jump to navigation

Eine schockierende Geschichte März 7, 2014, 19:35

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

die ich gerade bei Elder gefunden habe. Ich habe zwar im Laufe der Jahre oft geschrieben, wie zynisch die palästinensische Führung die Palästinenser behandelt, aber das muß der Gipfel sein.

Vor ein paar Monaten wäre es möglich gewesen, palästinensische Flüchtlinge aus Syrien in der Westbank unterzubringen und damit zu retten. Aber Abu Mazen war dagegen – damit würden sie ja am Ende in israelische Hände spielen, also ihr „Rückkehrrecht“ nach Haifa gefährden. Darum lehnte er ab.

Abbas said Ban was told Israel „agreed to the return of those refugees to Gaza and the West Bank, but on condition that each refugee … sign a statement that he doesn’t have the right of return (to Israel).“

„So we rejected that and said it’s better they die in Syria than give up their right of return,“ Abbas told the group. Some of his comments were published Thursday by the Palestinian news website Sama.

Von israelischer Seite habe ich keine offiziellen Kommentare gefunden – ich weiß also nicht, ob das mit der Unterschrift stimmt. Aber Abu Mazen hat die folgenden Worte gesagt:

„So we rejected that and said it’s better they die in Syria than give up their right of return,“ Abbas told the group. Some of his comments were published Thursday by the Palestinian news website Sama.

Und das finde ich wirklich eine unglaublich brutale Aussage. Lieber sollen sie sterben als das Rückkehrrecht aufgeben – das ist die Essenz, die Wurzel des oft beschworenen palästinensischen Leids. Um ein vollkommen fiktives Rückkehrrecht zu heiligen, sterben Hunderte von Menschen einen qualvollen Hungertod im Flüchtlingslager Yarmouk.

Und keiner empört sich, und keiner sagt was. Abu Mazen ist ein freundlicher Großvater, wir müssen ihm weitgehende Zugeständnisse machen, er sorgt ja wunderbar für seine Palästinenser. Sie können sterben, aber er kann sagen, er hat nicht nachgegeben.

Elder hat dazu dieses Poster gemacht – unerträglich anzusehen.

Elder hat sich schon mehrmals scharf darüber geäußert, daß die ganze Welt Israel wegen der (durch Terror notwendig gewordenen) Einfuhrbeschränkungen zum Gazastreifen verurteilt, obwohl täglich Waren in den Gazastreifen rollen und Menschen über die Grenze kommen. Im Gazastreifen leben die Menschen unvergleichlich besser als in Yarmouk, und doch habe ich noch nicht gesehen, daß tapfere Aktivisten sich für Yarmouk engagieren. Palästinenser interessieren eben nur, wenn sie Israels Opfer sind. Altbekannt. Aber wie abscheulich.

Oft genug ist Goldas Ausspruch zitiert worden:

Peace will come when the Arabs will love their children more than they hate us.

Das hat sie 1957 gesagt, und es ist noch immer wahr. Die Bilder aus Yarmouk zeigen es.

Kommentare»

1. willow - März 7, 2014, 20:10

Schockierend? Ja. Aber überraschend … ? Leider nein 😦

2. Lila - März 7, 2014, 20:32

Und dabei bin ich noch nicht einmal darauf eingegangen, daß es bei Maan heißt, Israel sei schuld.

Fatah central committee member Mohammad Ishtayyeh said on Thursday that the Palestinian Authority had attempted to negotiate the return of Palestinian refugees from Syria, but Israel had refused.

3. heplev - März 7, 2014, 22:42

Elder of Ziyon hatte die brutale, zynische, mörderische Äußerung von Abbas schon 2013 dokumentiert. (http://heplev.wordpress.com/2013/01/12/abbas-macht-klar-israel-vernichten-ist-wichtiger-als-das-leben/)

4. Melanie - März 8, 2014, 0:11

Bitter aber wahr: Palästinenser interessieren die Weltöffentlichkeit nur, wenn Israelis „irgendwie die Hand mit dran haben“.

5. Schorschi - März 8, 2014, 4:44

Als unbedarfter Beobachter frage ich mich, warum es ueberhaupt irgendetwas zum Unterschreiben gegeben hat. So fiktiv kann es ja wohl nicht gewesen sein, wenn es einer Unterschrift bedurft haette.

