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Ende einer Ära Februar 24, 2014, 3:57

Posted by Lila in Katzen.
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tertia-mini-primus

Im Kibbutz, 2008

DSCF0035

in Manot, 2011

2013-06-19 18.21.13

vor ein paar Monaten

Bis auf Secundus, der telefonisch dabei war, haben wir alle Mini zum Tierarzt begleitet. Das Ergebnis der Untersuchungen war eindeutig: die Nieren sind irreversibel geschädigt, Mini liegt im Sterben. Und wir haben einstimmig beschlossen, sie nicht länger leiden zu lassen.

Quarta, die ja jünger ist als Mini und ein Leben ohne sie nicht kennt, hat sehr geweint, Die Großen, von denen jeder auf seine Weise an ihr hängt, waren traurig. Für Y. und mich war es das erste Mal, daß wir so einen Enschluß fällen. Uns war wichtig, daß wir entscheiden, was für Mini das beste ist. Und daß es auf eine Art und Weise geschieht, mit der die Kinder umgehen können, besonders Quarta. Aber man kann nicht richtig helfen, wenn jemand so unglücklich ist. Wir konnten Quarta diese Tränen nicht ersparen.

Mini lag betäubt auf dem Behandlungstisch, und der Tierarzt gab uns viel Zeit, uns zu verabschieden. Dann meinte er, es ist besser, wenn nur ein Elternteil bei Mini bleibt, während er sie einschläfert. Er wollte Quarta wohl nicht direkt aus dem Raum schicken. Ich blieb bei Mini, und im letzten Moment sagte der Tierarzt mit einem Blick auf Tertia: „du kannst auch dabeibleiben“. Er benutzte ein Barbiturat, es ging ganz schnell und ohne Zucken.

Wir haben Mini im Garten begraben, unter einer hohen alten Zypresse. Hinterher haben wir lange in der Küche gesessen, Bilder angeguckt und Katzen-Erinnerungen ausgegraben. Von dem Apriltag im Jahr 1996, als wir Mini und Limon aus dem Wurf einer Nachbarskatze aussuchten, bis zu Minis letzter Nacht, als sie sich die Treppe hochschleppte, um auf ihren Lieblingsplatz in meinem Kleiderschrank zu kommen.

Seit meiner Kindheit haben mich Katzen begleitet. Ein Haus ohne Katzen ist für mich so undenkbar wie ein Haus ohne Bücher. Meine Eltern hatten nicht viel gemeinsam, aber beide liebten Katzen. Auch Y. hatte immer Katzen. Ich weiß noch, wie er mich zum ersten Mal zu sich nach Hause einlud – Kätzchen angucken. Mit jeder Katze sind Erinnerungen verbunden, aber mit Mini zweifellos die meisten. Achtzehn Jahre sind einfach eine lange Zeit.

Es wird noch dauern, bis ich nicht mehr automatisch nach meiner steten Begleiterin Ausschau halte.

Kommentare»

1. Georg - Februar 24, 2014, 4:16

Es ist so unendlich gut, dass ihr solch ein friedliches Ende beschert worden ist. Da fällt mir selbst unbekannter Weise hier am Niederrhein ein Stein vom Herzen. Sie hatte eine wunderbare lange Zeit und nu‘ is‘ sie im Katzenhimmel!

Ihr werdet jetzt nicht daran denken wollen, aber vielleicht kommt etwas Neues von ganz allein ins Haus. Manchmal geht’s schneller als man denkt. Aber wem sage ich das …

Ihr habt ihr einen wunderbaren Abschied bereitet – es liest sich hier sehr berührend – und sicher lebt sie in euren Erinnerungen fort.

2. kaltmamsell - Februar 24, 2014, 7:20

Oh, das tut mir sehr leid. Es liest sich wirklich, als hättet ihr ein Familienmitglied verloren.

3. beer7 - Februar 24, 2014, 9:28

Arme Quarta. Ich verstehe Eure Trauer, aber fuer sie muss es ganz besonders schwer sein. Denkt Ihr an ein neues Kaetzchen nach einer gewissen Zeit?

