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Eine interessante Einschätzung August 29, 2014, 10:01

Posted by Lila in Presseschau.
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Abu Mazen hat gestern in einem Fernsehinterview ein paar ganz interessante Sachen gesagt.

During the interview, Abbas admitted that there was no difference between the Egyptian initiative introduced at the beginning of the operation and the proposal accepted at its end, 50 days later.

He said the Palestinian Authority requested the Egyptian initiative, which centered on an end to the killing of civilians, according to Abbas, and the reimplementation of the understandings reached in Pillar of Defense.

Abbas hinted that the entity responsible for the suffering of the Palestinians was Hamas, whose stubbornness did not benefit the process.

Aha. Die ganzen Toten könnten noch leben, hätte Hamas schon Anfang Juli die ägyptische Initiative angenommen (wie Israel es getan hat). Israel mußte erst zu massiver Gewalt gegen Terrorziele greifen, bis die Hamas zustimmte. Nicht etwa die Hamas hat Israel irgendwelche Bedingungen diktiert – keine „weitreichenden Zugeständnisse“. Im Gegenteil. Aus israelischer Perspektive war die ganze Eskalation überflüssig wie ein Kropf. Hätte die Hamas das Feuer eingestellt, wäre es gar nicht dazu gekommen.

Erst nachdem Israel in den letzten drei, vier Tagen den Druck deutlich erhöht hat, hat die Hamas die Initiative angenommen, die sie vorher ein ums andere Mal abgelehnt hatten.

Sprich: die Hamas allein ist dafür verantwortlich, daß Gaza in Trümmern liegt und unter den Trümmern viele Tote.

Abu Mazen weiß es, er spricht es auch aus. Im Gazastreifen wissen es vielleicht auch ein paar Menschen – trotzdem sind noch fast 90% der Menschen dort davon überzeugt, daß man Israel trotzdem bombardieren sollte.

The survey, which was conducted last week by the Palestinian Center for Public Opinion, found that 60.3 percent „strongly“ supported the rocket fire on Israel, while another 28.6 percent said that they supported it. Just 1.4 percent said that they were opposed to the attacks, and only 1 percent expressed strong opposition. Another 1.7 percent said that they did not know how they felt about the strikes.

Doch zurück zu Abu Mazen.

Er deutete ziemlich deutlich an, daß er von der Hamas belogen wurde.

Abbas also addressed the kidnap and murder of the three Israeli teens in the West Bank, emphasizing that the Palestinian Authority had no information about the abductors, though Israel has announced that Hamas was behind the affair.

Abbas added that he asked Khaled Mashal if Hamas was responsible and was answered negatively. He said he was surprised when, a few days later, senior Hamas official Salah al-Arouri admitted that Hamas was responsible for the attack – especially after Mashal officially announced that Hamas had no part in the abduction.

Keine guten Bündnispartner, Abu Mazen! Bibi hat das schon im April gesagt, jeder wußte es – ob Abu Mazen inzwischen eingesehen hat, daß es keine gute Idee war? Kaum hatte er die Hamas ins Boot geholt, da ging der Streß schon los.

The Palestinian leader objected to Hamas‘ declaration that it would decide whether there was war or calm because, according to the Palestinian unity accords, that decision can only be taken by the PA.

Abbas said that if that condition was not followed there was no utility in the reconciliation effort. „One side must not be able to declare war. That’s not unity; it is not reconciliation.“

Nein, es ging der Hamas auch weder um Einheit noch um Versöhnung zwischen Hamas und Fatach – es ging ihr allein darum, mehr Macht zu bekommen und auch in der Westbank mehr Einfluß zu bekommen. Auf wessen Kosten? Das wird Abu Mazen wohl am besten wissen.

The Palestinian leader then condemned the public killings of alleged Israeli collaborators in Gaza, calling the murders a crime.

Das ist wohl wahr. Ich nehme an, die Fatach weiß mehr über die Opfer dieser öffentlichen Exekutionen.

Keiner kann mir erzählen, daß Abu Mazen überrascht ist. Er wußte doch, wofür die Hamas steht. Jetzt möchte er den Gazastreifen wieder übernehmen. Uns soll es recht sein.

