jump to navigation

Gipfel des Zynismus Juni 18, 2014, 21:29

Posted by Lila in Presseschau, Uncategorized.
trackback

Mir reichen die Artikel im SPon und der Tagesschau, um wirklichen Weltekel zu empfinden.

spon stimmungsmache

Die Tagesschau identifiziert sich mit Mustafa Bargouti. Na ja, Julia Amalia Heyer halt.

tagesschau sippenhaft

Stimmumgsmache, kollektive Bestrafung. Als ob es keinen echten Anlaß gäbe, in Hebron und Ramallah nach den Jungen zu suchen, und nach weiteren Gruppen, die Gewalt gegen Israelis planen und vorbereiten. Die Orgie der wüsten anti-israelischen Unterstellungen, Verschwörungstheorien, Verdächtigungen tobt sich dann in den Kommentaren aus.

Einfach nur widerlich.

Selbstverständlich suchen Tausende Soldaten nach den drei Söhnen. In ganz Israel beten Menschen, ich habe heute eine Gruppe älterer Männer gesehen, die in einem Cafe zusammensaßen und beteten. Drusen und Beduinen besuchen die Familien der Entführten, um ihre Solidarität auszusprechen.

Vor dem Vortrag, den ich heute in einem Kibbuz gehalten habe,  versprach die Leiterin der Gruppe, daß sie sofort Bescheid gibt, wenn es etwas Neues gibt. Zwischendurch unterbrach sie meinen Vortrag, um den Kibbuzniks mitzuteilen, daß die SMS, die gerade an den ganzen Kibbuz gegangen ist, falsch ist – jemand verschickt falsche Nachrichten, daß die Jungen gefunden sind.

Das Land steht auf den Zehenspitzen, hält den Atem an. Alle reden davon.

In der Gruppe, vor der ich heute gesprochen habe, sind viele alte Jeckes – darunter Menschen, die als Kinder auf den letzten Drücker aus Deutschland geflohen sind. Sie haben mich gefragt, wie die Entführung in den deutschen Medien dargestellt wird. Ich habe ihnen die Wahrheit gesagt – nach pflichtschuldigem „natürlich tut man so was nicht, man setzt sich ja ins Unrecht, wenn man Teenager entführt…“ kommt wieder der Tenor: egal was einem Israeli zustößt, es wird schon keinen Verkehrten treffen.

Daß die Terror-Infrastruktur, die sich wie eine Eiterbeule wieder gefüllt hat, jetzt von der Armee angestochen wird, sieht für deutsche Journalisten wohl nach Willkür aus. Es sieht auf Bildern auch wirklich nicht gut aus. Aber in Deutschland seid Ihr ja auch nicht im Fadenkreuz der Terroristen. Da macht Ihr Euch lieber Gedanken über Syrien-Zurückkehrer, Salafisten und Jihadisten, die Euch gefährlich werden können.

Und wir machen uns diese Gedanken eben über die Terroristen, die seit Jahren einen Entführungsversuch nach dem anderen auf die Beine stellen. Daß es keine Wiederholung gibt – daß es sich einfach nicht lohnt – das ist eines der Motive für das Handeln der Armee. Diese Entführung hat eine rote Grenze deutlich, schmerzhaft und sehr weit überschritten. Das war nicht das erste Mal – aber es ist eine Kriegserklärung.

Es ist an der Zeit, daß die palästinensische Gesellschaft deutlich den Terroristen die rote Karte zeigt und eine grundlegende Abkehr von gewaltsamen Methoden stattfindet. Ohne diesen Wandel wird es keinen Frieden geben. Das Risiko ist für uns einfach zu groß. Egal wie klein es vom deutschen Fernsehschirm aus aussieht.

Während das stattfindet, fallen im Süden die Raketen – gerade wird gemeldet, daß ein Haus direkt getroffen wurde. Keine Verletzten, Shomer Yisrael war wieder zur Stelle.

Zu allem Überfluß höre ich draußen ununterbrochen Schüsse an der Grenze, in der Luft Hubschrauber. Vermutlich ist das eine Übung der Armee, die ja an der Grenze sitzt. Ich bin sofort nach draußen gelaufen, um besser zu hören, was los ist, und dann nach oben gegangen. Y. meinte, ja, er hat es natürlich auch gehört, aber was soll es schon sein? Ja, es ist eine Übung, sonst stünde ja was in der Zeitung, bei Rotter.net oder debka file.

Aber die Nerven liegen ein bißchen blank. Immerhin, ich habe die WM, die ich nachts gucke, wenn ich nicht schlafen kann.

Die Mitleidlosigkeit, die ich zu vielen deutschen Kommentaren lese, macht mein Herz bleischwer. Ich habe seit langem den Verdacht, daß die Unfähigkeit zu Empathie für allzu viele Deutsche bezeichnend ist. Ja, ich verallgemeinere – jault auf, greift mich an, erklärt mir, wie falsch ich liege. Geschenkt. Austeilen ist ja immer einfacher als einstecken. (Ja, natürlich, nicht alle – keine Ahnung, wie groß der Anteil der Gemütlosen ist.)

Zu Abu Mazens Worten: ich nehme ihm ab, daß er erschrocken ist über die israelische Reaktion. Sauer auf die Hamas oder eine Splittergruppe der Hamas, die hinter seinem Rücken plant und tut, was den Palästinensern schadet. Terror schadet den Palästinensern – ich predige das schon so lange, daß ich heiser bin. Abu Mazen sieht das in diesem Falle auch ein. Jedoch?

Seine Aussage hätte mich viel, viel mehr beeindruckt, wenn sie sofort mit Bekanntwerden der Entführung gekommen wären. So hat Abu Mazen ein paar Tage gewartet, wie sich die Sache entwickelt. Als ihm klarwurde, daß Israel jetzt wirklich, wirklich, wirklich sauer ist und die Gelegenheit nutzt, zukünftigen Terrorakten das Wasser abzugraben, und daß diese Situation Abu Mazens Position gefährdet – da hat er den Mund aufgemacht.

Ich anerkenne, daß er deutliche Worte gefunden hat, und es ist auch gut, daß Livni das anerkennt. Es ist eine Geste, mit der Abu Mazen sich nicht beliebt macht bei seinen Leuten, und ein Politiker braucht dazu Mut. Daß aus Netanyahus Umgebung nur ein müdes Abwinken kommt, finde ich ungeschickt.

Ermutigend finde ich die israelisch-arabischen Jugendlichen, die sich in sozialen Netzwerken für die Freilassung der Drei einsetzen. Das rührt mein Herz und freut mich. Jeder Beweis dafür, daß wir gemeinsamen menschlichen Boden unter den Füßen haben, ist wichtig. Vielleicht wichtiger als alles andere.

 

Kommentare»

1. M. Spielmann - Juni 18, 2014, 22:03

Vielen Dank für diesen Zustandbericht! Spricht mir voll aus dem Herzen! Herzliche Grüße!!!

2. mom - Juni 18, 2014, 22:34

Lila, ich halte so sehr die Daumen, dass die Jungs gefunden werden und, darüber hinaus, dass sich irgendwie, irgendwie eine dauerhaft friedliche, gedeihliche Lösung für Israelis und Palästinenser finden lässt. Die meisten wollen doch sicherlich nichts als friedlich leben – auf beiden Seiten. Ich habe das Video angesehen, in dem die Mutter mit den Medien spricht, und wie einem dabei vor dieser Tragik nicht das Herz brechen kann weiß ich auch nicht.

3. Hein - Juni 18, 2014, 22:43

Liebe Lila, Deine Abscheu gegen die deutsche Berichterstattung wird von vielen geteilt. Leider nicht von der Mehrheit, die uninformiert und voller Ressentiments ist.

4. Underdog - Juni 18, 2014, 22:57

Na ja, die bedienen sich im Prinzip bei Haaretz
http://www.haaretz.com/opinion/.premium-1.599318

und bei Bezelem:
http://www.btselem.org/press_releases/20140617_collective_punishment_in_hebron_district

Beide verwenden auch das Wort Kollektivstrafe. Das Haus, das da beim Tagesschau-Artikel erwähnt wird, ist wahrscheinlich das, von dem wir gestern abend gesprochen haben. Natürlich kann es sein, dass dieser Josef wirklich der Chef der Entführungsaktion ist, oder ein Teilnehmer daran, dann wäre es genauso peinlich wie damals bei der Fogel-Geschichte. Es kann aber auch sein, dass das wirklich Unbeteiligte sind. Um das zu erfahren, müssen wir uns mit Geduld wappnen.

Was den Spiegel-Artikel betrifft, habe ich nicht so genau recherchiert, aber ich nehme an, dass die auch irgendwo abgeschrieben haben. Das mit dem IDF-Tremping-Verbot geht ja jetzt seit Tagen schon durch die Presse, und die Anti-Netanjahu-Stimmungsmache wird wohl auch von irgendwo kommen…

5. Underdog - Juni 18, 2014, 23:06

…habe jetzt keine Lust, für Artikel zu bezahlen, aber diese zwei könnten in dieselbe Richtung gehen wie der von Spon:

http://www.haaretz.co.il/news/education/.premium-1.2352202

http://www.haaretz.co.il/news/politics/.premium-1.2352971

6. Ronald - Juni 18, 2014, 23:10

„Ich habe seit langem den Verdacht, daß die Unfähigkeit zu Empathie für allzu viele Deutsche bezeichnend ist.“

Psst. Die Blog-Autorin mag es nicht, wenn man über Deutsche schimpft!

7. Brigitte Kirste - Juni 18, 2014, 23:11

Danke, für die klaren Worte, Lila! Bei allem, was frau an der israelischen Politik nicht gut finden, meinetwegen auch verurteilen kann und bei allem Leid, das palästinischen Familien widerfährt: Kinder zu entführen und damit zu kalkulieren, wieviel sie „wert“ sind, und sie dafür in den „sozialen“ Netzwerken zu missbrauchen, ist einfach nur widerlich! Und dass deutsche Medien die Tragödie dreier Teenager und ihrer Familien wieder ein mal zur „Israel- Schelte“ nutzen, ist ekelhaft! Ich bin als sehr häufige (mindestens ein Mal jährlich) Israel- Besucherin wahrlich keine Anhängerin der Siedlerbewegung, aber auch als KritikerIn israelischer Politik sollte man/ frau doch noch in der Lage sein, die menschlichen Dimensionen hinter den Schlagzeilen zu sehen.
Ich wünsche jedenfalls sehr, dass die drei Jugendlichen sehr bald wieder in ihre Familien, zu ihren Freunden, in ihren Alltag zurück kehren können und die best mögliche Hilfe erfahren, mit dem Trauma, das sie jetzt erleiden, weiter leben zu können.
Brigitte

8. #eyalgiladnaftali #bringbackourboys | israelkompetenzkollektion - Juni 18, 2014, 23:17

[…] Abgründen der “Berichterstattung” seien exemplarisch Die kaltherzige Frau K. und Der Gipfel des Zynismus auf SPON und Tagesschau erwähnt, noch mehr sei vor den erschreckenden Kommentaren unserer “israelkritischen […]

9. Zynismus | Dienstarzt - Juni 19, 2014, 5:30

[…] Während der Link auf seine Veröffentlichung wartete, meldeten sich auch schon die Zyniker des Kwallitätsschuhrnalismus. Wiederum von Lila gut dokumentiert (sorry, aber es gibt Leben jenseits der Medizin): Zynismus […]

10. Naomi - Juni 19, 2014, 7:08

Zu der Behauptung in vielen deutschen Medien, bei den drei entführten Jungen handele es sich um „drei Siedler“:

Auf Medienbackspin schreibt Simon Plosker, dass das unwahr ist.
„Wie wir Beaumont erklärten, lebten die drei nicht „in Siedlungen im Süden der West – Bank“. Beide, Yifrach, der aus Elad, in der Nähe von Petah Tikva und Frenkel, der aus Nof Ayalon, in der Nähe von Modi´in kommt, leben nicht in Siedlungen. Shaar kommt aus der Siedlung Talmon …“
http://backsp.wordpress.com/2014/06/16/entfuhrte-israelische-jugendliche-die-schlimmste-berichterstattung/

Was also will auch die Journalistin Julia Amalia Heyer im Spiegel-Artikel mit ihrer Unterstellung suggerieren, wenn sie schreibt, die drei Jungen wären „israelische Siedler“?

Und abgesehen davon, selbst wenn sie wirklich alle drei aus Siedlungen stammen – was vermittelt Heyer mit ihrer Unterstellung dem Leser? Ich mag es mir gerade nicht mehr vorstellen – mir wird schlecht.

In der TACHLES gibt es einen sehr guten Artikel darüber, dass nicht nur die Hamas, sondern auch die PA mit Abbas und Fatah „eine Kultur des Hasses fördert, tagein, tagaus. Sie hilft mit bei der Verwurzelung einer psychologischen Infrastruktur, welche den Terrorismus als akzeptables Instrument hinstellt.“
http://www.tachles.ch/news/print/palaestinensische-behoerde-erzieht-zum-voelkermord

Sicher wissen die meisten hier, dass Jesus seit langem in der „offiziellen paläst. Doktrin“ als Palästinenser vorgeführt wird. Selbstverständlich haben ihn die bösen Juden gekreuzigt.
Und die Hamas hat schon längst alle Juden – egal wo – als Vogelfreie zum Abschuss freigegeben.

Von daher kapiere ich nicht, weshalb sich so viele Deutsche weigern, zu sehen, dass die Wurzeln der paläst. Terroraktionen im Judenhass liegen.

11. P. Bereit - Juni 19, 2014, 7:41

Ich kannn die Reaktionen des offiziellen Deutschland auch nicht mehr verstehen. Einerseits liefert und schenkt es euch U-Boote, die mit Atomwaffen aufgerüstet werden können und andererseits fehlt ihm offenbar die Empathie für solche Vorgänge wie die jetzigen. Wie kommt das?

12. Lila - Juni 19, 2014, 7:51

Denk einfach mal ein bißchen darüber nach, vielleicht kommst Du ja drauf?

13. P. Bereit - Juni 19, 2014, 8:07

Vielleicht ist Deutschland zunächst einmal vorsichtig mit jeder Art von Schuldzuweisung.
Israel geht davon aus, dass die HAMAS dahinter steckt. Das mag stimmen. Von etwas ausgehen, heißt noch nicht, es auch beweisen zu können. Wenn die israelischen Geheimdienste, 2 Stunden nach der Entführung angeblich genau wissen, wer für die Entführung verantwortlich zeichnet, dann frage ich mich, weshalb sie es nicht 4 Stunden früher wussten.
2 Stunden nach den Anschlägen in New York, kannte man alle Entführer. Weshalb nicht 4 Stunden früher?

14. Lila - Juni 19, 2014, 8:23

Es ist immer wieder ein beeindruckendes Schauspiel zu sehen, wie naiv sich jemand stellen kann.

Sagt Dir der Name Burgas was? Israelischen Sicherheitsbehörden lagen lange vor dem Anschlag mehrere Dinge vor.

1. die genaue Kenntnis der Charakteristiken von Hisbollah-Anschlägen, gewonnen aus vergangenen Anschlägen (jawohl, Terrorakte haben charakteristische Merkmale, und Experten erkennen sie daran),

2. Warnhinweise, daß weitere Anschläge geplant sind.

Das reicht oft, weitere geplante Anschläge zu verhindern. Diese verhinderten Anschläge, von denen des Dutzende monatlich gibt, gelangen nicht in die Medien. Darum weißt Du, P.Bereit, der naive, großäugige westliche Nachrichten-Konsument, nichts davon. In Israel sind wir uns wenigstens bewußt, daß es solche Vereitlungen gibt, aber wir wissen oft auch keine Einzelheiten. Nur, wenn wir Beteiligte kennen.

Aber es reicht, um sofort, wenn ein Anschlag stattfindet, zu erkennen, daß es sich um den geplanten Hisbollah-Anschlag handelt. Der Anschlag in Burgas trug schlicht und ergreifend die Handschrift der Hisbollah. Und israelische Sicherheitsbehörden wußten, daß die Hisbollah diesen Anschlag plant.

Doch sie konnten ihn nicht verhindern. Nicht immer gelingt das.

Daß in den gesamten deutschen Medien herzlich gelacht wurde, nach dem Motto: puh, diese israelische Hetze mal wieder, woher wollen die jetzt schon wissen, daß es Hisbollah war!, das war nur Ausdruck der Verachtung, die in Deutschland für Israel gehegt wird.

Hätten deutsche Ermittler ähnlich gearbeitet, vielleicht wären ja manche Anschläge auf türkische Restaurantbesitzer nicht geschehen…? Nur mal so als Denkanstoß, P.Bereit. Weiterdenken, verstehst Du? Schlüsse ziehen, und dann weiterdenken.

Nehmen wir mal eine Metapher, damit Du es jetzt wirklich mal verstehst.

Deine Frage ist in etwa so naiv wie die Frage: warum haben die Geologen das Erdbeben in X nicht verhindert? Sie wußten, was ein Erdbeben ist, aus der Kenntnis früherer Erdbeben. Sie wußten auch, daß in Gegend X Erdbeben vorkommen, wegen der tektonischen Platten, die dort aufeinanderstoßen. Und doch konnten sie das Erdbeben nicht verhindern.

Ja, es ist so naiv, als würdest Du sagen: vielleicht war es ja gar kein Erdbeben! Wie können die Geologen, ja die einfachen Bürger so schnell zu dem SChluß kommen, daß es ein Erdbeben war? Vielleicht war es ein Tornado, eine Massen-Hysterie, ein Lichteffekt?

Lieber P.BEreit, Du wirst es kaum glauben, nein Du wirst es ganz bestimmt nicht glauben, aber es gibt keine besseren Terror-Experten auf der Welt als die israelischen. Wenn die davon ausgehen, daß die Entführung die Spuren einer mit Hamas verbundenen Splittergruppe tragen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß sie gute Gründe dafür haben.

Auch wenn sie diese Gründe nicht sofort Dir und anderen auf die Nase binden.

Ja, sie können auch irren. Das ist möglich. Nicht wahrscheinlich, aber möglich.

Aber sind sie nicht verpflichtet, einer Spur nachzugehen? Du kannst Ermittlungen aller Art von Anfang an aufgeben, wenn Du nur sagst: es kann ja am Ende alles ein Irrtum gewesen sein.

Das möchte ich gern sehen, wenn es Dein kleiner Bruder oder Sohn oder Deine Nichte sind, die in den Händen grausamer Kidnapper sind. Daß Du sagst: ach, wir wollen keine eventuell Unschuldigen bezichtigen und belästigen, lassen wir es einfach mal so.

15. beer7 - Juni 19, 2014, 8:30

Lila, gib’s auf.

Diese Skepsis bei P. Bereit erstreckt sich offensichtlich nicht auf antisemitische Verleumdungen gegen israelische Politiker, auch wenn sich mit kurzen Googlen die angebliche Quelle (Hamas) leicht finden liesse.

