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Langsam, langsam April 24, 2014, 7:39

Posted by Lila in Persönliches, Presseschau.
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finde ich den Weg zurück in den Alltag. Gestern habe ich wieder unterrichtet, glücklicherweise ein Thema, das ich wirklich über alles liebe – Landschaftsmalerei. Heute früh habe ich auch, zum ersten Mal seit weiß nicht wann, Nachrichten gehört – alles deprimierend. Anscheinend ist die Option der Verhandlungen mit den Palästinensern wirklich ausgereizt.

Der Schulterschluß von Fatach und Hamas jedenfalls unterstreicht für uns das Riskante unserer Situation – egal was für eine Unterschrift unter einem Abkommen stünde, es wäre doch letztendlich Hamas. Daß Abu Mazen selbstverständlich nicht darauf bestanden hat, die Hamas-Charta geändert zu sehen, bevor er mit Haniya gutes Einverständnis demonstriert, wundert niemanden.

Es ist ja schön, wenn die Feindseligkeiten der Palästinenser untereinander aufhören und sie sich gemeinsam auf eine Linie Israel gegenüber einigen können. Aber die Hamas-Linie ist grundsätzlich feindselig, und ich sehe nicht, daß sich das ändern wird. Was weiß ich schon? Aber Khaled Abu Toameh, der ein klarsichtiger Beobachter ist, sieht es auch nicht. Für ihn ist es nur ein weiteres Manöver, mit dem die Palästinenser Israel unter Druck setzen wollen.

Na ja, warten wir´s ab. Wenn eine dauerhafte, demokratisch gewählte palästinensische Regierung in den Verhandlungen eine flexiblere Haltung zeigen, kann man ja weiter verhandeln. Falls die Verhandlungen nicht sowieso nach Ablauf der neun Monate, also am 29. April, endgültig eingestellt werden. Israel hat die Sitzung heute abgesagt, nicht insgesamt – auch wenn das in der FAZ so klingt.

Ich frage mich, was internationale Organisationen dazu sagen, die die palästinensische Autonomiebehörde offiziell anerkannt haben – ob es sie stören wird, wenn nun Hamas und islamischer Jihad gleichberechtigte Partner in dieser Behörde sind. Immerhin sind es Terrororgansationen. Nein, eigentlich frage ich mich das überhaupt nicht, ich weiß ja, daß es niemanden stören wird. Terror, der sich nur gegen Israel richtet, gilt ja nicht als richtiger Terror. Sonst wäre die Hisballah ja schon längst international geächtet.

So werden die Gangster immer weiter aufgehübscht und immer salonfähiger. Statt auf die Kräfte zu setzen, die sich gegen Terrorismus und Gewalt richten – irgendwo in der palästinensischen Gesellschaft muß es sie doch geben.

Ach, ich weiß es auch nicht. Heute früh war es so angenehm frisch draußen, jetzt zieht wieder der Sharav ein, der glühend heiße Ostwind zerrauft die Bäume vor meinem Fenster, und trotz Luftbefeuchter und Kopfschmerztablette fühle ich mich, als hätte mir jemand eine Keule über den Hinterkopf gezogen. Wenn der Sharav vorbei ist, werde ich vielleicht wieder optimistischer.

Kommentare»

1. Mir auch - April 24, 2014, 10:45

Schade, dass sich die Politik immer wieder einschleichen muss… Ich finde Gespräche über Bücher, Bilder oder Garten sooooo viel interessanter…

2. Lila - April 24, 2014, 11:06

Du lebst bestimmt auch nicht im Nahen Osten…

3. Mir auch - April 24, 2014, 11:18

Gerade im Nahen Osten sind Bücher, Bilder und Gärten interessant! An der Politik kann man doch sowieso nichts gross ändern, mit einer miserablen Stimme alle vier Jahre, oder gar keiner, wenn man Ausländer ist… Warum soll man sich dann darüber aufregen?

4. Lila - April 24, 2014, 11:54

Ich hatte meine Bemerkung in 2. eher so gemeint: in vielen Ländern können die Menschen sich leisten, außer einem handlichen Srauß von Meinungen, die man irgendwann mal erworben hat, der Politik weiter keine Beachtung zu schenken. Interessanterweise ist das in Israel ganz anders. HIer unterhalten sich Leute tatsächlich über die Nachrichten und reagieren darauf.

Das tue ich auch.

