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Gestern August 25, 2019, 7:00

Posted by Lila in Kinder.
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war Tertias 26. Geburtstag. Wir hatten einen schönen Tag. Unser Geschenk für sie (ein Toaster-Oven für ihre neue Wohnung, geniales kleines Ding, das ich im Kibbuz liebengelernt habe) war ein Volltreffer, und dann waren wir in einem Restaurant, das wir alle gern mögen (Gustino in Ramat Yishai), nur die Mädchen und wir. Irgendwie sind wir in eine Diskussion über Ex-Partner geraten, die so albern und lebhaft wurde, daß die Kellnerin nicht an sich halten konnte und zu grinsen anfing. Als wir sahen, wie sie sich lachend in die Küche flüchtete, gerieten wir in einen Kicheranfall, aus dem wir eine Weile nicht wieder rausfanden.

Ich hatte vorgestern einen längeren Eintrag zu Tertia geschrieben, der mir aber dann doch zu persönlich war, und so schlummert er jetzt im drafts folder. Aber ich kann allen Eltern, die gerade an Kindern in einer langen und schweren Pubertät laborieren, versichern, daß es möglich ist, diese Zeit zu überleben, und sogar mit dem erwachsenen Kind eine neue, reife, entspannte Beziehung aufzubauen.

Tertia, die von Gesundheitsproblemen geplagte Frühgeburt, die sich gegen jede Art Hätschelei wehrte, die ihre Unabhängigkeit und Distanz von uns mit Zähnen und Klauen verteidigte, die jeden von uns gemachten Fehler messerscharf in Erinnerung behielt und uns x-mal auftischte, die unsere Entscheidungen nie akzeptierte und wegen Kleinigkeiten wochenlange Feldzüge führen konnte, wow, diese Tertia ist heute, mit Primus, meine interessanteste Gesprächspartnerin. Sie sieht uns deutlich illusionsloser als wir sie, doch dafür bin ich dankbar. Es gibt so wenige Menschen, die einem knallhart die Wahrheit sagen, ohne daß die Beziehung daran Schaden nimmt, und daß ich gleich mehrere davon habe, ist ein Geschenk.

Das habe ich ihr auch beim traditionellen Geburtstagsprost gesagt.

Jetzt ist sie wieder in ihrem eigenen Leben, selbständig, aber nah genug, um etwa einmal die Woche bei uns vorbeizukommen. „Ich wollte Karma besuchen“, sagt sie dann, und Kater Karma, der sehr an ihr hängt, weicht nicht von ihrer Seite und sie himmeln sich gegenseitig an. (Alle Klagen, die Karma gegen uns führt, sind übrigens aus der Luft gegriffen!) Dann guckt sie sich um, womit sie mir helfen kann, und tut es. Und wir unterhalten uns, backen oder kochen zusammen, bis Y. nach Hause kommt und strahlt, wenn er sie sieht.

Ich freue mich schon aufs nächste Mal, weiß aber auch, daß ich das besser nicht zu deutlich zeige. „Nur kein Überschwang!“ steht auf ihrer glatten Stirn geschrieben, und ich halte mich daran.

 

Kommentare»

1. Angela - August 28, 2019, 8:45

Danke fuers Mutmachen! Wir machen gerade Urlaub. Alles andere als entspannt mit Tochter 16.

2. Lila - August 28, 2019, 9:26

Oh ja, bin froh, daß ich selbst nicht mehr in das Alter zurückmuß und meine Kinder es hinter sich haben…. aber alles geht vorbei. Irgendwann hast Du eine erwachsene Tochter, die sich erinnert, wie Du Dich immer bemüht hast, damit sie es gut hat.


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