In der Nacht April 21, 2013, 5:45
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Bei uns im Norden: gesegneter Regen. Im Süden: eine Qassam-Rakete, die in der Nähe eines Orts einschlug.
In der ganzen letzten Woche also drei Raketen-Zwischenfälle, zweimal aus dem Gazastreifen, einmal aus dem Sinai. Anderswo würde das nicht als Einhaltung des Waffenstillstands gelten, von israelischen Bürgern erwartet man eher, daß sie ein Auge zukneifen, wenn dreimal die Woche Raketen in ihrer Nähe niedergehen. Och, diese Dingerchen.
Ich rechne der US-Regierung ihre Unterstützung für das Iron-Dome-System sehr hoch an. Auch in Sderot wollen die Leute nur ruhig schlafen.
Variatio delectat April 17, 2013, 19:31
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Die Grad-Raketen auf Eilat heute waren wohl die Arbeit einer salafistischen Gruppe. Wie nett, daß sie sich abwechseln. Es wäre ja öde, immer von denselben beschossen zu werden.
Gut, daß niemand zu Schaden gekommen ist.
Im Norden, im Süden April 2, 2013, 20:39
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Aus dem Gazastreifen fliegen Mörser oder Qassams, so genau weiß man es noch nicht. Aus Syrien ebenfalls Mörsergranaten. Es war aber auch zu lange still, nicht wahr? Zehn Tage, oder wann war der letzte Beschuß? Ach nein, weniger. Aber in so kleinen Dosen, gegen die man nicht einschreiten kann, ohne daß die Weltgemeinschaft Gewalt schreit, dieselbe Weltgemeinschaft, die Tausenden toter Syrer nur ein bedauerndes Kopfschütteln nachschickt. Die langsame, schrittweise Erhöhung dieser Dosis der Gewalt gegen israelische Zivilisten haben wir schon mehrmals gesehen, und es ist praktisch unmöglich, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um sie zu stoppen. Und auch dann ist es nur ein zeitweiliges Stoppen.
Der Tipp, der dann oft kommt, klingt in den Ohren der Beschossenen allerdings leicht irrsinnig: die besetzten Gebiete räumen, damit die Palästinenser zufriedener sind. Aber woher kommen denn die Mörsergranaten im Süden? Aus von Israel geräumten Gebieten. Oh ich wünschte, ich hätte den Optimismus noch, solche Tipps ernstzunehmen.
Die Wahrheit ist: wir können gar nicht viel machen. Wir können darauf setzen, daß die Hamas für Ruhe sorgt – wobei klar ist, daß die Hamas das nur tut, wenn es ihr paßt, und man nicht auf Dauer darauf bauen kann.
Wir waren in dem Film schon zu oft. Eigentlich hat Israel nie in einer anderen Realität gelebt. Mein Schwiegervater erzählte am Wochenende von dem endlosen Beschuß durch die Syrer von den Golanhöhen, wobei ein guter Freund von ihm schwer verletzt wurde. Bis heute lebt er mit der Behinderung. Mein Schwiegervater sagt, wer damals im Tal unterhalb der Golanhöhen lebte, war einfach eine Tontaube. Neunzehn Jahre lang.
Eine Besucherin aus Metulla hat ihre Kindheit unter den Katyushas verbracht.
Ich registriere die Anfänge, hoffe darauf, daß sie sich nicht weiter entwickeln. Wer länger hier mitliest, hat diesen Zyklus auch schon mitgemacht. Klein-klein fängt es an, weit unter der Aufmerksamkeitsschwelle der Weltöffentlichkeit.
Hoffen wir, daß es diesmal Einzelfälle sind, denen nichts nachfolgt, so wie bei dem Bus-Attentat in Tel Aviv im November, unberufen. Aber wie ungern fahre ich weg.
