israels Lammesgeduld. Wir haben uns von Saddam Hussein beschießen lassen, ohne zurückzuschießen. Und wir haben bei weitem nicht auf jede Katyusha reagiert.

Lieben uns die Gaza-Palästinenser dafür, daß wir ihnen Strom, Medikamente und Lebensmittel liefern? Daß wir ihre Kinder in unseren Krankenhäusern behandeln?

Ach was. Wir gelten ihnen nur als Pussies.

Boxi, warst Du schon mal in einem arabischen Land? Oder auch in einer Gegend, in der arabische Jugendbanden das Sagen haben?

Ich bin im Privatleben für De-Eskalation, eines meiner Erziehungsziele für die Kinder ist, Strategien zur wirkungsvollen De-Eskalation zu lernen.

Aber mit einer bestimmten Sorte von Bullies funktioniert das leider nicht. Sie treten, schlagen und schießen weiter, auch wenn der Gegner sich nicht wehrt.

Sie haben keinen Beißhemmreflex.

Ich bitte um einen Vorschlag, den wir noch nicht ausprobiert haben. Die Nicht-Wehren-Methode haben wir ausgereizt.

16. boxi - Februar 24, 2011, 13:29

hat denn aber die konfrontation etwas gebracht? ist euer ansehen in der arabischen welt auch nur in irgendeiner weise gestiegen? mit jedem toten palästinenser schafft sich israel doch 10 neue selbstmordattentäter. außer sie werden ausgelöscht.

ich glaube nicht an den „siegeszug“ der konfrontation, erst recht nicht auf lange sicht.

natürlich schlägt der deeskalationskurs nicht bei allen an, da gebe ich ihnen ganz recht. aber er verhindert die bildung von neuen terroristen.

was würden sie machen, wenn sie z.b. im gazastreifen wohnen würden? wenn sie a) keine arbeit, wenig essen haben und dann kommt noch ein freund von ihnen um? und vermutlich bekommen sie auch nur „eigene“ zeitungen… da wird doch irgendwann für jeden israel zum feind.

17. Claudio Casula - Februar 24, 2011, 13:33

„Ich sollte nicht überrascht oder empört sein, aber die pure Dreistigkeit des SPon verblüfft mich immer wieder.“

Mich auch. Schön aber, dass Du mir in diesem Fall die Arbeit abgenommen hast.

18. Lila - Februar 24, 2011, 13:35

Boxi, wenn Du glaubst, daß neue Terroristen rekrutiert werden, weil Israel dies oder jenes tut oder läßt, dann hast Du etwas ganz, ganz Grundlegendes nicht verstanden.

Ich empfehle die Lektüre der Charta der Hamas, damit Du mal eine Vorstellung davon gewinnst, mit wem wir hier eigentlich zu tun haben. (gute Links unten im Wikipedia-Eintrag)

Es geht den Feinden Israels nicht um Israels VERHALTEN, sondern Israels EXISTENZ. Sie sagen das auch ganz offen. Warum bestehst Du darauf, das nicht zur Kenntnis zu nehmen? Hast Du Dich mal gefragt, warum Du eigentlich so darauf beharrst, anderen Deine eigenen friedfertigen Einstellungen unterzuschieben?

Sag mal ehrlich: warst Du schon mal im Nahen Osten?

19. Lila - Februar 24, 2011, 13:39

Claudio, bitte laß Dich nicht abhalten… es tut mir immer so gut, Deine Beiträge zu lesen. Geradezu heilsam – ich habe hinterher weniger Druck auf der Brust und atme freier durch 🙂

20. boxi - Februar 24, 2011, 13:57

@lila… ich möchte niemanden meine einstellung unterschieben. du hast danach gefragt und ich hab dir meine meinung gesagt. mir ist natürlich bewußt, dass diese garantiert nicht identisch mit der wäre, wenn ich in israel leben würde. es ist auch nicht so, dass ich jede andere meinung verachte oder nicht schätze. es gibt oft unterschiedliche lösungsansätze, lösungswege und es gibt die realität.
das was du mir erzählst streite ich auch nicht ab. aber auch die menschen bei der hamas haben die israelfeindlichkeit nicht in ihren genen drin. sie sind so augewachsen, wurden so erzogen. und so hat natürlich der zulauf der hamas, die unterstützung der hamas gewaltig etwas damit zu tun, wie sich israel verhält.
ich meine das sind dort doch menschen wie du und ich und keine außerirdischen die vom mars kommen. wenn wir in einer entsprechenden familie aufgewachsen wären, würden wir vielleicht auch an deren seite kämpfen. ich hoffe es nicht, aber so ist der mensch nunmal. wir haben halt das glück einer anderen kindheit gehabt zu haben.

die nahe osten-frage hatten wir schonmal. ja. trotzdem weiß ich doch, dass wenn ich dort wohnen würde, sich manche ansichten verändern würden.. sie wissen manches besser und doch kann man manches schlechter einschätzen, wenn man mitten drin ist. nicht viel, aber manches.

21. hans - Februar 24, 2011, 14:01

16@ boxi
mit jedem toten palästinenser schafft sich israel doch 10 neue selbstmordattentäter.

folgt man deiner logik müssten im umkehrschluss in israel jede menge juden rumrennen die versuchen palästinenser zu töten(eine liste der israelischen terroropfer sowie zahlen erspare ich mir hier)
warum ist das nicht so? liegt es an der erziehung,am schulsystem,am wertebild des lebens der israelis?
und wegen der fehlenden arbeit, dem wenigen essen im gazastreifen ,was ich da machen würde?auch als gemeinschaft!
erst mal die ärmel hochkrempeln und loslegen die situation zu verbessern, andere haben es doch vorgemacht
zb. die ehemaligen „siedler“ im gush kativ.

da fällt mir ein, mohammed atta hatte eigentlich genug zu essen und einen studienplatz

22. Lila - Februar 24, 2011, 14:04

Allein schon die Unterstellung, daß Israel die Selbstmordattentäter „schafft“… die schaffen sich doch selber, das ist eine ganze Maschinerie.

23. boxi - Februar 24, 2011, 14:05

immerhin ist im spon forum die mehrheit auf der „richtigen“ seite 🙂

24. boxi - Februar 24, 2011, 14:12

@hans_21… vielleicht machen das ja auch viele. ich war noch nie im gazastreifen, aber ich weiß, dass er auch (nicht nur) von friedlichen menschen bewohnt wird.
ich hab keine ahnung woran es genau liegt, dass es in israel nicht so ist. bestimmt ist aber wohlstand, bildung, weniger hass auf die umgebung, auf andere religionen ein teil davon.

@22.. natürlich schaffen sie sich diese auch selber… und doch tragen wir auch dazu bei, ich zum beispiel durch den afgahnistan krieg… (ja, nicht die terroristen bei euch, aber die bei uns..)

25. Lila - Februar 24, 2011, 15:01

Boxi, was ich meinte mit „unterschieben“ ist, daß Du davon ausgehst, daß die Hamasleute, der Islamische Jihad und so weiter so ticken wie Du.

ich meine das sind dort doch menschen wie du und ich und keine außerirdischen die vom mars kommen. wenn wir in einer entsprechenden familie aufgewachsen wären, würden wir vielleicht auch an deren seite kämpfen. ich hoffe es nicht, aber so ist der mensch nunmal. wir haben halt das glück einer anderen kindheit gehabt zu haben.

Ich habe nie behauptet, daß es Außerirdische sind. Es sind Menschen, und alle Menschen sind sich ähnlich. Jeder von uns hat primitive Triebe und Reflexe.

Aber Erziehung bedeutet, dieses Stadium zu überwinden und durch andere Werte zu ersetzen. Und zu lernen, nicht nach diesen primitiven Trieben zu handeln.

In unserem Falle sind es die Werte einer westlichen Erziehung, die wir an die Stelle des primitiven, unreflektierten Willens setzen. Wir lernen, unser Handeln auf die Existenz anderer abzustimmen, Rücksicht zu nehmen, ein individuelles Gewissen zu entwickeln.

Y. ist so erzogen worden, Du bist so erzogen worden, und wenn auch niemand von uns charakterstark genug ist, den Idealen der vollkommenen Aufrichtigkeit und Verantwortlichkeit jederzeit zu folgen, so haben wir dafür das Gewissen, das uns zwickt.

Aber diese Werte sind nicht universal. Sie sind zeitbezogen. Sie sind das Ergebnis einer langen Entwicklung im Westen, die man nachzeichnen kann. Eine Entwicklung in Richtung Individualität, Verpflichtung dem eigenen Gewissen und so weiter.

(Ein Indiz dafür ist der hohe Stellenwert des Selbstporträts, das nur nebenbei – ich hab da ne Theorie zu 🙂 )

Andere Gesellschaften haben andere Werte.

Du wirst einen Islamisten nicht davon überzeugen können, daß Selbstkritik ein Wert ist oder Empathie. Nicht, weil er islamistische Gene hat, sondern weil er anders erzogen worden ist und sich auch als Erwachsener nach den Grundsätzen seiner Erziehung richtet.

Für ihn sind die Ansprüche des Islam unhinterfragbar und jede Handlungsweise ist a priori gerechtfertigt. Israel ist der Feind und fertig. Da wird nicht weiter nachgefragt. Die Regeln des Islam sind stärker als jeder individuelle Wille, stärker als Zuneigung und Liebe.

Und so entstehen Gesellschaften, in denen die Menschen sich ganz, ganz anders verhalten als Du zuhause, Boxi. Männer, die ihre Schwestern und Töchter ohne Unrechtsbewußtsein ermorden, weil diese sich nicht den Regeln unterwerfen wollten.

Menschen, die Israel brutal und irrational ausrotten wollen, einfach nur, weil es existiert. Menschen, die bereit sind, sich neben einer Familie mit kleinen Kindern in die Luft zu sprengen, weil es Juden sind und damit der Feind.

Menschen, die bereit sind zu lügen, zu fälschen, zu täuschen und jedem moralischen Gesetz ins Gesicht zu schlagen, um ihr Ziel zu verfolgen.

Ich zitiere aus dem Wikipedia-Eintrag über die Hamas:

Die Gründungs-Charta der Hamas von 1988 erklärt „die Fahne Allahs über jedem Zoll von Palästina aufzuziehen“ zum ideologischen Ziel der Organisation, was indirekt die Auflösung des Staates Israel sowie jeder weltlich orientierten palästinensischen Verwaltungsbehörde impliziert.
Die Hamas bezeichnet die gesamte Region Palästina inklusive Israels, das als „zionistisches Gebilde“ bezeichnet wird, als „islamisches Heimatland“, das niemals Nicht-Muslimen überlassen werden dürfe, weil es bis zum Tag des Jüngsten Gerichts den Muslimen anvertraut wurde (Art. 11) und erklärt es zur Pflicht eines jeden Moslem, für die Eroberung Israels zu kämpfen. In ähnlichem Sinne äußerte sich zuletzt der palästinensische Außenminister Mahmud az-Zahar (im Amt seit März 2006) in einem Xinhua-Interview. Diese Position ist radikaler als die der säkularen PLO, die 1988 zumindest Israels Souveränität anerkannt hat. Die Ideologie der Hamas ist stark nationalistisch und auf einen „reinen Palästinenserstaat“ hin ausgerichtet, was theologisch mit Koranzitaten in der Charta begründet wird.

