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Was der SPon wegläßt November 21, 2013, 6:58

Posted by Lila in Presseschau, Uncategorized.
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Ja, der SPon berichtet über die Rede des Ayatollah Chameini zum Thema Recht auf Atomwaffen.

Irans Oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei zeigt sich im Atomkonflikt wenig kompromissbereit. Sein Land werde „keinen Millimeter“ seines Rechts auf Nutzung der Nuklearenergie aufgeben, sagte Chamenei am Mittwoch während einer Rede vor Zehntausenden Mitgliedern der iranischen Bassidsch-Milizen.

Zum Thema Israel äußert Chameini sich auch, der SPon verschweigt das.

Die Bassidsch-Milizionäre, die als Rückgrat des Regimes gelten, sahen das offenbar anders: Sie skandierten die Verwünschung „Marg Bar Amrika!“. Diese Parole lässt sich sowohl als „Tod den USA“ als auch „Nieder mit den USA“ übersetzen.

Daß sie auch „Tod Israel, Tod Israel“ brüllen, wird nicht erwähnt. Daß Chameini sagt, das zionistische Gebilde verschwinden muß und daß man Zionisten nicht als Menschen bezeichnen kann, wird ebenfalls nicht erwähnt. JPost hat die Zitate:

“Zionist officials cannot be called humans, they are like animals, some of them,” said Khamenei. “The Israeli regime is doomed to failure and annihilation,” he said.

The “Zionist regime” says things that “only bring humiliation on themselves,” he said, adding that it is a regime that “emerged through force, and no phenomenon that has emerged through force has continued to exist – and this regime will not continue to exist either.”

The allegations that Iran poses a threat to the world are the “words of enemies,” he said, referring to some countries, such as the “rabid dog of the region, namely the Zionist regime,” as quoted by Iran’s Tasnim News Agency.

Durch dieses Weglassen wird der Eindruck erzeugt, daß Israels Sorgen irrational und unbegründet sind.

Israels Regierung sieht sich von dem iranischen Atomprogramm in seiner Existenz bedroht. Premier Benjamin Netanjahu warnt daher seit Monaten entschieden vor einem Kompromiss mit der Führung in Teheran.

Der letzte Link führt zu diesem ganz besonders giftigen Artikel, natürlich von Raniah Salloum, die sich im SPon einer sicheren Plattform für die Verbreitung ihrer strikt anti-israelischen Parolen erfreut.

Atom-Verhandlungen mit Iran: Netanjahus Sabotage-Strategie

Der „geistliche Führer“ in Teheran redet über Israels Tod und Untermenschentum, und Netanyahu sabotiert eine Einigung des Westens mit dem Iran.

Es ist unglaublich, wie weit die Volksverhetzung durch Massenmedien gehen kann. Auch in der Tagesschau sieht es nicht anders aus. Eine Einheitsmeinung in allen deutschen Medien. Israel spinnt, stört und sabotiert. Und keiner protestiert dagegen. Häßliche Äußerungen der Iraner werden wegretuschiert.

Es sollte mich nicht schockieren, schockiert mich aber trotzdem.

 

Kommentare»

1. Aristobulus - November 21, 2013, 7:46

Bei der Frage blitzt ganz automatisch die Assoziation ‚Ölmillionen‘.
Warum berichten Journalisten gezielt falsch, wenn sie denn nicht zu gelenkten Staatsmedien gehören?, nu, dann haben sie sich kaufen lassen.

Der obertolle Aya hat gesagt: “The Israeli regime is doomed to failure and annihilation.”
Merkwürdig, der hiesige Kommentator Ludwig sagt auch nichts Anderes. „Annihilation“ sagt er freilich nicht. Aber Synonyme zu „doomed to failure“ schrieb er bis vor einer Woche in so gut wie jedem Kommentar. Bis man ihn zwei-, drei mal darauf stieß. Seitdem lässt er es weg.

2. Lila - November 21, 2013, 8:07

Es schmerzt geradezu, wenn die Kommentare bei der FAZ davon ausgehen, daß der Iran Israel nicht bedroht – weil der Bericht weggelassen hat, dass das Publikum „Tod Israel“ gerufen hat.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/asien/atom-gespraeche-in-genf-iran-beharrt-auf-nutzung-der-kernkraft-12672985.html

Wenigstens diese Kommentare wären nicht gekommen, wenn im Bericht klipp und klar gestanden hätte, was Chameini klipp und klar gesagt hat.

