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Ich kann nicht glauben, November 24, 2013, 17:32

Posted by Lila in Presseschau.
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daß Frau Dachs für diesen Titel zuständig ist.

miesepeter

Der Artikel selbst ist differenzierter, auch wenn Dachs nicht erwähnt, welchen Eindruck die Bilder der Chameini-Rede von den tollwütigen zionistischen Hunden in Israel gemacht hat. Jeder weiß, daß man mit tollwütigen Hunden nur noch eins tun kann – sie töten.

s herrschen auch hier geteilte Meinungen, wie Dachs es richtig wiedergibt, ob Netanyahus Taktik der Zuspitzung so geschickt ist. Daß Lieberman schon von anderen Sicherheitspartnern als den Amerikanern fantasiert, halte auch ich für bedenklich.

Kerry und Obama haben den syrischen Knoten aufgedröselt, und mit ähnlichen Schritten wollen sie wohl jetzt den iranischen lösen. Ich glaube nicht, daß Teheran sich wie Assad darauf einlassen wird – ich glaube eher, sie machen den Pyönyang. Aber was weiß ich?

Die Überschrift jedenfalls, „spielt den Miesepeter“, ist eine glatte Frechheit. Die schadenfrohen, giftigen Kommentare tu ich mir gar nicht erst an. Grass trinkt sich bestimmt einen.

 

Update: ich habe mal nachgeprüft, für welche anderen Politiker die ZEIT das Wort „Miesepeter“ verwendet.

miesepeter 2

 

Ergebnis: kein anderer Regierungschef wird so genannt. Das Wort wird ansonsten für Sportler und allgemein für Mißgelaunte benutzt. Die abgrundtiefe Verachtung israelischen Bedenken gegenüber, die Weigerung, Netanyahus Argumente ernstzunehmen, spricht sich in diesen Titeln aus. Nein, ich bin keine Freundin Netanyahus und bedaure, daß er das Thema so hoch aufgehängt hat. Denn dadurch wird die Fallhöhe unnötig groß. Seine Reaktion war zu schnell, zu laut und zu vorhersehbar.

Trotzdem kein Grund für eine große deutsche Zeitung, die sich auf ihre wohldurchdachten Urteile was zugute tut, ihn Miesepeter zu nennen. Als wäre es aus reiner Willkür und schlechter Laune, daß Israel der iranischen Regierung nicht traut.

Welchen Grund gibt es, ihr zu trauen?

Kommentare»

1. urideg - November 24, 2013, 22:42

(Oh, eine Vorbemerkung: Ich bin „cumputertechnisch“ unterbelichtet, hatte Schwierigkeiten, überhaupt wieder auf deine Website zu kommen – und dabei hat sich mein Name von Uri D. in urideg verwandelt – keine Ahnung, wie das genau geschah…)
Ich schätze Gisela Dachs als Korrespondentin eigentlich. Sie gehört zu den Klügeren. Vor zehn Jahren habe ich einmal eines ihrer Israel-Bücher (verschiedene Personenportraits) rezensiert, er hatte mir eigentlich gefallen. Überschriften werden häufig von den Redaktionen geändert – ist mir auch schon passiert. Ich war nachher nicht begeistert, konnte die wohl zugrunde liegende Überlegung der redaktion aber nachvollziehen. Zuspitzung im Titel, damit der Beitrag mehr Lesre findet. Das ist o.k, dass solltest Du nicht überbewerten – da ja der Rest des Beitrages die notwendige Differenzierung liefert. Dein Schlussatz ist super: „Grass trinkt sich bestimmt einen.“

Und da möchte ich doch so dreist sein und meinen eigenen Beitrag, vom April 2012, über den eitel-doof-selbstgerechten Grass, empfehlen – ich finde ihn noch heute, mit zeitlicher Distanz, eigentlich ganz treffend – was den seinerzeitigen Diskurs über den langsam senil anmutenden „Literaturnobelpreisträger“ betrifft.
http://www.hagalil.com/archiv/2012/04/11/grass-8/

2. urideg - November 24, 2013, 22:52

Ich habe mir den Titel noch mal angeschaut: Er ist wirklich nicht von Gisela Dachs. Er dürfte ihr auch ziemlich peinlich sein, dessen bin ich mir sicher.
Ja, die Leserbriefe tue ich mir auch nicht an…