Wie nennt man das nur, wenn alles geglaubt wird, was gegen Israel spricht, aber alles, was fuer Israel sprechen koennte, auf Herz und Nieren geprueft werden muss und eigentlich nie eindeutig bewiesen werden kann?

16. Lila - Juni 19, 2014, 8:32

Nein, ich geb´s nicht auf, denn Gott sei Dank liest nicht nur P.Bereit hier. Er ist ein gutes Sprachrohr für die deutsche Einheitsmeinung, und er gibt die Stichwörter.

17. wollecarlos - Juni 19, 2014, 8:44

@16. Lila zu Bereit:

„Er ist ein gutes Sprachrohr“

So _ ist _ es !

Und was ist die Funktion eines solchen?

Rauszuplärren, was ihm -im wahrsten Sinne des Wortes- „eingetrichtert“ wird.

Oder kennt Jemand ein Sprachrohr, das denken kann?

18. P. Bereit - Juni 19, 2014, 8:45

„Darum weißt Du, P.Bereit, der naive, großäugige westliche Nachrichten-Konsument, nichts davon“.

Das ist eine völlig neue Bezeichnung für mich.
Ich wünschte, jeder Deutsche würde sich so umfassend informieren wie ich. Allerdings. Das stimmt. Auch ich bekomme meine Informationen weder von Gott, noch direkt vom Geheimdienst. In der Regel warte ich ab, bis ich mir eine Meinung bilde.

Eine Bitte noch. Hört doch endlich auf mit dem Wahn, alle wären gegen euch, insbesondere die Deutschen.

19. wollecarlos - Juni 19, 2014, 10:09

“ In der Regel warte ich ab, bis ich mir eine Meinung bilde.“

Jep, Nummer 18, nicht lange genug gewartet….

20. Piet - Juni 19, 2014, 10:38

@P. Bereit, #18: «Eine Bitte noch. Hört doch endlich auf mit dem Wahn, alle wären gegen euch, insbesondere die Deutschen.»

Warum? Sie hat doch Recht. Du liest den Beitrag und weißt, es ist ein Wagner. Und sage mir nicht, Wagner hätte keine Spürnase für alles „Israelkritische“. ich wünschte mir, er hätte auch ein Näschen fürs Palästinakritische, hat er aber nicht. Allein den Begriff „Kollektivstrafe“ in Zusammenhang mit Hausdurchsuchungen und Vernehmungen bei der Suche nach den entführten Schülern ist der Gipfel der Unverschämtheit. „Die Palästinenser beklagen“ – wirklich? Die? Oder sind es die, die die Suche (und das Auffinden der Schüler) ver- oder zumindest behindern wollen? Weil es im „Befreiungskampf“ ja doch irgendwie verständlich ist? Und was sagt uns das über die Haltung dieser Menschen? Oder ist das die Sprache Palästinensischer Politikern an ihre Klientel, und was sagt das aus? Offenbar nix. Also zumindest nichts, was Wagner klären, journalistisch einordnen müsste: Die Deutschen bekommen „Kollektivstrafe“ vor die Füße geknallt, die armen Palästinenser! Wie ungerecht! Diese Israelis, müssen immer übertreiben! Sind ja nur „Siedlerkinder“, wie man blödsinnigerweise immer wieder lesen muss, und so formuliert der leserbriefschreibende „Israelkritiker“ weiter aus: „Was hatten die da zu suchen? Nichts!“, na, und wer sich in Gefahr begibt, der kommt darin um. Und sagen Sie mir bitte nicht, diese Denke hätte Wagner nicht bedienen wollen – genau die!

Von all dem mal ab, fand ich den verschiedentlich geäußerten Gedanken des „Showkampfes“ zwischen Abbas und Netanjahu nicht ganz abwegig: Es scheint ja, dass die Behörden im Westjordanland relativ gut zusammenarbeiten, was keine Seite gerne aufgeben möchte, sodass die Zerstörung der Infrastruktur der Hamas in und um Hebron ein beiden Seiten willkommener Nebeneffekt sein könnte. Vor der Kamera blaffen sich beide Seiten an, hinter der Kamera geben Sie sich die Hand. Ob es sich so verhält, kann ich nicht beurteilen, aber es ergäbe einen Sinn und wäre ja, ganz pragmatisch, auch nicht das Schlechteste.

Ob die drei Schüler noch leben? Ob es ihnen gut geht? Ich hoffe es, schließe die Familien in meine Gebete ein und wünsche ihnen von Herzen das Beste und den Ermittlern Erfolg!

21. ? im Kopf - Juni 19, 2014, 12:39

Ich verstehe nicht ganz, warum man findet, dass die deutsche Presse nicht schreiben darf, was die israelische Presse auch schreibt. Das heisst für mich mit zweierlei Mass messen.

22. Lila - Juni 19, 2014, 12:47

Ganz einfach. Man findet, daß die deutsche Presse schreiben darf, was sie will. Man darf aus der Wahl ihrer Themen aber seine Schlüsse ziehen.

Tweet von Netanyahu, der die Hamas-Vergangenheit als Terrorbomber in Bussen in Erinnerung ruft: Schlagzeile.

Entführung dreier israelischer Jugendlicher: anderthalb Tage Stillschweigen und keine Bilder der Opfer.

In den israelischen Medien wird berichtet, was die Soldaten bei ihren Razzien finden. In den israelischen Medien wird in Erinnerung gerufen, was Avi Sasportas und Ilan Saadon und anderen Israelis passierte. In den israelischen Medien wird regelmäßig davon berichtet, daß Terrorgruppen zur Entführung von Israelis aufrufen.

Wenn deutsche Zeitungen sich in ihrer Berichterstattung lieber auf das Leiden der palästinensischen Zivilisten und die Untaten der israelischen Armee beschränkt – dann dürfen sie das selbstverständlich. Ich rufe nicht nach Zensur.

Aber ich erkenne, daß deutsche Zeitungen gern das Bedürfnis ihrer Leser erfüllen, sich über Israel zu empören.

Wie schön für Euch.

23. P. Bereit - Juni 19, 2014, 13:04

20. Piet

Wer ist Wagner?

24. wollecarlos - Juni 19, 2014, 13:10

Aus den „Grundsätzen und Leitlinien des Axel-Springer-Verlages“, von Axel Springer persönlich definiert:

„Unternehmensgrundsätze

1. Das unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat …

2. Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.

3. Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses …

4. Die Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus.

5. Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft.“

Viel ist davon nicht übrig geblieben!

25. ? im Kopf - Juni 19, 2014, 13:22

„Ich habe seit langem den Verdacht, daß die Unfähigkeit zu Empathie für allzu viele Deutsche bezeichnend ist.“

Das glaube ich auch. Ich halte die Deutschen für grausam, kalt, aber vor allem für vollkommen humorlos. Kein Deutscher kann über sich selbst lachen, alle müssen alles immer so bierernst nehmen.

Allerdings nehme ich dich, liebe Lila, da nicht aus.

26. Piet - Juni 19, 2014, 14:04

@P. Bereit, #23: Der Autor eines der beiden Beiträge, um die es in diesem Blog-Beitrag geht.

27. willow - Juni 19, 2014, 15:47

„Wie nennt man das nur, wenn alles geglaubt wird, was gegen Israel spricht, aber alles, was fuer Israel sprechen koennte, auf Herz und Nieren geprueft werden muss und eigentlich nie eindeutig bewiesen werden kann?“

das sage ich hier lieber nicht, sonst wird Lila böse 😉

28. willow - Juni 19, 2014, 15:54

@ 21. ? im Kopf

„Ich verstehe nicht ganz, warum man findet, dass die deutsche Presse nicht schreiben darf, was die israelische Presse auch schreibt. Das heisst für mich mit zweierlei Mass messen.“

Genau … stellen sie sich einfach vor, ausländische Journalisten würden sich für ihre Berichterstattung über Deutschland ausschließlich bei Beiträgen der „Jungen Welt“ bedienen, die Deutschland als rassistischen, korrupten Nazistaat beschreiben, dazu noch ein paar Artikel über NSU und Neonazis in deutschen Parlamenten … würden sie meinen, da würde ein realistischens Bild vom heutigen Deutschland vermittelt!?

Aber ganz genau so funktioniert es (bis auf gaaaanz wenige Ausnahmen) wenn in Deutschland israelische Quellen zitiert werden/ zu Wort kommen. Deshalb ist es auch keine Überraschung, wenn Menschen die zum ersten Male in Israel sich wundern, daß sie keine Mischung aus Nordkorea und Nazideutschland vorfinden – obwohl die „unabhängigen“ deutschen Medien doch genau dieses Bild von Israel verbreiten …

(Oder wie nennen sie es – nur ein Beispiel- wenn seit Tagen so getan wird, als wäre die Suche der israelischen Sicherheitskräfte nach 3 Jugendlichen weitaus fürchterlicher als Massenmorde in Nigeria, Kenia, Syrien und dem Irak!?)

29. willow - Juni 19, 2014, 16:14
30. levrak - Juni 19, 2014, 17:10
31. Lila - Juni 19, 2014, 18:12

Sehr guter Text. Ich komme mir fast pingelig vor, wenn ich anmerke, daß ein Wortspiel wie Ägyptaraber Nicht-Kenner der Materie zu der Idee verleiten könnte, daß die alten Ägypter tatsächlich Araber waren. Was sie natürlich nicht waren.

32. ? im Kopf - Juni 19, 2014, 19:01

@willow

Haaretz mit der Jungen Welt zu vergleichen scheint mir nicht ganz angemessen, obwohl ich, ehrlich gestanden, letztere Zeitung noch nie gelesen habe.

Bezelem würde ich in etwas mit einem Amnesty-International-Bericht vergleichen, und wenn die deutsche Polizei in ihren Gefängnissen zu öhm intensiven Verhörmethoden greift, dann fände ich es angebracht, die in- und ausländische Bevölkerung darüber zu informieren.

Das Bild, das man sich im Ausland von Deutschland macht schätze ich drei Schlagworten so ein: Nazis-Merzedes-humorlos (mittelmässige Küche)… Kein Land, das man unbedingt besuchen möchte, aber gute Autos können sie bauen…

Insofern ist es ziemlich illusorisch von dir zu glauben, dass die Presse in irgend einem Land ein realistisches Bild über irgend ein anderes Land abgibt.

Was denkst du wenn du Irak hörst? Kulturschätze aus Mesopotamien? Laue Sommerabende am Euphrat? oder doch eher Irak-Krieg, Iran-Irak-Krieg, etc?

33. willow - Juni 19, 2014, 21:03

„Haaretz mit der Jungen Welt zu vergleichen scheint mir nicht ganz angemessen“

nun, könnte sein, daß dieser Vergleich gegenüber der „Jungen Welt“ tatsächlich etwas ungerecht ist …

http://haolam.info/artikel_17849.html

34. levrak - Juni 19, 2014, 22:45

Lila – #31

Du hast an der Stelle recht, mich stört’s auch.
Aber der Text ist klasse!

A.mOr.

35. Lila - Juni 19, 2014, 22:49

Mich stört´s eigentlich nicht. Es wäre nur schade, wenn ein Korinthenkacker, von denen es immer mal wieder welche gibt, sich nun daran aufhält, als wäre es ein Fehler und kein Stilmittel…

36. levrak - Juni 19, 2014, 22:58

# 10 – Naomi

„Was also will auch die Journalistin Julia Amalia Heyer im Spiegel-Artikel mit ihrer Unterstellung suggerieren,…“

Claudio Casula ist in der Lage 
zu einer Antwort.

Hau den Bibi!

A.mOr.

37. Lila - Juni 19, 2014, 22:59

Claudio Casula hat IMMER eine Antwort 🙂

38. levrak - Juni 19, 2014, 23:01

Es ist ein Stilmittel, ganz genau.
Aber das wird nicht jeder so verstehen.
Die Ameisenficker die sich äußern, die kann man immerhin dann aufklären.

A.mOr.

39. levrak - Juni 19, 2014, 23:03

😉

40. levrak - Juni 19, 2014, 23:08

#11 – P.Bereit

„Einerseits liefert und schenkt es euch U-Boote,…“

Die U-Boote haben gekostet, unter anderem (nicht unerheblich!!) die israelische Technologie an Bord.
Das erklärt den Preis“nachlaß“.

A.mOr.

41. levrak - Juni 19, 2014, 23:29

#32 – ? im Kopf

„Das Bild, das man sich im Ausland von Deutschland macht schätze ich drei Schlagworten so ein: Nazis-Merzedes-humorlos (mittelmässige Küche)… Kein Land, das man unbedingt besuchen möchte, aber gute Autos können sie bauen…“

Eine ziemlich deutsche Einschätzung, finde ich. 
Man glaubt es kaum, aber Deutschland („die Deutschen“) sind beliebt im Ausland. Vielleicht nicht überall?, auf Mallorca zB haben die Leute wohl gelernt mit dem Fluch zu leben. 
Aber wie würde man in Deutschland wahrscheinlich dazu hören? 
„Sie leben doch gut vom
Tourismus!“ 😕

A.mOr.

42. ? im Kopf - Juni 19, 2014, 23:46

@41:

Ich hätte geschätzt, dass wenn man jetzt eine Umfrage ausserhalb Deutschlands macht: Woran denkst du, wenn du Deutschland hörst? die Nazis (2. Weltkrieg, Holocaust, Shoah) bei ca. 50% der Befragten bei den drei ersten Stichwörtern dabei wären. Aber vielleicht ist es ja auch Merkel… Dass die Leute gleich als erstes an Loreley und Rheinwein denken, glaube ich eher nicht…

43. P. Bereit - Juni 20, 2014, 8:07

37.
Claudio Casula schreibt gute Texte, zweifellos. Ob er auch Antworten hat, weiß ich nicht. Das bezweifele ich eher, was kein Vorwurf ist, denn ich habe auch keine.
Unvergessen sein Brief an Herrn Kolat, den Vorsitzenden der türkischen Verbände in Deutschland.
Da schreibt er, zu Recht, gegen die Verweigerungshaltung vieler Türken und Araber, gegenüber der Integration in Deutschland an. Oft schüttet er das Kind jedoch mit dem Bade aus, wenn er, selbst Migrant, zweifellos voll integriert, meint, jedem Deutschen sagen zu müssen, wie er sich zu verhalten habe. Da unterscheidet er sich in der Großkotzigkeit nicht, von so manchem Türken oder Araber, den man am liebsten auf den Mond schießen würde.

44. P. Bereit - Juni 20, 2014, 8:18

Gerade wurde Deutschland, von irgendeiner Institution (Quelle leider vergessen), zum beliebtesten Land der Welt kreiert.
Vermutlich liegt das nicht daran, dass die Menschen zuerst an Ausländerfeindlichkeit, Hitler und Antisemitismus denken, sondern wohl zuerst an das, was sie im eigenen Lande (vielleicht) vermissen. Wohlstand, Sicherheit, Offenheit, Pluralität, Demokratie. Und, und, und ….
Viele, die nach Deutschland kommen, genießen diese Vorzüge nicht nur mit Dankbarkeit, sondern bringen sich fleißig ein. Andere nutzen sie schamlos aus und verlangen, nachdem sie satt und sicher sind, nach all dem, was sie im Herkunftsland daran hinderte, zu ebensolchen Segnungen zu gelangen. Da möchten sie gern die Scharia einführen oder ein Kalifat gründen. Die Deutschen haben keine Antwort auf solche Anmaßungen.

45. P. Bereit - Juni 20, 2014, 8:41

40.

Deutschland hat 6 U-Boote mit mehr als 1 Milliarde Euro subventioniert. Die ersten beiden Schiffe wurden verschenkt. Komplett. Für das letzte, das 6. Boot, hat Deutschland ein Drittel der Kosten übernommen und den israelischen Anteil bis 2015 gestundet.
Die Boote sind so gestaltet, dass sie atomar aufgerüstet werden können. Damit macht sich Deutschland der atomaren Aufrüstung des Nahen Ostens mitschuldig und verstößt eindeutig gegen die eigenen rechtlichen Vorgaben. Israel muss sich nicht darüber wundern, wenn sein Verhalten die atomare Rüstungsspirale antreibt und Iran sich möglicherweise auch in den Besitz dieser Waffe zu bringen gedenkt.

Die israelische Technologie in oder an diesen Booten, von der nichts bekannt ist, dürfte sich darauf beschränken, den Geldautomaten des deutschen Steuerzahlers am Laufen zu halten.

Für diese unüberlegten und bedenklichen Grüßzügigkeiten, muss er, der deutsche Steuerzahler, sich anschließend auch noch pauschal als gegenüber Israel negativ eingestellt oder gar als Antisemit bezeichnen lassen. Eine irre Welt. Meint ihr nicht auch?

46. Rosa - Juni 20, 2014, 8:49

P. Bereit, gehörst du auch zur Neuen Rechten?

„Die Deutschen haben keine Antwort auf solche Anmassungen“
Das stimmt überhaupt nicht. Erstens hat Deutschland Vollzugsbehörden, die dafür zuständig sind, den deutschen Gesetzen Achtung zu verschaffen. Und, Newsflash, die Behörden tun das auch! Wenn jemand findet, er muss seine Schwester umbringen, um seine Ehre zu retten, dann kommt er in Deutschland (wie übrigens in der Türkei auch) ins Gefängnis und wird nach der Schwere seiner Tat verurteilt.

Aber abgesehen davon sind die, die finden sie brauchen ein Kalifat, eine verschwindende Minderheit, ähnlich wie die Gruppe Zschäppe auf der Rechtsextremen Seite.

47. P. Bereit - Juni 20, 2014, 9:32

Richtig. Wer seine Schwester aus Gründen der „Ehre“ umbringt, der wird verurteilt, sofern man seiner habhaft wird. Mir wäre es jedoch lieber, wenn Bürger mit einem derartigen „Ehrgefühl“, ihren Wohnsitz dort nehmen, wo man mit solchen Ansichten leben kann. Ein Platz im deutschen Strafvollzug, kostet pro Tag ca. 300.- Euro. Allein aus dieser Sicht, wäre es m.E. sinnvoller, sich seine Migranten besser auszusuchen.
Außerdem. Ca. 75 Prozent der Gewaltstraftaten und anderer schwerer Straftaten in Deutschland, werden nicht von ethnischen Deutschen begangen. Muss man ein RECHTER sein, um das Scheiße zu finden?

48. urideg - Juni 20, 2014, 10:35

So spricht diese krude, in exemplarischer Weise sprechende Mischung zwischen traditioneller „israelkritischer“ Obsession, Jammerlappentum, selbstgewähltem Opfer (die armen …) und Ausländerfeindlichkeit á la Pro Deutschland, NDP oder aber AfD. PI ist publizistischer Hauptvertreter der Neuen Rechten gewiss der sinnvollere Ort für Sie. Da findet man auch Vieles „Scheiße“. Worum geht´s beim Thema? Um den „Gipfel des Zynismus“. Anlass: Die Entführung (und möglicherweise Ermordung) von drei Jugendlichen. Da gerät aber jemand in Furor. Dies ist hier gewiss von sonderlichem Interesse.

