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Kleine Pause März 18, 2014, 17:40

Posted by Lila in Bloggen, Persönliches.
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Ja, ja, ich bin ruhig, zumindest blogge ich weniger, aber ich habe einfach einen gigantischen Teller voll Arbeit vor mir, den ich langsam zerlegen und aufessen muß. Das kommt bei mir immer in Wellen, mal hab ich Zeit zum Häkeln und Fröhlichsein und widme Unkraut und Teekraut täglich eine Stunde – und mal sitze ich nachts bis drei, vier Uhr, lege mich nur kurz aufs Ohr (Wecken ist hier um halb sechs), und am Wochenende sind Y. und ich beide so kaputt, daß wir nichts mehr tun außer Ruhen.

Wir waren im Kibbuz zur Purim-Party, Y.s Verkleidung als wahnsinniges Rind war ein Riesen-Erfolg, und es hat Spaß gemacht, einfach mal wieder ein paar Stunden durchzutanzen. Viele Leute haben sich gefreut, uns zu sehen.

Jetzt bin ich aber wieder voll im Brassel. Vorhin dachte ich, ich leiste mir eine Pause, und habe eine Schüssel voll Mandarinen gepflückt. Die wachsen einem auf Primus´ kleiner Terrasse ja ins Gesicht. Ruckzuck war die Schüssel voll. Und oh wie lecker sind diese Mandarinen, es muß eine ganz besondere Sorte sein. Jetzt putze ich sie weg, eine kleine Pause, und danach widme ich mich wieder der Vorbereitung auf einen Vortrag. Dänische Maler des 19. Jahrhunderts – es sind Perlen dabei, die mir Herzklopfen machen vor Glück, und ich liebe meine Arbeit.

Daalsgard, Exner, Vermehren, Hammershøi – und dann ein paar Mandarinen. Ich hab´s schon ganz gut. Auch wenn ich zum Bloggen im Moment weniger komme.

Weiß jemand übrigens, wie man (ohne Gelierzucker, den es hier nicht gibt) aus den Mandarinen Gelee oder Marmelade machen kann? Ein 1:1-Rezept (genauso viel Zucker wie Frucht) ist mir zu süß. Bestimmt weiß jemand einen guten Tip.

 

Kommentare»

1. Barbara - März 18, 2014, 17:46

das Gelieren würde vielleicht mit Agar Agar gehen, liebe Lila. Bekommt man bei uns in Naturkost- oder Bioläden

2. Marlin - März 18, 2014, 18:13

Wat? Wieso gibbet keinen Gelierzucker da? Dann soll Secundus oder so gleich mal nen Import aufziehen. 😀 Oder jemand anders. 😉

3. wollecarlos - März 18, 2014, 18:21

Zucker (ab 50% Beimischung) ergibt ja auch eine gewisse Bakteriocidie (-statik?), während Agar Agar geradezu DAS in Labors benutzte Anzuchtmittel für Bakterien- und Hefekulturen ist!

Wenn also mit Agar (oder auch Gelantine) gearbeitet wird, muss man die Mamalada gut kühl stellen und täglich auf Schimmelbesatz prüfen.

4. Lila - März 18, 2014, 18:38

Schimmel 😯

Ich werde mal ein bißchen rumexperimentieren.

Was einen schwunghaften Importhandel angeht: noch vor dem Gelierzucker stünde bei mir der Blitzableiter. Sowas gibt es hier nicht – zumindest kenne ich niemanden, der einen Blitzableiter hätte, und alle Leute, die ich gefragt habe, kennen nicht mal das Konzept. Darum fehlt ihnen auch kein Blitzableiter. Aber ich denke bei jedem Gewitter: na hoffen wir mal… obwohl ich ja eigentlich gern Gewitter mag.

Sind Blitzableiter überhaupt sinnvoll? Oder sind die nur zur Beruhigung? Ich lebe ohne, und manchmal hätt ich doch gern einen.