Welchen Handlunsspielraum hat Israel solchen Einstellungen gegenüber?

Welche Handlungsoptionen haben wir den vollkommen skrupellosen Mördern gegenüber, die immer wieder darauf setzen, daß wir menschlich handeln?

Die Organisatoren des Terrors schicken Kinder, Schwangere, geistig Behinderte. Die Terroristen haben Danielle Shefi in ihrem Bett getötet, Gal Eisenstadt und ihre Oma, sie haben Tali Hatuel, eine hochschwangere Frau, und ihre vier kleinen Töchter aus nächster Nähe erschossen.

Das sind keine Menschen wie Du und ich, Boxi. So gern Du sie zu netten Kerlen, die durch unsere Missetaten erbittert und durch falsche Erziehung fehlgeleitet sind, umstilisieren würdest. Sie sind es nicht.

Boxi, Du bist vielleicht behütet aufgewachsen und weißt es nicht. In der Welt gibt es Böses. Menschen schlachten sich gegenseitig ab. Und die ganze schöne westliche Zivilisation hat unsere lieben Vorfahren nicht davor bewahrt, brutal Unschuldige abzuschlachten – nicht nur Juden, aber auch. Ohne jedes Mitgefühl.

Was haben die Opfer von Verbrechern diesen getan? Was hätte der kleine Mirco, der in Deutschland umgebracht wurde, die in einer Krankenhaustoilette abgelegte Karolina, was hätten all diese Opfer anders und besser machen können?

Was haben die Opfer in S-Bahnhöfen getan, um ihr Schicksal zu verdienen?

Es gibt Böses auf der Welt, und es gibt mitleidlose Menschen, die andere vernichten wollen. Es gibt Soziopathen, Kriminelle, Mitleidlose, die ohne jede Provokation töten, quälen, angreifen. Und es gibt gesellschaftliche Systeme, die diesen Soziopathen freie Hand lassen.

Wieso kommst Du eigentlich auf die Idee, Israel hätte etwas getan, um diesen Haß auszulösen? Vielleicht glaubst Du, es gibt eine Art „gerechter Welt“, und jedes Opfer hat irgendwie verdient, daß es angegriffen wird?

Was haben die Juden in Hebron 1929 getan? Nichts. sie waren einfach da. Das war 20 Jahre vor der Staatsgründung, 40 Jahre vor der Bssetzung der Westbank – und sie wurden brutal abgeschlachtet.

Das war der Auftakt für eine endlose Serie des Terrors gegen Israel, gegen Juden.

In Deutschland nehmt Ihr das nciht so wahr. Du wirst Dich nicht an die Olympischen Spiele in München erinnern, ich erinnere mich aber noch (war damals ein kleines Mädchen). Sie sind einfach weitergeführt worden. Die Empathie mit den Opfern war nicht mal groß genug, die Olypmischen Spiele abzubrechen.

Was für Empathie kann ich von einem Volk erwarten, das von morgens bis abends mit Lügen über Israel gefüttert wird und daran glaubt. Einem Volk, das partout nicht daran glauben will, daß man Juden einfach darum verfolgt, weil es Juden sind.

Ich sollte wirklich aufhören zu bloggen, denn ich predige dem Chor.

Wenn ich es in dem Jahr, in dem Du hier mitliest, noch nicht fertiggebracht habe, auch nur die Annahme ins Wanken zu bringen, daß alle Leute so nett sind wie Boxi und Lila und immer nur das Beste wollen und über anderleuts Unglück sich grämen – dann bin ich anscheinend wirklich nicht überzeugend.

Wir sehen uns wirklich grausamen Feinden gegenüber, Soziopathen. Ihre Grausamkeit demonstrieren sie gerade ad oculos. Ghaddafi ist ein ganz guter Vertreter dieser Sorte Mensch – geradezu durchgedreht vor Haß.

Guck Dir diese Videos an und sag mir, ob Du wirklich noch glaubst, daß es dieser oder jeder Zwischenfall war, der diesen Haß ausgelöst hat.

26. boxi - Februar 24, 2011, 15:51

liebe lila,
ich wollte damit nicht ausdrücken, dass israel eine schuld im sinne von „etwas falsch unternehmen“ hat. aber trotzdem hat immer auch das „gute“ einen teil am bösen. ich habe eine mitschuld an den sbahn-opfern hier, an mirko, an amokläufern, an der karolina, … denn ich bin teil dieser gesellschaft. ich habe mitgewirkt, dass menschen soetwas veranlassen können. durch mangelde zivilcourage, mangelnde gesetze, falsche gesetze, mangelnde therapiemöglichkeit, … das bedeutet ja nicht, dass man jedes opfer verhindern kann. und doch hat es was nicht funktioniert, muss geschaut werden wie man manches verhindern kann. nicht alles ist verhinderbar.

ja es gibt „böses“ auf der welt, aber zu bösen gemachtes, nicht von sich aus böse. aber es ist da, und es stimmt, daran lässt sich zum großen teil nichts mehr ändern. aber es kommen neue menschen auf die welt. die kennen keinen 2. weltkrieg, die kennen kein münchen, … sie kennen aber die angriffe der israelis und das, was ihre eltern sagen. weißt du was ich meine?
zweifeln sie doch nicht, denn ich weiß doch, dass es menschen gibt, die einem böses wollen. der herr gaddafi ist da ein gutes beispiel. aber auch erst ist nicht so auf die welt gekommen.

es gibt nie nur eine ursache. und so ist israel auch nicht schuld (im sinne von schuldig) an den raketenangriffen oder selbstmordanschlägen. denn letzendlich ist es trotzdem immer ein mensch, der sein handeln tätigt, der sich dazu entschließt. aber es gibt eben auch eine andere ebene.

„Was für Empathie kann ich von einem Volk erwarten, das von morgens bis abends mit Lügen über Israel gefüttert wird und daran glaubt. Einem Volk, das partout nicht daran glauben will, daß man Juden einfach darum verfolgt, weil es Juden sind.“
sie tun diesem volk unrecht, denn sie vergessen, dass es auch menschen gibt die sehr solidarisch hinter israel stehen. auch wenn vielleicht ein großer teil andere ansichten hat… aber das ist dann halt auch ein mangel an bildung und ja, den haben wir. kennst du die geschichte von z.b. frankreich in den letzten 50 jahren? warum sollte sie ein deutsches kind von israel kennen, wenn man es nichtmal schafft die deutsche geschichte nach 45 zu behandeln? nur hat halt israel -verglichen mit allen anderen ländern in ihrer umgebung- eine gewisse sonderrolle, weshalb jeder hier der meinung ist, er müsste seinen senf dazu geben, obwohl er nichtmal weiß wo dieses land liegt. vielleicht bin ich ja auch ein teil, zumindest ist es ein grund warum ich angefangen habe dieses blog zu lesen.

was ich nicht verstehe, wenn ich ihre ansicht hätte (bzw. so wie ich sie verstehe), wenn ich nicht daran glauben würde, dass es mit der zeit möglich ist, dass der anteil der extremisten weniger wird, ich hätte doch gar keine hoffnung mehr. also was ist denn dann die perspektive? wir bauen einen mauer um uns, denn wir werden immer feinde haben? oder ist das ziel friedensverträge mit den ländern zu haben, ähnlich wie mit ägypten? das ziel muss doch sein, dass es weniger juden/israel hass gibt. also auf lange sicht… und -meines achtens- helfen da keine angriffe, keine blockaden. ja es stimmt, solche methoden können sinnvoll sein, können auch etwas bewirken. aber auf lange sicht gesehen, weiß ich nicht wohin das führen kann, außer zu mehr gewalt.

und das ist auch mein einziger ansatz den ich habe. „wir“ müssen es schaffen, dass es weniger extremisten werden. wir brauchen einen besseren umgang mit religionen im allgemeinen (denn auch hier, in der usa und auch in israel gibt es religiöse extremisten (und nein, ich möchte sie damit nicht auf eine gleiche stufe stellen wie selbstmordattentäter & co (ich denke da eher an z.b. dem artikel im haaretz „What do the Muslim Brotherhood and the ultra-Orthodox religious-right have in common?“ )))
denn auch wir (also auch wir in europa) haben noch keinen „richtigen“ umgang mit extrem religiösen ansichten gefunden. wir kommen an bildung nicht vorbei, hier in dieser welt, erst recht aber in der umgebung um israel. das gleiche gilt für wohlstand, der ein nährboden für extremisten ist.

ABER… natürlich wird es deswegen trotzdem extremisten geben, erst recht werden sie nicht von heute auf morgen verschwinden. aber es würden weniger werden. und vielleicht(!) hilft da auch schon etwas die umstürze in tunesien und ägypten. selbst wenn redikale ansichten an die macht kommen, kann es etwas helfen, solange es nicht wieder eine diktatur wird.

oh, viel zu viel geschrieben… vielleicht verstehst du meine ansichten aber nun mehr, was ja nicht bedeuten muss, dass du sie teilst.

27. yael1 - Februar 24, 2011, 15:52

„Wenn ich es in dem Jahr, in dem Du hier mitliest, noch nicht fertiggebracht habe, auch nur die Annahme ins Wanken zu bringen, daß alle Leute so nett sind wie Boxi und Lila und immer nur das Beste wollen und über anderleuts Unglück sich grämen – dann bin ich anscheinend wirklich nicht überzeugend.“

Ich befürchte, das liegt ganz sicher nicht an dir. Es gibt eben Menschen, die leben in anderen Sphären und werden nie mitbekommen, dass es „das“ Böse bei bestimmten Menschen gibt. Da kannst du noch so oft argumentieren, solange es Menschen gibt, die das nie kapieren.

@Boxi, deine Asicht, Terroristen würden aus der Armut heraus, wegen einer angeblichen Chancenlosigkeit etc. zum Terror greifen, ist so alt wie falsch. Du solltest dich mal dringend mit den Ursachen von Terrorismus befassen. Darüber gibt es unzählige wissenschaftliche Abhandlungen.

28. Wolfram - Februar 24, 2011, 16:03

Boxi schrieb: zw. gaza streifen und israel ein 10km puffer linie errichten,

Ein Pufferstreifen, ein No-Man’s-Land gewissermaßen, um Gaza – der dreimal so breit ist wie der ganze Gazastreifen? Du bist lustig. Außerdem etwas weltfremd: die Gaza-Terroristen schießen weiter als 10km. Bis wohin willst du den Schutzstreifen ausdehnen? Willst du Israel nach Babylonien verschieben? (Da wollten es die Perser schon vor 2500 Jahren nicht haben… ;))

29. yael1 - Februar 24, 2011, 16:09

Der Sponstitel „rächt“ ist doch wieder einmal typisch, ebenso dieses unsägliche Wort Vergeltung. Klingt immer so nach Nazimanier, die das Wort immer im Mund führten. Das scheint mir daher ein Indiz für die unbewusste Übernahme der Nazisprache zu sein.

30. Marlin - Februar 24, 2011, 16:15

Eine größere Offensive mit allen Vorfällen seit „cast lead“, auf beiden Seiten.

Abgeschlossen mit der vollständigen Sperrung des Gaza-Warenverkehrs. Nach den Aufständen woanders brauchen die kleinen Leute etwas Anregung.