49. P. Bereit - Juni 20, 2014, 11:34

Jetzt musst du mich nur noch mit Eichmann und Mengele in eine Verbindung setzen, du Kasper!

50. urideg - Juni 20, 2014, 12:53

Die Tragik bei psychischen Erkrankungen und bei Menschen mit wahnhaften Fantasien und Vernichtungswünschen ist, dass sie selbst von ihrem Wahn am wenigsten mitbekommen. Außenstehende sind bekümmert bis besorgt, die Betroffenen hingegen erfreuen sich ihrer Destruktivität und ihres Bruchs mit der Realität.
Kasperle hingegen war ein amüsanter und anregender Zeitgenosse.
Nein, Sie sollten sich – hier knüpfe ich an das vorhergehend Gesagte an – nicht überschätzen: Eichmann und Mengele waren denn doch eine „andere Liga“. Aber was noch nicht ist kann ja noch werden. Ein redliches Bemühen zumindest ist Ihnen nicht abzusprechen.

Der „gottlose Jude“ Sigmund Freud formulierte hierzu 1924: „Es ist kaum zweifelhaft, daß die Phantasiewelt bei der Psychose die nämliche Rolle spielt, daß sie auch hier die Vorratskammer darstellt, aus der der Stoff oder die Muster für den Aufbau der neuen Realität geholt werden. Aber die neue, phantastische Außenwelt der Psychose will sich an die Stelle der äußeren Realität setzen, die der Neurose hingegen lehnt sich wie das Kinderspiel gern an ein Stück der Realität an — ein anderes als das, wogegen sie sich wehren mußte —, verleiht ihm eine besondere Bedeutung und einen geheimen Sinn, den wir nicht immer ganz zutreffend einen symbolischen heißen. So kommt für beide, Neurose wie Psychose, nicht nur die Frage des Realitätsverlustes, sondern auch die eines Realitätsersatzes in Betracht.“

51. Ludwig - Juni 20, 2014, 17:30

Lila,

wenn ich mir Deine Posts und „Eure“ Diskussionen seit der Entführung anschaue und versuche mich in „Euer“ Weltbild reinzulesen, dann meine ich Deinen eingangs angesprochenen „Weltekel“ an vielen Stellen zu erkennen. Und mir wird klar, dass ich Teil dieser Welt bin, die „Euch“ anekelt. Daher scheint mir ein Dialog zwischen „Uns“ und „Euch“ aktuell kaum möglich, obwohl die Polarisierung zwischen unseren konzeptionellen Paralleluniversum in den letzten Tagen etwas nachgelassen hat. Ich glaube trotzdem ein Kontrastieren von Unterschieden bringt mehr Klarheit als der uns allen wohlbekannte Austausch von gegenseitigem Unverständnis.

Schaue ich auf die israelische Reaktion auf die Entführung der drei nationalreligiösen Jugendlichen in Judäa und Samaria, fallen mir einige mehr oder weniger ähnliche Beispiele ein, die „uns“ hierzulande bewegt haben:

– Die Schleyer-Entführung durch die RAF – http://de.wikipedia.org/wiki/Schleyer-Entf%C3%BChrung

– Die nicht aufgeklärte Entführung der Kronzucker-Kinder in der Toskana – http://de.wikipedia.org/wiki/Kronzucker-Entf%C3%BChrung

– Die Metzler-Entführung durch Magnus Gäfgen wurde schon angesprochen – http://de.wikipedia.org/wiki/Entf%C3%BChrung_von_Jakob_von_Metzler

– Schliesslich die gestern beendete „Entführung“ des Höhlenforschers Johann Westhauser durch „höhere Gewalt“ – http://de.wikipedia.org/wiki/Rettungsaktion_in_der_Riesending-Schachth%C3%B6hle

Zwischen allen Fällen gibt es Unterschiede und Gemeinsamkeiten die sich anhand von Fragen zeigen lassen:

– Wer wurde entführt, Kinder oder Erwachsene?

– Wie reagieren Angehörige, Medien, Gesellschaft und Politik?

– Was wollten/wollen die Entführer erreichen? Was haben sie erreicht?

– Wie reagieren Polizei und Sicherheitskräfte? / Was haben sie mit ihren Maßnahmen erreicht?

– Wer hat Verantwortung für Fehler übernommen, wenn es welche gab?

– Was hat die Gesellschaft aus der jeweiligen Situation gelernt?

Manche Fragen sind nicht immer relevant. Beispielsweise bringt es nichts darüber nachzudenken, welche Ziele die Riesending-Schachthöhle mit ihrer „Entführung“ verfolgte.

Andererseits ist es interessant, zu spekulieren, ob sich die israelische Öffentlichkeit in einer ähnlichen Situation, ähnlich verhalten hätte. Mein Eindruck ist, gesellschaftliche Solidarität hat bei „Euch“ einen höheren Stellenwert als bei uns.

Vermutlich würde in der israelischen Presse unmittelbar nach einer Rettung auch nicht so wie hier über Kosten und Versicherungen diskutiert: http://www.spiegel.de/panorama/johann-westhauser-aus-hoehle-gerettet-was-kostet-der-einsatz-a-976185.html

Mich interessiert daran, wie sich mein konzeptionelles Paralleluniversum von „Eurem“ Universum unterscheidet. Dabei scheinen mir unsere Vorstellungen von Terrorismus grundsätzlich verschiedene.

In meinem Paralleluniversum, sehe ich Terrorismus als Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln. Terroranschläge verfolgen Ziele, Terroristen wägen dazu Mittel und Möglichkeiten ab. Sie stehen in einem politischen Kontext, nutzen Terror als Instrument der Kommunikation mit dem sie politische und gesellschaftliche Realitäten beeinflussen wollen. Manche Terrorkampagnen erreichen ihre Ziele, manche nicht, manche bewirken etwas ganz anderes.

Schaue ich mir „Euer“ Paralleluniversum an, so scheinen viele dieser Aspekte bedeutungslos. Terrorismus ist für „Euch“ – furchtbar und schlicht zugleich – ein Ausdruck des Bösen, der sich kaum von anderen antisemitischen Hassverbrechen unterscheidet.

52. G. - Juni 20, 2014, 17:36

Irgendwie beginnen die Kommentare gerade ein wenig ins Sinnbefreite abzudriften.

Der mitteilungsfreudige @Bereit steht also hier unter dem Verdacht einzelner in seinem `wahnhaften Vernichtungswunsch` es dereinst auf eine Ebene mit skrupellosen Karrieristen und perfekten Bürokraten übler Zeiten bringen zu können?

Wer schafft sich hier einen Realitätsersatz?

NPD und AFD in einem Atemzug?

Die „neue“ Rechte? Was soll das denn nun wieder sein? Uns gab es lang vor der Linken. Bastelt da jemand an seiner eigenen Geschichtsauffassung?

Sollte sich einst jemand bereit finden, die Gottesvorstellung dankenswerterweise personifizieren zu wollen, so hätte er im Hinblick auf die Menschheitsgeschichte mit Sicherheit an der Lebensleistung des „gottlosen“ Freud die allergrösste Freude. Anstelle sie als Munition zu benutzen einen in seiner Intensität vielleicht persönlich störenden Kommentator, ich zitiere, „mal so richtig ins Gesicht zu spucken“.

Lieferung und insbesondere äusserst spezifische Zahlungskonditionen diverser U-Boote begründen sich allein in der Anerkenntnis deutscher Schuld, manifestieren daraus resultierend eine aktive Anerkennung des Existenzrechts Israels und stellen weder einen Wechsel auf die Zukunft in irgendeiner Hinsicht noch Parteinahme im aktuellen Konflikt dar.

BTT: Ich kann nicht feststellen, dass Deutsche sich in Bereitschaft oder Fähigkeit zur Empathie irgendwie von ihren Nachbarn abheben.

53. Underdog - Juni 20, 2014, 19:41

„In meinem Paralleluniversum, sehe ich Terrorismus als Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln. Terroranschläge verfolgen Ziele, Terroristen wägen dazu Mittel und Möglichkeiten ab.“

Na ja, wenn du das so kalt siehst, dann haben die Terroristen wohl auch abgewogen, dass die Leute, für die sie sich angeblich einsetzen, unter den Konsequenzen des Terrorismus zu leiden haben werden. (Hausdurchsuchungen, Ausgangssperren, Verhaftungen, Verhöre, etc). Dann muss man ja auch kein Mitleid mit ihnen habe, denn die Konsequenzen waren kühl vorausberechnet…

Insofern liegst du eigentlich ganz auf der Linie von Lila, deren Mitleid sich ebenfalls in Grenzen hält…

54. Claudio Casula - Juni 20, 2014, 20:57

@ P. Bereit

Auf das, was Antisemiten von sich geben (egal ob Rechts- oder Linksradikale, Islamisten, angeblich Friedensbewegte oder auch Otto Normalvergaser), habe ich tatsächlich immer eine Antwort. Die Idioten machen es einem da recht leicht. Eine Lösung für den Nahostkonflikt habe ich, im Gegensatz zur Nahostfriedens-AG Bad Oeyenhausen-Ost, nicht; einziger Grund ist ja der Hass auf die Juden, und den kriegst du aus der Region nicht raus. Der Konflikt lässt sich nur managen und auf möglichst kleiner Flamme halten. Eine „Lösung“ wäre nur dann möglich, wenn sich in der durch und durch verrotteten arabischen Welt irgendwann Kräfte der Vernunft durchsetzen würden und den verdammten Radikalismus dort versenkten, wo er hingehört: im Orkus.

Was Palästina betrifft: Hier müssten die Radikalinskis entmachtet werden, alle Terrorgruppen vom Islamischen Jihad über Hamas bis zur Fatah. Nicht ohne Verluste zu bewerkstelligen, aber durchaus möglich. Und dann müsste das passieren, was 1945 mit Deutschland gemacht wurde: die Gebiete unter Kuratel stellen und langsam an die Zivilisation heran- bzw. zurückführen, was, wie damals, wohl Jahre dauern wird. Sicherstellen, dass die nächste Generation nicht auch noch mit Hass vergiftet wird. Danach Wahlen abhalten – mit demokratischen Parteien, nicht wie bisher, wo man die Wahl zwischen zwei Terrorbanden hatte. Schließlich, mit dem nötigen guten Willen, lässt sich ein Kompromiss finden, mit dem künftige Generationen gut leben können.

Kurzfristig wäre nur möglich: Sturz und Entwaffnung der Hamas, politischer und vor allem finanzieller Druck auf die Fatah, bis sie in die Knie geht. Das wäre keine Ideallösung, weil die Bande erstmal an der Macht bliebe, aber besser als alles andere, was derzeit denkbar ist. Nur fehlt da der politische Wille, weshalb wir alle froh sein sollten, dass die Israelis die stärkere Partei in diesem Konflikt sind. Weil die Israelis nicht so wollen, wie sie können, und die Palästinenser nicht so können, wie sie wollen, ist der halbwegs erträgliche Status quo für alle gesichert. Umgekehrt, und das ist der Punkt, wär´s die Hölle.

55. # bring the boys back home – Über eine Aktion in Kassel | bga-kassel - Juni 20, 2014, 21:25

[…] diesen Stellen lässt sich nachlesen, was in Deutschlands Öffentlichkeit so los ist. Letters from Rungholt, Spirit of Entebbe und Lizas Welt … Ein Artikel der für sich selbst spricht, ist in der als […]

56. ekkehard schroeder - Juni 21, 2014, 0:19

@ 47
es wäre konsequent zuzugeben ein rechter zu sein wenn man in dieser welt biotope und völkerzoos für despotie sieht. auch wenn man oft die unehrlichkeit, besser frechheit, besitzt dies zb um die aktuellste variante zu nennen im poststrukturalen foucault bis butlersprecht als antiimperialistisch, sozialistisch, feministisch usw sieht.
für einen dinosaurier wie mich ist nur wichtig das man sich als mensch gegenseitig quält. wo ist mir herzlich egal.

(„Mir wäre es jedoch lieber, wenn Bürger mit einem derartigen “Ehrgefühl”, ihren Wohnsitz dort nehmen, wo man mit solchen Ansichten leben kann.“)

57. G. - Juni 21, 2014, 2:22

@Claudio Casula, auch ein gutes Stück weit Frage des Standpunktes. Ob auch die drei sympathisch lächelnden Jungs den Status Quo derzeit als so erträglich ansehen? Ich habe da meine Zweifel, wie gesagt. Sollte mich aber freuen für die drei.

Die Araber unter Kuratel zu stellen, für Jahre, wie uns ab 45? Doch diesmal nicht um eine Entwicklung zurück zur Zivilisation sondern erstmals hin zu ihr zu vollziehen? In wenigen Jahren?

Naja …, immerhin wollten sie einst diese Entwicklung nehmen, vor hundert Jahren, bevor man sie damit wie die Ochsen am Nasenring durch die Manege gezogen hat, nicht wahr? Und nun soll diese versagte Entwicklung also zwangsweise nachgeholt werden? Zumindest der konstruktivste Plan, von dem ich in dieser Beziehung bisher gehört habe.

Nur eine Frage. Wer bezahlt den notwendigen Marshall-Plan? Wer stellt die unabdingbar für derartige Entwicklung notwendigen Mittel bereit? Milliarden €, die an den Fingern beider Hände sicher nicht abzuzählen sind. Wer investiert noch so langfristig orientiert? Israel?

Ich sehe palästinensische Mädchen freudig lachen. In Freiheit, in Erwartung einer Zukunft im eigenen Land, gebildet als Gleiche unter Gleichen das Füllhorn all ihrer Möglichkeiten auskostend. Ein fantastischer Plan, den auch Deutschland sicher solchermassen nur zu gerne umgesetzt sähe. Sogar im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten beteiligen würden wir uns. Mach mal.

58. Pinguin - Juni 21, 2014, 8:48

@54. Danke, Claudio Casula! Ihre (zu seltenen) Beiträge lese ich am liebsten; sie treffen, meiner Meinung nach, immer den Kern der Sache und sind erfreulich klar formuliert. Mir persönlich tut es allerdings leid, dass die Israelis nicht so tun wie sie könnten, zumal ihnen ihre ständige Rücksichtnahme nicht honoriert wird. Aber letztlich können nur sie selber abschätzen, wie weit sie gehen wollen, da sie – angesichts der Feigheit und somit der mangelnden Solidarität der Umwelt – allein die Konsequenzen zu tragen haben.

59. ekkehard schroeder - Juni 21, 2014, 9:03

Nur eine Frage. Wer bezahlt den notwendigen Marshall-Plan? Wer stellt die unabdingbar für derartige Entwicklung notwendigen Mittel bereit? Milliarden €, die an den Fingern beider Hände sicher nicht abzuzählen sind. Wer investiert noch so langfristig orientiert? Israel?

was militärausgaben, subvention der korruptio, ääh entwicklungshilfe usw kostet dürfte die demokratisierung palästinas nicht am geld scheitern.
es ist die frage was man will. und regionen mit viel schlechteren voraussetzungen machen da ein stück weit hoffnung:
http://www.dw.de/rege-beteiligung-an-stichwahl-in-afghanistan/a-17707461

60. charly - Juni 21, 2014, 9:03

Kleiner Link zur Kostenfrage, nur mal kurz, ohne das, was der Westen der PA regelmäßig reinbuttert…….
http://www.audiatur-online.ch/2013/10/09/das-unrwa-dilemma/

61. wollecarlos - Juni 21, 2014, 9:28
62. charly - Juni 21, 2014, 9:34
63. wollecarlos - Juni 21, 2014, 10:47

Da jammert unser „Herr der Gülle“ in # 49

„Jetzt musst du mich nur noch mit Eichmann und Mengele in eine Verbindung setzen, du Kasper!“

und vergisst geflissentlich, daß er selber Vergleiche gebracht hat, die weit über Anständigkeit hinausgehen, die einfach nur UNANSTÄNDIG sind.

Stellt er doch den Terroristen und Massenmörder Guevare mit Jesus Christus auf ein Stufe!

Ekelhaft!

64. Lila - Juni 21, 2014, 10:57

Charly, ich hatte, als ich an einer Schule für Hochbegabte unterrichtete, die Ehre und das Vergnügen, mit einer Schülergruppe Iscar zu besuchen und Wertheimer selbst kennenzulernen. Das war kurz nach Ausbruch der Intifada, als die Wellen des Oslo-induzierten Optimismus noch nicht verebbt waren.

Ich habe schon viele Fabriken von innen gesehen, aber noch nie eine wie Iscar.

Ich finde nach wie vor Wertheimers Konzept der gemeinsamen Industrieparks an Israels Grenzen überzeugend und richtig. Mit Erez und Karni waren ja schon mal Versuch gestartet worden.

Industrieparks nach Tefens Vorbild gibt es inzwischen eine ganze Reihe, besonders in unserer Gegend, Galiläa. Sie sind so konzipiert, daß die Umwelt geschont wird – nur Betriebe, die die Auflagen erfüllen, dürfen sich dort ansiedeln. Der ganze Park wird in die Umgebung integriert. Es sind schöne Anlagen. In Tefen gibt es auch Museen. Es sind sehr schöne Arbeitsplätze mit einer ganz besonderen Atmosphäre.

Ich wünschte, Wertheimers Ideen würden nicht nur in Israel auf Echo stoßen, sondern auch außerhalb. Ansätze waren ja schon gemacht, aber alles geht den Bach runter. Weiter und weiter. Sehr traurig.

65. charly - Juni 21, 2014, 11:43

Lila, ich bin auch nicht optimistisch, leider,
wollte G. nur zeigen, dass das Argument mit dem fehlenden Geld realitätsfern ist, und es Israelis gibt, die eben einen „Marshall-Plan“ für die Palästinenser angestrebt haben.
Warum es nichts wird? Eretz ist ein gutes Beispiel.
Warum werden keine palästinensischen Kläranlagen und Entsalzungsanlagen gebaut? Finanzierungprobleme?
Ha! Jammern geht viel einfacher, bei Martin Schulz und Co findet sich immer ein offenes Ohr.
EU-Gelder gehen an die Familien eingelochter Mörder und Entführer, von den tiefen Taschen der PA-Bonzen ganz abgesehen.

Auch ich finde es sehr traurig,
traurig um die Toten jungen Palästinenser, um die, denen Hass eingetrichtert wird und die dieser Tage Israels Vorgehen hart und unschön erleben.

Aber zuerst gilt mein Mitgefühl Eyal, Gilad und Naftali und deren Familien. Ich bete für ihre baldige, unversehrte Heimkehr.

Was das Vorgehen der IDF angeht -eijn Brera- Kaffeekränzchen werden die Jungs nicht heimbringen und weiteren Terror nicht verhindern.

