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Gelacht Mai 23, 2014, 22:57

Posted by Lila in Deutschland, Kinder, Uncategorized.
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In meiner Familie sind ja gräßliche deutsche Lieder und Geschichten ein running gag. Ob es das Häschen ist, das spazieren ging und dabei fast vom Mühlrad zermalmt wurde, oder der kleine Schelm im Hafersack, oder der blutige Zinken auf der Fahrt in die Ferne mit Sauerkraut und Speck… ganz zu schweigen vom Räuberbräutigam oder Blaubart oder den ausgestochenen Augen von Rapunzels Prinz oder Max und Moritz im Ofen oder Mahlwerk… meine Kinder und Y. können sich darüber sehr amüsieren, daß man sowas in Deutschland für kindertauglich hält. Mir selbst fällt erst jetzt auf, wie viel Gewalt und Tod in den Liedern steckt, die wir als Kinder im Auto gegrölt haben – wir lagen vor Madagaskar (…und täglich ging einer über Bord) oder der Herr Quintilius Varus (…und es war ein Moderduft wie von Blut und Leichen…).

Primus hat in seiner Zeit in Deutschland die folgende Karikatur entdeckt und sich zu eigen gemacht:

Wenn ich was auf Deutsch sage, ruft er in zackig-brachialem Ton: Staubsauger! Zahnbürste! SCHMETTERLING!!! und kringelt sich vor Lachen mit seinen Geschwistern über den Klang. (Ich schlage selbstverständlich zurück – das Hebräische klingt ja auch nicht gerade wie säuselnder Wohllaut… und für jemanden, der beide Sprachen nicht beherrscht, ist das Klangbild vermutlich ähnlich. Schachaf – dachaf – mechirat chissul!)

Vorgestern hielt mir Quarta ihr Telefon unter die Nase (ja, das Abendland geht selbstverständlich auch bei mir zuhause unter) und meinte: guck mal, da macht sich auch jemand über deutsche Kindergeschichten lustig!

Beide Mädchen fanden den Film milde lustig und wunderten sich, als ich sie fragte: ja kennt ihr denn die Geschichte nicht? Nö, meinten sie, ist das wirklich eine deutsche Kindergeschichte? Mama, du spinnst, das gibt es nicht.

Ich habe ja sämtliche Kinderbücher auf Deutsch aufbewahrt und holte mit einem Griff den Struwwelpeter raus, den wir wohl haben, den ich den Kindern aber nie vorgelesen habe. Inzwischen lachte ich so hysterisch, daß ich das Buch nur noch auf den Tisch legen und mit dem Finger auf den armen Konrad weisen konnte.

Die Mädchen schnappten nach Luft, schnappten sich das Buch und fingen auch an, unbändig zu lachen. Das brennende Paulinchen, der fliegende Robert, der Suppenkasper mit der Suppenschüssel auf dem Grab – die Kinder wollten nicht glauben, daß man sowas deutschen Kindern tatsächlich erzählt hat.

Hat man aber. Und nicht nur das – der Struwwelpeter ist auch auf Hebräisch übersetzt worden (Yehoshua ha-parua, der wilde Joshua). In der Kinderbücher-Sammlung unserer Hochschule habe ich die hebräische Erstausgabe selbst gesehen.

Ich habe irgendwann mal gelesen, daß der Autor die gräßichen Konsequenzen kindlichen Fehlverhaltens mit Absicht grotesk übertrieben hat. Das war mir als Kinder aber nicht klar. Mir jagte der Zappelphilipp den größten Schrecken ein – ich war sicher, daß er unter der Tischdecke bleiben muß – die kam mir vor wie zu einem Berg erstarrt. Und ich konnte das ganze Buch noch auswendig – ein Anfangsvers, und ich kann weiterrattern.

Vermutlich werden die Kinder ab jetzt nicht nur Aschenputtel! Schlafanzug! TEPPICHKLOPFER!!! rufen, sondern auch Suppenkasper! Wüterich! DAUMENLUTSCHER!!!!!