Wer sich für die politischen Vorgänge, die ihn direkt betreffen, interessiert, kann das nicht auf Befehl abstellen. Jemandem, der sich nur für Dinge interessiert, an denen er auch aktiv was ändern kann, wohl eher unverständlich.

Übrigens habe ich den Eindruck, daß es viel mehr Blogs über Bücher, Bilder und Gärten gibt, als über die Auswirkungen der Politik auf das Alltagsleben im Nahen Osten. Ich könnte auch mit Vergnügen einen sehr schönen Häkelblog aufmachen, da ich nie ohne aktuelles Projekt bin. Sticken tu ich leider in letzter Zeit seltener, und kochen kann ich nur Hausfrauenkost, aber ein Katzenblog wäre vielleicht auch genehm?

5. Mir auch - April 24, 2014, 13:17

Häkeln klingt sehr interessant… Du hattest kürzlich von einer Babydecke geschrieben, die du in einem Fernsehabend praktisch fertig gekriegt hast… Und, schon vor längerer Zeit, hattest du mal so hübsche Blümchen vorgestellt und kleine Täschchen… Ich selber häkle eigentlich auch gerne, aber ich habe kein sehr grosses Repertoire… Ich habe keine schöne Muster mit Luftmaschen und Stäbchen, sondern ich habe eherKippot gehäkelt. Die waren von den Maschen her immer gleich, aber man konnte mit Farben und Mustern spielen. z.B. Wenn man bei einer Kippa sagen wir 6 Maschen pro Reihe zunimmt, und damit man nicht vergisst wo, macht man die zugenommene Masche in einer anderen Farbe (oder man wechselt beim Zunehmen die Farbe) dann ergeben sich von selber diese hübschen Spiralen-Muster. Das hat den Vorteil, dass man nicht zählen muss, und es sieht nach kompliziertem Muster aus, dabei ist es ganz einfach… Dann habe ich auch Namen und Buchstaben (hebräisch) und so probiert… Oder auch Muster von anderen Kippot nachgehäkelt. Die Kombination Weiss, hellgrün, dunkelgrün mit feingliedrigen Mustern fand ich sehr schön… Das Problem bei den Buchstaben ist, dass sie sich etwas schräg verziehen (genau der Effekt, der den einfachen Farbwechsel bei Zunehmen so kompliziert aussehen lässt macht es schwierig, etwas richtig gerade hinzukriegen, wenn man rund häkelt)

6. Lila - April 24, 2014, 16:34

Ich häkele sehr viele Schals und Stolen, davon habe ich schon so viele, daß ich nicht mehr weiß, wem ich sie schenken soll. Das beste Muster, das ich kenne, ist von Lion Brand Yarn und hat den doofen Namen South Bay Shawlette. HIer ist der LInk zu Ravelry http://www.ravelry.com/patterns/library/south-bay-shawlette und zu Pinterest, wo man die verschiedenen Variationen sehen kann.

Das Muster ist sehr einfach, man kann es praktisch blind häkeln, aber es sieht hinterher schön aus und vor allem, es wird so anschmiegsam. Man kann es sich einfach um den Hals wickeln oder um die Schultern legen. Immer ein schönes Geschenk.

Ich häkele auch andere Schals und Tücher, und Babydecken.

Hier sind ein paar Sachen, die ich bei Ravelry mal hochgeladen habe. Leider hab ich keine Zeit für Ravelry, das ist eine Seite, wo ich eigentlich den Rest meines Lebens verbringen könnte… Muß mal ein paar Photos von neuen Projekten machen und hochladen. (Schon getan, mit Links zu den Anleitungen.)

Häkeln ist so entspannend. Ich häkle meist unterwegs, und fernsehen ohne Häkelzeug geht gar nicht.

7. Neuköllner Botschaft - April 24, 2014, 16:57

„Gezeichnete Schöpfung“ ist für mich zwar kein Grund zu Häkeln, aber eine Inspiration, über die Kabbala hinaus meine Inspiration, sowohl künstlerisch – als auch spirituell zu erweitern.

8. Lila - April 24, 2014, 17:10

Sehr schön. Übrigens lassen sich hebräische Buchstaben sehr gut sticken… 🙂 als Hiddur mitzvah.

