jump to navigation

Prioritäten März 2, 2014, 17:13

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

Mit welchen Themen öffnen heute wohl sehr viele Nachrichtensendungen? Ukraine natürlich, sehr besorgniserregend, wie schnell so eine Situation eskalieren kann. Und das in Europa!

Bei uns aber reden alle von der fürchterlichen Staubwolke, die aus Libyen gekommen ist und uns alle unter sich begräbt, so daß  man kaum aus dem Fenster gucken kann – und von der riesigen Demo der Ultra-Orthodoxen, die sich versammelt haben, um gemeinsam zu beten. Sie fühlen sich akut bedroht von dem Gesetz, das sie ebenso zu Armee oder Zivildienst heranziehen soll wie nicht-Ultra-Orthodoxe. 300.000 Teilnehmer sollen es schon sein, die sich in Jerusalem versammelt haben, und die Polizei macht sich Sorgen, ob nicht Menschen wegen der Staubwolke zusammenbrechen – eigentlich sollten sich alle im Haus aufhalten, weil die Belastung so groß ist. Alle beten – keine politischen Schlagworte, sondern Gebete und Psalmen.

Ich denke aber auch an die Ukraine und wie beklemmend die Bilder sind. Hoffentlich kriegen alle Seiten noch die Kurve zu einer diplomatischen Lösung. Es fühlt sich auf einmal wieder an wie im Kalten Krieg. Aber von den Hintergründen verstehe ich wirklich zu wenig – darum sage ich weiter nichts dazu. Und gucke statt dessen in die grünlich-braune Suppe, die vor meinem Fenster braut. Gestern war noch ein sonnig-klarer Frühlingstag, den ich im Garten mit Unkrautrupfen begangen habe. Wie schnell so ein Sandsturm aufzieht. (Und jetzt gehen auch die Nachrichten über in die Ukraine.)

Kommentare»

1. esther - März 2, 2014, 17:34

Wo hast du das mit der Staubwolke her? Wir sehen hier auch den ganzen Tag gerade mal 50 m weit…….. LG aush Zichron

2. Lila - März 2, 2014, 17:47

http://www.mako.co.il/news

Der Livestream bietet von Zeit zu Zeit eine kleine Nachrichtensendung. Wenn ich die innere Unruhe habe, höre ich da beim Arbeiten mal rein. Ilanit Adler war es glaub ich, die meinte, die Staubwolke kommt aus Libyen. Na aus der Gegend kommen die Dinger ja immer her, sheka yam-souf und so. Wenn es was gibt, das ich hasse, dann dieser kalte, fiese, staubige Sharav. Alle Türen klappern, die Augen tränen, draußen sieht´s aus, als stünde der Weltuntergang vor der Tür und man sieht die Engel vor lauter Sand in der Luft nicht.

3. grenzgaenge - März 2, 2014, 17:52

Oh, ich schaue gerade auf der Website der Jerusalem Post zu …

http://www.jpost.com/

4. esther - März 2, 2014, 22:00

Danke Lila, den livestream kannte ich nocht nicht!

5. P. Bereit - März 5, 2014, 12:38

Das Thema Ukraine beherrscht auch hier die Medien.
Meine Meinung. Die Annexion fremden Staatsgebietes, ist ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Punkt.
Was allerdings auffällt, nachdem die Popagandamaschinen im Osten wie im Westen auf Hochtouren laufen, ist die Tatsache, dass das dem Westen nur dann auffällt, wenn er nicht gerade selbst gegen dieses Prinzip verstößt. Kein Wort eines europäischen Politikers, vorneweg Frau Merkel, wenn die USA Kriege losbrechen oder ohne jede Kriegserklärung, in verschiedenen Regionen der Welt, Menschen mit Drohnen oder anderweitig töten. Kein Wort zu Folter und Mord in besetzten Ländern. Völlig richtig, – man sollte Verbrechen nicht mit anderen Verbrechen aufwiegen. Aber erinnern kann man daran. Das schärft die Sinne. Man möchte sich geradezu übergeben, wenn man sieht, wie sich die USA jetzt zum Anwalt des Völkerrechts machen.
Ich habe gute Freunde im Osten der Ukraine, mit denen ich im ständigen Kontakt stehe. Die Auffassungen dort sind unterschiedlich. Viele haben Verständnis für die russischen Interessen, andere lehnen sie ab.
Die Ukrainer haben allerdings nicht begriffen, dass sie zum Spielball „größerer“ Interessen geworden sind. Wen juckt schon die Lebenslage der meisten Ukrainer? Die Not der Rentner, die dort von ca. 60 Euro im Monat leben müssen? Meine Befürchtung ist, das wird sich in 50 Jahren nicht ändern. Auch dann nicht, wenn sich die Ukraine, ein Fass ohne Boden, dem Westen öffnen sollte. Noch bevor sie jedoch hinreichend gute Lebensverhältnisse schaffen können, werden sie eines erhalten, was niemanden glücklich machen wird. Die Segnungen der NATO. Und genau das ist es, was die Russen beunruhigt. Kein anderes Volk auf dieser Welt musste so viele Opfer bringen. Ich verstehe die Angst der Russen. Sie gleicht denen der Israelis. Noch etwas ist auffällig. Während man jeden betrunkenen NeoNazi, der den Hitlergruß in Deutschland auf der Straße zeigt, zum Problem hochstilisiert und sich sofort alle möglichen Organisationen betroffen zu Wort melden, wird das Auftreten von Nazis in der Ukraine geradezu verniedlicht. Das wäre alles nicht so schlimm, das hätte man im Griff und das würde von den Russen nur übertrieben.