Einen kleinen Hinweis erlaube ich mir aus gegebenem Anlass doch, auf das aufgeklärte Deutschland. Im liberalen Köln bricht nun ein – vom hiesigen Medienzaren systematisch forcierter (der Mensch hat 25 Prozent der Ha´aretz-Anteile, habe ich gehört) – kollektiver Aufschrei gegen das geplante und demokratisch verabschiedete jüdische Museum los. Nun soll ein Bürgerbegehren dieses „eklige“ jüdische Museum stoppen – im liberalen Köln. Abscheulich. Verlinkungen auf die hiesige Presse lasse ich mal. (Wer Interesse hat mag einfach Jüdisches Museum Köln und Jüdische Allgemeine googeln). Aber eine Bitte: Unterschreibt doch den hiesigen Aufruf FÜR ein jüdisches Museum:
http://museumsbaukoeln.de/
Danke.

3. levrak - November 25, 2013, 4:21

„Grass trinkt sich bestimmt einen.“

Lieber Uri,
wo ich gerade Deiner Fährte folgend auf hagalil so rumlese fand ich noch eine Antwort an G.Grassens „Gedicht“ von mir dort! 🙂
http://www.hagalil.com/archiv/2012/04/04/grass-2/comment-page-2/#comment-32717

Vielleicht besser, wenn man vorab den viel besprochenen Text von Günther Grass liest, „Was gesagt werden muß“, zu finden hier:
http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-zum-konflikt-zwischen-israel-und-iran-was-gesagt-werden-muss-1.1325809

~ * ~
[A.mOr, am 9.April 2012.]

Mit Bezug auf das aktuelle Gedichte des Altmeisters von Schrift und Zeichnung und dergleichen mehr Grass, G., abgedrückt zB in der ‘Sueddeutschen Zeitung‘.

Grass über die Sache wachsen lassen, nicht mit Grass!

Gequält ist er, der arme Mann!
Ordnet sich unter, nennt’s nicht beim Namen, erhorcht allgemeines Verschweigen eines Tatbestandes. Belastend die Lüge, der Zwang, Strafe in Aussicht, tief empfunden!
„…das Verdikt “Antisemitismus” ist geläufig.“
Ja, Herr Grass, kraSS, Mann kennt’s, will nicht, muß!
Ureigene Verbrecher, Herr Grass, ohne Vergleich und mit flinker Lippe, rein geschäftsmäßig, ein weiteres U-Boot voller israelischer Technologie heim ins (Atombomben)reich, nennen wir’s doch: Israel!
Ein Windhauch der Wahrheit, das Grass auseinandergeblasen, eröffnet den Blick auf das, was verschwiegen erhorcht, scharf erblickt, gegen jede Strafe in Aussicht nun doch da ist, wo es sein muß, wo’s Grass es erblicken macht, starre nicht, rühr dich nicht, oh Israel!
Als ‘Befürchtung von Beweiskraft sein’ will es, Dir, oh Grass über den Sachen. Verbunden bist Du Israel, hat’s Dich gebunden, angebunden, kannst die Flügel nicht ausbreiten, mußt Schweigen und Dich quälen, Strafe in Aussicht, zu sagen wider dem allgemeinen Verschweigen des Tatbestandes!
Deine Herkunft! Deine Unterkunft! Deine Niederkunft! Grass, gib Grass!
Gealtert und mit letzter Tinte sprichst Du, nein sagst Du, was Du sagen mußt, Gebundener an Israel!
„Israel gefährdet den Weltfrieden?“
So schreibst Du, fragend? Das weißt Du nicht sicher?
Qual und Herkunft, gebunden an die Frage, darfst Du sie stellen, droht nicht, bei einer winzigen Unvorsichtigkeit, oj, Strafe in Aussicht! „Juice“!!!
Was, wenn das ‘?’ hängt und sich zu ‘!’ erstreckt?!
Wäre der Deutsche nicht so belastet, nicht, er wäre kein rundrückenhohlkreuzgebücktes Fragezeichen mit Schweinehals, nein gertenschlank und rank und hager und muskulös, nur nicht zu dick, ein Ausruf mit Zeichen! Heimat! Wohin hast Du mich gebückt!?
Mitschuld, das darf nicht sein, Heimat mit Mitschuld, gebückt, nein!
Nein, schweigen tust Du nicht, überdrüssig bist’s das Heucheln, nicht Deins, das, von denen, jenen, immer waren sie’s! Mit flinken Lippen, u-booten sie Deutschland ins Verderben, in die Mitschuld, gebunden, fest verbunden an die Lüge, den Zwang, das Schweigen mit flinken Lippen, u-bootig, fürwahr!
Der Verursacher der erkennbaren Gefahr, er ist da, er war, wo? Wer? Nein, nicht der!
Gertenschlank war er einst, rank und hager und bedeutsam wie ein Ausruf, ein Zeichen!
(Paul, darf ich? „er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau“, Danke!)
Gedrückt, verzwangt und verschwiegen, angedroht ungenannt jedoch bekannt, in Aussicht, sichtbar, nur nicht sehbar, fühlbar durch Last zum Fragezeichen mit dickem Hals, geplatzt ist er, das Grass schwingt zur Seite und spricht, wo’s schweigen soll, hier, hört, da ist er, er ist ein Fragezeichen!
Und u-bootet, von hier nach dort und zurück, wo soll das hinführen?
Das müssen wir kontrollieren und überwachen und inspizieren, wir wollen es endlich wissen!
Hat Israel es, das Ding, hat es nicht, ist er länger oder nicht?! Der Weltfrieden, oh Günter, er droht!
Keine Chance der Mitschuld!