Entweder macht das Bruderland Ägypten die Grenze auf, oder es passiert mal intern was. Oder eine neue Offensive, bei der der Hamas das Haupt abgeschlagen wird? Der erste Vorschlag erscheint jedoch gangbarer.

Das ist mein Ansatz. Der wipe-out ist ja indiskutabel.

31. Marlin - Februar 24, 2011, 16:16

OH Uh! Ich meinte natürlich PR-Offensive.

Ansonsten wäre mein schöner Beitrag zur Problemlösung ziemlich schlappohrig.. oder auch weichkäfrig. 😀

32. boxi - Februar 24, 2011, 16:16

@yael1… wie ich auch geschrieben habe, es sind immer mehrere ursachen. und armut ist eben auch kein faktor, der da etwas dagegen bewirkt.

33. Lila - Februar 24, 2011, 16:23

Boxi, ich verstehe Dich besser, als Du vielleicht glaubst. Nicht nur das – ich beneide Dich geradezu um den Glauben daran, daß man die Menschheit retten kann. Das glaube ich aber nicht.

Was wir tun sollen? Irgendwie überleben. Die Juden, das mußt Du verstehen, haben ein wesentlich längeres Gedächtnis als die meisten anderen Völker. Sie rechnen in Jahrtausenden, nicht in Jahrhunderten.

Ich habe es meinen Kindern mal erklärt, als wir in einer Ausstellug über die Völkerwanderung saßen und eine lange Animation anguckten (war in Bonn, tolle Ausstellung), und dort die Völker nur so rumwanderten. Die Kinder fragten mich: und wo sind die Völker heute? Und ich sagte: die sind alle weg, keines hat sich erhalten. Nur die Juden, die gibt es immer noch.

Es gab Juden, als es Ostgoten gab und Vandalen, und es gibt sie immer noch.

Es gab Juden, als es Etrusker gab, und es gibt sie immer noch.

Die Juden haben die Vertreibung aus Israel überlebt, die Vertreibung aus Spanien und die Inquisition, sie haben die Verfolgungen durch Kreuzfahrer, die Hep-Hep-Krawalle, die Shoah und die Kriege gegen Israel überlebt.

Sie geben nicht so leicht auf.

Aber das bedeutet nicht, daß sie andere Leute partout retten und bekehren wollen. Wenn Du Dir anguckst, wie viele Millionen verhetzte Moslems und Araber es auf der Welt gibt, wäre das ja geradezu Hybris. Es reicht den Juden und Israelis, zu überleben.

Wir igeln uns ein, wir reagieren auf Angriffe, wir wollen weder krakenhaft fremdes Land erobern noch unser eigenes aufgeben. Wir wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden, damit wir Zeit haben für die wichtigen und schönen Dinge im Leben.

Dafür verfolgt Israel eine doppelte Strategie aus Abschreckung und Defensive. Unter diese Kategorien fällt fast alles, das Israel tut.

Daß wir dafür von ahnungslosen Deutschen unbarmherzig kritisiert werden, tja, das ist wohl der Preis dafür.

Meine Mutter, die vor ein paar Tagen nach Deutschland zurückgekehrt ist, sagte mir etwas ratlos am Telefon: „was mir die Leute alles über Israel erzählen, obwohl sie nie da waren – was soll ich da sagen?“ Ich habe ihr geraten, nichts zu sagen. Nur: „fahr doch mal hin, müßte dich doch interessieren“.

Sie sagt auch, wer noch nicht hier war, wer noch nicht gesehen hat, unter welchen Bedingungen die israelische Jugend drei oder zwei Jahre mit Landesverteidung verbringt – der weiß nicht, wovon er redet. Irgendjemand hat ihr wohl gesagt, „ja, diese Israelis mit ihrem Militär…“ 🙄

Als ob wir für die Jeckerei unsere Kinder zur Armee schicken.

34. yael1 - Februar 24, 2011, 16:26

„ja es gibt „böses“ auf der welt, aber zu bösen gemachtes, nicht von sich aus böse.“

Was ändert das Boxi? Was ändert das zum Beispiel an einem Sadisten, der Kinder oder Frauen ermordet und nicht therapiefähig ist? Man kann das Böse in einem Menschen viel öfter nicht mehr ändern als man früher noch dachte.

35. yael1 - Februar 24, 2011, 16:31

„und armut ist eben auch kein faktor, der da etwas dagegen bewirkt.“

Darum gehts wohl nicht, es ist bewiesen, dass Armut eine Ursache für Terrorismus ist. Wie viele Terroristen würde es zum Beispiel nur in Afrika geben, wenn das auch eine der Ursachen wäre?

36. yael1 - Februar 24, 2011, 16:32

Darum gehts wohl nicht, es ist bewiesen, dass Armut eine Ursache für Terrorismus ist.

Wieder mal eine Korrektur: es ist bewiesen, dass Armut keine Ursache unter vielen anderen für Terrorismus ist.

37. Lila - Februar 24, 2011, 16:42

Zum Thema Pufferzone:

Boxi, Du kannst diese Karte ja mal genauer angucken und skizzieren, wo Du die Pufferzone sehen möchtest. Und auch, wohin Du die Leute umsiedeln willst, die jetzt in der Pufferzone wohnen. Und auch, wie groß die Pufferzone sein soll – denn gestern haben wir ja gesehen, daß Grads bis Beer Sheva reichen.

Hier sind auch gleich Einwohnerzahlen der gefährdeten Städte.

Würde mich wirklich mal interessieren, wie viel von Israel noch übrig bliebe, wenn man überall noch Pufferzonen bauen würde, wo Beschuß droht.

Und wer soll die Pufferzonen bewachen? die UNO vielleicht?

38. yael1 - Februar 24, 2011, 16:49

Selbst wenn das möglich wäre (Pufferzone), kämen dann etwa keine Raketen mehr geflogen!

In der Nähe von Yawne war ich übrigens.

39. yael1 - Februar 24, 2011, 16:54

Den Vogel schießen übrigens die Magdeburger Nachrichten ab:

Während die Weltöffentlichkeit auf den Umsturz in Libyen fixiert ist, nutzt Israel die Ablenkung und bombardierte in der Nacht mit Kampfflugzeugen den Gazastreifen.

40. Lila - Februar 24, 2011, 17:02

Nachdem die Zeitung gestern den Angriff bestimmt ignoriert hat, nicht wahr? Für sowas gebührt einem Redakteur wahrhaftig eine Ohrfeige. Pfui Teufel.

Wo ist der Link? Kann man da ein Talkback hinterlassen?

41. Lila - Februar 24, 2011, 17:05

Abschließend zum Thema Pufferzonen: den meisten Menschen ist nicht klar, wie lächerlich klein Israel ist, weil sie gewöhnt sind zu glauben, daß Israel riesige Landmassen beherrscht. Daß Du an einem klaren Tag von einem Hochhaus in Ramat Gan ganz Israel bis zu mindestens drei Grenzen betrachten kannst, ist ein bißchen erschreckend.

Auch Deutschland ist nicht groß, aber Y. ist immer fasziniert, wenn er in Deutschland mit dem Auto fährt. Durchs Sauerland oder den Thüringer Wald, und er ruft ganz entzückt: „und Deutschland ist immer noch nicht zu Ende!“ Genauso begeistert ist er von deutschen Flüssen. „So viel Wasser! da könnte ich tagelang reingucken“.

Wirklich, Kishon hat das alles schon ganz richtig beschrieben. Ich dachte früher immer, er übertreibt, aber er ist einfach nur Realist. 🙂

42. yael1 - Februar 24, 2011, 17:07

http://www.magdeburger-nachrichten.de/archives/21609/im-schatten-libyens-israel-bombardiert-gazastreifen/

Man kann einen Kommentar hinterlassen.
Der Angriff wurde nebenbei erwähnt, nicht zu vergessen, dass aber zunächst eine Panzergranate in eine Menschenmenge abgefeuert worden sein soll.

43. Lila - Februar 24, 2011, 17:11

Was für ein Käseblättchen, sieht ja aus wie aus dem vorigen Jahrhundert. Da kommentier ich gar nicht erst, die Linie des Blättchens ist aus den verknüpften Artikeln klar erkennbar.

44. willow - Februar 24, 2011, 17:26

Was es in Magdeburg nicht alles gibt…

„Die MN ist eine Ausgründung der Hochschule Magdeburg-Stendal…“

Tja, wie an vielen Hochschulen sind da wohl die „Freunde Palästinas“ überaus aktiv. Was für Mistkäfer.

45. willow - Februar 24, 2011, 17:27

PS: Wenn ich mir die verlinkten Artikel durchlese, dann möchte ich mit in aller Form bei den Mistkäfern für diesen Herabsetzenden und ungerechtfertigten Vergleich entschuldigen!

46. Lila - Februar 24, 2011, 17:44

Sie hätte genausogut schreiben können:

Während die Weltöffentlichkeit auf den Absturz Guttenbergs fixiert ist, nutzt Israel die Ablenkung und bombardierte in der Nacht mit Kampfflugzeugen den Gazastreifen.

Ich bemerke nämlich, daß der ganz unproportional viel Raum in deutschen Medien einnimmt 🙂

47. Zahal - Februar 24, 2011, 18:01

Danke für die Gafiken Lila, die habe ich brauchen können.

Spon ist ein antisemitisches Hetzblatt, ganz nach den Wünschen seines Gründers Augstein, und seinen Nazischergen, einfach mal googlen, wer dort im Anfang angestellt war, was früher Nazi war, ist heute links und islamophil.

[Lila merkt an: ich habe diesen Kommentar gekürzt, weil er Autorenrechte verletzt hat]

48. Margot - Februar 24, 2011, 18:55

Auch wenn es hier schon mehrmals zum Ausdruck kam: Nicht nur SPon sondern alle Nachrichten bringen immer zuerst Israels militärische Maßnahmen. Erst im zweiten Satz erklärt man dann, warum Israel so handelte. Doch da hören die meisten schon gar nicht mehr hin. Ich bin fest überzeugt, diese Art Berichterstattung ist glatte Absicht! Ich schrieb schon oft auf solch hinkende Vergleiche (z. B. Kulturzeit – 3Sat berichtet hier sehr einseitig). Ändern kann ich sicher nichts, aber wissen soll man, dass hier jemand genau zuhört und sich nicht einlullen läßt mit falschen Darstellungen. —
Bei den eingestellten Videos wird mir ganz schlecht. Wer anders als Araber können sich einen solch öffentlich vorgebrachten Hass erlauben, ohne Aufschrei zu erzeugen? Ich würde mich für meine Religion schämen, wäre ich ein „friedliebender Moslem“.
Margot

49. Lila - Februar 24, 2011, 19:11

Und doch bestehen friedliebende Deutsche darauf, daß Israel diesen unbändigen Haß durch seine Handlungen ausgelöst hat und nicht durch seine bloße Existenz.

Wobei gleich vergessen wird, daß Araber gegeneinander viel brutaler vorgehen als Israel gegen Araber. Wir sind in unserer Selbstverteidigung wesentlich zimperlicher als andere Staaten.

Ich finde diesen unverhüllten, schamlosen Haß auch grauenhaft.

Wenn mir dann Leute in Deutschland vorwerfen, daß dieser Haß gegenseitig ist, bleibt mir echt die Spucke weg. Diese ganze Äquidistanz ist eine einzige Frechheit.