66. urideg - Juni 21, 2014, 12:45

Ein – leider – sehr aktuelles Thema, welches auch zu diesem Thema gehört: Nicht der Antisemitismus, sondern der Antisemitismus-Vorwurf wird triumphierend skandalisiert: http://www.deutschlandfunk.de/deutschland-der-antisemitismus-der-elite.691.de.html?dram%3Aarticle_id=289745

67. urideg - Juni 21, 2014, 14:08

@Bereit & G: „NPD und AfD in einem Atemzug?“… Ein Auszug aus einer autobiografischen Lebenserinnerung, den Autor lasse ich mal bewusst weg, 1979 auf deutsch erschienen:
„“Wer verbrannte eigentlich schneller“, fragte Claude den Offizier von Treblinka, „die Leichen der Männer oder die Leichen der Frauen?“ Und bedächtig beginnt der Offizier mit der Erklärung.“

Na, belehren Sie uns mal!

68. levrak - Juni 21, 2014, 14:26

Auch dieser Artikel (Erlebnisbericht von Alexei Pavlovic – Hamburg, 20.6.2014.) verdient Beachtung.

A.mOr.
Schabat Schalom.

69. levrak - Juni 21, 2014, 14:55

Uri,
mit allem Respekt, Dicker! 😉

Finde es nicht in Ordnung, P.Bereit mit G. auf einer Linie anzusprechen, und auch der Vergleich zwischen NPD und AfD hinkt zu sehr, sollte man nicht auf einer Linie sehen.

Es ist nicht so, daß ich mich sehr mit der Parteienpolitik auskenne, will mich auch garnicht groß einmischen. Weiß nicht viel von AfD, aber sie mit Nazis in Verbindung zu bringen ist nicht angemessen, finde ich.
(Und, Uri, hoffentlich habe ich hier beim Überfliegen nicht irgendetwas wichtiges übersehen. Wenn, dann gib‘ mir Bescheid. In Ordnung?)

Auch (an andere hier gerichtet) unterstütze ich nicht die Meinung, daß P.Bereit ein verkappter Nazi sei. Er ist meines Erachtens einfach ein „Dummkopf“ der sich als „sehr gut informiert“ wähnt. 

Ein „Popanz“, 
das trifft’s glaub ich, auf’n Kopp.

Und G. hier scheint mir wirklich eine ganz andere „Kategorie“, jemand, den man ernst nehmen kann.

P. Bereit, 
wenn ich Dich hier so offen „beleidige“, dann schau einfach in den Spiegel, warum das so sein könnte. Reiche wirklich nicht jedem die Hand, aber Du kannst Dich nicht beschweren, daß ich’s nicht versucht hätte.

A.mOr.
Šabat šalom.

70. levrak - Juni 21, 2014, 15:01

Selbstzitat: „…sie mit Nazis in Verbindung zu bringen…“ ist unklar formuliert. Man kann auch die CDU mit „Nazis in Verbindung bringen“, auch ‚die Grünen‘ usw.
Aber ich meinte, daß man differenzieren sollte. 
Nicht alles „rechts“ ist „rechts“.

Schräges Beispiel: nicht alle Moslems sind Mohammedaner, aber die meisten Moslems „marschieren mit“. 

71. Piet - Juni 21, 2014, 15:56

Ja, das war eine Ungeheuerlichkeit! Nicht nur, dass sich jene Gruppe sehr dicht neben uns aufbaute und antiisraelische Slogans skandierte, wurde der alte Herr, der über die Slogans reden wollte, geschlagen und gestoßen. Unfassbar!

Die schöne Geschichte in der unappetitlichen: Mehre vorbeikommende Jugendliche, um die 15 Jahre schätze ich, die man in der Zeitung wohl mit „südländisch“ oder „mit Migrationshintergrund“ charakterisieren würde, boten sofort ihre Hilfe an, fragten, ob wir ein Handy bräuchten, um ggf. einen Krankenwagen zu rufen, wollten dann wissen, was passiert war: „Aber einen alten Mann schlägt man doch nicht?!“, stellten sie wiederholt fest, und fragten noch mal dezidiert nach: „Also ihr, und der alte Mann, ihr steht da wegen der entführten Schüler? Und die dort sind dagegen?“ Es interessierte sie überhaupt nicht, dass die verschleppten Schüler Israelis und Juden sind, auch der Konflikt interessierte sie nicht, das spielte keine Rolle: Eine alten Mann schlägt man nicht, Schüler entführt man nicht, und wenn jemand Hilfe braucht, geht man nicht weiter, sondern bietet Hilfe an.

Eine kleine Geschichte am Rande, die mich sehr gerührt hat.

72. G. - Juni 21, 2014, 16:25

Prof. Dr. Lucke steht den Feuern der Shoa sicherlich nicht näher als die übrigen Parteien hierzulande es tuen oder taten. Ursache dieses allerort üblichen politischen Schachzuges, einer Diffamierungskampagne, ist die Furcht der grössten bestehenden konservativen Partei auf ihrem Weg in die Mitte den eigenen Kern, die Erzkonservativen zu verlieren.

Derzeit allerdings ohne Erfolg. Den scheint anstelle dessen nun die AFD mit der eigenen Gestaltung ihres weiteren Werdeganges selbst in der Hand zu halten. Ich bin gespannt.

Afghanistan oder Irak? Eine Besetzung? An solchen Möglichkeiten zweifle ich keine Sekunde.

Wir sprachen aber von etwas anderem. Von einem kompletten Aufbau. Auf Augenhöhe. Infrastruktur, Wirtschaft, Bildungsfreiheit. Der äusserst ehrenwerte Herr Wertheimer zeigt das möglich ist, woran ohnehin kaum jemand ernsthaft zweifeln dürfte.

Das es aber getan wird, dass es finanziert wird, der komplette Aufbau eines Landes, einschliesslich Bereitstellung notwendiger Logistik, jahrelangem Augenmerk, dem gesamten notwendigen Personal und Material – diese Vorstellung erscheint … absurd.

Nicht, dass ich darin keine potentielle Lösung bestehenden Konfliktes sähe, nicht, dass es kein edler Gedanke wäre (ala „Alle Menschen werden Brüder!“). Es erscheint angesichts der politischen und wirtschaftspolitischen Realität, in der wir leben nur … geradezu utopisch. Aber eine schöne Fiktion.

73. Lila - Juni 21, 2014, 17:56

Georg, ich kann Dir im Namen sehr, sehr vieler Israelis, die den Abzung aus dem Gazastreifen unterstützt haben, versichern: wir waren bereit, jede Unterstützung und Hilfe zu geben, um aus diesem Stückchen Land eine blühende kleine Volkswirtschaft zu machen. Hätten die Palästinenser die Häuser haben wollen, wären sie nicht abgerissen worden – aber die Palästinenser wollten sie nicht, fair enough, also wurden sie abgerissen. Die Siedler haben die Gewächshäuser zurückgelassen und Geräte für die palästinensischen Bauern, die diese Betriebe hätten fortführen können: israel ist jederzeit bereit, mit Infrastruktur (Elektrizität, Abwasser etc) zu helfen und tut das auch.

Ohne die vollkommen idiotischen und bescheuerten Qassam-Grad-Tunnel-Banden (alles kräftige Männer im besten Alter, die ihre Kräfte besser in konstruktive Arbeit stecken sollten!) sähe es dort heute ganz, ganz anders aus – aber sie haben jede Möglichkeit kaputtgemacht, eine wirtschaftliche Blüte des Gazastreifens herbeizuführen.

Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr mich das frustriert!!!!

Aus sehr vielen Gründen. Uns zuliebe, den Palästinensern zuliebe. Wie schön wäre es gewesen, wenn die Bevölkerung des Gazastreifens es vorgemacht hätte, eine zivile, funktionierende Volkswirtschaft aufzubauen – mit Tourismus, Blumenzucht und ein paar sehr speziellen anderen Industrien. Wir hätten gern Karni und Erez weitergeführt – sehr gern. Unter dem Druck des Terrors wurden sie geschlossen.

Ich sag ja immer – der Terror ist es, der alles kaputtmacht. Wer glaubt, er ist „für“ die Palästinenser, wenn er Terror rechtfertigt oder gar direkt oder indirekt unterstützt, der leistet ihnen einen Bärendienst erster Klasse.

74. levrak - Juni 21, 2014, 17:59

Piet, Danke, Danke auch für den schönen Bericht zum unschönen.

Aber was ich nicht verstehe: 
den Angriff auf den alten Herrn konnte man wohl nicht voraussehen. 
Aber daß noch Tochter und Enkelin von dem Drecks-Judenhasser angegriffen werden konnten, das kann ich nicht nachvollziehen! 

A.mOr.

75. levrak - Juni 21, 2014, 18:06

#73 – Lila

„Ich sag ja immer – der Terror ist es, der alles kaputtmacht. Wer glaubt, er ist “für” die Palästinenser, wenn er Terror rechtfertigt oder gar direkt oder indirekt unterstützt, der leistet ihnen einen Bärendienst erster Klasse.“

Präzise auf den Punkt.

Und wie sollen wir die massik finanziellen Hilfen (Steuergelder!) des Auslands „für Palästina“ einschätzen? 

Und wie den Rat der „Menschenrechtler“, die unsere als „Menschenfeinde“ darstellen?

A.mOr.

76. charly - Juni 21, 2014, 19:09

G., absurd ist es, ewig Gelder ohne Ende in eine Organisation zu pumpen, die den Notstand nur verwaltet und nicht daran dennkt ihn beheben zu wollen.
Niemand auf der Welt hat annähernd so viel Gelder und Aufbauhilfe erhalten wie „Palästina“.
Irgendjemand hat mal den Nagel auf den Kopf getroffen mit folgender Feststellung:
Das Problem ist, dass die Palästinenser nicht danach streben ihren Staat aufzubauen, sondern danach, den der Juden zu zerstören.

Meiner Meinung nach war Oslo deshalb ein Fehler, weil man geglaubt hat, man könne die PLO und Arafat „umerziehen“, nachdem sie sich mit ihrer Unterstützung für Saddam Hussein ins Aus manövriert hatten.
Hätte man die „Tunesier“ gelassen wo sie waren und mit den Menschen in den Gebieten eine prosperierende Autonomie aufgebaut, hätte es vielleicht geklappt.

Die Hetze in den PA-Medien, die unnachgiebige Ideologie der alten Kämpfer, das wäre draussen geblieben.

Würde ich Arafats Ziele nicht für absolut verwerflich halten, so wäre er mir fast noch sympathisch dafür, dass er sich nicht für einen Präsidententitel und ein paar Privathubschrauber und ähnlichen Firlefanz kaufen lassen hat.
Bei genauerer Betrachtung muss man allerdings feststellen, dass er die Gelder und Sachen genommen, eine Lieferung seinerseits aber nur vorgetäuscht hat. Und so sehe ich die PA immer noch.

77. ekkehard schroeder - Juni 21, 2014, 19:31

das problem ist: sie sind erfolgreich mit dem terror. die entführung der sportler in münchen von 1972 gilt als paradebeispiel eines militärisch gescheiterten, aber politisch erfolgreichsten anschlag. 18 monate später redete arafat vor der uno. und seitdem haben sie ja faktisch narrenfreiheit während hierzulande scho ein gewerkschaftsaufkleber im pausenraum oftmals der gipfel trotz sozialpartnerschaft der subversion ist.
(und beides ist auch ein alp deutscher geschichte, ohne hier gleichsetzung betreiben zu wollen)

78. ? im Kopf - Juni 21, 2014, 23:53

Interessant. Hier sind alle damit beschäftigt, P. Bereit fertig zu machen. Aber wenn Ludwig so einen Klops rauslässt, tickt niemand ausser unserem Underdog…
51:
„In meinem Paralleluniversum, sehe ich Terrorismus als Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln. Terroranschläge verfolgen Ziele, Terroristen wägen dazu Mittel und Möglichkeiten ab. Sie stehen in einem politischen Kontext, nutzen Terror als Instrument der Kommunikation mit dem sie politische und gesellschaftliche Realitäten beeinflussen wollen. Manche Terrorkampagnen erreichen ihre Ziele, manche nicht, manche bewirken etwas ganz anderes.“

79. Lila - Juni 22, 2014, 5:56

zu 78. Niemand macht P.Bereit fertig. Ich wehre mich dagegen, daß P.Bereit und Wollecarlos ganze Kommentarstränge mit Beiträgen vollmüllen, die mit dem Thema nichts zu tun haben, die sich hingegen intensiv mit den kognitiven Fähigkeiten und dem Charakter des anderen beschäftigen.

Das nervt einfach nur. Und es hat nichts, aber wirklich nichts mit den von ihnen vertretenen Meinungen zu tun.

Einfach nochmal nachlesen, was Avra, Naomi und ich geschrieben haben….

Ich habe auch das GEfühl, keiner von beiden läßt sich so leicht fertigmachen….

Ludwigs Paralleluniversum ist eine ganz andere Oper. Danke noch mal für den Hinweis auf dieses elegante kleine Statement.

Ich wünsche ihm viel Vergnügen, wenn er mal in eine politisch sinnvolle Terroraktion gerät und am eigenen Leibe erfährt, wie sich dieses Instrument der Kommunikation anfühlt, wenn man es direkt erlebt. Dann denkt er bestimmt auch ans Große Ganze.

Übrigens wäre ich für eine kleine Aufklärung dankbar, welcher Terrorakt denn wohltätige politische Auswirkungen hatte und Ziele erreicht hat. Außer dem redundanten Ziel, Terror zu verbreiten.

80. levrak - Juni 22, 2014, 10:05

Hast recht, ? im Kopf, fein bemerkt
(den Unsinn von Ludwig).

Ansonsten sagt Lila schon alles.

A.mOr.
Schawua tow.

81. ekkehard schroeder - Juni 22, 2014, 10:48

@ 78
was diesen absatz betrifft stimmt das sogar wenn man erstmal Terrorismus von der jeweiligen weltanschaung lösst.
terror heisst erstmal schrecken. erfolge versucht man dadurch zu erziehlen das man das gegenüber versucht psychisch einzuschüchtern und nicht zb ein gebiet physisch, zb eine front, zu halten (wobei die grenzen zb zum kleinkrieg fliesend sein können). wie effektiv das sein kann zeigt eine serie von anthrax-anschlägen die in deutschland man kann schon sagen zu panikartigen zuständen geführt haben (http://www.gifte.de/B-%20und%20C-Waffen/tabelle_anthrax.htm).
komunikation durchaus auch: deshalb funktionierte zb der anschlag von münchen 72 so gut und war trotz des physischen desasters für alle beteiligten für die plo ein voller erfolg: die botschaft konnte bei der uno verbreitet werden.
auch andere ziele sind nur komunikativ als politische botschaft zu verstehen: ein anschlag auf das wtc oder repräsentanten wie es zb die raf praktizierte sind vor diesem hintergrund zu sehen. umgekehrt lässt sich auf die zielauswahl auch auf die politische zielsetzung schliesen. und hier zeichnen sich vorallem religöse und rechtsradikale terroristen durch eine wahllosigkeit aus die ihrer menschenverachtung entspricht (zb öffentliche verkehrsmittel durch hamas oder aum-sekte (japan), oktoberfest münchen, öffentliches gebäude in oklahoma,büroangestellte in ny, oder hier eine zufällige schülergruppe)
Mehr hierzu bei bruce hoffman, terrorismus-der unerklärte krieg, bundespolitische bildungstelle/s fischer

was ich ludwig hier zum vorwurf machen würde wäre das er das er politische motivation, die (un)legitimität der gewaltanwendung usw im unklaren lässt und sich hinter redeschwall und seiner floskel vom paralleluniversum verbirgt was letztendlich darauf hinausläuft das „juden nicht von diesem universum“ sind und man zwangsläufig aneinander vorbeiredet.

(eine argumentation die mich an die poststrukturalisten/kulturelativisten erinnert die auf ähnliche weise die „weisen“ menschenrechte nicht auf die „coulored“ übertragbar halten und deshalb ihre antiimperialistische liebe zu den scheuslichkeiten dieser welt endecken. insofern kann man das alles unter der aufgabe eines universalen menschheitsbegriffens einsortieren)

82. willow - Juni 22, 2014, 10:56

@ 78. ? im Kopf – was soll man auch zu Leuten sagen, die die Tätigkeit von RAF & NSU als eine Form der Kommunikation betrachten … ? Da ist jedes Wort verloren 😦

83. levrak - Juni 22, 2014, 11:15

#80 – A.mOr

Korrektur. Wenn man es ganz sachlich betrachtet, was Ludwig da sagt (wie von ? im Kopf es herausgestellt), dann ist es nicht kompletter „Unsinn“. 
Es ist allerdings so ungenau formuliert, das es alles mögliche sein kann, sozusagen. 

Hätte da noch meine zwei drei Worte zum Thema, aber mir fehlt gerade Zeit und Geduld, also später vielleicht.

A.mOr.

84. P.Bereit - Juni 22, 2014, 18:38

Ich schreibe hier schon einige Zeit und ich betrachte das als eine Art Langzeitstudie. Ich wollte sehen, wie sich ein eingeschworener pro-israelischer und pro-zionistischer Blog, gegenüber Andersdenkenden verhält. Das Ergebnis ist, weil so erwartet, nicht erschütternd, wohl aber ernüchternd. Es ist richtig. Ich habe euch provoziert. Vorsätzlich provoziert. Jedoch nicht mit Behauptungen und Unwahrheiten, sondern mit Fakten, die längst bekannt und weithin unbestritten sind. Von mir wurde kein Antisemitismus verbreitet, nicht einmal ein Hauch davon. Wenn ich mich gegen bestimmte Erscheinungsformen des Zionismus wandte, so betrachte ich das nicht nur als mein Recht, sondern geradezu als meine Pflicht. Es mir absprechen zu wollen, weil ich Deutscher, zumindest ein halber bin, passt nicht ins Jahr 2014. Ich muss nicht die Schuld vergangener Generationen abtragen und insbesondere ich, bin nicht zur Sippenhaft verurteilt. Ich habe vor einiger Zeit, einen Teil meiner Vita erwähnt. Würde mein Vater noch leben, er würde sich schämen für das, was Protagonisten in diesem Blog meinen, seinem Sohn vorwerfen zu müssen. Mehr noch. Er hätte es für unmöglich gehalten, dass sich die Nachfahren derjenigen, für die unzählige seiner Kameraden ihr Leben ließen, wieder dazu hinreißen lassen, auszugrenzen, zu hassen und zu polarisieren.
Niemand in unserer Familie, würde je auf die Idee kommen, Menschen wegen ihrer Religion, Hautfarbe oder ihrer Weltanschauung, zu diskreditieren oder zu verfolgen. Mit einer Einschränkung. Nazis haben nach unserer Ansicht, aufgrund der Historie, jedes Recht verloren, sich in die Gesellschaft einzubringen. Sie mit demokratischen Mitteln zu bekämpfen ist nicht schlechthin politische Verpflichtung, sondern eine Frage des Anstandes.
Ihr; ich schränke ein, die meisten in diesem Blog, haben mir sehr anschaulich und drastisch gezeigt, dass ihr keine Lehren aus der Vergangenheit gezogen habt. Wieder stehen nicht das Wohl von Menschen oder die Humanität, sondern der Beweis für die Richtigkeit einer Ideologie im Vordergrund, auf die ihr euch eingeschworen habt und die ihr verteidigt, koste es was es wolle. Jede Diffamierung, jede Behauptung und Beleidigung ist genehmigt, wenn es nur darum geht, den vermeintlichen Gegner niederzuhalten. Einige von euch, würden den „Gegner“ töten, wenn sie nur könnten. Wer das für übertrieben hält, der möge seine eigenen Worte und Sätze nachlesen.
Das, was ich hier bisher erlebt habe, dient weder dem Wohl Israels, noch der Völkerverständigung. Es dient dem Gegenteil. Den Israelis unter den Protagonisten, viele werden es nicht sein, nehme ich ihre Haltung nicht einmal übel. Sie leben quasi an der Front und sehen die Welt mit anderen Augen. Als schlimm hingegen betrachte ich diejenigen, die sich darauf eingestellt zu haben scheinen, Deutschland in der Welt mies zu machen und keine Gelegenheit auslassen, Deutsche als Ausländerfeinde und Judenhasser hinzustellen. Wie lächerlich das alles ist, zeigen die Einwanderungszahlen, auch von Juden. Davon mag Israel träumen.
Fazit. Die gute Absicht dieses Blogs verkehrt sich ins Gegenteil, wenn jeder, der es wagt, eine andere Meinung zu Papier zu bringen, als Eindringling und Antisemit betrachtet wird.
Meine Familie und meine Freunde, die diesen Blog ebenso verfolgen, sind entsetzt darüber, wie verhärtet die Fronten sind und wie der Hass geschürt wird. Es ist dieser verfluchte Hass, der euch immer weiter vom Rest der Welt entfernt und der doch mit eurer Religion angeblich nichts zu tun hat. Legt diesen Hass ab, oder ihr werdet mit ihm untergehen.