~ * ~

Weil Du, Uri, und auch andere diese Antwort von mir an Günther G. hoch lobtet erlaube ich mir nun mit Genuß, es hier nochmal zu bringen.
Hoffe, es sagt auch hier im Rungholt den Lesern zu!

A.mOr.

PS/Uri, fand dort unter’m Ralph Giordano Artikel (nein, nicht Deinem) auch noch den interessanten Dialog, den ich mit ‚Uwe‘ führte. 
Wie dem auch sei, Du hast die Spur gelegt, ich was wertvolles gefunden, nicht „nur“ Deinen Text, sondern gleich meinen dazu. Danke! 😀

4. Lila - November 25, 2013, 9:52

HIer der alte Strang zum krassen Grass.

https://rungholt.wordpress.com/2012/04/04/ehre/

5. schum74 - November 25, 2013, 19:53

Sagt mir zu, Amor (3)! Sagt mir sehr zu. Da ist Saft drin.

(Paul, darf ich? „er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau“, Danke!)

Solltest Du nicht Parodien auf „Lanzer“-Hefte schreiben? Zum Hinschmeißen vor Lachen, stell ich mir vor.

6. urideg - November 25, 2013, 21:11

Vorsicht Satire, würde jetzt eine Freundin, leidigen Erfahrungen mit Ignoranz geschuldet, drüber schreiben.
Gefährdet der krasse Grass den Weltfrieden?
Verpestet Uneinsichtigkeit unsere Moralität?
Oder auch: Vermögen Hamster einen schwerer Track zu steuern?
Weiß man´s?

7. Ludwig - November 26, 2013, 13:40

Unglaublich in der Tat. Jenseits der konkreten Beispiele und Anlaesse, sehe ich in dieser Debatte ein Beispiel fuer einen kommunikativen „Super-GAU“, also einer Steigerung des „Groessten Annehmbaren Unverstaendnisses“.

Man koennte zwei Diskussionen fuehren, die Eine ueber atomare und konventionelle Abschreckungsstrategien, im Kalten Krieg und im Nahostkonflikt aus deutscher und israelischer Sicht. Und die Andere ueber deutschen Antisemitismus, sowie israelische Aussen- und Sicherheitspolitik, jeweils im Kontext des Holocausts.

Das waere moeglicherweise interessant, aber niemand weiss das so genau, weil stattdessen immer mal wieder ein GAU stattfindet, wenn sich diese Diskussionen gegenseitig polarisieren und es dabei zu schrillen Rueckkopplungen kommt.

– – –

Diesseits der unerreichbaren Meta-Ebenen, hilft mir Stings „Russians“ und der Glaube an das Gute im Menschen:

Sting (1985) „Russians“:

In Europe and America, there’s a growing feeling of hysteria
Conditioned to respond to all the threats
In the rhetorical speeches of the Soviets
Mr. Krushchev said we will bury you
I don’t subscribe to this point of view
It would be such an ignorant thing to do
If the Russians love their children too

How can I save my little boy from Oppenheimer’s deadly toy
There is no monopoly in common sense
On either side of the political fence
We share the same biology
Regardless of ideology
Believe me when I say to you
I hope the Russians love their children too

There is no historical precedent
To put the words in the mouth of the President
There’s no such thing as a winnable war
It’s a lie we don’t believe anymore
Mr. Reagan says we will protect you
I don’t subscribe to this point of view
Believe me when I say to you
I hope the Russians love their children too

We share the same biology
Regardless of ideology
What might save us, me, and you
Is if the Russians love their children too

8. Lila - November 26, 2013, 14:49

Wo sind die Schlagzeilen:

Kanada spielt den Miesepeter

Kuwait spielt den Miesepeter

Saudi-Arabien spielt den Miesepeter

und so weiter?

