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Von Eichhörnchen Januar 8, 2009, 1:40

Posted by Lila in Land und Leute.
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Ich tu jetzt mal was, was ich noch nie getan habe: ich erzähle einen Witz, den alle kennen und über den noch nie jemand gelacht hat. Sogar Klein-Fritzchen kommt darin vor. Na los.

Klein-Fritzchen hat Biologieunterricht bei einer Nonne, und die fragt die Klasse: „nun ihr Kinder, was ist das für ein Tierlein? Es lebt im Wald, hat ein rotbraunes Fell, blanke Äuglein, springt flink von Ast zu Ast und hat einen Puschelschwanz?“ Und Klein-Fritzchen sagt: „Normalerweise würde ich ja sagen, das ist ein Eichhörnchen, aber wie ich den Laden hier kenne, ist es bestimmt wieder das liebe Jesulein“.

Haben sich meine Zuhörer wieder aufgsammelt nach dem herzlichen Lachen? Wieso fällt mir das ein, während ich auf das Kühlwerden von ca. 20 Kilo Brandteig warte?

Der Menschenrechtsbeauftragte des Vatikan, Kurienkardinal Renato Martino, hat mit einem heiklen Vergleich Israel gegen sich aufgebracht. Die Lage im Gaza-Streifen ähnele zusehends einem großen KZ, sagte Martino in einem am Mittwoch von der Online-Zeitung „Il Sussidiario“ veröffentlichten Interview.

„Schauen wir uns die Bedingungen im Gaza-Streifen an: Das ähnelt immer mehr einem großen Konzentrationslager“, sagte Martino wörtlich.

(Nein, diesmal gilt mein blindwütiger Zorn nicht dem SPon, der das veröffentlicht!)

Woran erinnert mich das?

Richtig, Bischof Mixa!Bischof Hanke!

Katholische Bischöfe haben offenbar während ihrer Israel-Pilgerreise die Lebensbedingungen der Palästinenser scharf kritisiert. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hatte gesagt, es sei schwer zu ertragen, wenn man am Morgen in der Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem die Bilder aus dem Warschauer Getto sehe und am Nachmittag durch Stacheldraht und Mauer in ein „Getto wie Ramallah“ fahre. „Da geht einem doch der Deckel hoch.“ Der Augsburger Bischof Walter Mixa habe angesichts der Lage der Palästinenser von einer „ghettoartigen Situation“ gesprochen. Dies sei „fast schon Rassismus“, zitierte die Zeitung den Bischof.

Und das erinnert mich doch wieder an was. Wer es war es noch? Richtig, der Pfarrer Breitenbach!


Roland Breitenbach rät in seinem neuesten Buch „Jesus wäre heute ein Palästinenser“ zu Abschieden von religiösen Überlieferungen, die weder in das Evangelium noch in die Zeit passen. „Traditionen, die nicht mehr tragbar sind, wie beispielsweise die Erbsünde“, sagt er. Diese Provokation verpackt der Autor in einen Reisebericht nach Israel und Palästina. „Der Pilgerweg zeigt“ so Pfarrer Breitenbach, „dass jeder Weg ein Abschiednehmen aus vertrauten Positionen bedeutet.“ Für keine Religion dürfe es „Heilige Länder“ geben, unantastbare Reservate, die letztlich an falschen Gottesvorstellungen hängen und damit die Menschenwürde unterdrücken, zu Gewissensnöten werden, gar zu Gewalttaten und Terror verführen.

Ja, so wie die Juden, die an falschen Gottesvorstellungen hängen, die Menschenwürde unterdrücken und gar zu Gewalt und Terror greifen! Deswegen wäre Jesus heute ein Palästinenser. Ich würde Breitenbach gerne fragen, ob er sich Jesus mit Zwille, Bombengürtel oder Kalashnikov vorstellt. Ach nein, friedlicher Widerstand, die andere Wange hinhalten, DAS ist es doch, was man als erstes mit den Palästinensern verbindet.