85. Claudio Casula - Juni 22, 2014, 19:39

@ P.Bereit

Herzlichen Dank für die Bestätigung meiner Beobachtung, dass die Deutschen sich in ihrer Rolle als Bewährungshelfer ihrer ehemaligen Opfer gefallen!

Die Selbstgerechtigkeit tropft wirklich aus jeder Ihrer Zeilen. Klar, wenn man von Ländern wie Dänemark, den Niederlanden und der Schweiz umgeben ist, kann man wunderbar den Friedensengel spielen und andere für ihre Selbstverteidigung gegen islamistische Gotteskrieger und Antisemiten abmahnen. Man kann es aber auch bleiben lassen, dann macht man sich wenigstens nicht lächerlich.

Im übrigen ist mir in Israel – trotz mehrerer Kriege gegen die Araber, trotz des Terrors der palästinensischen Banden – niemals (ich betone: niemals!) Hass auf Araber begegnet. Ich weiß, dass es ein paar Leute gibt, die einen Hass auf Araber haben, und den kann man ihnen, je nachdem, was sie erlebt haben, möglicherweise nicht mal verübeln, und vielleicht gibt es auch ein paar Idioten, aber der Punkt ist: Es sind Einzelfälle. Dafür habe ich viele, sehr, sehr viele Israelis kennen gelernt, die alle möglichen anderen Gefühle gegenüber Palästinensern hegen, und die reichen von Verständnis über Desinteresse oder bis zu Misstrauen und Angst. Nicht aber: Hass. Hass ist nichts, was die israelische Gesellschaft kennzeichnen könnte, im Gegenteil. Vor allem wird nirgendwo antiarabischer Hass geschürt, und man weiß sehr wohl grundsätzlich zwischen „den“ Palästinensern und den Gangs, die ihre Vergangenheit, Gegenwart und mutmaßlich auch die Zukunft versauen, zu unterscheiden, obwohl die Grenzen mitunter fließend sind. Diesseits der Waffenstillstandslinien lässt man selbst eine Staatsfeindin wie Haneen Zoabi straffrei hetzen und schaut zu, wie sie sich mit den übelsten Judenhassern solidarisiert, zahlt ihr sogar fette Abgeordnetendiäten, statt sie mit der Haselnusspeitsche aus der Knesset zu jagen, was sie zweifellos verdient hätte.

Und was die Deutschen betrifft, so reicht ein Blick in die Kommentarspalten des heutigen Spon-Artikels über „Brother´s Keeper“, um zu begreifen, dass sie ihren antijüdischen Furor nicht mehr direkt an den Juden auslassen, sondern ihn, notdürftigst getarnt als „Israelkritik“, besinnungslos in die Online-Foren hineinrotzen. Da arbeiten sie sogar die SS-Vergangenheit auf, indem sie sie mit der aktuellen Militäraktion vergleichen. Und die fünf Palästinenser, die dabei in den vergangenen acht Tagen umgekommen sein sollen, bringen sie tausendmal mehr in Wallung als 150.000 abgeschlachtete Syrer. Man muss sie also nicht erst als lupenreine Antisemiten entlarven, das besorgen sie schon selbst. Unmissverständlich.

86. wollecarlos - Juni 22, 2014, 20:40

Da lässt der Bereit doch endlich mal die Hose runter!

Eine Delikatesse für „Avra“ und „Naomi“

„Es ist richtig. Ich habe euch provoziert. Vorsätzlich provoziert.“

Und er schreibt weiter, völlig resistent gegenüber dem, was seine „Langzeitstudie“ ergeben hat:

„Jedoch nicht mit Behauptungen und Unwahrheiten, sondern mit Fakten, die längst bekannt und weithin unbestritten sind.“

(„Fakten“ können nicht „weithin“ unbestritten sein, entweder, oder!)
(„Behauptungen“ hat er zur Genüge aufgestellt, avra könnte mal eine erneute Fleißarbeit anfertigen…)

Nun, Avra, Naomi und auch ein bischen Lila, was haltet Ihr von diesem Offenbarungseid des Bereit?

Wenn die Schlußworte von Claudio Casula stimmen, der in #85 schreibt:

„Man muss sie also nicht erst als lupenreine Antisemiten entlarven, das besorgen sie schon selbst. Unmissverständlich.“

ist dieser Blog durch mindestens einen „lupenreinen Antisemiten“ mißbraucht worden.

87. willow - Juni 22, 2014, 20:52

„Ich habe euch provoziert. Vorsätzlich provoziert. Jedoch nicht mit Behauptungen und Unwahrheiten, sondern mit Fakten, die längst bekannt und weithin unbestritten sind. Von mir wurde kein Antisemitismus verbreitet, nicht einmal ein Hauch davon.“

Sie meinen so „längst bekannt und weithin unbestritten“ wie ihr Sharon-Zitat, daß sich als böswillige Fälschung entpuppt hat – ähnlich wie manch andere ihrer unerschütterlichen Fakten 😀

88. Ludwig - Juni 23, 2014, 1:49

Lila 79. und andere

Von „Wohltaten“ des Terrors habe ich in 51. sicher nicht gesprochen.

In meinem Paralleluniversum finde ich es hilfreich die Dinge zunächst amoralisch zu betrachten.

Es ist unklar, was Ende letzter Woche passiert ist, aber ich stelle mir das so vor: Drei törichte Jungs steigen an der falschen Stelle zu den falschen Leuten in das falsche Auto und werden zu Geiseln gemacht. Klar ist, mittlerweile haben es die Geiselnehmern „geschafft“ alle im Land zwischen dem Jordan und dem Meer vor die Wahl zwischen Krieg und Frieden zu stellen. Ich unterstelle den Terroristen, dass sie genau diese Situation herbeiführen wollten.

Bei allem Respekt für „Euer“ konzeptionelles Paralleluniversum, wenn man Terror ausschließlich moralisch beurteilt, kann man nur immer wieder feststellen, dass böse oder kranke Menschen, böse oder kranke Dinge tun. Letztlich gelten dann identische Maßstäbe für die fremdenfeindlichen Hassverbrechen geisteskranker Amokläufer, wie für alkoholkranke Autofahrer, die tödliche Unfälle verursachen und eben für Terrorismus als Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln.

PS: Egal ob sie nun von der Hizbollah mit Raketen beschossen oder von der IDF bombardiert wurden, die Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, hatten die gleiche starre Körperhaltung und die gleichen glasigen Augen, als sie davon erzählen. Das war jedenfalls mein Eindruck.

89. Ludwig - Juni 23, 2014, 2:01

Claudio Casula – 54.

„Auf das, was Antisemiten von sich geben (egal ob Rechts- oder Linksradikale, Islamisten, angeblich Friedensbewegte oder auch Otto Normalvergaser), habe ich tatsächlich immer eine Antwort.“

Jenseits von inhaltlichen Differenzen frage ich mich immer wieder, welche Kommunikationsstrategie Du und andere aus der deutschsprachigen Pro-Israel-Community verfolgen. Für mich sieht es so aus, als wolltest Du zwischen all den „Otto Normalvergasern“ also dem deutschen Mainstream und Israel polarisieren, um gegenseitiges Unverständnis und Distanz zu vergrößern.

Oder willst Du einfach Captain Haddock nacheifern und Dich um die hochdeutsche Schimpfkultur verdient machen?

90. Lila - Juni 23, 2014, 7:24

Ludwig, nur kurz, bin heute etwas im Streß.

Terror beurteile ich eben nicht ausschließlich moralisch, das moralische Urteil ist ohnehin klar. Terror hat, im Gegensatz zu widerlichen anderen Verbrechen, eine klar politische Zielsetzung und operiert nicht nur aus Feigheit, Gier, Lust, Grausamkeit oder anderen kriminellen Impulsen heraus. Terror benutzt die Mittel des Verbrechens, um etwas anderes zu erreichen – politische Vorteile, Schädigung oder Schwächung des anderen, inneren Zusammenhalt, eigene Grandiosität.

Wie Du selbst sagst – Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Wenn das für Dich identisch ist mit anderen Verbrechen, bitte sehr. Für Israel, dessen Überleben oder eben Nicht-Überleben daran hängt, wie man in einer Umwelt des Terrors agiert bzw reagiert, sieht das etwas anders aus.

Daß Ihr in Europa in einem Parallel-Universum der Nicht-Bedrohtheit lebt, ist schön, wird aber nicht von langer Dauer sein. Ich bin gespannt auf die Risse in Eurem Weltbild, wenn es auf einmal nicht nur „selbst-schuld-Israel“ ist, das sich im Fadenkreuz wiederfindet, sondern auch all die wohlmeinenden Europäer.

Und vielleicht fehlt Europa ja, wenn es um seine eigenen Interessen geht, der universell-moralische Kompaß. Ich sage nur Elisabeth Käßmann. Meinst Du, heute liefe das anders?

Ausdrücklich anerkenne ich dabei die Bemühungen deutscher Geheimdienstler z.B. im Kampf um die Freilassung von Gilad Shalit. Aber als Linie deutscher Politik können diese Einsätze eher nicht gelten. Wenn die Kooperation mit dem Iran wirtschaftliche Vorteile, Arbeitsplätze, für Deutschland bringt, dann wird diese Kooperation eben fortgesetzt, egal ob der Iran Kämpfer, Ausbilder und Anstifter in den Gazastreifen oder nach Beirut schickt, oder nicht. Deren Bemühungen wir dann in Form von Terrorangriffen ernten.

Ihr könnt schön predigen aus Eurem Paralleluniversum heraus und Euch mittels victim blaming von jeder Bedrohung durch islamistisch motivierten Terror distanzieren. Ihr seid ja nicht gemeint.

Ihr seid aber letzten Endes doch gemeint. Das Paralleluniversum gibt es nicht. Ihr agiert aus kaltem Eigeninteresse, genau wie Israel, nur daß es Euch um wirtschaftliche Vorteile, nicht um Euer Überleben, geht.

Daß die FIFA und das Olympische Komittee lieber ölreiche Araber hofieren und sich dafür pro-palästinensische gebärden müssen, obwohl die Ölstaaten wenig genug Konkretes für ihre arabischen Brüder tun, ist ein ausgezeichnetes Indiz. Keiner empört sich darüber, keiner fragt sich, wie man eine Fußball-WM in ein land geben kann, das keine Israelis einreisen läßt. Man verläßt sich wohl darauf, daß aufgrund der Weigerung der arabischen Staaten, gegen Israel in den Vorentscheidungs-Runden zu spielen, Israel wieder mal per Europa-Gruppe die WM zu erreichen versucht – und wie immer regelmäßig dabei rausfliegt.

Ungerechtigkeiten in der Welt des Sports sind Spiegel der Ungerechtigkeit auf politischer Ebene.

Ihr habt nicht den geringsten Anlaß, mit moralischer Entrüstung auf Israel zu schauen. Wenn z.B. in Talokan Zivilisten gegen die NATO bzw die Bundeswehr protestieren, dann wird auch dort scharf geschossen. Genau wie in Hebro und Jenin. Die Bundeswehrsoldaten gehen keineswegs vor die Tore ihrer Kasernen, um Rosen und Kuchen zu verteilen, wenn sie sich bedroht fühlen. Tausende Zivilisten sind durch die NATO-Einsätze, an denen deutsche Soldaten aktiv beteiligt sind, bereits ums Leben gekommen. Da es aber in Afghanistan kein Tel Aviv gibt (und keine Israelis beteilgt sind…), hält sich die Identifikation mit diesen Opfern in Grenzen. Den meisten Deutschen sind sie nicht einmal bewußt.

Euer Paralleluniversum ist ein Glashaus, das Ihr für intakt haltet. Daß es durch die gähnenden Löcher mehr und mehr zieht, wollt Ihr nicht bemerken.

Kümmer Du Dich erstmal darum, wie die deutsche Bundeswehr, die ja nicht etwa deutsche Menschenleben in Afghanistan schützt, sondern politische Interessen, dort mit Zivilisten umgeht. Sind die Zahlen korrekt, die in solchen Artikeln genannt werden? Auf jeden Fall wäre DAS doch mal ein lohnendes Thema für den missionarischen, selbstgerechten Eifer der deutschen Kommentatoren, die sich bei SPon die Seele aus dem Leib kotzen, wenn sie an Israels Untaten denken.

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Terrorismus/tote.html

Nein, ich rechtfertige die Todesfälle nicht, wenn Menschen bei der hektische Suche nach den Entführten ihr Leben verloren haben, weil sie gewaltsam gegen gegen diese Suche protestierten oder, wie der Tote von gestern, aus geistiger Verwirrung so reagierten, daß die Soldaten sich bedroht fühlten. Es tut mir um diese Toten auch leid, besonders um den geistig Verwirrten, der wirklich nichts dafür konnte, in eine Auseinandersetzung zu geraten, die er nicht verstand und die ihn das Leben kostete.

Wie bitter es ist, in solche Auseinandersetzungen gezogen zu werden, wenn man nichts weiter will, als in Ruhe zu leben und in Ruhe gelassen zu werden, wirst Du vielleicht nicht verstehen. Oder doch. Egal. Israel hat jedenfalls kein Interesse, von Anfang an nie gehabt, an diesem ewigen Kampf.

91. P. Bereit - Juni 23, 2014, 8:05

85.

Lieber Claudio. Lassen sie mich teilhaben. Wo habe ich je etwas auf SPON geschrieben? Wo steht der von ihnen erwähnte Beitrag? Jetzt gehen sie mit ihnen wohl völlig durch?

Aber nichts für ungut. Sie reihen sich würdig ein, in die Tradition der Verleumdungen und Diffamierungen.

92. P. Bereit - Juni 23, 2014, 8:50

Ich denke, niemand in Deutschland versteht sich als Bewährungshelfer der ehemaligen Opfer. Auch so ein dummes Totschlagsargument. Ich habe eher das Gefühl, Leute wie sie, Herr Casula, verstehen sich als Bewährungshelfer der Deutschen. Da würde ich ihnen allerdings vorschlagen, sich zunächst mit der Historie und der Gegenwart ihres Herkunftslandes zu beschäftigen. Da hätten sie nicht nur gewiss eine Menge zu tun, es wäre auch ehrlicher und glaubwürdiger.
Ganz klar, ist der Hass auf palästinensischer Seite tendenziös und auf israelischer Seite, ein zu negierender Einzelfall. Die weltweit bekannten Sprüche an Hauswänden in Hebron, „Araber ins Gas“, von ihnen selbst angemalt, um die Israelis zu diffamieren. Die geradezu faschistisch zu nennende Einstellung, vieler Siedler in den besetzten Gebieten, eine lässig zu übersehende Erscheinung. Baruch Goldstein, ein kleiner, nicht übel zu nehmender Unfall und seine noch heutigen Verehrer, eine kleine Gruppe, übellauniger, aber ansonsten total netter Menschen. Lieber Herr Casula.
Sie sind wirklich überzeugend. So überzeugend wie einige Migranten auf unseren Straßen, die der Meinung sind, sie müssten die Deutschen belehren und ihnen ihre eigene Hausordnung aufzwingen.

93. P. Bereit - Juni 23, 2014, 9:35

90. Lila

„Ungerechtigkeiten in der Welt des Sports sind Spiegel der Ungerechtigkeit auf politischer Ebene“.
Sicherlich ein weit hergeholter, aber nicht ganz falscher Vergleich. Was du schreibst Lila, ist sicherlich völlig richtig, doch du bist entweder zu feige, nicht gewillt oder nicht in der Lage, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Wie oft schon, habe ich hier die Politik der USA angesprochen und wurde hierbei mit Häme überdeckt. USA Bashing, wie das in eurem Sprachgebrauch heißt. Totschlagsargument ist zutreffender.
Es war und ist einzig und allen die Politik der USA, die Schuld daran trägt, dass nunmehr ganze Regionen aus den Fugen geraten und dafür sorgen werden, dass auch Israel zunehmend in den Konflikt verwickelt wird. Diese Politik hat Israel nahezu kritiklos unterstützt uns abgesegnet. Ob Katar eine Fußballweltmeisterschaft durchführt oder nicht, ist der Welt ziemlich schnuppe. Egal ist ihr jedoch nicht, dass das dortige Regime, hervorragende Kontakte zu den USA unterhält. Und das ist nicht alles. Die USA und auch Deutschland unterhalten hervorragende Beziehungen auch zu anderen Terrorregimen, darunter zu Saudi-Arabien. Sie rüsten diese miesen Heuchlerstaaten mit High-Tech und Waffen aus und es ist ihnen völlig egal, dass die Möglichkeit besteht, diese Waffen auch gegen Israel zu richten. Habe ich je ein kritisches Wort Israels zu dieser verbrecherischen Politik vernommen? Deutschland hat sich heuchlerisch in diesen Prozess eingebracht. Frau Merkel, die es gelernt hat, was es heißt, sich dem „Großen Bruder“ zu beugen, hat hierbei eine sehr unrühmliche Rolle gespielt und spielt sie noch.
Wer hat mit den übelsten Diktatoren dieser Welt zusammengearbeitet und sie dann plötzlich, in einem Anfall von Gerechtigkeitsempfinden, halbherzig abserviert? Heute rüsten wir Saudi-Arabien und andere Schurkenstaaten, mit Zustimmung Israels, aus, um sie morgen zu überfallen. Also durchaus möglich, dass die Araber, die euch ohnehin nicht mögen, eines Tages mit deutschen Panzern, nicht mit Fußbällen, auf euch schießen. Sagt dann aber bitte nicht, ihr hättet von nichts gewusst. Vielleicht gibt es doch triftige Gründe dafür, auch einmal NICHT auf die USA zu hören, sondern auf die „Bewährungshelfer“, wie Claudio C. sie zu nennen pflegt. Denn eines steht fest, nicht nur Täter können und müssen aus der Vergangenheit lernen. Auch wenn Claudio das völlig anders sieht. In Bezug auf die Deutschen.