Diese Art hämischer, besserwisserischer Spöttelei ist für Israel reserviert.

9. Ludwig - November 26, 2013, 16:09

Lila – 8.

Demnach ist die Ueberschrift zumindest latent antisemitisch, weil sie einen Doppelstandard ausdrueckt.

Oder sie ist eine bissige Polemik der Zeit-Online-Redaktion auf Israels einzigartige Abschreckungsstrategie (Marke „Haltet-mich-zurueck“), die hierzulande kein Mensch versteht.

Oder beides zugleich? Wieso kann nur eine von beiden Erklaerungen zutreffen?

10. Lila - November 26, 2013, 16:18

Ein Wort aus dem Kinderzimmer wie „Miesepeter“ ist keine bissige Polemik, sondern zeigt, daß man jemanden nicht ernstnimmt.

Stell Dir die Nutzung dieses Worts mal in einem anderen Zusammenhang vor. Miesepeter ist ein Wort wie Suppenkasper, Zappelphilipp, Trödelliese, Heulsuse – ein geläufiger Vorname, mit einem herablassenden Epithet. Das ist nicht bissig, das ist einfach nur die Weigerung, den anderen ernstzunehmen.

Netanyahus Strategie ist in der Tat kein Meisterstück, was ein Anzeichen dafür ist, daß er ehrlich ist. Für ihn ist die Angst vor der iranischen Atombombe real, das ist sie für uns alle. Für ihn ist sie so real, daß er undiplomatisch wird – und das passiert ihm nicht immer. (Wäre es Lieberman, würde mich nichts wundern, aber Bibi kann das Spiel spielen, wenn er will.)

Dachs´ Artikel ist differenziert und interessant wie immer. Auch in Israel wird Netanyahus Aktivität in der Iran-Frage differenziert und kritisch betrachtet und diskutiert.

Ein Wort wie Miesepeter ist einfach nicht angemessen. Das war vermutlich ein Praktikant, der schon mitgekriegt hat, wem gegenüber man sich was „rausnehmen“ kann.

11. Aristobulus - November 26, 2013, 16:47

Übrigens: Zum abgeschmackten ZEIT-Ausdruck „Miesepeter“ passt das heutige Wort der Süddeutschen Zeitung „explizite Provokation“ so exakt wie Gesäß auf Eimer.

Es geht da um die Entführung von Hamid Abdel-Samad in Ägypten. Er ist deutscher Staatsbürger, ein Freund von Henryk Broder, schreibt Bücher und kritisiert den Islamismus. Im vergangenen Juni hat ein ägyptischer sprenggläubiger Mullah einen Todesfluch gegen ihn ausgestoßen. Seit Sonntag wird er vrmisst. Und die Süddeutsche schreibt heute, dass diese Entführung durch ihn selber wegen dieser Kritik „explizit provoziert“ worden sei.

Ludwig, das werden Sie jetzt nicht verstehen. Halt, falsch!, ganz falsch, das Gegenteil ist richtig, denn Sie werden es verstehen.

12. Lila - November 26, 2013, 16:58

Hier ist die Quelle:

Sein Bruder fürchtet, wegen solcher expliziten Provokationen der Mursi-Anhängerschaft könnten Extremisten Abdel-Samad entführt haben. Die ägyptischen Behörden schließen eine Entführung ebenfalls nicht aus.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/hamed-abdel-samad-verschwunden-in-kairo-1.1827688

13. willow - November 26, 2013, 21:02

Hamid Abdel-Samad ist glücklich wieder aufgetaucht … ich freue mich, auch wenn die Schreiber von SZ & Co. vermutlich ein bißchen enttäuscht sein werden 😉

14. Aristobulus - November 26, 2013, 22:18

Willow (13), ufff, viele hatten ihn schon tot gesehen, boruch ho’Schejm ist er wieder da.