Ich kenne mehrere Leute, die mehr oder weniger intensiv Kabbalah treiben. Neulich hat mir jemand dieses Buche empfohlen:
http://www.amazon.com/Rape-Jewish-Mysticism-Christian-Theologians/dp/0971559104

Leider wird mit Kabbalah ja ziemlich viel Schindluder getrieben. Ich habe das Buch aber noch nicht gelesen.

9. Mir auch - April 24, 2014, 18:01

Wow! Die sehen super aus, diese Shawls!!! Und du sagst, das Muster ist einach? Hmmm… Ich weiss nicht, ob ich einem Profi da ganz trauen kann!!!

Aber es wäre schon schön, mal was anderes zu machen als Kippot… Kippot dauern so lange, und mit jeder Reihe wird es länger und läänger und läääänger…. Die Schalmuster sehen mir so aus, als wären sie dankbarer, dass man da das Gefühl hat, schneller voran zu kommen.

Hebräische Buchstaben sind tatsächlich sehr strick- und Häkelfreundlich, weil es kaum Diagonalen gibt, sondern hauptsächlich senkrechte und waagrechte Linien. Das kann man leicht auf ein Kästchen-Muster übertragen…

Zu Kabbalah habe ich mir einmal von Gerschon Scholem „die jüdische Mystik“ reingezogen, und seither bin ich davon geheilt. G. Scholem vertritt sehr deutlich die Meinung, dass der Zohar ein Werk aus dem Mittelalter aus Spanien ist, und belegt das sehr gründlich, insbesondere aufgrund von Wörtern und Konzepten, die es vor dem Mittelalter gar nicht gab…

Ich persönlich habe lieber klare Aussagen als komplizierte Metaphern, deshalb liegt mir weder der Zohar, noch die grossen Propheten (Yecheskel, etc) besonders. Für mich gibt es dort einfach zu viele Sätze, wo irgendwas fehlt oder irgendwas zu viel ist oder nicht klar ist, worauf sich ein Pronomen nun bezieht. Ich bin ein einfaches Gemüt. Mich muss der Autor bei der Hand nehmen, mit klaren Strukturen und nachvollziehbaren Gedankengängen…

10. Lila - April 24, 2014, 21:13

Ich habe den Scholem auch gelesen (auch seine Witwe mal in Jerusalem gesehen) und sogar in grauer Vorzeit, als ich Studentin der Judaistik war, ein Seminar über solche Sachen gemacht. Ich hab sogar noch Cohen Herreras Pforte des Himmels im Regal, die ich wirklich nicht verstanden habe. Allerdings würde ich sehr gern mal sein Grab besuchen, denn den Friedhof hat ja Ruisdael gemalt, wenn ich nicht ganz falsch liege.

Von den Anmerkungen in diesen Büchern jedenfalls ist wohl das wenigste auf meinem Mist gewachsen… 😀

Ich habe komplizierte Metaphern gern und finde das alles sehr interessant, überhaupt Mystik aller Art und Erklärungsmodelle, ob Neoplatonismus, Alchemie oder vergleichsweise simple bildliche Symbolsprachen wie die von Cesare Ripa – das ist alles sehr weit weg von unserer heutigen Mentalität und will nicht evident und leicht verständlich sein. Ich denke mir auch, daß man in manche Weisheiten einfach reinwachsen muß. Und alles muß man auch nicht verstehen.

11. Ludwig - April 25, 2014, 17:36

Wenn ich mir die Entwicklungen der letzten Wochen so anschaue, dann experimentieren die Palästinenser derzeit mit vier verschiedenen Strategien, die sie als Alternativen zum sogenannten Friedensprozess verfolgen können, um den Konflikt in ihrem Sinne zu gestalten. Vielleicht kommt etwas fruchtbares dabei raus. Vielleicht nicht.

Israel hingegen klammert sich an den Status-Quo, bleibt somit in der Defensive, begreift „die Situation“ anscheinend als Weltmeisterschaft im „politischen Schwarzen Peter“ und weiss augenscheinlich nicht, was es als nächstes tun will. Ausser natürlich Wohnungen in „Judäa und Samaria“ bauen einerseits und Weltflucht betreiben andererseits.

Auf mich wirkt das, wie eine Art zionistisches Biedermeier…

12. Lila - April 25, 2014, 21:01

Oh, auch in Israel kursieren kreative Alternativ-Ideen.

Ist Dir aufgefallen, daß diesmal keine „Wohnungen in Judäa und Samaria“ angekündigt wurden?

Erklär mir bitte mal das folgende Szenario.