Aber ein richtig vertrauenswürdiger Partner ist Abu Mazen nicht. Den fliegenden Wechsel zu „Partnern“ wie der Hamas kann er jederzeit wieder unternehmen. Und die hat ja gestern offen genug gesagt, wo ihre Prioritäten liegen. Widerstand und ganz Jerusalem. Sprich: Terror und Vernichtung Israels.

Kommentare»

1. aurorula a. - August 29, 2014, 11:04

Da bekommt der Begriff „PR-Schlacht“ gleich eine ganz neue Bedeutung, wenn der einzige Zweck des Ganzen war der Hamas daheim und international zu mehr Popularität zu verhelfen.
Es darf jetzt geschrieen werden. Wahlweise in die Luft geboxt, mit dem Kopf gegen die Wand gelaufen und dergleichen mehr.
Oder verzweifelt.

Mein Beileid für die Angehörigen der sinnlosen Opfer!
Und meine Hochachtung an alle die in der Ecke der Welt trotz allem versuchen ein vom Terror nicht eingeschüchtertes, einigermaßen gutes Leben zu führen.

Wir merken hoffentlich (doesn’t even begin to describe it) irgendwann auch in Europa daß wir politisch mit den ganz falschen geliebäugelt haben. Und daß wir froh sein können in der Region jemanden zu haben die unseren Grundwert teilen nicht von Terroristen niedergemäht werden zu wollen; und willens und in der Lage sind diesen auch zu verteidigen.

Hoffentlich hält Israel auch in Zukunft gegen den Terror durch – alles Gute Euch!

2. Paul - August 29, 2014, 12:24

Liebe Lila,
vielen Dank für die Zugänglichmachung dieser Information. (Inzwischen kommt der Einsprachler:-( mit Google Übersetzer über die Runden. Aber Du hast den Inhalt auch noch mal verdeutlicht. Danke.
Habe jetzt noch nicht nachgesehen, aber ich glaube nicht, dass diese Mitteilung von Abu Mazen in unseren Medien eine große Rolle spielen wird.

Mir fällt es auch schwer zu glauben, dass er wirklich hinter dieser Meinung steht. Ich halte es für die übliche arabische Wortakrobatik, mit der sie schon seit Jahrzehnten punkten und die Weltöffentlichkeit weitgehend hinter sich gebracht haben. Wenn er das jetzt hier so sagt, muss er sich fragen lassen, ob er noch der Herr des Geschehens ist oder nicht doch eine Marionette der Hamas. Vielleicht bin ich zu misstrauisch oder zu kritisch? Beides wird mir manchmal von meinen Freunden vorgehalte. Leider hat mir die weitere Entwicklung der Angelegenheiten zu oft recht gegeben. Jedenfalls habe ich keine Veranlassung diese kritische Haltung zu abzulegen.

Abu Mazen muss sich fragen lassen, was er in den 50 Tagen gemacht hat? Wie hat er versucht seine jetzt dargelegte Meinung umzusetzen? Es gibt einen kurz vor der Eskalation von ihm eingesetzten Gouverneur in Gaza. Von wear lange nichts zu hören.

Al-Frangi heißt der Mann, den die wenigsten kennen.
Eingesetzt wurde er Anfang Juli. Google dokumentiert am 11.7., dass er Israel vorwirft den Waffenstillstand mit der Hamas gebrochen zu haben. Das ist für mich unfassbar. Danach ist bis 28.8. Funkstille. Erst dann äußert er im DLF, dass sich die Menschen in Gaza nach Frieden sehnen. Na, wunderbar, wer tut das nicht? Von der Ausübung irgendeines Regierungshandelns ist nichts zu finden. Jedenfalls auf Deutsch nicht. Auch nicht darüber, was er unternommen hat, die Hamas zu veranlassen ihre ständigen Angriffe gegen Israel einzustellen.

