jump to navigation

Gil Yaron ist pessimistisch… Juli 11, 2014, 12:51

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

… Eli Moyal dagegen optimistisch. Wer wird Recht behalten?

Trotzdem halten ausgerechnet Falken wie Moyal an der Idee eines friedlichen Zusammenlebens fest: „Wer glaubt, dass wir nicht zusammenleben können, kennt die Region nicht. Das Problem sind nicht die Völker, sondern die Führung. Es gab noch nie Krieg zwischen zwei Demokratien. Wir müssen dahin kommen, dass auch Gaza demokratisch wird. Wenn wir die Hamas zerschlagen, helfen wir nicht nur uns selbst, sondern erlösen in erster Linie die Bewohner Gazas“, meint er.

Doch man darf zweifeln, dass er damit heute noch recht hat. Denn die meisten Palästinenser betrachten die Islamisten nicht als extremistischen Fremdkörper, der die Lage eskaliert, sondern als Teil ihrer Gesellschaft, der auf die andauernden Provokationen der „Zionisten“ reagiert und Hunderttausenden verspricht, sie könnten nach der Vernichtung Israels endlich ihre Flüchtlingslager verlassen und in die Häuser ihrer Großeltern heimkehren.

 

Kommentare»

1. Noa - Juli 11, 2014, 12:53

Hi Lila, lies mal was Chaim in seinem Blog schreibt, ich bin entsetzt , in Dortmund gibt es erste Demo GEGEN Israel. Es wird „Tod Tod Israel“ gerufen.
http://www.sprachkasse.de/blog/2014/07/11/noch-mehr-raketen/

2. Lila - Juli 11, 2014, 13:02

Leider bin ich weder überrascht noch schockiert. Nur froh, daß wir hier leben.

Das Bild ist besonders pikant wegen der Architektur im Hintergrund. Ich kenn mich in Dortmund nicht aus, aber das sieht sehr aus wie Architektur der 30er Jahre….

Ich geh das gleich mal kontrollieren.

Wußt ich es doch.

Das Dortberghaus entstand in den Jahren 1937–1938 nach den Plänen des Kölner Architekten Emil Rudolf Mewes als Verwaltungsgebäude der Gelsenkirchener Bergwerks-AG

Paßt gut.

Ob noch jemandem außer mir die Ironie auffällt…?

3. Noa - Juli 11, 2014, 13:09

Lila!!! Das ist das Land in dem ich geboren bin. Ich koennte kotzen. was haben wir denn getan? Es ist ja noch nicht mal eine Bodenoffensive …
was meinst du was dann abgeht in Deutschland..
Noa

4. Noa - Juli 11, 2014, 13:10

Weisst du warum es mich unter anderem schockt? weil hier in der isr.presse immer die Rede ist davon, dass die anderen uns ja immer besser verstehen, weil sie sehen, wer der Aggressor ist… vollkommener Quatsch. NIX hat sich geaendert.
Noa

5. Lila - Juli 11, 2014, 13:15

Volkes Stimme – nein, die 20 bis 30% mit stark antijüdischen Tendenzen kriegst Du nicht weg und nicht geheilt.

Medien – nicht alle, aber sehr viele haben das bekannte Interpretationsraster im Kopf, das ihnen nicht mal erlaubt, den Standpunkt „Palästinenser – Underdogs und damit a priori unschuldig“ aus dem Auge zu verlieren.

Auf der Demo war, den Bilder nach zu urteilen, eine Mischung von Linken und Moslems unterwegs.

Ich kann da nur sagen: wie gut, wie gut, wie gut, daß der Staat Israel existiert.

Trotzdem hast Du in Deutschland auch andere Stimmen.

6. Paul - Juli 11, 2014, 13:56

Zu #2:
Nein, liebe Lila, diese Ironie wäre mir nicht aufgefallen. Dafür hast Du, sicherlich berufsbedingt, den besonderen Blick.
Aber Ironie ist das für mich nicht. Schau mal hier: http://sarkasmus-ironie-zynismus.de/ironie/

Für mich ist das ein, wenn auch unfreiwilliger, Hinweis auf die Kontinuität der Gesinnung. Ja, die Hamas sind Nazis. Ihre Anhänger und Sympathisanten auch.
@tapfer im nirgendwo, bezeichnet deshalb den Islamisten als Islamnazis. Dir gebührt die Ehre, die Dokumentation für diesen Fakt entdeckt zu haben. Mein Kompliment.