Kurze Nachrichten aus Israel April 2, 2013, 15:36
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In den Gefängnissen randalieren die palästinensischen Häftlinge – sie machen Israel für den Tod eines Gefangenen verantwortlich. Maisara Abu Hamdiyeh war (unter anderem) an der Planung des Attentats auf das Cafe Kafit in Jerusalem beteiligt, das 2004 beinahe zur Ausführung gekommen wäre. Er wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.
Im Februar wurde unheilbarer Speiseröhrenkrebs bei ihm diagnostiziert. Die bürokratische Prozedur seiner vorzeitigen Freilassung aus humanitären Gründen ging nicht schnell genug über die Bühne, und der Mann starb im Krankenhaus in Beer Sheva. Nun haben die palästinensischen Häftlinge einen neuen Märtyrer und wüten.
Palestinian Authority Minister of Prisoner Affairs Issa Qaraqe accused Israel of medical negligence and demanded an international investigation of Abu Hamdiyeh’s death.
Qaraqe described the death as a “heinous and dangerous crime that was deliberately committed as a result of medical negligence.
Aber ja, immer nur her mit dem internationalen Komittee, der Richter Goldstone ist doch nicht etwa schon in Ruhestand getreten?
Bestimmt erinnern sich noch Leser an die Qassam-Raketen, als Obama zu Besuch war? Eine der Raketen wurde nicht gefunden – bis heute früh. Als nach den Pessach-Ferien ein Kindergarten wieder geöffnet werden sollte, fand man die nur teilweise explodierte Rakete dort. Riesiges Glück gehabt. Nicht auszudenken….
Außerdem beschäftigt der arabische Paramedic, der hoffentlich der kleinen Adele Biton das Leben gerettet hat, die Medien weiter. Er wurde gestern bei der Mimouna-Feier im Ort der Bitons als Held gefeiert. Ich hoffe, daß die Kleine sich erholen kann.
Das sind drei Nachrichten, die vielleicht außerhalb von Israel nicht viel Widerhall finden, uns aber wichtig sind.
Irrsinn März 21, 2013, 8:50
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Manche Leute kann ich beim besten Willen nicht verstehen. Nach wie vor habe ich den Eindruck, daß Obama mehr Verständnis und Empathie für die Palästinenser hat als die meisten US-Präsidenten vor ihm, auch wenn das Thema in den Hintergrund geraten ist und er inzwischen aus was weiß ich für Gründen auch mehr Verständnis für Israel hat. Es ist ja durchaus menschenmöglich, beide Seite zu verstehen, und das ist sogar ein ganz guter Ansatz.
Aber warum, warum, warum müssen dann irgendwelche Idioten im Gazastreifen Qassam-Raketen auf Sderot schießen, während Obama in Jerusalem ist? Wie genau soll das den Palästinensern helfen? Reichen die Bilder nicht, auf denen Palästinenser auf Bilder von Obama treten, spucken, mit Autos fahren und mit Hakenkreuzen besprühen? Zum Glück ist niemand verletzt worden. Aber soll das Obama und Netanyahu dazu ermutigen, weitere Räumungen in Betracht zu ziehen? Wenn aus dem geräumten Gazastreifen Raketen auf Zivilisten fliegen?
Obama war als Senator in Sderot, hat Sderot im Wahlkampf erwähnt und er hat die “eiserne Kuppel” überhaupt erst möglich gemacht durch seine Unterstützung. Gestern hat er eine Batterie besucht (wie gestern erwähnt). Und heute zeigen ihm ein paar Verbrecher im Gazastreifen, wie nötig das war. Der reinste Irrsinn.
(Ob die deutschen Medien das aufgreifen werden? Man darf gespannt sein.)
PS: Die in den Kommentaren geäußerte Vermutung, daß es sich um vom Mossad abgerichtete Frettchen handelte, konnte nicht bestätigt werden. Eine Gruppe Mungos hingegen, die an das heiße mediterrane Klima besser angepaßt sind als Frettchen, wurde neulich bei einer Friedens-Demonstration gesichtet.