Also, zurück zum Eichhörnchen. Also, normalerweise würde ich ja sagen, was ich da sehe, ist ein Eichhörnchen, aber so wie ich den Laden hier kenne, wird es wohl wieder ein Nazi-Wiedergänger mit israelischem Paß sein, um nicht zu sagen: ein Jude als Nazi!

Das ist schon der Hammer, finde ich, diese Leichtfertigkeit, mit der geweihte Männer Gottes, Nachfolger meines Nachbarn aus Nazareth, eines gläubigen Juden, den Holocaust in den Mund nehmen und zu populistischen Zwecken verdrehen und instrumentalisieren. Meinetwegen, ihr katholischen Würdenträger, kritisiert Israel, wie es sich für Freunde gehört – ich kritisiere euch ja auch, aus reiner Freundschaft. Prangert an, was ihr partout anprangern müßt – wenn ich es auch nett fände, wenn bei der Gelegenheit auch mal angeprangert würde, wie es Christen in islamischen Ländern ergeht. Das ist euch vielleicht bisher entgangen?

Aber hört auf, die Leichen der unbegrabenen Toten des Holocaust aus den nicht vorhandenen Gräbern zu zerren, hört auf, ihr Andenken zu beleidigen. Aus Auschwitz wurde nicht scharf auf pflügende Bauern geschossen, in Maidanek gab es keine Sprengfallen, und kein Jude in Polen, Deutschland, Norwegen, Griechenland, Estland, hat dort oder sonstwo je einen Schulbus in die Luft gesprengt oder einen Kindergarten zu Geiseln genommen oder eine schwangere Mutter mit ihren kleinen Mädchen aus nächster Nähe erschossen. Nein, im Warschauer Ghetto lagerten keine Raketen und Sprengsätze unter der Erde, und die Rabbiner hielten keine Haßpredigten und verfluchten niemanden zu Tod und Vernichtung. Das war ganz anders. Vielleicht lest mal ein Buch darüber?

Nein nein nein. Was die Palästinenser leiden, haben sie selbst mit Terror und Verblendung über sich gebracht. Israelis sind keine Rassisten. Ein arabisches Volk wie die Drusen, das sich zum pragmatischen Bund mit den Juden entschloß, lebt in Wohlstand und Blüte in Israel, als Waffenbrüder, und noch gestern sagte der kleine Bruder eines drusischen Gefallenen: „ich bin stolz auf unseren Staat, für den wir auch Opfer bringen müssen – aber ich hoffe, mein Bruder war der letzte“. Die Drusen haben die Juden nicht bedroht und sie nicht zur Gegenwehr gezwungen.  Die Drusen leben mit den Juden, wie die Juden mit den Drusen leben. Die rassistische Theorie, daß die Juden aus Rassismus die Palästinenser in Lager pferchen, ist eine perfide Lüge.

Aber um das zu erkennen, muß man imstande sein, ein Eichhörnchen als Eichhörnchen zu erkennen. Und mir scheint, die Herren Bischöfe und Priester sehen vor lauter Nazis die Juden nicht.

PS: Ich erkläre hiermit feierlich: einige meiner besten Freunde sind Katholiken! Ich habe nichts gegen sie. Im Gegenteil, ich bewundere vieles an der katholischen Kirche. Weswegen mich solche serienweisen Entgleisungen noch um halb zwei nachts auf die Palme bringen. Leider.



Kommentare»

1. Hendrik - Januar 8, 2009, 2:13

Ach, das wär doch schön, wenn Jesus heute als Palästinenser wiederkäme: Die könnten seine Botschaft von Nächsten- und Feindesliebe, von Umkehr und Vergebung doch gut gebrauchen. Allerdings bezweifle ich, dass er es auch nur bis zur ersten Bergpredigt überleben würde.