Habe mir gerade das Interview mit Frangi durchgelesen. Es ist nicht geeignet meine, wie ich meine, realistische Einschätzung der Situation zu korrigieren. Im Gegenteil, ich wurde bestärkt.
Es ist ganz interessant das Interwview zu lesen:
http://www.deutschlandfunk.de/nahost-konflikt-lage-hat-sich-zugunsten-eines.694.de.html?dram:article_id=295818

Frangi hat die gleichen Forderungen wie die Hamas. Da er ein sehr einflussreicher, wenn auch relativ stiller, Vertreter der Hamas ist, wird für mich deutlich, dass sich die Fatah überhaupt nicht von der Hamas unterscheidet. Beide wollen die Charta Eins-zu-Eins umsetzen.

Fatah und Hamas unterscheiden sich nur in Einem: Die Fatah ist für das Feine, die Diplomatie zuständig. Die Hamas für das Grobe, den Terror. Das ist der einzige Unterschied.

Mazen, hat während des Raketenterrors für eine kleine Intifada im Westjordanland gesorgt, um auch dort israelische Kräfte zu binden.

Gleich Brüder – gleiche Kappen!
Verteilt schlagen, gemeinsam siegen!
Das ist die Richtschnur ihres Handelns.

Alles ander ist arabische Spitzzüngigkeit!

Es grüßt ein sehr betrübter Paul, aber schon deshalb, besonders herzlich.

3. Die Stadt aus Blei und Gold | kleines Südlicht - August 29, 2014, 12:34
4. Verena - August 29, 2014, 13:54

Insgesamt ist ja die Fragestellung immer wieder auch: WAS können wir aktiv tun? Ich habe es die letzten 2 Monate mit Postings versucht, was teilweise zermürbend war: 1) wegen der immer wieder gleichen Nicknames, die negativ bewerten, und den immer wieder identen, bleierenen voreingenommenen Gegenargumentationen, 2) ob der Zensur. Im Freundeskreis stösst man besonders bei eher Linken und Grünen auf völliges Unverständnis. Meiner Erfahrung nach ist das bürgerliche Lager – wenigstens hier in Österreich – wesentlich aufgeklärter und pro-israelisch.

Eine Sache, die ich gefunden habe, und wo man sich vielleicht aktiv engagieren könnte, ist dies: http://honestlyconcerned.com/ Diesen Sonntag gibt es eine bundesweite Demo in Frankfurt.

Aber wesentlich wichtiger wäre es, in die Medien zu kommen, wobei ich da skeptisch, weil ich vor allem in letzter Zeit dermassen enorme Manipulation beobachte.

5. Michael - August 29, 2014, 14:09

„Aus israelischer Perspektive war die ganze Eskalation überflüssig wie ein Kropf.“

Wirklich? Kann man daraus folgern, dass Israel mit den Tunnels sehr gut leben kann?

6. Lila - August 29, 2014, 15:47

Der Tunnelbau und der Raketenbeschuß gehören doch zur Eskalation, die ich meine.

Diese ganze Orgie von gegen Israel gerichteter Gewalt seit der Räumung vor neun Jahren ist überflüssig wie ein Kropf. Ich habe es bestimmt schon hundertmal geschrieben und trotzdem bestehen manche Leute einfach darauf, mich mißzuverstehen:

Nach der Räumung hätten die Palästinenser im Gazastreifen die historische Chance gehabt, eine kleine, funktionierende, blühende Volkswirtschaft auf die Beine zu stellen – gleichzeitig eine gute Kooperation mit Israel herstellen können – was dazu geführt hätte, daß eine Mehrheit der Israelis weitere Räumungen von Territorien gutgeheißen hätte (mit welcher Mehrheit und zu welchem Behufe wurde Olmert gewählt? genau).

Aber nein, sie mußten auf Eskalation setzen, immer nach demselben Muster. Erst hier mal ein Raketenabschuß, dann da noch einer, dann eine Bombe am Grenzstreifen, dann Terror gegen Grenzübergänge und dort angesiedelte gemeinsame Industrieparks oder kommerzielle Zentren, dann ganze Raketen-Schauer, dann eine Entführung oder versuchte Entführung, dann massenhafte Tunnelbuddelei… und immer wieder so heftiger Beschuß, daß eine israelische Reaktion provoziert wurde.