Israelische Kinderstube November 20, 2012, 21:16
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Danke, Matzav Israel. Sein Sohn hat als Kind “pigua” gespielt, Terrorangriff – hat Strassenszenen mit Lego nachgebaut, alles umgestuerzt unter “pigua, pigua”-Rufen.
Wer nur die koerperlichen Verletzungen zaehlt, der taeuscht sich und andere. Die Kinder im Sueden kennen kein Leben ohne Sirene und panische Angst.
Wie haben wir das so viele Jahre dulden koennen? 2003 fiel die erste Grad-Rakete auf Ashkelon.
Zum Thema Proportionalitaet November 20, 2012, 4:57
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Ich mach’s mir leicht – hier ein paar Lese-Links, die alles sagen, was ich zum leidlichen Thema body count zu sagen habe.
Petra Marquardt ueber Tote und Todesursachen in Gaza:
You won’t see much in the news about this, but according to the IDF – which of course monitors all rocket launches from Gaza – about 10 percent of the rockets that Hamas shoots in the hope that they will kill and maim Israeli civilians crash back into Gaza. Inevitably, some of these rockets will kill and maim Gazans – after all, as we hear so often, Gaza is one of the most densely populated areas in the world.
But by now, almost 100 Hamas rockets have crashed in Gaza. Needless to say, the damage and casualties these rockets are causing are usually blamed on Israel. That was also the case when the body of a young boy was brought to a Gaza hospital just when Egypt’s Prime Minister was visiting there last week. The dramatic images were widely distributed by the media – but ultimately, it turned out that the dead boy whom CNN presented as “a symbol of civilian casualties” was the victim of a crashed Hamas rocket.
The blogger Elder of Ziyon was the first to point out that the available evidence in this case didn’t justify the claim that the boy had been killed by an Israeli airstrike. In the meantime, a few media sites have corrected their related stories. However, this will probably remain an exceptional case, and most of the damage and casualties caused by crashed Hamas rockets in Gaza will likely be blamed on Israel.
Der Aufschrei der Welt angesichts der Bilder, die auch wir dann, aber auch schon jetzt liefern und liefern müssen, weil dies unsere journalistische Verpflichtung ist, ist garantiert. Und verständlich.
Nur, was ich nicht verstehe: Warum ist der Aufschrei der Welt soviel leiser, wenn er denn existiert, wenn Tag für Tag für Tag Raketen auf Zivilisten in Israel abgefeuert werden und das nicht erst seit gestern, warum ist der Aufschrei nicht groß, daß Organisationen wie Hamas, Islamischer Jihad, Hizbollah im Libanon usw. zivile Wohngegenden wählen, um von dort aus ihre Raketen auf den Feind abzufeuern und damit “Kollateralschaden” zu provozieren, denn sie w o l l e n ja, daß es zivile Opfer gibt, damit diese Bilder um die Welt gehen und die Welt dann aufschreit.
NONE OF the international media considered the huge disparity between the number civilian casualties in Libya and Kosovo compared to zero NATO casualties worth mentioning. The question of proportionality simply did not arise.By contrast, in the current Israel-Gaza conflict, reporters have been quick to accusingly blazon repeatedly that only 3 Israelis have been killed to date, compared to 61 Gazans, and on this account they charge Israel with a disproportionate response.How then does one explain this selective focus on body count, and how should one interpret the dismal lack of understanding that every one of the 12,000 rockets fired into civilian areas of Israel during the past three years was intended to kill and maim as many as possible? Rockets were fired towards schools deliberately at 8 a.m. when the kids were on their way to classes, and only by the grace of the Almighty did they not succeed in these mass murder attempts.Moreover the manner in which the rockets are fired into civilian Israeli areas from the midst of populated civilian areas constitutes a double war crime. This procedure ensures that responsive attacks on the rocket launchers cannot be achieved without tragically incurring collateral civilian casualties.
