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Lesetipps Juli 23, 2014, 12:24

Posted by Lila in Bloggen, Presseschau.
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Ihr habt ja bestimmt sonst nichts zu tun…. aber ich möchte ein paar Texte, die ich gestern abend gelesen habe, weiterempfehlen. Wenn Ihr weiteren Lesestoff findet, könnt Ihr ihn in den Kommentaren hinzufügen. Ich schalte frei, wenn ich dazu komme – also bitte keine ungeduldigen Mails, falls es mal was dauert.

Interessant – ein Artikel in der Süddeutschen fragt, wo wohl die Waffen alle herkommen, die im Nahen Osten von Terroristen genutzt werden.

Ich hingegen frage mich schon länger, wo die ganzen zornigen jungen Männer herkommen (nicht nur im Nahen Osten), und wovon sie leben, wenn sie Steine oder Raketen werfen, schießen oder Allahu akbar schreien. Bisher habe ich nichts dazu gefunden.

Elder of Zion hat immer sehr gute Links – auch heute, ich hab sie noch nicht alle gelesen, aber guckt sie euch einfach mal an. Sehr viel Material, gut ausgewählte Ausschnitte. Auch seine Überlegungen zu den Opferzahlen sind lesenswert.

Über die Berichterstattung:

Melody Sucharewicz:

Israel entwickelt Raketen um seine Bevölkerung zu schützen – die Hamas hält nicht viel von Heimatschutz, schon gar nicht auf Kosten des Jihads. Sie zwingt ihre Bevölkerung daher, die Raketen zu schützen.

Ergo, in Israel wurde bisher ein Zivilist getötet – im Gazastreifen hunderte. Und das verleitet den einen oder anderen Schöngeist zu brilliant-unlogischen Schlußfolgerungen; zum Beispiel, dass Israel der Agressator in diesem Konflikt sei.

Nach dieser Logik sollte Israel besser die Raketen auf seine Städte niederprasseln lassen und möglichst viele seiner Zivilisten opfern, um den langersehnten Frieden zu erleben.

Über israelische humanitäre Hilfe für Gaza-Bewohner – ein Thema, das in deutschen Zeitungen nicht vorkommt:

The Tower und der Tagesspiegel.

Über die Kosten des Tunnel-Wahnsinns: The Tower stellt ein paar Links und Fakten zusammen.

While the Gaza Strip remains mired in poverty — the 2011 per capita income was $1,165 — Hamas is thought to have sunk more than $1 million into the excavation and maintenance of every tunnel.

Da macht das Steuerzahlen doch richtig Spaß, nicht wahr?

Und jetzt zu Deutschland.

Über die Demos, bei denen offen zutage tritt, was ich schon lange geahnt habe:

Alexander Kissler:

Warum sind die westlichen Gesellschaften so wenig abwehrbereit gegenüber dem alten Gift des Antisemitismus? Erstens reicht die besonders in Deutschland so stolz zelebrierte „Aufarbeitung“ doch nicht bis in jene Regionen von Hirn und Herz, wo die Keime des Bösen sprießen. Der schlimme Verdacht gegen die Juden als heimliche Herren der Welt, denen letztlich alles zuzutrauen sei, hält sich wacker. Zweitens gibt es keine Konzepte wider die in einer Migrationsgesellschaft eben ansteigenden antijüdischen Stereotype des Islam. Und drittens war man wohl auch auf dem linken Auge blind. Nicht erst die perverse Eskalation bei einer Demonstration der „Linken Jugend“ (NRW) in Essen, wo Antisemiten die Hamas feierten und „Adolf Hitler“ skandierten und im Medium angeblicher Friedensliebe Schmähkritik gegen Israel vorgetragen und schließlich ein Häuflein Gegendemonstranten durch die Straßen gejagt wurde, zeigt: Der Antisemitismus von links ist genauso unappetitlich und geistlos wie der Antisemitismus von rechts.

Gideon Böss über (Magen, schweig stille) Konstantin Wecker:

Konstantin Wecker ist ein Feinschmecker-Antifaschist. Er bekämpft nur den Faschismus und Antisemitismus, den man mit Hitlergruß, Drittem Reich und blond und blauäugig verbindet, mit dem Judenhass von Deutschen, deren Vorfahren aus der Türkei oder dem Westjordanland stammen, gibt er sich nicht ab. Das ist einfach nicht der Menschenhass, den er bekämpfen will. Er hat die falsche Hautfarbe und die falsche Religion.