94. P. Bereit - Juni 23, 2014, 9:40

Der Kommentar zu Lila, 90. ist verschluckt worden.

95. wollecarlos - Juni 23, 2014, 11:06

OT Bereit in #93
„Heute rüsten wir Saudi-Arabien und andere Schurkenstaaten, mit Zustimmung Israels, aus…

„Mit Zustimmung Israels…“

Da haben wir es wieder das antisemitische Klischee von der Weltherrschaft der Juden.

Suggeriert wird, daß die isrealische Regierung „zustimmen“ oder ablehnen kann.

Aber nichts für ungut Bereit, Sie reihen sich würdig ein, in die Tradition der Verleumdungen und Diffamierungen.

96. Claudio Casula - Juni 23, 2014, 11:46

@P.Bereit

Klar, Baruch Goldstein! Den Namen kann jeder Deutsche aus dem ff aufsagen, wenn man ihn nachts um drei weckt. Die tausend Palästinensischen Attentäter kann man sich natürlich schlechter merken. Außerdem lösen sie den Erregungsmechanismus einfach nicht aus, so wenig wie ISIS oder Boko Haram oder Assads Schergen.

Das, was die Israelis aus dem Holocaust gelernt haben, ist, sich nie wieder widerstandslos abschlachten zu lassen. Und das, was die Deutschen daraus gelernt haben, ist, ihnen genau das übel zu nehmen. Also, ich finde das ziemlich obszön.

97. Claudio Casula - Juni 23, 2014, 11:51

@ Ludwig

Der Begriff „Otto Normalvergaser“ ist nicht von mir, trifft’s aber genau. Millionen Deutsche waren irgendwie am Holocaust beteiligt, als Täter, als Profiteure, als Non-helping bystanders. Lange konnte ich mir nicht erklären, wie das ausgerechnet hier passieren konnte. Seit ich aber beobachte, wie man in Deutschland mit dem Thema Israel umgeht, und das sind jetzt über 30 Jahre, weiß ich es. Ich kann nicht sagen, dass mich das freuen würde, aber um die Erkenntnis komme ich nicht herum.

98. Ludwig - Juni 23, 2014, 12:05

Lila – 90.

Danke für die Antwort. Heute habe ich kaum Zeit unsere beiden Paralleluniversen weiter zu kontrastieren. Ich finde aber das macht nichts, denn vieles was Du gesagt hast, kann ich aus Deiner Perspektive gut nachvollziehen.

Letztlich lässt sich die europäische Perspektive gegenüber dem Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern auf zwei Kernaussagen reduzieren, eine empirische und eine moralische. Aus „unserer“ Geschichte meinen „wir“ gelernt zu haben, dass Fremdherrschaft nichts als Verdruss bringt, für alle Beteiligten. Unsere moralische Schlussfolgerung daraus ist: Fremdherrschaft ist falsch.

Alle weiteren, epischen Diskussionen hier und anderswo beziehen sich darauf, ob oder wie diese beiden Aussaugen auf „Euren“ Konflikt mit den Palästinensern anwendbar sind, oder nicht.

Der Rest, scheint mir, ist überwiegend Schall und Rauch, sowie manchmal europäische Realpolitik, wie Du zutreffend bemerkst.

99. Nele - Juni 23, 2014, 13:09

84. P.Bereit

Eine Art Langzeitstudie hast Du also betrieben, so so…

Wie viel Haß und Frust muß jemand in sich tragen, der es sich zur Aufgabe macht, über Monate hinweg wortreich auf einem Blog herumzustänkern – mit dem Ziel, den bösen Zionisten und ihren Freunden den Spiegel vors Gesicht zu halten. Nun, es ist Dir nicht gelungen, denn mehr als die häßliche Fratze des ̶j̶̶u̶̶d̶̶e̶̶n̶ Israelhassers war/ist nicht zu erkennen. Wie kann man sich nur so entblössen…

„Der Antisemitismus ist […] Antikultur und Antimenschlichkeit, Antitheorie und Antiwissenschaft. Davon hat sich jeder überzeugt, der Gelegenheit hatte, mit einem Antisemiten eine jener hoffnungslosen Diskussionen zu führen, die immer dem Versuch ähneln, einem Tier das Sprechen beizubringen.“

(Leszek Kolakowski)

100. grenzgaenge - Juni 23, 2014, 13:55

@91-93: Es ist schon erstaunlich, wie viel Scheisse in ein paar Zeilen passt. Nicht wahr Herr Goebbels, ähm, P.Bereit ? Wofür P.Bereit eigentlich ? Pech in der „falschen Zeit“ geboren zu sein, oder ? Sich mit der gequirlten Scheisse des Herrn P.Bereit auseinanderzusetzen ist reine Zeitverschwendung. Scheisse bleibt eben braun. Nur kann man so einen P.Bereit leider nicht einfach herunterspülen. Das wäre grobe Umweltverschmutzung. Erst recht für die Kanalisation von Tel Aviv. Und leider fehlen mir die notwendigen Eimer.

101. P. Bereit - Juni 23, 2014, 15:28

Ja. Wenn einem nichts mehr einfällt, dann steigen wir verbal in die Kanalisation. Die eigentlichen Faschisten, sind Leute wie du, du Grenzgänger.

102. P. Bereit - Juni 23, 2014, 15:39

96.

@Claudio Casula
…..statt sie mit der Haselnusspeitsche aus der Knesset zu jagen, was sie zweifellos verdient hätte.“(Zitat Ende)

Genau. So machen wir es. Überall. Hatten wir ja schon einmal. Da haben wir das Parlament zum Teufel gejagt und einen an die Macht gebracht, der den Pimpfen zeigte, wo es lang geht. Jawoll. Und dann. Polen zack! Frankreich zack! Und dann, zack,zack,zack! Hielt leider nur 12 Jahre, statt der versprochenen 1000 Jahre. Alle ins Lager, dieses Pack! Oder besser. Die UZI.
Sie wissen wenigstens was sie wollen. Respekt.

103. Georg B. Mrozek - Juni 23, 2014, 16:01

Don’t Feed The Troll

Ihr begeht aber immer wieder denselben Fehler, auf jede Provokation sofort anzuspringen. Genau daran hat „P. Bereit“ seinen Spaß. Davon lebt er seit Wochen. Keiner hier würde in der nichtvirtuellen Welt mit einem psychisch kranken Menschen aus einer betreffenden Anstalt ernsthaft streiten oder diskutieren – wieso macht ihr es hier?

Lasst ihn unbeachtet links liegen, dann wird er seine Lust an seiner Langzeitstudie verlieren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_%28Netzkultur%29

104. wollecarlos - Juni 23, 2014, 16:18

C.C. schreibt
„Das, was die Israelis aus dem Holocaust gelernt haben, ist, sich nie wieder widerstandslos abschlachten zu lassen.
Und das, was die Deutschen daraus gelernt haben, ist, ihnen genau das übel zu nehmen.“

Den zweiten Satz empfindet ein Bereit offensichtlich als persönliche Handlungsanweisung!
Und stellt es hier seit Monaten permanent unter Beweis.

Sogar in die Kanalisation steigt er gern herab: „steigen wir verbal in die Kanalisation.“

Kein Wunder, er fabriziert eben jede Menge Gülle.

Man kann Nele #99 nur beipflichten, der/die fragt:

„Wie viel Haß und Frust muß jemand in sich tragen, der es sich zur Aufgabe macht, über Monate hinweg wortreich auf einem Blog herumzustänkern?“

105. wollecarlos - Juni 23, 2014, 16:21

Danke Georg B. Mrozek für diesen Hinweis!

106. Naomi - Juni 23, 2014, 16:41

# 98 Ludwig –

du schreibst.. „Aus ‚unserer‘ Geschichte meinen ‚wir‘ gelernt zu haben, dass Fremdherrschaft nichts als Verdruss bringt, für alle Beteiligten. Unsere moralische Schlussfolgerung daraus ist: Fremdherrschaft ist falsch.“

Ja, da stimme ich dir absolut zu.
Und die meisten Juden in Israel (und Diaspora) denken ganz genau so. Sie sind davon überzeugt, dass es gegen unsere jüdische Ethik verstößt, ein anderes Volk beherrschen zu wollen.
Und genau das hat Lila hier in ihrem wunderbaren Blog mindestens gefühlte Hunderttausend Mal beschrieben, immer und immer wieder!!!

Israel wäre lieber heute als morgen frei von dieser Situation. Aber ohne klare Zusicherung, dass der paläst.Terror nun endlich konkret aufhört, wird es keinen Friedensvertrag geben können und damit auch noch kein Ende der Besatzung.

Deutsche verurteilen zu Recht fanatische Islamisten wie Boko Haram oder ISIS im Irak oder Al-Kaida. Bei der Terror-Organisation Hamas und Hamas-treuen Palästinensern in der Westbank aber sagen sie nichts. Im Gegenteil, sie unterstellen Israel, dass es das paläst. Volk mit der Suche nach den drei entführten Jungens kollektiv bestrafen würde.

Umgekehrt wird aber ein Schuh draus: Israel steht seit Gründung 1948 unter paläst.-arab. Kollektivstrafe – von den arabisch-(palästinensischen) Kriegen an bis jetzt zur Entführung von Eyal, Gilad und Naftali.

107. urideg - Juni 23, 2014, 17:51

Paralleluniversum und Geschichtsleugnung: Ein NZZ-Beitrag über den Kampf der entschiedensten Feinde Israels gegeneinander: Isis-Truppen versus die mit al-Kaida affiliierte Jabhat an-Nusra…:

http://www.nzz.ch/feuilleton/kreuzigungen-und-spasstage-1.18327875

108. Claudio Casula - Juni 23, 2014, 18:04

@ P.Bereit

Ach so, eines noch: Wo habe ich behauptet, dass Sie im Spon-Forum unterwegs sind? Ich sprach nur von Ihresgleichen, ob Sie hier oder dort Ihr Unwesen treiben, ist mir wumpe. First you crawl before you walk, first you read before you talk!

Und was die deutschen U-Boote für Israels Marine angeht, so zahle ich da freudig meine Steuern. Endlich mal ein vernünftiger Verwendungszweck! Und wie beruhigend, dass die deutsche Regierung – noch, jedenfalls – viel vernünftiger ist als der größere Teil des Volkes, der auf alles, was mit dem jüdischen Staat zu tun hat, anspringt wie der Pawlowsche Hund auf die Glocke.

109. urideg - Juni 23, 2014, 18:14

Paralleluniversum und deutscher Rechtsstaat: Arabische Clans und deutscher Rechtsstaat heute:

110. ekkehard schroeder - Juni 23, 2014, 22:17

„Wie oft schon, habe ich hier die Politik der USA angesprochen und wurde hierbei mit Häme überdeckt. USA Bashing, wie das in eurem Sprachgebrauch heißt. Totschlagsargument ist zutreffender.
Es war und ist einzig und allen die Politik der USA, die Schuld daran trägt, dass nunmehr ganze Regionen aus den Fugen geraten und dafür sorgen werden, dass auch Israel zunehmend in den Konflikt verwickelt wird. Diese Politik hat Israel nahezu kritiklos unterstützt uns abgesegnet.“

ein klassiker von pb

seine sache ist die -letztendlich irrational- begründete boshaftigkeit der usa und israel – oder auf die spitze getrieben demokraten und juden sind das unglück dieser welt

die menschen „vor ort“ nimmt pb gar nicht als handelnde subjekte wahr und sind ihm schlichtweg egal- ebenso wie er es den usa vorwirft.

wenn es der sache dienlich ist bedient er sich verschwörungstheorien und anderer obskurer quellen welche angeblich finstere machenschaften belegen sollen. nicht die selbstverschuldete unmündigkeit des menschen, herrschafts- und klassenverhältnisse sind sein problem, nicht gesellschaftanalyse und -kritik und die erklärung hieraus wie menschen hieraus handeln sind seine grundlage. denn dies würde auch erklären wieso zb sich einheimische eliten finden lassen die billige arbeitskräfte für die usa und andere bereitstellen.
auch pinochet, mudschahedins, arabische monarchen und andere scheusale und ihre einheimischen anhänger sind keine willenlose objekte fremder mächte sondern akteure innerer geselschaftlicher verhältnisse. das die sovjetunion/russland bei pb wesentlich besser davonkommt ist nicht sonderlich „links“, sondern stellt die frage ob hier nicht die sehnsucht nach einer autoritären utopie mehr überwiegt anstatt die nach einem verklärten emanzipatorischen gegenentwurf.

da passt auch das „kriminelle ausländer“ im sinne reaktionärer biergesellschaften laut pb in ihr „heimatliches“ biotop der gewalt abgeschoben werden sollen- anstatt auch diese gewaltvollen gesellschaftliche verhältnisse als zumutung zu kritisieren in denen menschen leben müssen. aber diese verhältnisse sind in der regel trotz aller brutalität als ursprüngliche, „natürliche“ indigene (zumindest in teilen) herrschaftform wahrscheinlich legitim anstatt jener „künstlichen“ gebilde welche von der moderne geschaffen wurden und oftmals ersteres zum besseren überwand.
da stellt sich auch nicht die frage ob indigene kriege-und sei es um ein wasserloch-, blutgeld, ehrenmord, usw nicht auch ein „aus den fugen“ ist ohne das weit und breit es etwas mit den usa und israel zu tun hat.
da bleibt nicht viel von der parole über die „zärtlichkeit der völker“ mit welcher sein verehrter che guevera in verbindung gebracht wird.

111. wollecarlos - Juni 23, 2014, 23:09

„…Werden im Juni 2014 drei israelische Jugendliche von Palästinensern verschleppt, dichten mehrere deutsche Zeitungen den Opfern an, „Siedler“ und damit gewissermaßen illegale Besatzer zu sein, die ihr Los wohl reichlich verdient haben.

Den vorläufigen Höhepunkt der „Die Juden sind an ihrem Schicksal selber schuld“-Kampagne liefert heute Abend die Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung.

Das Qualitätsmedium aus München, das jeden jugendlichen palästinensischen Brandsatzwerfer, der bei Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften erschossen wird, als mutmaßlich kaltblütig getöteten Jugendlichen darstellt, was die Kommentatorenmeute in „Kindermörder Israel“-Phantasien schwelgen lässt, schafft es tatsächlich, selbst einem 13-Jährigen, der auf dem Golan bei einem von Syrien aus organisierten Anschlag durch einen Sprengsatz ums Leben kommt, mittels kaltblütiger Wortwahl die Schuld für seine Ermordung zuzuschieben:

‚Auf den Golanhöhen ist erstmals seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs ein Israeli getötet worden. (…) Was er in dem gefährlichen Gebiet zu suchen hatte, ist unklar.‘

Klar ist hingegen, dass es sich bei der Süddeutschen Zeitung um ein Medium handelt, das fortgesetzt und absichtsvoll jede wahrhaftige und faire Berichterstattung fahren lässt, wenn es um Israel geht; dass es selbst die Würde eines getöteten Kindes mit Füßen tritt, wenn es Israeli ist (bittere Ironie am Rande: das Opfer hieß Muhammad Karaka, war arabischer Herkunft und wohnte in Untergaliläa) und dass nicht einmal dem hässlichsten toten Aal zugemutet werden kann, in dieses Drecksblatt eingewickelt zu werden. …“

Claudio Casula in SPIRIT OF ENTEBBE.
Der ganze wichtige Artikel unter:
http://spiritofentebbe.wordpress.com/2014/06/22/drecksblatt/

112. urideg - Juni 23, 2014, 23:47

Liebe Lila, es sind ja oft genug die Vor- und Nachteile dafür abgewogen worden, auch durchgeknallten seelischen „Wiederholungstäter“ eine Bühne zu bieten. Mir selbst – und ich bin da vermutlich nicht alleine – vergeht der Spaß daran, auch hier die gleichen antiisraelischen Müll zu lesen wie andernorts. Scheint mir nicht sonderlich sinnvoll und konstruktiv zu sein.

113. P. Bereit - Juni 24, 2014, 7:34

108.

Lieber Claudio,
wenn sie derart große Probleme mit dem deutschen Volke haben, weil es nicht wie 1933 einer neuen Ideologie hinterherlatscht und es sich anmaßt, an bestimmten Erscheinungen Kritik zu üben, dann schlage ich ihnen vor, suchen sie sich doch ein anderes Volk.

114. P. Bereit - Juni 24, 2014, 8:05

110.

„….auch pinochet, mudschahedins, arabische monarchen und andere scheusale und ihre einheimischen anhänger sind keine willenlose objekte fremder mächte sondern akteure innerer geselschaftlicher verhältnisse“.(Zitat Ende)

Vielen Dank für die Darlegung und sorry, dass ich nicht so sehr in die Tiefe gegangen bin. Gut, dass sie an Pinochet und die Mudjaheddin erinnern. Schade, dass sie die Aufzählung nicht fortgesetzt haben, wäre aber vermutlich zu lang geworden.

Ihr Stärke besteht im Weglassen.
Ansonsten wäre es fair gewesen, daran zu erinnern, WER die Regierung ALLENDE gestürzt hat und mit wessen massiver Hilfe. Es wäre ebenso interessant wie fair gewesen, daran zu erinnern, WER die Mudja…., na sie wissen schon, aufgepäppelt hat und mit welchem Ziel, wessen „Kind“ ein Bin Laden ist?

Wissen sie es? Ich denke schon.
Dann wissen sie mit Bestimmtheit auch, wer die Contras in Nicaragua mit Geldern aus dem Drogenhandel finanziert hat, und, und, und…. Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass sie die Ergebnisse einer solchen Analyse nicht auf diesem Blog verbreiten wollen. Unter einer Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse, verstehe ich, von den Erscheinungen, zum Wesen einer Sache vorzudringen. Was sie tun und wollen, ist, Erscheinungen zu ummänteln, damit niemand mehr deren Wesen erkennen kann. Das mag in ihrem Umfeld funktionieren, in meinem nicht.
Was sie schreiben, kann man täglich in der BILD-Zeitung lesen. Die aber, steht nicht gerade für glaubwürdige gesellschaftspolitische Analysen. Um die Leute auf Kurs zu halten, reicht es aber allemal.

115. wollecarlos - Juni 24, 2014, 10:11

Bereit in # 113 an Claudio Casula:

„… dann schlage ich ihnen vor, suchen sie sich doch ein anderes Volk.“

Genau so argumentieren die Neo-Nazis gegenüber den Türken, den Marokkanern, den Zigeunern, den Afrikanern aller Gebiete.
Und natürlich gegenüber Juden.
Eben gegenüber allen, die nicht ihrer faschistischen Ansicht sind.