Herzlich, Paul

7. Lila - Juli 11, 2014, 14:40

Na, Ironie des Schicksals meinte ich.

8. G. - Juli 11, 2014, 16:18

Hundert Demonstranten, die frei irgendwo im Nirgendwo deutscher Weite für ihre wirren Ideen demonstrieren.

Keine Ursache, sich diesbezüglich hysterisch (sic!) in irgendwelche auch noch dynamisch zuspitzenden Angstphantasien hineinzusteigern. Allenfalls Fragmente eines verzerrten Echos deutscher Geschichte.

Und nach einer Bodenoffensive werden es vielleicht einige mehr. Oder auch nicht. Und?

Persönlich gerade von linken Demos meist inhaltlich vor den Kopf geschlagen, in meinem Wohlbefinden und meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt, freue ich mich dennoch über jeden Linken, der mir solchermassen gegen den Strich gehen kann.

Nicht um seinetwillen, um meinetwillen, denn die leicht und schnell einzurichtende aber nie und nimmer in irgendeiner Hinsicht zu fokussierende Alternative trifft mit Sicherheit auch die Falschen und ist im Anschluss schwerlich zu verantworten.

So verführerisch das auch erscheinen mag, nein, die Linken sollen demonstrieren. Hierzulande und für was auch immer. Wie die „armen Irren“ ebenso, der erbärmliche Rest dessen, was man uns seinerzeit glaubte, an die Seite setzen zu müssen.

Bestehende Strömungen derselben politischen Richtung innerhalb des mainstream-Journalismus stehen da doch auf einem ganz anderen Blatt.

Eindeutig antisemitische Tendenzen zu Lageauffassung und Berichterstattung rationalisierend. Politisch gefärbt und unter Funktionalitätsverdacht: Dem Leser suggerierend, die Falschen wären gar nicht so (unschuldig) falsch (gewesen) und den Umgang mit eigener Geschichte auf eine trügerische Art erleichternd.

Der Mensch hat’s gern einfach, lässt sich dabei hin und wieder packen aber das Ersparen notwendigen Nachdenkens aus vermeintlichem Eigennutz erscheint mir doch ein sehr schmales Brett. Wenn ich die Leserschaft insofern auch verstehen darf.

Übrigens ein wirklich wunderschönes Land hier. Steinreich und mit allen Möglichkeiten zur säkularen Persönlichkeitsentfaltung gesegnet. 😉

9. Lila - Juli 11, 2014, 16:32

Ja, eine Mini-Demo von überwiegend Moslems. Keine Ahnung, wie viele ähnliche in Deutschland stattfinden, vielleicht kommen sie erst nächste Woche in Schwung. Müssen noch spontane Plakate drucken lassen und so.

Vielleicht kannst Du aber nciht nachvollziehen, wie stark mir die NS-Architektur im Hintergrund ins Auge sticht. Be-chaiai, das erinnert sehr ans Luftfahrtministerium in Berlin! Für mich ist es ein so starkes Signal wie ein Hakenkreuz – stärker noch, denn Hakenkreuze kann man bannen und sie wirklich nicht normal. Aber NS-Gebäude stehen noch überall herum, werden als normal wahrgenommen, aber dem Kennerauge fallen sie sofort auf.

Bestimmt ist das keinem der Demonstranten aufgefallen. Nur mich spricht das Bild stark an, eben wegen der stummen, aber deutlichen Sprache des Gebäudes. Architektur ist nun mal gebaute Geschichte.

10. Naomi - Juli 11, 2014, 17:21

Noah und Lila –

eine derartige abscheuliche antiisraelische Demo hat es hier in Berlin auch schon gegeben.
Wahrscheinlich war es eine der Montagsmahnwachen-Demo.