Jasper von Altenbockum in der FAZ:

Auch in Deutschland flogen jetzt Steine auf Synagogen und antisemitische Parolen hinterher, die sich nicht mit der üblichen nahöstlichen Kriegslüsternheit entschuldigen lassen. Es ist offener Rassismus, und jeder Deutsche, der „integriert“ ist, weiß das und versteht, warum der israelische Botschafter sich an das Jahr 1938 erinnert fühlt. Dennoch ist es eine „Kultur“, über die gerne hinweggesehen wird, wenn wieder einmal leichtfertig vom Zauber einer multikulturellen Gesellschaft geschwärmt wird. Der Antisemitismus ist aber nur eine Seite der Barbarei, die anderen firmieren unter religiösem Fanatismus aller Art. Das gilt nicht nur für den Islam; es ist allerdings nicht zu übersehen, dass seine arabischen Spielarten besonders davon infiltriert sind.

Die Frankfurter Rundschau berichtet:

Ein Polizeisprecher sagte, in den Auflagen für pro-palästinensische Kundgebungen werde künftig verboten, zu Gewalt gegenüber Juden oder Israel aufzurufen.

Untersagt werden demnach auch Parolen wie das in den vergangenen Tagen skandierte „Jude, Jude, feiges Schwein“, „Tod Israel“ oder „Tod den Israelis“. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte die Parolen geprüft, dann aber entschieden, dass diese nicht den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllten.

Wie beruhigend!

In der FR auch: der israelische Botschafter.

Seit März 2012 bin ich Botschafter des Staates Israel in Deutschland. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich in diesem Land Zeuge solcher hasserfüllter, volksverhetzender und antisemitischer Erscheinungen in aller Öffentlichkeit werden würde, hätte ich es wohl nicht für möglich gehalten.

Siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind in den Straßen Berlins und in vielen anderen Städten in ganz Deutschland tatsächlich wieder Aufrufe zur Vernichtung des jüdischen Volkes zu hören. Und die Demonstranten flüstern nicht. Laut und deutlich und unüberhörbar verkünden sie ihre Parolen. Sie stehen auch nicht irgendwo abseits. Sie versammeln sich direkt vor der Gedächtniskirche in Berlin oder in der Innenstadt von Gelsenkirchen. Dort rufen und schreien sie – unter den Augen hilfloser oder teilnahmsloser Passanten.

Ja selbst die ZEIT, die sonst ja gern ihr unreflektiert Israel-feindliches Süppchen stocht oder simmert, zeigt sich gar peinlich berührt, führt Beispiele für aus dem Ruder gelaufene „Israel-Kritik“ an und zitiert Experten:

„Es gibt so viel Gewalt in der Welt. Der blutige Krieg in Syrien, die Schreckensherrschaft von Isis, der Konflikt in der Ukraine. Auch hier sterben sehr viele unschuldige Zivilisten. Doch was treibt die Menschen auf die Straße: wenn Israel seine Bevölkerung gegen massenhafte Raketenangriffe der Hamas verteidigt. Ich will das Leid der Menschen in Gaza nicht relativieren. Ich bin auch für einen Waffenstillstand. Ich glaube aber, die Empörung hat damit zu tun, dass das Thema tiefer geht. Das sind oft auch tief verankerte Ressentiments gegen Juden, die da mitspielen. Und das finde ich erschreckend“, sagt Kindler. Antisemitismus-Forscher Benz stimmt ihm zu: Menschen, die antisemitische Ressentiments hegen, nähmen gern die Politik der israelischen Regierung zum Anlass, „um einmal seinem Herzen, seinen feindschaftlichen Gefühlen gegen den Juden so richtig Luft zu machen“, sagt Benz.

Wobei Benz schon mal dazu neigt, Antisemitismus kleinzureden. Nicht gerade ein Alarmist.

Und zum Schluß zurück zu Israel: die Gefallenen-Liste.

Und noch drei Links, wo man sich schnell Informationen holen kann, die in deutschen Medien nicht vorkommen, weil sie nicht ins Narrativ passen: Ynet Breaking News für Kurznachrichten, Times of Israel für längere Artikel, und wer Hebräisch versteht, der kann bei Mako die Channel-2-Nachrichten sehen und Artikel lesen. Google Translate hilft beim Übersetzen.

Kommentare»

1. Myriade - Juli 23, 2014, 12:45

Fast alle sind so jung …..