50. Paul - Februar 24, 2011, 19:35

Zu 12 @boxi

„ja, sie dürfen mich naiv bezeichnen.“

Nehmen Sie bitte ein offenes Wort heute, am Tag meines Zorn’s nicht übel.

Ich muss Sie nicht so bezeichnen, denn Sie sind es!

Lesen Sie bitte doch bloß mal aufmerksam was Lila hier schreibt. Dann werden Sie schon merken, dass Sie das sind, als das Sie gerne bezeichnet werden wollen.

51. Lila - Februar 24, 2011, 19:40

Naivität ist ja eigentlich nicht schlimm. Unschuld des Herzens kann eine sehr schöne Eigenschaft sein.

Negativ wird Naivität erst, wenn sie zur Steigbügelhalter des Bösen wird, weil sie es nicht als böse erkennen mag oder kann. Dann kann Naivität mehr Unheil anrichten als Hinterhältigkeit.

Ich sehe den Terror als böse, einen Teil der Medien und Politik als hinterhältig (also um bestimmter Interessen willen nicht der Wahrheit verpflichtet) und das westliche Publikum als naiv.

52. Naomi - Februar 24, 2011, 19:56

Auf N24 war es vorhin ungewohnterweise direkt mal umgekehrt. 😉

Im Laufband hieß es: „Wieder Raketenangriff auf israelische Stadt Beer Sheva“.

Und danach kam dann (sinngemäß): „Die israelische Luftwaffe flog ihren bisher schwersten Angriff auf Ziele im Gazastreifen“ (oder so ähnlich).

Man ist ja schon ganz dankbar, wenn tatsächlich ERST die Aktion der Hamas-Terroristen und dann DANACH die Reaktion Israels beschrieben wird.

Und dankbar auch dafür, wenn das Wörtchen „Wieder“ verwendet wird. Das heißt nämlich: Da hat ein Journalist irgendwie gemerkt, dass die Terroristen wohl öfter schießen.

Wobei mir auffällt, dass es in israelischen Medien auch oft so merkwürdig „herum“ beschrieben wird – also erst die israelische Reaktion, danach die Hamas-Aktion.
Genau so läuft es auch häufig in deutschen proisralischen Medien wie Haolam oder Heute in Israel usw. usf.

53. boxi - Februar 24, 2011, 19:59

das mit der pufferzone war auch nur _ein_ beispiel. und die 10km waren ebenso gerade eben aus den ärmel geschüttet. ich meine was ist denn die israelische alternative? hoffen das nichts passiert und falls doch, greifen wir an? oder wir besiedeln solange gebiete der palästinensischen autonomiegebiete bis es unser ist? was ist denn eure alternative, eure lösung?

zum thema magdeburger nachrichten.. hat schon einer von ihnen dort mal angerufen, eine mail geschickt, oder den presserat informiert? vermutlich nicht. wenn das mehr machen würden, würde sich vielleicht auch etwas ändern. magdeburg übrigens, eine ganz traurige stadt.

@lila.. sie haben recht. ich denke wirklich nicht in jahrtausenden, ebenso denke ich nie an „völker“. ich wußte gar nicht, dass so etwas noch etwas bedeutet.
nächsten herbst bin ich übrigens zu 95% in israel, ich freue mich schon und bestimmt hilft es mir auch manches mehr zu verstehen. letzter besuch ist ja doch schon eine weile her.

@yael1.. es stimmt, man kann nicht alles therapieren. aber man kann bedingungen schaffen, dass es schwieriger wird sich zu so einem menschen zu entwickeln. ich habe mal mit verhaltensaufälligen jugendlichen gearbeitet, um die 6-15 jahre alt. die haben alles mögliche gemacht, von mitarbeiter schlagen, behinderte schlagen, tiere quälen… und bei allen war ersictlich warum das war. und wenn man sich die eltern angeschaut hat, war auch klar, dass sie sich so entwickelt haben. manche schaffen den sprung, viele aber nicht. deswegen meine ich ja auch, man bräuchte eine langfristige strategie und die kommt um „böses verhindern/verringern“ nicht herum. außer wir wollen uns in 100, 1000 jahren immer noch die köfe einschlagen und uns mit raken beschießen.

@zahal mit filmen und dessen verbot ist es ja so eine sache. ich finde ein fsk18 in ordnung, wichtiger scheint mir die behandlung von derartig antisemitischen inhalten. bei der genannten uno-resolution gibt es nicht nur eine meinung. und ehrlich gesagt finde ich diese resolutionen eine der wenigen, die zumindest ein wenig hand und fuß hat. dem kritiktext fehlen mir übrigens die argumente für den siedlungsbau.

54. Jack - Februar 24, 2011, 20:41

Voll Alarm hier.
Schlagt Euch doch. Das will ich sehen!

Manoman Naomi,
ich denk’ Du kennst Dich aus – bei N24 hat Liebling Ulli Sahm den Drücker drauf. Der macht dort schon seit Jahren überwiegend die Nahost-Meldungen. Das prägt natürlich und ist gerne Mal eine willkommene Abwechslung im sonstigen Journaille-Dauerdünnschiß über Israel.

55. yael1 - Februar 24, 2011, 20:45

Die Assoziation zu den Praktiken von KZ-Kommandanten dürfte beabsichtigt sein. In der typischen Projektion des Antisemitismus wird die eigene Vernichtungswut den Juden selbst unterstellt. Ein Lebensrecht, dozieren die als entmenschte Killer denunzierten Israelis, gebe es “nur für Juden”, Araber gelten für sie als “Tiere”.

http://www.welt.de/kultur/article12395937/Tal-der-Woelfe-ist-antisemitisches-Popcorn-Kino.html

Der Drehbuchautor Bahadir Özdener: „Die Zuschauer werden nach dem Kinobesuch sagen: Ja, ich verstehe das tragische Elend der Palästinenser. Ich kenne die Schuldigen. Das ist ein Regime, das seine Hände im Blut wäscht; ein System, das blind ist und die zionistische Ideologie verkörpert. Wenn ich das Elend meiner Freunde in Palästina sehe und höre, wie die Zionisten [!] versuchen, sie auszulöschen [!], dann kann ich das auf keinen Fall zulassen.“

Eine Aussage im Film z.B. belegt das:

“Die Thora sagt nur, du sollst keinen Juden töten”, meint ein Israeli lächelnd und Zigarren rauchend.

Interessant finde ich auch die Macher des Films und deren Verwandtschaft:

“Um eine klassische Künstlerfamilie handelt es sich aber nicht, der Onkel der Geschwister war Abgeordneter der rechtsextremen MHP, Vater und Großvater der Brüder waren Scheichs des islamistischen Quadiriyya-Ordens.”

http://jungle-world.com/artikel/2011/01/42367.html

So und nun plädiere ich dafür, dass die Filme „Jüd Süß“ und „Der ewige Jude“ wieder gezeigt werden dürfen.
Dann kann das Land das mal „behandeln“.

56. Naomi - Februar 24, 2011, 20:47

@ Jack –

ich sehe so gut wie niemals TV.

Außerdem schreibt Ulli Sahm meines Wissens für n-tv – und nicht für N24 … 😉

57. yael1 - Februar 24, 2011, 20:49

Voll Alarm hier.
Schlagt Euch doch.

🙄

Das will ich sehen!

Am WE kommt bestimmt irgendwo im Fernsehen mal wieder Boxen. :mrgreen:

58. yael1 - Februar 24, 2011, 20:58

„bei N24 hat Liebling Ulli Sahm den Drücker drauf.“

Hm. Ähm, n-tv 😕

59. Lila - Februar 24, 2011, 21:09

60. Jack - Februar 24, 2011, 21:10

Jaaaaa,
n-tv mein ich ja. Kann man ja wohl mal verwechseln, wenn man so oberflächlich ist wie ich.
Dafür keine Asche auf mein Haupt. Seh ich gar nicht ein. Nur ein bißchen.
Außerdem ist Naomi schuld, sie hat angefangen mit N24 … sonst hätt ich gar nicht an n-tv gedacht, den Angeber gemacht und alles durcheinander gebracht.
🙂

61. yael1 - Februar 24, 2011, 21:18

Ich habe auch noch einen:

@Jack, deine Selbstironie ist klasse.

62. Lila - Februar 24, 2011, 21:21

Das ist aber gegen alle Boxregeln, Yael!

63. yael1 - Februar 24, 2011, 21:25

😳

64. Silke - Februar 24, 2011, 21:31

nur mal so zur Erinnerung: hier ist ein Zitat aus der Originalmitteilung der IDF:

The IDF will not tolerate any attempt to harm Israeli civilians or IDF soldiers, and will continue to respond harshly to terror. The IDF holds the Hamas terrorist organization solely responsible for maintaining the calm in the Gaza Strip and for any terrorist activity emanating from it.

Ich bin schockiert, am Boden zerstört, so klappt es doch mit der De-Eskalation nu schon mal ganz und gar nicht. Habt Ihr denn noch nie was von andere Backe hinhalten gehört. Wenn nicht, dann wird’s aber Zeit.

Die IDF muß unbedingt sofort Boxi anschreiben und ihn um die Ausarbeitung eines Seminars bitten, mit dem diese grauenhaft falsche Grundeinstellung gründlich geändert wird. Man kann es doch den Nachbarn wirklich nicht zumuten, daß ihnen jeglicher Warm-Up zum Völkermord verwehrt wird. Wie soll es dann mit dem in das Meer treiben klappen, wenn denen keinerlei Training zugestanden wird.

Und das 10 neue für jeden getöteten ist von ignoranten Einfachstlösungen für alles parat habenden Schwafelheinis unverdaut Nachgeplappertes.

65. Silke - Februar 24, 2011, 21:34

Lila – 18

Boxi ist von der Fraktion, dieses Problem muß doch endlich mal vom Tisch – da kannste Dich dumm und dämlich argumentieren. Wer mit Zwiespältikeiten nicht leben kann, dem ist da nicht zu helfen. Ich bin nicht sicher, ob es gut für Israelis ist, wenn sie versuchen fence-sitter als Aufklärbare anzusehen. Meiner Meinung nach nein. Die ich im wirklichen Leben getroffen haben waren alles Verkappte, mit großen graduellen Unterschiedn aber dennoch irgendwie der Meinung, daß „sie“ nicht bluten wie „wir“.

66. Silke - Februar 24, 2011, 21:36

hans – 21

als vor ein paar Monaten die Sache mit dem wenigen Essen sich in nix auflöste, kamen die Gutmenschen prompt mit der Klage im Gazastreifen gäbe es eine Obesity (Übergewichts) Epidemie und nu wäre es die, die die Menschenwürde verletzen würde.