Danke Bereit für die Offenlegung Ihrer wahren Ansichten!

Lila ist zu fragen, ob sie nicht doch dem Gedankengang von #112. urideg folgen wolle und ihren Blog nicht mehr weiterhin einem „durchgeknallten seelischen “Wiederholungstäter” zur Verfügung stellt.

Sie hat Bereit mal als „Stichwortgeber“ definiert. Das war auch nicht falsch.

Aber wenn seit Monaten immer dieselben Stichworte fallen, ist daraus kein weiterer Nährwert zu ziehen.

116. willow - Juni 24, 2014, 10:22

108. Claudio Casula

wie beruhigend, dass die deutsche Regierung – noch, jedenfalls – viel vernünftiger ist als der größere Teil des Volkes, der auf alles, was mit dem jüdischen Staat zu tun hat, anspringt wie der Pawlowsche Hund auf die Glocke.

als Reaktion darauf:

108.

Lieber Claudio,
wenn sie derart große Probleme mit dem deutschen Volke haben, weil es nicht wie 1933 einer neuen Ideologie hinterherlatscht und es sich anmaßt, an bestimmten Erscheinungen Kritik zu üben, dann schlage ich ihnen vor, suchen sie sich doch ein anderes Volk.

Das Problem besteht doch darin -ob sie das nun verstehen können oder nicht – daß große Teile der deutschen Bevölkerung heute wieder eine sehr sehr ähnliche Einstellung „zum Juden“ haben wie „damals“ 1933. Sehr Geschmackvoll, Leuten die das zum Kotzen finden die Ausreise zu empfehlen … wie damals 😦

117. Lila - Juni 24, 2014, 11:22

Na schön, sag ich auch mal was dazu. Auch ich habe mit P.Bereit eine Art Langzeitstudie betrieben – normalerweise halten Leute wie er nicht so lange aus und verschwinden von allein, oder es kommt zu einer Eskalation und sie verschwinden. P.Bereit ist von seiner Meinung keinen Zollbreit abgerückt, seit er das erste Mal hier kommentiert hat. Er hat Rungholt wie eine Ente betreten: genauso trocken aufgetaucht, wie er reingepaddelt ist.

Ich habe kein Interesse daran, Leute zu bekehren. Ich finde es zwar besorgniserregend, wie die deutsche zeitunglesende Bevölkerung dumm gehalten wird durch das Verschweigen wichtiger informationen (wer von Euch z.B. weiß aus seiner Tageszeitung etwas über die vielen Waffenlager, die in Hebron gefunden wurden) und das Aufblasen unwichtiger (wie Netanyahus Tweet über die Hamas), aber ich bilde mir nicht ein, mit einem kleinen bescheidenen Blog dagegenhalten zu können. Ich blogge, weil ich sonst nicht atmen könnte.

Es besteht auch keine Chance, das hat P.Bereit schlagend bewiesen, mittels Tatsachen, Informationen und Fragen-Austausch einen Menschen von der fest eingewurzelten Überzeugung zu heilen, daß Israel an all seinen Problemen selbst schuld ist, und der ganze andere Kram. Damit steht P.Bereit stellvertretend für einen guten Anteil der Bundesbürger.

Wenn ich mir wirklich was daraus machte, was er denkt, hätte ich das Bloggen längst schon an den Nagel gehängt. Aber wie gesagt, ich blogge nicht für ihn und seine Meinungs-Genossen, sondern für mich selbst. Daß ich dabei überhaupt Mit-Leser habe, freut mich über alles.

Es widerstrebt mir, jemanden zu bannen, nur weil er nicht meiner Meinung ist, nachdem wir Monate einen Austausch mit ihm hatten. Es fällt mir nicht schwer, jemanden wie Gerald, der eindeutig als Troll auftritt, sofort mit absurd anklägerischem Gestus Unruhe stiften will, zu bannen – ich hatte einfach zu viele von der Sorte. Mal spöttisch-nachsichtig, mal empört-verschwörungstheoretisch, mal philosophisch-arrogant — ich hab hier schon Anti-Israel-Rhetoriker durchziehen gesehen, daß ich nur staunen konnte, aber sie werden bei weitem aufgewogen von den interessanten, netten und intelligenten Menschen. Bei weitem, wirklich.

Deswegen kann ich im Moment nur sagen: es besteht kein Zwang, P.Bereit zu antworten. Ich kenne zwar den Drang nur zu gut, falsche Aussagen, besonders gefälschte Zitate etc, nicht so stehen zu lassen. Aber bitte, bitte, seht davon ab, Euch in verbale Kämpfchen verwickeln zu lassen. Das hat keinen Sinn. Sachliche Richtigstellungen – ja. Aber Kommentatoren-Duelle – bitte nicht. Ich habe wegen solcher Duelle in der Vergangenheit den Blog auf privat gestellt oder die Kommentarfunktion abgestellt oder ganz aufgehört zu bloggen. Aber das ist Quatsch, ich blogge weiter, und wenn Kommentare sinnfreie Beleidigungen sind, lösche ich sie wieder. Ist nur schwer, das beizuhalten, es wäre mir lieber, solche Kommentare kommen gar nicht erst.

Ich glaube, wir haben mit P.Bereit die Grenzen der Themen umschritten und deutlich gesehen, wo wir Schnittmengen haben und wo nicht. Es ist mir persönlich ein Rätsel, was ihn (und auch andere, die mich teilweise viel persönlicher attackieren) immer wieder hier hinzieht. Ihr könntet mir viel anbieten für das Vergnügen, mich täglich auf einem Anti-Israel-Blog zu tummeln und dort zu kommentieren – ich würde ablehnen. Keine Ahnung, wo darin der Spaß für P.Bereit liegt. Es sei denn, daß er sich gerne kabbelt. Tja, jeder Jeck ist anders.

Ich möchte nicht, daß P.Bereit sich hier zu einem Thema auswächst. Eigentlich hab ich schon zu viel gesagt.

118. wollecarlos - Juni 24, 2014, 11:40

ok!
Klug geschrieben.
Leben wir also mit ihm!

119. Underdog - Juni 24, 2014, 11:50

Ich fand Gerald ehrlich gesagt weniger schli als Ludwig und andere… aber wahrscheinlichnstösst du dich mehr daran, dass er dir persönlich vor den Karren fuhr, nicht so sehr an seinen Äusserungen über die Suche nach den Entführten. Alles, was er sagte, hatte Hand und Fuss, und im Gegensatz zu vielen anderen wurde er auch nie ausfällig…

120. Lila - Juni 24, 2014, 12:10

Gerald hat nicht viel gesagt. Geralds erste Worte hier waren die Aufforderung an mich, Folterungen zu verdammen. Womit er mir unterstellte, sie gutzuheißen.

Ich habe es nicht im geringsten nötig, mich gegen absurde Unterstellungen zu verteidigen, am Ende noch Beweise beizubringen, denn man weiß doch, daß Israelis…. Wer sich nicht die Mühe macht, mehr als einen Eintrag zu lesen, um dann hier großspurig aufzutreten und von mir Selbstrechtfertigungen zu fordern, der ist für mich kein GEsprächspartner. Egal unter welchem Namen er hier auftritt.

Das ist hier kein custom order service, wo man oben einen Wunsch reinsteckt und unten kommt dann ein zitatfertiges Statement raus. Manche Leute verstehen auch den Unterschied zwischen einem öffentlichen Forum und einem privaten Blog nicht.

Ich habe es längst aufgegeben, mit solchen Leuten ein Gespräch zu suchen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bloggern bin ich auch keineswegs gierig nach möglichst vielen Zugriffen. Es ist mir eher unangenehm, wenn von Twitter oder Facebook hierhin verlinkt wird – weil ich weiß, daß damit eben auch immer Leute angespült werden, die hier direkt nach einem intensiven Studium von Mondoweiss aufschlagen und nur darauf warten, mal jemanden vor die Flinte zu kriegen, dem sie es zeigen können.

Ich kann Euch überhaupt nicht sagen, wie ermüdend es ist, wenn nach irgendeiner Äußerung eines israelischen Politikers, mit dem ich die Schnittmenge Null habe, hier Leute auftauchen, die triumphierend schreien: und was sagst du NUN?, als ob ich je eine Parteigängerin gewesen wäre. Manche Leute schmeißen eben alles, wo Israel draufsteht in einen großen Topf, rühren einmal um und krähen dann ihre Parolen.

Wieso sollte ich mich mit sowas auseinandersetzen?

121. P. Bereit - Juni 24, 2014, 12:38

Das hat Lila wirklich gut und klug geschrieben und ich wundere mich ehrlich(!) darüber, wie sie es mit mir aushält.

Aber bitte eines zur Richtigstellung. Ich habe EIN Zitat verwendet, dessen Herkunft UMSTRITTEN ist. Es wurde und wird nicht nur von mir verwendet, sondern findet sich in vielfältiger Literatur. Ob es ge- oder verfälscht ist, weiß ich nicht und ich kenne auch niemanden, der das zweifelsfrei beweisen kann. Von der Person des Autors ausgehend meine ich, er KÖNNTE es durchaus so gesagt haben. ER hat ja auch vieles andere gesagt, was mir und vielen anderen Menschen, nicht besser gefällt.

Noch eine Bitte. Liebe Lila, tu doch bitte nicht so, als hätte P. Bereit auf diesem Blog nur Dinge ohne Hand und Fuß verbreitet. Du weißt genauso wie ich, dass das Unsinn ist. Du hast in mir keinen Idioten vor dir, der im Leben noch nichts gemacht oder bewegt hätte.

Vorschlag: Liefert mir bspw. einen Gegenbeweis dafür, was ich unter 114. an Ekkehard geantwortet und an vielen anderen Stellen geschrieben habe. Dann stöpsele ich meine Tastatur ab. Versprochen.

Ein abschließender Hinweis noch für einen guten alten Freund auf diesem Blog. Meine Ratten hatten sich zwischenzeitlich an das Bild gewöhnt und fraßen wieder lustig an meinen Kartoffeln herum. Daraufhin habe ich ihnen abends die Zusammenfassung seiner Einträge von AVRA vorgelesen. Das war ihnen zu viel. Jetzt sind sie in panischer Flucht tatsächlich weg! Vermutlich beim Nachbarn.

122. P. Bereit - Juni 24, 2014, 13:57

116.

Lieber Willow. Auch sie haben es noch immer nicht begriffen, oder wollen es nicht begreifen.
Trotzdem. Noch einmal. Gebetsmühlenartig.

NICHT die Juden stehen hier zur Disposition oder zu irgendeiner Diskussion.

Es ist die Politik eines STAATES, eines (fast) ganz normalen Staates, gegenüber einer Bevölkerungsgruppe. Nicht ich bin es, der in jeder Zeile, die Diskussion auf das Judentum, den Holocaust oder den Antisemitismus herunterbricht. Leute wie sie sind es, die sich hinter diesen Begriffen verstecken, um jede kritische Meinung niedermachen zu können. Das ALLEIN, führt zu den unseligen Diskussionen, die hier nicht selten im Gossenjargon enden.
In Israel könnten Indianer, Turkmenen, Basmatschen, Eskimos oder grüne Männchen wohnen. Ich würde meine Meinung auch äußern, gäbe es auf dem gesamten Erdball keinen einzigen Juden. Dann würden sie mich dafür maßregeln, dass ich mich an den Grünen Männchen vergehe. Ich würde auch die Norweger kritisieren, würden sie den Lappen zumuten, bis zur Erscheinung des Messias, in Lagern leben zu müssen.
Apropos Indianer. Auch die fanden es nicht besonders toll, dass man ihnen das Land wegnahm und sie anschließend in Reservate zwängte.
Da mich, was die Unterdrückung anderer Menschen oder Völker anbelangt, lediglich das Ergebnis für die Unterdrückten interessiert und nicht die ethnische oder religiöse Zugehörigkeit der Unterdrücker, können sie mir mit dem Vorwurf irgendwelcher -ismen gestohlen bleiben. Es ist mir auch völlig gleichgültig, ob es sich bei den Unterdrückern, um ein Volk oder eine Religionsgemeinschaft handelt.

123. levrak - Juni 24, 2014, 14:09

#112 – urideg

Hi Uri,
wenigstens wir (inklusive Lila) wissen ganz genau, worauf Du ansprichst.
Saj gesunt.

A.mOr.

124. willow - Juni 24, 2014, 15:29

„In Israel könnten Indianer, Turkmenen, Basmatschen, Eskimos oder grüne Männchen wohnen.“

Nicht ihr Ernst … würden dort Türken die Mehrheit der Bevölkerung stellen, dann wäre es ihnen absolut egal, unter welchen Bedingungen die Palästinenser leben (oder engagieren sie sich auch zugunsten des illegal besetzten Kurdistans oder Nordzyperns?).

Man sieht es aktuell sehr gut an der Berichterstattung über Nigeria, Mali, Libyen, Syrien oder dem Irak – einer Mehrheit der Mitteleuropäer ist es seeeehr egal, wenn irgendwo auf der Welt ein paar hunderttausend Araber getötet werden. Ist aber der „Jude unter den Staaten“ beteiligt, dann ist selbst die Durchsuchung von Dörfern ein Verbrechen, daß zu heftigstem Aufscheien der Scheinheiligen füht. 160000 Tote im aktuellen syrischen Bürgerkrieg sind für den Mitteleuropäer kein Problem – reagiert aber Israel auf einen syrischen Granatenangriff, dann tobt die Masse … War so, ist so, und wird sich wohl leider leider nicht ändern … 😦

125. wollecarlos - Juni 24, 2014, 16:11

@ 124. willow

Lieber willow
schaust Du nochmal unter „117. Lila“ nach?

Danke, Briederchen !

126. Claudio Casula - Juni 24, 2014, 16:43

@ P.Bereit

Sie müssen doch gar nicht erst warten, bis die Norweger die Lappen unterdrücken. Auf der Welt gibt es derzeit Dutzende Krisenherde, und jeder einzelne bringt die 100-, 1000-, 10.000 oder 100.000-fache Brutalität und Opferzahl des vergleichsweise läppischen Nahostkonflikts auf die Waage. Dass Sie sich aber nicht für von Dschandschawid-Milizen abgeschlachtete Sudanesen im Darfur ins Zeug legen, nicht für Hunderttausende Opfer in Nigeria, in der Westsahara, im Irak, in Syrien, im Kongo, in Nordmali, in Afghanistan, Jemen, Pakistan, auf den Philippinen etc., sondern ausgerechnet für die gut genährten und mit Milliardenhilfsgeldern gepäppelten Palästinenser, die durch den Verzicht auf Terror längst ihren eigenen Staat haben könnten, spricht Bände. Der obsessive, auf Israel fixierte Blick ist es, der den Antisemiten des Jahres 2014 verrät. Ginge es wirklich um Menschenrechte, würde man sich erst um die Fälle kümmern, die selbst danach schreien.

Noch etwas: Sie können gern durch ganz Israel reisen und werden kein einziges Palästinenserlager finden. Die Araber in Israel sind Staatsbürger, und die in den umstrittenen oder meinetwegen auch besetzten Gebieten werden seit 20 Jahren von Fatah bzw. Hamas regiert. Etliche Palästinenser-Lager (oder besser: Slums) finden sie hingegen im Libanon und in Syrien. Apropos: Im aktuell belagerten Lager Yarmouk sind Tausende Palästinenser akut vom Hungertod bedroht. Haben Sie schon einen Protestbrief an die syrische Botschaft geschrieben? Sind Sie vielleicht nicht dazu gekommen, weil Sie viel zu sehr damit beschäftigt sind, über Lilas Blog den jüdischen Staat Mores lehren zu wollen? Oder gehen Ihnen die Palästinenser am Allerwertesten vorbei, wenn sie mit jemand anderem als Israel Schwierigkeiten haben?

Muss ich sie fragen, ob Sie ebenso leidenschaftlich die Unabhängigkeitsbestrebungen der Uiguren, der Tibeter, der Kurden und der Tschetschenen unterstützen?

Seien wir ehrlich: Es geht Ihnen nicht um die Palästinenser. Es geht Ihnen um Israel. Und vielen Millionen Landsleuten auch. Denen würde, wenn die Palästinenser sich endlich kompromissbereit zeigten und ihren Staat bekämen, in dem sie dann friedlich lebten, echt was fehlen.

127. Ludwig - Juni 24, 2014, 19:04

Naomi – 106.

„Deutsche … unterstellen Israel, dass es das paläst. Volk mit der Suche nach den drei entführten Jungens kollektiv bestrafen würde.
Umgekehrt wird aber ein Schuh draus: Israel steht seit Gründung 1948 unter paläst.-arab. Kollektivstrafe – von den arabisch-(palästinensischen) Kriegen an bis jetzt zur Entführung von Eyal, Gilad und Naftali.“

Mittlerweile weiss ich, dass Du und die Mehrheit der jüdischen Israelis so denken, ohne dass ich diese Sicht teilen würde. Wenn wir ein paar mehr dieser Kernannahmen haben, wo wir jeweils fest davon überzeugt sind, dass das genaue Gegenteil wahr ist, dann trennen wir uns und finden uns schnell in diesen zwei konzeptionellen Paralleluniversen wieder, wo für „Uns“ schwarz ist, was für „Euch“ weiß ist, oder umgekehrt.

——

Willow – 116. bzw. P.Bereit

Wenn man ein paar verständnislose Runden in den Paralleluniversen gedreht hat, kann man leicht an den Punkt kommen, wo das was für „Euch“ gut ist, für „uns“ böse ist, und schließlich sind „wir“ böse und „Ihr“ gut, oder umgekehrt. Dann geht die Drescherei erst richtig los:

„‘…, dann schlage ich ihnen vor, suchen sie sich doch ein anderes Volk.‘
Das Problem besteht doch darin -ob sie das nun verstehen können oder nicht – daß große Teile der deutschen Bevölkerung heute wieder eine sehr sehr ähnliche Einstellung “zum Juden” haben wie “damals” 1933. Sehr Geschmackvoll, Leuten die das zum Kotzen finden die Ausreise zu empfehlen … wie damals :-(“

Zur Zeit des Kalten Krieges hieß es im Westen gelegentlich „dann geh doch nach drüben“. „Dann geh doch nach Gaza“ habe ich auch schon gehört. „Vaterlandsverräter“ und „Selbsthassender Jude“ sind nach meinem Verständnis, Begriffe aus einer ähnlichen Baureihe, nur noch weniger geschmackvoll.

——

Claudio Casula und andere – 97. (bzw. 54. & 89.)

Was mich wieder zu „uns“ „Otto Normalvergasern“ aus dem deutschen Mainstream und meiner Frage nach der Kommunikationsstrategie der Pro-Israel-Community in Deutschland zurückbringt.