6. Lila - März 8, 2014, 7:00

Warum gehst Du davon aus, daß der Teil mit der Unterschrift überhaupt wahr ist? Israel hilft syrischen Verletzten ohne Unterschrift. In dem von Heplev verlinkten Artikel von Uli Sahm ist von keinerlei Bedingungen die Rede. Abu Mazen und Haniya lassen sie aus anderen Gründen nicht einreisen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Nachbarländer Syriens aufgefordert, ihre Tore für Flüchtlinge zu öffnen. Hamas Premierminister Ismael Hanija teilte daraufhin der UNWRA mit, dass eine Aufnahme palästinensischer Flüchtlinge im Gazastreifen dem „Rückkehrrecht“ der Flüchtlinge in das Kerngebiet Israels widerspreche. Palästinas Präsident Mahmoud Abbas rechtfertigte seine Ablehnung gegenüber der UNO mit dem „bevorstehenden finanziellen Bankrott“ der Autonomiebehörde. Entsprechend hat der palästinensische UNO Botschafter Riyad Mansur am 19. Dezember per Brief an den UNO Sicherheitsrat die Weltgemeinschaft aufgefordert, sich um die palästinensischen Flüchtlinge in und aus Syrien zu kümmern, ohne anzubieten, sie im Staat Palästina aufzunehmen.

Und selbstverständlich ist das Rückkehrrecht fiktiv. Sollen etwa auch die aus arabischen Ländern vertriebenen Juden zurückkehren? Abu Mazen weiß das auch selbst und hat es in Interviews im israelischen Fernsehen zugegeben. Mußte er natürlich tags drauf zurücknehmen.

Die Jordanier lassen die palästinensischen FLüchtlinge aus Syrien ebenfalls nicht ein, ebenfalls aus Antipathie gegen Israel.

Erinnert sich übrigens noch jemand daran, daß die von Israel freigelassenen Terroristen unterschrieben haben, sich nicht mehr an Terror zu beteiligen? Die haben sich auch nicht dran gehalten. Ich glaube nicht, daß, selbst wenn sie hätten unterschreiben müssen, sich irgendwie gebunden gefühlt hätten.

Es paßt vielmehr zu der Linie, den zukünftigen Staat Palästina für palästinensische Flüchtlinge zu verschließen – eine Linie, gegen die im Westen niemand protestiert, und die für Israel ein Grund ist, Abu Mazens Regierung zu mißtrauen.

7. ekkehard schroeder - März 8, 2014, 10:07

Bei Jordanien stelle ich mir auch die Frage ob das nicht mit einer Politik zu tun hat sich aus allem Ärger herauszuhalten, Schlieslich hat auch schon die irakische al Quaida versucht dort Fuss zu fassen.
Und da stellt sich die Frage ob am Ende schlichtweg mit palästinänsischen Flüchtlingen befürchtet auch unkontroliert HAMAS und Fatah ins Land zu holen ohne die möglichkeit sie einfach wieder mit einer Büroschliesung rausschmeissen zu können.
Ähnliches könnte ich mir zb auch für die Golf-Monarchien vorstellen. Es könnte ihnen ja egal sein ob Pakistanis oder Palästinänser ihnen die Drecksarbeit machen oder WM-Stadien bauen.
Nur würde sich wahrscheinlich keiner hinstellen und das so sagen.

8. anti3anti - März 8, 2014, 10:25

Die Unterschrift des einzelnen Rückkehrers ist irrelevant. Das Rückkehrrecht ist für die offiziellen Palästinenser „Staat“sraison. Das Rückkehrrecht besagt, dass alle arabischen Flüchtlinge und deren Nachkommen in Israel leben sollen, um das Ende des jüdischen Staates einzuleiten.

Dafür sterben Palästinenser seit Jahrzehnten. Die „Urschuld“ tragen selbstverständlich die Juden, die die Flucht der Palästinenser ursächlich zu verantworten haben.

Nach Palästinensischem Denken darf das Rückkehrrecht unter keinen Umständen angetastet werden, weil das die Anerkennung eines jüdischen Staates zur Folge hätte. Die Zwei-Staaten-Lösung ist eine Idee jüdischer Idealisten, der die Araber nicht folgen. Beim Rückkehrrecht geht es nicht um einen eigenständigen Staat für arabische Palästinenser. Es geht um das Ende der Juden in Palästina.