3. Ludwig - November 21, 2013, 12:56

Aristobulus – 1, OT:

Aber Synonyme zu “doomed to failure” schrieb er bis vor einer Woche in so gut wie jedem Kommentar. Bis man ihn zwei-, drei mal darauf stieß. Seitdem lässt er es weg.

Das liegt daran, dass ich einerseits gegenüber „Erez Israel“ sprachlos bin und andererseits im richtigen Leben zu viel mit der Globalisierung zu tun habe, unter anderem mit der Gloablisierung der „Start-Up Nation Israel“.

4. Aristobulus - November 22, 2013, 0:39

Ludwig (3), das stimmt mich fast melancholisch, dass ‚Erez Israel‘ Sie sprachlos macht, wobei grad der Begriff doch als Markenzeichen Ihrer vielen Kommentare grad darüber gilt, just über das Problematische und immer Problematischere daran.
Nein?

Und was ist die ähm „Globalisierung der Start-up.Nation Israel“? Ganz neues Land, erst dreitausend plus fünfundsechzig Jahre alt, das weltweit raffgierig alles globalisiert?
Das könnten Sie eigentlich nicht so gemeint haben.

Und nicht, dass mich das jetzt sprachlos macht.
Nur melancholisch.

5. Ludwig - November 22, 2013, 12:25

Aristobulus – 4,

Die Melancholie können wir uns teilen. Auf einer entfernten Metaebene könnte „Erez Israel“ komisch sein, wenn es nicht sehr konkret tragisch wäre. So bleibt nur der Weltschmerz.

Wie Du richtig vermutest, habe ich das ansonsten „etwas“ anders gemeint: Mein Arbeitgeber gründet, finanziert und betreibt Start-Ups im Dienstleistungsbereich, in verschiedenen europäischen und asiatischen Ländern.

Nach dem konventionellen Globalisierungs-Klischee, würden wir die „raffgierigen“ Globalisierer verkörpern, und die Israelis, mit denen wir eine Kooperation vorbereiten, wären die postsozialistischen Eingeborenen, denen wir Perlen verkaufen …

Aber die Wirklichkeit ist weitaus komplizierter. Letztlich tauschen wir mit der „Start-Up-Nation Israel“ Ideen, Wissen und Fertigkeiten, zum gegenseitigen Nutzen.

6. Aristobulus - November 22, 2013, 13:46

Nein, Ludwig, Ihr „Start-up-Nation Israel“ war allein despektierlich gemeint.
Die Start-ups wurden gehypt (eine entsetzliche Sprache, nicht?) und gingen allesamt pleite, waren eine Blase, eine Chimäre, mithin wie eine Siedlung auf fremdem Boden.

In dieser Weise und Absicht benutzen Sie den Ausdruck „Erez Israel“, einen Ihrer laufenden Lieblingstermini.
Wo haben Sie den eigentlich immer her? Bei Shlomo Sand gelesen?

7. Aristobulus - November 22, 2013, 13:50

P.S.
Und weil Sie schon mal hier sind, was sagen Sie denn zu den entscheidenden Aussprüchen des Ayatollahs, die der Spiegel entscheidend weggelassen hat?

Womit könnte „Erez Israel“, das Land Israel, derlei nazistische, maßlose Vernichtungsgeilheit verdient haben? Weil man es nicht genug boykottiert, oder weil die UNO noch immer nicht genug Resolutionen gegen die Zionisten verabschiedet hat, oder wegen der Besatzung, die bekanntlich den brüchigen Weltfrieden gefährdet?

8. Lila - November 22, 2013, 17:36

Ari, ich glaube, Du verwechselst ein paar Dinge. Es gab eine Hi-Tech-Blase, die vor ein paar Jahren geplatzt ist, aber nach wie vor sind die vielen, vielen Start-ups in Israel sehr erfolgreich und werden auch gezielt gefördert. Ich habe einen Schwager in der Branche und kenne ein paar solcher Start-ups. Von Zeit zu Zeit werden sie erfolgreich verkauft oder machen sonstwie SChlagzeilen, wie Waves z.B.

Außerdem gibt es sehr viel biomedizinische Forschung und Technologie hier, und alles mögliche andere, das man Hi-Tech zurechnen kann oder nicht.

Aber Hi-Tech ist ganz bestimmt nicht tot in Israel. An allen Hochschulen wird geforscht, und sehr viele Patente werden eingereicht, und von Zeit zu Zeit gibt es Nobelpreise oder andere internationale Preise. Ich kenne Leute, die Medikamente gegen Krebs entwickeln, medizinische Technologie, Bewässerungstechnologien, die Zucht von Pflanzen, die mit Salzwasser gedeihen und ähnlich schöne Dinge.