67. Silke - Februar 24, 2011, 21:43

Lila – 25

spätestens seit dem Hörspiel „der Vater eines Mörders“ habe ich Zweifel an dieser Sicht – Andersch fragte dazu „schützt Humanismus denn vor gar nix?“ – die Antwort ist klar – Zuckmayer’s Haushälterin entschied zwischen Anständigen und nicht so Anständigen – die Anständigen erkennt man daran, daß sie in schlimmen Zeiten noch etwas anständiger werden, meinte sie. Das ist keine Frage der Erziehung – beim letzten Konferenzauftrieb in Berlin haben sie ne Gruppe von Prostituierten ausgegraben, die dank ihrer guten Beziehung zur Unterwelt die Möglichkeit zum Helfen hatte und das auch tat. Ich glaube nicht, daß es um die ÜBERWINDUNG primitiver Triebe geht. Die Fähigkeit mich in die Schuhe eines anderen zu imaginieren ist vermutlich ein äußerst primitiver Trieb, der z.B. in ner Kampfsituation lebensrettend sein kann i.e. was wird er wohl als nächstes tun und wie kann ich ihm zuvorkommen.

Aber Erziehung bedeutet, dieses Stadium zu überwinden und durch andere Werte zu ersetzen. Und zu lernen, nicht nach diesen primitiven Trieben zu handeln.

68. Silke - Februar 24, 2011, 22:01

also in diesem thread ist mir zu viel Sozialarbeitergeseire unterwegs. Ich habe mich im letzten Jahr durch 3500 Seiten Geschichte des Mittelmeers gelesen. Ich glaube es war um 1500 herum, daß das ERSTE Mal 25 oder 30 Jahre lang Frieden am Stück in der ganzen Region war.

Aber heute ist natürlich alles anders und die Byzantiner mußten sich nie und nimmer nich ständig um ihre Grenzen kümmern, auch die alten Römer und die Venezianer und die italienischen Stadtstaaten nich. Der deutsche Kaiser konnte sein Territorium von vornherein vollkommen friedlich bewohnen und nie hat eine Schar Söldner sich binnen kürzester Zeit ein Königreich erkämpft.

Heute sind wir aber gaaaanz andere Menschen, heute machen wir alles mit Mediation und Piep Piep Piep und suhlen uns im Wonnegefühl der Mitschuldigkeit wenn einer seine Tochter mit dem Auto totfährt, weil sie seine Ehre beschädigt hat. Hätten wir ihn besser integriert, ja dann, dann wäre alles alles anders gewesen

Ich bin mal gespannt mit welchen Erkenntnissen boxi nach seinem Urlaub aufwarten wird – ich hoffe daß mir dann das Lachen nicht endgültig vergeht.

Da hatte Lila ihn so schön und so gerechtfertigt zurechtgestutzt nur um ihn drei Kommentare später wieder zu behandeln als sei sie Bewährungshelferin von der nachsichtigst möglichen Sorte überhaupt.

69. Lila - Februar 24, 2011, 22:14

Liebe Silke, für ein unbelehrbares Boxi rechne eine ganze Anzahl stummer Boxis mit, die hier lesen, nichts sagen und doch vielleicht irgendwann mal ans Nachdenken kommen.

Ich könnte mir zB denken, daß nicht jeder Leser solche Videoclips kennt. Vielleicht fängt ja mal jemand an nachzudenken, ob die automatische Annahme, daß Israel einfach noch nciht genug getan hat, auch richtig ist. Denn die Kerle sagen ja selbst, es gibt NICHTS, was Israel in ihren Augen richtig machen könnte.

Das wird ja in deutschen Medien eher runtergespielt, oder?

Und was die Ehrenmörder angeht.

Hätten wir Deutschen solche Ehrfuchtel besser integriert, d.h., von ihnen eine Integrationsleistung erwartet und die auch positiv quittiert, wäre vielleicht der eine oder andere Ehrenmord weniger passiert. Es war doch deutsche Politik, Parallelgesellschaften finanziell zu alimentieren, von ihnen weder Sprachkenntnisse noch kulturelle Anpassung zu verlangen (zB Rechte für die Töchter), und das über Jahre hinweg.

Grundlegende Muster hätte das nicht verändert, aber vielleicht wäre es ja angebrachter gewesen, konsequenter gegen solche Ehrenmorde, gegen Drohungen etc vorzugehen?

Es hat doch etwas gedauert, bis die „Familienehre“ nicht mehr als Milderungsgrund gesehen wurde, nach dem Motto, „da mischen wir uns nciht ein“. Kibinnimat, die leben in Deutschland, dann mischen wir uns eben auch mal ein. (Da würde mich diese Studie interessieren: http://www.recht.uni-giessen.de/wps/fb01/home/Bannenberg/1002281/?preview_mode=true )

Und zum Thema Geschichte…

Die meisten Leute haben keine Ahnung von Geschichte, das ist nun mal so. Haben die Deutschen etwa schon vor tausend Jahren aufgehört, ihre Grenzen zu verschieben? Nein. In jeder Stadt gibt es ne Bismarckstraße, aber wer erinnert sich an die Kriege, die er geführt hat? Vom 20. Jahrhundert ganz zu schweigen.

Die Briten führen Krieg um die Falklandinseln und erzählen uns was vom friedlichen Abtreten von Territorien.

Das Gedächtnis kann furchtbar kurz sein, wenn es um eigene territoriale Sicherung geht.

Und ich geh jetzt ins Bett…

(Ich schnauz ungern Leute an, tut mir leid, wenn Dich das nervt. Bin von Natur aus de-eskalierend veranlagt.)

70. boxi - Februar 24, 2011, 22:23

@silke… keine ahnung warum sie so unfreundlich zu mir sind, aber gut. im gegensatz zu ihnen rede ich über ihre ansichten nicht so abfällig wie sie über meine, auch wenn ich sie nicht teile.
die schuld der täter habe ich übrigens nie in frage gestellt, erst recht nicht wenn jmd. einen mit absicht überfährt. das kann man dann wie sie auch so akzeptieren, nur bleibt trotzdem die frage wie man so was in zukunft nach möglichkeit nicht fördert. das können sie als sozialpädagogischen schwachsinn hinstellen, dann steh ich da aber drüber, einfach weil dieses thema und diese diskussion auf „niedrigen level“ nicht neu ist. nicht umsonst werden heute verbrecher heute anders behandelt, kinder anders erzogen, …

ob sich sowas auf die große weite welt übertragen lässt, das kann ich nur vermuten, denn natürlich bin ich kein expterte darin.

71. hans - Februar 24, 2011, 22:46

68@ silke

schade um dich silke ,
du hättest bestimmt eine gute- idf- pressefrau abgegeben, würdest so manchem reporter übers maul fahren.
überprüfe doch mal deinen stammbaum vielleicht gabs in grauer vorzeit doch eine(n) jüdischen charmeur?
als pressefrau der idf sich ausleben wie er…..Arye Sharuz Shalicar, ist das nichts?

im nächsten leben!!!

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/313321/313322.php

72. Silke - Februar 24, 2011, 22:50

Lila

Du hast recht, aber ich finde es nun mal schwer erträglich, wenn jemand Deines Kalibers vor boxi mehrfach den mea culpa macht. (ich habe auch schon mal den Elder wegen so was angeschnauzt i.e. man kann das auch als offense machen)

Daß die boxis dieser Welt großartige Gelegenheien sind, Fakten immer und immer zu wiederholen, ist mir schon klar, aber mit a paar weniger Streicheleinheiten wäre mir schon lieber. Ich denke, es gibt Selbstbilder, die so man ihnen keinen Kratzer verpaßt, unerschütterlich sind. Nicht alle sind der Selbst-Befragung verpflichtet wie „Deine“ Maler. Solange man sich so kuschelig willkommen geheißen fühlt, warum sollte man es da mal mit der Selbstkritik probieren vom Selber Schlüsse aus Fakten ziehen ganz zu schweigen.

Für die ganz Harten unter uns, hier ist ein Link zu einem ausführlichen Gespräch mit Philip Weiss, ja genau der von Mondoweiss. Eimer bereithalten und danach erscheinen einem Leute wie die Tochter etc. als geradezu „moderat“. Als AssaJew iss er aber ziemlich gut und nicht untypisch. Auf seinem Blog wird in ungeheuren Mengen kommentiert, ich glaube er moderiert und so sind dort praktisch nur Sycophanten zu lesen, aber die lassen es krachen (vielleicht verwechsele ich ihn aber auch mit dem anderen Typen, dem der in Brasilien hockt). Auf jeden Fall, wenn die Masche nach Deutschladn kommt, werden wir sehnsuchtsvoll and die Zeiten von Muslim-Markt und Porno-Arendt zurückdenken.

http://itunes.apple.com/de/podcast/philip-weiss-a-jewish-argument/id73330619?i=91570579

und ja als ich mein Newsjunkietum begann, haben mir Erklärungen wie Deine sehr sehr geholfen, in dem sie mir Hinweise gaben, wie und wo ich mir das ganze riesige schreckliche Ausmaß von Voldemort’s Wiederbelebung anlesen kann. Aber nie nie zu ner Zeit als ich nachrichtenfern war, habe ich anders als Partei für Israel gefühlt oder mich nicht so sich die Gelegenheit gab verteidigend geäußert. Ich meine jeder der schon mal ne Landkarte gesehen hat, wie kann der nur.

Habe ich schon erzählt, daß durch einen Zufall, wie das Leben so spielt, am Abend von München ein Jude aus Arkansas und einer aus Argentinien mit mir zusammen auf meinem Sofa vor dem Fernseher saßen? Sowas prägt!

73. Paul - Februar 24, 2011, 23:06

Zu 37. Lila, das war für mich das eindrucksvollste Israelerlebnis, als ich Anfang der 90ger Jahre, nach dem Ende der DDR, als Tourist nach Israel gekommen bin.
Wir fuhren vom Mittelmeer aus in unser Hotel in einem Kibuz am See Genezareth. Ich erwartete eine lägere Tour. Schließlich fuhren wir quer durch das ganze Land.
Die Überraschung: kaum waren wir mit dem Bus losgefahren, schon waren wir im Kibuz.
Seitdem kann ich nicht verstehen, wie Israel den ersten Angriff der arabischen Staaten überhaupt überleben konnte.
Noch etwas lustiges am Rande und am Ende meines Tages des Zorn’s.
Bei der Einreise wurde mein DDR-Pass von der Passkontrolle weitergereicht und ‚bestaunt‘. Er ging durch mehrere Hände. Den Reaktionen konnte ich entnehmen,etwa mit folgender Frage: „Hast Du sowas schon gesehen?“ „Nein!“
Aber, alle lächelten mir freundlich zu.
Israel hatte mein Herz gewonnen.
Dabei ist es bis heute geblieben.

74. Paul - Februar 24, 2011, 23:10

Lila, sei so gut und schau in Deinen ‚Keller‘. Dort liegt keine Leiche, sondern ein Kommentar von mir, der dort nicht hingehört.
Befreie ihn. Bitte.

75. Paul - Februar 24, 2011, 23:22

Zu 47 Zahal,
wenn Sie der Zahal vom Tagesspiegel sind, dann sind Sie ’schuld‘ daran, dass ich hier bei Lila bin. Sie hatten Sie mal im TSP verlinkt. Glaube ich jedenfalls.
Es grüßt teerpaul.

Hatte übrigens auf den Film hier, aber an anderer Stelle hingewiesen. In der BZ ist heute ein sehr guten Artikel zu diesem Problem.

76. colchico - Februar 25, 2011, 2:35

boxi (Februar 24, 2011, 13:08),
Sie sind der geborene Satiriker. Zumindest wenn man annimmt, es sei Ihnen bekannt, dass Israel alles Machbare – Zugeständnisse, Sachhilfen, Ignorieren der Angriffe, Warnungen, selektive Blockade etc. pp. – bereits versucht hat.