5. Neuköllner Botschaft - März 18, 2014, 19:05

Wenn man aus Quitten (gehören übrigens zu den Rosengewächsen) einen Extrakt herstellt / abkocht, dann hat der eine gelierende Wirkung für solche Zwecke, da die Quitte sehr viel Pektin enthält.

Wikipedia: „Die Quitte ist außerdem indirekt Namensgeber für die Marmelade (von portugiesisch marmelo für Quitte, aus dem griechischen melimelon „Honigapfel“).

6. Lila - März 18, 2014, 19:10

Pektin – richtig. Vielleicht hat der nette Apotheker in Nahariya ja Pektin…? oder weiß, woher man es kriegen kann?

Ich habe jahrelang sehr gute Marmelade aus Kumquats gemacht, nach der 1:1-Methode, die bleibt mir ja auch als letzte Zuflucht – aber so viel Zucker tötet den Geschmack vielleicht. Und unsere Mandarinen sind wirklich köstlich, klein, voller Kerne und wunderbar lecker. Aus der Schüssel mit Mandarinen ist inzwischen eine Schüssel mit Überresten geworden 🙂

7. Alon - März 18, 2014, 19:18

Mir ist die 1:1 Mischung auch immer zu süß. Deswegen gebe ich immer paar Tomaten in die Mischung mit ein…

8. Piet - März 18, 2014, 19:26

Moin Lila,

ich selbst benutze zwar Gelierzucker, erinnere mich aber, dass meine Oma früher Apfelschalen in die Marmelade tat und vor dem Einfüllen in die Gläser wieder herausfischte: Das enthaltene Pektin wirkt nämlich gelierend.

Ansonsten mag dir vielleicht folgendes Rezept weiterhelfen:

Orangenmarmelade ohne Gelierzucker (very british)

8 unbehandelte Zitrusfrüchte (auch Zitronen, Pampelmusen, Grapefruit, Mandarinen, etc. sind geeignet) mit dem Sparschäler schälen, danach auspressen.

Saft, Kerne und Innenhäute nicht wegwerfen, sie werden benötigt: Die Schalen zunächst in ganz feine Streifen schneiden, den Saft mit Wasser zu einem Liter auffüllen, die Streifen dazugeben. Die Kerne und die Innenhäute in ein Mulltuch wickeln und ebenfalls zum Saft geben, alles (wichtig!) 24 Stunden ziehen lassen.

Am nächsten Tag den Mullbeutel gut auspressen, um soviel Pektin wie möglich aus den Innenhäuten zu erhalten. 1 Kilo normalen Zucker dazugeben. Alles zum Kochen bringen und bei mittlerer bis starker Hitze solange einkochen, bis die Marmelade geliert (Probe: Einen Tropfen auf einen kalten Teller tropfen lassen). Alles in ausgekochte Gläser füllen und fest verschliessen.

Lieben Gruß, und kannst ja mal berichten. 😉

9. gleichblossandersch - März 18, 2014, 23:12

Die Langversion von dem, was Piet geschrieben hat, gibt’s auf dem Blog Esskultur unter dem Stichwort Pomeranzenmarmelade.
Wenn du zweifelst, ob Mandarinen genug pektin haben, zitronen hinzufügen?

10. Melanie - März 18, 2014, 23:53

Hallo Lila,

als wir letztes Jahr bei unserem Israel-Besuch als Gastgeschenk u. A. ein Glas selbstgemachte Erdbeermarmelade überreichten, wurde das goutiert als hätten wir sie nicht mehr alle: War ja wohl wie Eulen nach Athen tragen 🙂 Wo ich doch selber weiß, daß Obst in Israel viel sonnen-süßer gerät als in unseren Breitengraden überhaupt nur zu kaufen. Aber: Die selbstgemachten Marmeladen in Israel waren immer so flüssig – und wir wollten eigentlich nebst anderen (gekauften) Geschenken auch etwas Selbstgemachtes mitbringen 🙂

Also die Tipps wie man selber am besten Pektin gewinnen kann, sind vielleicht die hilfreichsten ….