2. Andre - Juli 23, 2014, 14:17
3. Carl - Juli 23, 2014, 14:42

Hallo Lila,

ich verfolge seit einigen Tagen verschiedene Kommentarstränge bei der Zeit.
Die ergaben mir ein gutes Bild der Situation wieder.
Ja, es gibt auch Bürger die ernst und besorgt reagieren.
Der überwiegende Teil schrieb jedoch relativierend, dass Israel sich das entweder selbst zuzuschreiben habe oder man bei diesem Thema einfach nicht von Antisemitismus sprechen könne. Und sofort wurde Strang über Strang herunter geschrieben warum das Verhalten nicht antisemitisch sein kann.
Gegenargumente wurden dann auch mit kräftigerer werdenden Ausdruck abgefedert.

Mein Résumé fällt daher leider auch eher negativ aus – trotz der guten Artikel auf verschiedenen Medien.
Ich denke, dass letztlich „Volkes Stimme“ die Wahrheit spricht.
Mit Wahrheit meine ich bezogen auf unverblümt, unverhüllt, nicht mehr sich versteckend.
Auf der anderen Seite ist mir das schon auch Recht.
So weiß ich woran ich bin und kann, meine Lebensumstände betreffend, agieren anstatt reagieren zu müssen.

Dazu fiel mir ein, dass wir in Deutschland doch gar keinem akuten Terrorismus, wie Israel, ausgesetzt sind und den Blick ja sprichwörtlich nur in die Ferne schweifen lassen können.
Fakten helfen bei einer Einschätzung und eine Portion gesunder Menschenverstand würde sicherlich erreichen, dass der Blick nicht allzu sehr einseitig getrübt wird – die Erfahrungen sehen anders aus.

Was passiert, wenn hier auch der Terrorismus beginnt?
Das ist ja leider nicht mehr so leicht von der Hand zu weisen nachdem in Syrien sich doch eine erhebliche Anzahl junger deutscher Muslime an den dortigen Kämpfen beteiligt hat.
Was geschieht also, wenn diese jungen Männer, zurück gekehrt und z.B. von der ISIS massiv beeinflusst, auf die Teile der deutschen Bevölkerung treffen, die sich kürzlich in antisemitischen Parolen erging, um ihrer Israelkritik den, ihrer Meinung nach, nötigen starken Ausdruck zu geben.
Ich denke, dass wir in Deutschland dies dringend in Bezug auf die Immigration thematisieren sollten.
Allein, die Angst als islamophob zu gelten ist meiner Meinung nach größer, als die Nagst vor dem jetzt dargestellten Antisemitismus und wird einen konstruktiven Umgang eher weiterhin vermeiden und unterdrücken bis es dann vielleicht böse knallt.

Wir leben hier doch noch recht glücklich und zufrieden.
Mit vollem Bauch kritisiert es sich eben am besten.

Netanjahu hat es gestern richtig ausgedrückt: heute wir, morgen ihr: https://www.youtube.com/watch?v=xCk9vO5l4GM

Allerdings keine neue Erkenntnis aber vielleicht wird es von den westl Staaten, die aktuellen politischen Konstellationen und Verschiebungen im nahen Osten betreffend, endlich zur Kenntnis genommen, dass eine Bedrohung auch für Europa längst sehr präsent ist.

Shalom vejom tov

Genießt dennoch euren Urlaub bei der Familie und vielen Dank für die schöne Artikelsammlung

4. rudolf1611 - Juli 23, 2014, 16:51

Zum Thema „Berichterstattung über Israel in deutschen Medien“,
Email an ARD:

Sehr geehrte Programmdirektion!

Ich beziehe mich auf die Sendung „Tagesschau um 14.00 Uhr am 23. Juli 2014“.

In der Einführung zur Sendung sagt die Moderatorin Kirsten Gerhard Folgendes:

„Auch am 16. Tag nach dem jüngsten Ausbruch der Gewalt gehen die Kämpfe weiter. Die zuständige UN-Kommissarin Navi Pillay sagte, sie sehe „Hinweise auf mögliche Kriegsverbrechen der israelischen Armee“.“

Im weiteren Verlauf der Sendung taucht diese Aussage nicht mehr auf.

Wenn Sie die entsprechende Nachricht z.B. bei Focus Online lesen, dann finden Sie, dass Pillay in einer Sondersitzung des UN-Menschenrechtsrates zugleich das wahllose Abfeuern von Raketen und Mörsergranaten auf israelische Siedlungen durch die radikal-islamische Hamas verurteilte. Der israelische Vertreter bei diesem UN-Rat, Eviatar Manor, wies die Vorwürfe Pillays zurück. Das Recht Israels auf Selbstverteidigung sei im Völkerrecht verankert. Die Hamas begehe dagegen Kriegsverbrechen.

