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Süßer Versprecher April 13, 2011, 19:34

Posted by Lila in Ivrit.
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nur für Hebrew speakers 🙂

Amir Peretz meinte gerade, er hätte den „ethnischen Flaschengeist“ in die Flasche zurückgestopft – was natürlich Quatsch ist, denn er hat den armen Flaschengeist schwer arbeiten lassen (sich also immer auf seinen orientalischen Hintergrund berufen). Der „ethnische Flaschengeist“ ist eine müde Metapher, und auf Hebräisch heißt er „ha-shed ha-adati“. Shed ist ein Dämon, ein Geist, und eda ist die ethnische Herkunft.

Und Amir Peretz erklärt heute also den „ha-ed ha-sh…“, fängt sich schnell und sagt wieder „ha-shed ha-adati“. Aber fast hätte er „ha-ed ha-shadati“ gesagt 🙂

Kommentare»

1. Silke - April 13, 2011, 19:45

ach welch ein Jammer, daß sich Freud’sche so schlecht übersetzen lassen.

aber ich habe gerade erfahren, daß es auf Deutsch anscheinend nicht bekannt ist, daß Putz ein jiddisches Wort ist und diese Bedeutung hat:

http://www.thefreedictionary.com/putz

hellhörig bin ich in diesem Artikel geworden http://www.theatlantic.com/magazine/print/2011/05/sister-schmuck-takes-a-stand/8445/

und ich will mit all dem natürlich gar nix andeuten und bitte inständig drum, mich nicht Miss Manners zu verraten ;o)))))))))

2. Lila - April 13, 2011, 19:54

Normalerweise benutzt man Potz nur für einen echten Idioten. Mein Schwiegervater zB kann die Backen voll Empörung aufblasen und rufen: eize potz! Und das ist ein vernichtendes Urteil über Intelligenz und Charakter besagten Potzes.

Jeckepotz nennt man spöttisch die Jeckes. Potz wird, soweit ich weiß, nur selten als anatomische Bezeichnung verwendet. Also mein Schwiegervater würde nie ordinär werden. Er benutzt den Potz mehr als Abkürzung des arroganten, dummen Graf Pototzki, als den er bestimmte dummdreiste Typen bezeichnet.

Als derbes Wort für des Mannes Schmuckstück dagegen ist Shmock durchaus gebräuchlich (shmock – shmuck). Ähnlich wie beim prick steht dabei gern pars pro toto. Eize shmock, ya-allah! ruft man in ganz krassen Fällen.

Mich amüsiert darum immer Adornos Kulturschmock. Der klingt so gleich viel konkreter 🙂

Es gibt noch mehr Redewendungen aus der Gegend, wo der Potz und Shmock herkommen… ich würde nicht sagen, ich kenn sie alle…

3. Hans - April 13, 2011, 20:19

Verrat den nicht Hebräisch Kundigen doch noch, was ha-ed ha-shadati geheißen hätte 🙂

4. Lila - April 13, 2011, 20:34

Ed ist der Zeuge, und shad die Brust. Das Wort shadati gibt es zwar nicht… aber hübsch klingt es doch. „Der brüstige Zeuge“ 🙂 Immer noch besser als der ethnische Flaschengeist.

5. Silke - April 13, 2011, 20:38

Lila – 2

da Jiddisch in den USA derzeit als Quelle für neue Fremdwörter anscheinend schwer gefragt ist, vertraue ich Goldberg’s Autorität mehr als Deiner (iss ja bloß von vor Ort;-)) und bestehe auf der Schreibweise Putz ;o)

über die Angemessenheit der Anwendung auf diese oder jene Person können wir uns dann von Fall zu Fall gern streiten ;o)

6. Lila - April 13, 2011, 20:41

Ha. Dann sprichst Du es aber falsch aus. Wenn der Yinglish-Sprecher putz sagt, klingt es wie potz auf Ivrit.

Diese verborgenen Anglizismen sind was Gräßliches

7. Silke - April 13, 2011, 20:48

dann benutze ich es halt nur schriftlich …
(mit Zähnen und Klauen verteidige ich es und gebe es nimmer und nimmermehr wieder her – und die englische Aussprache iss nich überall gleich. Irgendwo gibt es garantiert ne Gegend, die weiß, wie es richtig auszusprechen ist. ;o)

übrigens den Pototzki gibt es wirklich:

Was Uman und seinen Dendra Park betrifft („Dendra“ bedeutet „Baum“), nennen ihn die Leute oft „ein Paradies“. Es hat selten einen Touristen gegeben, der nicht von der Schönheit dieses Parkes bezaubert war. Vor mehr als 200 Jahren, hat ein sehr reicher Mann, Graf Pototzki, diesen Park für seine Ehefrau Sofia gebaut. Der Park wurde zu Ehren seiner Frau Sofia genannt. Der Graf hat den Park für seine Frau als ein Zeichen seiner Liebe gebaut. Es ist eine sehr populäre romantische Sehenswürdigkeit, die nicht nur ukrainische und russische Touristen anlockt, sondern auch – Besucher aus Europa und der ganzen Welt.

http://www.agency-exclusive.com/deutsch/romantische_reise.php

vielleicht sollten wir einer gewissen Person ähnliches Glück beim Finden eines Anbeters wünschen … wenn sie dann still ist, würde ich’s ihr gönnen.