Ich fürchte, die, äh, „Israel-Unfreundlichkeit“ im Gaza-Streifen hat wenig damit zu tun, was Israel tut oder läßt. Sie scheint mir eher das Fundament zu sein, auf dem die Gesellschaft in Gaza beruht. Vielleicht fahren Sie mal hin, sehen sich um, hören den Leuten zu und haken nach, schauen sich die Fernsehsendungen an und werfen einen Blick in die Schulbücher? Nach wenigen Wochen werden Sie sehen, welch zentrale Rolle die Mythen vom geraubten Großgrundbesitz der Urgroßeltern, dem seit 60 Jahren anhaltenden Völkermord und dem weltverschwörungssteuernden äußeren Feind einnehmen – und die mit diesen Mythen verbundenen Unterstützungsleistungen aus Europa und den U.S.A., ohne die im Gaza-Streifen noch weniger funktionieren würde.

Ohne diese Mythen würde der Unmut der Leute sich vielleicht gegen das unfähige Regime richten, man würde sich selbst berappeln und etwas auf die Beine stellen (müssen). Vielleicht geschieht das ja irgendwann auch. Wünschen würd‘ ich’s den Leuten von Herzen.

77. colchico - Februar 25, 2011, 2:38

P.S. zum Machbaren: Wo die Schwierigkeit einer 10 km breiten Pufferzone liegt, hat ja Lila bereits vor Augen geführt. Wie’s um die Vertrauenswürdigkeit einer „UNO-Unterstützung“ steht, können Sie an der Grenze zum Libanon sehen. (Oder auch in anderen Regionen der Welt, etwa in Europa, man denke an die Bürgerkriege der 90er-Jahre im auseinanderfallenden Jugoslawien.)

78. Naomi - Februar 25, 2011, 8:27

@ 69 Lila –
ich finde es wunderbar, dass du deeskalierend vorgehst. Man sollte wirklich niemals anderen Menschen absporechen, sich ändern zu können.

Der folgende Artikel bei Ynet beweist genau das sehr schön.

Es ist ein toller Artikel über einen Rabbiner-Brief an das ägyptische Volk und die genau so tolle Reaktion der Ägypter darauf: Rabbi Hartmann aus Jerusalem hat auf seiner Website einen ganz schlichten offenen Brief an die Ägypter gepostet.

Er schreibt (kurz übersetzt und zusammengefasst): „Wir wissen nicht wirklich, wer ihr seid. Wir haben nur mit euren Führern gesprochen, aber sie sprachen nicht für euch. Seit 35 Jahren leben wir in einem kalten Frieden, der zudem eine Ausnahme ist. Nun soll der Frieden die Regel werden. Wir haben jetzt die einzigartige Gelegenheit, wirklich miteinander zu sprechen.“

Und zum Schluss schreibt der Rabbi: „Bis dahin wünschen wir euch, dass euer Übergang in die Freiheit für alle friedlich sein und eure Freiheit ein Segen für die ganze Welt wird.“

Das Echo auf den Brief war einfach umwerfend.
Der Brief wurde in zahlreichen arabischen Ländern gelesen und mit genau so wunderbaren Briefen beantwortet. Überwiegende Reaktion: „Ich hoffe, Juden und Araber leben von nun an in Frieden, sie haben es verdient.“

Rabbi Hartmanns Brief wurde dann auch in anderen arabischen Foren gepostet, mit eben solch hoffnungsvollen Antworten.

Die meisten Briefe kamen aus Ägypten, Algerien, Jordanien und aus dem Libanon, es gab auch Antworten von europäischen und amerikanischen Arabern.
Der schlichte Aufruf eines Rabbis zum Frieden hat jetzt also eine spannende Debatte in mehr als 10 arabischen Ländern eröffnet.

„Das Internet ermöglicht nun einen Dialog zwischen den Nationen. Vielleicht kann unser neuer Dialog uns helfen, auch die ideologische Lähmung zu überwinden, die uns bisher davon abhielt, echte Fortschritte zum Frieden in der Region zu erreichen“, schreibt ein Ägypter.

Es gibt leider auch einige nicht so hoffnungsvolle Antworten, die zeigen, dass der Frieden noch nicht zum Greifen nah ist.

Aber das Positive überwiegt einfach, und ich finde diese Aktion ganz toll und nachahmenswert.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4033666,00.html

79. boxi - Februar 25, 2011, 8:42

@colchico… ich hab nie gesagt, dass israel sowas nicht versucht hat. sowas benötigt aber ja auch einen langen atem, praktisch über mehrere generationen, denn „alt eingesessene feinde“ wirst du so sicher nicht verändern können. aber mit einem entsprechenden angriff auch nicht, außer sie sind danach tot.
die uno ist natürlich berechtigterweise „angeschlagen“ und in der kritik. und doch gibt es für sowas ja auch lösungen. wer natürlich eine uno-truppe mit praktisch nur leuten aus der umgebung von israel einsetzt, braucht sich ja nicht wundern….
eine internationale truppe hat aber ja auch vorteile, für beide seiten, weshalb ich es trotzdem immer noch als denkenswert ansehe.

80. willow - Februar 25, 2011, 10:36

@boxi

Kennen sie die Zusammensetzung der UN-Schutztruppe im Libanon? Schauen sie einfach mal nach, wer so alles bereit ist, die Hisbollah aktiv zu unterstützen (bis hin zu Hilfe beim Waffentransport oder beim Bunker- und Staellungsbau) – also wirklich, manchmal klingen sie wie diese Käsefrau, die wollte ja auch das Talibanproblem lösen, indem sie einen Gesprächskreis rings ums Lagerfeuer anregte…

81. Karl Eduard - Februar 25, 2011, 11:50

Was ein wenig irritierend ist, wenn die Türkei mal wieder Kurden jagt, weil die ihren eigenen kleinen Terrorismus führen, wird weithin mit Ratschlägen gegeizt, wie: wenn die türkische Armee da jetzt einfällt, dann schürt das bloß den Hass, besser wäre es doch, die Türken ließen sich gleichmütig in die Luft sprengen, bis den Kurden der Sprengstoff ausgeht, irgendwie hat die Welt Israel wohlwollend adoptiert und spart nicht mit guten Ratschlägen, die, beispielsweise, in Darfur doch nötiger wären.

82. Karl Eduard - Februar 25, 2011, 11:54

@79. boxi

Die UNO – Truppe kann nichts, darf nichts und wenn sie die Mittel hätte etwas zu tun, dann wollte sie nicht. Da kannste auch einen desinteressierten Feuerwehrmann mit defekter Feuerspritze zum Brandherd schicken. Der wird schön zuschauen wie das Feuer langsam herunterbrennt und das war es dann. Aber seine Pflicht hat er getan. Er war anwesend.

83. Zahal - Februar 25, 2011, 12:02

53. boxi – Februar 24, 2011, 19:59

sorry boxi,

ich lese ja nun schon einige Zeit ihre Kommentare hier, und ich muss jetzt einmal Klartext reden, sie scheinen doch manche Realitäts-und Gerechtigkeitsdefizite zu haben, es kann an ihrer Jugend liegen, aber auch, daß sie einfach nicht einsehen können oder wollen, daß die Welt nicht aus „wünsch mir was“ besteht.

@zahal mit filmen und dessen verbot ist es ja so eine sache. ich finde ein fsk18 in ordnung, wichtiger scheint mir die behandlung von derartig antisemitischen inhalten.

Zum Inhalt dieses Filmes hat Yael1 schon richtig bemerkt, daß man genauso gut den Film „Jud Süß“ wieder in deutschen Kinos bringen kann, sie scheinen ja völlig ab zu sein, haben sie mal die Reaktionen der Zuschauer (meist jugendliche Türken und Araber) gesehen, die gröhlen und klatschen, wenn im Film Juden getötet werden, kennen Sie Propaganda, die Menschen zum Hass erziehen? Ich denke nicht.

bei der genannten uno-resolution gibt es nicht nur eine meinung. und ehrlich gesagt finde ich diese resolutionen eine der wenigen, die zumindest ein wenig hand und fuß hat. dem kritiktext fehlen mir übrigens die argumente für den siedlungsbau.

Das Argument zum Siedlungsbau ist auch hier schon öfters erläutert worden, er ist NICHT illegal, sondern wurde illegal politisch gemacht. So einfach ist das.

Bei einem geheimen Treffen Anfang der 1970-er Jahre in Genf legte das IKRK fest, dass Israel die Vierte Genfer Konvention verletze. Auf Grundlage der Haager Konventionen wurde die GK IV nach dem Zweiten Weltkrieg entworfen, um unschuldige Zivilisten zu schützen und brutale Besatzungen beschneiden. Einseitig kehrte das IKRK das in eine Waffe zur Delegitimierung und Dämonisierung Israels.

So weit bekannt, baute das IKRK auf keinerlei rechtlichen Präzedenzfällen auf; sie erfand „das Recht“.

http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/2dann090723.html

Einfach mal lesen.

Es existiert kein Völkerrecht, das Israel die Siedlungen verbietet. Sie mögen die Siedlungen politisch für unsinnig, als Hindernis für den Frieden und sonstiges betrachten. Aber „illegal“ sind sie nicht. Zwar erklärt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, dass die Amerikaner mit ihrem Veto gar gegen das Völkerrecht verstoßen hätten, weil es Israel verboten sei, einen „Bevölkerungstransfer“ in die besetzten Gebieten durchzuführen. Die 4. Genfer Konvention von 1949 bezieht sich jedoch auf den zwangsweisen Bevölkerungstransfer von Deutschen in den Osten durch die Nazis. Es wurde jedoch kein einziger Siedler vom Staat Israel jemals gezwungen, in die „besetzten Gebiete“ umzusiedeln. Deshalb kann diese Genfer Konvention auf Israel und die besetzten Gebiete in keiner Weise angewandt werden.

Nochmals, Israel sind Gebiete durch einen gewonnenen Krieg zugefallen, einem Angriffskrieg wohlgemerkt, es scheint das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, daß der Verlierer bestimmt, was mit den Gebieten geschieht und was nicht, warum soll Samria und Judäa judenrein werden, wenn in Israel selbst fast 20 % Araber gleichberechtigt leben dürfen, wo bleibt da ihr Gerechtigkeitssinn, wenn verlangt wird, keine jüdischen Siedlungen, wobei der größte Teil eh Vororte von Jerusalem, die eh Israel zugeschlagen würden, sind, was soll der Aufstand? Ich sage es Ihnen, es gehört zur Deligitimationskampagne der Araber, aber das verstehen Sie nicht, ich bin ok, du bist ok, gilt nicht für alle. LEIDER.

84. Zahal - Februar 25, 2011, 12:13

75. Paul – Februar 24, 2011, 23:22
Zu 47 Zahal,
wenn Sie der Zahal vom Tagesspiegel sind, dann sind Sie ‘schuld’ daran, dass ich hier bei Lila bin. Sie hatten Sie mal im TSP verlinkt. Glaube ich jedenfalls.
Es grüßt teerpaul.

Ja, der bin ich, und ich freue mich, daß ich „Schuld“ bin 🙂

Hatte übrigens auf den Film hier, aber an anderer Stelle hingewiesen. In der BZ ist heute ein sehr guten Artikel zu diesem Problem.