Dies bringt die ARD in ihrer Nachricht allerdings nicht.

Während beim Kriegsgegner Hamas nicht nur „Anzeichen“ für Kriegsverbrechen vorliegen, sondern diese eindeutig erwiesen sind, stellt Frau Pillay „Anzeichen“ von Kriegsverbrechen bei Israel in den Vordergrund und deutsche Medien greifen diese einseitige Position auf und tragen sie unter die deutsche Bevölkerung.

Auch Focus titelt auf Online „UN sieht Anzeichen auf israelische Kriegsverbrechen“, ergänzt dies allerdings im Text durch weitere Informationen.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie deutsche Medien den Hass gegen Israel schüren, den Antisemitismus in Deutschland befördern und sich zum willigen Helfer der Propaganda der Terrororganisation Hamas machen.

Ich lege hiermit schärfsten Protest ein gegen die wiederholt einseitige, israelfeindliche Berichterstattung im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen ARD.

Mit freundlichen Grüßen und der Hoffnung,
dass sich die ARD in Zukunft um eine neutrale und faktengetreue Darstellung des Konfliktes
zwischen Israel und der Hamas bemüht.

Rudolf Steger

5. Carl - Juli 23, 2014, 16:52

Hier noch ein interessanter Artikel von Brendan O’Neill auf novo argumente: http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001649

Zum englischen Original „There’s something very ugly in this rage against Israel“ gelangt man am Ende des Artikels per Link.
Wer es gern in der ursprünglichen Fassung lesen möchte.

6. Carl - Juli 23, 2014, 17:28

Vera Lengsfeld auf der Achse des Guten (23.07.2014 14:59 )

…Spätestens seit dem vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder ausgerufenen „Aufstand der Anständigen“ im Jahr 2000, nach einem Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge, von dem man vermutete, dass er von deutschen Rechtsextremisten verübt worden war, hätte man alarmiert sein müssen.
Als heraus kam , das dieser Anschlag von Islamisten, darunter einem Palästinenser verübt worden war, hätte man das anlässlich des Anschlags aufgelegte Programm zur Unterstützung von Initiativen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus modifizieren müssen….

URL: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_neue_antisemitismus_von_den_medien_hofiert_und_von_der_politik_finanzie

7. sabine - Juli 23, 2014, 18:42

ich hatte trotz schmerzlichen vermissens und wider besseren glaubens gehofft, Du würdest vielleicht eine blogfreie woche schaffen, von nachrichten red ich gar nicht. tiefe wolken sind auch nicht da…

obwohl nur mittelmittelbar betroffen, hat sich seit letzter woche in mir etwas verändert. genauer: seit dem ersten berliner hassvideo, dass ich mir knapp bis zur hälfte gegeben hab, danach war schluss und nur noch zittern. der mensch ist nicht besonders subtil angelegt, so allgemein. was heißt: erst wenn man es wirklich hört, schlägt der blitz tief.

vielleicht liege ich falsch. aber das seit ziemlich genau heute morgen im radio (dlf e.a.) vorkommende empören über das, was u.a. genau von dort aktiviert wurde (latent zu virulent), hält meine wut konstant am kochen. dieselben moderatoren, die noch vor ein paar tagen gefühlt alle israelischen interviewpartner mit bestenfalls voreingenommen fragen traktiert hatten, sorry, säuseln jetzt betroffenheit. bei manchen, hat man ein einigermaßen musikalisches gehör, klingt es verlogen nach – ich finde keine tonart, die man derart missbrauchen sollte.

vergessen die quelle, vielleicht ynet, die über die wachsende präsenz und das rufen nach isis in gaza geschrieben hat. keine christen mehr in mossul, zwei frauen gesteinigt in syrien innerhalb von tagen. und erst heute ein mehr als flaues statement des präsidenten zu gaza, „unseres“ … geht grad nicht, ziemlich bitter.

vielleicht ist es falsch, aber für mich war es immer wichtig zu denken, setz dich dem geschehen aus. und dann tritt zurück und betrachte den zusammenhang. ich lese momentan viele blogs und bin sehr oft erschüttert über das „which side are you on“ in absoluto. ich bemerke es auch bei mir. geweint habe ich angesichts der jungen gesichter der israelischen gefallenen. ich hätte es ebenso tun sollen über die palästinensischen kinder, die viel zu klein sind, um ein individuell geformtes bewusstsein haben zu können. ich fand es so abscheulich, dass ich grad keine kraft mehr hatte. wie soll man über jedes dieser sowohl als jener sensiblen gesichter angemessen trauern?