Ich empfinde Verachtung für die Aktion der Russen. Noch mehr Verachtung empfinde ich aber für die heuchlerische Politik des Westens.

6. wollecarlos - März 5, 2014, 18:12

„Ich empfinde Verachtung für die Aktion der Russen. Noch mehr Verachtung empfinde ich aber für die heuchlerische Politik des Westens.“

Da haben wir wieder das Grundmuster einer Einstellung, die relativiert, anbiedert, Fakten fälscht, demagogisiert.

Was „die Russen“ machen, wird mit „Verachtung“ bedacht. Obwohl es sich um völkerrechts- und menschenrechts-widrige Aktionen handelt.

Was „der Westen“ macht, wird verachtungsmäßig noch darüber gestellt, als noch verachtungswürdiger.

Der Westen betreibt er eine -möglicherweise falsche- Politik, schickt aber keine Panzer und Scharfschützen sondern 12 Milliarden Euro.

Die eingangs zitierte Einschätzung legt seinen Geisteszustand offen.

7. wollecarlos - März 5, 2014, 18:19

11, nicht 12.
Sorry,
ich lese gerade im TAGESSPIEGEL, daß es nur 11 und nicht -wie von mir geschrieben- 12 Milliarden sind, die der „heuchlerische Westen“ an die Ukraine zu schicken gedenkt.

8. P. Bereit - März 5, 2014, 19:45

Hallo Untertan. Du hast wirklich nichts begriffen.

9. P. Bereit - März 6, 2014, 12:12
10. Wolfram - März 6, 2014, 12:24

EU und Nato gleichzusetzen ist aber irgendwo auch ein Kurzschluß… die Türkei ist seit Generationen in der Nato, aber immer noch nicht in der EU, Norwegen ist ebenfalls Nato-, aber nicht EU-Mitglied. Schweden, Finnland und Irland (und bestimmt noch andere) sind EU-Mitglied, aber nicht Nato-Mitglied.

11. Lila - März 6, 2014, 16:25

Bist Du nahe genug dran, um zu beurteilen, was die Betroffenen wollen oder nicht? Es ist doch wohl nicht relevant, was „wir“ wollen.

http://www.tagesspiegel.de/politik/juden-in-der-ukraine-wir-sind-keine-opfer/9575342.html

12. P. Bereit - März 6, 2014, 16:45

Ich bin nahe dran, sehr nahe sogar. Ich stehe im täglichen Kontakt zu ukrainischen Freunden und ich kennen das Land ziemlich gut.
Ich habe es oben schon einmal geschrieben. Jeder besoffene Glatzkopf in Deutschland wird zum Problem und zum Antisemiten hochstilisiert. Der Zentralrat der Juden bläst Alarm und die Zeitungen überschlagen sich. Wenn sich ein Klitschko und der amtierende Präsident der Ukraine jedoch mit dem Führer von SVOBODA gemeinsam auf der Bühne zeigen, schöpft niemand Verdacht. Wie kommt das? Vielleicht, weil die Faschisten der Ukraine gegenwärtig einen Zweck erfüllen? Ich hoffe, dass es nicht so ist.
Und du hast völlig Recht. Ich weiß nicht was DIE Ukrainer wollen, obwohl ich nahe dran bin. Sie wissen es selbst nicht.