Verschwendung von Zeit, Geld, Ressourcen, historischen Chancen – und Menschenleben.

Ich habe gar nicht genügend Haare, die ich mir raufen könnte.

Und was hört man aus dem Gazastreifen? Dasselbe wie aus dem Bettchen des kleinen Häwelmann: mehr! mehr!! mehr!!!

Sie denken nicht daran, mit der Aggression aufzuhören. Ihre Waffen sind heilig.

7. anti3anti - August 29, 2014, 19:44

Die Toten von Gaza gehören zur notwendigen Strategie der Hamas, um den Westen und die Juden zu beeinflussen.

8. Lila - August 29, 2014, 21:06
9. Paul - August 29, 2014, 23:55

Die Militäroffensive der Hamas ist gescheitert bzw. musste wegen Erschöpfung der Kräfte und/oder wegen der eskalierenden Schäden votübergehend beendet werden.

Sofort schließt sich die Propagandaoffensive der Fatah an.
Frangi teilt im DLF mit, habe ich oben verlinkt, dass er jetzt auf die Hilfe der Weltöffentlichkeit setzt, insbesondere der USA, der EU und der Mehrheit der Staaten in der UN, um Israel zum Einlenken zu zwingen. Dabei benennt er die gleichen Forderungen wie die Hamas.

Arbeitsteilig beteiligt sich Mazen an der Propagandaoffensive durch eine Erklärung im Palestine TV. Er erhebt Vorwürfe gegen die Hamas und droht mit der Beendigung des Einheitsbündnisses. Das halte ich für Spiegelfechterei und den Versuch die Öffentlichkeit für sich zu gewinnen und den Ansehensverlust der Hamas zu kompensieren.

Tatsächlich kämpfen Fatah und Hamas für das gleiche Ziel: den Staat Israel von der Landkarte zu tilgen. Auch für die Fatah gilt die Charta als Handlungsmaxime. Jedenfalls habe ich bisher noch nichts gegenteiliges vernommen.

Israel müsste seinerseits in die Propagandaoffensive gehen. Der militärische Erfolg alleine nutzt nichts.

Wie das genau gemacht werden sollte, weiß ich natürlich auch nicht. Aber es tut mir weh, wenn ich erleben müsste, dass der militärische Erfolg, der in begrenztem Umfang auch ein Propagandaerfolg war, d.h. Israel hat nach meiner Meinung in der medielen Öffentlichkeit etwas an Ansehen gewonnen, in nächster Zeit wieder verloren gehen sollte.

Oder ist diese Einschätzung mein Wunschdenken und entspricht nicht der Realität?

Herzlich, Paul

10. Verena - August 30, 2014, 12:55

@Paul: Wunschdenken… teilweise (:-

Das Einzige, was mich da etwas positiver gestimmt hat, das war die Beobachtung der Postings in diversen Medien, wo ich immer wieder eine doch breite Front pro-Israel vorfand, mindestens 50:50, wenn nicht mehr. Hier in Österreich, wie ich schon andeutete, vor allem in der bürgerlichen Presse, auf der Seite des staatlichen ORF, sogar in eher Boulevard-Presse.

Aber solange so etwas möglich ist…:

Für mich steht immer noch die Frage zur Diskussion, was wir außen aktiv unternehmen können, vor allem auch abseits der Mainstream-Medien, die man kaum erreichen wird – ab und an mag vielleicht mal auch ein Artikel von außen aufgenommen werden.

Spontan denke ich an einen wirklich guten, aktuellen Dok-Film, der aufdeckt und es in Kinos und TV schafft. Gelingt ja anderen bei anderen Themen auch. Dafür braucht es gutes Hintergrundwissen, Kontakte, Drehbuch, geht zur Not sogar mit Handcamera (ich komme aus den theoretischen Filmwissenschaften), ein Team, eine gute Strategie, ca.1-2 Jahre (geht auch nebenher) etc.

Vernetzung mit den diversen israelitischen KGs.
Info-Vorträge.
Bildungsreisen organisieren.

11. Noch ein Insider | Dienstarzt - September 3, 2014, 5:43

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