jump to navigation

Grenzzwischenfall Dezember 16, 2013, 8:44

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

bei uns in der Gegend – ich habe nichts mitgekriegt. Shlomi Cohen, ein junger Soldat aus Afula, von einem libanesischen Soldaten erschossen – auf israelischem Gebiet. Selbstverständlich wird Israel zur Zurückhaltung ermahnt – was sonst?

„UNIFIL’s force commander is in contact with counterparts in the Lebanese and Israeli army, urging restraint.“

UN Secretary-General Ban Ki-moon said on Monday that both the Israel Defense Forces and the Lebanese military were cooperating with the investigation, though he urged both sides to maintain calm.

Es kommt immer wieder vor. Und immer heißt es, Israel soll sich nur ja nicht wehren. Die andere Seite sieht das dann als Schwäche und sieht beim nächsten Mal, wie weit sie gehen kann. Da die libanesische Armee anscheinend von Hizbollah unterwandert ist, was die UNIFIL ja gerade verhindern sollte, hat die Mahnung der UNIFIL einen pikanten Beigeschmack. Die UNIFIL hat versagt, und die Folgen ihres Versagens tragen Israelis. Und dann mahnt die UNIFIL Israel, diese Folgen wegzustecken. Sie selbst aber tut nichts, um die Hizbollah zu schwächen, die längst wieder südlich vom Litani stationiert ist. Dabei würde das wirksamer für Ruhe sorgen als alle Appelle.

Ich stehe immer mit den Soldaten, die an der Grenze stationiert sind, an der Bushaltestelle in Nahariya. Sie tanken bei uns im Dorf, an der Tankstelle unten in der Kurve. Ich sehe sie überall. Jedesmal wünsche ich ihnen im Stillen alles Gute und daß sie die Armeezeit unbeschadet hinter sich bringen. Manchmal sehe ich das Abzeichen von Secundus´ Einheit, und bin auch schon mal ins Gespräch gekommen – „aah, Secundus der Sani“, den kennen sie alle noch.

Ich weiß nicht, von welcher Einheit Shlomi war, es ist auch egal. Potentiell kann es jeden treffen. Ich denke an seine Eltern. Bestimmt haben sie gedacht, „na ja, bei Rosh ha Niqra, das ist ja eigentlich ein ungefährlicher Einsatz, wie gut, daß der Junge nicht in den Gebieten ist“, aber eine israelische Uniform ist überall Zielscheibe. Bei einer Routine-Patrouille, beim Bäume-Schneiden, beim Busfahren. Nirgends Sicherheit, nirgends Frieden.

Im Süden lassen die Versuche nicht nach, in israelisches Gebiet einzudringen, Sprengsätze anzubringen, auch wenn gleichzeitig Israel humanitäre Hilfe leistet (zu der wir nicht verpflichtet sind – als ob seit der Räumung des Gazastreifens die Milliarden Finanzhilfe aus aller Welt nicht dazu hätten verwendet werden können, ein paar Pumpen anzuschaffen, einen Damm zu bauen, Wasser zu speichern für die Landwirtschaft, vielleicht eine Turbine oder zwei in Gang zu bringen… sind alle Ingenieure im Gazastreifen mit Raketen- oder Tunnelbau beschäftigt?).

Der arme junge Mann (ich lese gerade in Ynet, er war Unteroffizier), die arme Familie. Entsetzlich, daß etwas so nahe bei uns geschieht und wir merken nichts davon.

Das Bild im Tagesschau-Bericht zeigt die Betzet-Kreuzung, wo wir jeden Tag vorbeikommen, nah am Meer. Heute früh war schon wieder alles wie normal.

Update: der Chefarzt vom Krankenhaus in Nahariya, der den Medien den Tod des Soldaten meldete, ist Araber, nur nebenbei gesagt. Und auch der Journalist, der ihn interviewt. Bei Mako gesehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s