Die PA hat riesige Schulden bei den israelischen Elektrizititätswerken. Irgendein kluger Kopf, hab vergessen wer es war, hat vor einiger Zeit den Palästinensern einen Deal angeboten.

Die israelischen Elektrizitätswerke helfen der PA, ein eigenes Elektrizitätswerk aufzubauen, und erlassen ihnen im Gegenzug einen Teil der Schulden.

Was haben die Palästinenser getan? Was hättest DU getan?

Die Palästinenser haben sich das eine Weile überlegt. Dann haben sie gesagt: nein danke. Sie brauchen kein E-Werk. Sie sind damit zufrieden, daß es bleibt, wie es ist. Israel liefert den Strom, Israel ist verantwortlich, sie häufen Schulden an, ist schon okay so.

Aber Du bist sicher, daß sie reif sind für einen Staat?

Wer hat das neulich noch mal in Erinnerung gebracht, dieses Zitat eines der Gründergeneration-Zionisten? „Wir hätten einen Staat auch akzeptiert, wenn er die Größe eines Tischtuchs gehabt hätte.“

Bei den Palästinensern sehe ich diesen brennenden Eifer nicht. Sie haben einen Langzeit-Plan, und der sieht keine Kompromisse vor. Sie haben bereits gegen Oslo verstoßen, als sie sich in der UN zum Beobachterstatus haben machen lassen – warum sollten wir erstaunt sein, wenn sie weitere einseitige Schritte unternehmen?

Aber sie sollen sich darauf gefaßt machen, daß das eine ganz andere Oper ist, wenn sie einen anderen Status haben. Das wissen sie auch. Nicht-staatlich zu sein hat ihnen bisher viele Vorteile gebracht.

Übrigens meinten „gut unterrichtete Kreise“ aus der PA, daß viele Fatach-Politiker stinksauer auf Abu Mazen sind, daß der Netanyahu so kurz vor Ablauf der Verhandlungsfrist noch so ein schönes Geschenk gab – einen echten Grund, die Verhandlungen abzubrechen. Es wäre von palästinensischer Seite aus ja wohl sinnvoller gewesen, noch eine Woche zu warten und dann zu sagen: wenn wir schon mit Netanyahu keinen Frieden machen können, dann wenigstens mit der Hamas! Wäre irgendwie besser gekommen.

Obwohl natürlich, wie Udi Segal heute abend in den Nachrichten anmerkte, es der internationalen Meinung eher egal ist, ob Israels Gründe gut oder schlecht sind – „die kauft uns sowieso niemand ab“.

In Netanyahus Regierung gibt es zweifellos Leute wie Bennet, die an keinem Vertrag mit den Palästinensern interessiert sind, aber es gibt ebenso zweifellos auch Leute wie Zipi Livni und Yair Lapid, die das sehr wohl sind. Wo sind deren Gegenstücke auf der palästinensischen Seite?

Klar, in Deutschland wißt Ihr es alle besser. Israel will keinen Frieden, schon klar.

ETA: dazu auch Gil Yaron.
.

13. Helga Antibro - April 27, 2014, 13:56

Was für Verhandlungen?

Wir wissen alle, wie die Palästinenser sind. Darum haben sie auch einfach zu schlucken, was ihnen von israelischer Seite vorgegeben wird. Dumm und dreist, wie sie nun einmal sind, lehnen sie es ab. Also kann man mit diesen Palästinensern nicht verhandeln.

So einfach ist das. Und jetzt erdreistet sich die Hamas nicht nur, ein Friedensabkommen mit ihren palästinensischen Konkurrenten zu schließen, sie erdreisten sich sogar, dass sie jetzt auch noch Israel in den Grenzen von 1968 an.

Mit anderne Worten, jetzt wollen alle Palästinenser Israel und alle Israelis auslöschen. Das war zwar so abzusehen, dass das so kommt, aber ich finde es doch sehr enttäuschend. Wir hatten den Palästinensern ein unvergleichliches Entgegenkommen gezeigt.

Dankbarkeit? Keine Spur. Dann muss man eben anders mit den Palästinensern umspringen. Ich sage das nicht sehr gerne, aber hier geht es um die Existenz Israels wie noch nie zuvor in der Geschichte Israels.