4. Paul - Februar 24, 2014, 10:34

Hallo Lila,
es ist so, wie Du schreibst. Die Trauer ist groß.
Wenn man es nicht selbst erlebt hat, kann man es auch nicht für möglich halten: Man gewöhnt sich nicht nur an ein Tier, sondern man liebt es auch. Deshalb fällt der Abschied schwer. Die Trauer darf man auch ruhig ausleben. Man muss es sogar. Nur dann kann man sie überwinden. Was bleibt, sind die vielen schönen Erinnerungen. Die kann Euch keiner nehmen.
Auch wegen dieser Emotionen liebe ich Deine Schreibe.
Liebe Grüße an Alle.
Herzlich, Paul

5. Lila - Februar 24, 2014, 10:52

Danke, Ihr Lieben. Eine neue Katze steht im Moment nicht zur Diskussion, uns reichen die schwarzen Prinzen und durch eine neue Katze würde das Gleichgewicht zwischen ihnen durcheinandergebracht.

6. Orsina Mller-Bass - Februar 24, 2014, 11:19

j. 😦

7. P. Bereit - Februar 24, 2014, 13:29

Falls ihr Katzen benötigt, ich schicke euch welche. Sie laufen hier massenhaft herum und werden langsam von den Waschbären abgelöst.

8. caruso - Februar 24, 2014, 13:41

Liebe Lila, ich kann eure Trauer gut verstehen. Wir verloren vor vielen Jahren zwar keine Katze, aber einen 17 Jahre alten Hund, der von seinem 1. Geburtstag an mit uns lebte. Er war wirklich ein Familien-mitglied und er fehlt uns immer noch. Er war der zweite Hund in unserem Leben den wir verloren haben und wollten nach dem Tod des zweiten keinen mehr aufnehmen. Ihr habt es sehr gut gemacht, ich fühle mit euch.
lg
caruso

9. Piet - Februar 24, 2014, 15:35

Das tut mir sehr Leid zu hören und ich kann eure Trauer gut nachvollziehen. Das ist kein leichter Schritt. Auch wir hatten uns nach jahrelanger Pflege unserer zuckerkranken Katze irgendwann zu diesem Schritt durchringen müssen, um dem geliebten Tier unnötige Qualen zu ersparen. Das reißt eine Lücke, denn natürlich hatte das Katzentier mit seinem feinen Charakter einen festen Platz in unserem Familienleben. Schön, dass ihr all die Geschichten habt und miteinander austauschen könnt!

10. urideg - Februar 24, 2014, 15:58

Und ganz nebenbei: „Meine Eltern hatten nicht viel gemeinsam, aber beide liebten Katzen.“: Lila, Du bist großartig!

11. Eva - Februar 24, 2014, 23:04

Liebe Lila, ich hoffe Du verstehst mich nicht falsch, wir kennen uns ja nicht. Aber ich bin wirklich richtig erleichtert darüber, wie Mini der letzte Weg geebnet wurde. Oft wird mir erzählt, dass TÄ zum „Wohl der Besitzer“ die Tiere noch mal hochpushen. – und nach 3 Tagen isses dann vorbei, fürchterlich!
Kompetenter TA – auch mit Einfühlungsvermögen, was Euch anging. Mini hatte ein tolles Leben bei Euch (wurde geliebt, das sieht man auf den Fotos und hat es genossen), nach dem sich viele Katzentiere sämtliche Pfoten schlecken würden.
Alles Liebe – Ihr habt richtig gehandelt, auch wenn es schmerzt, Eva

12. Carina - Februar 25, 2014, 23:30

Liebe Lila, es macht mich auch sehr sehr traurig Gerade erst das gleiche wieder durch gemacht. Auch die Nieren wie bei meinem Katerchen drei Jahre zuvor. Ich habe ja keine Kinder, so sind meine kleinen Fellknäuel mein Ersatz.
Es ist schwer, wirklich schwer. Aber ich weiß das ihr dankbar seid, das Mini euch solange begleitet hat. Hier darf man seine Katze leider nicht mehr vom TA mit nehmen, Ich hoffe das ihr alle bald über euren Schmerz hinweg seid. Ich wünsche euch das beste. Carina

13. Wolfram - März 6, 2014, 12:00

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