jump to navigation

Hitzewelle Juni 28, 2014, 12:20

Posted by Lila in Land und Leute, Persönliches.
trackback

Vor ein paar Tagen war es morgens noch angenehm, aber die Hitzewelle wurde schon vorhergesagt. Ich habe gestern früh den Garten gewässert, für wilde Tiere eine Schüssel mit Wasser rausgestellt, und seit gestern vormittag sind wir im Modus Hitzwelle – Fenster zu, Rolläden auf Dämmerlicht, überall  sind Ventilatoren und wo nötig (wie in der oberen Etage, die unterm Dach brütet) auch die Klimaanlage angestellt. Einmal draußen, um Rosmarin fürs Mittagessen zu pflücken – und man torkelt zurück. Der Himmel ist metallisch-grell, wie ich es absolut nicht vertragen kann, und an Rausgehen ist nicht zu denken. Eigentlich wollten wir Schwagers Geburtstag feiern, doch er hat abgesagt – er möchte einen schönen Geburtstag im Garten, aber bei diesem Wetter wird da nichts draus.

Ich stecke trotzdem regelmäßig die Nase aus dem Fenster, um zu prüfen, ob von irgendwoher Brandgeruch kommt.

Der Ramadan beginnt übermorgen – ich denke nicht nur an die Fußballspieler, sondern an die vielen, die normal weiterarbeiten, auch meine Kollegen und Studenten. Keine Ahnung, wie sie ohne zu trinken aushalten. Das ist gesundheitsschädlich, das hält der Körper doch gar nicht aus, einen Monat lang. Ich wünsche mir, daß die Hitzewelle aufhört, wenn der Ramadan anfängt.

Es ist dieses Jahr besonders hart, denn der Ramadan fällt genau auf die längsten Tage im Jahr. Auch wenn die Tage hier nicht so lang sind wie in Schweden. Die Sonne geht morgens um halb sechs auf, kurz vor acht Uhr abends ist sie weg. Lange Abende mit schöner Dämmerung gibt es hier ja leider nicht. Grelles Licht tagsüber – und sofort Dunkelheit.

Auf unserer Terrasse mißt das Thermometer 39 Grad. Immerhin ist es keine trockene Hitze – die extreme Trockenheit im Frühling und Herbst finde ich schlimmer als die Schwüle im Sommer, auch wenn man dabei mehr schwitzt.

Von Jahr zu Jahr stecke ich die Hitze schwerer weg. Meine Mutter ist jedes Jahr entsetzt, wie ich aussehe, wenn ich ankomme. Ich sehe immer richtig alt und leidend aus, wenn ich meine Sommerferien antrete. Nach drei Wochen Rheinland-Wetter, Holland oder Dänemark oder wo auch immer in Europa sehe ich deutlich erholt aus, das merke ich sogar selbst. Obwohl wir hier oben im Norden auf unserem Hügel noch angenehmeres Klima haben als die Talebene um Tel Aviv herum – ich habe mich nicht an die Hitze gewöhnt, sondern empfinde sie im Gegenteil von Jahr zu Jahr schwerer.

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s