Kommentare»

1. Neuköllner Botschaft - Mai 23, 2014, 23:33

יהיה בסדר. גמור, פרח

2. Naomi - Mai 24, 2014, 6:09

Oh Lila –

das sind ja herrlich boshafte Zeichnungen, im wahrsten Sinne des Wortes „Lautmalereien“.
Ich habe mich königlich amüsiert über sie und verschicke sie gleich weiter … 🙂 🙂

3. Marlin - Mai 24, 2014, 13:54

Ja, ist typisch. Don’t mention the war!

Aber sie kennen ja auch die normale Sprache. 🙂 Schmetterling normal ausgesprochen hat nur die 2 ts als Plosive, klingt also doch ziemlich gut. Wenn man die anderen Sprachen schreien würde, klänge es ja auch ziemlich aggressiv, oder?

Naja, wem sag ich das. 🙂 Manchmal ist das ja lustig, mit dem Deutschen, aber irgendwann ist auch mal gut!! *schmoll*

😀

Und Struwwelpeter ist grausam.. wir hatten das als Schallplatte.. wäääähhh!!

4. Rika - Mai 24, 2014, 14:21

Würde man die deutsche Sprache ohne die Erfahrung des barbarischen Naziterrors wirklich als so schrecklich empfinden? ich bin mir nicht sicher, Die gleichen Ausdrücke mal von Schwaben, Sachsen, Hessen, Ostfriesen oder Hamburgern gesprochen, macht doch deutlich, dass der Klang des Sprechenden die eigentliche Wirkung erzielt. Ich kann an einem Naturwissenschaftler oder Gänseblümchen nichts Lachhaftes oder martialisch Fürchterliches entdecken und selbst der Schmetterling klingt für mich nicht weniger anrüchig als die englische Butterfliege…. Und die Märchen oder der Struwelpeter – wer sich je die heutigen Comics zu Gemüte geführt hat oder die futuristischen „Kinderfilme“ (Zeichentrickfilme) bei RTL und Konsorten, wird den Struwelpeter oder die böse Hexe für liebenswerte Gestalten halten. Und gibt der Name „Aschenputtel“nicht genau das bedauernswerte Dasein des armen Mädchens wieder?
Ich liebe meine Sprache … ohne deren Auswüchse negieren zu wollen.

5. rudolf1611 - Mai 24, 2014, 14:41

Hallo, liebe Lila,
mit der Schönheit der italienischen Sprache kann unsere deutsche Sprache sicher nicht mithalten. Deshalb singe ich am liebsten italienische Stücke. Aber es auch immer wichtig, „wie“ eine Sprache gesprochen wird. Ich kann deshalb nicht zustimmen, dass man beim Aussprechen deutscher Begriffe eine Grimasse schneiden muss.
Wie klingen für Euch z.B. die Verse von Heinrich Heine im Liederzyklus Dichterliebe von Robert Schumann?
Ich habe für Euch 5 Stücke bei http://www.soundcloud.com/rudolfsteger/tracks zum Anhören reingestellt.
Der Abruf bei soundcloud ist kostenlos. Bitte Rückmeldung, wenn es nicht funktionieren sollte.
Grüße nach Israel aus dem bayerisch-deutschen Wolfratshausen bei München

6. Lila - Mai 24, 2014, 16:04

Es ist sehr gut möglich, Marlin, daß wir das auch als Schallplatte hatten – irgendwas klingelt bei mir im Kopf…!!! Muß meinen Bruder fragen…

Rika, nicht zu ernst nehmen. Wer diese Karikaturen gemacht hat, hat einfach die Sprachen weggelassen, in denen ebenfalls germanische statt romanische Wortstämme gebraucht werden. Denn es wird ja mehr darüber gelacht, daß die Deutschen für alles kernige besondere Wörter haben, die dann in den Ohren derer, die die romanischen Wörter kennen, ungewohnt und derb klingt.

Wenn alle Wörter deutlich erkennbar mit discernment verwandt sind, klingt Unterscheidungsvermögen eben wie die seltsame, spröde Laune eines widerborstigen Volks. Aber sobald man ein paar andere Sprachen mit hinzunimmt, wird das deutsche Wort geradezu lämmchenhaft brav und ungewöhnlich.