13. P. Bereit - März 6, 2014, 17:07

„Derzeit würden russische Medien Informationen streuen, dass die jüdische Bevölkerung in der Ukraine von Rechten bedroht werde. Sicher, es gibt auch in der Ukraine Rechtsradikale, das sei in anderen Ländern aber auch der Fall. In der Ukraine seien diese Gruppen eine kleine Minderheit. Von denen würden auch immer mal wieder radikale Sprüche kommen. „Ihre radikalste Handlung war jedoch, für ihr Land zu kämpfen und zu sterben“, sagt Zissels.
(Joseph Zissels, Vorsitzender der Vereinigung jüdischer Organisationen und Gemeinden der Ukraine (Vaad), sowie Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC))

Das sagt ein Jude! Offenbar einer, der aus der Geschichte seiner Glaubensbrüder nichts gelernt hat.
Die deutschen Faschisten haben auch „für ihre Heimat“ gekämpft, zumindest gaben sie das vor.
Lassen wir ihnen Zeit! Sie werden Schritt für Schritt schon das Richtige tun. Oder?

14. ekkehard schroeder - März 6, 2014, 23:17

Kleiner netter Komentarzu „Poststalinisten, Friedensbewegten“ usw und Ukraine.

http://jungle-world.com/jungleblog/2681/
Auszug
„Der politische Bankrott der sogenannten Friedensbewegung ist schon so lange offensichtlich,
….
Schon Lenin wusste: „Kratze manch einen Kommunisten, und du wirst auf einen großrussischen Chauvinisten stoßen.“
….
Und was lernt uns das? Im Milieu der autoritären Linken waren Antiamerikanismus und die Abneigung gegen alles, was mit westlicher Dekadenz identifiziert wird, schon immer weit verbreitet. Daheim trauen sie sich noch nicht zu sagen, dass Schwule pervers sind und Frauen an den Herd gehören, aber Putins Angebot, sich seinem „wertkonservativen“ Imperium im Geiste anzuschließen, nehmen sie gerne an. “

Ansonsten ein kritisches Interview mit einem linken Gewerkschaftler zur Situation auf den Maidan bei Ineresse:
http://jungle-world.com/artikel/2014/02/49128.html

P B
„Das sagt ein Jude! Offenbar einer, der aus der Geschichte seiner Glaubensbrüder nichts gelernt hat.“
Mal abgesehen davon das Russland mit seiner Nationalfahne sich auf die zaristische Tradition beruft welche die Protokolle von Zion hervorbrachte und ein umfangreiches Progromunwesen betrieb: Wieso ist es der Job von Juden aus Auschwitz zu lernen? Es mag eine bedauerliche notwendigkeit sein. Aber der moralische Gestus der mitschwingt macht ggf (!)aus einer Fehleinschätzung, taktischer Zurückhaltung oder dergleichen einen Vorwurf: Sollten sie sich geirrt haben sind sie selber Schuld am Elend.

15. willow - März 7, 2014, 9:25

@ 14. ekkehard

Jaja, da war es wieder, den Juden wird vorgeworfen „nichts aus der Geschichte seiner Glaubensbrüder nichts gelernt“ zu haben.

Mal davon abgesehen, daß die Geschichte eigentlich nur zeigt, daß sich „die Juden“ nie darauf verlassen können, daß ihnen irgendwer in ihrer Not hilft, zeigt die Formulierung von den „Glaubensbrüdern“, daß PB hier zwar eifrig kommentiert, aber nicht bereit ist dazuzulernen 😉

16. P. Bereit - März 7, 2014, 11:33

Wieso ist es der Job von Juden aus Auschwitz zu lernen? Es mag eine bedauerliche Notwendigkeit sein. Aber der moralische Gestus der mitschwingt macht ggf (!)aus einer Fehleinschätzung, taktischer Zurückhaltung oder dergleichen einen Vorwurf: Sollten sie sich geirrt haben sind sie selber Schuld am Elend. (Zitat Ende)

Was ist so verwerflich daran, wenn es jemand für erforderlich erachtet, dass jemand etwas aus seiner Geschichte lernt? Jeder gescheite Mensch lernt aus seinen Erfahrungen, muss aus seinen Erfahrungen lernen. Nur Juden sollten hier eine Ausnahme machen? Das ist doch Blödsinn, so etwas zu fordern. Selbstverständlich haben auch die Juden aus ihren Erfahrungen gelernt. Sie haben sich u.a. mit Atomwaffen ausgerüstet, damit nicht wieder jemand auf die Idee kommt, sie zur Schlachtbank zu führen. Oder irre ich mich?
Um auf den Beitrag bzgl. Der Ukraine zurückzukommen. Wer auf das Eis geht, ohne sich vorher davon zu überzeugen, dass es auch trägt und anschließend einbricht, der ist selber schuld. Allerdings. Oder wem sollte man die Verantwortung hierfür anlasten? Weshalb diese Feigheit in diesem Blog? Weshalb schafft es niemand zu sagen, der zitierte Vertreter der ukrainischen Juden, handelt leichtfertig?


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s