Um aber das Gleichnis des Witzes noch zu tangieren: Was mich neben der Anmaßung, den Holocaust zu instrumentalisieren, zusätzlich ärgert, ist gerade die Weigerung, mehr zu verstehen als das was sie gerade sehen. Wie sie sich und ihr Herz von Bildern blenden lassen, ohne nach der Wahrheit dahinter zu fragen. Wo doch jene Kirchenmänner geübt sein sollten, nicht nur das zu glauben, was sie sehen.

2. Urs Müller - Januar 8, 2009, 3:08

Israelis sind keine Rassisten… Genau so, wie Katholiken keine Juden hassen… also, die meisten, immerhin.
Aber Rom hat ja auch gerade herausgefunden, dass Kondome nicht zur Verhütung taugen und dass die schlechtere Fruchtbarkeit der Europäischen Männer an dem massenhaften Verbrauch von Antibaby-Pillen (-> Einbringung von Hormonen in die Umwelt) der Frauen liegt.
Ob Tanach, Bibel oder Quoran… was auch immer die Propheten geschrieben haben, mag ja gut sein. Aber das was an zusätzlichen Bestimmungen durch die nachfolgenden „Vertreter“ dazu gekommen ist und immer noch dazu kommt, mag einem manchmal schon den Appetit verderben.

3. califax - Januar 8, 2009, 4:02

Hab Deinen Artikel gerade per Mail an meinen Vater geschickt.
Vielleicht erreichen Deine Texte, woran ich gescheitert bin.

4. kelef - Januar 8, 2009, 4:31

es macht einen betroffen und empört, was kirchenvertreter – und auch viele andere – so herausblöken ohne nachzudenken.

aber was erwarten wir? die katholische kirche hat doch schon seit wievielen jahrhunderten genau immer den juden an allem die schuld gegeben? warum also sollte so ein traditionsbewusster verein mit einer liebgewonnen gewohnheit brechen?

hat ja irgendwie system. als die katholische kirche den gläubigen die geldgeschäfte verbot, mussten die juden das übernehmen. die kirche und die edelleute haben dann bei den juden schulden gemacht, und als sie diese nicht mehr zurückbezahlen konnten waren alle juden wucherer und wurden, wenn sie glück hatten, nur aus der stadt gejagt. hatte man sich eine menge erspart.

vermutlich heisst jetzt dann irgendwann der logische schluss der katholischen kirche, die juden seien auch an der zunehmenden moslemisierung europas schuld, weil, viele pharmakonzerne gehören juden, dort werden antibabypillen erzeugt, die frauen nehmen die, die reste gelangen in die umwelt, die männer nehmen die aus der umwelt auf, werden zeugungsunfähig, die muslimischen frauen nehmen aber keine pille, daher werden die moslems immer mehr, und deswegen sind wieder einmal die juden schuld, sicherheitshalber.

verzeihen sie mir den sarkastischen ton, aber wenn ich sowas lese weiss ich immer ganz genau warum ich (unter anderem) aus der katholischen kirche ausgetreten bin.

5. Georg - Januar 8, 2009, 8:05

Lila, deine Wut und Verzweiflung kann ich so gut nachvollziehen. Die ganze Welt scheint sich gegen einen verschworen zu haben. Normalerweise wäre das ein Fall für eine Zwangseinlieferung, normalerweise. Hier ist es aber umgekehrt: Fast die ganze Welt verschwört sich tatsächlich gegen Israel. Israel als Stellvertreter der USA. Israel als Sündenbock. Wieder die Juden, denen man alles Übel anlasten kann. Wäre China die „Schutzmacht“ Israels, kein arabischer Staat hätte je etwas gesagt – aber die westlichen Staaten dann.