Es muss eine Lösung gefunden werden. Das kann nach Lage der Dinge nur eine Lösung ohne Palästinenser sein. Sie sind völlig friedensunfähig. Machtgierig. Eigenmächtig. Sie bewegen sich nicht in die richtige Richtung, sondern werden immer unverschämter. Es muss eine Lösung geben. Wenn Israel einfach zuschaut, dann gibt es einen Hamas-Staat, der Israel zu zermalmen versucht.

Ich schlage vor, dass die Wahlen noch abgewartet werden, und dann wird eine Operation unternommen, welche die Problematik löst. Was die sogenannte Weltgemeinschaft darüber denkt, ist dabei völlig egal. Sie hassen uns sowieso.

(ich hoffe, ich habe diesen Standpunkt jetzt gut, völlig unwiderlegbar und grandios nachvollziehbar geschildert)

Was wären die Alternativen? Einen Palästinenserstaat ankerkennen, im Gegenzug dazu, dass sie den israelischen Staat anerkennen?

DAS WÄRE WAHNSINN!!! Wer kann das schon wollen?

14. Lila - April 27, 2014, 15:48

Ich sehe, Du hast Dir große Mühe gegeben, meine Gedankenwelt zu erfassen und wiederzugeben. Du hast dabei vergessen, daß ich selbstverständlich Araber als Untermenschen ansehen, die nur die Sprache der Gewalt verstehen, und von der jüdischen Weltherrschaft träume, um es der Weltgemeinschaft mal so richtig zu zeigen. Oh, und außerdem trete ich für getrennte Bürgersteige und öffentliche Toiletten für Araber und Juden ein. Parkbänke sind ja sowieso in Israel schon beschriftet.

Wunderbarer und einfühlsamer Text.

15. P. Bereit - April 28, 2014, 16:08

13.

„Es muss eine Lösung gefunden werden. Das kann nach Lage der Dinge nur eine Lösung ohne Palästinenser sein“.
„Ich schlage vor, dass die Wahlen noch abgewartet werden, und dann wird eine Operation unternommen, welche die Problematik löst“.

Prächtige Idee Helga! Vermutlich die ENDLÖSUNG der Palästinenserfrage.
Endlich ist die Katze aus dem Sack.

16. nussknacker56 - April 28, 2014, 23:54

#15

P. Bereit, Sie haben es nicht ganz verstanden. Helga hat einen zwar etwas wirren aber immerhin „Israel-kritischen“ Beitrag zum Besten gegeben.

17. Ludwig - April 29, 2014, 12:56

Lila – 12,

Klar, in Deutschland wißt Ihr es alle besser. Israel will keinen Frieden, schon klar.

Wie sollen „wir“ wissen, was Israel will, wenn „Ihr“ es anscheinend selbst nicht wisst, sondern darauf fixiert bleibt, was die Palästinenser waren oder nicht waren, wollen oder nicht wollen, tun oder nicht tun?

So jedenfalls ist mein Eindruck der orientierungslosen Koalitionen zwischen Rechten und Mitte, die den Staat regieren und den israelischen Mainstream bilden. Raus kam dabei bislang nur das bekannte leidenschaftliche Festhalten am Status Quo. Mir graut vor den Szenarien, die eintreten können, bis sich daran etwas geändert haben wird. Alle weiteren Worte sind letztlich Schall und Rauch, wenn „die Situation“ so bleibt, wie sie war und ist. Um es in Anlehnung an Yitzhak Shamir zu sagen:

Israels Herrschafft über das Land und die Araber ist die selbe Herrschaft, und die damit verbundenen Risiken sind die selben Risiken.

18. Ludwig - April 29, 2014, 12:59

Nussknacker – 16,

warum ist Helgas Post, inhaltlich gesehen, „Israel-kritisch“?

Er entspricht wörtlich zahllosen „pro-israelischen“ Posts, die täglich in diversen englischsprachigen israelischen Medien nachzulesen sind. Somit ist sein Inhalt und sein Sprachstil fester Bestandteil des Mainstreams der „Pro-Israel-Community“.

