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Just a slob like one of us Februar 8, 2014, 7:29

Posted by Lila in Ivrit.
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Bei uns werden die olympischen Spiele von einem extra Kanal übertragen. Heute früh geht es los, Snowboard – Slob style, erklären mir die Experten des israelischen Fernsehens.

Slob style? denke ich, eine Sportart die ich überhaupt nicht kenne.

Bis ich das Wort geschrieben sehe. SLOPE style. Ach so.

 

Kommentare»

1. Paul - Februar 8, 2014, 10:40

Liebe Lila,
habe gestern teilweise die Eröffnungszeremonie der Olympiade gesehen.

Die ganze Aufmachung und der Personenkult um Putin, auch schon im Vorfeld und der Gigantomanismus der Anlagen und Gebäude, haben mich fatal an 1936 erinnert

Herzlich, Paul

2. Lila - Februar 8, 2014, 11:02

Wir haben auch sehr gestaunt, wie harmonisch und beglückend die russische Geschichte doch war… ein Triumphzug der Humanität… und die vollkommene Humorlosigkeit der Inszenierung war ebenfalls bemerkenswert.

Einziges Highlight war für mich die Ballett-Einlage – Nataschas erster Ball und die Männer um sie herum waren schön getanzt.

Diese ganze Gigantomanie und der Fahnenkult und diese ganze bedeutungsschwere Symbolik, hinter der sich brutale Interessenpolitik, Doping und Lügen verbergen, macht einem überhaupt ein merkwürdiges Gefühl.

China, Dubai, Qatar, Russland – lauter ehrenwerte Austragungsstätten für Sportereignisse.

3. baer48 - Februar 8, 2014, 13:21

Oleg Jurjew meinte in der NZZ: „Ich vermute, der olympische Mythos hat seinen Ursprung auch in Leni Riefenstahls Filmen über die Spiele 1936 in Berlin («Fest der Völker» und «Fest der Schönheit»). Zuvor war die «Neue Olympische Bewegung» nur ein etwas lächerlicher Versuch, das Altertum auferstehen zu lassen und einem Körperkult zu frönen, der von Anfang an an einem zweifelhaften ideologischen Ort angesiedelt war. In seiner Sehnsucht nach Weltgeltung suchte Nazideutschland die Olympischen Spiele mit weltpolitischer Bedeutung aufzuladen. Die beiden Boykotte – der amerikanische und der sowjetische – brachten diese Logik an ein Ende.
Und das finde ich gut so. Je weniger pompöse, gigantomanische, seifenopernhafte Veranstaltungen es in dieser Welt gibt, desto besser! Lieber sich mit Freunden treffen, ein Museum oder ein Theater besuchen, ein Buch lesen. Oder zum Spiel des FSV Frankfurt (2. Bundesliga) gehen. Im Stadion auf dem Bornheimer Hang gibt es wirklich nur Fans und garantiert keine Soldaten, die abkommandiert sind, die Ränge dekorativ aufzufüllen“!
Quelle: http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/uebersicht/die-organisierte-utopie-1.18238199

4. Carina - Februar 8, 2014, 17:02

Na ja ich weiss ja nicht. Ich fand gestern die Feier zum teil wirklich unerträglich! Es war recht merkwürdig. Ich weiß nicht ob es an mir lag oder es mehr Menschen so ging. Mir kam es mit den ganzen Fahnen und der russischen Sprache so vor wie die alten Aufmärsche mit den Fahnen um 1938-1944. Ihr wisst schon was ich meine. Es kam mir vor wie eine riesen Kriegs Propaganda. Es war mir einfach zu viel. Das mag aber auch an der russischen Sprache liegen die ich als sehr hart empfinde. Aber ich fand es wirklich übel.

5. Lila - Februar 8, 2014, 17:13

Hattest Du den Eindruck, daß hier jemand begeistert war? Paul und Baer waren es jedenfalls nicht, und mir hat nur die Ballett-Einlage gefallen.

6. Carina - Februar 8, 2014, 20:03

Nee habe es schon verstanden 🙂 Wisst ihr was mir wirklich gefallen hätte? Ein Flitzer mit einer Regenbogen Fahne. Ich kann mich schon gar nicht auf Olympia freuen nur wegen den Homophoben Gesetzen. Ich bin mal wieder am Thema vorbei, Sorry liebe Lila, Aber bis auf einen meiner Russischen Kollegen und Bekannten sind einfach alle Homophob. Furchtbar!! Das hätte mir wirklich Gefallen und wäre das Highlight gewesen. Aber ich bin eh nicht wirklich ein Winter Sport Fan,

7. Lila - Februar 8, 2014, 20:22

Mein Mann erzählte mir, was ihm seine russischen Kollegen erzählt haben – von brutalen Enteignungen, wo Leuten ihre kleinen Hotels und Pensionen weggenommen wurden, von denen sie gelebt haben. Entschädigung? Vergiß es.