Die Ratio – die Vernunft und Logik kannst du als Israelitin nicht zurate ziehen, leider. In meinen 47 Lebensjahren (und 27 bewusst erlebten davon) komme ich immer wieder zu dem Schluss: Zur Durchsetzung und Aufrechterhaltung der Freiheit hilft allein die Stärke sich behaupten zu können. In diesem Sinne wünsche ich Israel viel Kraft, die viel Schweiß, Geld und Tränen kosten wird.

Über die dummen Leute hier in Deutschland, die auf der Straße zu 75% gegen Israel reden, würde ich mir keine großen Sorgen machen. Aber wir wissen es noch nicht, doch es könnte sein, dass Obama für Israel das bisher größte Problem werden wird. Klar, ich will nicht unken, absolut nicht, doch … naja, schaun wir mal.

6. markusoliver - Januar 8, 2009, 8:35

Ich bin kein Katholik, aber ein großer Freund der katholischen Kirche. Warum? Weil ich sie für einen Stern in der Dunkelheit halte.

Rom ist einer der wenigen Orte auf der Welt, an dem Intellektuelle der Wissenschaft nachgehen, ohne finanzielle Interessen zu hegen. Und ich meine dabei nicht nur die Geisteswissenschaften. Viele Leute sind ja immer erstaunt, wenn sie zum ersten Mal hören, dass im Vatikan auch extrem qualifizierte Physiker zu finden sind.

Ich würde viele Jahre meines Lebens dafür geben einmal mit ein paar Kennern die vatikanischen Bibliotheken in Ruhe durchstöbern zu können. Naja, nicht wirklich viele Jahre, aber das wäre schon ein Traum. Ganz davon abgesehn würde sich auch kein Katholik auf dieses Geschäft einlassen. 🙂

Leider ist der Unterbau der katholischen Kirche manchmal etwas zu linkslastig geworden. Ich kann mir das nur damit erklären, dass es (zu viele?) Vorwürfe in Richtung Holocaust gegeben hat. Es ist ja schon erstaunlich, dasss die katholische Kirche so einseitig Partei für die Palästinenser bezieht. Das tut sie übrigens nur in Deutschland, wo die katholische Kirche traditionell gegenüber Rom unabhängiger ist als in anderen Staaten. Benedikt XVI. hat sie ja schon das eine oder andere Mal zurückgepfiffen.

Bezüglich einiger anderer Fragen – wie z.B. der Ablehnung jeder Verhütung – teile ich die Meinung der katholischen Kirche insofern, als sie aus katholisch-dogmatischer Sicht konsequent ist. Wer Katholik ist oder sein will, findet durch Mehrung des menschlichen Lebens sein Seelenheil. In dieser Dogmatik ist Verhütung einem Mord gleichzusetzen, weil die katholische Kirche nicht in erster Linie auf die körperliche Auswirkung, sondern auf die seelische abstellt. Wenn aber die Seele einfach vorhanden ist und nicht erst durch einen profanen biologischen Vorgang entsteht, dann ist die Haltung der katholischen Kirche auch konsequent.

Wer diese Meinung nicht teilt, sollte aufhören sich als Katholik zu bezeichnen. Ich meine das ohne Werturteil. Es ist aber nun einmal so, dass man kein Katholik sein kann, wenn man daran nicht glaubt. Das ist nicht schlimm oder verwerflich, aber so ist es nun einmal. Man kann sich ja auch nicht als Buddhist bezeichnen, wenn man nicht an die Seelenwanderung glaubt.

Ein bisschen Katholik ist eben nicht möglich in diesen Fragen. Das sind zentrale Glaubensbestandteile, die durch das Papsttum vollkommen zu Recht vehemment verteidigt werden.

Dass das Leute aufregt, die für sexuelle Freiheit und „Modernisierung“ der Gesellschaften eintreten, braucht die katholische Kirche nicht zu interessieren. Sie will ja auch nicht für das Seelenheil der New-Age-Bewegung oder das Seelenheil Materialisten eintreten, sondern für das der Katholiken.