15. Ludwig - November 28, 2013, 13:15

Aristobulus – 11.

Zum Glueck ist die Sache fuer Hamid Abdel-Samad gut ausgegangen. Daher eignet sich dieser Vorfall fuer eine Diskussion:

Ludwig, das werden Sie jetzt nicht verstehen. Halt, falsch!, ganz falsch, das Gegenteil ist richtig, denn Sie werden es verstehen.

Beides ist richtig:

Als Realist sehe ich die Sache so: Wenn ein Schueler auf dem Schulhof einer beliebigen von Migranten gepraegten Grossstadthauptschule in Deutschland, auf irgendeinen Jungen zugeht und sagt: „Ich f***e Deine Mutter, Du Homo!“ Dann wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf diese „explizite Provokation“ eine Schlaegerei folgen.

Als Idealist faende ich es besser, wenn dies anders waere, weil ich gegen Homophobie, Gewalt und Mobbing bin und mit Familienehre sehr wenig anfangen kann. Schulen in Deutschland gehen auf verschiedenen Ebenen gegen solches Verhalten vor. Manche konsequenter oder erfolgreicher als andere. Es gibt Diskussionen darueber, was die beste Strategie ist. Trotzdem wird es bis auf Weiteres solche Situationen geben. Gleichgueltig, wie abstossend ich das finde.

Ich finde die Diskussion um Hamid Abdel-Samad vergleichbar. Er wusste, dass er sich durch seine polarisierenden Thesen zum Islam in Kairo in Gefahr begeben hat und sein Verhalten war in diesem Kontext unprofessionell.

Er mag fuer Dich ein Held sein, weil er fuer eine liberale Gesellschaft in Aegypten kaempft, fuer mich vielleicht auch, allerdings finde ich ihn einen sehr leichtsinnigen, dummen Helden.

Warum stoesst Du Dich an diesem Unterschied?

16. urideg - November 28, 2013, 16:54

Sarire ist das Beste, was sich der Mensch ausgedacht hat.
Und die „Blechtrommel“ (s.o.) kommt auch drinen vor – am Ende:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extra6481.html

17. urideg - November 28, 2013, 16:55

Oh, zu schnell gedrückt … „Sarire“ ist super – aber „Satire“ passt auch…

18. willow - November 28, 2013, 19:54

Nun, für manche Leute ist vermutlich auch Giordano Bruno ein Mensch gewesen, der hätte wissen müssen wie der Mainstream auf seine Provokationen reagieren würde und der folglich selbst daran Schuld ist, daß er auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde …

Für andere Menschen sind es gerade solche „Provokateure“ die der Menschheit bei ihrer Entwicklung weitergeholfen haben … aber klar, es ist bei weitem ungefährlicher, erstmal zu schauen, mit welchen Ansichten man möglichst wenig „aneckt“. War sicher zu allen Zeiten so, aber ich weiß es dennoch zu schätzen, daß die Konsequenzen für unangepasstes Verhalten hier und heute weniger schmerzhaft sind als damals zu Zeiten des „realexistierenden Sozialismus“ oder eben heutzutage in einigen Teilen der Welt … vermutlich liegt es nicht in meiner Macht, daran wirklich etwas zu verändern, aber das bedeutet ja nich, daß „wir“ uns in vorauseilendem Gehorsam schon mal alle ketzerischen Gedanken verbieten müssen.

19. levrak - November 28, 2013, 22:00

Ludwig

wenn ich auf Dich zugehe um Dir (Dich zitierend!) zu sagen: „Ich f***e Deine Mutter, Du Homo!“, dann tue ich das, um Dich zu erniedrigen, zu beleidigen, zu entwürdigen usw. 

Du kannst mich dann schlagen, oder ich schlag Dich zusätzlich noch, weil ich stärker bin, mieser und gemeiner, und mich Deine Tränen nerven, die Dir wegen meiner böswilligen Beleidigung und Spaß daran gegen Dich kullern.

Wenn ich zu Dir komme um Dir zu sagen, daß ich „Christentum blöd finde“, oder „Deutsches Gehabe“ oder dergleichen, dann sage ich Dir meine Meinung, in dem Fall (ähnlich Hamed wohl) als Reaktion Deines „christlichen und/oder deutschen Gehabes“.

Nun kannst Du mir nach „islamischer Art“ den Kopf abtrennen, mich zerhacken und vergewaltigen, aber Du bist ja kein „Islamist“ oder Psychopath, sondern ein „zivilisierter Deutscher“? 