Klar ist, die Kommunikation zwischen „uns“ und „Euch“ scheitert mit bedrückender Regelmäßigkeit und Schmerzhaftigkeit an den immergleichen Stellen. In diesem virtuellen Salon hier, steht es letztlich Lila frei zu entscheiden, welche Äußerungen sie zulassen, diskutieren, moderieren, ignorieren oder löschen will.

Jenseits von Rungholt finden zwischen „uns“ und „Euch“ viele ähnlich unfruchtbare Debatten statt, wo Meinungen, die irgendwo zwischen P.Bereits und meinen Ansichten liegen, den demografischen Mainstream ausmachen. Es gibt genug Umfragen zum Israel-Bild der Deutschen, die ähnliches belegen.

Wenn ich den hier häufiger vertretenen „Name & Shame“-Ansatz auf mich wirken lasse, glaube ich, dass „Ihr“ in diesem Kontext nur die kleine Minderheit erreicht, die ohnehin überzeugt ist und ansonsten die Polarisierung zwischen Deutschland und Israel verstärkt.

Die Situation wäre anders, wenn P.Bereit und ich auch außerhalb dieses Blogs eine Minderheit darstellen würden. Dann könnte man uns wahrscheinlich mit aggressiver Rhetorik Marke „Otto Normalvergaser“ ausgrenzen und erfolgreich marginalisieren. So wie ich das Meinungsbild in Deutschland einschätze, passiert vermutlich das Gegenteil.

Daher nochmal meine Frage an Claudio und andere, die sich angesprochen fühlen: Was wollt „Ihr“ mit dieser Kommunikationsstrategie erreichen?

128. Lila - Juni 24, 2014, 19:13

Nichts, mein Junge. Ich will nichts erreichen. Ich kann weder Dich noch sonst jemanden erreichen, der nach wie vor glaubt, daß Israel sich mit der Staatsgründung versündigt hat und damit an allem Unheil, das es seither aushalten mußte, selbst schuld ist.

Noch niemand hat mir erklären können, warum alle anderen post-kolonialistischen Staatsgründungen im Nahen Osten unumstritten und gerechtfertigt waren (auch wenn sie jetzt alle bröseln und sich letztendlich Israel noch als erfolgreichste dieser Gründungen erweisen wird…), aber Israel von Euch als „Kind einer Vergewaltigung“, also Folge eines Verbrechens, bezeichnet wird.

Warum wurde bei der Gründung Israels jemand vergewaltigt, bei der Gründung Syriens, Libyens oder Jordaniens aber nicht? Wo ist der Unterschied? Überall waren Mehr- und Minderheiten.

Verbrecherisch war nur die Staatsgründung, bei der Juden souverän wurden. Alle anderen – sababa.

Wie soll ich jemanden erreichen können, was soll ich in seinem Kopf erreichen können, der so denkt?

Ich weiß, es gibt außer den Juden noch Völker, die Unrecht erlitten haben. Daß jemand ihnen aber konsequent das Recht bestreitet, in einem eigenen Staat souverän und zur Selbstverteidigung bereit sein zu dürfen – noch dazu ein Europäer, also ein Mensch aus dem Kontinent, der über Jahrhunderte hinweg Unrecht an Juden institutionalisiert hat und zwischendurch immer wieder im Blutrausch Juden gemeuchelt hat – das ist schwindelerregend genug.

Was soll ich dagegensetzen?

Ich erreiche Euch nicht. Ihr nennt meine Weltsicht, die darauf beruht, daß Juden genau dasselbe REcht haben wie alle anderen, Souveränität zu leben und auch durchzusetzen, ein Paralleluniversum. Das beruhigt mich. Denn in Eurem Universum, vielen Dank, würde ich nicht leben wollen. Da würde ich keine Luft kriegen.

129. levrak - Juni 24, 2014, 20:08

#106 – Naomi

„Deutsche … unterstellen Israel, dass es das paläst. Volk mit der Suche nach den drei entführten Jungens kollektiv bestrafen würde.
Umgekehrt wird aber ein Schuh draus: Israel steht seit Gründung 1948 unter paläst.-arab. Kollektivstrafe – von den arabisch-(palästinensischen) Kriegen an bis jetzt zur Entführung von Eyal, Gilad und Naftali.“

Gut gedreht der Schuh!
Nur ist der Schuh noch viel größer, sind es doch nicht allein die Araber (mit gefährlich lebenden aber mutigen Ausnahmen), die uns, bzw den Staat Israel seit 1948 „kollektiv bestrafen“, wobei das entsprechende „Urteil“ schon viel früher gesprochen wurde: der Antijudaismus der Christen seit es Kirchen gibt spätestens und der Judenhass der Mohammedaner von Mohammed an.

(Danke Ludwig für den Hinweis, wird schnell unübersichtlich hier. 😉 
Was Dein „Paralleluniversum“ angeht, das geht wohl jedem Menschen so. Und der suchst sich gewöhnlich auch sein „Biotop“. 
Unschön -unpraktisch?- wird’s, wenn man dann ganz viele -ob pro oder contra- in nur einen Schuh pressen will. 
Und selbst wenn’s mit brutalst zerquetschten Zehen gelingen sollte, wie soll das Ding laufen, kann ja nichtmal „einszwei“ geschweige „drei“. 
Kann wohl  nur noch fliegen, wenn geübte Wurfhand das Gewicht stemmen können sollte.)

#126 – Claudio
#128 – Lila

Zustimmung. 
Klasse klargestellt!

A.mOr.

130. ekkehard schroeder - Juni 24, 2014, 21:35

mal ludwig so ganz naiv gefragt: was für eine komunikationsstrategie verfolgt jemand eigentlich mit leuten die mehr noch als nicht von dieser welt, sondern von einem ganz anderen universum sind?

Dumm nur das es nur die eine realität, die eine menschheit usw gibt.
insofern ist die rede vom paralleluniversum ernst genommen und konsequent zu ende gedacht nichts weiter als die aufage dessen und somit zb eines universalistischen menschheitsbegriffes und allem was da folgt.

eine andere variante wäre das man schlicht zu blöd ist.

ersteres ist inhuman, zweiteres bedarf einer handfesten begründung um nicht beleidigend zu sein.

131. urideg - Juni 24, 2014, 23:34

„“Ich kenne immer mehr Menschen, die mit Hitlers kranker Idee, euch auszurotten, sympathisieren“. Briefe wie dieser erreichen die israelische Botschaft in Berlin und den Zentralrat der Juden jeden Tag.

Fast 70 Jahre nach Ende des Dritten Reichs ist dumpfer Judenhass trauriger Alltag in der Bundesrepublik – und längst sind es nicht mehr nur offen rechtsextreme Parteien wie die NPD, die judenfeindliche Parolen verbreiten.

Antisemitismus ist ein Problem, das wieder in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Besonders in Akademikerkreisen ist es wieder salonfähig, unter dem Deckmantel der Israel-Kritik gegen Juden zu hetzen. Frei nach dem Motto „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ schreiben jedes Jahr Tausende Ärzte, Rechtsanwälte und Professoren Briefe an jüdische Institutionen, die zeigen: Es gibt einen gefährlichen intellektuellen Antisemitismus in Deutschland.“
http://www.huffingtonpost.de/2014/06/24/antisemitismus-intellektuelle-deutschland_n_5524533.html?utm_hp_ref=politik

132. P. Bereit - Juni 25, 2014, 8:51

Lieber Claudio,

vielen Dank dafür, dass sie versucht haben, die Krisenherde dieser Welt aufzuzählen. Ich habe Verständnis dafür, dass diese Aufzählung nicht vollständig ist. Sie gehen mit Bestimmtheit nicht davon aus, dass ich von dem Elend dieser Welt nichts weiß und mich deshalb auf Israel konzentriere. Hier handelt es sich aber nun einmal um einen Blog, welcher sich gerade diesem Thema vehement widmet und nicht etwa den Gräueltaten in Darfur oder anderswo. Unser beider Lebenszeit wäre nicht hinreichend, um sich all jenen Fürchterlichkeiten anzunehmen, für die offenbar weder Menschen noch Götter eine Lösung anzubieten haben. Trotz alledem, entziehe ich mich auch dieser Problematik nicht, weil ich es nicht kann, selbst wenn ich wollte. Das Elend der Welt ist längst auch in Deutschland angekommen. Die Flüchtlingszahlen aus Krisengebieten nehmen zu und jede Behörde ist überfordert festzustellen, wer da eigentlich kommt. Opfer oder Täter. Gutmeinend nehmen wir selbstverständlich an, nur Opfer würden die beschwerliche Reise nach Westeuropa antreten.
Also. Mir sind die sozialen und politischen Verwerfungen in der Welt durchaus bekannt. Z. T. konnte ich mich persönlich davon überzeugen. Nehmen sie es mir bitte nicht übel, wenn ich mich dazu, hier nicht zu Wort melde. Das wäre dann doch vermessen, denjenigen gegenüber, die sich schon jetzt darüber beschweren, dass P. Bereit, sich überhaupt äußern darf.
„Der obsessive, auf Israel fixierte Blick ist es, der den Antisemiten des Jahres 2014 verrät.“
(Zitat Ende)
Natürlich darf auch in diesem Beitrag von ihnen, dieser Hinweis nicht fehlen. Ein genialer Satz! Insbesondere deshalb, weil sie ihn auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, nicht umschreiben müssen.
Ich denke, kaum jemand außer ihnen selbst, hat einen obsessiveren Blick auf Israel, wenngleich aus einem anderen Blickwinkel. Der Name ihres Blogs könnte daraufhin deuten. Doch nicht alle Probleme dieser Welt, lassen sich halt mit der Waffe in der Hand lösen.

133. Lila - Juni 25, 2014, 9:02

Dann sag mir doch mal, P.Bereit, wie DU den Fall Entebbe gelöst hättest! Die internationale Verurteilung Israels nach der erfolgreichen Befreiung der Geiseln teilst Du ja bestimmt – es war ja wirklich wenig zartfühlend, ja, wie man es von Israel gewöhnt ist, nicht wahr, völkerrechtswidrig.

134. P. Bereit - Juni 25, 2014, 9:22

Völlig falsch und man sieht einmal mehr, in welches Licht du einen P. Bereit zu rücken suchst. Ich halte diese Aktion für eine echte Heldentat und das ist kein Zynismus. Das war logistisch und menschlich eine Aktion, die ihresgleichen sucht. Wer Menschen entführt und im Nachhinein noch die Juden aussortiert, der hat nur den Tod verdient. Dass für die Befreiung Mittel gewählt werden mussten, die das Völkerrecht formal verletzen, haben die meisten Menschen toleriert. Ein Regime, wie Uganda es damals darstellte, konnte man wohl nicht erst offizell um Unterstützung bitten.

Ja liebe Lila, so sieht das der Antisemit P. Bereit.

135. Lila - Juni 25, 2014, 9:44

Na, da habe ich Dir ja mit List und Tücke einen Kommentar entlockt, der geradezu israel-freundlich ist.

Von diesem Schock muß ich mich jetzt erstmal mit einem EisKaffee erholen.

😀

136. P. Bereit - Juni 25, 2014, 9:57

Genieße ihn, denn es wird nicht lange dauern und die Blog-Helden werden auch darin eine gehörige Portion Antisemitismus entdecken. Wetten?

137. Naomi - Juni 25, 2014, 10:15

#133 und #134

Für Interessierte noch ein paar Infos zu ENTEBBE:

Entsetzt sollte man genau so auch wegen der Reaktion vieler deutscher Linker sein, die sich damals nicht wegen der Entführung und nicht wegen der Selektion der Juden durch Deutsche empörten.

Die Linken in fast allen Organisationen/Fraktionen empörten sich 1976 über die „gewaltsame Befreiung der Geiseln auf dem Flughafen von Entebbe“ – und sie verglichen die Befreiung der Geiseln durch Israel „mit den Blitzkriegen der Hitlerfaschisten“.
Israel war natürlich der „imperialistische Aggressor“.

Dann wurde Israel noch von den Linken beschuldigt, die „flagrante Souveränität eines Mitgliedstaates der Vereinten Nationen“ verletzt zu haben, nämlich Uganda. Und sie erklärten sich eilends solidarisch mit „seiner Exzellenz Idi Amin“.
Dabei wusste die Linke ganz genau, welche Verbrechen Idi Amin begangen hatte.

138. wollecarlos - Juni 25, 2014, 10:17

Na, Lila, schon vergessen?

„Deswegen kann ich im Moment nur sagen: es besteht kein Zwang, P.Bereit zu antworten. … bitte, bitte, seht davon ab, Euch in verbale Kämpfchen verwickeln zu lassen. Das hat keinen Sinn.“

139. Lila - Juni 25, 2014, 10:26

Das war eben kein verbales Kämpfchen, sondern ein ganz normaler Austausch.

Richtig, Naomi, genau diese Verurteilungen meinte ich. Erinnert sich noch jemand an Ephraim Kishons Geschichte mit Hänsel, Gretel und der Hexe? (Der Anfang ist hier skizziert…)

140. Naomi - Juni 25, 2014, 10:35

Ja, Lila –

ich habe „Hänsel, Gretel und das Rote Kreuz“ mal gelesen.
Hier ein längeres Zitat dazu aus dem Tagesspiegel:

(Zitatbeginn): Hänsel und Gretel schöpfen Hoffnung, als vor dem Haus der Hexe ein Herr aus Genf auftaucht. Er stellt sich vor als Doktor Fromage vom Roten Kreuz, entsandt um seine „guten Dienste anzubieten“. So beginnt Ephraim Kishon in einer seiner besten Satiren die Geschichte von Hänsel und Gretel aus der Sicht moderner Menschenrechtler.

Von seinem Käfig aus fleht Hänsel den Mann um Schutz vor der terroristischen Hexe an, die ihn verspeisen will. „Ohne zu zögern, rückte Dr. Fromage die Dinge zurecht. ,Sie missverstehen mich’, sagte er. ,Ich habe nicht die Absicht, mich in interne Streitigkeiten einzumischen. Meine Aufgabe besteht darin, für das Leben und die Sicherheit aller Kinder und aller Hexen zu sorgen, ohne Ansehen der näheren Umstände.

Die Hexe ist entzückt: „Das nenn ich Objektivität!“ Hänsel und Gretel wehklagen bitterlich, doch der geschulte Beamte lässt sich nicht erschüttern. Keine Hexe der Welt, beharrt er, werde sich je wieder kooperativ zeigen, wenn man nicht unparteiisch bleibe. So eine Hexe hat eben ihre rituellen Mahlzeiten, ihren ureigenen Lebensstil, der neutral anerkannt werden muss.

Als die Häftlinge der Hexe sich dann doch zur Wehr setzen, sucht der Herr das Weite. Die Kinder aber machen der Menschenfresserin in einem Akt der Lynchjustiz den Garaus – und sind befreit.

Kishon schrieb den Text als Reaktion auf die öffentliche Empörung, die Israel begegnete, als das Land im Mai 1972 mit tödlicher Gewalt gegen Terroristen vorging, die am Flughafen Tel Aviv ein Blutbad unter Passagieren angerichtet hatten. (Zitatende)

http://www.tagesspiegel.de/kultur/voelkerrecht-osama-obama-und-das-recht/4146990.html

141. Naomi - Juni 25, 2014, 10:36

🙂 Du warst schneller mit dem Link zum TSP, Lila …

142. wollecarlos - Juni 25, 2014, 10:53

Nun ja, liebe Lila,

„es besteht kein Zwang.. zu antworten“ aber Sie vespürten wohl den „Drang“, falsche Aussagen, … „nicht so stehen zu lassen.“

Um dann weiter zu schreiben: „Aber bitte, bitte, seht davon ab…“

HuffingtonPost schreibt:

„Dass ein hoher Bildungsgrad offenbar nicht vor Judenfeindlichkeit schützt, weiß keiner besser als Monika Schwarz-Friesel. Die Wissenschaftlerin hat sieben Jahre lang mehr als 14.000 Briefe an israelische Institutionen auf judenkritische Inhalte untersucht.

Das schockierende Ergebnis: 63 Prozent der antisemitischen Briefe an den Zentralrat der Juden und die israelische Botschaft stammten von Menschen aus der sogenannten Mitte Deutschlands – und nicht etwa, wie häufig angenommen, von frustrierten Rechtsextremen aus sozialen Unterschichten.

„Bei den Briefen haben wir häufig dasselbe Muster beobachtet:

Zu Beginn des Briefes betont der Autor ausdrücklich, dass er kein Antisemit sei, sondern Humanist oder dergleichen.
Im Verlauf des Schreibens kommt allerdings meistens die dezidiert antisemitische Haltung durch“, sagt Schwarz-Friesel.
In vielen Fällen handele es sich dabei um eine Verquickung von altem und neuen Ressentiments gegenüber Juden.“

Der ganze Beitrag hier:
http://www.huffingtonpost.de/2014/06/24/antisemitismus-intellektuelle-deutschland_n_5524533.html

Ich hoffe, der Eiskaffee hat gemundet.

143. Lila - Juni 25, 2014, 11:46

Er hat gemundet, danke.

144. wollecarlos - Juni 25, 2014, 11:50

Dann ist der Tag ja gerettet!

145. levrak - Juni 25, 2014, 13:42

#142 – wollecarlos

„Das schockierende Ergebnis: 63 Prozent der antisemitischen Briefe an den Zentralrat der Juden und die israelische Botschaft stammten von Menschen aus der sogenannten Mitte Deutschlands – und nicht etwa, wie häufig angenommen, von frustrierten Rechtsextremen aus sozialen Unterschichten.“

So ein Zufall! 
Laut der Statistik, die Underdog erwähnt, stimmen 63% der Israelis für die „Zwei Völker – Zwei Staaten“ Lösung.

63%. 
Zahlenspiele. 
Immerhin 37% neben der Mitte.
Das Zielen will noch gelernt werden.

A.mOr.

146. ekkehard schroeder - Juni 25, 2014, 23:46

das kann kein zufallsein! das heist bestimmt das die 6 3mal da ist und auf die satanische 666 hiausläuft.(-:

und klar, antisemitismus ist teil der mitte:
zu walsers „auschwitzkeule“ klatschten bis auf bubis alle. mit butler bekam eine erklärte israelhasserin einen adornopreis und selbst die eliten der staatsnahen antisemitismusforschung wollten da kein skandal drin sehen.
man bemühts sich ja selbst bei weiten teilen der eliten noch nicht mal so zu tun als ob.
und alles formal gebildete leute.

und inwieweit „leute aus der mitte“ wirklich „mitte“ sind ist auch immer eine frage.
im schlimsten fall wird sie bei der nächsten krise auf ekelhafte weise beantwortet wie es zb bei der „asyldiskusion“ der 90er war.

ich kannte durchaus leute die haben sich weit links verortet um dann zb mit den gesetzen der natur die frage nach lebensrecht zu stellen, das es dem arbeiter ja zu gut geht, die rationalität an allem schuld ist, die zinsfreie wirtschaft probleme löst…

und ein blick zb in die esoterische ecke des buchladen zeigt das dies kein randphänomen ist.
und die sind dann oft bei dem zeug gelandet worüber ich oben den witz gemacht habe.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s