(Der Intention nach scheint auch mir der Text ein „Lila-kritischer“ Satireversuch, voller Missverständnisse und Projektionen. Aber das ist eine andere, viel kompliziertere Geschichte …)

19. Mir auch - April 29, 2014, 13:20

Ja, Spitzendeckchen häkeln geht wirklich viel schneller als Kippot häkeln… Inspiriert durch deine Anregungen habe ich mittlerweile 10 kleine Untersetzer für Gläser in verschiedenen Mustern gehäkelt… Für alle 10 zusammen brauchte ich etwa so lange wie für eine Kippa…. Mit diesen Luftmaschen-Kombinationen geht wirklich alles magisch schnell. Habe auf Youtube verschiedene Anregungen gefunden. Besonders inspiriert hat mich diese brasilianische Oma…

Bei dieser Gelegenheit ist mir übrigens auch aufgefallen, dass Häklerinnen anscheinend ausgefallenen Nagellack lieben. Es gab ein Video mit türkis-Nagellack (und sehr langen Nägeln), eines, wo jeder Nagel eine andere Farbe hatte… Vor lauter Nagellack konnte ich mich gar nicht auf die Muster konzentrieren…

Die South-Bay Shawlette wird dann mein nächstes Projekt. Die ist wirklich sehr schön. Besonders diese blaue aus Baumwolle… Ich habe das Muster schon probiert, bin aber noch nicht ganz daraus schlau geworden…

20. Lila - April 29, 2014, 13:46

Na, dann bin ich eine untypische Häklerin, bei mir ist alles natur 😀

Das South-Bay-Muster ist ganz einfach. Es gibt nur zwei verschiedene Reihen, die sich abwechseln – kann man sich ganz einfach merken. Aber die zwei Reihen sind gegeneinander versetzt, und darum entsteht dieses Muster.

Das Ganze wird von der Mitte an gehäkelt, durch die Mitte läuft praktisch eine Reihe von Stäbchen wie ein Rückgrat. Hübsch symmetrisch. In jeder Reihe wird zugenommen – wie bei den Kippot dauert es irgendwann ganz schön lange, bis man am Ende der Reihe angekommen ist…

Spätestens bei der 5. Reihe merkst Du, daß es immer dasselbe Muster ist. Nur der Anfang mit diesen ganzen Stäbchen ist ein bißchen verwirrend. Mach zu Anfang einfach genau nach dem Muster in der Häkelschrift, auch wenn es so aussieht, als könnte da nichts draus werden…

Ich wünschte, ich könnte stricken – leider bin ich zu blöd dafür, das wird bei mir einfach nicht schön. Meine Schwiegermutter meint, entweder man strickt oder häkelt, sie kennt nicht viele, die beides gern tun 🙂

Und wenn ich alle Zeit der Welt hätte – dann würde ich gern Klöppeln lernen. Oh, und Buchbinden. Wir können ja nichts mehr heutzutage.

21. P. Bereit - April 29, 2014, 14:47

Gehts´s hier wirklich um Häkeln, Stricken, Klöppeln …
oder ist das nur eine Geheimsprache, die ich nicht verstehe?

22. Mir auch - April 29, 2014, 15:13

Ich habe seinerzeit einmal eine Stola gestrickt (war damals Flamenco-vernarrt und wollte was im spanischen Stil), aber für Stolen ist häkeln einfach viel, viel besser geeignet, entdecke ich gerade. Und häkeln ist auch transportfreundlicher als stricken, mit nur einer Nadel. Da hat das Häkelzeug doch locker in der Handtasche Platz… Mir gefällt dieses Luftige, das man beim Stricken nicht hat…

…das mit den 7 stäbchen in den 3 Luftmaschen habe ich kapiert, und dass in der Mitte immer ein Stäbchen auf Stäbchen sein muss, auch, aber beim Rest hapert es noch ein bisschen. Ich glaube, ich werde das Muster abzeichnen, dann verstehe ich es auch…

23. Mir auch - April 29, 2014, 15:40

Ah, jetzt habe ich es kapiert… ist wirklich nicht so kompliziert…. Ich verstehe immer schnell, wenn man es mir langsam erklärt…

Ja, klöppeln fände ich auch toll, das sieht sehr schön aus… nur ist es überhaupt nicht transportfreundlich mit diesen vielen Klöppeln…

Da gibt es sicher auch Youtube-anleitungen. heute kann man auf Youtube wirklich alles lernen, vom basteln einer Atombombe zu Stäbchen häkeln…

24. willow - April 29, 2014, 16:22

🙂

25. Lila - April 29, 2014, 16:43

Ja, nach ein paar Reihen kannst Du das blind machen. Ist auch schön, daß die Reihen nicht identisch sind, da merkt man doch, daß es voran geht 🙂

Ich hab so eine Stofftasche von einem Buchladen, da hab ich mein Häkelzeug immer drin. Ich hänge die Tasche an die Stuhllehne oder über den Arm, dann wickelt sich die Wolle auch ab, ohne auf den Boden zu rollen. Sehr praktisch unterwegs. Beim Umsteigen muß ich die Arbeit samt Nadel nur in den Beutel stopfen, fertig.