Wer wie Abbas so ein hehres Ziel verfolgt, darf auf den Tod einzelner Kinder keine Rücksicht nehmen. Die zuschauenden europäischen Pazifisten scheinen es besser zu verstehen als die friedensliebenden Juden Israels.

9. G. - März 9, 2014, 1:18

Tja, und?

Was soll ich anfangen mit der Info? Nun, hierzulande hat der Staat eine ganze Arme seinen Zielen geopfert, ein ganzes Volk wissentlich radioaktivem Fallout tagelang ausgesetzt. Weil es seinen Zielen geziemte.

Und dort also ebenso? Aha. Qui pro bono? Diese Info enthält uns der edle elder of zion vor. Dabei wäre sie das einzig Wissenswerte. Aber … mich interessiert das nicht einmal genügend um die Quelle darauf zu überprüfen. Für mich eine von unzählbaren junknews.

Das die Palästinenser als Teil der Araber zu den Verlierern der Gesellschaft dieser Welt gehören, ist klar. Da brauch ich mir nur die Zahl arabischer Nobel-Preise, arabischer Patente oder sonstiger Geistesleistungen vor Augen zu rufen. Sie leisten sich eine Fiktion, die sie in all ihrer Erbärmlichkeit liebt und fixiert, nicht wahr? In schā’a llāh.

Aber in Israel ist das sicher anders als sonst auf dieser Welt. Wo die Bürger als Bauern in einem Schachspiel den Spielern dienen. Unter Golda mag ich es nicht beurteilen. Unter Sharon mass ich es mir an. Unter Bibi bin ich mir nicht mehr sicher. Und die Nachfolger? Zurück zur Normalität?

Worin liegt denn nun der besondere Zynismus der palästinensischen Führung? Darin, dass sie tut, was gleichermassen gewählte wie diktatorische Führungen ebenso taten und tuen? Ihre Bürger ihren Zielen opfern? Wahrlich, ein verwerflicher Feind!

10. Lila - März 9, 2014, 8:27

Darf ich an die Zeit vor der Staatsgründung Israels erinnern? Um jüdische Menschenleben zu retten, hat die jüdische Führung damals getan, was sie konnte. Auch die Zustimmung zu diversen Teilungsplänen, die für die palästinensischen Juden nicht gerade vorteilhaft waren. Darf ich auch an diverse Rettungsaktionen erinnern? Entebbe z.B.? Darf ich an die äußerst unvorteilhaften Austausch-Geschäfte erinnern, in denen Israel bereit war, für einen lebenden oder toten Israeli Hunderte gefährlicher Terroristen freizulassen?

Ich habe den Clip leider nicht mehr gefunden, in dem Palästinenser in Yarmouk verzweifelt sagten: „ach wären nur ein paar Juden im Lager – die israelische Regierung hätte längst schon was getan“.

Es ist wohl unbestreitbar, daß für die israelische Regierung das Menschenleben ihrer Bürger mehr wert ist als für die palästinensische. Du siehst das auch an der Ausstattung mit Zivilschutz. Wäre es nicht im politischen Poker für Israel vorteilhafter, Zivilisten sterben zu lassen wie die Palästinenser es tun? Statt dessen investiert der Staat in ein System wie Iron Dome, das allein dem Schutz von Menschenleben dient.

Wenn Du in israelischen Krankenhäusern palästinensische Terroristen siehst, dann sind sie da, um gesundgepflegt zu werden oder aber, um das Krankenhaus in die Luft zu sprengen. Wenn Du in einem palästinensischen Krankenhaus palästinensische Terroristen siehst, dann sind sie da, um Waffen zu verstecken oder ihre politischen Gegner zu erledigen.

Aber aus sicherer Entfernung ist das natürlich irgendwie eins.

11. anti3anti - März 9, 2014, 12:07

Israel braucht sich nicht mit der Palästinensischen Selbstverwaltung zu vergleichen. Die Frage drängt sich auf, welche Relevanz ein Abkommen mit Abbas hat. Ein Friedensvertrag ist ein Kompromiss. Jede Seite muss die Ansprüche der Gegenseite berücksichtigen. Israel ist dazu imstande. Doch wie steht es mit der palästinensischen Führung? Warum soll sie die Interessen von Juden verteidigen, wenn sie nicht willens ist, die grundlegenden Interessen ihres eigenen Volkes nach Überleben zu beherzigen?
Wie verhandelt man mit Selbstmördern?