Leichtsinn November 17, 2012, 17:36
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Es ist straeflicher Leichtsinn, und ich aergere mich, dass im Fernsehen diese Aufnahmen gesendet werden – wenn auch mit der strengen Verwarnung, das nicht nachzumachen, sondern sofort in geschuetzte Raeume zu gehen, wenn der Alarm losgeht. Aber meine Leser sind ja nicht in der Gefahrenzone und werden vermutlich zu ihren Lebzeiten nicht in die Verlegenheit kommen, sich bei Raketenbeschuss richtig zu verhalten, drum erlaube ich mir hier, diese Videos hier einzustellen.
Das war gestern in Ashdod.
Und das hier war ebenfalls in Ashdod, aber vor drei Jahren.
Auch das hier war 2009.
Das hier ist eine Zusammenstellung.
Man hoert, wie die Leute “imma’le” rufen, Muetterchen – ein hebraeischer Ausdruck des Erschreckens.
Es gibt natuerlich auch Aufnahmen des Zustands nach einem Angriff.
Das war 2010.
Und vor einem Monat, als nach Meinung auslaendischer Journalisten von Eskalation noch keine Rede war:
Die junge Frau klagt ueber das Desinteresse der auslaendischen Medien – nun, wie durch ein Wunder hat sich das geaendert, als Israel anfing, sich zu wehren.
Ein Maedchen aus Kibbutz Nir Am, wo unser Freund Moshik herkommt, 2009:
Und das war 2007:
In Sderot wird nicht der uebliche Alarm gegeben, sondern tzeva adom als Durchsage – rote Farbe. Ich weiss nicht, warum – aber dort war seit 2001 so oft tzeva adom, keiner kann es mehr zaehlen.
Und im September, mitten in einer Fernsehreportage.
Und hier – ein Einschlag in einer Fabrik, der einen Arbeiter, Yacov Yacobov, toetete.
Keine Lust mehr? Es gibt noch unzaehlige solcher Filme, wie jeder weiss, der meinen Blog eine Weile verfolgt. Man kann das Interesse schon verlieren. Ich glaube, die Bewohner von Sderot, Beer Sheva und Ashdod, von Kibbutz Reem, Nir Am und Kerem Shalom haben schon lange die Nase voll.
Aber selbstverstaendlich fing die Eskalation erst Mittwoch nachmittag an, als Israel einen der Verantwortlichen fuer diesen Terror liquidierte. Vorher war alles eitel Sonnenschein.
Zwei Raketen ueber Tel Aviv – November 17, 2012, 16:51
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die eine fiel in offenem Gelaende (wer haette gedacht, dass es dort sowas noch gibt? Tel Aviv ist ja bekanntlich dichter besiedelt als der Gazastreifen), die andere fiel der neuen Iron-Dome-Batterie zum Opfer, die damit heute den ersten Beweis ihrer Wichtigkeit gegeben hat.
Fliegende Blaetter November 15, 2012, 20:01
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”Important announcement for the residents of the Gaza Strip: For your own safety, take responsibility for yourselves and avoid being present in the vicinity of Hamas operatives and facilities and those of other terror organizations that pose a risk to your safety. Hamas is once again dragging the region to violence and bloodshed. The IDF is determined to defend the residents of the State of Israel. This announcement is valid until quiet is restored to the region. Israel Defense Forces Command.”
Hier gefunden.
Und wer wissen will, warum es so notwendig ist, Zivilisten zu warnen, der sehe sich diese Karte in hoher Aufloesung an.

Anregung fuer Bibi November 12, 2012, 15:31
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Ich hab ne bessere Idee. Bibi, lad die 50 Botschafter ins Clubhaus von Kibbuz Kerem Shalom, und leg das Treffen gegen Abend, so dass sie in der Gegend uebernachten muessen – in Kibbuzgaestehaeusern und Hotels. Bei Alarm koennen sie, wie die Einwohner, in huebsche, praktische Beton-Schutzroehren krabbeln. Zeit genug haben sie ja dafuer.

Mal sehen, was sie dann morgen frueh sagen.