Du wirst also verschiedene Möglichkeiten haben mir zu entgegnen. 
ZB „Halt’s Maul!“, oder Du erklärst mir Deine Sicht, warum „so christlich (und/oder) deutsch“, oder kritisierst mich für meine Art der Kritik, oder erzählst mir vom Thema ablenkend etwas vom Vorteil rosaroter Quietscheentchen zum Schaumbad, usw.

Kein Anlaß für Entführung, Mißhandlung, Vergewaltigung, Verstümmelung, Mord.

Nicht wahr? Sagst Du doch selbst.

Aber den Unterschied zwischen „aggressiv provozieren“ und „kritisch hinterfragen“ hast Du (jetzt) verstanden?

Hoffe, Du willst mich jetzt nicht ermorden, zerfetzen, gewaltsam enthaaren oder teern mit Federn, weil ich einfach „an Aristobulus Stelle“ antworte. 
Könnte Dir ja auch ziemlich provozierend sein, oder gar mein Sex-Appeal, weiß die Uzi!
Die weiß auch, daß es das alles schon gab.

War gerade hier im Wohnzimmer, wollte eigentlich nur mal nach’m Rechten sehen… 🙄

~ * ~

…und deshalb,  folgendes für Uri, weil der auch gerade hier ist und da drüben auf’m Sofa in die Gitarre reinmurmelt, der Dudelsack!

A.mOr. 😳

PS/ Schum (erstmal bedankt), ganz ehrlich? Ob ich das könnte, Parodie auf Lanzer? 
Nicht nur wegen „spinnenden Römer“ hatte ich mit unser’m Hang zum Gallischen Dorf des Asterix so manche Probleme mi’m Lernstoff 😉 (…Lachen stört ernsthafte Lerner!) – ernsthaft: bei den Nazis dann nachzulesen, was für einen üblen Charakter sie gegen uns stolz zu Markte tragen, herauskotzen, (und sei’s eben „nur Geschichte“; ist es nicht!) das machte mich zum Vorlesungsverweigerer.
War mir zuviel.
Nu, man muß ja nicht, zum Glück, es sei natürlich, zB die Vergewaltiger des Iran müssen.

Hoffe meine blumenreiche Sprache heute wird mir nachgesehen, alles gewissermaßen Satire…

20. levrak - November 28, 2013, 22:05

Jep, „Sarire ist super“, außerdem:
CHANUKA SAMEACH!
Auch super. 😉

A.mOr.

21. levrak - November 29, 2013, 16:00

#18 – willow 

Zustimmung!

A.mOr.

22. Ludwig - Dezember 1, 2013, 22:12

Willow – 18.

Nun, für manche Leute ist vermutlich auch Giordano Bruno ein Mensch gewesen, der hätte wissen müssen wie der Mainstream auf seine Provokationen reagieren würde und der folglich selbst daran Schuld ist, daß er auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde …

Wenn ich Giordano Brunos Wikipedia-Artikel lese, sehe ich einen Naturphilosophen, der partout nicht in die Gesellschaften seiner Zeit passen wollte:

http://de.wikipedia.org/wiki/Giordano_Bruno

Seine Philosophie beruht auf Pantheismus, der damals offenbar mit Teufelsanbetung gleichgesetzt wurde, er verneinte die Vorstellung eines Lebens nach dem Tod und leugnete die Goettlichkeit von Jesus Christus. Brunos Weltbild musste ihn somit in schwere Konflikte bringen, was sich auch als roter Faden durch seine Biografie zieht.

Insofern koennte man behaupten, dass er einfach Glueck hatte, bis ihn die Inquisition in Venedig verhaftete. Millionen Menschen wurden im Europa des 16./17. Jahrhunderts fuer weit weniger heraetische Ansichten getoetet.

Voellig unabhaengig davon, ob sein heliozentrisches Weltbild empirisch gesehen „wahr“ und das geozentrischen Weltbild „falsch“ ist und Bruno deshalb spaeter als Maertyrer der Wissenschaft wiederentdeckt wurde.

Amor – 19.

Wenn wir uns von unseren Sofas aus Schulhofbeschimpfungen entgegenschreiben, passiert recht wenig, ausser vielleicht, dass wir zur allgemeinen Erheiterung beitragen.

