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Ein grüner Gast August 24, 2014, 17:39

Posted by Lila in Bilder, Persönliches.
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Eigentlich habe ich immer schön gewohnt, selbst als arme Studentin – aber schöner als mein Arbeitszimmer hatte ich es noch nie. Ich sitze vor einer großen Fensterfront und gucke auf Bäume. Zwischen den Bäumen erkenne ich die Sulam-Zur-Hügel bzw  Berge, im Westen liegt Rosh ha Niqra, wo der Berg zum Meer hin abfällt. Der große Elefanten- oder Ombu-Baum (zweihäusige Kermesbeere) vor unserem Fenster erfüllt mir eigentlich den Kindheitstraum vom Baumhaus, denn er wächst beharrlich um unser Haus herum und streckt seine Zweige an die Fenster.

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Jedesmal, wenn Y. auf eine Leiter klettert und seine Zweige stutzt, antwortet der Baum darauf mit besonders vielen neuen Trieben, die innerhalb von wenigen Monaten dicht belaubt und wuchsfreudig die fehlenden Äste wettmachen.

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Y. hat das inzwischen aufgegeben mit der Leiter und der Säge – der Baum hat den längeren Atem.

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Dem schönen Baum, dessen Äste mir ans Fenster wachsen, verdanke ich viele glückliche Stunden. Zur Blütezeit summt ein hyperaktives Bienenvolk darin herum und ich freue mich, daß sie leben und gesund sind und aktiv. Jede Menge Vögel fliegen den Baum an und da die Fensterfront aus reflektierenden Scheiben besteht, sehe ich sie, aber sie sehen mich nicht. Darum kommen sie ganz nah heran und ich kann sie mir alle angucken.

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Doch am beglückendsten ist der regelmäßige Besuch eines Chamäleons, das wohl auf dem Baum lebt. Alle paar Tage höre ich es, wenn es mit dem Kopf ärgerlich an die Scheibe klopft, wohl weil es sein eigenes Spiegelbild für einen frechen Artgenossen hält. Dann mache ich Bilder und freue mich an dem wunderschönen Tier. Irgendwann schleicht es wieder davon, und obwohl ich die Augen fest auf seinen geschmeidigen Körper richte und mich darauf konzentriere, es nicht aus den Augen zu verlieren, ist es so gut getarnt, daß es sich einfach in Luft, Licht und Blattgrün aufzulösen scheint. Wie durch Zauberhand verschwindet es.

Wenn das Chamäleon kommt, dann rufe ich die Kinder, die gerade da sind, und wir stehen hinter der Scheibe und bewundern das Tier.

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All diese Bilder habe ich im Laufe der letzten Woche vom Arbeitszimmer-Fenster aus gemacht – teilweise vom Schreibtisch aus. Doch auch hinter dem Haus haben wir schon dieses wunderschöne Tier bewundern können – dann in ganz anderer Färbung.

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Ich würde es ja gern mal in die Bougainvillea setzen und gucken, wie es sich dann verfärbt – aber ich möchte das Chamäleon nicht erschrecken.

Ist es nicht wunderbar, daß ich so ein wunderbares, interessantes Tier sehen kann, ohne vom Schreibtisch aufzustehen?

Kommentare»

1. bobyleff - August 24, 2014, 18:05

Lila, danke für die Fotos und die schöne Beschreibung Deines Baumhauses mit seine tierischen Bewohnern. Freude an der Natur kann heilsam sein! Alles Gute Euch allen!

2. נועה אסמן - August 24, 2014, 18:24

Wow, Lila, geil!!!!! was fuer tolle Bilder.
Passt gut auf euch auf, dort im Norden.
gruss aus JErusalem von Noa

3. sabine - August 25, 2014, 11:29

Oh, sind die Fotos klasse! Das Chamäleon hat hier große (und neidvolle) Aufregung verursacht.
Schön, wieder von Dir zu lesen. Alle guten Wünsche und einen freundlichen, freien Himmel,
Sabine

4. Schorschi - August 26, 2014, 15:35

Wirklich wunderbar, welches Getier bei Dir vorm Fenster rumlaeuft. Toll fand ich auch den Bericht vom Tausendfuessler von vor ein paar Wochen, fuer den Du gar nicht durch’s Fenster schauen musstest, sondern der Dich gleich auf Deiner Schulter besuchte. Nur schade, dass Du davon keine Bilder gemacht hast. War die Kamera gerade nicht greifbar?

5. Lila - August 26, 2014, 20:41

Doch, von dem Burschen gibt es auch ein Photo, leider unscharf. Wird mir wohl die Hand ein bißchen gezittert haben 😀

Ja, ich hab´s gut in meinem schönen Arbeitszimmer. Die Kinder haben das Chamäleon Siggi getauft und ich habe ihnen versprochen, daß ich sie sofort rufe, wenn Siggi wieder an die Scheibe klopft.

Die Wildschweine sind auch wieder da. Jede Nacht machen sie sich über die Eicheln unter dem Baum auf der anderen Straßenseite her, während die Nachbarshunde fast durchdrehen vor Wut.

6. P. Bereit - August 27, 2014, 9:43

Mit einem derart grünen Tier können wir in Deutschland leider nicht aufwarten.
Uns beehrt nunmehr seit nunmehr 4 Jahren ein handzahmes Meisenpaar. Im Mai treffen sie ein, um im August wieder zu verschwinden. Nicht ohne uns den gesamten Nachwuchs vorzuführen. In diesem Jahr schafften sie zwei Bruten, mit insgesamt 10 kleinen Nachwüchslern. Die saßen dann manchmal zu fünft oder sechst auf der Hand und ließen sich mit Pinienkernen verwöhnen. Für dieses teure „Vogelfutter“ machen sie alles. Sogar im Wohnzimmer auf dem Schrank sitzen und alles bekackend. Jetzt sind sie wieder weg und keiner weiß wohin. KARL und KARLA, die beiden Eltern, dürften den nächsten Winter, aufgrund ihres Alters, nicht überleben. Mal sehen, ob der Nachwuchs die Lücke ausfüllen wird. Wir vermissen sie schon jetzt.

7. ekkehard schroeder - August 27, 2014, 21:02

Die spechte kommen bei uns auch gerne an die häuser: tolle nisthöhlen in die neue dämmung bauen.
ansonsten hatte ich nach dem letzten grösseren sturm, ist schon eine weile her, viele bäume zu beseitigen und musste viele stämme soweit es die verkehrssicherheit zuläst erhalten damit die spechte in die gärten kommen.
ansonsten gelang es mir in spanien eine potrait-aufnahme von einem schnorrenden fuchs.


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