Wer den Artikel nicht anklickt,… November 11, 2012, 16:16
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… der liest den folgenden Text:
Die Situation entlang der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen eskaliert mittlerweile beinahe alle zwei Wochen. Bei jüngsten Auseinandersetzungen wurden sechs Palästinenser getötet – auch Zivilisten, beklagt die Hamas-Regierung. Doch Israel spricht von Vergeltung.
Kein Sterbenswoertchen von der enormen Menge Raketen, die seit Wochen, Monaten und Jahren auf Israel niedergeht. Der Artikel selbst erwaehnt es nicht konkreter, keine Zahlen werden erwaehnt. Jedoch faellt diese Formulierung ins Auge:
Aber was will die israelische Politik genau tun? Die Nachrichten aus Jerusalem melden, heute Früh seien palästinensische Geschosse in der Umgebung der Städte Ashdod und Ashkelon sowie im immer stark betroffenen Landkreis von Eshkol eingeschlagen.
Ja, was will die Regierung tun? Und “immer stark betroffen” klingt ungefaehr so, als waere es Naturgesetz, dass in Suedisrael staendig Raketen einschlagen, die ein normales Leben unmoeglich machen. In Muenchen gibt es Foehn, in Salzburg Schnuerlregen, in London dicken Nebel, und na ja, in Eshkol eben Geschosse. Die Eskalation im ersten Satz geschieht ja auch ganz von allein. “Es kommte nur so”, wuerde Tjorven sagen.
Ashkelon und Beer Sheva sind unter Beschuss. Das sind fuer Israel recht grosse Staedte. Schule faellt aus, Familien sitzen in Luftschutzraeumen, ein Ende ist nicht abzusehen.
Doch Israel sprach von Vergeltung.
Breaking news November 11, 2012, 8:58
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So sieht es aus. Alle paar Minuten neue Updates. Inzwischen sind die Schulen auch in anderen Staedten geschlossen, College Sapir ist zu, alles sitzt in Luftschutzraeumen, es gibt Verletzte durch Splitter. Ich denke an die Freunde im Sueden, die das seit Jahren ertragen muessen, irgendwie. Die Raketen fallen, die Reaktion rueckt naeher, wie oft waren wir schon in diesem Film? Und ich fange jetzt meinen Arbeitstag an. Kein Wunder, dass ich rapide altere, in Israel zaehlt jedes Jahr doppelt.
Einfach wenig Zeit November 11, 2012, 7:45
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Die Wahlen in den USA habe ich nicht kommentiert, weil ich keine Zeit hatte – und weil ich ehrlich gesagt kein anderes Ergebnis erwartet haette. Ich teile den Pessimismus Obama gegenueber nicht. Ich bin kein Fan, und mir ist die an Verehrung grenzende Bewunderung fuer einen Politiker eher unheimlich, vor allem, weil Obama sich nicht merklich von anderen Politikern unterscheidet. Die Amerikaner waehlen nicht Israels wegen, weswegen sollten sie auch? Und ob die enge und freundschaftliche persoenliche Beziehung zwischen Romney und Netanyahu letztendlich besser gewesen waere fuer Israel? Ich bezweifle es, manchmal arbeitet man mit einer gewissen kritischen Distanz besser zusammen. Ich lasse das auf mich zukommen und erwarte keine dramatische Verschlechterung der Lage.
Viel mehr besorgt mich, was im Sueden passiert. Wir naehern uns mit Riesenschritten einem militaerischen Eingreifen. Egal was die deutschen Medien von Spirale der Gewalt und so weiter daherreden – ohne den staendigen, durch nichts zu rechtfertigenden Beschuss israelischer Zivilisten aus dem Gazastreifen gaebe es gar keine Eskalation. Angriffe aus dem Gazastreifen sind der Grund dafuer, eindeutig. Seit dem Rueckzug Israels aus dem Gazastreifen ist es vollkommen unverstaendlich fuer rationale und normale Menschen, wieso dieser Beschuss ueber Jahre hinweg weitergeht.