Ja, den Artikel habe ich auch gelesen, der Autor bat sogar um Mailzuschriften.

http://www.bz-berlin.de/archiv/in-berlins-kinos-laeuft-ein-judenfeindlicher-film-und-niemanden-scheint-es-zu-stoeren-article1125545.html

Sollte sich ein/e boxi mal durchlesen, nicht alle sind lau……

85. Zahal - Februar 25, 2011, 12:35

80. willow – Februar 25, 2011, 10:36
Kennen sie die Zusammensetzung der UN-Schutztruppe im Libanon? Schauen sie einfach mal nach, wer so alles bereit ist, die Hisbollah aktiv zu unterstützen (bis hin zu Hilfe beim Waffentransport oder beim Bunker- und Staellungsbau) – also wirklich, manchmal klingen sie wie diese Käsefrau, die wollte ja auch das Talibanproblem lösen, indem sie einen Gesprächskreis rings ums Lagerfeuer anregte…

Das haben wir doch erst im Sommer gesehen, wie effizient die UN-Schutztruppe beim Vorfall des „Bäumefällens“ gearbeitet hat oder, die meisten der Truppe sind indonesische oder philipinische Moslems, die sich sogar GEGEN Israel gewandt hatten, es sind sogar Terroristen mit der UNIFIL Uniform ausgestattet worden.

http://aro1.com/the-norwegian-job/

86. boxi - Februar 25, 2011, 13:35

@zahal.. mir ist schon klar, dass meine ansichten nicht immer richtig sind…

zu dem film… entschuldigung, aber wir haben in deutschland immer noch eine meinungs- und pressefreiheit, und diese deckt bis zu einem gewissen grad auch propagande. man kann in jedem land hitlers mein kampf lesen&kaufen, die ansichten von stalin&co,… das ist auch alles propaganda, trotzdem ist es in deutschland erlaubt (ja ich weiß, in D ist mein kampf nur als kommentierte variante zu kaufen,aber auch das wird vermutlich fallen). ich propaganda nicht, genauso wie ich keine nazis mag, aber es gibt sie.
in ihrem verlinktem bz-artikel steht übrigens auch nichts neues. im zweifel stehe ich halt bei der freiheit anstatt beim verbot.

ich habe nicht gesagt, dass ich diese resolution uneingeschränkt unterstütze. bitte legen sie mir nicht die worte der befürworter in den mund. aber sie haben recht, dass ich zumindest kein freund des siedlungsbau bin (und da gibt es ja auch in israel seiten, die das nicht für heisen).

nur war der damalige feind jordanien, der das gebiet längst abgetreten hat. so gesehen bestimmt der verlierer gar nicht über das gebiet.

„Ich sage es Ihnen, es gehört zur Deligitimationskampagne der Araber, aber das verstehen Sie nicht“
bestimmt gehört es dazu.

nur weil die uno-truppe nicht immer alles richtig macht, finde ich doch wichtig, dass es sie gibt. und wenn etwas falsch läuft, kann man ja auch versuchen das beim nächsten mandat zu verbessern.

aber im grunde ist es wohl eh egal, was ich schreibe. so unterschiedlich sind unsere ansichten. ich finde halt es einfach nur falsch, so zu tun als könnte man nicht irgendetwas auch anders machen oder verbessern. sowas geht übrigens auch ohne alles was getan wird als falsch zu deklarieren.

87. Silke - Februar 25, 2011, 16:43

boxi

weder meine Mutter noch ich waren nach dem ausdauernden Angriff der Alliierten tot und dennoch hat es mit der re-education meiner Mutter und vielen ihrer Altersgenossen immerhin so gut geklappt, daß ich immer noch Mühe habe, das Konzept unter dem sie mal willig oder nicht funktioniert haben, zu kapieren.

Warum bin ich so unfreundlich zu Dir? Erstens, weil es meine Reaktion auf Dich nun mal ist, vermutlich aber auch weil mir Sozialarbeitergelabere schon oft gründlich auf die Nerven gegangen ist und weil ich im Gegensatz zu Lila einen ordentlichen Krach durchaus goutiere. Und weil all die vielen Mediationsberufenen, professionelle und angelernte, die versucht haben, Bürokrisen zu lösen, es in der Regel nur noch schlimmer machten und normalerweise zu Lasten des Opfers ihre „Erfolge“ erzielten.

Ich glaube es war in einem hübschen Roman über China (Schneider himmlischer Hosen) in dem ich was gelernt habe, das ich mir gemerkt habe. China ist nie richtig erobert worden, weil es sich Angreifern gegenüber wie ein großes weiches Kissen verhalten hat. Die üble Seite in Bürofehden tut genau das typischerweise auch und das erfreut der Sozialarbeiterherz, endlich jemand, der ihre Ansichten sich begierig zu eigen macht. Den Rest der Erklärung spare ich mir (oops China ist natürlich nicht die üble Seite gewesen)

hans – 71

ich nehm’s als Kompliment und bedanke mich artig, weil ich ziemlich stolz darauf bin, daß ich mich durch Massen von frühkindlichen und späteren Schrecken durchgefieselt habe, weil ich irgendwann fand, ich müsse einen wirklichkeitsbasierten Blick aufs Militär haben.

(Mein Vater ist verwundungsbedingt nach dem Krieg 8 Jahre vor sich hingestorben – da war ich dann 11 – und das kombiniert mit den Nürnberger Bombennächten, da war ich schon in Gefahr pazifistische Reflexe der schlimmsten Art zu kriegen.

Aufgefallen, daß ich da nen Haken habe, ist mir das übrigens, als die Amis damals Ghadafi’s Palast gebombt haben und eine Adoptivtochter dabei gestorben sein soll. Da bekam ich Uraltängste bis zum Schüttelfrost und habe mir gesagt, so nicht, das ist keine gegenwartsbezogene Reaktion also muß das für mich beste Mittel gegen alte Ängste ran und das sind aktuelle Tatsachen)

88. Silke - Februar 25, 2011, 16:53

In den 70ern war Eric Berne en vogue und der berichtet in einem seiner Bücher, daß ein Student ihn einmal gefragt habe, warum er so arrogant sei. Geantwortet habe er: Damit es Ihnen mehr Spaß macht, mich anzugreifen.

Um in Eric Berne’s durchaus nicht unnützlicher Variation von Freud zu bleiben, boxi bringt mein Eltern-Ich in Rage und das könnte nur dann gut gehen mit uns beiden, wenn er sich nicht der Illusion hingeben würde, daß es sein Erwachsenen-Ich ist, das hier argumentiert.

Übrigens hat sich das Schema, egal wie krude es ist, in meiner Zeit als Personalverwalterin als durchaus hilfreiche Krücke/Abschirmung erwiesen, nicht zuletzt wenn Baustellenpersonal in der ihnen eigenen Sprache ihre Wut auf den Arbeitgeber bei mir abluden und total und überhaupt nicht differenzierten. Da es mir gelang, mich nicht persönlich gemeint zu fühlen, hat mir das Bier mit ihnen, wenn sie dann mal in die Zentrale kamen, immer hervorragend geschmeckt und sie haben goutiert, eine Bürozicke zu kennen, die nicht nachtrug.

89. Lila - Februar 25, 2011, 16:59

Oh, da würde Dir Dan Shiftan aber sehr gefallen. Der Mann ist so arrogant und hat solchen Spaß daran zu provozieren, daß es mir viel zu weit geht.

Ich habe mal dabeigesessen, als ein deutscher Journalist, ein total netter Mensch, Shiftan interviewt hat. Der Deutsche kam mit den üblichen Ansichten über den Nahostkonflikt („man müßte doch… beide Seiten… wir als Deutsche…“, aber von der gutwilligen, nicht böswilligen Seite), und er war geradezu erschüttert von Shiftan.

Allerdings war er nicht überzeugt. Schon eine halbe Stunde, in der Cafeteria, hatte er sich vom Schock erholt und blockierte alles, was Shiftan gesagt hatte. Weil Shiftan ihn mit seiner Arroganz sehr gekränkt hatte. Der Journalist war nämlich ein gestandener Mann und hat es nicht goutiert, abgebürstet zu werden.

Ich bilde mir immer ein, Freundlichkeit gewinnt.

http://en.wikipedia.org/wiki/Daniel_Schueftan

„Even by Israeli standards, I’m arrogant, but I have such good reason to be that any kind of modesty on my part would simply be false modesty.“

90. Silke - Februar 25, 2011, 17:31

Lila – 89

also wenn der Journalist wirklich ein gestandener Mann war, dann hätte er doch Dan Shiftan, wer immer das ist, gewachsen sein müssen?

Ich habe übrigens seit längerem den Glauben daran verloren, daß es die „Man müßte“ außer als ehrlich gemeinte Frage eines lernen Wollenden, wirklich gutwillig meinen. So sie es täten, dann müßte ihnen klar sein, daß das Kundtun jenes „(Besser)Wissens“ in einem Land in Eurer Lage nicht höflich genannt werden kann.

Es kann natürlich auch sein, daß Shiftan schlicht ein Rüpel ist, aber auch so jemandem sollte sich ein gestandener Profi-Journalist gewachsen zeigen.

mit anderen Worten, Deine Story hat mich Bauarbeiter(Ingenieure und höher)-Getestete nicht überzeugt und ich war in jener Zeit eine total autodidaktisch operierende gerade 30-jährige und habe dennoch mit ein oder zwei Ausnahmen jeden handzahm gekriegt.

91. Karl Eduard - Februar 25, 2011, 19:39

@86. boxi

Das mit der Meinungs- und Pressefreiheit ist unrichtig. Beweise? Rausschmiß Eva Hermanns. Rausschmiss Thilo Sarrazins. Kanzlerin nennt ein Buch, das sie nicht mal gelesen hat, nicht hilfreich. Meinungs- und Pressefreiheit? Klar, wenn sich die Meinung mit der der meisten Linken deckt. Das ist aber keine. Meinungs – und Pressefreiheit. Die sieht anders aus.

92. Lila - Februar 25, 2011, 20:20

Karl Eduard, ich weiß, daß Du es nicht gern hörst, aber diese Eva Herman (sie hat ja ihren Namen smarter gemacht – aus Herrmann mach Herman) ist eine Blenderin erster Güte. Ich weiß nicht, aus welcher Sendung sie geworfen wurde, aber mundtot wurde sie nicht gemacht, sie hat so laut gequakt, daß auch ich sie gehört habe.

Ich will Dir ganz offen sagen, daß es eine Frechheit ist, so eine Frau als Beispiel für ein gelungenes Frauenleben hinzustellen. Sie kann in ihren Büchern und Artikeln sülzen wie sie will, mich beeindruckt das kein bißchen.

Sie beklagt „Zersetzungsprozesse der Familie“? Dafür ist ihr Lebenslauf ein perfektes Beispiel.

http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Herman

1983 heiratete sie den Autohändler Werner Herrmann und zog zu ihm nach München. Nach der Scheidung 1988 behielt sie seinen Nachnamen, verkürzte aber die Schreibweise auf „Herman“. 1989 heiratete sie den Fernsehjournalisten Horst-Wolfgang Bremke, der wie sie beim NDR arbeitete. Die Ehe wurde 1992 geschieden.