Ich habe mal einen Set sehr guter Häkelnadeln geschenkt gekriegt, Clover, die bohren sich nicht so in den Handteller. http://www.stofogstil.dk/ImageRoot/4/6/3/46391/46391_l.jpg Kann ich sehr empfehlen.

In Wirklichkeit geht es hier selbstverständlich um codierte Anleitungen für Atombomben. Wenn Ihr also eine verrückte Alte mit Handarbeitsbrille, Dreieckstuch um die Schultern, Handarbeitsbeutel überm Arm und verarbeiteten Fingern im Bus hektisch häkeln seht, hüüütet Euch…

26. willow - April 29, 2014, 16:45

Das hat mein Zweitkind auch schwer beeindruckt … nun läßt sich der junge Mann von einigen jungen Studentinnen das Stricken beibringen 🙂

27. Lila - April 29, 2014, 16:48

Ich kenne auch drei häkelnde Männer. Ist ja im Moment total in, urban crochet und crochet bombing und so. Ich sag´s ja, ich sag´s ja, ich muß nur lange genug weitermachen, was ich immer schon mache – irgendwann wird es wieder sehr angesagt.

Hätte ich nur Zeit, würde ich selbstverständlich Felsendom und Klagemauer für den Frieden pink und magenta umhäkeln, aber ich krieg es irgendwie nicht in meine Woche gequetscht… 😀

28. Piet - April 29, 2014, 19:03

Ach guck. Ich hatte mich schon länger über die bei mir im Viertel umhäkelten Pfeiler und Laternenmasten gewundert. Ob das für den Weltfrieden geschah, weiß ich jedoch nicht. 😉

29. julia - April 29, 2014, 22:37

Ich hab letzthin eine Schnecke gehäkelt-Amigurumi -Anleitungen gibts ja total viele- hab sie im Sonnenschein fotografiert, und da hat mir glatt jemand 25 Euro dafür geboten, meinte, genau das würde er grad suchen für seine Frau. Ich wage mir ja nicht vorzustellen, was er ihr damit sagen wollte, aber ich hab sie ihm gern verkauft.

30. nussknacker56 - April 29, 2014, 22:49

#18 Ludwig

Helga-Sonstwas versucht in ihrem wirren Posting mehr schlecht als recht einen erzkonservativen Zionisten nachzuahmen. Dabei bringt sie einiges durcheinander und verschludert auch mal ein paar Satzteile.

Ich stimme zu, dass extreme Positionen sich auch auf proisraelischer Seite finden, doch dieses völlig verunglückte „satirisch-kritisch“ gemeinte Geblubber unterbietet diese immer noch entscheidend. Er passt in seinem Niveau jedoch bestens zu den hiesigen „Israel-kritischen“ Freunden der arabischen Palästinenser.

Wie gesagt, zweifelsohne gibt es Israelis, die die Pali-Führung sonstwohin wünschen – was ich durchaus nachempfinden kann –, doch die obszön-konkrete Vorstellung, diese würden von einer „Endlösung“ für nichtjüdische Palästinenser träumen bleibt einer spezifisch-doitschen Spezies vorbehalten, die meinen, von sich auf andere schließen zu können und glauben, ihr Verharren im Trotzalter kappe die eigene faktische Nähe zu den Phantasien ihrer Großvätergeneration.

31. Lila - April 30, 2014, 17:43

Es ist auch immer wieder schön zu sehen, mit welcher Blindheit manche Leute alles, wo Israel draufsteht, sofort in die Siedler-Fanatiker-Übermensch-Ecke stecken…

32. Mir auch - April 30, 2014, 23:51

Da tun sich ja neue Welten auf, mit Amigurumi… Sooo süsse Sachen gibt es da, ausser Schnecken auch japanische Damen, kleine Füchslein, Kühe mit Riesen-Kulleraugen, Glotzkowski von den Monsters inc…

33. julia - Mai 1, 2014, 2:15

@ Mir auch: Viel Spaß beim probieren-ist wirklich einfach, eigentlich nur feste Maschen und richtig zu-und abnehmen


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