Wenn die arabische Homophobie niemanden stört, warum denn die russische? Wenn die chinesischen Methoden, mit den Bürgern umzugehen, niemanden gestört haben, warum dann die russischen? Die olympischen Spiele sind in der Tat seit Riefenstahls Überhöhung und dann noch einmal seit Einführung des Fernsehens von Mal zu Mal mehr aufgebläht worden.

Und trotzdem sehe ich furchtbar gern Biathlon, Riesenslalom, Nordische Kombination und Rodel. Ich bin auch selbst immer gern, wenn auch angsthasig, Ski gefahren. Unvergessen ist mir eine Tour in den Dolomiten, an gefrorenen Wasserfällen entlang… heute könnte ich natürlich keinen Idiotenhügel mehr runterkommen, und vermutlich auch auf Schlittschuhen würde ich keinen Zentimeter mehr vorankommen.

8. Silke - Februar 8, 2014, 20:59

Lila
lies mal, wie Putin und Davutoglu sich in Sotchi angeschmust haben
http://en.trend.az/regions/met/turkey/2239597.html
(das gleiche läuft auch zwischen Türkei und Iran)
und das während Russland und Iran in Syrien gegnerische Positionen beziehen und die Türkei die Russen immer noch nicht an ihre Kirchen ranlässt.

Vor Jaaaahren gab’s ein Zugeständnis, seither habe ich nix mehr gelesen. Dennoch wird geturtelt, daß einem nur noch übel werden kann.

… in dem Licht betrachtet, ist Olympia die ehrlichste Veranstaltung, die denkbar ist.

9. Carina - Februar 8, 2014, 21:22

Ich bin da auch sehr Angsthasig!! Bin als Jugendliche immer im Eisstadion gewesen und bin auch auf Inlinern unterwegs gewesen. Allerdings bin ich noch nie den kleinsten Berg runter gekommen. Denn ich bin ein „Plumpser“. Kaum wird es gering schneller bekomme ich Panik und laß mich fallen 🙂

10. Chajm - Februar 10, 2014, 12:45

Ja, so sind sie, die Deutschen. Alles böse, böse und es wird keinen Augenblick gezögert, die mit Spiele mit den »deutschen Spielen« zu vergleichen (damit kennt man sich aus). Aber Geschäfte machen und günstiges Erdgas einkaufen ist kein Problem.
Die deutschen Medien begleiten das auch entsprechend: Hätte man während der Eröffnungszeremonie den Krieg thematisiert, hätten alle gesagt: »Seht her, die haben nichts gelernt. Immer noch Militär und Krieg« und jetzt hieß es »die haben ja den Krieg ausgeblendet«. Wenn ich das richtig verstanden habe, haben sie die kulturellen Errungenschaften Russlands gefeiert.
In der Überhöhung des »olympischen Gedankens« unterscheiden sich die Spiele keinen Deut von anderen. Wenn wir über die Durchsetzung von milliardenschweren Infrastrukturprojekten sprechen, können wir auch von Garzweiler sprechen. Hier hatten die Menschen natürlich das Glück, dass sie entschädigt wurden.
Homophobie: In Deutschland sind natürlich alle ganz anders und aufgeklärt. Vielleicht haben wir hier das Glück, dass es keine Volksabstimmungen zu diesen Themen gibt.

11. P. Bereit - Februar 10, 2014, 14:32

Liebe Lila, von Israel magst du ja etwas verstehen, von Russland und seiner Geschichte, mit Sicherheit nichts.
Es ist schon erstaunlich, dass ihr an allem in der Welt etwas zu meckern habt, nur an euch selbst nicht. Da ist alles o.k., könnte man meinen.
Die Geschichte der Russen ist tatsächlich eine Geschichte von Kriegen. Von Kriegen, die sie jedoch nicht selbst angezettelt haben. Den 2. Weltkrieg haben sie mit 20 Millionen Toten bezahlt und nebenbei mussten sie auch noch das stalinistische System aushalten. Der Grund, weshalb eine sozialistische Idee derartig pervertieren konnte, ist nicht zuletzt in der immer bestehenden Bedrohung dieses Landes zu finden. Wer hätte sich wohl zuerst aufgeregt, hätte man das Thema Krieg thematisiert? Seit 1914, sind die Russen nicht zur Ruhe gekommen. 1. Weltkrieg, Interventionskriege, 2. Weltkrieg, Kalter Krieg. Schon einmal darüber nachgedacht?
Die Olympischen Spiele sind ein gigantischer Verschwendungsmechanismus, der, sieht man das Elend in der Welt, keinerlei Rechtfertigungsgrund besitzt. Merkwürdig nur, dass das ausschließlich bei Russland auffällt. Da gelten nach wie vor die Grundsätze, die seit Hitler und über den Kalten Krieg hinaus gelten: Der Feind steht im Osten!

