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Chutzpa November 2, 2010, 8:03

Posted by Lila in Lug und Trug, Uncategorized.
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Anders kann man es nicht nennen. Die UNESCO, noch so eine Organisation, für die nichts zu absurd ist, wenn es gegen Israel geht, hat das Grab der Rahel zum Weltkulturerbe erklärt. So weit, so gut. Aber als Moschee, nicht als jüdisches Erbe. Sie bezeichnen das Grab Rahels und die Machpela in Hebron, wo die Erzväter begraben liegen, als islamisch.

The executive committee of the United Nations Educational Scientific and Cultural Organization (UNESCO) a few days ago, recognized the tomb of Biblical matriarch Rachel, between Bethlehem and Jerusalem, as the Mosque of Bilal Ibn-Rabach according to a Friday report by Yisrael Hayom (Israel today). The recognition was approved by a large majority despite Israeli opposition and a United States vote against the proposal.

Research by reporter Nadav Shragai shows that while there is a Muslim cemetery surrounding the facility, it was never used as a mosque and always referred to by local Arabs as „Rachel’s Tomb“, until the Temple Tunnel disturbances of 1996, when they started using the name recognized by UNESCO. Rabbi Shmuel Rabinowitz of the Western Wall and other holy places called the UNESCO decision an outrageous distortion of history and said Israel should think seriously about future cooperation.

(Arutz 7, von vielen anderen Nachrichtenquellen ähnlich berichtet, vom Guardian natürlich äquivalent berichtet – übrigens hat außer den USA kein Land dagegen gestimmt! Feige Säcke.)

Das ist wirklich der Hammer. Sie fordern, daß Israel diese seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden verehrten Stätten von der Liste des nationalen Erbes streicht. Warum? Weil seit zehn Jahren die Moslems angefangen haben, das Grab Rahels nicht mehr „Grab Rahels“ auf arabisch zu nennen, sondern einen Moschee-Namen dafür erfunden haben. Das ist wirklich so frech, daß mir die Spucke wegbleibt. Arabische Staaten bringen einen Antrag nach dem anderen ein, und sie werden alle lammfromm abgesegnet. Die Araber fordern, die Araber bekommen. Wer will es sich mit ihnen schon verderben? Sie könnten ja ärgerlich werden, oh weh!

Hat wirklich niemand von diesen UNESCO-Fritzen die Bibel gelesen? Selbst wenn jemand sagt: ich glaube nicht an die Bibel, Abraham hat nie gelebt und mir ist egal, wo er geboren ist – dann muß er doch trotzdem anerkennen, daß der biblische Text Grund- und Eckstein der jüdischen Identität ist und das Judentum diesem Text sein Überleben verdankt! Nach der Zerstörung des Tempels und der Zerstreuung wären die Juden untergegangen, hätten sie nicht am Text festgehalten. Und die Bibel erzählt sowohl von Rahels Tod (bei Benjamins Geburt), und wie Jakob sie begräbt – und sie erzählt auch von der Höhle Machpela in Hebron.

Das weiß doch jeder gebildete Mensch, wenn nicht aus der Bibel, dann von Thomas Mann. Und weil das Judentum, wie wir alle in der Schule gelernt haben, sich von Abraham, Isaak und Jakob herleitet, deren Namen Generationen von Juden ihren Kinder gegeben haben, und da das Judentum außerdem die Totenruhe ehrt, ist natürlich der Begräbnisplatz dieser Erzväter den Juden heilig. Wenn das nicht nationales Erbe genannt werden kann, was bleibt dann übrig? Wie jung sind im Vergleich damit andere Stätten, die den Kern nationaler Identität bilden? Das Judentum ist ein Volk.

Als diese Stätten unter jordanischer Herrschaft standen, durften Juden dort nicht beten. Ein jüdisches Äquivalent zum Waqf gab es nicht. Einer der Gründe, weswegen das Westjordanland so wichtig ist, ist der Zugang zu den heiligsten Stätten des Judentums.

Als nächstes werden die Moslems dem Petersdom einen Moschee-Namen geben und ihn zu ihrem Erbe erklären. Oder dem Kölner Dom. Und die UNESCO wird sofort einknicken und erklären: alles okay, stimmt so. Bei der Hagia Sophia hat es ja auch geklappt, warum nicht beim Petersdom? Und die Christen drumherum, was werden die tun?