Til Biermann schreibt dazu (Zitatbeginn):
Etwa dreihundert Menschen haben sich auf dem Potsdamer Platz in Berlin versammelt, ein paar von ihnen schwenken palästinensische Fahnen, viele tragen Palitücher. Eine Frau schreit mit heiserer, hasserfüllter Stimme Parolen in ein Megafon, die von der Menge wiederholt werden.
„Kindermörder Israel!“ – „Kindermörder Israel!“
„Stopp den Mord, stopp den Krieg“ – „Stopp den Mord, stopp den Krieg“
„Intifada bis zum Sieg!“ – „Intifada bis zum Sieg!“
„Intifada al Yahud!“ – „Intifada al Yahud!“ ZItatende …

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/intifada_al_yahud

11. Naomi - Juli 11, 2014, 18:01

Noch ein Artikel in der Jüdischen Allgemeinen, der beleuchtet, weshalb in Deutschland nach dem Sechstagekrieg 1967 plötzlich die Stimmung vor allen bei den Linken kippte und sie sich auf den jüdischen Staat einschossen.

In deutschen Redaktionen sitzen mehrheitlich Journalisten, die den Linken nahestehen oder selbst Linke sind (es gibt einen SPON-Artikel dazu, mit dem Titel: „Warum sind so viele Journalisten links?“).
Viele Journalisten änderten Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger Jahre plötzlich ihre Wahrnehmung – die Linke hatte nämlich einen neuen Klassenfeind: „Israel“.

Der Artikel dazu ist von 2009 und brandaktuel wie heute. Geschrieben hat ihn Ivo Bozic.

(Zitatbeginn):
Antizionismus und Antisemitismus haben in der deutschen radikalen Linken eine lange Tradition. Die Geschichte der RAF, aber auch die des DDR-Regimes und ihrer beider Beziehungen zum palästinensischen Terrorismus erzählen davon. (…)
Den Vorwurf des Antisemitismus weisen die »Antiimperialisten« dabei stets vehement zurück. Sie stehen »nur« gegen den Staat Israel. Der Zionismus ist in ihrem ideologischen Verständnis ein Projekt des amerikanischen Imperialismus, die Kritik daran per se links.
Den Palästinensern hingegen wurde ein »antikolonialer Befreiungskampf« unterstellt … Es herrsche »ein System der weißen Dominanz, das auch aus dem Holocaust wieder dominant hervorging«.
Abgesehen von der Unverfrorenheit, mit der hier bedauert wird, dass der Holocaust nicht erfolgreich gewesen sei, wird auch die Jahrhunderte währende Verfolgung der europäischen Juden völlig in Abrede gestellt. (Zitatende)

http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/6940

12. urideg - Juli 11, 2014, 19:22

Ach, die Demos gegen Israel hierzulande haben einen SEHR koordinierten Charakter. Hier kann man alle gemeinsam anschauen, weiterleiten…:

Jetzt mal unabhängig von den aktuellen Ereignissen: Grundsätzlich finde ich es ok, wenn es hierzulande einen palästinensischen Diplomaten gibt. In der Bundesrepublik ist es Frau Khouloud Daibes, eine Dame mit Hochschulstudium. In Radiointerviews – häufig z.B. in WDR 5 – tritt sie jedoch nicht wie eine Diplomatin auf, sondern wie eine furchtbare Demagogin. Im Juni 2014 durfte die Botschafterin Palästinas in Deutschland im Morgenecho auf WDR 5 folgendes Statement abgeben: Juden sind eine Gefahr für Kinder, Frauen und Olivenbäume, darum tragen wir keine Verantwortung für die entführten jüdischen Jungen!“
Es ist abstoßend. Nein, solche Vertreter erwecken nicht den Eindruck, als wenn sie Gesprächspartner sein können.

13. sabine - Juli 11, 2014, 22:59

Frau Daibes durfte gestern im Deutschlandfunk lange Tiraden gegen Israel singen und es war schrecklich zuzuhören, einmal weil, aber auch, weil ihr anfangs gutes Deutsch, je mehr sie sich in Ausrottungsfantasien hineinsteigerte, immer erbärmlicher und ihre Rede immer weniger stringend wurde.
Heute morgen wurde ein palästinensischer Arzt aus Gaza interviewt, der sich zur augenblicklichen Situation vor allem für die Kinder dort äußerte, es war furchtbar. Die Moderatorin zwang ihn förmlich, sich zur Hamas zu äußern, und es war zu merken, dass er es umgehen wollte. Sagte dann aber, dass die Hamasführer in ihren Sicherheitsräumen säße und die Zivilbevölkerung es auszubaden hätte. Grässliches Gefühl, was das für ihn nach sich ziehen könnte.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s