Ein sehr guter Freund von mir ist strenger Katholik und auch ein „Freund“ der Palästinenser. Nicht weil sie Palästinenser sind oder weil Palästinenser Feinde der Juden sind. Nein, schlicht weil es sich um Menschen handelt, die in Schwierigkeiten sind und er es als Christ als seine Aufgabe ansieht Leid zu lindern. Als gläubiger Christ und vor allem als Katholik ist es ihm nämlich egal, ob jemand persönliche Schuld auf sich geladen hat oder nicht. Er hat alleine aus seinem Menschsein heraus einen Anspruch auf Nächstenliebe.

Und diese Nächstenliebe geht eben auch soweit, dass man menschliches Leid nicht gegen politische Maßnahmen verbrecherischer politischer Führer aufwiegt. Aus seiner Sicht ist es vollkommen gleichgültig, ob die Hamas Raketen auf Israel schießt oder nicht. Aus der Sicht dieses gläubigen Katholiken ist einzig und allein das menschliche Leben relevant und seiner Auffassung nach muss überall dort wo es möglich ist dieses so gut wie möglich geschützt werden.

Eine Aufrechnung von Menschenleben verbietet sich demnach und Strafmaßnahmen, bei denen Zivilisten getötet oder verletzt werden, sind eine Tragik. (Man könnte an dieser Stelle vom Verbrechen gegen die Menschlichkeit schreiben, aber das wäre etwas ungenau, weil man es leicht mit dem juritischen Tatbestand verwechseln kann. Das ist aber nicht die Intention, es geht nicht um weltliche Justiz, sondern alleine um katholische Moralvorstellung.)

Ich weiß auch, welche Vorwürfe an die Vertreter dieser Haltung zu richten sind: Würden sie auch so konsequent sein, wenn sie selbst in Beer Sheva oder im jetzt beschossenen Nordisrael leben würden?

Das ist fraglich, aber darum geht es aus ihrer Sicht auch gar nicht. Weil alle Menschen Sünder sind, würden natürlich auch Katholiken schwach werden. Sie sind es ja auch in der Vergangenheit gewesen. Das ficht aber den katholischen Glauben nicht an.

Glauben ist insoweit eben auch Ideologie, also Realitätsverweigerung (?). Wobei es natürlich auch eine Anmaßung ist, von sich zu behaupten die Realität beschreiben zu können.

Ich persönlich bin da ganz anderer Auffassung. Ich behaupte, dass nur eine gesunde Härte im Umgang mit diesen Menschen und anderen Menschen zum Ziel führt. Das war auch schon in der Vergangenheit so.

Diese Einstellung hat aber den Nachteil, dass man mit zunehmenden Alter schlechter schläft und träumt und man sein ganzes Leben lang ein schlechtes Gewissen mit sich herumträgt.

7. Janina - Januar 8, 2009, 10:17

Hallo Lila, ERWISCHT! Die besten Ideen woanders geklaut! „Einige meiner besten Freunde sind Katholiken und da wird es doch wohl erlaubt sein, daß ich die katholische Kirche, quasi unter Freunden, kritisiere…“ ;-))))
Ich bin übrigens katholisch und trotzdem pro-Israel. Bin aber sicher, daß es Gott ziemlich egal ist, was ich bin und woran ich (oder irgendjemand) glaube, solange ich mich an die universellen Gebote halte (nicht lügen, stehlen, morden, klauen…).

8. Jean - Januar 8, 2009, 12:51

Ja, in der Tat ist das ein selten-dämliches Geschwurbel, das hier zitiert wird. Aber das Problem liegt am Mangel von korrekten Informationen in diesen Kreisen.

Ich bin vor wenigen Jahren mit einer katholischen Gruppe in Israel gewesen und habe selbst mehrmals erleben können, wie die Reiseleitung unausgewogene Zerrbilder geliefert hat. Aber die sind so uninformiert gewesen, daß ihnen das nicht selbst aufgefallen ist – obwohl auf theologischem Gebiet hochgebildete Intellektuelle!