Und nein, ich glaube nicht, dass es einen objektiven Unterschied zwischen „kritisch hinterfragen“ und „aggressiv provozieren“ oder zwischen Protest und Provokation gibt. Das haengt jeweils vom Kontext ab.

Ein illustratives Beispiel ist dieser Kommentar ueber eine Protestaktion stillender Muetter in der Oeffentlichkeit:

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4458758,00.html

Dazu gibt es ganz unterschiedliche Meinungen, die alle ihre Berechtigung haben. Spielt man die verschiedensten Argumente durch, dann wird allerdings schnell klar, wie undeutlich die Grenze zwischen provozieren und protestieren ist und wie stark dies von der Perspektive des Betrachters abhaengt.

23. urideg - Januar 30, 2014, 20:40

Ein Nachtrag: Gestern habe ich Gisela Dachs bei einer Veranstaltung in einer Synagoge erlebt. Ich hab sie schon immer ganz gerne gelesen, ab und zu, fand sie immer ganz „integer“. Mein Eindruck hat sich bestätigt. Zwei kleine, ergänzende Bemerkungen: Sie hat darauf hingewiesen, dass man zu Israel selbst in der Zeit kaum noch etwas schreiben kann – Israel ist „out“. Das heißt auch und vor allem: Differenzierte Hintergrundberichte, Beiträge über das Alltagsleben in Israel, sind kaum noch in der Zeit (und in anderen großen Medien) unterzubringen.
Wer nicht ganz auf den Kopf gefallen ist wird das als Alarmsignal lesen. Dies auch zu der Anlass gebenden Diskussion, ob die Überschrift ihres Beitrages von ihr ist…
Und noch treffender kennzeichnender für den hiesigen „Zeitgeist“ fand ich ihre Zusatzbemerkung, dass sie sich schon länger abgewöhnt habe, Internet-Leserbriefe in der Zeit, die sich auf ihre Beiträge sowie auf Israel beziehen, zu lesen. Sie tut gut daran… 😉 ,-)

24. Lila - Januar 30, 2014, 22:41

Danke für den Bericht.

Es ist schwer zu vermitteln, aber für mich besteht ein himmelweiter Unterschied zwischen „Israel-Kritik“, die aus einer gärenden Mischung von Ignoranz und Vorurteil besteht, und einer kompetenten, sachlichen und auf echter Kenntnis beruhenden kritischen Sicht.

Bei Dachs hatte ich immer das Gefühl, sie weiß, wovon sie schreibt. Es freut mich, daß sich das auch beim persönlichen Kennenlernen bestätigt.

Die ZEIT befindet sich seit Jahren in einer journalistischen Talfahrt, die ihresgleichen sucht. Ich warte auf die Schminktipps, das ist wirklich das einzige, was noch fehlt.

Ich habe mein Abonnement (das mich seit der späten Schulzeit begleitet hat – ich bin mit der ZEIT aufgewachsen und es war ein Zeichen des Erwachsenwerdens, als ich mein eigenes Abo bekam) schon vor Jahren gekündigt. Trotzdem guck ich manchmal, was die ZEIT so bringt – einen Ersatz für Petra Kipphof habe ich nicht entdecken können. Das Feuilleton ist verflacht, oder kommt mir das nur so vor?

Ich sehe in der ZEIT-Berichterstattung über den Nahen Osten deutliche Spuren von Helmut Schimdt. Und zwar von Helmut Schmidts tiefsitzender Abneigung gegen Israel, die er nie verbergen konnte oder wollte (und die seine erstaunliche Popularität wohl ebenso befeuert wie sein aufdringliches Kettenrauchen – „er wagt es, was wir nie wagen würden!!!!“).

25. Silke - Januar 31, 2014, 1:48

… und was ist mit den Spuren von Marion Gräfin Dönhoff in der Zeit?

http://www.zeit.de/1948/39/voelkischer-ordensstaat-israel

Völkischer Ordensstaat Israel

… ne Zeitlang war der Text übrigens mal nicht in voller Länge im Netz, nu iss er wieder online

Und Helmut Schmidt ist als junger Mann von Dönhoff und Freunden „gegroomt“ aka fit für die Politik gemacht worden. Ich meine das bei ihm selbst gelesen zu haben.

So iss das eben mit der Tradition. Für mich war die Zeit immer jenseits meiner Möglichkeiten.