Von 1991 bis 1994 war Herman mit dem Moderator Uwe Bahn liiert. 1995 heiratete sie den Produzenten und Regisseur Tom Ockers. 1997 wurde ihr gemeinsamer Sohn geboren. 2002 erfolgte die Scheidung. 2005 heiratete sie den Hotelier Michael Bischoff.

Okay? Sie hat eine Karriere bis ziemlich weit oben im deutschen Fernsehhimmel gemacht, ziemlich spät ein Einzelkind gekriegt, es in keiner Beziehung länger ausgehalten als bis die Verliebtheit abgeklungen war. Mal gucken, wie lange die Ehe mit dem Hotelier hält.

Ich kann Dir garantieren, daß ich mehr und bessere Apfelkuchen gebacken habe als sie, auch wenn ich da nie ein Buch drüber geschrieben habe, und mehr von Kindererziehung und Aufrechterhalten einer guten, lebendigen, jahrzehntelangen Ehe weiß als diese Trööte. Und das, ohne Frauen zu beschimpfen, die andere Entscheidungen getroffen haben, egal welche.

Daß ich mir von konservativen Männern anhören muß, daß diese Frau mir was erzählen kann, wie Frauen leben „sollen“, das ärgert mich echt. Daß sie als Vorbild hingestellt wird. Als was bitte? Für gelungene Selbstvermarktung?

Wer paßt auf ihren Sohn auf, wenn sie von Lesung zu Lesung tingelt oder ihre Runde durch die Fernsehstudios macht? Ach, das ist nicht wichtig? Warum ist es dann wichtig, wer auf anderleuts Kinder aufpaßt?

Ich habe schon auf der Höhe dieser verlogenen Diskussion um dieses Leichtgewicht gesagt: gebt mir eine Frau, die dieses von Herman so kitschig beschworene Leben wirklich gelebt hat. Meine Oma z.B., die nie außer Haus gearbeitet hat, die fleißig und tüchtig war und ihre Familie durch schwere Zeiten gebracht hat, die jede Arbeit im Haus tun konnte und wie ihre ganze Generation hinter den Träumen ihrer Kinder stand.

Die von ihrem Mann vergöttert wurde und mit ihm eine wunderbare, liebevolle Ehe führte. Da nehme ich mir gern Ratschläge von an. Meine Oma, das war eine patente Frau. Meine Oma, die konnte alles, wovon diese Herman nicht mal träumen kann.

Aber von einer Eva Herman? Seid Ihr auf den Kopf gefallen?

Sag mir EINS, das ich mir von ihr abgucken kann, außer der schicken Frisur. Sie ist einfach nur hohl. Sie predigt das Eine und lebt das komplette Gegenteil.

Und Leute wie Du fallen drauf rein. Ich faß es nicht. Karl Eduard, Eva Herman ist Inbegriff all dessen, was in Deutschland zwischen Frauen und Männern nicht stimmt, wenn Du mich fragst.

Und ich muß mich dann als Männerhasserin beschimpfen lassen, weil ich dafür eintrete, daß meine Töchter dieselben Chancen haben wie die Söhne. Als ob das Leben Sophie´s Choice wäre und ich entweder die einen oder die anderen glücklich sehen möchte.

Nee, Karl Eduard, da hast Du Dir aber die falsche Kronzeugin ausgesucht für Deine These von der totgeschwiegenen Konservativen. Ich werde selten heftig, verzeih mir, aber wenn ich was nicht leiden kann, dann Heuchelei.

Und sie ist eine Heuchlerin. Sie würde sich zu Tode langweilen, wenn sie leben müßte wie meine Oma, jeden Tag, mit demselben Mann, ohne Beachtung, ohne Buchpräsentation, ohne Leute, die ihr applaudieren, weil sie glauben, daß sie ihr Ideal darstellt.

93. Silke - Februar 25, 2011, 20:47

aber Lila ts ts ts
(Rochus steht Dir übrigens hervorragend zu Tastatur finde ich)

aber zu Eva Herman noch eins:
steht nicht irgendwo, daß mehr Freude im Himmelreich ist über einen bekehrten Sünder als über all die immer schon Rechtschaffenen? Und das ist ja das Piedestal von dem aus sie predigt, bekehrt, aber leider leider zu spät und dieses herbe Schicksal will sie all den anderen ersparen, nun wo sie das Licht gesehen hat.
Ich habe sie damals mal durchgegoogelt, da tauchte auch ne richtungsmäßig protestantisch/fundamentalistisch riechende Einheit auf.

Ansonsten ist das einer der Lehrsätze, die ich nie recht kapiert habe. Genausoviel ja gern, freudig wieder aufnehmen, jederzeit, aber bevorzugen?ist jenseis meines Horizonts.

und Stetigkeit ist doch total out – wo bleibt denn da die Selbstfindung?

Also ich habe wohl ein eher unstetes Leben geführt (alles selbst erarbeitet und finanziert) und am muntersten war ich wohl so in den 70ern, doch da gab es ja Arbeitskräftemangel und außer den Studentinnen kamen auch frisch getrennte Ehefrauen auf’m Selbstverwirklichungstrip in die Büros um so zu tun als ob sie was täten.

Neee, die gingen sogar mir Unsteten über die Hutschnur. Nix gegen ne ehrliche Geschiedene, aber die waren so unreif und tütelütü, daß man den Alten nur beglückwünschen konnte zu ihrem Entschluß und hoffen, daß sie ihm nicht zu viel Kohle im Laufe der Trennung abnahm.

94. Lila - Februar 25, 2011, 20:52

Nota bene: meinetwegen kann Herman Ehemänner durchmachen, wie sie will, das geht mir am Pupik vorbei. Aber sie soll sich nicht hinstellen und mir was predigen, das geht mir absolut gegen die Natur.

Unstet oder puritanisch, polyamorisch oder wie auch immer – nicht mein Ding. Aber runter von der Seifenkiste, wenn man selbst nicht nach den Idealen lebt, die man predigt.

95. willow - Februar 25, 2011, 21:19

Lila, ich stimme dir vollen Herzen in allem zu, was du über dieses Blondchen schreibst… aber.

Sie wurde eben nicht wegen ihrer Dümmlichkeit, ihrer Anmaßung, ihrer mangelhaften Glaubwürdigkeit, ihrer Bigotterie angeprangert – sie wurde ausdrücklich wegen der geistigen Nähe der von ihr (nicht perfekt glaubwürdig…) propagierten Werte zum Nationalsozialismus geschlachtet.

Und ja, wenn selbst ein Ralph Giordano wegen seiner Kritik am fundamentalistischen Islam als alterssenil, Nazi oder gleich als altersseniler Nazi diffamiert wird, dann ist mit der Freiheit von Nicht-Mainstream-Meinungen tatsächlich etwas im Argen…

96. Silke - Februar 25, 2011, 21:32

willow sehe ich nich so

jedeR, die/der die Kunst des Krawallmachens via „Achtung ich breche ein Tabu“ beherrscht, bekommt so viel Medienaufmerksamkeit, daß von einer Gefährdung der Meinungsfreiheit keine Rede sein kann. Meinungsfreiheit bedeutet ja nicht das Recht unwidersprochen (auch heftigst, polemisch von der Seite, frontal, von unten, von oben) zu bleiben, sondern nur das Recht, keine rechtlichen Konsequenzen dafür fürchten zu müssen.

Schließlich wenn einer’n theaterstück oder so fürs Fernsehen schreibt und keiner will es sehen, sieht ja auch niemand die Meinungsfreiheit gefährdet

Arbeitsverträgen ist es gestattet, die Meinungsäußerungsfreiheit auf alle möglichen Weisen einzuschränken. Würde ich fiese Dinge über meinen Ex-Arbeitgeber sagen, dann könnte ich durchaus fürchten im Zuge der Gegenmaßnahmen meine Betriebsrente einzubüßen. Das ist Teil des Vertrages. Wie das bei Herman mit ihren diversen TV-Verträgen aussah, habe ich nicht verfolgt, aber ich denke, die werden das schon wasserdicht gehabt haben.

und was Sarrazin anlangt, der hat Monate bevor von seinem Buch überhaupt die Rede war, sich im dradio lauthals darüber beeumelt, wie es ihm gemeinsam mit Köhler gelungen ist, bei der Wende die Bundesbank auszutricksen und vorzuführen und wie doof die alle waren im Gegensatz zu ihm dem schlauen Theolein.

Wenn so was in deren Verträgen nicht als Rauswurfsgrund gilt, dann sollten die ihre juristische Abteilung mal auspeitschen. In dem Interview sah nicht nur die Bundesbank übel aus sondern unser ganzer Regierungsapparat.

97. willow - Februar 25, 2011, 21:51

War wohl ein Beißreflex… aber ich habe doch gar nicht „Sarrazin“ gesagt 😉 sondern „Giordano“

98. Silke - Februar 25, 2011, 22:33

willow

ich plappere nur über die, denen ich wenigstens a bisserl hinterhergegoogelt habe und mein neuer Klagegrund über Sarrazin ist erst vor ganz kurzem aus den Rückständen meines Podcastsammelsuriums aufgrund Umsetzung des kühnen Beschlusses auch mal von alt nach neu zu lauschn aufgetaucht. Ich hatte nich mal danach gesucht, ganz ehrlich.

Was Giordano anlangt, da höre ich nicht hin, das tut mir, seit er mal kurzfristig dieser Steinbach verfallen war, zu weh.

99. boxi - Februar 25, 2011, 22:53

danke silke, ich kann ihre meinung zum herrn sarrazin nur teilen. und danke an lila, auch wenn soviel leidenschaft an der kritik dieser person es nicht wert ist. ich kann euch beiden nur zustimmen…

100. colchico - Februar 26, 2011, 0:01

Das ist nett von Ihnen, boxi, dass Sie die UNO-Truppen wichtig finden und gewillt sind, ihnen ein nächstes Mandat zu übertragen, bei dem sie dann ihre Fehler verbessern können.

Wie möchten Sie’s eigentlich mit denen halten, die die Fehler der UNO-Truppen ausbaden mussten und daher nie wieder etwas verbessern können, weil sie’s nicht überlebten?

101. Silke - Februar 26, 2011, 13:44

für willow

in einem anderen Zusammenhang doch dennoch ein, wie ich finde, sehr gelungener Text zu all denen, die immer jammern, welchen Gefährdungen sie sich durch freie Meinungsäußerung aussetzen.

http://richardmillett.wordpress.com/2011/02/23/lord-andrew-phillips-of-sudbury-many-jews-may-be-deeply-prejudiced/#comment-6475

——
Das ist jetzt schon der zweite Kommentar von diesem David Guy, der mir’s antut, die Website zu der er verlinkt, muß ich mir irgendwann mal näher ansehen. Sie wirkt a bisserl vernachlässigt. So von außen betrachtet, würde ich sagen, zu viel Energie wird durch die Pflege von zu vielen Webseiten entzogen. Andererseits gefallen mir Aggregator-Sites wie die von diesem David Guy erst recht nicht.

102. Stoff für’s Hirn! « abseits vom mainstream – heplev - Februar 27, 2011, 10:24

[…] hat mal wieder ein Beispiel, wie die Qualitätsjournaille alles, was Israel zu seiner Verteidigung gegen Terroristen […]


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