Israel hat wieder mal lange gewartet. Angriffe an der Grenze haeufen sich, der Raketenbeschuss, Waffenschmuggel, alles hoffnungslos. Ich sitze vor dem Fernseher und hoere, dass im Sueden die Menschen wieder in Luftschutzraeumen sitzen. Es ist eine Frage der Zeit, wann die Armee dort einmarschiert, und jedem ist klar, warum mir das Herz davon noch schwerer wird als bei frueheren Gelegenheiten. Bleischwer, bleischwer, faellt in unendliche Tiefen, ich kann nicht mehr sagen.
Der Wahlkampf geht weiter, und die Brownsche Molekularbewegung ist behaebig verglichen mit dem hektischen Hin und Her der Politiker und Parteien, die sich zusammenschliessen, anschliessen, ausschliessen, annaehern, entfernen – man kriegt Kopfschmerzen beim Zusehen. Die reinste nach allen Seiten offene Murmelbahn, in der Dutzende von Murmeln gleichzeitig in alle Richtungen herumschiessen und aneinander stossen. Mal gucken, wie es weitergeht.
Y. war am Wochenende zu einem Treffen seiner alten Einheit geladen, 31 Jahre, nachdem er eingezgen wurde. Er ist armee-maessig gesehen Jahrgang Nov 81, also der Jahrgang, der gegen Ende der Grundausbildung in den Libanon geschickt wurde, dort fuenf Jahre blieb und sich davon eigentlich nie richtig geloest hat. Wer dabei war, nimmt das ueberall mit hin – israelische Filme zum Thema zeigen es, ob Beaufort oder Waltz with Bashir. Das Treffen fand beim damaligen mem-peh statt, Nir Barkat, der heute Buergermeister von Jerusalem ist, und auch der magad B0gi Yaalon war dabei.
Und es kamen tatsaechlich Leute, die zu allen vorherigen Treffen nicht gekommen waren – die Geburtstagsfeiern des im Krieg schwer verletzten Kameraden, die Treffen bei den Eltern des gefallenen Freundes. Obwohl Y. seit Jahr und Tag zu allen Treffen geht (was er bis vor zwoelf Jahren eher vermied), gab es immer noch Gesichter, die er seit dem Krieg damals nicht mehr gesehen hatte. Die unermuedliche Offizierin, die seit damals den Kontakt mit allen aufrechterhaelt, hat alles organisiert. Schade, dass ich nicht dabeisein konnte. Mir sind diese Einblicke in Y.s Vergangenheit wichtig. Ich war damals in der Oberstufe, las Eichendorff und Hoelderlin, ueberlegte, wohin ich zum Studium gehen sollte und lebte ein behuetetes Leben.
Und wieder kommt der Bericht durch: Beschuss auf Sderot, im Sueden ist in manchen Staedten die Schule abgesagt, in anderen nicht. Wenn ich dort lebte, wuerde ich meine Quarta wohl zuhause halten, wie schickt man Kinder in die Schule, wenn die Gefahr so gross ist? Ich wuerde ja am Rad drehen vor Sorge.
Ich habe viel Arbeit. Der Semesteranfang ist gemacht, jetzt kommen die Reaktionen auf Noten und Ladungen zum Disziplinarausschuss. Ja, ich habe es endlich getan, nachdem ich jahrelang gedroht und dann doch die copy-paste-Studenten mit einer Verwarnung habe durchschluepfen lassen, elendes weiches Herz! Diesmal waren die Anweisungen von den hoechsten Hoehen der Hochschule eindeutig – kein Ermessensspielraum mehr, jeder Fall muss weitergereicht werden, und ich habe entdeckt, dass die Vorsitzende des Ausschusses eine sehr nette, herzliche und kluge Dame ist, der es genauso schwerfaellt wie mir.