Discernment z.B.
Sänisch: dømmekraft
Schwedisch: urskiljning
Niederländisch: onderscheidingsvermogen
Afrikans: onderskeiding

und bei ganz anderen Sprachen:
Finnisch: arvostelukyky
Estnisch: arukalt
Ungarisch: megkülönböztetés

Bitte sehr, über die könnte man auch lachen (danke, Google translate!).

Aber wer hat schon Lust, über die Finnen oder Ungarn zu lachen? Über uns lacht man lieber, weil wir empfindlich sind. Don´t mention the war und so.

Ich lache lieber mit. Schnauzbart! Schornsteinfeger! Dunstabzugshaube!!!!

(Und sind die anderen Kinderbücher des 19. Jahrhunderts „humaner“? Nein, da wird auch gelitten, gestorben und Unart bestraft wie bei uns…schwarze Pädagogik ist doch keine deutsche Spezialität. Allerdings kenne ich kein hebräisches Äquivalent für Sprüche wie „Kinder die was wollen, die kriegen was auf die Bollen“ – was schlicht daran liegen mag, daß mit der wiederbelebten hebräischen Sprache erst zu Zeiten erzogen wurde, als die schwarze Pädagogik schon in den letzten Zügen lag.

Äh, sucht noch jemand ein Dissertationsthema…??? Ich hab da mal ne Hypothese übrig!)

7. Lila - Mai 24, 2014, 16:11

Lieber Rudolf, ich dachte auch gerade an Schuberts Mondnacht und Schumanns Duette… man kann jede Sprache verhunzen. Ich bin hier in der Minderheit und muß mir gefallen lassen, daß die Merkwürdigkeiten meiner Muttersprache den Kindern spaßig vorkommen. Ich erzähle ja auch gern, wie ich voller Verzweiflung versucht habe, die hebräischen Vokabeln michnassaim, mishkafaim und misparaim irgendwie auseinanderzuhalten.

Danke für den Soundcloud-Link – ich würde Dich ja zu gern singen hören, aber die Seite akzeptiert meine Anmeldung nicht. Ich werde es später noch mal versuchen.

Herzliche Grüße nach Fratsfratshausen, wie wir es als Kinder genannt haben – ich hatte dort zwei sehr liebe Cousinen.

8. levrak - Mai 24, 2014, 21:01
9. Lila - Mai 24, 2014, 22:32

Paßt nicht zur Überschrift – ich habe gerade was darüber geschrieben.

10. levrak - Mai 25, 2014, 0:44

„Paßt nicht zur Überschrift…“, stimmt. Wollte heute feiern gehen. Keine Lust mehr.

A.mOr.

11. SB - Mai 26, 2014, 7:55

Es gibt auch noch ne andere Bezeichnung fürs Gänseblümchen: Tausendschön.

12. Lila - Mai 26, 2014, 7:58

Oder Maßliebchen. Auch hübsch.

13. esther - Mai 31, 2014, 22:09

Schade Lila, ich mag deine Beiträge normalerweise sehr. Dieser aber, der die Deutsche Sprache derartig diskreditiert tut fast schon weh. Wenn du es lustig findest, dich von deiner Muttersprache derartig abzugrenzen, sei`s drum. Dass du es offensichtlich lustig findest, wenn deine Kinder es tun, finde ich schade. So werden sie kaum die Chance haben, die überwiegend wunderbare Kultur des gesprochenen und geschriebenen Wortes in der Sprache ihrer Grosseltern zu schätzen.

14. levrak - Mai 31, 2014, 23:12

esther

Kinder, auch in Deutschland, können eine Prise Humor schon vertragen. Warum verstehen das manche Erwachsene nicht?

A.mOr.

15. levrak - Mai 31, 2014, 23:14

Nebenbei,
Lila nahm auch Iwrit auf die Schippe.
Das ist dann in Ordnung für „Lilas Kinder“?
Wie gemein! 😯

A.mOr.