Beispielsweise ist nach mehreren Wochen ein Spiritual nachgekommen und vom Flughafen abgeholt worden. Obwohl wir in Galiläa wohnten hatte es der arabische Taxifahrer geschafft, mit etwas Jerusalem ein Teilstück der »Mauer« zu zeigen. Ich konnte ihm nur noch dazu gratulieren, kaum angekommen einer Propagandamär aufgesessen zu sein.

Und als wir nach Betlehem reisten war unsere Truppe natürlich schwer beeindruckt von der rauhen Atmosphäre der Passieranlage: Wie doch die Palis sich unterdrückt vorkommen müssen! Weicheier ohne Erfahrung der innerdeutschen Zonengrenze.

Gerade die deutsche(n) Ortskirche(n) wird(werden) von zahllosen beamteten Gutmenschen bevölkert, die mit paritätischen Schuldzuweisungen ihr edles Selbstbild polieren. Die lagern ihren Empörungsbedarf einfach nach Israel aus. Nur ärgerlich, diese Naivlinge …

9. Marlin - Januar 8, 2009, 13:43

Kirche.. ich bitte Euch. Von solchen Funktionären ist nie und wird nie etwas Gutes kommen.

Was ist denn an der katholischen Kirche (oder anderen) bewundernswert außer ihrem Geschäftssinn und die Fähigkeit viele Menschen zu manipulieren?

Ich weiß, gehört nicht ganz hierher, würde aber gern eine Diskussion oder Stellungnahmen haben. 🙂

10. Lila - Januar 8, 2009, 14:33

Nur ein Beispiel. Es gibt eine katholische Kultur, in jedem Land anders und trotzdem international. Sie hat einige der schönsten Kunstwerke hervorgebracht, die ich kenne. Die katholische Ästhetik bringt den Glauben in eine schöne Form. Alle Religionen haben eine ästhetische Komponente. Die katholische ist besonders stimmig, finde ich.

11. Friederike - Januar 8, 2009, 17:04
12. Katholische Kirche und Hamas « tapastalatukat.de - Januar 8, 2009, 20:48

[…] übrigens ausdrücklich die Lektüre des Blogs “Letters from Rungholt“, auch mit einem Beitrag zu unserem katholischen […]

13. netzklempnerin - Januar 8, 2009, 23:45

Viele hier dürften es schon gelesen haben. Zynisch und sarkastisch. Aber gut.

http://nbfs.wordpress.com/2009/01/08/wissenswertes-uber-kzs/

14. Tiberius - Januar 9, 2009, 3:18

Als Katholik bedaure ich die Einlassungen Kardinal Martinos.

15. Lila - Januar 9, 2009, 8:19

Tiberius, ich bin froh, daß es Katholiken wie Dich, Scipio und viele, viele andere gibt.

16. Wolfram - Januar 10, 2009, 19:38

Hm. Ich bin ja nun kein Bischof – nicht mal der Papst meiner Gemeinde 😀 – aber ich halt mich ja auch mit Allwissenheiten zurück. Anders als unser Ex-Minister und Bürgermeister hier… aber darum gehts ja nicht. Der Pfarrer hat, wenn man sich ein kleines, klitzekleines Augenzwinkern erlaubt, sogar Recht… denn als „Heiliges Land“ wird Erez Israel meines Wissens im Judentum nicht bezeichnet, sondern im Christentum. Wie sieht es im Islam aus?

17. Tiberius - Januar 12, 2009, 16:04

Da es zum Thema gehört, möchte ich gerne darauf hinweisen, daß sich auch der Vatikan von den Worten Kardinal Martinos öffentlich distanziert. Die Meldung dazu habe ich hier gefunden.

18. Lila - Januar 12, 2009, 16:09

Danke!


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