12. wollecarlos - März 9, 2014, 20:46

„Wie verhandelt man mit Selbstmördern?“

Vielleicht gar nicht ?!

Wie soll und kann man auch, wenn die Maxime ist:

„Ihr liebt das Leben, wir den Tod!“

13. Ludwig - März 9, 2014, 23:13

Lila,

dies ist einer Deiner Posts, die bei mir eigentuemlich schrille Dissonanzen ausloesen. Letztlich weiss ich dann nicht, ob ich besser lachen oder weinen, schreien oder lieber schweigen sollte, weil „wir“ und „Ihr“ uns sonst sowieso wieder in unseren jeweiligen Echokammern einsperren.

Beim Lesen dieser Geschichte bekomme ich jedenfalls den Eindruck, dass die „Fakten“ der Aussenwelt fuer „Euch“ nicht viel mehr sind als ein Material, das „Ihr“ benutzt, um die Ueberzeugungen „Eurer“ Innenwelt immer wieder aufs Neue zu bekraeftigen.

14. Jürgen - März 10, 2014, 11:58

Tja Ludwig, ist schon schade, wenn man nicht nur von Gutmenschen und Friedensengeln umgeben ist und sich leider ab und zu weheren muss um nicht „von der Platte geputzt“ zu werden…

Bitte mal aufwachen: Realität ist leider real. Und Menschen trotz allen Bekundungen auch nicht alle gleich nett und freundlich.

Un du hast natürlich völlig Recht mit :
>> Beim Lesen dieser Geschichte bekomme ich jedenfalls den Eindruck, dass die „Fakten“ der Aussenwelt fuer “Euch” nicht viel mehr sind als ein Material, das „Ihr“ benutzt, um die Ueberzeugungen „Eurer“ Innenwelt immer wieder aufs Neue zu bekraeftigen.<<
Lass nur die Gäsefüßchen bei den ""Fakten"" weg und schon stimmts (leider)

15. ekkehard schroeder - März 10, 2014, 18:22

„Fakten“ müssen in Gänsefüßchen gesetzt werden, sonst funktioniert Antise.. äh Israelkritik nicht.
Sei es in der primitiven Variante des traditionellen Verschwörungsmythos oder für das vermeintlich progressiv-intellektuelle Milieu als Poststrukturalismus in der Traditionslinie Heidegger-Foucault-Butler nach der die Realität letztendlich nur diskursiv festgelegt, sprich Gelaber, ist. Sehr beliebt z. Zt. in Geschlechterfragen, Antikolonialismus und Einwanderungsfragen weil man sich Widersprüchlichkeiten nicht stellen muss (Stichwort z. B. Kulturrelativismus). In Frankfurt bekam die Butler trotz Hamas-Hisbollah-Sympathie einen Adornopreis.

Die letztgenannten kommen mir gerade in den Sinn weil Butler und Co gerade die Liberalität der israelischen Gesellschaft, und der westlichen Gesellschaften im allgemeinen, und die Kritik an barbarischen Zuständen der „Außenwelt“ zum „Instrument des Imperialismus“ degradieren.
Kritisch:
http://bak-shalom.de/wp-content/2012/06/text-homonationalismus-pinkwashing.pdf
Unkritisch:
http://dkp-queer.de/strategien-gegen-homonationalismus-in-europa/2303

16. Ludwig - März 12, 2014, 11:45

Jürgen (14.) & ekkehard schroeder (15.)

Leider gelingt es mir kaum einen Bezug herzustellen, zwischen dem, was ich meinte und dem was „Ihr“ anscheinend verstanden habt. Zu (13.) bleibt demnach zu ergänzen, dass die Mauern der Echokammern aus Projektionen, Vorurteilen und Schubladendenken bestehen.

Übrigens glaube ich tatsächlich, dass die „Wahrheit“ zunächst mal im Auge des Betrachters entsteht. Das geht üblicherweise so lange recht gut, bis man vor eine Wand am Ende der Sackgasse läuft, die man nicht sehen konnte, weil man hinterfragende Beobachtung durch ideologische Selbstverblendung ersetzt hat.

17. urideg - März 16, 2014, 17:20

Raketenbeschuss auf Israels Süden:
http://www.hagalil.com/archiv/2014/03/13/heftiger-raketenbeschuss/

Oder direkt:


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s