16. Lila - Mai 31, 2014, 23:23

Ich habe die Kinder mit deutscher Kinderliteratur, Augsburger Puppenkiste und deutscher Musik malträtiert, solange sie noch Kinder waren. Sie können alle vier exzellentes, fast akzentfreies Deutsch, sobald sie sich wieder eingelebt haben ins Deutsche. Sie kennen die Gänsemagd, Thomas Vogelschreck, Siebenstein und die Hex, die morgens früh um sechs kommt.

Aber jetzt sind sie erwachsen, ziehen mich gern auf mit Gääänseblüüümchen und ich muß sagen, ich finde es auch sehr lustig.

Mein Sinn für Humor ist schlicht, und ich glaube außerdem nicht, daß ausgerechnet der Struwwelpeter das kostbarste Kulturgut der Deutschen ist 🙂

Von daher bekenne ich mich in allen Anklagepunkten schuldig. Oh, sie hören auch schöne deutsche Musik mit mir. Aber eher selten.

17. Mir auch - Juni 1, 2014, 0:12

@Esther:
Stimmt. deutsche Humorlosigkeit ist eine wichtiges Kulturgut, und muss auch an die nächste Generation weiter gegeben werden, auch wenn sie im subversiven Israel aufwächst! Kasernendusche!

18. Lila - Juni 1, 2014, 5:43

zu 17. Wie kommt´s, ewige Besucherin mit immer neuen Namen, daß sich Dein Spott mal gegen eine Jüdin richtet? Sonst ist er ja Nicht-Jüdinnen, besonders gern Deutschen, vorbehalten.

Mir ist neu, daß Schweizer sich durch besonderen Sinn für Humor auszeichnen, doch ich lasse mich gern überzeugen. EINmal hinterlass mal irgendwo einen humorvollen oder lächelnden Kommentar, das würde vielleicht schon reichen. Aber es kommt immer säuerlich bei Dir raus. Du zickst immer gegen Leute, die anders sind als Du – eben besonders gern Deutsche.

Über Dich selbst lachen kannst Du jedenfalls nicht als Blog-Kommentatorin. Und warum Du immer, immer wieder zu meinem Blog zurückkehrst, weiß ich wirklich nicht.

19. Mir auch - Juni 1, 2014, 8:26

Huch, da bin ich offenbar in ein Fettnäpchen getreten und muss mich erklären.

Ich finde es abwegig von Esther, dir vorzuwerfen, dass du nicht genug für die Deutsch-Kenntnisse deiner Kinder machst, nachdem du letztes Jahr ausführlich darüber geschrieben, dass dein ältester Sohn in Deutschland ist, dass seine Deutschkenntnisse irgendwo zwischen guter Fremdsprache und Muttersprache sind – das entspricht ziemlich genau dem Maximum, das ich von einem Kind, das ausserhalb des Sprachraums aufgewachsen ist, erwarten würde. Jetzt hat Esther letztes Jahr vielleicht den Blog nicht gelesen, aber in diesem Artikel hier wird ja auch erwähnt, dass es bei Euch zu Hause deutsche Kinderbücher gibt.

Ebenso abwegig finde ich von Esther, dass sie glaubt, dass man eine Sprache besser lernt, wenn einem verboten wird, sich darüber lustig zu machen. Das Gegenteil ist der Fall. Um eine Sprache zu lernen muss man aus gewohnten Lautungsmustern heraustreten, und um das zu tun ist es sehr effizient, wenn man eine ironische Distanz schafft, zum Beispiel indem man sich über die Sprache lustig macht. Ich kann diese Methode jedem Sprachlehrer nur wärmstens ans Herz legen. Dass bei Deutsch häufig die Assoziation Kasernenhof-Ton kommt, ist nicht erst seit 1933 der Fall, und wenn die Schüler mit dieser Assoziation was anfangen können, um besser deutsch zu lernen, dann sollen sie sich ihrer bedienen – wem tut das weh? (Ich hatte dazu vor einigen Tagen schon einen längeren Kommentar verfasst, der anscheinen irgendwo stecken geblieben ist.)