12. Lila - Februar 10, 2014, 14:48

Wo habe ich denn was über die russische Geschichte gesagt? 😯

Und was die Olympischen Spiele angeht, stimme ich mit Dir überein. Es ist ein Jammer, daß dafür riesige Anlagen gebaut werden, die hinterher leerstehen und verfallen. Ich verstehe nicht, warum die Spiele nicht an Städte oder Gegenden vergeben werden, die schon die nötigen Sportstätten haben und benutzen. Oder die einen Plan vorlegen können, wie später alles genutzt wird.

Das fällt mir nicht nur in Hinsicht auf die russischen Spiele auf – in China war das auch sehr auffällig. Und was konnte jemanden dazu bewegen, große Sportereignisse nach Qatar oder Dubai zu verlegen? Das habe ich schon oben gesagt, ich weiß nicht, wie Du zum Ergebnis kommst, daß mir das nur in Bezug auf Rußland auffällt.

Die ganze Sport-Verwertungs-Maschine, die seit den Übertragungen im Fernsehen richtig in Schwung gekommen ist, hat abartige Züge angenommen. Aber das sind die Sportler nicht schuld, die sich in ihren Eiskanal stürzen oder auf ihren Skiern durch die Buckelpiste flitzen oder mit ihren Gewehren auf dem Rücken durch die Winterlandschaft keuchen.

13. SB - Februar 10, 2014, 15:05
14. P. Bereit - Februar 10, 2014, 15:29

13. Alles bekannt!

15. Silke - Februar 10, 2014, 16:01

1968 habe ich vermutlich der Agora kommend, den Fackelläufer einfach so vorbeilaufen sehen, keine Menschenmenge, keine Kameras, mitten in Athen. Falls es Begleitfahrzeuge gab, waren sie so unauffällig, daß ich mich nicht an sie erinnere.

Erst als ich ihn von hinten sah begriff ich, was ich da eigentlich gesehen hatte.

Es kann also nicht das Fernsehen an sich sein, es müssen irgendwelche Genialen sein, die ausknobeln, wie man die Leute heiß drauf machen kann, das erst auf’m Schirm zu sehen und dadurch angefixt, vermutlich auch scharf auf die Realität zu sein.

In dem Zusammenhang wäre es interessant zu wissen, wie herum das mit der Promotion von Himmel und Hölle gelaufen ist.

An was ich mich vom griechischen Jenseits erinnere, war das einfach nur ein düsterer Ort, wo’s Bösen und Edlen gleich lausig zumute war.

16. Silke - Februar 10, 2014, 16:31

P. Bereit 11

Von Kriegen, die sie (Russen) jedoch nicht selbst angezettelt haben.

mmh – irgendwas muß ich da bei Simon Sebag Montefiore mißverstanden haben, aber ich habe ja auch noch ein Drittel zu lesen 😉 – oder – jetzt dämmert es mir – das war natürlich alles nur, weil die Zarin deutsch war – wäre sie russisch gewesen, hätten die Russen den Türken nie nimmer nich ein Haar gekrümmt. (wieso wird eigentlich immer nur von der durch Napoleon erlittenen Demütigung erzählt und nie von der da?)

http://www.amazon.de/Katharina-die-Große-Fürst-Potemkin-ebook/dp/B00HZDVCY8/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1392042569&sr=8-4&keywords=simon+sebag+montefiore

17. Wolfram - Februar 11, 2014, 10:40

Ich habe letzten Sonntag (vor 8 Tagen) angekündigt, daß ich diese olympischen Spiele boykottieren werde, genau wie die in China: ich habe die Eröffnung nicht gesehen und werde die Schlußveranstaltung ebenfalls nicht sehen, ich werde keine Zusammenfassung des Tages ansehen, keine Wettbewerbe verfolgen, die mich sonst interessieren würden.
Moskau 1980 wurde boykottiert, seitdem hat sich in Rußland NICHTS zum Besseren gewendet.

Inzwischen weiß ich ein paar Leute, die mit mir mitziehen. Es wird wohl nichts bringen, aber… wenn es ein paar tausend, ein paar zehntausend wären landesweit, das würde sich auf die Einschaltquoten auswirken und dann doch was bringen.

18. P. Bereit - Februar 11, 2014, 11:13

17. Wolfram
Sie haben noch etwas vergessen. Gehen sie während dieser Zeit auch nicht auf´s Klo! Das wirkt sich auf den Wasserverbrauch aus.

19. Wolfram - Februar 13, 2014, 11:19

Dann, P.Bereit, bräuchte ich aber jemanden, der mir den Dienst erweist, den Götz vom Berlichingen dem kaiserlichen Hauptmann abfordert…


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