Oder: Ein Päckchen schicken lassen von hier mit Gelierzucker :-). Oder beim nächsten Deutschlandbesuch 10 Kilo zum Einkochen davon auf Vorrat mitnehmen 🙂 Ich selber nehme auch immer nur 3:1 Gelierzucker (3 Teile Frucht, 1 Teil Zucker), weil mir 1:1 zu viel Zucker (statt Frucht) ist.

Oder wír machen einen Deal: Ich schicke Gelierzucker 3:1, und bekomme dafür original sonnengereifte, süße, saftige Früchte, die man hier in Deutschland sonst nicht bekommt (aus bekannten Gründen: Pflücken vor Reife für 6 Wochen Schiffstransport, EU-Normen für Mindest-Größe und Form, ….), und würd‘ mich sehr freun! 🙂

Viel Erholung und Mandarinen für die nächste größere Pause,

Melanie

11. beer7 - März 19, 2014, 10:28

Ich habe Pektin immer in Gewuerzlaeden bekommen – Tavlinei Maimon z.B.

12. jürgen - März 19, 2014, 14:39

Habe zwei Ideen:
1. über amazon das „Original“ kaufen :
http://www.amazon.de/Dr-Oetker-Gelfix-Klassik-Pack/dp/B009QUD6GU/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1395232411&sr=8-3&keywords=pektin, den Zucker kriegst du ja überall.
2. oder nach der Zwetschgenmusmethode : https://www.essen-und-trinken.de/rezept/246767/powidl-zwetschgenmus.html (da würde ich gar keinen Zucker nehmen)

Die zweite Methode hat den Charme, dass sie komplett ohne Zucker auskommt. Mit Feigen habe ich es schon mal probiert, das geht prima, wenn man so viele überreife F. hat und nicht weiß wohin damit (in Spanien bei „Schwiegerelters“….)

13. mom - März 19, 2014, 18:03

Oh, Hammershoi, wie schön. Die Ausstellung dänischer Maler in München, das war die erste Ausstellung meines Lebens, in der uns einer der „Aufpasser“ durch die Räume gefolgt ist, leise über die Unzulänglichkeit der Ausstellung raunend: Die Bilder würden keinen interessieren, die Ausstellung sei ständig halbleer, das werde ein enormes Verlustgeschäft, aber wer will schon eine ganze Ausstellung voller leerer Wohnungen sehen, da war die Ausstellung des Folkwang Museums in Essen ganz was anderes gewesen…
…es war sehr surreal. Die Bilder trotzdem mit ganz eigenem Zauber. Ich hoffe, Deine Studenten wissen sie zu schätzen! 🙂

14. Lila - März 19, 2014, 18:23

Waas? Ich würde viel drum geben, Hammershøi im Original zu sehen. Ich bin vollkommen verzaubert von seinen Bildern. Für mich ist er der würdige Erbe Elingas, den ich auch liebe. Interieurs haben überhaupt einen Zauber. Nicht so spektakulär wie Landschaften, nicht so intim wie Stilleben, aber ich kriege Gänsehaut beim Angucken.

Ein landschaftliches Äquivalent zu Hammershøis Staub im Licht sind vielleicht Constables Wolken – die Beschränkung auf das Flüchtige, das andere gar nicht richtig sehen, was sonst nur Hintergrund und Beigabe ist.

Wer mal gucken will – ein paar Hammershøi-Links.

und der Niederländer aus dem 17. Jahrhundert, Elinga, der in vieler Hinsicht ein weniger melancholischer Ahnherr Hammershøis ist:

Auf diesen Bildern ist es ganz, ganz still. Oh, ich liebe Stille. Und die Würde der stummen Dinge.


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