Daher blieb mir als einzige Erklärung für Esthers Reaktion blieb, dass sie auch Humorlosigkeit als deutsches Kulturgut weiter vermitteln will.

Inwiefern die Religionszugehörigkeit in dieser Debatte eine Rolle spielt, kann ich mir nicht ganz erklären.

20. urideg - Juni 1, 2014, 13:10

„Wie kommt´s, ewige Besucherin mit immer neuen Namen, daß sich Dein Spott mal gegen eine Jüdin richtet? (…)
Mir ist neu, daß Schweizer sich durch besonderen Sinn für Humor auszeichnen, doch ich lasse mich gern überzeugen.“

Liebe Lila, Dank für Deinen Hinweis ;-). Danach wäre vielleicht Schweigen angebracht, von der „vielpersonigen Protagonistin“
Nehmen wir es konstruktiv: Der vielleicht lustigste Kabarettist ist übrigens ein Schweizer: Emil. Wem es schlecht geht – der sollte Emil anschauen:

21. Ludwig - Juni 1, 2014, 14:56

Willow,

Als Entgegnung auf Deinen Kommentar im Nachbarthread (https://rungholt.wordpress.com/2014/05/24/zu-oft-zu-viel/#comment-59645) will ich betonen, dass ich Abwehrreaktionen gegen als unsachlich empfundene Kritik nachvollziehen kann. Dann hätte ich gerne behauptet, dass diese Reaktionen im umgekehrten Fall bei einer vielleicht humoristischen, vielleicht aber auch unsachlichen „Deutschlandkritik“ weniger heftig ausfallen.

Leider ist diese These so nicht haltbar ;).

Stattdessen möchte ich meine Wahnehmung der Möglichkeiten und Grenzen des deutschkritischen Humors ausloten.

Harpe Kerkeling finde ich sehr witzig:

Diese Liste, wie man in 20 einfachen Schritten Deutscher wird, ist humorvoll und zugleich ein spannender Blick in den Spiegel.

http://venturevillage.eu/how-to-be-german-part-1

(Gibt‘s inzwischen auch als zweisprachiges Buch.)

Schliesslich gibt es humoristische Grenzerfahrungen, die zeigen, dass auch der Spass eine Frage der Perspektive ist. Ich kann über den folgenden latent deutschfeindlichen, britischen Humor lachen. Andere mögen ihn berechtigterweise politisch unkorrekt oder einfach geschmacklos finden.

Daher meine Packungsbeilage: Wer kein Englisch spricht, wird das für nicht witzig halten. Ansonsten gilt: Ansicht auf eigene Gefahr.

22. Lila - Juni 1, 2014, 15:05

Uri, danke für den Tip. Ich habe in der Tat nichts gegen Schweizer, alle Schweizer, die ich kenne, sind besonders nett. Aber es würde mir nie einfallen, wie die Vielnamige, regelmäßig den Blog eines Menschen aufzusuchen, dessen Persönlichkeit, ethnische Zugehörigkeit, Partnerwahl und religiöse Sozialisierung mir tiefste Abneigung einflößen. Ehrlich, selbst wenn ich solche Feindbilder hätte – ich würde mir das nicht antun, mit sorgsam konstruierten Wechsel-Identitäten dort regelmäßig Sticheleien loszulassen (die wirklich zickigen Sachen lass ich ja gar nicht durch).

Ich habe mich inzwischen fast an die Dame gewöhnt, die hier schon als Mephorash, Mireille, Fille, Arthur, Ora und weiß nicht mehr was aufgeschlagen ist 😀

Das Alter macht mich gelassener! Und ich muß eine wahrhaft faszinierende Persönlichkeit sein… 😉

23. Mir auch - Juni 1, 2014, 16:05

ach das war mit der Bemerkung oben gemeint… Nein, das ist eine Verwechslung…

24. Lila - Juni 1, 2014, 16:15

Na guuuuut 🙂

Dann ist Dir das mit den Deutschen nur so rausgerutscht… mehrmals… o-kay. Muß eine Schweizer Nationalkrankheit sein, der zwanghafte Drang, es Deutschen irgendwie reinzuwürgen 🙂

