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Isis in Gaza Juni 30, 2014, 21:42

Posted by Lila in Presseschau, Uncategorized.
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Heute bei Elder of Zion gefunden, bisher noch nicht in deutschen Zeitungen.

So sahen die Trauerfeier und Beerdigung der zwei Terroristen aus, die durch den gezielten Angriff Israels starben:

isil1

isil2

Der Tote ist in eine Flagge gewickelt. Noch ist sie nicht sehr bekannt, doch vielleicht werden wir sie besser kennenlernen, als uns lieb ist.

isis-kalifat

Wenn ich mich nicht sehr täusche, ist die untere Inschrift das Bismillah, das auch auf den Flaggen der der Hamas erscheint (mein Arabisch ist leider sehr lückenhaft). Diese Flagge wird nun auch in deutschen Zeitungen gezeigt – es ist die Flagge des neuen Kalifats. Daß diese neue Flagge im Gazastreifen zur Hand ist, läßt recht tief blicken.

Besser als Elder kann man es nicht kommentieren:

Yet there are a lot of people who are emotionally invested in the idea that Israel’s enemies are somehow different than those who are dedicated to destroying the Western world.

(Und doch gibt es noch sehr viele Leute, die Stein und Bein schwören würden, daß die Feinde Israels sich grundlegend von denen unterscheiden, die die westliche Kultur in Trümmer legen wollen.)

Kommentare»

1. Piet - Juni 30, 2014, 21:53

Da widerspreche ich EoZ: Viele werden sagen (und Idioten gibt es leider viele), dass „der Westen“ aka „die Amis“ und ihr Stellvertreter in Nahost dies provoziert hätten. Und die 3 toten „Siedlerkinder“: Wenn das man kein Inside Job war als Rechtfertigung für den Vernichtungsfeldzug gegen die Palästinenser… – so oder so ähnlich. Widerlich.

2. ekkehard schroeder - Juni 30, 2014, 21:54

aber kerry und steinmeier werden mal mit den iranern sprechen was sich da machen lässt.
http://jungle-world.com/thema/

3. Paul - Juli 1, 2014, 7:35

Wann wird die Welt die wirklichen Ziele der Islamisten erkennen und wach werden?
Meine zugegeben düstere Prognose: Es wird, wie im Falle der Nazis unter Hitler 1 Minute vor Zwölf sein.

Haben wir seit Goethe wirklich nichts dazu gelernt?

Goethe lässt im Faust „Vor den Toren“ (das ist vor dem Osterspaziergang)
den „Anderen Bürger“ sagen:

>>Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen,
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried’ und Friedenszeiten.<<

Nein, nichts, aber auch garnichts dazu gelernt. Es ist zum Heulen.

Das Erwachen wird fürchterlich sein.

Paul

4. Ludwig - Juli 1, 2014, 14:15

Lila,

„Besser als Elder kann man es nicht kommentieren:

Yet there are a lot of people who are emotionally invested in the idea that Israel’s enemies are somehow different than those who are dedicated to destroying the Western world.

(Und doch gibt es noch sehr viele Leute, die Stein und Bein schwören würden, daß die Feinde Israels sich grundlegend von denen unterscheiden, die die westliche Kultur in Trümmer legen wollen.)“

Lese ich solche Sätze, bin ich erstmal sprachlos und frage mich dann, ob ich zwischen „Trollen“ und „Schweigen“ weitere sinnvolle Alternativen habe. Vielleicht. Vielleicht nicht. Mal seh’n:

Mich fasziniert arabische Kalligraphie, mich erschreckt die Ausrufung eines sunnitischen Gottesstaates an Euphrat und Tigris und ich mag die Poesie Deiner Übersetzung von Elders Kommentar. Doch meine Übersetzung des gleichen Satzes lautet anders:

„Wenn „Ihr“ das Offensichtliche nicht verstehen könnt, dass alle Feinde Israels auch „Eure“ Feinde sind, dann kann es dafür keinen rationalen Grund geben, vielmehr liegt die Ursache für „Euer“ Unverständnis in „Eurem“ tiefsitzendem, emotional verwurzelten Judenhass.“

Zugegeben, das ist sehr frei übersetzt, dafür meine ich den Inhalt von „Yet there are a lot of people who are emotionally invested in the idea …“ besser zu treffen und kann das darin nur angedeutete Freund-Feind-Schema bei den Kommentatoren auf EoZ wiederfinden (z.B. Rebbe Yell & NormanF).

Wie gesagt, erst kommt die Sprachlosigkeit und dann denke ich: Sieht aus, wie das gedankliche Material mit dem die Wände von Echokammern ausgekleidet sind. Zwischendurch könnte ich auch neidisch werden, auf ein Weltdeutungssystem, dem es so mühelos gelingt zwischen Gut und Böse zu trennen. Schließlich finde ich wieder zurück in mein konzeptionelles Paralleluniversum mit seinen Grautönen und Epizyklen, die nie so recht zusammenpassen wollen.

5. Georg B. Mrozek - Juli 1, 2014, 18:43

Lila, deine Weitsicht finde ich beinahe beängstigend prophetisch. Was, wenn die ISIS anstelle der PA und der Hamas das Sagen bekommt? Und ist dies überhaupt möglich?