es ist schockierend, auch wenn man/ich nichts anderes erwartet hat, dass der fingerzeig auf die demonstrierenden migranten gerichtet ist. doch, es ist natürlich augenscheinlich, dass sehr viele von ihnen demonstrieren und wir nicht wahr haben wollen, was wir uns da eingehandelt haben. was uns eingehandelt wurde. jedoch: was macht die linke dabei? wieso diese verwaschenen statements der polizei? die ich hier selbst erlebt habe, gar nicht verwaschen? ist da wirklich kein antisemitismus in der bevölkerung? nicht? ha…

wieso schweigen so viele politiker ob des momentanen wahlkampfs?
schwiegen sie auch sonst? wo sind die kirchen? ja, wo sind sie? nach seinem olivenpflanzen, wo ist der papst? darf man da nichts erwarten? oder dieses gedehnte: die juden sind doch….

verdammt. was ich am meisten verabscheue, hier, grad, ist: das sich pötzlich eine kluft auftut. plötzlich sind die die anderen. wieso, um himmels willen? meine tochter, die an der potsdamer uni ringvorlesungen des abraham-geiger-kollegs belegte, sieht sich plötzlich, ja wie, vorsichtig infrage gestellt. erstmal. beide seiten dann d’accordo, aber der riss, dass man anders sei, bleibt. hoffentlich nicht.

edinburgh festival. künstler haben eine petition versandt, in der gefordert wurde, dass wegen der israelischen …(einzutragen, was wer will) man fordert, dass der auftritt des Incubator Theatre Jerusalem gecancelt wird. weil es ein agent israels sei. wegen gaza.
die leitung des festivals hat momentan widerstanden. die kommentare von schotten waren alles andere als positiv. ich finde nur verstörend, dass auch hier tolerantes abwägen nichts mehr zählt, keine erklärung, sondern nur das „which side are you on“….

das ist gar kein kommentar, das ist eine klage… mein sohn ist zwanzig jahre alt. ich sehe ihn in jedem dieser gesichter. er ist neugierig, auf alles, was er nicht kennt, sowieso. er hat grad einen raren stundienplatz an der udk in berlin bekommen. und weiß trotzdem, dass es ganz schnell kippen könnte. und…

was um himmels willen.
mein herz blutet für die mütter in israel.

8. Marcel - Juli 23, 2014, 19:42

Apropos Wolfgang Benz. Wer ihn in der „guten, alten“ Variante erleben will, der soll sich mal diesen Beitrag der TAZ durchlesen.
http://www.taz.de/Forscher-ueber-Antisemitismus/!142921/

Kleireden, beschwichtigen … oder soll man sagen sich selbst und anderen in die Tasche lügen?!

9. sabine - Juli 23, 2014, 20:25

grad den fehler begangen, mir das benz-interview anzusehen, dass die mutter mit dem toten kind auch dem philosemiten… es ist ein propagandakrieg und man bete für alle, die sich in ihm verfangen. „eine mitzvah pro tag…“ das wär doch was.

10. Verena - Juli 24, 2014, 3:36

http://derstandard.at/2000003464766/BischofshofenTestspiel-Haifa-Lille-wegen-Anti-Israel-Protest-abgebrochen

Tatsächlich bereits viele Stunden früher zuerst bei Ynetnews, dann auch TOI bekannt gegeben. Ich tippe allerdings eher auf Migranten türkischer Abstammung.

11. Verena - Juli 24, 2014, 6:11
12. Verena - Juli 24, 2014, 10:28
13. beer7 - Juli 24, 2014, 13:30

Ach Lila, ich haette Dir ruhigere Ferien gewuenscht!

14. Lila - Juli 24, 2014, 13:53

Ich wäre lieber zuhause, ganz ehrlich gesagt, so schön es hier ist. Es fühlt sich einfach nur falsch an, im grünen, wunderschönen Garten zu sitzen und leichten Abendregen zu fühlen, während Ihr im Luftschutzraum sitzt. Das ist nicht erholsam, das ist erhöhter Streß. Hätte ich gewußt, wie es kommt, hätte ich diesen Urlaub verschoben.

15. beer7 - Juli 24, 2014, 15:49

Lila,
diese Dissonanz gibt es hier genauso. Ich sitze im ruhigen Buero, in den letzten Verhandlungen vor einem Auftrag. Eine Geschaeftsfreundin bricht am Telefon in haltloses Weinen aus: Ihr Sohn ist im Gazastreifen und sie wird vor Angst um ihn verrueckt.


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