Allein schon, dass es noetig ist, abgekupferte Texte zu suchen, und dass wir immer wieder welche finden, trotz aller Verwarnungen, Erklaerungen und Anweisungen – das ist frustrierend. Ich werde dazu vielleicht mal mehr schreiben, aber es ist eine Ohrfeige. Und dann weinen die Studenten am Telefon und meinen, sie wussten nicht, dass es verboten ist, Wikipedia-Artikel als eigene auszugeben… und das Schlimmste ist: ich werde sofort weich. Ich kann nun mal nicht ertragen, wenn jemand traurig ist. Deswegen ist es gut, dass es nicht mehr allein an mir haengt, was weiter geschieht. Aber es nimmt endlose Stunden in Anspruch. Und die fehlen mir dann anderswo.
So ist das. Herz bleischwer, tagesueber mehr als ausgelastet, nachts unruhig, schwierige Zeiten.
Falls Israel den Iran angreifen sollte… Oktober 24, 2012, 18:34
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…. was ich NICHT erleben moechte, wohlgemerkt…. dann kann keiner sagen, Israel haette den ersten Schuss abgegeben. Wir wissen schon lange, dass sowohl Hisbollah als auch Hamas aktiv vom Iran unterstuetzt werden. Deutliche Beweise dafuer sind bei IsraellyCool zu bewundern. Bilder angucken!
Natuerlich kein Grund, nicht bittere Krokodilstraenen ueber die Seeblockade Gazas zu heulen. Als ob es die gegeben haette, bevor ein ganzer Haufen Raketen auf Israel niedergegangen war.
Wie viel kann ich mir leisten, darauf zu wetten, dass diese Bilder es NICHT in deutsche Zeitungen schaffen werden? Och, da kann ich eigentlich beliebig hoch wetten, ausser der Juedischen Allgemeinen interessiert sich da keine Redaktion fuer…
Hab gerade gar keine Zeit, aber… Oktober 24, 2012, 14:24
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… auch wenn in deutschen Zeitungen nichts davon steht: im Sueden ist seit Tagen die Hoelle los. Ich schick euch einfach mal zu Ynet, Bilder angucken:
Heute frueh zwei schwer, zwei leicht Verletzte
Zehn Raketen auf Ashkelon – Iron Dome faengt viele davon ab
Sieben Moersergranaten auf Eshkol
Seit Tagen geht das so. Diese Eskalation hat wieder einmal mit Beschuss aus dem Gazastreifen angefangen, irgendwann schlaegt Zahal dann zurueck, denn wie lange kann man der von jahrelangem Beschuss zermuerbten Bevoelkerung Abwarten zumuten?
EINE Granate hat den Tuerken gereicht. Alle waren empoert ueber die eine syrische Granate – Hillary Clinton war voellig von der Rolle, Ban Ki Moon ebenfalls. Aber Ashkelon und Eshkol? Sie koennen sich vielleicht damit troesten, dass Obama erzaehlt, wie er damals zu Besuch in Sderot war… was er damals wirklich sehr nett gemacht hat, sein persoenlicher Charme war auffallend. Aber was da heute oder vor einer Woche passiert ist, interessiert die Welt erst, wenn Israel wirklich zurueckschlaegt.
Koennen die nicht einfach aufhoeren im Gazastreifen? Was fuer einen guten Grund ausser Hass gegen Israelis haben sie fuer diese daemliche Ballerei?
Die armen Arbeiter, bestimmt aus Thailand oder den Philippinen – wie schrecklich, zum Opfer eines Konflikts zu werden, mit dem sie selbst nichts zu tun haben.
Der Offizier, der vor ein paar Tagen “mittelschwer” verletzt wurde, hat “nur” den Verlust eines Arms zu beklagen. Das war, als ein Sprengsatz an der Grenze losging. Der Verlust eines Arms gilt hier noch nicht als schwere Verletzung, weil er nicht lebensbedrohlich war. Demnach kann man sich ausmalen, wie es dem armen Mann gehen muss, der heute frueh schwer verletzt wurde…
Hoffentlich hoeren die Idioten mit ihren Raketen von allein auf. Fuer eine weitere Eskalation in Richtung Militaeraktion, Mutters Secundus mittendrin, hab ich keine mentalen Reserven mehr. Na gut, ist vielleicht kein ganz ausreichender Grund, und Benni Ganz wird wohl noch andere Aspekte ausser Lilas Seelenfrieden in Betracht ziehen… aber alle, die ich kenne, haben es satt wie Steineklopfen. Was fuer eine Zeitverschwendung ist dieser Konflikt, was fuer eine Verschwendung von Menschenleben….