Das Buch über Israel als Hi-Tech-Nation habe ich nicht gelesen, nur davon gehört, aber die Erklärung für die große Kreativität in Israel leuchtet mir ein. Flache Hierarchien, große Selbständigkeit durch die Armeezeit (in der sehr junge Menschen sehr viel Verantwortung tragen), und Spaß am Problemlösen.

Was sind kipat barzel und sharvit ha-kesem anders als kreative PRoblemlösungen mithilfe von Hi-Tech?

In jedem Computer sitzen Teile, die in Israel entwickelt oder gebaut wurden oder beides.

Übrigens sind Israelis auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften nicht schlecht aufgestellt. wenn allerdings das Bildungssystem weiter den Bach runtergeht, ist es damit irgendwann vorbei.

Von israelischen Künstlern, die in der Musik, bildenden Kunst, in Graphik und Design, Literatur, Theater und Tanz Hervorragendes leisten, mal ganz zu schweigen.

Bisher macht Shai Piron, der neue Bildungsminister, einen ausgezeichneten Eindruck, aber es hängt nicht nur davon ab.

9. willow - November 23, 2013, 10:56

Ari, das mit der toten High-Tech Blase kann ich nicht glauben …

Abboniere dir einfach auf dieser Seite die „ILI- News“ (oder lies sie dir auf der Seite durch) , dann wird die dieser Gedanke ziemlich abwegig erscheinen 🙂

„Wöchentlich kommt das Beste aus Israels Wirtschaft, Medizin, Technologie, Kultur, Politik, Gesellschaft und Sport. Ein Gegengewicht zum SPIEGEL und was nicht in der Süddeutschen Zeitung steht.“

http://www.i-like-israel.de/

10. Ludwig - November 23, 2013, 17:55

Aristobulus – 6.

Mit “Erez Israel” bezeichne ich das Hoheitsgebiet der IDF vom Jordan bis zum Meer. Dieses Staatsgebilde ist weder klar juedisch, noch eindeutig demokratisch, wodurch vielerlei Spannungen entstehen, aber wie gesagt, das verbuche ich jetzt mal unter Weltschmerz …

„Start-Up Nation Israel“, „Republic of Tel Aviv“ oder „Global Israel“ beschreiben fuer mich Israels Beitrag zu einer sich globalisierenden Welt. Es tut sich da sehr viel im Grossraum Tel Aviv, wie man hier sieht: http://mappedinisrael.com/

Das ist kein Zufall ist, sondern Ergebnis von individuellem Unternehmergeist und Kreativitaet, gut ausgebildeten IT-Entwicklern oder Biowissenschaftlern einerseits und effektiver staatlicher Forschungsfoerderung und der Verfuegbarkeit von Risikokapital andererseits, die es in einer aehnlich wirksamen Kombination nur an wenigen Orten auf der Welt gibt. Uebrigens ist diese Konstellation erst einige Jahre nach dem „Platzen der Dot-Com Blase“ (2000) entstanden.

Das Buch „Start-Up Nation Israel“, habe ich angelesen, es kreiert ein ueberzeugendes Leitbild, gewissermassen eine neue „Marke“ fuer Israel: http://en.wikipedia.org/wiki/Start-up_Nation

Berlin ist im Gegensatz dazu nur “arm, aber sexy”, scheint aber ein vergleichbar erfolgreiches Oekosystem fuer Start-Ups: http://berlinstartupmap.com/

Wobei hierzulande meines Wissens nicht so umfassend untersucht wurde, woran das liegt.

11. Aristobulus - November 23, 2013, 20:24

Lila und Willow, yep, so ist es, das hatte ich nicht negiert (weil das Schlagwort Start-up anders gemeint war).
Man kann sich sehr feine Listen mit diesen neuen Erfindungen (und Neuerscheinungen von Büchern) aus Israel schicken lassen, jeden Monat eine recht lange Liste, allen zur Freude.

Ludwig (10), schon Ihr erster Satz enthält eine Unwahrheit, nein mehrere: Die IDF hat kein „Hoheitsgebiet“, sie ist kein Staat. Ferner umfasst das israelische Hoheitsgebiet naturgemäß nicht alles „vom Jordan bis zum Meer“, die Westbank hat seit 1994 einen Autonomiestatus, wussten Sie das nicht?