Nun, der Vatikan hat es ja selbst gesagt: Israel hat aus der Heiligen Schrift keinerlei Rechte abzuleiten.

„The Holy Scriptures cannot be used to justify the return of Jews to Israel and the displacement of the Palestinians, to justify the occupation by Israel of Palestinian lands,” Monsignor Cyril Salim Bustros, Greek Melkite archbishop of Our Lady of the Annunciation in Boston, Massachusetts, and president of the “Commission for the Message,” said at Saturday’s Vatican press conference.“ (JPost)

Da antworte ich: auch der Vatikan hat aus der Heiligen Schrift keinerlei Rechte abzuleiten, wenn wir es mal so sehen wollen! Besonders nicht das Recht, anderen ihre Rechte abzusprechen. Was würde Jesus dazu sagen, wenn er wüßte, daß seine selbsternannten Nachfolger seinem Volk jedes Recht auf sein Land absprechen?

Die Deligitimation Israels ist in vollem Gange. UNO, UNESCO, Vatikan, alle spielen munter mit.  Es kann einem schwindlig dabei werden, so beschleunigt sich das Tempo. Klar, es gibt immer noch Menschen, die darin weder Antisemitismus noch Vernichtungswille sehen wollen, und die mir genau auseinandersetzen können, daß darin nur der objektive Wille liegt, ausgewogen zu urteilen. Oder daß tertiärer Antisemitismus eigentlich gar keiner ist, oder daß christliche Ersetzungstheologie aus Sorge um die selbst-destruktiven Tendenzen des Judentums entstanden ist.

Die Moslems haben es mit purer Chutzpa geschafft, daß 4000 Jahre alte Liebe und Verehrung weniger gelten als seit 10 Jahren aus der Luft gegriffene Ansprüche. Sie haben es mit Terror, Drohungen und Jammern geschafft, daß ihre Ansprüche automatisch gerechtfertigt werden und Israel eins ums andere Mal jedes Recht abgesprochen wird. Was muß eigentlich noch geschehen, damit jemand aufwacht und begreift: erst sind die Juden dran – und wer dann?

Ich sehe gerade, daß auch in der JPost jemand das Wort Chutzpa benutzt. Es drängt sich geradezu auf. Aber: wir stehen allein, außer uns interessiert es niemanden, es ist doch die hochrespektable UNESCO, die wird schon wissen, was sie tut!

Als nächstes werden sie erklären, daß das Judentum ein modernes Hirngespinst zu politischen Zwecken ist und es nie Juden gegeben hat. Daß die Juden erfunden wurden, um das uralte Kulturvolk, die Palästinenser, zu enterben und zu vernichten (dieselben Palästinenser, die  nicht mal einen Namen in ihrer eigenen Sprache als Bezeichnung für sich selbst haben – ja die Palästina nicht einmal aussprechen können und Balästinaim bzw Falestin sagen!). Erdögan ist nicht weit davon entfernt, wenn er sagt:

Turkish Prime Minister Recep Tayyip Erdogan on Sunday continued his verbal assault on Israel, according to Saudi paper Al Wattan, which quoted him as saying that that al Aksa Mosque, the Cave of the Patriarchs and Rachel’s Tomb “were not and never will be Jewish sites, but Islamic sites.”

Natürlich, von jeher. Und in unserer wunderbaren postmodernen, gründlich dekonstruierten Welt, da gibt es keine Wahrheit mehr, da gibt es nur noch gleichwertige, im leeren Raum herumschwimmende Narrative, und darum widerspricht ihm keiner.  Schließlich ist das Judentum doch nur ein Derivat des Islam, nicht wahr?

Lesestoff zum Thema Kampagne zur Deligitimation Israels hier und hier. Caroline Glick hier. Mehr Infos auf Deutsch hier.

Und jetzt frage ich Euch: wo sind die deutschen Medien, die doch sonst jedem umgefallenen Sack Houmus im Nahen Osten mit viel Elan beim Umfallen zugucken? Wo sind die Leute, die doch vor lauter Respekt vor den religiösen Empfindlichkeiten anderer Religionen am liebsten Ostern und Weihnachten verbieten würden, wenn die Juden eine schallende Ohrfeige nach der anderen erhalten und ihre eigentlich jede Existenzberechtigung abgesprochen wird? Wo sind die alle – im Urlaub? Anfang November???