25. Mir auch - Juni 1, 2014, 17:07

Stimmt, die Schweiz ist auch ein ernstes Land, da gibt es nicht viel zu lachen. Ich meinte deutsch eigentlich mehr im Sinne von deutschsprachig, nicht spezifisch Deutsch, und ich meinte es eigentlich mehr in der Aussenansicht z.b. von den anderssprachigen Ländern… Ich meine: die Karikaturen oben nehmen ja unter anderem gerade das auf die Schippe.

In der Schweiz gibt es tatsächlich nicht viele gute Humoristen (ist auch ein kleines Land). Ich mag am liebsten Mike als Comic-Autor (leider verstorben, und auch kein echter Schweizer sondern Holländer), aber der ist sehr lokal auf Zürich bezogen, und das ständig streitende Paar „ursus und Nadeschkin“.

Mani Matter gefällt mir auch ganz gut, aber der war nicht so spezifisch Humorist, sondern Liedermacher, aber er hatte auch einen sehr originellen Humor.

26. chr - Juni 1, 2014, 19:37

Liebe Lila, guck mal, hier gibts die Karrikatur als Filmchen: https://www.youtube.com/watch?v=ZlATOHGj9EY. Auch sehr schön!
LG, Christiane

27. Lila - Juni 1, 2014, 20:19

Ich find das wirklich lustig. Primus macht es noch genüßlicher.

Man kann ja immer noch hinterher ein bißchen Eichendorff lesen oder Georg Trakl oder Gryphius…

28. esther - Juni 1, 2014, 22:16

Ok ich hab`s kapiert, sorry, dass ich meine Meinung eingebracht habe.

29. Lila - Juni 2, 2014, 7:32

Liebe Esther, nein, ich bin froh, daß Du Deine Meinung gesagt hast. Ich möcht es ja auch nicht übertreiben, und ich möchte ja wirklich, daß meine Kinder auch von meinem Hintergrund was mitbekommen. Das wird ja schwieriger, je älter sie werden. Und ich habe glaube ich im Blog schon thematisiert, wie schade ich es finde, daß meine ganze Bibliothek für meine Kinder nicht brauchbar ist, da auf Deutsch. Tertia bedient sich an englischen Büchern, aber keines meiner Kinder wird den Nachsommer oder die Wahlverwandtschaften oder Vor dem Sturm im Original lesen. Und das finde ich schon sehr schade.

Aber das sind die Konsequenzen meiner Entscheidung, interkulturell zu heiraten, und ich stehe dazu. Und meine Kinder auch, zumindest die erwachsenen, die es schon beurteilen können. Sie haben alle drei zu verschiedenen Anlässen gesagt, daß sie sich bereichert fühlen. Sie kennen eben sowohl Udi mit dem Radieschen als auch den Räuber Hotzenplotz aus ihrer Kindheit. Daß irgendwann der Übergang vom Räuber Hotzenplotz zum Nachsommer fehlt, ist schade, ich hätte es aber nicht anders als forcieren können. Und das wollte ich nicht.

30. esther - Juni 2, 2014, 12:10

Nee, Lila, du hast das eh alles richtig gemacht! Ich habe das gleiche Problem, ich werde nie die tollen israelischen Schriftsteller im Original lesen können, zu mehr als dem „Kleinen Prinzen“ hat es noch nicht gereicht.
Meine Nichten und Neffen hier, allesamt Doppelbürger Israel/CH können kein einziges Wort auf Deutsch, ausser dem schönen Begriff „Rundummeli“, was ja nun auch Deutsch ist, aber viel charmanter klingt, als, wie würde Primus sagen: Krrrreisssssverkehr.
Das einzige Wort, mit dem ich ein echtes Problem habe, ist Erziehung. Welche Gewalt steckt da dahinter! Da ist doch „educare“ in all seinen sprachlichen Abwandlungen viel mehr der Sache dienlich.
Gruss in den Norden


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