Seit Jahr und Tag Oktober 5, 2012, 18:18
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spekulier ich so vor mich hin, was wohl ein anderes Land als Israel täte, wenn es so großzügig und über Jahre hinweg mit Mörsergranaten, Grads und Qassams bedacht würde wie unsereiner. Wie lange hat Israel Beschuß an der Nordgrenze hingenommen, bis es zu einer Reaktion kam? Die Einwohner von Metulla und Kiriat Shmoma können ein Lied davon singen. Und im Süden? Seit wie vielen Jahren werden Sderot und die Kibbuzim an der Grenze zum Gazastreifen beschossen? Zehn Jahre? Neun? Seit Jahren.
Dort gehen Kinder in die Schule, die gar keine andere Realität kennen. In den letzten Jahren ging der Beschuß immer weiter nördlich, Ashdod, Ashqelon. Nur dem Zivilschutz und dem shomer Yisrael ist es zu danken, daß nicht schon viel mehr Menschen gestorben sind - auch so ist die Bilanz bitter.
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Osher Twito, dem eine Qassam-Rakete beide Beine abgerissen hat
Und wie oft habe ich im Blog so überlegt, wie lange die Rheinländer wohl bräuchten, um die Nachbarn jenseits der Grenze zur Räson zu bringen, wenn die auf die Idee kämen, Rübenäcker und Braunkohlelöcher mit “selbstgebastelten Mini-Raketen” zu bedenken. (Preisfrage: wer bastelt eigentlich Grad-Raketen zuhause? im Hobbykeller? gibt es da so Kästen für, “Mein erstes Grad-Bauset”, oder wie stellen die Schreiber solcher Zeilen sich das vor?)
Nun, was die Rheinländer angeht, weiß ich es nicht und werde es wohl hoffentlich in diesem Leben auch nicht mehr erfahren. Jedoch die Türken, ja genau, die Türken, die selbst eine Seeblockade als Maßnahme gegen Raketenschießer unmenschlich fanden, ebendiese Türken haben mir die Antwort gegeben.
Genau eine Mörserrakete. Eine todbringende. Eine versehentlich abgeschossene. Für die es hinterher eine Entschuldigung gab. Aber den Türken hat sie gereicht.

Qassam-Kollektion auf der Polizeiwache von Sderot – ein Bruchteil der im Süden gelandeten Raketen
Raketen August 31, 2012, 7:16
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Gestern abend fiel eine in Chof Ashkelon, die habe ich nicht notiert – und dann noch eine in Shaar Hanegev, und schließlich in Sderot. Sie explodierte über einem Haus. Riesenglück, daß keinem der Hausbewohner was passiert ist. Nur Sachbeschädigung.
Die ganze letzte Woche über sind immer wieder Raketen im Süden gefallen. Habt ihr davon was gehört? Nein. Wenn Raketen auf israelische Bürger fallen, ist das normal.
Und wieder eine kleine, unbedeutende Rakete August 8, 2012, 17:40
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in einem Kibbuz in der Nähe des Gazastreifens. Es war sogar Zeit für die Sirene. Alltag im Süden.
Dutzende Mörserraketen August 5, 2012, 19:39
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auf Kerem Shalom und andere Orte in der Nähe des Gazastreifens. Die Bewohner sitzen in den Luftschutzräumen. Bisher ist niemandem was passiert. Der Beschuß geht noch weiter. Die Armee schießt zurück. Hoffentlich ist es bald vorbei.




