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Nun doch Mai 31, 2020, 19:23

Posted by Lila in Land und Leute.
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Leider höre ich doch wieder Nachrichten – eine zweite Corona-Welle kündigt sich an, und zwar in pädagogischen Einrichtungen, also geht es mich an und ich möchte wissen, wie die Anweisungen entstehen, die wir jeden Tag umsetzen. Bisher betrifft es überwiegend Jerusalem, Tel Aviv und den Süden – aber man weiß nicht, ob nicht auch im Norden Schüler und Lehrer sich anstecken

Und leider steigt mir sofort der Blutdruck bei den politischen Nachrichten. Die gigantisch aufgeblasene Regierung mit ihren Fantasie-Ministerien hat beschlossen, das Budget besonders des Sozialministeriums zu kürzen, damit sie Geld für diese komplett überflüssigen neuen Ministerien hat. Sprich: Arbeitslose, sozial schwache Familien und Rentner bezahlen für diese komplett lächerlichen neuen Minister. Ich spüre den Zorn in Wellen. Itzik Shmuli und Miri Regev sprachen sich zwar wortreich dagegen aus – stimmten dann aber doch dafür.

Ich muß das wieder ausmachen, ich kann einfach nicht glauben, daß aus diesen endlosen Verhandlungen eine solche Albtraum-Regierung entstanden ist. Überall, nicht nur in Nahariya, gehen die kleinen Geschäfte pleite, doch kein Geld ist übrig für ihre Rettung – das muß die Ministersessel für Orly Levy und Yariv Levin zahlen. Guckt Euch die Liste selbst an. Besonders ärgerlich „Minister ohne Portfolio“ und die vielen Vize-Minister. All diese Leute verdienen für den Rest ihres Lebens gut und kriegen dicke Pensionen. An jedem Ministerium hängen Mitarbeiter, Reisebudget etc. Es kostet Millionen von Shekeln.

Nein, ich komme nicht darüber hinweg. Benny Gantz ist eine Nulpe. Wie können er und seine Leute das mitmachen? War das wirklich der einzige Weg, eine Regierung zu bilden?

Kommentare»

1. Georg B. Mrozek - Juni 1, 2020, 18:21

„Am Ende geht es immer nur ums Geld“ – oh, wie ich mein Leben lang diesen Satz gehasst habe! Das kann doch nicht alles sein? Ich wollte und suchte stets eine andere, moralische, halt irgendwie bessere Erklärung für so manche große Augen, die ich von der Politik bekam. Und heute? Solche Sachen machen mich nach wie vor wütend, doch die Wut hat sich verlagert, jetzt ärgere ich mich mehr über mich selber, über die Jahrzehnte, die dem Glauben, der Mensch sei mehr als schnöder Mammon, zum Opfer fielen. Brecht hat recht: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“.


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