26. urideg - Januar 31, 2014, 8:47

Gisela Dachs ist seit wohl einigen Jahren auch Herausgeberin des Jüdischen Almanachs:
http://www.suhrkamp.de/buecher/alter-_54267.html

27. P. Bereit - Januar 31, 2014, 10:56

Kleine Anmerkung am Rande. Ist es tatsächlich wahr, dass sich diese Diskussionsrunde seit dem 24. November 2013 hinzieht? Da scheint ja in der Welt und in Israel nicht viel passiert zu sein. Wie wäre es denn mit einem aktuellen Thema?
Das könnte z.B. lauten: Werden die Palästinenser (endlich) ihren eigenen Staat erhalten?

28. P. Bereit - Januar 31, 2014, 11:03

Ein interessantes Thema wäre auch die Diskussion einer Frage, deren Beantwortung mich (und nicht nur mich) schon lange beschäftigt: Was wäre eigentlich passiert, hätte man den Staat Israel nicht gegründet?

29. Frase0815 - Januar 31, 2014, 15:02

Was wäre eigentlich passiert, hätte man den Staat Israel nicht gegründet?
Dann würden Sie hier (wahrscheinlich) nicht schreiben.
Aber ob dieser eine Vorteil die anderen Nachteile überwiegt, da bin ich doch sehr skeptisch.

30. willow - Januar 31, 2014, 15:13

Fast noch interessanter : wenn damals der Morgenthauplan tatsächlich umgesetzt worden wäre – würden sich „die Deutschen“ heute auch so überheblich aufführen?

31. grenzgaenge - Januar 31, 2014, 15:42

@27: Ich denke die „Palästinenser“ werden „endlich“ ihren eigenen Staat bekommen, wenn der Terror gegen Israel aufhört.

Oder aber wenn die Mörder in den Autonomiegebieten es geschafft haben einen neuen Holocaust Wirklichkeit werden zu lassen. Das ist ja das eigentliche Ziel des Terrors.

Es geht nicht um Land, es geht nicht um Siedlungen, es geht – einzig und alleine – darum den einzigen jüdischen Staat der Welt (der eine logische Konsequenz aus dem Holocaust ist) zu vernichten.

Und mit dieser Vernichtung auch gleich das jüdische Leben, die Heimstatt, die Fluchtstätte, zu zerstören.

Abbas, der den Holocaust leugnet, hat es geschafft das „Palästinensische“ Narrativ in die Köpfe der europäischen und amerikanischen Gutmenschen zu pflanzen. Herr Goebbels hätte seine Freude an diesem Schüler gehabt.

Hier ist noch zwei kleine Links. Extra für Leute die P. Bereit (!) sind die Lügen der „Palästinenser“ zu verbreiten:

http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/176935#.Uutfqz15PtI

https://heplev.wordpress.com/tag/holocaust-relativierung/

32. grenzgaenge - Januar 31, 2014, 15:52

@28: Die Frage „Was wäre wenn“, in diesem Falle mit der Leugnung der Existenzberechtigung des Staates Israel, ist so ausgelutscht das diese Frage selbst mich nicht mehr aufregt.

G“tt sei Dank ist der Staat Israel gegründet worden.

Wenn dieser Staat einen Fehler gemacht hat dann ist es dieser: Der Staat hat, als Gewinner der Kriege von 1948 und 1967, keine wirklichen Fakten geschaffen.

Noch sind es die Gewinner von Kriegen, die Fakten schaffen sollen und Bedingungen diktieren.

Die Palästinenser haben es in ihrer Geschichte immer wieder geschafft sich auf die Seite der Verlierer zu schlagen.

Israel hätte alles Recht der Welt gehabt, nach dem Sieg von 1948, die Araber aus dem Staatsgebiet Israels zu vertreiben.

Israel hätte alles Recht der Welt gehabt, nach dem Sechstagekrieg, die Altstadt von Jerusalem umzugestalten, z. B. durch die Sprengung des Felsendomes. Shlomo Goren hat den Vorschlag zu Moshe Dayan gebracht. Moshe Dayan hat die Sprengung des Felsendomes abgelehnt. Jetzt ist es an Haschem den dritten Tempel zu errichten und eine andere Zeit zu schaffen.

Wie haben die „Palästinenser“ auf die israelische Gutmütigkeit reagiert ? Mit immer neuem Terror, mit immer neuen Forderungen, die zur ethnischen Säuberung Jerusalems führen sollen. Gebe G“tt das dieses Ziel nicht erreicht wird.


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