8. Lila - April 13, 2011, 20:51

Ob mein Schwiegervater den meint, wenn er grimmig sagt, „und dann kommt dieser Shraga daher wie Graf Pototzki und will mir zeigen, wie man eine anständige Qualitätskontrolle macht! HA!“

9. Silke - April 13, 2011, 21:17

weil einer sich als großzügiger Liebhaber profilierte, sagt ja noch nix über seine sonstigen Geisteskräfte und Kompetenzen aus …

im Zweifel würde ich da eher Deinem Schwiegervater vertrauen, denn jener Satz könnte sich angepaßt auf von mir erlittene Unbill durchaus meiner Brust entrungen haben.

„dem Inschenör iss nix zu schwör“ war, begleitet von ner passenden Karikatur, unter uns gepeinigten Ärmelschonerträgern durchaus beliebt.

10. Wolfram - April 13, 2011, 21:22

Das ist so was wie „Graf Koks von der Gasanstalt“, jemand, der nix ist, aber um so mehr Gehabe darum macht – oder?

11. Jhnn - April 14, 2011, 1:01

also unter uns russischen juden sagt man auch poz mit -o- und nicht mit -u-.. das war das lieblingswort meiner oma, so ziemlich jeder jüdische bekannte war laut ihr ein poz

12. Paul - April 14, 2011, 15:24

Hallo Lila, ich weiche mal vom Thema ab, nur um Dir wie versprochen vom Majadra zu berichten. Habe es eben gekocht. Überschlage mich vor Lob, weil es so gut schmeckt. Das Curcuma habe ich bisher nicht wahrgenommen, obwohl es wesentlicher Bestandteil meines Lieblingsgewürzes, des Curry, ist.
Das Zeug macht tatsächlich abhängig. Habe mich zum essen nicht an den Tisch setzen müssen, sondern in der Küche so oft probiert, bis ich satt war. 😀 Sogar schon ohne Zwiebeln, weil die noch in der Pfanne brutzelten.
Es macht süchtig.
Bin allerdings von Deinem Rezept abgewichen, weil ich Fleisch untergemischt habe.
Habe an anderer Stelle gefunden, dass dieses Gericht, so wie Du es beschrieben hast, als Beilage zum Fleisch gegessen wird. Damit sind die Fleischfresser auch gut bedient.
Übrigens, meinem Nachbarn schmeckt es auch. Er sagte mir, dass ich das öfter machen könnte.
Meine Frau ist im Augenblick nicht zu hause. Aber ich denke ihr wird das auch schmecken.
Vielen Dank, von Deinem Paul.

Ach so, Dir und Deiner Familie wünsche ich ein gesegnetes, vor allem friedvolles und ruhiges Pessach.
Mal sehen, ob der Waffenstillstand so lange hält. Da bin ich eher pessimistisch.

13. grenzgaenge - April 16, 2011, 20:28

Hallo Lila,

darf ich etwas Werbung für die Möglichkeit machen im Kibbutz Hebräisch zu lernen ?

http://www.kibbutzulpan.org/default.asp

Auch mein geliebter Kibbutz Yavne ist dabei !

http://www.kdati.org.il/english/welcome.htm

*SEUFZ*

Liebe Grüsse und Gute Woche,
Der Grenzgänger

14. yael1 - April 16, 2011, 22:16

@grenzgaenger

warst du in Yavne? Ich war dort zum Ulpan.

15. Silke - April 17, 2011, 10:29

apropos Hebräisch Lernen – aus einem Nebensatz habe ich erfahren, daß Goethe Hebräisch gelernt hat und es in Wikipedia bestätigt gefunden.

– Ich habe das noch nie nie nich und nimmer vorher mitgekriegt – ich habe aber mindestens schon 1000x erzählt bekommen, was für ein riesengroßer Islamfreund er war von wegen dem West-Östlichen Divan. Honi soit … oder?

Kann es sein, daß die Araberlastigkeit allüberall was damit zu tun hat, daß sie einfach die schickeren Klamotten zu bieten haben????

16. Silke - April 17, 2011, 11:37

OT

http://idfspokesperson.com/2011/04/17/two-of-the-fogel-family-murderers-arrested/
Two of the Fogel Family Murderers Arrested

„meine“ Sylvia berichtet bei EoZ, daß es im Radio heißt, es seien 2 Brüder und daß einer verkündet hat, hätte er die anderen beiden Kinder, die zu Hause waren, gefunden, er hätte sie ebenfalls ermordet.


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