12. willow - November 24, 2013, 10:18

Ja, auch Berlin hat extrem viele Start-Ups … aber das typische Berliner Start-Up ist ein Nagelstudio oder ein Shop der T-Shirts bedruckt 😉

13. Aristobulus - November 24, 2013, 13:42

Willow (12), yep, und die hiesigen straßentypischen Start-Ups sind übrigens Mobiltelfongeschäfte (ich kriege das fatale Wort Handyshops) nicht über die Mundwinkel), eins nach dem anderen schießt wie mit der Kalaschnikow geschossen aus dem Boden, um wieder völlig pleite zu gehen, und nie verlässt die Leut‘ der Todesmut. Fast sprenggürtelmäßig.
Spektakulärster Wohnstraßen-Start-Up war einst hier ein Nazigeschäft von Nazis für Nazis mit Nazisachen drin. Es boomte wie Sau (verzeih meine Wortwahl), und ich war so dumm, da einmal mit Kippa vorbeizugehen, da schtarteten die netten Glatzen mich nahezu ab. Auch in der Folge. Fast über zwei Jahre wollten sie mich abmessern.

Der Laden ging schließlich nicht pleite, oh nein, der Verein hiesiger Gewerbetreibender stand fest hinter ihm, die sahen ihn als einen, der halt dazugehört, in Treue fest. Bloß der Hausbesitzer hat ihm dann doch gekündigt. Vielleicht hat ihm seine Versicherung eingeheizt.
Jaja, die armen Start-Ups, immer verschwört sich dann jemand 😉

14. Ludwig - November 24, 2013, 15:51

Artistobulus – 11.

Naja, „Wahrheiten“ sind eine Frage der Perspektive. Die einen sagen so, und die anderen so.

Ich vertrete die Ansicht, dass die Souveraenitaet des Staates Israels so weit reicht, wie die IDF ihr Gewaltmonopol durchsetzten kann, wenn sie es will, und in Israel, wie in allen anderen funktionierenden Demokratien alle Staatsgewalt vom Wahlvolk ausgeht. Der Souveraen schliesslich traegt die Verantwortung fuer die Bevoelkerung.

Ist eigentlich ganz einfach …

15. Ludwig - November 24, 2013, 15:55

Willow – 12

Es gibt bestimmt auch eine Menge virtuelle „Nagelstudios“ in der Berliner Start-Up Szene, ich dachte aber eher an so gemuetliche kleine Kruschlaeden, wie Zalando, Ebay oder Momox 😉 …

Bei einem weltweiten Vergleich von Start-Up Clustern landet Tel Aviv auf Platz 2 und Berlin auf Platz 15:
http://blog.digital.telefonica.com/?press-release=infographic-startup-ecosystem-report%20

Die OECD beschreibt Tel Avivs Erfolgsgeschichte so:
http://www.oecdobserver.org/news/fullstory.php/aid/3546/Start-up_nation:_An_innovation_story.html

Standortfaktoren die sich im Vergleich dazu in Berlin ehe nicht finden sind Chuzpe, eine agile Verwaltung die Geld fuer Forschungsfoerderung hat, wie das israelische „Office of the Chief Scientist“, und Straende natuerlich.

16. willow - November 25, 2013, 20:36

Echt, gibt es tatsächlich Menschen, die i-bäh für ein berlinisches Startup halten !? Weiah …

17. Aristobulus - November 26, 2013, 11:49

Ludwig (14), Ihren Halbsatz „wie die IDF ihr Gewaltmonopol durchsetzten kann, wenn sie es will“ haben sie wahrscheinlich bei i-bäh für dreizehn Centîmes ersteigert?, der kann nicht von Ihnen sein – denn darin steckt die erstaunliche Suggestion, dass die IDF die ganze Gegend kontrolliere.
Dann schießt die IDF auch die Raketen aus Gaza ab, gräbt Tunnel unter der Grenze, schickt Entführkommandos los und wälztTransportkolonnen voller Waffen durch den Südlibanon. Gell?

Nein, von Ihnen kann der Halbsatz nu wirklich nicht sein, Sie sind zu aufrichtig und zu wahrheitsliebend dafür. Ist wohl mehr durch einen Cookiefehler hier reingerutscht.
Sowas.


P.S.
( Lilaaaa, was zum Geier und zum Hamster kann man tun, um hier nicht wieder aggressiv wie Knut Keulknecht zu werden? )


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