Der Nordirland-Konflikt, der Konflikt mit den Palästinensern sowie jener mit den Kurden wurden über Jahrzehnte im Kalten Krieg instrumentalisiert. Seit gut 25 Jahren gibt es diesen Kalten Krieg nicht mehr. Bedenkt man eine „Auslaufzeit“ (Wechsel der Führungsgeneration) von vielleicht 10 bis 15 Jahren so ist folgendes zu verzeichnen:

1. In Nordirland hat sich der Konflikt beruhigt, da es zu keiner Zeit ein echter ethnischer Konflikt war und die Religion des Christentums längst die Gewalt überwunden hat. Nachdem nun kein politisches Öl mehr ins Feuer gegossen worden war, war diese Beruhigung eine logische Konsequenz.

2. Nach der Verhaftung ihres alten Kopfes hatte die kurdische PKK sehr schnell den Wandel der politischen Zeit erkannt und einhergehend mit dem Golfkrieg I ihre Chance wahrgenommen, pragmatisch an einer Defakto-Lösung für ein kommendes Kurdistan zu arbeiten fern ab des täglichen politischen Geschehens und fern ab jeglicher Ideologie. Mit der Türkei herrscht momentan eine Art Burgfriede und im Irak ist bereits ein faktischer Teil Kurdistans entstanden, dessen internationale Anerkennung nur noch eine Frage kurzer Zeit ist. Als Partner Israels wäre dieses kommende pragmatische Kurdistan übrigens nicht zu unterschätzen, was aber jetzt ein anderes Thema wäre.

3. Durch die internationale finanzielle Unterstützung, die weitreichenden unterschiedlichen Interessen verschiedenster Länder und Organisationen sowie die Unterentwicklung der Bildung ihrer Bevölkerung hat es die palästinensische Führung komplett verpasst, sich den neuen politischen Verhältnissen nach dem Kalten Krieg anzupassen. International wird deren Problem m.E. heute nur noch als lästig betrachtet statt als notwendige Vertretung der eigenen Interessen. Damit ist auch ihr Bürgerkrieg erklärbar. Sie sind derzeit allein gelassen. Hier entstand und entsteht ein Machtvakuum als Spiegel dessen, was dieser Tage im arabischen Raum zu ersten Mal sichtbar wird, nämlich der Kampf um die Vorherrschaft dort.

Die ISIS hatte bis „gestern“ noch keiner auf dem Schirm. Explosionsartig füllt sie das Machtvakuum in den Krisenländern Syrien und Irak, noch belächelt oder nicht ernst genommen von den mächtigen Golfstaaten, doch mit einer bisher nicht geahnten Macht versehen, die alle staunen lässt angesichts ihres Vormarsches.

Über die Gründung ihres Kalifates wird international ebenso meist gelacht, doch was ist, wenn das Lachen im Halse stecken bleibt? Gibt es einen Plan B, sollte sich wider Erwarten diese islamische Richtung durchsetzen? Wer würde aus einem großen islamischen Bürgerkrieg als Sieger hervorgehen? Und schließlich: Was wäre, wenn die Palästinensergebiete Teil eines Kalifats werden?

Ich darf gar nicht daran denken.

6. Lila - Juli 1, 2014, 19:39

Heute haben sie eine syrische Stadt an der Grenze zum Irak erobert.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4536836,00.html

Man kann nur hoffen, daß sie blühen und gedeihen wie die Piratenpartei – vielleicht heftig, aber jedenfalls kurzzeitig.

7. ekkehard schroeder - Juli 1, 2014, 20:17

Q 5
das ende des kalten krieges hat aber auch neue konflikte geschaffen, bzw deren ausbruch ermöglicht.
zb (im vorfeld) afghanischer staatszerfall, staatszerfall somalia, bürgerkrieg yougoslawien, staatszerfall tschechenien.

die palästinänser haben eigentlich nichts verpasst: sie sind weiterhin durchaus erfolgreich.
niemand sonst wird so umsorgt.
wenn der „nahostkonflikt“ gelöst wird müssten die ganzen ngo s wahrscheinlich arafat als zombie wiederbeleben.

die isis, bzw al quaida im irak war schon lange auf dem schirm.
wesentlich geprägt wurde diese durch den jordanier al sarqawis, der sich selbst als palästinänser präsentierte. seine brutalität war selbst in der rest-al quaida umstritten. das verhältniss war von treueschwüren und konkurenz geprägt. als ihr biotop gilt der krieg weshalb sie mehr schiiten wie amerikaner umbrachten um die spannungen anzuheizen. dies war auch ein hauptkonflikt mit der rest-al quaida welche eine aussöhnung anstrebten um gemeinsam gegen den „hauptfeind“ zu kämpfen.
ein wichtiges ziel sarqawis war israel. in diesem zusammenhang warf er dem jordanischen könighaus verrat vor und versuchte den tourismus welcher als „friedensdividente“ gilt anzugreifen. in jordanien wurden 50 menschen ermordet.
desweiteren waren anschläge in deutschland und wahrscheinlich auch im mittelmeerraum geplant.
2006 wurde sarqawis bei einem us-luftangriff im irak getötet.
für rekruten galt syrien schon immer als ein wichtiges transitland.

@4 die schnöde realität der barbarei reicht als widerspruch. zumindest auf diesem planeten.


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